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FA Urologie

Urologe erklärt jungem Mann mit Prostataleiden die Diagnose auf dem Tablet.
Ein Facharzt für Urologie befasst sich mit Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Harnwege inklusive der Besonderheiten des männlichen Urogenitalsystems und der weiblichen Harnorgane.

Was ist ein Facharzt für Urologie?

Der Facharzt für Urologie, kurz Urologe, ist keinesfalls nur ein „Männerarzt“. Zwar befasst sich der Facharzt für Urologie auch mit Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane inklusive der Prostata, der Hoden, des Penis sowie mit Funktionsstörungen der männlichen Sexualorgane wie der Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) und der Impotenz, doch sein Aufgabengebiet umfasst vieles mehr.

Neben Infektionen wie Blasenentzündung, Steinleiden in den Harnwegen (Urolithiasis) und Funktionsstörungen der ableitenden Harnwege bei Mann und Frau sind Themen wie Inkontinenz, Blasenentleerungsstörungen und bösartige Erkrankungen der Niere, Blase, des Hodens, des Penis und der Prostata zentrale Arbeitsbereiche des Urologen. Was tun bei Blasenentzündung?

In der Krebsvorsorge ist der Urologe ebenfalls tätig. Das Screening auf bösartige Erkrankungen der Prostata (Prostata-Karzinom) wird in Deutschland für alle Männer ab 45 Jahren jährlich angeboten. Es beinhaltet das Abtasten der männlichen Geschlechtsorgane inklusive der Prostata. Die Bestimmung des PSA-Werts im Blut zählt nicht zur regulären Krebs-Früherkennung, wird aber bei Bedarf durchgeführt. Normalwerte für PSA.

Auch operative und minimalinvasive, endoskopische Diagnostiken und Therapien zählen zum Tätigkeitsgebiet des Facharztes für Urologie. Dies beinhaltet zum Beispiel die Versorgung von Verletzungen der Harnwege, die Entfernung bösartiger Tumoren der Harnwege, die Behebung von Harnabflussstörungen durch Harnsteine (Urolithiasis) und die Sterilisation des Mannes.

Ausbildung zum Facharzt für Urologie

Die Ausbildung zum Facharzt für Urologie schließt sich an ein abgeschlossenes Medizinstudium und den Erwerb der Befugnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) an. Die Weiterbildung zum Urologen dauert in der Regel fünf Jahre. In dieser Zeit als Assistenzarzt lernt der angehende Urologe sein Tätigkeitsgebiet kennen und erwirbt die notwendigen Fähigkeiten zur Tätigkeit im Fachbereich der Urologie. Bis zu zwölf Monate der 60-monatigen Weiterbildungszeit können im ambulanten Bereich abgeleistet werden. Außerdem kann der Assistenzarzt bis zu zwölf Monate in der stationären Versorgung im Fachbereich der Chirurgie verbringen und diese Zeit auf seine Weiterbildungszeit anrechnen lassen.

Wo arbeitet ein Urologe?

Der Facharzt für Urologie kann sowohl im stationären Bereich, also in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken, als auch im ambulanten Bereich zum Beispiel in Facharztpraxen tätig sein. Ein Urologe kann auch ambulant in einer Facharztpraxis arbeiten und zusätzlich zu bestimmten Zeiten operativ an Kliniken tätig sein. Auf diese Weise kann der Facharzt für Urologie trotz ambulanter Niederlassung auch im operativen Teil seines Fachgebiets praktizieren. Eine Anstellung in der medizinischen Forschung und Lehre ist für den Facharzt für Urologie ebenfalls möglich.

Wann gehst du zum Urologen?

Einen Termin beim Urologen kannst du mit einer Überweisung von deinem Hausarzt bekommen. Du kannst den Facharzt für Urologie aber auch direkt, also ohne Überweisung, aufsuchen.

Dein richtiger Ansprechpartner ist der Facharzt für Urologie, wenn es um Entzündungen (Infektionen) der Harnwege geht. Dazu zählen zum Beispiel:

Blasensteine, Nierensteine oder Steine im Harnleiter können quälende Schmerzen verursachen. Bei diesen Steinleiden (Urolithiasis) hilft der Facharzt für Urologie weiter.

Dir sind Veränderungen deines Urins aufgefallen? Verfärbungen, Änderungen in der Urinmenge oder Trübungen deines Urins können Hinweise auf Erkrankungen sein oder ganz harmlose Ursachen haben. Der Facharzt für Urologie kann die Urin-Veränderungen abklären.

Wenn du Schwierigkeiten beim Wasserlassen hast, Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) oder deinen Urin nicht gut halten kannst, ist ein Besuch beim Urologen ratsam. Typische Beratungsanlässe sind:

  • Blasenentleerungsstörungen.
  • Probleme beim Wasserlassen zum Beispiel beim Mann im fortgeschrittenen Alter aufgrund einer Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie).
  • Inkontinenz-Problematiken mit unkontrollierbarem Harnverlust.

Du bist männlich, älter als 45 Jahre und warst noch nie beim Urologen? Ab einem Alter von 45 Jahren bieten Fachärzte für Urologie ein Krebsfrüherkennungsprogramm an, das von der Krankenkasse bezahlt wird. Das sogenannte Prostatakrebs-Screening umfasst das Abtasten der Prostata und kann mittels weiterer Untersuchungsmethoden, die der Patient selbst zahlt, erweitert werden.

Auch bei Erektionsproblemen oder bei Fragen zur Fruchtbarkeit ist der Facharzt für Urologie der richtige Ansprechpartner. Dieses Teilgebiet der Urologie wird auch Andrologie (Männerheilkunde) genannt und umfasst beispielsweise:

  • Diagnostik und Behandlung von Erektionsstörungen wie der erektilen Dysfunktion.
  • Familienplanung und Sexualberatung des Mannes und des Paares.

Angeborene Fehlbildungen des Harntraktes oder durch Operationen-bedingte Veränderungen werden durch den Urologen betreut und beobachtet. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Versorgung eines Blasen-Dauerkatheters zur Urinableitung aus der Blase bei Kontinenzproblemen oder bei Personen mit Vorerkrankungen mit der Unfähigkeit des „normalen“ Wasserlassens.
  • Versorgung von alternativen Harnableitungen zum Beispiel nach Entfernung einer Niere oder der Blase.
  • Betreuung von Patienten mit angeborenen Harntrakt-Anomalien.

Auch angeborene Fehlbildungen und Probleme der männlichen Sexualorgane im Kindesalter behandelt der Urologe. Typische Beratungsanlässe sind:

  • Hodenhochstand beim Kind (Maldescensus testis) inklusive operativer Therapie.
  • Vorhautverengung (Phimose).
  • Leistenbruch (Leistenhernie) und Leistenhoden.
  • Krampfadern im Hodensack (Varikozele).

Der Urologe betreut und behandelt Patienten mit Krebs-Erkrankungen der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane. Von der operativen Therapie bis hin zur Strahlentherapie, Chemotherapie sowie der medikamentösen und hormonellen Therapie: der Urologe plant, koordiniert und führt die Therapie der Krebserkrankung durch. Bösartige Erkrankungen der Harnwege und des männlichen Genitaltrakts sind beispielsweise:

  • Blasenkrebs (Harnblasen-Karzinom, Urothel-Karzinom).
  • Nierenkrebs (Nieren-Karzinom).
  • Prostata-Krebs (Prostata-Karzinom).
  • Hodentumore.

Notfälle, die der Facharzt für Urologie versorgt, sind unter anderem:

  • Akute Stieldrehung des Hodens (Hodentorsion).
  • Harnverhalt (Anurie).
  • Nierenkoliken oder Harnleiterkoliken aufgrund eines Steinleidens (Urolithiasis).

Untersuchungen beim FA Urologie

Der Facharzt für Urologie kann neben einer ausführlichen urologischen und Sexual-Anamnese (Aufnahme der medizinisch relevanten Informationen und der Vorgeschichte des Patienten) noch viele spezielle Untersuchungen durchführen. Um deine Harnwege und dein Urogenitalsystem zu untersuchen, können zum Einsatz kommen:

  • Prostata-Krebs Früherkennungsuntersuchung: Das Screening auf Prostata-Krebs wird für alle Männer ab 45 Jahren jährlich angeboten. Der Urologe stellt dabei gezielte Fragen zu Beschwerden der Geschlechtsorgane oder Prostata, untersucht die Hoden und den Penis und tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Bei dieser digitalen rektalen Untersuchung, wie das Abtasten der Prostata mit dem Finger über den Enddarm auch genannt wird, kann der Facharzt für Urologie Veränderungen wie Vergrößerungen oder Verhärtungen der Prostata ertasten und weitere Diagnostik einleiten. Auf Wunsch des Patienten kann zusätzlich die Messung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut durchgeführt werden. Wann zum PSA-Test?
  • Sonografie: Der Ultraschall, wie die Sonografie oder Sonographie auch genannt wird, ist ein wichtiges Verfahren zur Darstellung der Harnwege und der Nieren. Mittels eines Schallkopfes und Ultraschallgel können die anatomischen Strukturen auf einem Bildschirm dargestellt werden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise ein Harnstau, Restharnbildungen in der Blase oder Erweiterungen des Nierenbeckens aufspüren. Auch zur Untersuchung einer Hodenschwellung kann ein Ultraschall beim Urologen durchgeführt werden.
  • Urindiagnostik: Durch die Beurteilung der Farbe, der Trübung und des Geruchs des Urins kann der Urologe erste Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen wie Infektionen oder Blutbeimengungen im Urin ziehen. Mittels Teststreifen, sogenannten U-Stix, kann die Zusammensetzung des Urins untersucht werden und getestet werden, ob zum Beispiel Glucose als Hinweis auf eine Zuckererkrankung (Diabetes mellitus), Albumin als Hinweis auf eine Nierenschädigung oder rote und weiße Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) als Entzündungszeichen vorhanden sind. Lies mehr zu Leukozyten in Blut und Urin. Mikroskopische oder bakteriologische Untersuchungen des Urinsediments, also der durch Zentrifugation der Urinprobe gewonnen festen Urinanteile, können weitere Indizien zum Beispiel für Infektionen liefern. Das Anlegen einer Urinkultur dient der Erregerdiagnostik bei Infektionen der Harnwege: Eine Urinprobe wird gemeinsam mit einer Nährlösung für Bakterien bebrütet, sodass ein mögliches Wachstum von Bakterien gefördert wird und eine Erregeridentifizierung bei vorhandenen Keimen möglich ist. Auch die Untersuchung des Urins auf das Vorkommen veränderter Zellen der Harnwegsschleimhaut (Urozytologie) ist Teil der Urindiagnostik.
  • Uroradiologie: Diese Röntgen-Untersuchungen der Niere und Harnwege können mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Bei der Kontrastmittel-Untersuchung, dem Urogramm, auch intravenöse Urographie genannt, wird dir Kontrastmittel über die Vene verabreicht. Die Ausscheidung des Kontrastmittels über deine Nieren und die Blase kann dann in Hinblick auf mögliche Urin-Abflussbehinderungen oder Harnleitersteine vom Urologen beurteilt werden. Die Zystographie dient der Darstellung der Harnblase. Dabei wird deine Harnblase über einen Blasenkatheter mit Kontrastmittel gefüllt und geröntgt. Du kannst auch dazu aufgefordert werden, nach Entfernung des Katheters Wasser zu lassen. So kann eine bewegte Röntgen-Aufnahme beim Wasserlassen getätigt werden kann. Diese Untersuchung gibt dem Urologen Aufschluss über den Ablauf des Wasserlassens (Miktion). Die Miktionszystourethrographie kann außerdem Hinweise liefern auf einen Reflux. So wird das Zurücklaufen des Urins aus deiner Blase in die Harnleiter in Richtung Niere bezeichnet. Bei der retrograden Urethrographie wird deine Harnröhre mit Kontrastmittel gefüllt und auf eventuelle Verengungen oder Veränderungen untersucht.
  • Urodynamische Untersuchung: Eine urodynamische Untersuchung kombiniert die Messung deines Harnstrahls (Uroflowmetrie) mit der Messung der unterschiedlichen Druckverhältnisse in deiner Blase (Zystometrie), der Muskelaktivität deines Blasenmuskels und der verschiedenen Blasen- und Harnröhrenschließmuskel. Mit der urodynamische Untersuchung können zum Beispiel Blasenentleerungsstörungen und verschiedene Formen der Inkontinenz untersucht werden. Während der Untersuchung wird deine Harnblase mittels eines Blasenkatheters mit Flüssigkeit gefüllt. Dabei werden die Druckverhältnisse in der Harnblase gemessen. Auch die Funktion der Schließmuskel kann aufgezeichnet werden. Danach wirst du aufgefordert zu urinieren. Hierbei können deine Harnflussrate und die Muskelaktivität deines Blasenmuskels gemessen werden und vom Urologen in Hinblick auf Kontinenzprobleme beurteilt werden.
  • Endoskopie/Zystoskopie/Ureterorenoskopie: Als Endoskopie werden Untersuchungs- und Operationsmethoden bezeichnet, bei denen das Innere deines Körpers beziehungsweise einzelne Organe von innen angeschaut werden können. Die Untersuchung erfolgt mit einem Endoskop. Ein Endoskop ist ein medizinisches Gerät, das einem dünnen Gummischlauch oder Metallrohr ähnelt und mit einer Lichtquelle, einer Kamera und einem Arbeitskanal ausgestattet ist. Die Endoskopie wird meist über einen natürlichen Zugangsweg wie zum Beispiel über deine Harnröhre oder deine Speiseröhre vorgenommen, erfolgt also ohne großen chirurgischen Eingriff. Bei der Zystoskopie, der endoskopischen Spiegelung deiner Blase, wird ein Endoskop (Zystoskop) über deine Harnröhre in deine Blase eingeführt. Dabei können deine Harnröhre und deine Blase von innen betrachtet werden. Veränderungen deiner Blasenschleimhaut oder Aussackungen deiner Blase können aufgespürt werden. Über den Arbeitskanal des Endoskops können Instrumente, wie zum Beispiel eine kleine Zange, in deine Blase eingeführt werden. So können Proben aus deiner Blasenschleimhaut entnommen werden. Auch kleine operative Eingriffe, wie beispielsweise das Abtragen eines Blasenpolyps, einer kleinen Wucherung der Schleimhaut, können über das Endoskop vorgenommen werden. Mithilfe des Endoskops können auch deine oberen Harnwege inklusive der Harnleiter untersucht werden (Ureterorenoskopie). Bei Vorliegen von Harnleitersteinen kann der Urologe über das Endoskop versuchen, die Steine zu entfernen und somit die Ursache von Harnleiterkoliken zu beseitigen. Weitere Infos zu Ablauf, Vorbereitung und Nachsorge einer Blasenspiegelung (Zystoskopie).
  • Ejakulatuntersuchung: In Fragen der Fruchtbarkeit und bei unerfülltem Kinderwunsch kann der Facharzt für Urologie die Untersuchung des Ejakulats und der männlichen Samenzellen (Spermien) vornehmen. Das wird als Spermiogramm bezeichnet. Die durch Masturbation gewonnene Ejakulatflüssigkeit wird dabei auf ihre Zusammensetzung, das Volumen, die Spermienkonzentration und die Spermienbeweglichkeit untersucht.

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Fachbezeichnungen

FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Ein bei docinsider registrierter Frauenarzt untersucht eine schwangere Frau, indem er ihren Babybauch abhört.
Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, auch Frauenarzt oder Gynäkologe genannt, beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Brust. Er ist Ansprechpartner für Verhütung und Familienplanung sowie für die Betreuung von Mutter und Kind in der der Schwangerschaft und bei der Geburtsvorbereitung.

Was ist ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, auch Gynäkologe oder Frauenarzt genannt, beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen des weiblichen Körpers. Dazu zählen insbesondere die weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Brust. Der Gynäkologe ist aber auch der richtige Ansprechpartner für die Betreuung und Begleitung schwangerer Frauen und des ungeborenen Kindes.

Der FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe kann in der Vorsorge und Behandlung von bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane tätig sein. Der Frauenarzt befasst sich mit dem Hormon-Haushalt der Frau. Der Gynäkologe ist Ansprechpartner, wenn es um Verhütung und Familienplanung geht und diagnostiziert und behandelt Erkrankungen wie zum Beispiel Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Im Arbeitsbereich der Geburtshilfe ist der Gynäkologe mit der Betreuung der Schwangerschaft betraut. Dazu zählen unter anderem die regelmäßigen Untersuchungen in und nach den Schwangerschaften, die Mutterschaftsvorsorge, die Behandlung und Erkennung von Risikoschwangerschaften und die Geburtsbegleitung oder geburtshilfliche Eingriffe wie der Kaiserschnitt (Sectio caesarea).

Ausbildung zum Gynäkologen

Die Ausbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium und den Erwerb der Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) voraus. An das Studium schließt sich eine in der Regel fünfjährige Weiterbildungszeit und ein Kurs zur Weiterbildung in der psychosomatischen Grundversorgung an, der die Behandlung von Patienten mit psychosomatischen Beschwerden und psychischen Krankheitsfolgen im Blick hat.

Im Anschluss an die Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie besteht die Möglichkeit einer weiteren, in der Regel jeweils dreijährigen Spezialisierung in folgenden Schwerpunkten (SP):

  • SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin.
  • SP Gynäkologische Onkologie.
  • SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Wo arbeitet ein Frauenarzt?

Ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kann sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich arbeiten. Ein Gynäkologe kann also in Krankenhäusern oder Universitätskliniken beschäftigt sein. Er kann aber ebenso als Facharzt in einer eigenen Praxis oder in Praxis-Zusammenschlüssen wie Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungs-/Gesundheitszentren arbeiten. Auch eine Anstellung in der medizinischen Forschung und Lehre ist für den Frauenarzt möglich.

Wann gehst du zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Einen Termin beim Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kannst du entweder mittels Überweisung vom Hausarzt oder beim Frauenarzt direkt vereinbaren. Bei folgenden Fragestellungen und geschlechtsspezifischen Beschwerden und Erkrankungen kann der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner sein:

  • Beschwerden im Intimbereich oder der Brust wie zum Beispiel Entzündungen der Scheide (Vaginitis), der Gebärmutter (Endometritis), Scheidenentzündungen durch Pilze (Candida-Mykose), Entzündungen oder Schmerzen der Brust (Mastitis oder Mastodynie).
  • Menstruations-Beschwerden und Zyklus-Beschwerden.

Auch wenn das Thema Verhütung, Familienplanung oder Schwangerschaft bei dir aktuell wird, kannst du einen Gynäkologen aufsuchen:

  • Beratung bezüglich der Familienplanung und Verhütung inklusive Verschreibung oder Einbringen von Verhütungsmitteln (Kontrazeptiva) wie zum Beispiel der Pille oder einer Hormon-Spirale.
  • Feststellung einer Schwangerschaft, Schwangerschaftsbetreuung, Schwangerschaftsuntersuchungen, Mutterschaftsvorsorge.
  • Probleme des Sexuallebens inklusive Sexualberatung durch den Frauenarzt.
  • Beratung und Diagnostik in Fragen der Sterilität beziehungsweise eines unerfüllten Kinderwunsches.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Frauenarztes ist die Krebs-Vorsorge. Daher werden ab einem bestimmten Alter gewisse Vorsorgetermine für alle Frauen empfohlen:

  • Ab dem 20. Lebensjahr: einmal im Jahr Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge.
  • Ab dem 30. Lebensjahr: zusätzlich jährliche Untersuchung der Brust.
  • Vom 50. bis 70. Lebensjahr: alle 2 Jahre röntgenologische Untersuchung der Brust (Mammografie).

Untersuchungen beim Frauenarzt

Beim Gynäkologen oder Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kommen neben der üblichen körperlichen Untersuchung noch weitere Untersuchungs- und Diagnoseverfahren zur Anwendung. Zum Beispiel:

  • Tastuntersuchung der Brust: Der Gynäkologe tastet das Drüsengewebe der Brust ab und sucht nach krankhaften Verhärtungen oder Veränderungen der Brust.
  • Mammografie: Die Mammografie ist eine Röntgen-Untersuchung der weiblichen Brust. Sie wird für Frauen zwischen dem 50. bis 70. Lebensjahr alle zwei Jahre als Brustkrebs-Screening empfohlen, kann aber auch beim Verdacht auf eine Veränderung des Drüsengewebes durchgeführt werden. In dieser röntgenologischen Untersuchung können gut- oder bösartige Veränderungen der Brustdrüsen frühzeitig aufgespürt werden.
  • Gynäkologische Tastuntersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl: Der Frauenarzt untersucht die Scheide (Vagina), den Muttermund (Cervix bzw. Portio uteri), die Gebärmutter (Uterus) sowie die Eierstöcke (Ovarien) und Eileiter (Tuba uteri) durch Abtasten durch die Bauchdecke und durch eine Tastuntersuchung durch die Scheide (vaginal) oder durch die Scheide und den Anus. Dabei können zum Beispiel Größenveränderungen oder druckschmerzhafte Bereiche der Organe aufgespürt werden.
  • Spekulumeinstellung auf dem gynäkologischen Stuhl: Mithilfe eines Untersuchungsinstrumentes, des Spekulums, kann der Frauenarzt die Scheidenwände, den Muttermund (Cervix bzw. Portio vaginalis) und auch die Beschaffenheit des Scheiden-Ausflusses (Vaginal-Sekret) einsehen und beurteilen. Die Spekulum-Untersuchung kann zum Beispiel zur Diagnostik einer Scheidenentzündung (Vaginitis) oder einer Veränderung am Gebärmutterhals helfen.
  • PAP-Abstrich: Mittels einer kleinen Bürste oder eines Spatels führt der Frauenarzt einen Abstrich vom Muttermund durch. Dabei entnimmt er eine Anzahl kleinster Zellen, die unter dem Mikroskop untersucht werden können. Der PAP-Abstrich ist Teil der routinemäßigen Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Unter dem Mikroskop können Veränderungen der Zellen beispielsweise aufgrund von Entzündungen mit Humanen Papillomviren (HPV) untersucht werden. Auch bösartige Veränderungen der Zellen können entdeckt werden.
  • Vaginaler Ultraschall: Beim vaginalen Ultraschall (Sonographie) wird ein Ultraschall-Kopf in die Scheide (Vagina) eingeführt. So können zum Beispiel die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die Eierstöcke (Ovarien), Eileiter (Tuben) und die Gebärmutterhöhle und die Gebärmutterwand sichtbar gemacht werden und auf Veränderungen untersucht werden. Durch die Sonografie kann auch eine Schwangerschaft festgestellt werden.
  • Kolposkopie: Unter Lupenvergrößerung mit einem Kolposkop kann der Gynäkologe die weiblichen Geschlechtsorgane wie die Scheide (Vagina) oder den Gebärmutterhals (Cervix bzw. Portio uteri) genau inspizieren und mithilfe bestimmter Testungen zum Beispiel entzündete oder veränderte Zellen darstellen und gegebenenfalls zur Zelluntersuchung entnehmen.
  • Hysteroskopie: Die Hysteroskopie wird auch Uterusspiegelung genannt. Über die Scheide (vaginal) wird hierbei ein Hysteroskop, ein gynäkologisches Instrument mit Videokamera und Lichtquelle, in die Gebärmutterhöhle geführt und die Gebärmutter mit Gas oder Kochsalz-Lösung etwas aufgedehnt. Auf einem Bildschirm kann der Frauenarzt dann die Gebärmutter von innen betrachten und nach Veränderungen suchen. Die Hysteroskopie kann auch mit einem operativen Eingriff kombiniert werden und daher auch in Narkose stattfinden. Eingesetzt wird die Hysteroskopie zum Beispiel, wenn im Ultraschall oder der Kolposkopie krankhafte Veränderungen aufgefallen sind, die weiter untersucht werden sollen.