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Fachbezeichnungen

FA Pathologie

Aufdocinsider.de registrierter Facharzt für Pathologie betrachtet einen Gewebeausstrich unter dem Mikroskop.
Der Facharzt für Pathologie untersucht unter anderem Gewebeproben. Er ist der „Detektiv“ unter den Ärzten und hilft Kollegen anderer Fachrichtungen bei Diagnosefindung und Therapieentwicklung.

Was ist ein Facharzt für Pathologie?

Der Facharzt für Pathologie wird auch Pathologe genannt. Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind es nicht die Toten, die Ermordeten und Opfer von Gewaltverbrechen, mit denen sich der Pathologe beschäftigt. Diese Aufgabe übernehmen Rechtsmediziner (Fachärzte für Rechtsmedizin) – sie sind mit der Aufklärung von Gewaltverbrechen, Morden und den aus dem Fernsehen bekannten Leichensektionen zur Klärung der forensischen Todesursache betraut. Zwar eröffnet auch der Pathologe Leichen, dies aber zur Ergründung medizinischer Zusammenhänge und Erkrankungen.

Der Facharzt für Pathologie befasst sich mit der Diagnostik, Früherkennung, Ursachenerforschung (Ätiologie) und Erklärung der Entstehung (Pathogenese) von Erkrankungen. Dabei arbeiten Pathologen eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen und sind sozusagen „Ratgeber“ und „Detektive“ zugleich. Als Querschnittsfach kommt die Pathologie mit nahezu allen Klinischen Disziplinen in Kontakt.

Pathologen sind diejenigen, die das Zell- und Probenmaterial untersuchen, das ärztliche Kollegen während verschiedenster Untersuchungen zur Diagnostik gewinnen. Ist dein Arzt sich nicht sicher, mit welcher Erkrankung er es zu tun hat, hilft häufig eine Probenentnahme weiter. Beispiele von Untersuchungsmethoden, bei denen Proben entnommen werden können, sind:

Der Pathologe ist also der Untersucher des Probenmaterials. Anhand von mikroskopischen Untersuchungen der Gewebeproben (histologische Untersuchungen) oder Zellproben (zytologische Untersuchungen) hilft er dem praktisch-tätigen Kollegen, eine Diagnose zu stellen oder zu bestätigen – manchmal sogar während einer Operation. Beim sogenannten Schnellschnitt gewinnen die Operateure noch während der laufenden Operation eine Gewebeprobe, lassen diese unverzüglich zum Facharzt für Pathologie transportieren, dieser untersucht die Probe und gibt den Chirurgen augenblicklich Rückmeldung, was seine Untersuchung ergeben hat. So können die Operateure noch während der Operation entscheiden, wie sie weiter vorgehen, ob beispielsweise die Entfernung des Tumors im Ganzen geglückt ist oder noch mehr Gewebe abgetragen werden muss.

Bekommt der Facharzt für Pathologie Probenmaterial zur Untersuchung zugesandt, kann er anhand einer Vielzahl von Untersuchungstechniken die Gewebeart und Gewebeveränderung bis ins kleinste Detail untersuchen, sogar bis auf ihre Erbsubstanz, ihre DNA (Desribonukleinsäure). Zum Beispiel können so der Ursprung und die Art einer Gewebewucherung identifiziert werden. Diese Informationen sind entscheidend für die Therapieauswahl und den Erfolg einer Krebs-Behandlung. Somit hat der Facharzt für Pathologie eine ganz entscheidende Rolle in der Erkennung einer Erkrankung und der weiteren Therapieplanung.

Um Gewebe und Zellen untersuchen zu können, beherrscht der Pathologe nicht nur zahlreiche Untersuchungsmethoden, sondern auch Techniken, mit denen er Mikroskopier-Präparate herstellt, einfärbt und Besonderheiten sichtbar machen kann.

Leichenobduktionen von zumeist im Krankenhaus verstorbenen Personen führt der Pathologe ebenfalls durch. Diese dienen oftmals der Klärung der Todesursache, medizinischer Vorgänge oder beispielsweise dem Nachweis einer Erbkrankheit. Zur Obduktionstätigkeit zählen Kenntnisse in der Leichenkonservierung, ein umfangreiches Wissen der Anatomie (Lehre vom Aufbau und der Struktur des Körpers).

Ausbildung zum Facharzt für Pathologie

Die Weiterbildung zum Facharzt für Pathologie kann im Anschluss an ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Erwerb der Erlaubnis zur Ausübung des Arzt-Berufes (Approbation) absolviert werden. Die Weiterbildungszeit umfasst 72 Monate. Davon können 12 Monate einer Tätigkeit in anderen medizinischen Disziplinen der unmittelbaren Patientenversorgung angerechnet werden.

Wo arbeitet ein Facharzt für Pathologie?

Ein Facharzt für Pathologie kann als Pathologe an Krankenhäusern oder Hochschulkliniken angestellt sein. Dort arbeitet er nicht in der direkten Patientenversorgung, sondern im Institut beziehungsweise Fachbereich für Pathologie und hat dort seine eigenen Laborräume und Arbeitsbereiche inklusive Obduktionssaal zur Verfügung. Einer Forschungs- oder Lehrtätigkeit kann der Pathologe außerdem zum Beispiel an Universitäten oder medizinischen Fakultäten nachgehen. Auch die Arbeit an pathologischen oder rechtsmedizinischen Instituten stellt eine Berufsperspektive für Pathologen dar.

Wann gehst du zum Pathologen?

Der Facharzt für Pathologie ist kein klassisch, praktizierender Arzt der unmittelbaren Patientenversorgung. Der Pathologe untersucht keinen Patienten an sich, sondern Zell- oder Gewebeproben von lebenden oder toten Patienten.

Typische Anlässe, bei denen Ärzte anderer Fachdisziplinen die Fähigkeiten eines Pathologen zu Rate ziehen, sind zum Beispiel:

  • Verbirgt sich hinter einer gefundenen Veränderung Krebs? Untersuchung einer Gewebeprobe aus einer unklaren Veränderung vor dem Hintergrund einer möglichen Krebserkrankung, z.B. Darm-Polypen nach einer beim Gastroenterologen durchgeführten Darmspiegelung (Koloskopie). Oder Untersuchung von Lungenknötchen nach einer Bronchoskopie beim Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie. Sowie Untersuchungen veränderter Blasenschleimhaut nach einer Blasenspiegelung (Zystoskopie).
  • Um welche Krebsart handelt es sich? Genaue Untersuchungen eines Krebs-Geschwüres auf die Krebsart, den Gewebeursprung, die Größe des Tumors, das Tumorstadium und auf mögliche molekulare Besonderheiten der Zellen zum Zwecke der Auswahl der möglichst besten Therapie.
  • Untersuchung des Probenmaterials bei einer unklaren Gewebeveränderung und ungeklärter Diagnose, zum Beispiel einer Hautveränderung in Hinblick auf den Entstehungsmechanismus, Auslöser und Diagnose.
  • Routine-Diagnostik: Untersuchung eines gynäkologischen Abstrichs vom Muttermund (Cervix, PAP-Abstrich) in der Krebs-Früherkennung von Frauen.
  • Obduktionstätigkeit: Leicheneröffnungen an Krankenhäusern bei medizinisch unklarer Todesursache oder zur Aufklärung von Erbkrankheiten.

Untersuchungen beim Facharzt für Pathologie

In der Untersuchung von Gewebe wendet der Facharzt für Pathologie unterschiedliche Methoden an:

  • Histopathologische Untersuchung / Mikroskopie: Als Histologie wird die Gewebelehre und Lehre von Gewebe- und Zellverbänden verstanden. Zur Untersuchung einer krankhaften Veränderung eines Gewebe- oder Zellverbandes muss der Pathologe zunächst ein Mikroskopier-Präparat anfertigen. Dazu fixiert er einen feinen Gewebeschnitt auf einem Objektträger, einem kleinen, flachen Glas, das später in das Mikroskop eingespannt werden kann. Mögliche Färbemethoden können ihm helfen, das Gewebe anzufärben und Besonderheiten, die er erwartet, hervorzuheben. Bei der Betrachtung des Präparates unter dem Mikroskop wendet er seine umfangreichen Kenntnisse über die Strukturen und Gewebebesonderheiten der jeweiligen Probe an und vergleicht das „Ideal“ mit dem, was er unter dem Mikroskop sieht.
  • Zytodiagnostik: Die Zytodiagnostik umfasst mikroskopische Untersuchungen von einzelnen Zellen und Zellveränderungen. Zur zytologischen Diagnostik zählt auch die Untersuchung des sogenannten PAP-Abstrichs zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt. Untersuchungen beim FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Material für die zytologische Diagnostik können oftmals aus Flüssigkeiten oder Abstrichen entnommen, die zum Beispiel mithilfe von Nadel-Punktionen gewonnen werden konnten, sodass keine „blutige“ Gewebeentnahme notwendig ist.
  • Besondere Färbe- und Untersuchungsmethoden der Mikroskopie-Präparate: Histochemie und Immunhistochemie: Um ein besonderes Augenmerk auf biochemische Prozesse und Bestandteile von Zellen und Geweben zu legen, kann der Facharzt für Pathologie bestimmte Methoden der Histochemie und Immunhistochemie einsetzen. Dabei nutzt er seine Kenntnis über spezielle biochemische Eigenschaften der Strukturen aus und lässt sie dadurch zum Beispiel mithilfe von immunologischen Färbemethoden unter dem Mikroskop farblich sichtbar werden. Licht- und Fluoreszenzmikroskopie: Die Verwendung von fluoreszierenden Farbstoffen und die Betrachtung unter einem speziellen Mikroskop nennt sich Fluoreszenzmikroskopie. Molekularpathologische Untersuchungen: In bestimmten Fragestellungen ist es für die Diagnostik und Therapie der Erkrankung wichtig, ausschlaggebende Veränderungen des Erbguts (DNA, Desoxyribonukleinsäure) der Zellen zu erkennen. Untersuchungen des Erbguts von Zellen und Geweben finden zum Beispiel in Tumor-Diagnostik und Therapie-Auswahl oder zum Erregernachweis bei Infektionskrankheiten Anwendung.
  • Schnellschnittdiagnostik: Bei der Schnellschnittdiagnostik untersucht der Facharzt für Pathologie Gewebeproben, die Operateure während einer laufenden Operation gewinnen. Während die Chirurgen noch im OP-Saal am OP-Tisch stehen, untersucht der Pathologe bereits die Probe und gibt Rückmeldung, was seine Untersuchung ergeben hat. So können die Operateure noch während der Operation entscheiden, wie sie weiter vorgehen und was es mit der Gewebeveränderung auf sich hat.
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Impfungen

HPV-Impfung

Humane Papillomviren, kurz HPV, können auch Hautwarzen und Genitalwarzen hervorrufen.
Eine Impfung gegen Humane Papillomviren, kurz HPV, kann die Vorsorgeuntersuchungen zum Erkennen von Gebärmutterhalskrebs nicht ersetzen.

Was ist HPV?

HPV steht für Humane Papillomviren. Dabei handelt es sich um weltweit vorkommende Viren, die von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Die Ansteckung mit HPV kann durch sehr nahen direkten Körperkontakt, über Schmierinfektionen oder bei der Geburt von der Mutter auf den Säugling erfolgen. Der Großteil der Übertragungen von HPV erfolgt allerdings auf dem sexuellen Weg. Damit stellen HPV-Infektionen eine der häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen dar.

Die meisten Infektionen mit HPV verlaufen ohne Symptome (asymptomatisch). Jedoch kann HPV auch Auslöser von Hautveränderungen wie Warzen (Verrucae) und genitalen Feigwarzen (Condylomata acuminata) sein sowie ein Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Insgesamt existieren über 200 verschiedene Typen der Humanen Papillomviren. Unterschiedliche Virus-Typen können unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen.

Zum Schutz gegen eine sexuelle Übertragung der Humanen Papillomviren empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) die HPV-Impfung sowie die Verwendung von Kondomen.

HPV: Hautwarzen und genitale Infektionen

Die HPV-Typen 1 bis 4 sind für Warzen (Verrucae), also gutartige Wucherungen der Haut, im Gesicht, an den Händen, an den Füßen oder an der Fußsohle verantwortlich.

Die auslösenden Viren von genitalen HPV-Infektionen werden entsprechend ihrer Eigenschaft, Krebs-Erkrankungen auslösen zu können, in High-Risk-Typen (hohes Risiko) und Low-Risk-Typen (geringes Risiko) unterteilt. High-Risk und Low-Risk beschreibt also die Wahrscheinlichkeit, mit der unbehandelte HPV-Infektionen zur Entstehung von Krebsgeschwüren an den Infektionsstellen führen können. Genitale HPV-Infektionen verlaufen hauptsächlich ohne Symptome. Dennoch treten auch symptomatische Infektionen mit Feigwarzen (Condylomata acuminata) oder bösartigen Erkrankungen auf.

  • Infektionen mit den HPV-Typen 6 und 11 (Low-Risk-Typen) können Auslöser von Genitalwarzen bzw. Feigwarzen (Condylomata acuminata) sein. Das sind kleine, knötchenartige Veränderungen der Haut. Zu Beginn treten die Feigwarzen (manchmal in Kombination mit Juckreiz) einzeln auf, im Verlauf breiten sich die Feigwarzen flächenhafter aus und werden dann oft aus kosmetischen Gründen als störend empfunden. Die Gefahr der Krebsentstehung durch die Virus-Infektion ist bei diesen Virus-Typen in der Regel gering.
  • Die Humanen Papillomviren Typ 16, 18 (sowie 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 ) werden als High-Risk-Typen bezeichnet. Sie können Veränderungen der infizierten Zellen hervorrufen, die potentiell in ein Karzinom, also ein bösartiges Geschwulst übergehen können. Diese Veränderungen treten zumeist ohne Symptome auf. Es kann zum Beispiel zu sogenannten Condylomata plana kommen. Das sind flache weißlich-bräunliche Knötchen der Haut. Zell-Veränderungen zum Beispiel am Gebärmutter-Hals (Cervix uteri) verlaufen ohne bemerkbare Symptome und fallen in der Regel nur durch den Krebsvorsorge-Abstrich (PAP-Abstrich) beim Frauenarzt auf. Generell spielen die High-Risk-HPV-Typen eine Rolle in der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, Vulva- und Scheidenkrebs, Analtumoren, Penistumoren und Tumoren im Kopf-Hals-Bereich also zum Beispiel dem Kehlkopf und Rachen.

Übertragung von HPV

Die meisten HPV-Übertragungen beim Erwachsenen geschehen über den sexuellen Weg beim vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr. Über kleinste Verletzungen in deiner Haut oder Schleimhaut können die Humanen Papillomviren in deinen Körper gelangen. Humane Papillomviren können außerdem, je nach Sexualpraktik, in die Mundhöhle und den Rachen gelangen.

Die Dauer zwischen der Ansteckung mit HPV und den ersten Hautveränderungen kann zwischen zwei Wochen bis acht Monaten betragen. Zwischen einer HPV-Infektion und der Entstehung einer Krebs-Erkrankung können Jahre bis Jahrzehnte vergehen.

HPV: Infektionsverlauf

Humanen Papillomviren haben eine ganz besondere Eigenschaft. HPV kann bis zu Jahre in deinen Zellen überleben bzw. ruhen, ohne dass du etwas davon merkst. Jahre später können die Viren dann zum Auslöser einer Zell-Entartung werden und eine Krebserkrankung hervorrufen.

Es bestehen generell drei Möglichkeiten, wie eine HPV-Infektion verlaufen kann:

  • Transient, subklinisch: Die HPV-Infektion tritt ohne Symptome auf (asymptomatisch, subklinisch) und besteht für einen gewissen Zeitraum. Dein Körper bekämpft in dieser Zeit die HPV-Infektion erfolgreich und eliminiert das Virus. Die Infektion heilt in der Regel ohne Folgen ab.
  • Symptomatisch, Rückbildung: Die HPV-Infektion fällt durch Feigwarzen (Kondylome) auf. Dein Körper bekämpft die Viren. Eine spontane Abheilung ist möglich.
  • Persistierend: Nach einer symptomatischen oder asymptomatischen Infektion mit HPV bleibt das Virus in den sogenannten Basalzellen. Es ruht dort. Über bis zu 30 Jahre hinweg kann die HPV-Infektion zur Veränderung der Zellen führen und damit zu Vorstufen von Krebserkrankungen. Schließlich kann es zur Ausbildung eines Krebsgeschwürs kommen, zum Beispiel am Gebärmutter-Hals (Cervix uteri), in der Scheide (Vagina), an dem Schamlippen (Vulva), an Anus und am Penis.

HPV-Impfung: Wann impfen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die Impfung gegen HPV für alle Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren. Das Impfschema zur Grundimmunisierung umfasst zwei Impfdosen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Weitere Infos zur Grundimmunisierung.

Die Impfung gegen HPV kann keinen Schutz mehr vor dem Virus bieten, wenn bereits eine stumme Infektion (ohne Symptome) mit diesem Virus vorliegt. Daher sollte die HPV-Impfung, wenn möglich, noch vor dem ersten Sexualkontakt vollständig durchgeführt werden. Für eine frühe HPV-Impfung spricht auch die stärkere Antwort des Immunsystems im jüngeren Alter.

Doch auch nach dem ersten Geschlechtsverkehr kann eine HPV-Impfung noch sinnvoll sein. Denn die HPV-Impfung kann dich selbst im Falle einer bereits erfolgten Ansteckung mit einem bestimmten Virus-Typen weiterhin gegen andere in der Impfung-enthaltene HPV-Typen schützen.

HPV-Impfung: Wann nicht impfen?

Die HPV-Impfung solltest du nicht durchführen lassen, wenn du zum Impftermin an einer schweren Erkrankung leidest. Behandlungsbedürftige Erkrankungen und Erkrankungen mit Fieber über 38,5°C sollten vor der HPV-Impfung auskuriert werden. Sprich mit deinem Arzt.

Wenn du Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Impfstoff-Bestandteile hast, sprich dieses Thema bitte bei deinem Arzt an. Gemeinsam könnt ihr dann Nutzen und Risiken der HPV-Impfung abwägen und eine Entscheidung bezüglich der HPV-Impfung treffen.

HPV-Impfung trotz Erkältung? Schnupfen, Husten und leichtes Fieber bis 38,5°C sind in der Regel keine Gründe, um eine Impfung zu verschieben.

HPV-Impfung: Welche Arten gibt es?

Gegen Erkrankungen durch HPV kann dich eine aktive HPV-Impfung schützen. Bei den HPV-Impfstoffen handelt es sich um Totimpfstoffe. Sie enthalten Humanes Papillomvirus-ähnliche Partikel. Weitere Infos zur Zusammensetzung und Wirkung von Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Die aktive HPV-Immunisierung wird mit einem Totimpfstoff als intramuskuläre Injektion, also mittels eines Pieks in den Muskel durchgeführt. Die in dem Impfstoff enthaltenen Virus-ähnlichen Partikel lösen einen „Trainingseffekt“ in deinem Körper aus: Dein Immunsystem trainiert, die Viren anhand ihrer Oberflächen-Struktur zu erkennen und Abwehrmechanismen auszubilden. Durch die Impfung lernt dein Körper also die Erreger frühzeitig zu erkennen und kann im Falle eines Kontakts zum Erreger auf „trainierte“ Abwehrstrategien wie Antikörper zurückgreifen. Dadurch kann der Erreger frühzeitig eliminiert werden. Weieter Infos zu aktiven und passiven Impfungen.

Zur aktiven HPV-Impfung stehen in Deutschland derzeit zwei unterschiedliche Impfstoffe bereit: ein zweivalenter Impfstoff und ein neunvalenter Impfstoff.

  • Der zweivalente Impfstoff enthält HPV-ähnliche Partikel, die den beiden High-Risk-HPV-Typen 16 und 18 ähneln. Auf diese Weise soll dieser Impfstoff gegen die Entstehung von bösartigen Tumoren durch HPV 16 und HPV 18 schützen.
  • Der neunvalente Impfstoff schützt durch die enthaltenen Virus-ähnlichen Partikel gegen neun HPV-Typen (High-Risk-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 52, 58 und Low-Risk-Typen 6, 11). Eine Impfung mit dem neunvalenten HPV-Impfstoff kann also vor der Krebsentstehung durch HPV und vor Genitalwaren (Feigwarzen, Condylomata acuminata) schützen.

Trotz des Schutzes, den die HPV-Impfung gegen Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs bieten soll, sollten geimpfte Mädchen dennoch nicht auf die empfohlenen jährlichen Vorsorge-Termine beim Frauenarzt verzichten. Denn für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses (Cervix-Karzinom) gibt es neben den Humanen Papillomviren weitere Risikofaktoren, sodass eine HPV-Impfung die Vorsorge-Untersuchungen nicht ersetzen kann.

HPV-Impfung: Wann auffrischen?

Zurzeit empfiehlt das Robert-Koch-Institut keine Auffrischung der Impfung gegen Humane Papillomviren. Da seit Einführung der Impfung jedoch erst eine relativ kurze Zeit vergangen ist, liegen bislang kaum Daten zur Schutzdauer vor. Aktuell wird von einem langen, wenn nicht lebenslangen Impfschutz durch die HPV-Impfung ausgegangen.

Was sind Auffrischungsimpfungen?

Kann die Grundimmunisierung gegen HPV nachgeholt werden?

Eine Grundimmunisierung gegen HPV kann nachgeholt werden. Ist die Grundimmunisierung im Alter von neun bis 14 Jahren nicht erfolgt, kannst du sie bis zum Alter von 17 Jahren nachholen.

Impfschemata von Nachholimpfungen unterscheiden sich von den regulären Impfschemata. Daher sind bei der HPV-Nachholimpfung gegebenenfalls drei Impfstoffdosen notwendig. Am besten fragst du diesbezüglich deinen Arzt. Dann könnt ihr gemeinsam planen, wie viele Impfungen du in welchen Zeitabständen bekommst.

Generell ist eine Nachhol-Impfung für HPV nur sinnvoll, wenn es vor der Impfung noch nicht zu einer HPV-Infektion gekommen ist. Daher wird empfohlen, die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt durchführen zu lassen. Eine Impfung kann auch für Frauen und Männer über 17 Jahren je nach Sexualverhalten erwogen werden. Abhängig davon, wie viele Sexualpartner eine Person bereits hatte und in Abwägung des Risikos einer eventuell bereits erfolgten HPV-Ansteckung, kann die Impfung auch bei Personen über 17 Jahren Schutz bieten. Im Voraus solltest du allerdings mit deiner Krankenkasse Rücksprache halten. Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine HPV-Impfung nach dem 17. Lebensjahr.

HPV-Impfung: Nebenwirkungen

Nach einer HPV-Impfung können Allgemeinreaktionen und übliche Impfreaktionen auftreten. Dazu zählen zum Beispiel Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Temperaturerhöhungen, Übelkeit und Lymphknotenschwellungen. In der Regel klingen diese Symptome nach maximal drei Tagen ab. Sie sind ein Zeichen dafür, dass dein Körper sich mit der HPV-Impfung auseinandersetzt und dein Immunsystem in Aktion tritt.

Auch lokale Reaktionen an der Einstichstelle können auftreten. Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an der Injektionsstelle können wenige Tage anhalten. Diese Reaktionen sind in der Regel harmlos und Antworten deines Körpers auf den Pieks.

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Fachbezeichnungen

FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Ein bei docinsider registrierter Frauenarzt untersucht eine schwangere Frau, indem er ihren Babybauch abhört.
Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, auch Frauenarzt oder Gynäkologe genannt, beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Brust. Er ist Ansprechpartner für Verhütung und Familienplanung sowie für die Betreuung von Mutter und Kind in der der Schwangerschaft und bei der Geburtsvorbereitung.

Was ist ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, auch Gynäkologe oder Frauenarzt genannt, beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischen Erkrankungen des weiblichen Körpers. Dazu zählen insbesondere die weiblichen Geschlechtsorgane inklusive der Brust. Der Gynäkologe ist aber auch der richtige Ansprechpartner für die Betreuung und Begleitung schwangerer Frauen und des ungeborenen Kindes.

Der FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe kann in der Vorsorge und Behandlung von bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane tätig sein. Der Frauenarzt befasst sich mit dem Hormon-Haushalt der Frau. Der Gynäkologe ist Ansprechpartner, wenn es um Verhütung und Familienplanung geht und diagnostiziert und behandelt Erkrankungen wie zum Beispiel Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane.

Im Arbeitsbereich der Geburtshilfe ist der Gynäkologe mit der Betreuung der Schwangerschaft betraut. Dazu zählen unter anderem die regelmäßigen Untersuchungen in und nach den Schwangerschaften, die Mutterschaftsvorsorge, die Behandlung und Erkennung von Risikoschwangerschaften und die Geburtsbegleitung oder geburtshilfliche Eingriffe wie der Kaiserschnitt (Sectio caesarea).

Ausbildung zum Gynäkologen

Die Ausbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium und den Erwerb der Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) voraus. An das Studium schließt sich eine in der Regel fünfjährige Weiterbildungszeit und ein Kurs zur Weiterbildung in der psychosomatischen Grundversorgung an, der die Behandlung von Patienten mit psychosomatischen Beschwerden und psychischen Krankheitsfolgen im Blick hat.

Im Anschluss an die Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie besteht die Möglichkeit einer weiteren, in der Regel jeweils dreijährigen Spezialisierung in folgenden Schwerpunkten (SP):

  • SP Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin.
  • SP Gynäkologische Onkologie.
  • SP Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Wo arbeitet ein Frauenarzt?

Ein Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kann sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich arbeiten. Ein Gynäkologe kann also in Krankenhäusern oder Universitätskliniken beschäftigt sein. Er kann aber ebenso als Facharzt in einer eigenen Praxis oder in Praxis-Zusammenschlüssen wie Gemeinschaftspraxen oder Medizinischen Versorgungs-/Gesundheitszentren arbeiten. Auch eine Anstellung in der medizinischen Forschung und Lehre ist für den Frauenarzt möglich.

Wann gehst du zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Einen Termin beim Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kannst du entweder mittels Überweisung vom Hausarzt oder beim Frauenarzt direkt vereinbaren. Bei folgenden Fragestellungen und geschlechtsspezifischen Beschwerden und Erkrankungen kann der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner sein:

  • Beschwerden im Intimbereich oder der Brust wie zum Beispiel Entzündungen der Scheide (Vaginitis), der Gebärmutter (Endometritis), Scheidenentzündungen durch Pilze (Candida-Mykose), Entzündungen oder Schmerzen der Brust (Mastitis oder Mastodynie).
  • Menstruations-Beschwerden und Zyklus-Beschwerden.

Auch wenn das Thema Verhütung, Familienplanung oder Schwangerschaft bei dir aktuell wird, kannst du einen Gynäkologen aufsuchen:

  • Beratung bezüglich der Familienplanung und Verhütung inklusive Verschreibung oder Einbringen von Verhütungsmitteln (Kontrazeptiva) wie zum Beispiel der Pille oder einer Hormon-Spirale.
  • Feststellung einer Schwangerschaft, Schwangerschaftsbetreuung, Schwangerschaftsuntersuchungen, Mutterschaftsvorsorge.
  • Probleme des Sexuallebens inklusive Sexualberatung durch den Frauenarzt.
  • Beratung und Diagnostik in Fragen der Sterilität beziehungsweise eines unerfüllten Kinderwunsches.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Frauenarztes ist die Krebs-Vorsorge. Daher werden ab einem bestimmten Alter gewisse Vorsorgetermine für alle Frauen empfohlen:

  • Ab dem 20. Lebensjahr: einmal im Jahr Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge.
  • Ab dem 30. Lebensjahr: zusätzlich jährliche Untersuchung der Brust.
  • Vom 50. bis 70. Lebensjahr: alle 2 Jahre röntgenologische Untersuchung der Brust (Mammografie).

Untersuchungen beim Frauenarzt

Beim Gynäkologen oder Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe kommen neben der üblichen körperlichen Untersuchung noch weitere Untersuchungs- und Diagnoseverfahren zur Anwendung. Zum Beispiel:

  • Tastuntersuchung der Brust: Der Gynäkologe tastet das Drüsengewebe der Brust ab und sucht nach krankhaften Verhärtungen oder Veränderungen der Brust.
  • Mammografie: Die Mammografie ist eine Röntgen-Untersuchung der weiblichen Brust. Sie wird für Frauen zwischen dem 50. bis 70. Lebensjahr alle zwei Jahre als Brustkrebs-Screening empfohlen, kann aber auch beim Verdacht auf eine Veränderung des Drüsengewebes durchgeführt werden. In dieser röntgenologischen Untersuchung können gut- oder bösartige Veränderungen der Brustdrüsen frühzeitig aufgespürt werden.
  • Gynäkologische Tastuntersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl: Der Frauenarzt untersucht die Scheide (Vagina), den Muttermund (Cervix bzw. Portio uteri), die Gebärmutter (Uterus) sowie die Eierstöcke (Ovarien) und Eileiter (Tuba uteri) durch Abtasten durch die Bauchdecke und durch eine Tastuntersuchung durch die Scheide (vaginal) oder durch die Scheide und den Anus. Dabei können zum Beispiel Größenveränderungen oder druckschmerzhafte Bereiche der Organe aufgespürt werden.
  • Spekulumeinstellung auf dem gynäkologischen Stuhl: Mithilfe eines Untersuchungsinstrumentes, des Spekulums, kann der Frauenarzt die Scheidenwände, den Muttermund (Cervix bzw. Portio vaginalis) und auch die Beschaffenheit des Scheiden-Ausflusses (Vaginal-Sekret) einsehen und beurteilen. Die Spekulum-Untersuchung kann zum Beispiel zur Diagnostik einer Scheidenentzündung (Vaginitis) oder einer Veränderung am Gebärmutterhals helfen.
  • PAP-Abstrich: Mittels einer kleinen Bürste oder eines Spatels führt der Frauenarzt einen Abstrich vom Muttermund durch. Dabei entnimmt er eine Anzahl kleinster Zellen, die unter dem Mikroskop untersucht werden können. Der PAP-Abstrich ist Teil der routinemäßigen Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge. Unter dem Mikroskop können Veränderungen der Zellen beispielsweise aufgrund von Entzündungen mit Humanen Papillomviren (HPV) untersucht werden. Auch bösartige Veränderungen der Zellen können entdeckt werden.
  • Vaginaler Ultraschall: Beim vaginalen Ultraschall (Sonographie) wird ein Ultraschall-Kopf in die Scheide (Vagina) eingeführt. So können zum Beispiel die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die Eierstöcke (Ovarien), Eileiter (Tuben) und die Gebärmutterhöhle und die Gebärmutterwand sichtbar gemacht werden und auf Veränderungen untersucht werden. Durch die Sonografie kann auch eine Schwangerschaft festgestellt werden.
  • Kolposkopie: Unter Lupenvergrößerung mit einem Kolposkop kann der Gynäkologe die weiblichen Geschlechtsorgane wie die Scheide (Vagina) oder den Gebärmutterhals (Cervix bzw. Portio uteri) genau inspizieren und mithilfe bestimmter Testungen zum Beispiel entzündete oder veränderte Zellen darstellen und gegebenenfalls zur Zelluntersuchung entnehmen.
  • Hysteroskopie: Die Hysteroskopie wird auch Uterusspiegelung genannt. Über die Scheide (vaginal) wird hierbei ein Hysteroskop, ein gynäkologisches Instrument mit Videokamera und Lichtquelle, in die Gebärmutterhöhle geführt und die Gebärmutter mit Gas oder Kochsalz-Lösung etwas aufgedehnt. Auf einem Bildschirm kann der Frauenarzt dann die Gebärmutter von innen betrachten und nach Veränderungen suchen. Die Hysteroskopie kann auch mit einem operativen Eingriff kombiniert werden und daher auch in Narkose stattfinden. Eingesetzt wird die Hysteroskopie zum Beispiel, wenn im Ultraschall oder der Kolposkopie krankhafte Veränderungen aufgefallen sind, die weiter untersucht werden sollen.