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Fachbezeichnungen

FA Urologie

Urologe erklärt jungem Mann mit Prostataleiden die Diagnose auf dem Tablet.
Ein Facharzt für Urologie befasst sich mit Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Harnwege inklusive der Besonderheiten des männlichen Urogenitalsystems und der weiblichen Harnorgane.

Was ist ein Facharzt für Urologie?

Der Facharzt für Urologie, kurz Urologe, ist keinesfalls nur ein „Männerarzt“. Zwar befasst sich der Facharzt für Urologie auch mit Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane inklusive der Prostata, der Hoden, des Penis sowie mit Funktionsstörungen der männlichen Sexualorgane wie der Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) und der Impotenz, doch sein Aufgabengebiet umfasst vieles mehr.

Neben Infektionen wie Blasenentzündung, Steinleiden in den Harnwegen (Urolithiasis) und Funktionsstörungen der ableitenden Harnwege bei Mann und Frau sind Themen wie Inkontinenz, Blasenentleerungsstörungen und bösartige Erkrankungen der Niere, Blase, des Hodens, des Penis und der Prostata zentrale Arbeitsbereiche des Urologen. Was tun bei Blasenentzündung?

In der Krebsvorsorge ist der Urologe ebenfalls tätig. Das Screening auf bösartige Erkrankungen der Prostata (Prostata-Karzinom) wird in Deutschland für alle Männer ab 45 Jahren jährlich angeboten. Es beinhaltet das Abtasten der männlichen Geschlechtsorgane inklusive der Prostata. Die Bestimmung des PSA-Werts im Blut zählt nicht zur regulären Krebs-Früherkennung, wird aber bei Bedarf durchgeführt. Normalwerte für PSA.

Auch operative und minimalinvasive, endoskopische Diagnostiken und Therapien zählen zum Tätigkeitsgebiet des Facharztes für Urologie. Dies beinhaltet zum Beispiel die Versorgung von Verletzungen der Harnwege, die Entfernung bösartiger Tumoren der Harnwege, die Behebung von Harnabflussstörungen durch Harnsteine (Urolithiasis) und die Sterilisation des Mannes.

Ausbildung zum Facharzt für Urologie

Die Ausbildung zum Facharzt für Urologie schließt sich an ein abgeschlossenes Medizinstudium und den Erwerb der Befugnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) an. Die Weiterbildung zum Urologen dauert in der Regel fünf Jahre. In dieser Zeit als Assistenzarzt lernt der angehende Urologe sein Tätigkeitsgebiet kennen und erwirbt die notwendigen Fähigkeiten zur Tätigkeit im Fachbereich der Urologie. Bis zu zwölf Monate der 60-monatigen Weiterbildungszeit können im ambulanten Bereich abgeleistet werden. Außerdem kann der Assistenzarzt bis zu zwölf Monate in der stationären Versorgung im Fachbereich der Chirurgie verbringen und diese Zeit auf seine Weiterbildungszeit anrechnen lassen.

Wo arbeitet ein Urologe?

Der Facharzt für Urologie kann sowohl im stationären Bereich, also in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken, als auch im ambulanten Bereich zum Beispiel in Facharztpraxen tätig sein. Ein Urologe kann auch ambulant in einer Facharztpraxis arbeiten und zusätzlich zu bestimmten Zeiten operativ an Kliniken tätig sein. Auf diese Weise kann der Facharzt für Urologie trotz ambulanter Niederlassung auch im operativen Teil seines Fachgebiets praktizieren. Eine Anstellung in der medizinischen Forschung und Lehre ist für den Facharzt für Urologie ebenfalls möglich.

Wann gehst du zum Urologen?

Einen Termin beim Urologen kannst du mit einer Überweisung von deinem Hausarzt bekommen. Du kannst den Facharzt für Urologie aber auch direkt, also ohne Überweisung, aufsuchen.

Dein richtiger Ansprechpartner ist der Facharzt für Urologie, wenn es um Entzündungen (Infektionen) der Harnwege geht. Dazu zählen zum Beispiel:

Blasensteine, Nierensteine oder Steine im Harnleiter können quälende Schmerzen verursachen. Bei diesen Steinleiden (Urolithiasis) hilft der Facharzt für Urologie weiter.

Dir sind Veränderungen deines Urins aufgefallen? Verfärbungen, Änderungen in der Urinmenge oder Trübungen deines Urins können Hinweise auf Erkrankungen sein oder ganz harmlose Ursachen haben. Der Facharzt für Urologie kann die Urin-Veränderungen abklären.

Wenn du Schwierigkeiten beim Wasserlassen hast, Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) oder deinen Urin nicht gut halten kannst, ist ein Besuch beim Urologen ratsam. Typische Beratungsanlässe sind:

  • Blasenentleerungsstörungen.
  • Probleme beim Wasserlassen zum Beispiel beim Mann im fortgeschrittenen Alter aufgrund einer Vergrößerung der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie).
  • Inkontinenz-Problematiken mit unkontrollierbarem Harnverlust.

Du bist männlich, älter als 45 Jahre und warst noch nie beim Urologen? Ab einem Alter von 45 Jahren bieten Fachärzte für Urologie ein Krebsfrüherkennungsprogramm an, das von der Krankenkasse bezahlt wird. Das sogenannte Prostatakrebs-Screening umfasst das Abtasten der Prostata und kann mittels weiterer Untersuchungsmethoden, die der Patient selbst zahlt, erweitert werden.

Auch bei Erektionsproblemen oder bei Fragen zur Fruchtbarkeit ist der Facharzt für Urologie der richtige Ansprechpartner. Dieses Teilgebiet der Urologie wird auch Andrologie (Männerheilkunde) genannt und umfasst beispielsweise:

  • Diagnostik und Behandlung von Erektionsstörungen wie der erektilen Dysfunktion.
  • Familienplanung und Sexualberatung des Mannes und des Paares.

Angeborene Fehlbildungen des Harntraktes oder durch Operationen-bedingte Veränderungen werden durch den Urologen betreut und beobachtet. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Versorgung eines Blasen-Dauerkatheters zur Urinableitung aus der Blase bei Kontinenzproblemen oder bei Personen mit Vorerkrankungen mit der Unfähigkeit des „normalen“ Wasserlassens.
  • Versorgung von alternativen Harnableitungen zum Beispiel nach Entfernung einer Niere oder der Blase.
  • Betreuung von Patienten mit angeborenen Harntrakt-Anomalien.

Auch angeborene Fehlbildungen und Probleme der männlichen Sexualorgane im Kindesalter behandelt der Urologe. Typische Beratungsanlässe sind:

  • Hodenhochstand beim Kind (Maldescensus testis) inklusive operativer Therapie.
  • Vorhautverengung (Phimose).
  • Leistenbruch (Leistenhernie) und Leistenhoden.
  • Krampfadern im Hodensack (Varikozele).

Der Urologe betreut und behandelt Patienten mit Krebs-Erkrankungen der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane. Von der operativen Therapie bis hin zur Strahlentherapie, Chemotherapie sowie der medikamentösen und hormonellen Therapie: der Urologe plant, koordiniert und führt die Therapie der Krebserkrankung durch. Bösartige Erkrankungen der Harnwege und des männlichen Genitaltrakts sind beispielsweise:

  • Blasenkrebs (Harnblasen-Karzinom, Urothel-Karzinom).
  • Nierenkrebs (Nieren-Karzinom).
  • Prostata-Krebs (Prostata-Karzinom).
  • Hodentumore.

Notfälle, die der Facharzt für Urologie versorgt, sind unter anderem:

  • Akute Stieldrehung des Hodens (Hodentorsion).
  • Harnverhalt (Anurie).
  • Nierenkoliken oder Harnleiterkoliken aufgrund eines Steinleidens (Urolithiasis).

Untersuchungen beim FA Urologie

Der Facharzt für Urologie kann neben einer ausführlichen urologischen und Sexual-Anamnese (Aufnahme der medizinisch relevanten Informationen und der Vorgeschichte des Patienten) noch viele spezielle Untersuchungen durchführen. Um deine Harnwege und dein Urogenitalsystem zu untersuchen, können zum Einsatz kommen:

  • Prostata-Krebs Früherkennungsuntersuchung: Das Screening auf Prostata-Krebs wird für alle Männer ab 45 Jahren jährlich angeboten. Der Urologe stellt dabei gezielte Fragen zu Beschwerden der Geschlechtsorgane oder Prostata, untersucht die Hoden und den Penis und tastet die Prostata vom Enddarm aus ab. Bei dieser digitalen rektalen Untersuchung, wie das Abtasten der Prostata mit dem Finger über den Enddarm auch genannt wird, kann der Facharzt für Urologie Veränderungen wie Vergrößerungen oder Verhärtungen der Prostata ertasten und weitere Diagnostik einleiten. Auf Wunsch des Patienten kann zusätzlich die Messung des Prostata-spezifischen Antigens (PSA) im Blut durchgeführt werden. Wann zum PSA-Test?
  • Sonografie: Der Ultraschall, wie die Sonografie oder Sonographie auch genannt wird, ist ein wichtiges Verfahren zur Darstellung der Harnwege und der Nieren. Mittels eines Schallkopfes und Ultraschallgel können die anatomischen Strukturen auf einem Bildschirm dargestellt werden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise ein Harnstau, Restharnbildungen in der Blase oder Erweiterungen des Nierenbeckens aufspüren. Auch zur Untersuchung einer Hodenschwellung kann ein Ultraschall beim Urologen durchgeführt werden.
  • Urindiagnostik: Durch die Beurteilung der Farbe, der Trübung und des Geruchs des Urins kann der Urologe erste Rückschlüsse auf mögliche Erkrankungen wie Infektionen oder Blutbeimengungen im Urin ziehen. Mittels Teststreifen, sogenannten U-Stix, kann die Zusammensetzung des Urins untersucht werden und getestet werden, ob zum Beispiel Glucose als Hinweis auf eine Zuckererkrankung (Diabetes mellitus), Albumin als Hinweis auf eine Nierenschädigung oder rote und weiße Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) als Entzündungszeichen vorhanden sind. Lies mehr zu Leukozyten in Blut und Urin. Mikroskopische oder bakteriologische Untersuchungen des Urinsediments, also der durch Zentrifugation der Urinprobe gewonnen festen Urinanteile, können weitere Indizien zum Beispiel für Infektionen liefern. Das Anlegen einer Urinkultur dient der Erregerdiagnostik bei Infektionen der Harnwege: Eine Urinprobe wird gemeinsam mit einer Nährlösung für Bakterien bebrütet, sodass ein mögliches Wachstum von Bakterien gefördert wird und eine Erregeridentifizierung bei vorhandenen Keimen möglich ist. Auch die Untersuchung des Urins auf das Vorkommen veränderter Zellen der Harnwegsschleimhaut (Urozytologie) ist Teil der Urindiagnostik.
  • Uroradiologie: Diese Röntgen-Untersuchungen der Niere und Harnwege können mit oder ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Bei der Kontrastmittel-Untersuchung, dem Urogramm, auch intravenöse Urographie genannt, wird dir Kontrastmittel über die Vene verabreicht. Die Ausscheidung des Kontrastmittels über deine Nieren und die Blase kann dann in Hinblick auf mögliche Urin-Abflussbehinderungen oder Harnleitersteine vom Urologen beurteilt werden. Die Zystographie dient der Darstellung der Harnblase. Dabei wird deine Harnblase über einen Blasenkatheter mit Kontrastmittel gefüllt und geröntgt. Du kannst auch dazu aufgefordert werden, nach Entfernung des Katheters Wasser zu lassen. So kann eine bewegte Röntgen-Aufnahme beim Wasserlassen getätigt werden kann. Diese Untersuchung gibt dem Urologen Aufschluss über den Ablauf des Wasserlassens (Miktion). Die Miktionszystourethrographie kann außerdem Hinweise liefern auf einen Reflux. So wird das Zurücklaufen des Urins aus deiner Blase in die Harnleiter in Richtung Niere bezeichnet. Bei der retrograden Urethrographie wird deine Harnröhre mit Kontrastmittel gefüllt und auf eventuelle Verengungen oder Veränderungen untersucht.
  • Urodynamische Untersuchung: Eine urodynamische Untersuchung kombiniert die Messung deines Harnstrahls (Uroflowmetrie) mit der Messung der unterschiedlichen Druckverhältnisse in deiner Blase (Zystometrie), der Muskelaktivität deines Blasenmuskels und der verschiedenen Blasen- und Harnröhrenschließmuskel. Mit der urodynamische Untersuchung können zum Beispiel Blasenentleerungsstörungen und verschiedene Formen der Inkontinenz untersucht werden. Während der Untersuchung wird deine Harnblase mittels eines Blasenkatheters mit Flüssigkeit gefüllt. Dabei werden die Druckverhältnisse in der Harnblase gemessen. Auch die Funktion der Schließmuskel kann aufgezeichnet werden. Danach wirst du aufgefordert zu urinieren. Hierbei können deine Harnflussrate und die Muskelaktivität deines Blasenmuskels gemessen werden und vom Urologen in Hinblick auf Kontinenzprobleme beurteilt werden.
  • Endoskopie/Zystoskopie/Ureterorenoskopie: Als Endoskopie werden Untersuchungs- und Operationsmethoden bezeichnet, bei denen das Innere deines Körpers beziehungsweise einzelne Organe von innen angeschaut werden können. Die Untersuchung erfolgt mit einem Endoskop. Ein Endoskop ist ein medizinisches Gerät, das einem dünnen Gummischlauch oder Metallrohr ähnelt und mit einer Lichtquelle, einer Kamera und einem Arbeitskanal ausgestattet ist. Die Endoskopie wird meist über einen natürlichen Zugangsweg wie zum Beispiel über deine Harnröhre oder deine Speiseröhre vorgenommen, erfolgt also ohne großen chirurgischen Eingriff. Bei der Zystoskopie, der endoskopischen Spiegelung deiner Blase, wird ein Endoskop (Zystoskop) über deine Harnröhre in deine Blase eingeführt. Dabei können deine Harnröhre und deine Blase von innen betrachtet werden. Veränderungen deiner Blasenschleimhaut oder Aussackungen deiner Blase können aufgespürt werden. Über den Arbeitskanal des Endoskops können Instrumente, wie zum Beispiel eine kleine Zange, in deine Blase eingeführt werden. So können Proben aus deiner Blasenschleimhaut entnommen werden. Auch kleine operative Eingriffe, wie beispielsweise das Abtragen eines Blasenpolyps, einer kleinen Wucherung der Schleimhaut, können über das Endoskop vorgenommen werden. Mithilfe des Endoskops können auch deine oberen Harnwege inklusive der Harnleiter untersucht werden (Ureterorenoskopie). Bei Vorliegen von Harnleitersteinen kann der Urologe über das Endoskop versuchen, die Steine zu entfernen und somit die Ursache von Harnleiterkoliken zu beseitigen. Weitere Infos zu Ablauf, Vorbereitung und Nachsorge einer Blasenspiegelung (Zystoskopie).
  • Ejakulatuntersuchung: In Fragen der Fruchtbarkeit und bei unerfülltem Kinderwunsch kann der Facharzt für Urologie die Untersuchung des Ejakulats und der männlichen Samenzellen (Spermien) vornehmen. Das wird als Spermiogramm bezeichnet. Die durch Masturbation gewonnene Ejakulatflüssigkeit wird dabei auf ihre Zusammensetzung, das Volumen, die Spermienkonzentration und die Spermienbeweglichkeit untersucht.

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Laborwerte

PSA: Prostata-spezifisches Antigen

Der PSA-Wert kann bei Verdacht auf eine Prostataentzündung bestimmt werden.
PSA ist die Abkürzung für prostataspezifisches Antigen. Die PSA-Konzentration wird im Blutserum gemessen und gibt Hinweise auf eine Entzündung oder Veränderung der Prostata.

Was bedeutet PSA?

Das Prostata-spezifische Antigen, kurz PSA, ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird. Es ist auch im Blut in sehr geringen Konzentrationen zu finden. PSA ist ein sogenannter Marker für Erkrankungen der Prostata. Als Marker wird medizinisch ein Erkennungszeichen bezeichnet. Bei sogenannten Tumormarkern handelt es sich um im Blut messbare Substanzen, die bei Tumorerkrankungen in erhöhter Konzentration auftreten können. Da erhöhte PSA-Werte aber nicht unbedingt ein Zeichen für einen bösartigen Prostatatumor (Prostatakarzinom) sein müssen, wird beim PSA-Wert oft auch von einem organspezifischen Marker gesprochen. Er gibt Hinweise darauf, dass mit der Prostata irgendetwas nicht stimmt.

PSA hilft Spermien bei der Fortbewegung

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine etwa kastanienförmige Drüse des Mannes. Sie umgibt einen inneren Anteil der Harnröhre und produziert etwa 30% der Samenflüssigkeit (Ejakulat). Die von der Prostata produzierte Flüssigkeit enthält wichtige Eiweiße für das Ejakulat. Die Aufgabe des Prostata-spezifische Antigens (PSA) ist, die Samenflüssigkeit dünnflüssig zu halten, sodass sich die Spermien nach der Ejakulation bis zur Eizelle fortbewegen können. PSA sorgt also, vereinfacht gesagt, für die nötige Gleitflüssigkeit.

Wann wird der PSA-Wert bestimmt?

Der PSA-Wert wird im Blutserum bestimmt. Er kann in der Vorsorge, Früherkennung und Nachsorge von Prostatakrebserkrankungen als Erkennungszeichen (Marker) dienen. Gemessen wird der PSA-Wert in der Regel auch zur Abklärung einer Prostata-Entzündung (Prostatitis) und einer Prostatavergrößerung.

Für alle Männer ab dem 45. Lebensjahr sieht das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland derzeit eine jährliche Untersuchung der Prostata im Rahmen der Prostatakrebsfrüherkennung vor. Dieses Früherkennungsprogramm, auch Screening genannt, umfasst eine körperliche Untersuchung inklusive einer Untersuchung der Geschlechtsorgane und der Abtastung der Prostata vom Enddarm aus.

Wenn deinem Arzt beim Abtasten der Prostata Veränderungen auffallen, kann er den PSA-Wert bestimmen lassen. Dann werden die Kosten in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Ansonsten ist der PSA-Test derzeit kein Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms.

Welche Rolle spielt der PSA-Wert in der Krebsfrüherkennung?

Der Nutzen der PSA-Bestimmung zur Krebsfrüherkennung ist umstritten. Deine Krankenkasse bezahlt die PSA-Bestimmung zur Vorsorge in der Regel nicht, außer du hast Prostata-Beschwerden oder deinem Arzt sind Veränderungen in der Tastuntersuchung aufgefallen.

Behalte bei einem erhöhten PSA-Wert unbedingt Ruhe.  Dieser eine erhöhte Messwert bedeutet nicht automatisch, dass du an Prostatakrebs erkrankt bist. Eine Erhöhung des PSA-Werts kann auch ein Hinweis auf eine Entzündung der Prostata sein. Intensives Radfahren oder Geschlechtsverkehr kurz vor der Werte-Abnahme können den PSA-Wert ebenfalls ansteigen lassen.

Sprich mit deinem Arzt, auch über deine Ängste. Eine wiederholte Bestimmung des PSA-Wertes oder bei Bedarf eine Gewebeentnahme aus der Prostata können der weiteren Abklärung dienen.

Normalwerte für PSA

Die Normalwerte für PSA werden in Nanogramm, das sind Milliardstel-Gramm, pro Milliliter (ng/ml) angegeben.

Die PSA-Grenzwerte ändern sich mit fortschreitendem Lebensalter. Keine Sorge, wenn dein PSA-Wert von den hier angegebenen Werten abweicht. Je nach Labor und verwendeten Messgeräten liegen andere Normalwerte zugrunde.  Dein Arzt erklärt dir den Laborbericht gerne.

Altersgruppe Grenzwert
40-49 Jahre <2,5 ng/ml
50-59 Jahre <3,5 ng/ml
60-69 Jahre <4,5 ng/ml
70-79 Jahre < 5,4 ng/ml

 

Als altersunabhängiger Durchschnittswert wird ein PSA-Wert von 4,0 ng/ml angegeben.

Was bedeutet es, wenn dein PSA-Wert erhöht ist?

Keine Sorge: Erhöhte PSA-Werte deuten nicht automatisch auf eine Krebserkrankung hin. Eine Erhöhung des PSA-Werts kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der Prostata sein. Beispielsweise:

  • Entzündungen der Prostata (Prostatitis).
  • Gutartige Veränderungen der Prostata (Prostata-Adenome).
  • Vergrößerungen der Prostata (Benigne Prostatahyperplasie).

Weitere Ursachen, die zu erhöhten PSA-Werten führen können:

  • Harnwegsinfektionen.
  • Tastuntersuchungen der Prostata im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen.
  • Ausgiebiges Radfahren kurz vor dem PSA-Test.
  • Geschlechtsverkehr vor dem PSA-Test.

Wenn dein PSA-Wert über längere Zeit (Wochen) erhöht bleibt oder ansteigt, kann dein Arzt weitere Untersuchungen der Prostata in die Wege leiten oder auf speziellere Untersuchungen des PSA-Werts zurück greifen. PSA gibt es in unterschiedlichen Formen im Blut: in freier Form und in gebundener Form. Spezielle Messungen untersuchen das Verhältnis von den verschiedenen PSA-Formen zueinander und deren Verhältnis zum Gesamt-PSA. Das kann deinem Arzt bei der Suche nach den Ursachen der erhöhten PSA-Werte helfen.

Was bedeutet es, wenn dein PSA-Wert erniedrigt ist?

Zu niedrige PSA-Werte haben keine Bedeutung.  Nach der Behandlung eines Prostatakrebses können niedrigere PSA-Werte (im Vergleich zu den Werten vor der Behandlung) ein gutes Zeichen dafür sein, dass die Behandlung angeschlagen hat.

Was kannst du bei abweichenden PSA-Werten selbst tun?

Du kannst den PSA-Wert selbst nicht beeinflussen. Doch du kannst darauf achten, vor dem Bluttest mögliche Störfaktoren auszuschalten. Das heißt, auch wenn’s schwer fällt: kein intensives Radfahren und keinen Geschlechtsverkehr kurz vor dem Test. Bitte sei ehrlich zu deinem Arzt und frag ihn alles, was du wissen möchtest.

Urologen in deiner Nähe findest du auf unserer Arzt-Suche. Wann du zum Facharzt für Urologie gehen solltest und welche Untersuchungen dich dort erwarten können, liest du in unserer Facharzt-Beschreibung: Was macht ein Urologe?