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Schilddrüsenunterfunktion

Frau mit Schilddrüsenunterfunktion tastet ihre Halsregion zwischen Adamsapfel und Schüsselbein ab.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zeigen sich Symptome, die auch zu anderen Erkrankungen passen.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose, produziert deine Schilddrüse wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone. Die Folge: dein Stoffwechsel verlangsamt sich, deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nehmen ab. Als weitere Symptome einer Hypothyreose können sich Antriebsschwäche, trockene Haut, langsamer Puls, extreme Kälteempfindlichkeit bei dir zeigen. Außerdem kann die Schilddrüsenunterfunktion Ursache für eine Gewichtszunahme ohne Änderung deiner Ernährungsgewohnheiten sein.

Oft bleibt die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund ihrer nicht eindeutigen Symptomatik lange Zeit unerkannt oder wird gar falsch behandelt. Mit zunehmendem Alter kann das Risiko ansteigen, dass du eine Hypothyreose bekommst. Generell kann die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung entstehen oder vererbt sein.

Lies in unserem Beitrag zur Hashimoto-Thyreoiditis mehr darüber wie die Schilddrüse funktioniert und wie die Bildung und Ausschüttung deiner Schilddrüsenhormone reguliert wird.

Was verursacht eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Ursachen für eine Hypothyreose können als Folge einer Schilddrüsenerkrankung auftreten oder angeboren sein. Bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion ist deine Hypothyreose vererbt oder bildet sich während der Schwangerschaft im Mutterleib aus. Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion hingegen entwickelt sich im Laufe deines Lebens.

Auslöser für eine Hypothyreose können sein:

  • Jodmangel, aber auch Jodüberschuss: Warum Jodüberschuss zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt, ist noch nicht ausreichend erforscht
  • Chronische Entzündung deiner Schilddrüse, medizinisch Hashimoto-Thyreoiditis genannt. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dein Körper bildet Antikörper gegen das eigene Schilddrüsengewebe. Schilddrüsenzellen werden zerstört und können somit keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Lies mehr über Ursachen und Therapie von Hashimoto
  • Operationen an deiner Schilddrüse, zum Beispiel wegen Kropfbildung oder Krebs. Hierbei kann so viel Schilddrüsen-Gewebe entfernt werden, dass die verbleibenden Zellen nicht mehr genug Hormone produzieren können
  • Unempfindlichkeit deiner Organe gegenüber Schilddrüsenhormonen
  • Angeborene Fehlbildungen deiner Schilddrüse (Athyreose)
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist hierbei zwar vorhanden, kann aber keine Hormone bilden.
  • Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion mit radioaktivem Jod oder hormonhemmenden Medikamenten (Thyreostatika). Diese Therapie kann auch ins Gegenteil umschlagen und eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen
  • Störungen in der Hirnanhangdrüse. Wenn deine Hypophyse nicht genügend Steuerungshormon (TSH) bildet und ausschüttet, kommt die Hormonproduktion in deiner Schilddrüse zum Erliegen. Lies mehr zu Normalwerten für TSH und zum Schilddrüsen-Regelkreis.

Altershypothyreose kann mit Alterserscheinungen verwechselt werden

Bei älteren Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ähneln die Krankheitsanzeichen der Schilddrüsenunterfunktion häufig den normalen Alterserscheinungen und werden daher oft nicht erkannt. Der Stoffwechsel verlangsamt sich im Alter zum Beispiel häufig, was genau wie bei der Hypothyreose zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen kann.

Auch eine Depression kann von einer Schilddrüsenunterfunktion verursacht werden. Hierbei können sich ursprünglich lebhafte Menschen innerhalb kurzer Zeit in sich zurückziehen und regelrecht lethargisch werden.

Gewichtsveränderungen können ebenfalls wichtige Hinweise auf eine mögliche Altershypothyreose geben. Ältere Menschen, die trotz magerer Kost plötzlich stark an Gewicht zunehmen, leiden möglicherweise an einer Schilddrüsenunterfunktion.

Auffällig bei der Altershypothyreose ist, dass die Schilddrüsen-Hormonwerte oft nur geringfügig vom Normalwert abweichen.

Ein Myxödemkoma erfordert intensivmedizinische Behandlung

Die Haut von Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion erscheint häufig teigig aufgetrieben. Das passiert, weil sich Wasser sowie Eiweiß-Zucker-Säureverbindungen in dein Unterhautfettgewebe einlagern. Der medizinische Fachausdrück dafür lautet Myxödem. Besonders betroffen vom Myxödem sind die Regionen um die Augen, die Lippen, die Zunge und die Handrücken.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) lange Zeit unbehandelt bleibt oder falsch behandelt wird, kann es in seltenen Fällen zum sogenannten Myxödemkoma kommen. Hierbei zeigen Menschen mit langjähriger Schilddrüsenunterfunktion, die zudem noch durch Operationen, Traumata, Herzinsuffizienz oder nach Infektionen geschwächt sind, Schwäche, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Reglosigkeit. Symptome für ein Myxödemkoma sind außerdem niedriger Blutdruck (Hypotonie), stark erniedrigte Körpertemperatur sowie eine verlangsamte, oberflächliche Atmung. Dann ist intensivmedizinische Hilfe notwendig. In diesem Fall musst du in der Regel beatmet werden und erhältst intravenös Schilddrüsenmedikamente und Steroidhormone (Glukokortikoide).

Der typische Laborbefund für Patienten mit Myxödemkoma zeigt sich in niedrigen Werten von fT4 und Gesamt T4, stark erhöhten TSH-Werten, erniedrigten Zuckerwerten und erniedrigten Natriumwerten sowie erhöhten Werten für Cholesterin und Kreatinphosphokinase. Die Kreatinphosphokinase stellt dem Muskel kurzfristige Energiereserven bereit. Ein erhöhter Wert kann auf eine Herzmuskelschwäche hinweisen.

Hashimoto-Thyreoiditis führt zur lebenslangen Hypothyreose

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer lebenslangen Schilddrüsenunterfunktion führt. Bei der auch als Hashimoto oder chronische Immunthyreoiditis bezeichneten Erkrankung werden spezielle Antikörper gebildet, die sich gegen die Zellen deiner Schilddrüse richten. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung deiner Schilddrüse. In der Folge wird das Schilddrüsengewebe zerstört und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) kommt zum Stillstand. In unserem Artikel zur Hashimoto-Thyreoiditis erfährst du mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie von Hashimoto.

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bleibt oft unentdeckt, wenn nicht ein Kropf oder eine Vergrößerung deiner Schilddrüse die Erkrankung sichtbar machen. Denn viele Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) könnten auch zu anderen Erkrankungen passen und werden daher häufig nicht richtig zugeordnet, als psychisches Problem oder als Symptome einer Depression eingestuft. Ein Beispiel dafür ist die Apathie (Antriebslosigkeit). Sie kann Anzeichen einer Depression sein, aber auch im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten. Ein weiteres Beispiel für die unspezifische Symptomatik der Schilddrüsenunterfunktion kann die Cholesterinwerterhöhung sein. Hierfür können unter anderem Ernährungsfehler verantwortlich sein, aber auch ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4. Dies verzögert den Cholesterin-Abbau und führt somit zu erhöhten Cholesterinwerten.

Folgende Symptome sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) möglich. Sie können unterschiedlich stark ausfallen und müssen nicht allesamt auftreten:

  • Antriebslosigkeit
  • Ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • mangelnde Leistungsfähigkeit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Verlust des Orientierungssinns
  • sprödes, brüchiges Haar
  • Haarausfall
  • raue, trockene und häufig aufgedunsene Haut
  • gelbliche Verfärbungen der Haut
  • hängende Augenlider (Ptosis)
  • geschwollenes Gesicht mit verdickten Lippen
  • raue, heisere Stimme
  • Kälteüberempfindlichkeit, denn dein durch die Hypothyreose verlangsamter Stoffwechsel hält deine Körpertemperatur zu niedrig
  • hartnäckige Verstopfung. Lies mehr zu Ursache und Hausmittel bei Verstopfung
  • Gewichtszunahme ohne Änderung der Essgewohnheiten, teilweise sogar bei gleichzeitigem Appetitmangel
  • niedriger Blutdruck. Blutdruck messen
  • verlangsamter Herzschlag
  • Durchblutungsstörungen
  • Verkrampfung der Muskulatur
  • verlangsamte Reflexe
  • unregelmäßige Menstruation oder ungewöhnlich starke Blutungen
  • Einschränkungen von Libido und Potenz
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Kropfbildung durch Vergrößerung der Schilddrüse

Mögliche Komplikationen und Krankheitsverlauf der Hypothyreose

Aufgrund von vermehrten Wassereinlagerungen in dein Körpergewebe können im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ödeme entstehen. Deine Haut fühlt sich dann teigig an, Gesicht, Zunge und Augenpartien können anschwellen. Durch den im Rahmen der Hypothyreose erhöhten Cholesterinspiegel wächst langfristig die Gefahr, an einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zu erkranken.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann auch an Störungen in deinem Herz-Kreislaufsystem beteiligt sein. Beispiele dafür sind Bradykardie (Herzrhythmusstörungen mit unter 60 Schlägen pro Minute), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Veränderungen des Blutdrucks, Blutvolumens und des Gefäßwiderstandes, der für einen reibungslosen Blutfluss wichtig ist. Bei einer nur kurzfristig bestehenden Hypothyreose kann die Kontraktionsrate deines Herzens abnehmen und der Gefäßwiderstand kann sich erhöhen. Damit wird es schwieriger und anstrengender für dein Herz, Blut in ausreichender Menge auszuwerfen.

Welcher Arzt hilft bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Für Diagnose und Therapie von einer Schilddrüsenunterfunktion sowie anderer Schilddrüsenerkrankungen ist ein auf Hormonerkrankungen spezialisierter Arzt, ein Endokrinologe, zuständig. Das medizinische Fachgebiet Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Fachärzte tragen die Facharztbezeichnung Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Finde mit unserer Arztsuche Endokrinologen in deiner Nähe.

Schilddrüsenunterfunktion und Schwangerschaft

Hat sich deine Schilddrüsenunterfunktion ohne Schilddrüsenerkrankungen während deiner Schwangerschaft entwickelt, kann sich das nach der Geburt wieder vollständig normalisieren.

Deine Schilddrüse vergrößert sich während einer Schwangerschaft leicht, da an sie während dieser Zeit erhöhte Anforderungen gestellt werden. Auch eine gesunde Schilddrüse kann deshalb während der Schwangerschaft in ihrer Hormonproduktion und in ihrem Gewebewachstum ein wenig von den Normwerten abweichen. Durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone Östrogen und Humanes Choringonadotropin (HCG) können sich auch deine Schilddrüsenhormonwerte verändern. Zur Kontrolle deiner Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft bestimmt das Labor aus deiner Blutprobe das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH) der Hirnanhangsdrüse sowie die freien Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4). Wichtig ist, dass während der Schwangerschaft alle Schilddrüsenwerte sehr engmaschig überwacht werden, da sich durch dein wachsendes Baby auch dein Schilddrüsenstoffwechsel stetig verändert.

Diagnoseverfahren bei Schilddrüsenunterfunktion

Wenn dein Arzt dich auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) untersucht, wird er in der Regel deine Vorerkrankungen wissen wollen, ob Schilddrüsenerkrankungen in deiner Familie vorliegen und welcher Art deine Beschwerden sind. Bei einer körperlichen Untersuchung tastet er deine Halsregion ab. Außerdem wird dir Blut abgenommen, um die Konzentration deiner Schilddrüsenhormone und die des TSH der Hypophyse zu bestimmen. Die Hypophyse reguliert die Hormonproduktion deiner Schilddrüse. Lies mehr über die Schilddrüsenwerte und den Schilddrüsenregelkreis in unseren Laborwerten f3, f4 und TSH. Bei Verdacht auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto können noch zusätzliche Blutwerte ermittelt werden, siehe Diagnoseverfahren bei Hashimoto.

Schilddrüsenwerte im Blut

Zur Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut nimmt dir dein Arzt Blut aus der Armvene ab, welches im Labor untersucht wird. Die erhaltenen Konzentrationen der Schilddrüsenhormone verraten deinem Arzt viel über die Produktions- und Ausschüttungsrate deiner Schilddrüsenhormone. Sie sagen jedoch nichts darüber aus, was die Ursachen für einen Überschuss bzw. Mangel an Schilddrüsenhormonen sind.

Sind bei der Laborauswertung TSH erhöht sowie fT3 und fT4 erniedrigt oder normal deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Denn wenn die Schilddrüse zu wenig fT3 und fT4 produziert, sind deren Werte niedrig. TSH ist erhöht, weil deine Hirnanhangdrüse deine Schilddrüse dazu anregen möchte, mehr Hormone zu produzieren.

Doch Vorsicht: Nimmst du Kortison und hohe Dosen an Schmerzmitteln mit Acetylsalicysäure ein, kann das die Testergebnisse verfälschen. Auch die Einnahme der Pille und anderer hormonhaltiger Verhütungsmittel können die Laborwerte deiner Schilddrüsenhormone beeinträchtigen. Du solltest deinen Arzt daher unbedingt darüber informieren, welche Medikamente du einnimmst.

TBG-Test zur Bestimmung des Trägerproteins

Beim sogenannten TBG-Test wird die Menge des Trägerproteins Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) gemessen. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) wird im Blut an Trägerproteine gebunden, die es zu seinem Bestimmungsort transportieren. T4 wird hauptsächlich in der Leber zu T3 umgewandelt. Die Menge des Trägerproteins TBG kann genetisch bedingt erhöht oder erniedrigt sein. Mit dem TBG-Test kann das Labor feststellen, ob überhaupt genug Transportproteine für deine Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Verteilungsengpässe können also mithilfe des TBG-Tests aufgedeckt werden.

Sonografie deckt Größenveränderungen auf

Um die Struktur und Veränderungen von Form und Größe sowie der Lage deiner Schilddrüse aufzudecken, kann dein Arzt eine Untersuchung der Schilddrüse mittels Ultraschall (Sonografie) durchführen. Die Sonografie kann allerdings Fehlfunktionen deiner Schilddrüse nicht anzeigen.

Bei der Sonografie deiner Schilddrüse werden Ultraschallwellen aus einem Schallkopf durch dein Schilddrüsengewebe gesendet. Dazu setzt dein Arzt den mit einem speziellen Gel präparierten Schallkopf auf deinen Hals auf und fährt das zu untersuchende Gebiet mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen ab. Die Ultraschallwellen werden an den Grenzen zwischen Organen und Geweben in unterschiedlichem Maße zurückgeworfen. Der Schallkopf nimmt die reflektierten Schallwellen wieder auf und errechnet daraus ein Bild, was sich dein Arzt auf einem Bildschirm anschauen kann.

Szintigrafie macht Knoten sichtbar

Mithilfe der Szintigrafie lässt sich die Stoffwechselaktivität deiner Schilddrüse bestimmen. Außerdem lassen sich Lage und Größe eventuell überaktiver Regionen (heiße Knoten) und inaktiver Regionen (kalte Knoten) erkennen. Heiße Knoten produzieren eigenständig Schilddrüsenhormone, was zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt. Kalte Knoten bestehen aus nicht funktionierendem Schilddrüsengewebe und können bösartig werden. Lies mehr über den Ablauf einer Szintigrafie.

Punktion liefert Gewebeproben

Um eine Gewebeprobe zu entnehmen, beispielsweise bei Krebsverdacht oder Schilddrüsenknoten, kann deine Schilddrüse mit einer Feinnadel punktiert werden. Hierbei wird eine Hohlnadel mithilfe von Ultraschall an der gewünschten Stelle angesetzt und durch die Haut in deine Schilddrüse und den Teil vorgeschoben, aus dem eine Zellprobe entnommen werden soll. Mittels Unterdruck können dann einzelne Zellen hinausgesaugt und anschließend im Labor untersucht werden. Die Feinnadelpuntion ist aufgrund der geringen Nadeldicke in der Regel relativ schmerzarm.

Was hilft bei Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte so früh wie möglich behandelt werden, um Folgeschäden und Komplikationen auszuschließen. Mit Medikamenten können häufig die Auswirkungen der Erkrankung verringert werden, eine Heilung der eigentlichen Ursache der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist jedoch oft nicht möglich oder bedarf einer langfristigen Therapie.

Sind Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Auslöser für deine Schilddrüsenunterfunktion, dann können sie nach Rücksprache mit deinem Arzt möglicherweise niedriger dosiert oder sogar abgesetzt werden. Wenn du wegen einer Schilddrüsenunterfunktion stark an Gewicht zugenommen hast, ohne deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, dann brauchst du neben der medikamentösen Therapie der Hypothyreose vor allem eines: Geduld. Sobald sich dein Körper an die Hormongabe gewöhnt hat, purzeln mithilfe von ein wenig Sport und einer gesunden Ernährung bestimmt bald auch die Pfunde wieder.

Jodreiche Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Viele Menschen denken bei Schilddrüsenerkrankungen zunächst an Jodmangel. Und tatsächlich braucht deine Schilddrüse ausreichend Jod, damit sie funktioniert und ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann.

Ein Jodmangel kann nach Verbrauch deiner körpereigenen Jodreserven zu gesundheitlichen Problemen wie einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen. Mit der Zeit kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern, ein Kropf (Struma) kann entstehen. Je größer der Kropf wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Druck auf deine Blutgefäße im Halsbereich sowie auf die Speise- und Luftröhre ausübt. Die Folge: es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühlen kommen. Bei länger bestehendem Kropf können Veränderungen deines Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.

Um die Jodversorgung sicherzustellen, solltest du einmal, besser zweimal wöchentlich Seefisch wie Scholle oder Kabeljau essen. Auch Milch und Milchprodukte sind gute Jodlieferanten und sollten deshalb zu deinem täglichen Speiseplan gehören.

Für die Speisenzubereitung solltest du Jodsalz verwenden. Beim Einkauf in Bäckerei und Metzgerei solltest du nachfragen, ob die Produkte Jodsalz enthalten. Denn Brot und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnisse, Fertigprodukte und Tiefkühlwaren werden häufig mit Jodsalz hergestellt. Bei verpackten Lebensmitteln muss dies im Zutatenverzeichnis aufgeführt sein.

Sofern dir kein ausreichendes Angebot von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen zur Verfügung steht, ist die ergänzende Einnahme von Jodtabletten der sicherste Weg zur Jodbedarfsdeckung. Das gilt vor allem für schwangere und stillende Frauen, die einen erheblich höheren Jodbedarf haben. Hier solltest du aber auf jeden Fall deinen Arzt fragen. Auch für Veganer können Jodtabletten eine gute Alternative zur Deckung ihres Jodbedarfs sein.

Selenhaltige Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Selen zählt wie Jod zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Als Bestandteil sogenannter Seleno-Enzyme erfüllt Selen lebenswichtige Funktionen. In deiner Schilddrüse kommen verschiedene Seleno-Enzyme in hoher Konzentration vor. Die Schilddrüse zählt daher zu den Körperorganen mit dem höchsten Selengehalt.

Seleno-Enzyme der Schilddrüse sind zum einen die Deiodinasen, die das Schilddrüsenhormon T4 (Thyroxin) in das stoffwechselaktivere Schilddrüsenhormon T3 (Trijodthyronin) umwandeln. Zum anderen ist Selen Bestandteil von Gluthathionperoxidasen (GPx), also von Enzymen, die deine Schilddrüse vor Zellschädigungen schützen. Zellschäden können durch Freie Radikale ausgelöst werden. Das sind hochreaktive Sauerstoff-Verbindungen, die bei der Schilddrüsenhormonbildung anfallen und durch GPx abgebaut und unschädlich gemacht werden.

Selen musst du mit deiner täglichen Nahrung aufnehmen, der tägliche Bedarf liegt für Erwachsene bei 30-70 Mikrogramm (µg)/Tag. Selenhaltigen Lebensmittel sind Fleisch, vor allem Leber und Niere und Hühnereier. Weil Selen auch im Meerwasser vorkommt, sind Seefisch und Meerestiere ebenfalls reich an Selen.

Risiken für einen Selenmangel bestehen bei vegetarischer und veganer Ernährung, bei bestimmten Darmerkrankungen, schweren Allgemeinerkrankungen und selenfreier künstlicher Ernährung. Ein Selenmangel erhöht offensichtlich das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Denn das Gewebe ist bei eingeschränkter GPx-Schutzwirkung einem höheren Risiko für Schädigungen und Veränderungen des Erbguts (DNA) und damit für bösartige Veränderungen ausgesetzt. Möglicherweise spielt ein Selenmangel auch bei der Entstehung von gutartigen Schilddrüsenknoten eine Rolle.

Medikamente bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) muss deinem Körper das Hormon, das er nicht oder nicht mehr ausreichend produziert, als Medikament zugeführt werden. Die für jeden Patienten mit Hypothyreose individuell richtige Menge eines Schilddrüsen-Medikaments hängt ab vom Alter und der Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion.

Arzneimittel für eine Schilddrüsenunterfunktion enthalten das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin, kurz L-Thyroxin. Dies entspricht dem Schilddrüsenhormon T4. Dein Körper baut es wie natürliches T4 zu T3 um. Bis die Hälfte des eingenommenen Levothyroxins in deinem Körper verarbeitet ist, dauert es in der Regel sechs bis sieben Tage. Das garantiert eine gleichmäßig verteilte Wirkung des Schilddrüsenmedikaments. Es gibt auch Kombipräparate aus L-Thyroxin und einem Wirkstoff, der dem natürlichen Schilddrüsenhormon T3 entspricht sowie Jodidpräparate.

Bei einem Kropf, der aus Jodmangel entsteht und bei dem gleichzeitig wenige Schilddrüsenhormone produziert werden, deckt das Schilddrüsenmedikament L-Thyroxin den Bedarf deines Körpers an Schilddrüsenhormonen. Deine Gehirndrüsen bekommen durch das Medikament im Blut die Info, dass genug Hormon vorhanden ist und produzieren nur noch ein Minimum der Hormone, die die Schilddrüse antreiben. Diese wiederum drosselt ihre Hormonproduktion und Hormonausschüttung, der Kropf wird kleiner.

Da dein Körper bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Regel daran gewöhnt ist, deine Organe auf Sparflamme laufen zu lassen, kann ein plötzlicher Hormonschub deine Organe überfordern. Das gilt besonders für das Herz. Hast du Herzrhythmusstörungen, eine Herzmuskelschwäche, eine koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt überstanden oder leidest du an hohem Blutdruck, werden die Medikamente zu Beginn der Behandlung in der Regel sehr niedrig dosiert sein. Nach und nach können sie dann auf die erforderliche Menge gesteigert werden. So kann sich dein Körper langsam auf die Hormongabe einstellen. Das ist in der Regel nach rund vier Wochen bis zu einigen Monaten der Fall.

Beruht der Schilddrüsenhormonmangel auf einer akuten Entzündung deiner Schilddrüse, wird die Therapie in der Regel beendet, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Gelingt es nicht, die Hormonproduktion deiner Schilddrüse zu normalisieren, muss die Behandlung möglicherweise lebenslang fortgesetzt werden. Ganz wichtig ist: Beende die Therapie mit Schilddrüsenhormonen nie auf eigene Faust. Wenn die Hormone abrupt abgesetzt werden, kann sich deine Schilddrüse durch Gewebewachstum vergrößern. Hast du dein Schilddrüsenmedikament einmal vergessen, nimm am nächsten Tag die übliche Dosis ein, aber auf keinen Fall die vergessene Dosis noch zusätzlich.

Schilddrüsenunterfunktion Heilungschancen

Auch wenn die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion durch die Schilddrüsenmedikamente nach einigen Monaten verschwunden sind, müssen die meisten Betroffenen die künstlichen Schilddrüsenhormone ein Leben lang weiter einnehmen. Denn beim Absetzen der Medikamente leeren sich die Hormonspeicher und dein Körper würde erneut zu wenige Schilddrüsenhormone erhalten.

Zu Beginn der Behandlung kontrolliert dein Arzt deinen Hormonspiegel in der Regel etwa alle vier Wochen, im weiteren Verlauf dann einmal im Quartal. Bist du optimal eingestellt und verträgst die Schilddrüsenhormongabe ohne Beschwerden, kann möglicherweise eine jährliche Überprüfung deines Hormonspiegels ausreichen.

Bei gut eingestellter Medikamentendosis sowie regelmäßiger und vor allem vorschriftsmäßiger Einnahme bist du in der Regel genauso leistungsfähig und lebst genauso lange wie Menschen ohne Schilddrüsenunterfunktion. Bei einer angeborenen Hypothyreose hängt dein Behandlungserfolg ganz entscheidend vom Zeitpunkt ab, zu dem deine Schilddrüsenunterfunktion erkannt wird.

Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

Achte bei der Wahl deiner Nahrung auf eine optimale Jodzufuhr. Am besten du isst mindestens einmal pro Woche frischen Seefisch (Scholle, Kabeljau). Würze deine Mahlzeiten mit jodiertem Speisesalz. Der optimale Jod-Tagesbedarf liegt bei 200 Mikrogramm (µg) ab einem Alter von 15 Jahren, 180 µg ab 50 Jahren und 230 µg für Schwangere. Rauchen erhöht den Jod-Bedarf, denn durch das Nikotin wird die Jodaufnahme blockiert. Eine Tagesdosis von 500 µg sollte allerdings ohne therapeutischen Hintergrund keineswegs überschritten werden.

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Hashimoto-Thyreoiditis

3D-Illustration der Schilddrüsenlappen im Kehlkopf eines Mannes mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun bedingte Entzündung der Schilddrüse und eine der häufigsten Ursachen für eine lebenslange Schilddrüsenunterfunktion.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis, auch Hashimoto-Syndrom, chronische Immunthyreoiditis Hashimoto oder Autoimmunthyreoiditis (AIT) genannt, sieht dein Immunsystem die Schilddrüse als Fremdkörper an. Deine Schilddrüsenzellen werden von körpereigenen Antikörpern zerstört und können somit keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich also um eine autoimmun bedingte Entzündung deiner Schilddrüse. Diese Art der chronischen Entzündung der Schilddrüse (Thyreoiditis) ist nicht heilbar und eine der häufigsten Ursachen einer lebenslangen Schilddrüsenunterfunktion. Benannt wurde die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse nach dem japanischen Pathologen Hakaru Hashimoto (1881-1934), der die Erkrankung 1912 erstmals beschrieb.

Wie funktioniert deine Schilddrüse?

Bei einem gesunden Menschen wiegt die Schilddrüse (liegt unterhalb des Kehlkopfes) nur etwa 20-60 Gramm und hat einen Durchmesser von rund fünf Zentimetern. Dennoch könnte dein Körper ohne die Schilddrüse nicht überleben, denn ihre Hormone steuern deinen Stoffwechsel, dein Temperaturempfinden, deine Leistungsfähigkeit und beeinflussen außerdem deine Fruchtbarkeit.

Die Hauptaufgabe deiner Schilddrüse besteht darin, Jod aus deiner Nahrung herauszufiltern und für den Aufbau der Schilddrüsenhormone T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) zu speichern. Der Schilddrüsen-Hormonspiegel in deinem Blut wird von Rezeptorzellen ermittelt und an eine Kontrolleinheit weitergeleitet. Diese Kontrolleinheit ist der Hypothalamus-Hypophysen-Komplex in deinem Gehirn. Sinkt dein Schilddrüsen-Hormonspiegel unter das normale Niveau, setzt der Hypothalamus (das ist ein Teil deines Zwischenhirns) das Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) frei. TRH stimuliert die Hypophyse (Hirnanhangdrüse), Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) in dein Blut abzugeben. TSH wiederum kurbelt die Hormonproduktion in deiner Schilddrüse an. Wenn Hypothalamus, Hypophyse und Schilddrüse normal funktionieren, kann die Hormonproduktion deiner Schilddrüse also je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden. Das garantiert einen konstanten Spiegel an Schilddrüsenhormonen in deinem Blut.

Lies mehr über die Schilddrüsenhormone T4 und T3, ihre freien, hormonell aktiven Formen fT3  und fT4 sowie über den Schilddrüsen-Regulationsmechanismus: Normalwerte für fT3, Normalwerte für fT4 und Normalwerte für TSH

Wie entsteht Hashimoto?

Ausgelöst wird die Hashimoto Thyreoiditis durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Hierbei werden spezifische Antikörper (TPO-Antikörper, Tg-Antikörper, manchmal auch TSH-Rezeptor-Antikörper) gebildet, die sich gegen die Zellen deiner Schilddrüse richten. Es kommt zu einer chronischen Entzündung deiner Schilddrüse, das Schilddrüsengewebe wird zerstört und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 undT4 kommt zum Erliegen. Warum sich die körpereigenen Antikörper gegen das Gewebe deiner Schilddrüse richten, ist noch nicht ausreichend geklärt. Eine familiäre Veranlagung zur Hashimoto-Thyreoiditis besteht zwar, das Hashimoto-Syndrom wird allerdings nicht direkt weiter vererbt. Besteht allerdings eine entsprechende Veranlagung, kann eine große Menge an Jod die Hashimoto-Erkrankung möglicherweise zum Ausbruch bringen. Wenn du an einer Schilddrüsenentzündung leidest, solltest du daher vorsichtig mit jodhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln sein. Also bitte nicht einfach alles ausprobieren, sondern bitte immer deinen Arzt fragen.

Am Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis kommt es durch die für dich schmerzlose Zerstörung deines Schilddrüsengewebes zu einer Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Dadurch entsteht eine kurzzeitige Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Nervosität, Schwitzen, Herzrasen, Schlafstörungen. Hilfe bei Schlafstörungen

Im weiteren Verlauf von Hashimoto wird dein bis dahin noch funktionsfähiges Schilddrüsengewebe immer weiter zerstört, die Schilddrüsenhormonproduktion nimmt nach und nach ab und kommt schließlich ganz zum Erliegen. Dadurch entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie erhöhter Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Schwellungen im Gesicht, an den Lidern und den Gliedmaßen durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Druckgefühl im Hals, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, nachlassendes Leistungsvermögen.

Es gibt zwei Formen der Hashimoto-Thyreoiditis: Bei der atrophen Form von Hashimoto werden die Zellen deiner Schilddrüse immer mehr zerstört und das Organ selbst wird dadurch immer kleiner. Die hypertrophe Form der Hashimoto-Thyreoiditis macht sich hingegen durch eine immer größer werdende Schilddrüse bemerkbar. Durch dieses Gewebewachstum entsteht ein Kropf (Struma).

Die Hashimoto-Thyreoiditis kann sich auch im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen entwickeln. So zum Beispiel mit der Weißflecken-Hautkrankheit Vitiligo oder dem insulinpflichtigen Diabetes Typ 1. Wenn die Hashimoto-Thyreoiditis zusammen mit Morbus Addison (Unterfunktion der Nebennierenrinde) vorkommt, entsteht die Grundlage zum seltenen und unheilbaren Schmidt Syndrom (polyglanduläres Autoimmunsyndrom Typ II). Hierbei leidest du an den beiden Autoimmunerkrankungen Morbus Addison und Morbus Basedow. Beim Morbus Addison zerstören körpereigene Antikörper deine Nebennierenrinde. Typische Symptome von Morbus Addison sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfung, ein unbändiges Verlangen nach Salz und braune Haut am ganzen Körper. Beim Morbus Basedow werden Antikörper produziert, die an Schilddrüsenrezeptoren (Rezeptoren sind Bindestellen) andocken und zu einer erhöhten Produktion von Schilddrüsenhormonen führen.

Was sind die Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis?

In der Regel verläuft Hashimoto schleichend und bleibt oft aufgrund von keinen oder unspezifischen Symptomen lange unbemerkt. Im Gegensatz zu anderen Schilddrüsenentzündungen nimmst du die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis zunächst oft nicht wahr. Deine Schilddrüse kann sich bei der hypertrophen Form der Hashimoto-Thyreoiditis zwar im Laufe der Zeit vergrößern oder bei der atropischen Form der Hashimoto-Thyreoiditis auch verkleinern, beides verursacht aber keine Schmerzen. Meist wird die Hashimoto-Thyreoiditis daher erst im Rahmen der Abklärung nach den Ursachen eines Kropfes (Struma) und damit verbundenen Schluckbeschwerden oder Druck- und Engegefühl am Hals diagnostiziert.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis können viele unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Zu Beginn der Hashimoto-Thyreoiditis kann eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ausgelöst werden. Deine entzündete Schilddrüse gibt dann größere Mengen Schilddrüsenhormone in dein Blut ab, was als Hashitoxikose bezeichnet wird. Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören: Gewichtsabnahme trotz gutem Appetit, Nervosität, Durchfall, Schwitzen, starkes Herzklopfen (kann auch als Pochen in den Ohren wahrgenommen werden), Haarausfall, Zittern, Zyklusstörungen.
  • Im weiteren Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis entsteht meistens eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Deine entzündete Schilddrüse schafft es nicht mehr, deinen Körper ausreichend mit Schilddrüsenhormonen zu versorgen. Zu den Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gehören: Gewichtszunahme trotz normalem Essverhalten, Kälteempfindlichkeit, Trockenheit von Haut und Haar, Verstopfung, Heiserkeit, Müdigkeit, Schwellungen der Augenlider und an Armen und Beinen, Niedergeschlagenheit, Zyklusstörungen.
  • Symptome von Hashimoto, die mit deinem fehlgeleiteten Immunsystem zusammenhängen, sind beispielsweise: Muskel- und Gelenkschmerzen, schmerzhaft verhärtete Sehnen und Muskeln, Schwindel, Lymphknotenschwellung, erhöhte Leberwerte, Hautveränderungen wie Urticaria (Nesselsucht), Fieber, Trockenheit der Schleimhäute von Mund, Nase, Augen, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit.
  • Weitere Symptome können auftreten, wenn die Hashimoto-Thyreoiditis zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Diabetes Typ 1 auftritt. Diese Erkrankungen verursachen dann ihrerseits noch eigene Beschwerden.
  • Ein unerfüllter Kinderwunsch wird häufig durch das Hashimoto-Syndrom verursacht.
  • Die Augenerkrankung endokrine Orbitopathie kann bei Hashimoto-Thyreoiditis vorkommen. Hierbei reagieren die gegen deine Schilddrüse gerichteten Antikörper auch mit deinem Augengewebe. Es kommt zu Symptomen wie: Augentränen, geröteten Augen, Sehstörungen, Trockenheit der Augen, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl, Bindehautentzündung, hervortretende Augen. Bei schweren Verlaufsformen der endokrinen Orbitopathie kann es infolge der Schädigung deiner Sehnerven zu einer starken Beeinträchtigung der Sehkraft oder Verlust des Sehvermögens kommen.

Welcher Arzt hilft bei Hashimoto?

Für Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der hormonbildenden Drüsen wie der Schilddrüse ist ein Endokrinologe zuständig. Das Fachgebiet Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, die Facharztbezeichnung lautet FA Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Finde mit unserer Arztsuche Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie in deiner Nähe.

Diagnoseverfahren bei Hashimoto

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis können Symptome auftreten, die auch zu anderen Erkrankungen passen. Wie macht sich Hashimoto bemerkbar?

Daher ist die Diagnose Hashimoto manchmal eine langwierige Angelegenheit. Um der Beteiligung deiner Schilddrüse an deinen Beschwerden auf die Spur zu kommen, solltest du deinem Arzt von Schilddrüsenerkrankungen in deiner Familie erzählen. Nach einer körperlichen Untersuchung mit Abtasten deines Halses wegen eventueller Kropfbildung wird dein Arzt dein Blut und die darin befindlichen Schilddrüsenhormone untersuchen lassen. Eine weitere Diagnose-Methode bei Hashimoto ist der Ultraschall. Hierbei werden die Größe deiner Schilddrüse und eventuelle Schäden bestimmt. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können außerdem eine Szintigrafie und eine Gewebeentnahme nötig werden. Wie funktioniert die Szintigrafie?

Bildgebende Verfahren zeigen Größe und Funktion deiner Schilddrüse

Mithilfe der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) deiner Schilddrüse kann deren Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse abgebildet werden. Außerdem erkennt dein Arzt die für eine Hashimoto-Thyreoiditis typischen Entzündungen oder Organschädigungen. Bei der Ultraschalluntersuchung werden Ultraschallwellen aus einem Schallkopf durch das Schilddrüsengewebe gesendet. Dazu setzt dein Arzt den mit einem speziellen Gel präparierten Schallkopf auf deinen Hals auf und fährt dann das zu untersuchende Gebiet mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen ab. Ultraschallwellen werden an den Grenzen zwischen Organen und Geweben in unterschiedlichem Maße zurückgeworfen. Der Schallkopf nimmt diese reflektierten Schallwellen wieder auf und errechnet daraus ein Bild. Dieses kann sich dein Arzt auf einem Bildschirm anschauen. Ob der Stoffwechsel deiner Schilddrüse funktioniert kann bei der Ultraschalluntersuchung allerdings nicht festgestellt werden. Dafür ist eine Schilddrüsen-Szintigrafie notwendig.

Mit der Szintigrafie lässt sich die Funktion deiner Schilddrüse darstellen. So funktioniert die Szintigrafie. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis sollte sich eine verminderte Radionuklidaufnahme deiner Schilddrüse zeigen. Achtung: Im Vorfeld der Untersuchung muss die Behandlung mit bestimmten Medikamenten unterbrochen werden. Dazu gehören vor allem Schilddrüsenhormonblocker (Thyreostatika), aber auch jodhaltige Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen. Vor einer geplanten Szintigrafie solltest du deinem behandelnden Arzt immer alle aktuell eingenommenen Medikamente nennen. Sechs Wochen vor einer Schilddrüsen-Szintigrafie darf zudem keine Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel durchgeführt worden sein, da das die Ergebnisse der Szintigrafie verfälscht. Jodhaltige Kontrastmittel können zum Beispiel bei einer Computertomographie (CT) oder zur Darstellung der Harnwege (Urographie) verabreicht werden.

TSH-Wert und Schilddrüsenhormone

Als Hinweis für eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion dient der TSH-Wert. TSH ist die Abkürzung für Thyroidea-Stimulierendes-Hormon. Das ist ein Hormon deiner Hypophyse (Hirnanhangdrüse), das die Produktion deiner Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) anregt. Sinkt die Menge deiner Schilddrüsenhormone, wird mehr TSH ausgeschüttet.

Oft wird dein Arzt im Labor auch noch die Konzentration der freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie die der proteingebundenen Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmen lassen. Hierdurch und im Zusammenspiel mit dem TSH-Wert erhält er Hinweise auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

Sind die Konzentrationen deiner Schilddrüsenhormone T3 und T4 hoch und der TSH-Wert ist niedrig, dann ist das ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion. Ist die Konzentration deiner Schilddrüsenhormone T3 und T4 extrem niedrig und der TSH-Wert ungewöhnlich hoch, dann deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Doch Vorsicht: Kortison und Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure können die Testergebnisse verfälschen.

Lies weitere mögliche Befundkonstellationen im Zusammenspiel von TSH und den Schilddrüsenhormonen.

Um herauszufinden, ob Hashimoto als mögliche Ursache für deine Schilddrüsenunterfunktion infrage kommt, kann dein Arzt dein Blut auf bestimmte Antikörper untersuchen lassen.

Test auf Hashimoto durch Messung von TPO und Tg Antikörpern im Blut

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich dein Immunsystem mit den körpereigenen Abwehrkräften gegen deine Schilddrüsenzellen. Dabei kommen sogenannte TPO-Antikörper (TPO-AK) und Tg-Antikörper (Tg-AK) zum Einsatz. Entweder sind nur eine oder auch beide Antikörpersorten in deinem Blut vorhanden und können gemessen werden. Der Antikörper-Spiegel im Blut kann bei Hashimoto stark schwanken. Gemessen werden die Antikörper in U/l (Units pro Liter) oder U/ml (Units pro Milliliter). Die genormte Maßeinheit ist IU/l (International Units pro Liter).

Die Blutuntersuchung ist ein Diagnoseverfahren zum Nachweis einer Hashimoto-Thyreoiditis. Die Höhe des Antikörperspiegels in deinem Blut hat allerdings keinen Einfluss auf das Ausmaß deiner Beschwerden. Starke, schwache oder gar keine Symptome sind sowohl bei hohen als auch bei niedrigen oder auch bei nicht messbarem Antikörperspiegeln möglich.

Was sind TPO-Antikörper?

Thyreoperoxidase-Antikörper, kurz TPO-AK, sind nicht bei allen Menschen mit dem Hashimoto-Syndrom vorhanden. Leicht erhöhte TPO-Werte allein reichen daher zur Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis nicht aus. TPO-Antikörper richten sich gegen die Schilddrüsenperoxidase. Dieses Enzym hilft bei der Bildung deiner Schilddrüsenhormone. Der Wert für die TPO-Antikörper liegt bei gesunden Menschen deutlich unter 100 U/ml. Liegen die Werte höher als 200 U/ml kann das ein Hinweis auf die Hashimoto-Thyreoiditis sein. Eine Aussage über den Schweregrad des Hashimoto-Syndroms lässt sich allerdings aus der Höhe der gemessenen TPO-Antikörper nicht ableiten. Wenn sich bei Neugeborenen erhöhte TPO-Werte zeigen, dann liegt das daran, dass mütterliche TPO-Antikörper auf das Kind übertragen wurden. In der Regel werden die Antikörper aber im Laufe des ersten Lebensjahres abgebaut und schaden dem Kind nicht. In einigen Fällen kann nach der Entbindung bei der frischgebackenen Mama eine Schilddrüsenentzündung auftreten, was sich durch anfängliche Schilddrüsenüberfunktion und später durch Schilddrüsenunterfunktion bemerkbar macht. In den meisten Fällen heilt das aber folgenlos aus.

Was sind Tg-Antikörper?

Tg-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper) sind Antikörper gegen Thyreoglobulin. Das ist ein Protein, welches in deinen Schilddrüsenzellen hergestellt wird und für die Produktion und Speicherung von Schilddrüsenhormonen verantwortlich ist. Tg-Antikörper lassen sich oft am Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis nachweisen, können aber im Verlauf der Erkrankung ausbleiben oder auch ganz fehlen.

Der Wert für die Tg-Antikörper liegt bei gesunden Menschen deutlich unter 100 U/ml. Liegen die Werte höher als 200 U/ml kann das ein Hinweis auf ein Hashimoto-Syndrom sein. Allerdings finden sich auch bei anderen Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Basedow manchmal erhöhte Tg-Werte.

Was sind TRAK-Antikörper?

TRAK ist die Abkürzung für TSH-Rezeptor-Antikörper. TSH ist ein Hormon der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), was die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 anregt. Dafür muss das TSH an der Oberfläche der Schilddrüsenzellen an sogenannte TSH-Rezeptoren (Rezeptoren sind Bindestellen) andocken. Die TSH-Rezeptor-Antikörper setzen sich an diesen Rezeptorstellen fest und verursachen eine übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen. Die Normwerte für TRAK liegen unter 1,8 IU/l, alles darüber bedeutet eine erhöhte Antikörperanzahl. Üblicherweise ist ein erhöhter TRAK-Wert ein Hinweis auf Morbus Basedow, also eine autoimmune Schilddrüsenüberfunktion. Manchmal finden sich aber auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis leicht erhöhte Werte.

Was hilft bei Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Autoimmunkrankheit Hashimoto lässt sich leider nicht heilen. Jedoch kann dein Mangel an Schilddrüsenhormonen behandelt werden, indem du ein Leben lang Hormontabletten einnimmst. Zum Einsatz kommt meistens der Wirkstoff Levothyroxin (L-Thyroxin). L-Thyroxin entspricht dem Schilddrüsenhormon T4. Dein Körper baut es wie natürliches T4 zu T3 um. Bis die Hälfte des eingenommenen Levothyroxins in deinem Körper verarbeitet ist, dauert es in der Regel sechs bis sieben Tage. Das garantiert eine gleichmäßig verteilte Wirkung. Vorsicht: Bei zu schneller Steigerung der Menge oder Überdosierung von Levothyroxin können Herzprobleme auftreten. Die Dosis sollte daher immer individuell angepasst werden. Meist wird mit einer geringen Dosis begonnen, die dann langsam gesteigert wird bis es persönlich für dich passt.

Manchmal kommen bei Hashimoto auch Medikamente mit dem Wirkstoff Liothyronin zum Einsatz, die dem Schilddrüsenhormon T3 entsprechen. Auch eine Kombination aus Liothyronin und Levothyroxin kann bei der Therapie von Hashimoto eingesetzt werden.

Wenn zu Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis eine Schilddrüsenüberfunktion auftritt, dann kann mit sogenannten Thyreostatika behandelt werden. Da die Anzahl deiner weißen Blutkörperchen durch Thyreostatika verringert werden kann, wird dein Arzt zur Kontrolle regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen lassen.

Zur Anpassung deiner Therapie bei Hashimoto-Thyreoiditis werden ohnehin regelmäßig deine Blutwerte kontrolliert. Besonders wichtig ist, dass dein TSH-Wert im unteren Normbereich liegt. Außerdem musst du in der Regel mindestens einmal pro Jahr zur Ultraschalluntersuchung deiner Schilddrüse.

Eine operative Entfernung von Schilddrüsengewebe erfolgt in der Regel nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei einer sehr starken Vergrößerung deiner Schilddrüse, bei Knoten und dem Verdacht auf Gewebe-Entartung. Außerdem kann eine Schilddrüsen-OP nötig werden bei ständigem und nicht in den Griff zu bekommenden Wechsel zwischen Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion infolge der Einstellung deiner Hashimoto-Thyreoiditis mit Medikamenten.

Ernährung bei Hashimoto

Da Hashimoto häufig gemeinsam mit einer Glutenunverträglichkeit auftritt, kann es dir eventuell helfen, glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel zu meiden. Stattdessen kannst du auf sogenannte Scheingetreide wie Buchweizen, Amarant und Quinoa umsteigen.

Das Spurenelement Selen scheint sich positiv auf den Krankheitsverlauf der Hashimoto-Thyreoiditis auszuwirken. Es kann jedoch keinesfalls eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen ersetzen. Sprich mit deinem Arzt über die notwendige Dosierung von Selenpräparaten und die Risiken und Nebenwirkungen. Reichlich Selen findet sich in Lebensmitteln wie Niere, Leber, Hühnereiern, Lachs, Champignons und Paranüssen.

Warum du mit Jod vorsichtig sein solltest

Besonders im Anfangsstadium der Hashimoto-Thyreoiditis solltest du das Spurenelement Jod, das für eine gesunde Schilddrüse wichtig ist, nicht im Übermaß ein- und aufnehmen. Denn Jod kann den Autoimmunprozess bei Hashimoto noch weiter anheizen. Ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch wie Makrele, Hering oder Seelachs zu essen ist jedoch wegen der entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren laut Ernährungsmedizinern empfehlenswert. Achte bei fertig verpackten Brot- und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnissen, Fertigprodukten und Tiefkühlwaren unbedingt auf das Zutatenverzeichnis. Denn hier werden oft größere Mengen Jodsalz zur Herstellung verwendet.

Jod ist auch enthalten in Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen, in Nahrungsergänzungsmitteln und jodhaltigen Kontrastmitteln. Zu jodhaltigen Kontrastmitteln gehören Jod-131 oder Jod-123, die bei der Szintigrafie verwendet werden sowie jodhaltige Kontrastmittel zur Darstellung der Harnwege bei der Urographie. Wissenswertes zum Ablauf der Szintigrafie.

Vorsicht in der Schwangerschaft: Damit die kindliche Schilddrüse ausreichend mit Jod versorgt wird und kein Kropf entsteht, solltest du Art und Menge der Jodzufuhr unbedingt mit deinem Arzt besprechen.

Hashimoto-Thyreoiditis und Kinderwunsch

Bei Frauen mit Hashimoto kommt es seltener zu Schwangerschaften. Denn durch eine Hashimoto-Thyreoiditis kann ein Ungleichgewicht und eine Verminderung der weiblichen Hormone verursacht werden. Besteht bei dir ein Kinderwunsch wird in der Regel versucht, auf medikamentösen Weg wieder normale Hormonverhältnisse an Schilddrüse und Eierstöcken herzustellen. Ist deine Hormonlage normalisiert und es will mit einer Schwangerschaft trotzdem nicht klappen, dann kann auch versucht werden, den Eisprung hormonell auszulösen. Wichtig ist, dass dein Frauenarzt und dein Endokrinologe hierbei eng zusammenarbeiten.

Sehr selten kann zusätzlich zu Hashimoto auch noch eine Autoimmunkrankheit der Eierstöcke vorhanden sein. Hierbei werden dann Antikörper gegen die Eierstöcke gebildet.

Wenn es mit der Empfängnis geklappt hat, kommt es bei Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis während der Schwangerschaft meist zu einem Rückgang der im Rahmen der Immunfehlfunktion gebildeten Antikörper. Das liegt, vereinfacht gesagt, an den immununterdrückenden natürlichen Mechanismen der Schwangerschaft. Der sogenannte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) kann allerdings in die Plazenta gelangen und die Schilddrüse des ungeborenen Kindes stimulieren. Bei schwangeren Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis wird daher im letzten Drittel der Schwangerschaft eine TRAK-Kontrolle zum Ausschluss einer möglichen fetalen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) durchgeführt. Was sind TRAK-Antikörper?

Nach einer Schwangerschaft bzw. nach dem Abstillen ist eine Verschlechterung deiner Hashimoto-Thyreoiditis häufig. Das macht sich typischerweise in den ersten sechs Monaten nach der Geburt bemerkbar und wird als Postpartum-Thyreoiditis bezeichnet. Eine Kontrolle der Schilddrüsen-Antikörper sollte mindestens in der 22. bis 26. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Was sind Schilddrüsen-Antikörper?

Steigen die Antikörper-Spiegel an, können weitere Kontrollen nötig sein. Sind bei dir die Schilddrüsen-Antikörper erhöht, solltest du drei und sechs Monate nach der Geburt deines Kindes den TSH-Wert kontrollieren lassen.

Hashimoto Thyreoiditis Heilungschancen

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis besteht deine Schilddrüsenunterfunktion ein Leben lang und muss auch ein Leben lang mit Schilddrüsenhormonen ausgeglichen werden. Bei gut eingestellter Medikamentendosis sowie bei regelmäßiger und vor allem vorschriftsmäßiger Einnahme der Medikamente bist du genauso leistungsfähig wie Menschen ohne Schilddrüsenunterfunktion.

Und auch wenn in deiner Familie ein Verwandter unter Hashimoto leidet, heißt das nicht zwangsläufig, dass das Hashimoto-Syndrom auch bei dir ausbricht. Du solltest daher keine Angst haben. Körperliche Veränderungen und Beschwerden solltest du aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Scheue dich nicht, deinen Arzt um Rat zu fragen.

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Laborwerte

fT4: Freies Tetrajodthyronin

fT4 ist als Laborwert die Abkürzung von freiem Tetrajodthyronin.
fT4 steht für freies Tetrajodthyronin. Es ist eines der nicht an Transporteiweiße gebundenen, frei im Blut vorkommenden Schilddrüsenhormone.

Was bedeutet fT4?

fT4 ist die Abkürzung für freies Thyroxin, auch freies Tetrajodthyronin genannt. Thyroxin ist eines deiner Schilddrüsenhormone. Es kommt im Körper in einer freien Form (freies Thyroxin, fT4) oder als Eiweiß-gebundene Form (T4) vor.

Tetrajodthyronin wird in deiner Schilddrüse gemeinsam mit einem anderen Schilddrüsenhormon gebildet. Das ist das Trijodthyronin, kurz T3. In der Schilddrüse gibt es sogenannten Follikelepithelzellen. Diese Zellen sind für die Hormonproduktion zuständig. Gemeinsam bilden diese Zellen kleine Kugeln, in deren Mitte ein Hohlraum ist. Sie produzieren ein Eiweiß, Thyreoglobulin und lagern es im Hohlraum ab. Werden Schilddrüsenhormone benötigt, nehmen die Zellen vermehrt Jod aus dem Blut auf und geben es in den Hohlraum zum gelagerten Eiweiß Thyreoglobulin ab. An Seitenarme des Thyreoglobulins werden nun Jod-Teilchen gebunden und diese Seitenarme dann abgespalten. Enthalten diese abgespaltenen Seitenarme vier Teilchen Jod, so entsteht T4 also Tetrajodthyronin. Werden Anteile mit drei Teilchen Jod abgespalten, handelt es sich um ein anderes Schilddrüsenhormon, das T3 oder Trijodthyronin. In der Schilddrüse wird hauptsächlich T4 produziert. T4 ist langlebiger als T3, hat jedoch eine geringere Wirkung.

Die Schilddrüsenhormone werden dann in die Blutbahn freigesetzt. Im Blut sind sie in großen Teilen an Eiweiße gebunden. Kleine Anteile wie unser fT4 liegen allerdings frei im Blut vor und sind hormonell aktiv. Die Eiweiß-gebundenen Hormone im Blut können als Hormonspeicher dienen. Benötigt dein Körper schnell Schilddrüsenhormone, können die Hormone in den Zielzellen von den Transport-Eiweißen gelöst werden. Oft wird hier wieder ein Jod-Teilchen vom T4 abgespalten. Es entsteht also T3, was hormonell viel wirksamer ist als T4.

Schilddrüsenhormone erfüllen wichtige Aufgaben in deinem Körper:

  • Wachstum und Entwicklung.
  • Energiehaushalt, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel.
  • Körpertemperatur.

Die Produktion von T4 (und T3) ist in einen komplexen Regelkreis eingebunden. Damit nicht zu wenig oder zu viele Schilddrüsenhormone gebildet werden, unterliegt deine Schilddrüse einer strengen Regulation.

Für das nötige Gleichgewicht im Hormonhaushalt sorgen folgende Regulationszentren in deinem Körper:

  • Ein Teil deines Zwischenhirns, der Hypothalamus, gibt mithilfe von TRH (Thyreotropin-freisetzendes Hormon) der Hirnanhangsdrüse ein Signal.
  • Die Hirnanhangsdrüse (auch Adenohypophyse oder Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse genannt) reagiert auf das Signal des Hypothalamus, indem sie TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon) freisetzt.
  • Das von der Hirnanhangsdrüse gebildete TSH bindet an die Schilddrüse und regt die Bildung der Schilddrüsenhormone an.

Wann wird der fT4-Wert bestimmt?

Der fT4-Wert wird bestimmt, um die Funktion deiner Schilddrüse und die Funktionsfähigkeit deines Schilddrüsen-Regelkreises zu untersuchen. Überprüft werden kann zum Beispiel:

  • Ob die Produktion deiner Schilddrüsenhormone funktioniert.
  • Ob deine Schilddrüse zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone produziert.
  • Ob deine Schilddrüse auf die Kontrollmechanismen deiner Hirnanhangsdrüse reagiert.

Eine Bestimmung des fT4 wird beispielsweise durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine Hypo- oder Hyperthyreose, also eine Unter- oder Überfunktion deiner Schilddrüse besteht. Auch wenn du schwanger bist, wird deine Schilddrüse kontrolliert. Denn die Schilddrüsenhormone spielen eine große Rolle in der Entwicklung deines ungeborenen Kindes.

Normalwerte für fT4

fT4 wird im Blutserum bestimmt. Die Konzentration des freien Tetrajodthyronin ist abhängig vom Alter, aber nicht vom Geschlecht. Die Normalwerte des fT4 gelten also sowohl für Frauen als auch für Männer. Angegeben werden die Werte in ng/dl (Nanogramm pro Deziliter), das sind Milliardstel Gramm pro Deziliter.

Der fT4-Normalwerte für Erwachsene liegt bei 0,73 – 1,95 ng/dl.

Normalwerte für Kinder und Jugendliche findest du in der Tabelle:

Alter fT4-Normalwert
1. und 2. Lebenstag 1,6 – 3,8 ng/dl
3. – 30. Lebenstag 1,5 – 3,0 ng/dl
1 – 12 Monate 1,1 – 1,8 ng/dl
1 – 7 Jahre 0,9 – 1,7 ng/dl
7 – 13 Jahre 0,9 – 1,7 ng/dl
13 – 18 Jahre 0,9 – 1,8 ng/dl

Der fT4-Wert bezeichnet nur die Konzentration des frei im Blut vorliegenden und aktiven T4. Eiweiß-gebundenes T4 wird in der Messung nicht berücksichtigt. So ist der fT4-Wert unabhängig von Veränderungen der Eiweiß-Zusammensetzung des Blutes und kann unabhängig von der Konzentration der Transportproteine gedeutet werden.

Sollten deine fT4-Werte von den genannten Werten abweichen, dann bedenke: jedes Labor arbeitet mit anderen Analysegeräten und hat daher auch eigene Normalwerte. Dein Arzt kann dir den Laborbefund genaU erklären und deine Fragen beantworten.

Der fT4 wird oft zusammen mit den Werten für TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon) und fT3 bestimmt. Die gemeinsame Betrachtung der Werte kann Aufschluss über die Funktion deiner Schilddrüse und deines Schilddrüsen-Regelkreises geben.

Was bedeutet es, wenn dein fT4-Wert zu hoch ist?

Ein hoher fT4-Wert zeigt eine vermehrte Produktion deines Schilddrüsenhormons Tetrajodthyronin an. Eine gemeinsame Betrachtung des fT4 mit den weiteren Werten des Schilddrüsen-Regelkreises wie TSH und fT3 kann Hinweise auf eine mögliche Ursache geben.

fT4 und fT3 erhöht, TSH erniedrigt

Wenn die Werte für fT4 und fT3 erhöht sind sowie Wert für TSH erniedrigt, könnte es sich um eine primäre Hyperthyreose handeln. Da Ursache für diese Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) in den meisten Fällen in der Schilddrüse selbst liegt, wird diese Art der Überfunktion als primäre Hyperthyreose bezeichnet. Hohe Konzentrationen von Schilddrüsenhormonen führen dazu, dass deine Hirnanhangsdrüse weniger TSH produziert. Auf diese Weise soll das Hormongleichgewicht wiederhergestellt werden.

Mögliche Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Schilddrüsenentzündungen (Thyreoiditis).
  • Autoimmune Entzündungen der Schilddrüse wie Morbus Basedow (Autoimmunthyreoiditis).
  • Untersuchungen mit Jod-haltigem Kontrastmittel.
  • Arzneistoffe wie Amiodaron (bei Herzrhythmusstörungen).
  • Heiße Knoten oder hormonell aktive Tumoren (hormonproduzierende Adenome oder Karzinome).
  • Zu hohe Dosierung des Schilddrüsenmedikaments Thyroxin.

fT4, fT3 und TSH erhöht

Sind in den Laborwerten fT4, fT3 und TSH erhöht, kann eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Schuld daran kann deine Hirnanhangsdrüse (Adenohypophyse) sein. Als vorgeschaltetes Regulationszentrum produziert der Vorderlappen deiner Hirnanhangsdrüse das TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon). Deine Schilddrüse reagiert auf das TSH mit einer Produktion von T4 und T3. Wenn deine Hypophyse zu viel TSH produziert, stellt auch deine Schilddrüse zu viele Hormone her. Das nennt sich sekundäre Schilddrüsenüberfunktion oder sekundäre Hyperthyreose. Normalerweise melden hohe T3 und T4 Konzentrationen deiner Hypophyse zurück, dass genügend Hormone vorhanden sind und kein weiteres TSH ausgeschüttet werden muss. Manche Erkrankungen führen dazu, dass deine Hypophyse nicht mehr auf diesen Rückmeldungsmechanismus reagiert. Mögliche Ursachen könnten Erkrankungen der Hypophyse oder ein sehr seltener Hypophysentumor sein.

Was bedeutet es, wenn dein fT4-Wert zu niedrig ist?

Ein erniedrigter fT4-Wert kommt durch eine verminderte Produktion deines Schilddrüsenhormons Thyroxin oder Tetrajodthyronin zustande. Um mögliche Gründe des niedrigen fT4-Spiegels herauszufinden, kannst du dir gemeinsam mit deinem Arzt den fT4-Wert und die weiteren Werte deines Schilddrüsen-Regelkreises ansehen.

fT4 erniedrigt, TSH erhöht

Möglicherweise liegt erniedrigten fT4-Werten und erhöhten TSH-Werten eine Schilddrüsen-Unterfunktion zugrunde. Deine Schilddrüse schafft es nicht, ausreichend Schilddrüsenhormone zu produzieren. Deiner Hirnanhangsdrüse wird also zurück gemeldet, dass Schilddrüsenhormone fehlen. Nun produziert deine Hirnanhangsdrüse mehr TSH, um deine Schilddrüse weiter zur Schilddrüsenhormon-Freisetzung anzuregen. Die Ursache der fehlenden Hormone liegt also in der Schilddrüse selbst, daher wird die Schilddrüsenunterfunktion auch als primäre Hypothyreose bezeichnet.

Erkrankungen, die als Ursache für eine primäre Schilddrüsenunterfunktion (primäre Hypothyreose) möglich sein könnten:

  • Schilddrüsen-Entzündung (Thyreoiditis).
  • Autoimmune Entzündung / Hashimoto-Thyreoiditis.
  • Medikamentenwirkstoffe, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen, wie Thyreostatika, Lithium.
  • Angeborene Schilddrüsenunterfunktion.

fT4 erniedrigt, TSH erniedrigt

Wenn sowohl deine Schilddrüsenhormonwerte fT4 und fT3 als auch dein TSH-Wert niedrig sind, wäre als Ursache eine Störung deiner Hirnanhangsdrüse möglich. Diese Unterfunktion deiner Schilddrüse ist dadurch bedingt, dass die Hypophyse zu wenig TSH freisetzt und deine Schilddrüse somit zu wenig Signale zur Produktion der Schilddrüsenhormone erhält. Daher nennt sich diese Schilddrüsenunterfunktion auch sekundäre Hypothyreose. Eine Erkrankung deiner Hirnanhangsdrüse könnte ein Grund sein.

Was Schilddrüsenwerte bedeuten

Bei Fragen zu den komplexen Kombinationen und Konstellationen der Schilddrüsenwerte, zur Bedeutung und den Ursachen der Abweichung deiner persönlichen Schilddrüsenwerte, sprich bitte deinen Arzt an. In der Tabelle kannst du eine Zusammenfassung des Zusammenspiels der Schilddrüsenwerte ablesen.

Schilddrüsenfunktion TSH T3 T4
Schilddrüsenüberfunktion = Hyperthyreose primär niedrig hoch hoch
sekundär hoch hoch hoch
Schilddrüsenunterfunktion = Hypothyreose primär hoch niedrig niedrig
sekundär niedrig niedrig niedrig

 

Was kannst du selbst bei abweichenden fT4-Werten tun?

Der Regelkreis deiner Schilddrüsenhormone wird durch einen Teil des Zwischenhirns, den Hypothalamus, und die Hirnanhangsdrüse überwacht. Auf den Hypothalamus oder den Schilddrüsenregelkreis generell kannst du selbst wenig Einfluss nehmen. Du kannst aber darauf achten, ob vielleicht Medikamente, die du einnimmst, Einfluss auf deine Schilddrüse haben könnten. Besprich eventuelle Ersatz-Medikationen bitte unbedingt mit deinem Arzt und setze verordnete Medikamente nie auf eigene Faust ab.  Außerdem kannst du auf eine ausreichende Jodzufuhr über die Nahrung achten. Aber auch hier gilt: viel hilft nicht viel. Lass dich von deinem Arzt beraten. Im Gespräch könnt ihr gemeinsam entscheiden, wie ihr vorgeht, um deinen fT4-Wert wieder in den Normbereich zu bekommen.

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Laborwerte

fT3: Freies Trijodthyronin

fT3 ist als Laborwert die Abkürzung von freiem Trijodthyronin.
fT3 steht für freies Trijodthyronin. Es ist eines der nicht an Transporteiweiße gebundenen, frei im Blut vorkommenden Schilddrüsenhormone.

Was bedeutet fT3?

fT3 steht für freies Trijodthyronin. Dabei handelt es sich um ein von deiner Schilddrüse (Thyroidea) gebildetes Hormon. Im Blut kann das Trijodthyronin entweder in einer freien, hormonell aktiven Form als fT3 oder an Transporteiweiße gebunden als T3 vorkommen.

Trijodthyronin wird in deiner Schilddrüse gemeinsam mit einem anderen Schilddrüsenhormon gebildet. Das ist das Tetrajodthyronin, kurz T4 oder auch Thyorxin genannt. Beide Hormone werden ausgehend von einem Eiweiß namens Thyreoglobulin produziert. Benötigt dein Körper Schilddrüsenhormone, so werden vermehrt Jod-Teilchen an Seitenarme des Thyreoglobulins gebunden. Die Seitenarme werden dann als fertige Hormone abgespalten.

Entsteht aus einem Seitenarm nun ein Hormon, welches drei Jod-Teilchen enthält, nennt es sich T3. Entsprechend nennt sich das Hormon mit vier Jod-Teilchen T4 oder Tetrajodthyronin. Die Schilddrüse produziert wesentlich mehr T4 als T3.

Über die Blutbahn können deine Schilddrüsenhormone ihre Zielorte erreichen. T3 ist biologisch viel wirksamer als T4. Das machen sich die Zielzellen zunutze. T4 wird hier häufig durch Abspaltung eines Jod-Teilchens in T3 umgewandelt. T4 kann also als eine Art Hormonspeicher im Blut angesehen werden. Immer wenn dein Körper zügig Schilddrüsenhormone benötigt, kann er auch auf das Eiweiß-gebundene T4 zurückgreifen und daraus das hormonell wirksamere, aber kurzlebigere T3 abspalten.

T3 und T4 sind unter anderem für folgende Aufgaben in deinem Körper zuständig:

  • Energiehaushalt.
  • Regulation deiner Körpertemperatur.
  • Stoffwechsel der Kohlenhydrate und Fette.
  • Wachstum.
  • Körperliche und geistige Entwicklung (insbesondere von Ungeborenen und Neugeborenen).

Um sicherzustellen, dass die Schilddrüsenhormone in deinem Körper auch im Gleichgewicht sind, existiert im Körper ein komplizierter Schilddrüsen-Regulationsmechanismus. Wie der aussieht, liest du bei dem Laborwert TSH.

Wann wird der fT3-Wert bestimmt?

Eine Bestimmung deines fT3-Werts kann zum Beispiel zur Beurteilung deiner Schilddrüsenfunktion und der Funktionstüchtigkeit deines Schilddrüsen-Regelkreises durchgeführt werden. Typischerweise werden deine Schilddrüsenwerte auch überprüft, wenn du schwanger bist. Das liegt daran, dass Schilddrüsenhormone viele Aufgaben in der Entwicklung des ungeborenen Kindes erfüllen.

Typische Fragestellungen zur Bestimmung deiner Schilddrüsenwerte sind zum Beispiel Diagnosefindung und Therapiekontrolle bei:

  • Schilddrüsenfunktionsfähigkeit.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis).

Normalwerte für fT3

Der fT3-Wert wird im Blut-Serum bestimmt. Gemessen wird der fT3-Wert in pmol/l. Picomol pro Liter steht für ein Billionstel Mol pro Liter. Mol ist die internationale Basiseinheit der Stoffmenge. Sie dient der Mengenangabe bei chemischen Reaktionen.

Die Normalwerte für fT3 sind nicht unabhängig von deinem Geschlecht, wohl aber davon, wie alt du bist bzw. ob du noch ein Kind oder bereits erwachsen bist.

Für Erwachsene liegt der Normalwert für fT3 bei 3,4-7,2 pmol.

Die Normalwerte für Kinder sind:

Alter Normalwert
1. und 2. Lebenstag 5,2 – 14,3 pmol/l
3. – 30. Lebenstag 4,3 – 10,6 pmol/l
1 – 12 Monate 5,1 – 10,0 pmol/l
1 – 7 Jahre 5,2 – 10,2 pmol/l
7 – 13 Jahre 6,2 – 9,5 pmol/l
13 – 18 Jahre 5,2 – 7,2 pmol/l

Wenn abweichende fT3-Werte bei dir festgestellt wurden, mache dir bitte nicht sofort Sorgen. Die fT3-Normalwerte schwanken aufgrund von unterschiedlichen Analysegeräten in unterschiedlichen Laboren. Bitte sprich mit deinem Arzt darüber.

Was bedeutet es, wenn dein fT3-Wert zu hoch ist?

Hohe fT3-Werte zeigen, dass hohe Konzentrationen an Trijodthyronin in deinem Körper zu finden sind. Um mögliche Ursachen für die hohen fT3-Werte zu finden, wird fT3 in Kombination mit anderen Werten des Schilddrüsen-Regelkreises betrachtet.

fT3-Wert und fT4-Wert sind erhöht, der TSH-Wert ist aber niedrig

Ursächlich könnte eine primäre Hyperthyreose sein, also eine Überfunktion deiner Schilddrüse. Die Schilddrüsen-Hormonproduktion ist hier gesteigert, obwohl deine Hirnanhangsdrüse nur wenig Signale an die Schilddrüse sendet.  Mögliche Gründe für die Schilddrüsenüberfunktion sind:

  • Autoimmunologische Entzündungen wie Morbus Basedow (Autoimmunthyreoiditis).
  • Entzündungen der Schilddrüse (Thyreoiditis) im Frühstadium.
  • Vorausgegangene Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel.
  • Heißer Schilddrüsenknoten (Autonomie) oder Tumor.
  • Zu hohe Dosierungen von Schilddrüsenhormonpräparaten.
  • Medikamentenwirkstoffe wie Amiodaron zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

fT3-Wert, fT4-Wert und TSH-Wert sind zu hoch

Auch hier sind hohe Mengen an Schilddrüsenhormonen im Blut gemessen worden. Es liegt eine Überfunktion deiner Schilddrüse vor. Genannt wird die Überfunktion nun sekundäre Hyperthyreose, weil der Grund der vermehrten Hormonproduktion mutmaßlich nicht in der Schilddrüse liegt, sondern in den Regulationszentren der Schilddrüse.  Trotz hoher Hormonwerte im Blut, setzt die Hirnanhangsdrüse dennoch TSH frei und stimuliert die Schilddrüse zur Hormonbildung. Als Ursache kommen also Veränderungen oder Erkrankungen der Hypophyse und eventuell des Hypothalamus in Betracht. Selten ist die Ursache ein Hypophysentumor.

Was bedeutet es, wenn dein fT3-Wert zu niedrig ist?

Wenn dein fT3-Wert erniedrigt ist, spiegelt das eine geringe Hormonproduktion in deiner Schilddrüse wider. Werden die fT3-Werte gemeinsam mit den fT4– und TSH-Werten betrachtet, können mögliche Gründe für die geringen Hormonkonzentrationen gefunden werden.

Erniedrigter fT3-Wert und erhöhter TSH-Wert

Diese Konstellation könnte hinweisgebend für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit Ursache in der Schilddrüse sein. In der Fachsprache nennt man das primäre Hypothyreose. Trotz vermehrter Bildung von TSH in der Adenohypophyse, also deiner Hirnanhangsdrüse, reagiert die Schilddrüse nicht mit einer angemessenen Hormonproduktion. Hier könnten verschiedene Gründe in Frage kommen:

  • Autoimmunologische Erkrankungen wie die Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis.
  • Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis).
  • Angeborene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
  • Medikamente, durch die die Schilddrüsenhormonproduktion gehemmt wird.

Zu niedriger fT3-Wert und gleichzeitig ein niedriger TSH-Wert

Die Ursache deiner niedrigen fT3-Spiegel im Blut könnte bei gleichzeitig niedrigen TSH-Werten deine Hypophyse sein. Im Körper findet sich wenig TSH, sodass auch die Schilddrüse nur wenig durch das TSH zur Produktion von Schilddrüsenhormonen angeregt wird. Es findet sich also eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber nicht durch die Schilddrüse an sich, sondern durch höhere Regulationszentren bedingt ist. Diese Form der Unterfunktion nennt sich sekundäre Hypothyreose. Gründe könnten in einer Erkrankung der Hirnanhangsdrüse liegen.

Zusammenspiel der Schilddrüsen-Werte

Schilddrüsenfunktion TSH T3 T4
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) primär niedrig hoch hoch
sekundär hoch hoch hoch
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) primär hoch niedrig niedrig
sekundär niedrig niedrig niedrig

Wenn du dir nicht sicher bist, was deine Werte bedeuten und du genauere Erklärungen für deine Werte wünschst, wende dich bitte an deinen behandelnden Arzt.

Was kannst du selbst bei abweichenden fT3 Werten tun?

Da deine Schilddrüsenhormone wie dein fT3 komplexen Regulationsmechanismen mit mehreren Schaltstationen unterliegen, ist es für dich schwierig, Einfluss auf deinen fT3-Wert zu nehmen. Generell kannst du auf eine ausreichende, aber nicht übermäßige Aufnahme von Jod über deine Nahrung achten. Du kannst dir die Beipackzettel deiner Medikamente durchlesen und schauen, ob die Ursache vielleicht in deinen Medikamenten liegen könnte. Am besten sprichst du aber deinen Arzt an. Er kann dir deine Fragen beantworten und mit weiteren Untersuchungen der Abweichung deines fT3-Werts auf den Grund gehen.

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Laborwerte

TSH: Thyroidea-stimulierendes Hormon

TSH ist als Laborwert die Abkürzung für Thyroidea-stimulierendes Hormon.
TSH steht für Thyroidea-stimulierendes Hormon. Es regt die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen an. TSH wird zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion gemessen.

Was bedeutet TSH?

TSH ist die Abkürzung für Thyroidea-stimulierendes Hormon, auch Thyreotropin genannt. Thyroidea ist der medizinische Fachausdruck für die Schilddrüse. TSH könnte also als ein Schilddrüse-anregendes Hormon bezeichnet werden.

Das Hormon TSH wird von der Hirnanhangsdrüse produziert, genauer von dem Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse (Hypophysen-Vorderlappen, Adenohypophyse). Von dort gelangt es über die Blutbahn zu seinem Zielort, der Schilddrüse (Thyroidea). Hier regt es die Produktion der Schilddrüsenhormone an. Das Zusammenspiel der verschiedenen Hormone und die Ausschüttung von TSH werden durch einen komplexen Regelkreis kontrolliert:

Der Hypothalamus, ein Teil unseres Zwischenhirns, ist das übergeordnete Zentrum des TSH-Regelkreises. Er schüttet TRH, also das Thyreotropin-freisetzende Hormon, aus.

TRH gelangt zur Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse. Hier sorgt es, wie sein Name Thyreotropin-freisetzendes Hormon sagt, für die Freisetzung von Thyreotropin, also TSH.

Über die Blutbahn gelangt das TSH zu seinem Wirkort, der Schilddrüse. Es dockt an Bindestellen (Rezeptoren) des Schilddrüsengewebes an und regt die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) an. Die Schilddrüsenhormone übernehmen in deinem Körper viele wichtige Funktionen. Sie sind beteiligt an Stoffwechsel, Wachstum und Energiehaushalt.

Damit nicht zu wenige oder zu viele Schilddrüsenhormone produziert werden und dein Schilddrüsen-Hormonhaushalt im Gleichgewicht ist, hat dein Körper ein eigenes Regulationssystem entwickelt. Hohe Konzentrationen der Schilddrüsenhormone T3 und T4 hemmen die Bildung von TSH in der Hypophyse. Das nennt sich negativer Feedback-Mechanismus. Gleichzeitig signalisieren niedrige T3 und T4-Spiegel dem Körper, dass mehr Schilddrüsenhormone produziert werden müssen. So wird sichergestellt, dass sich die Hormone im Gleichgewicht befinden.

Wann wird der TSH-Wert bestimmt?

Der TSH-Wert wird bestimmt, um die Funktion und den Regelkreis der Schilddrüsenhormone zu überprüfen. Fragestellungen nach einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) stellen typische Situationen dar, in denen der TSH-Wert gemessen werden kann. Auch zur Kontrolle bei der Einnahme von Schilddrüsen-Medikamenten, wird dein TSH regelmäßig gemessen. Da die Funktion der Schilddrüse besonders in der Schwangerschaft für die Entwicklung des ungeborenen Kindes von hoher Bedeutung ist, wird auch bei den Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft der TSH-Wert gemessen.

Normalwerte für TSH

Die Normalwerte für das im Blutserum gemessene TSH sind für Männer und Frauen gleich. Die Normalwerte sind allerdings vom Alter abhängig. Angegeben werden die Werte in µIU/ml.

„µ“ bedeutet „Mikro“ und „IU“ steht für International Unit also „Einheit“. Die Einheit heißt als Mikroeinheit pro Milliliter.

Alter Normalwert
 

Kinder

bis 1. Lebenswoche 0,27 – 20 µIU/ml
1. Lebenswoche bis 1 Lebensjahr 0,27 – 7,0 µIU/ml
1.-17. Lebensjahr 0,27 – 5,0 µIU/ml
Erwachsene 0,27 – 4,2 µIU/ml

Bei Abweichungen von den hier genannten Normalwerten musst du dir noch keine Sorgen machen. Werte können sich von Labor zu Labor unterscheiden.

Der TSH-Wert wird meist zusammen mit den Werten der Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmt. Die gemeinsame Interpretation dieser Werte kann dann Aufschluss über die Funktion und den Regelkreis deiner Schilddrüse geben.

Was bedeutet es, wenn dein TSH-Wert zu hoch ist?

Ein zu hoher TSH-Wert zeigt eine Veränderung im Schilddrüsen-Regelkreis an. Um die TSH-Werte und die Gründe der Erhöhung richtig zu beurteilen, werden diese meist in Kombination mit den Schilddrüsenhormonen T3 und T4 bestimmt.

TSH erhöht, fT3 und fT4 erniedrigt

Sind die Werte für TSH erhöht und die für fT3 und fT4 erniedrigt, kann das einen Hinweis sein auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die Schilddrüse schafft es nicht, genügend Hormone zu produzieren. Der Hirnanhangsdrüse wird rückgemeldet, dass Schilddrüsenhormone fehlen. Sie versucht durch vermehrte Produktion von TSH die Schilddrüse zur Ausschüttung der fehlenden Hormone T3 und T4 anzuregen. Diese Art der Schilddrüsenunterfunktion wird dann primäre Hypothyreose genannt.

TSH, fT3 und fT4 erhöht

Bei erhöhten Werten von TSH, fT3 und fT4 könnte eine Störung deiner Hirnanhangsdrüse oder dem Hypothalamus vorliegen. Der Rückkopplungsmechanismus ist gestört.

Die TSH-Produktion kann auch durch Wechselwirkungen mit Medikamenten beeinflusst werden. Arzneistoffe, die die TSH-Ausschüttung steigern können, sind zum Beispiel:

  • Stimmungsstabilisierer wie Lithium.
  • Dopaminantagonisten wie Metoclopramid, Chlorpromazin, Haloperidol.
  • Anti-Epileptika wie Carbamazepin.
  • Der Asthma-/COPD-Arzneistoff Theophyllin.
  • Jodid in hohen Dosen.

Sprich bitte mit deinem Arzt über deine Schilddrüsenwerte und lass dir von ihm die genaue Bedeutung deiner Befunde erklären.

Was bedeutet es, wenn dein TSH-Wert zu niedrig ist?

Ein erniedrigter TSH-Wert könnte Hinweis auf eine Störung im Schilddrüsen-Hypophysen-Regelkreis oder eine Störung in der Schilddrüse selbst sein. Wenn die TSH-Werte zusammen mit den Werten der Schilddrüsenhormone betrachtet werden, können sich folgende Befundkonstellationen ergeben.

TSH erniedrigt, fT3 und fT4 erhöht

Ein erniedrigter Wert für TSH und erhöhte Werte für fT3 und fT4 sind ein typisches Befundmuster für eine primäre Hyperthyreose, eine Schilddrüsenüberfunktion. Die Schilddrüse produziert zu viele Hormone und ist nicht mehr auf die Regulation durch das TSH der Hypophyse abgestimmt. Die Hormonproduktion erfolgt autonom, also unabhängig vom Regelkreis oder wird durch andere Faktoren angeregt. Ursache könnte ein „heißer Knoten“, also ein Hormon-produzierender Schilddrüsenknoten sein. Schilddrüsenknoten können gutartig, aber auch bösartig sein. Ebenso könnten Schilddrüsen-Entzündungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis im Frühstadium der Erkrankung oder Morbus Basedow Ursache hierfür sein.

TSH, fT3 und fT4 erniedrigt

Zu geringe Thyreotropin-Konzentrationen in Kombination mit niedrigen Schilddrüsenhormonspiegeln treten zum Beispiel auf, wenn deine Hypophyse, also die Hirnanhangsdrüse, nicht genug TSH produziert. Da hier zu wenig Schilddrüsenhormone zur Verfügung stehen, der Grund aber nicht in der Schilddrüse liegt, wird diese Situation eine sekundäre Schilddrüsenunterfunktion (sekundäre Hypothyreose) genannt.

Wechselwirkungen mit Medikamentenwirkstoffen können die TSH-Freisetzung hemmen. Zu diesen Arzneistoffen gehören unter anderem:

  • Dopamin.
  • Parkinson-Medikamente wie L-Dopa.
  • Opioid-Schmerzmittel wie Morphin.
  • Glucocortikoide wie Cortisol.
  • Blutverdünner wie Heparin.
  • Schilddrüsen-Arzneistoffe wie L-Thyroxin.

Befundkonstellationen der Schilddrüsenwerte

  TSH T3 T4
Schilddrüsenüberfunktion = Hyperthyreose primär niedrig hoch hoch
sekundär hoch hoch hoch
Schilddrüsenunterfunktion = Hypothyreose primär hoch niedrig niedrig
sekundär niedrig niedrig niedrig

primär = Störung der Schilddrüse

sekundär = Störung auf übergeordneter Ebene

Was kannst du bei abweichenden TSH-Werten selbst tun?

Den Regelkreis der Schilddrüse kannst du selbst wenig beeinflussen. Solltest du hohe TSH-Werte im Rahmen einer durch Jodmangel-bedingten Schilddrüsenhormon-Unterproduktion haben, kannst du auf die Zufuhr von ausreichend Jod achten, zum Beispiel mit Hilfe von jodiertem Speisesalz. Falls Medikamente ursächlich für erhöhte oder erniedrigte TSH-Werte sind, sprich bitte deinen Arzt an. Er kann dann entscheiden, wie ihr weiter vorgeht und wie ihr deine TSH-Werte wieder in den Griff bekommt.