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Checkliste Hausapotheke

Mann kontrolliert seinen Medizinschrank.
Da Medikamente vor Feuchtigkeit geschützt, kühl und dunkel aufbewahrt werden sollten, hat der Medizinschrank im Badezimmer nichts zu suchen.

Was gehört in die Hausapotheke?

Eine gut ausgestattete Hausapotheke sollte in deinem Haushalt nicht fehlen, damit du zum Beispiel bei kleineren Verletzungen, Schmerzen oder Fieber sofort reagieren kannst. Leider gerät bei vielen Menschen die einmal gefüllte Hausapotheke oft in Vergessenheit und erst im Ernstfall wird bemerkt, dass das Pflaster nicht mehr klebt oder das Verfallsdatum von Salben und Tabletten überschritten ist. Daher: überprüfe den Inhalt deiner Hausapotheke regelmäßig, mindestens jedoch einmal pro Jahr.

Überblick behalten: Wenn du dir eine Liste mit den Inhalten deiner Hausapotheke erstellst, kannst du diese bei der nächsten Kontrolle einfach abhaken. Viele Menschen setzen sich zur Kontrolle der Hausapotheke auch einen festen Termin. Zum Beispiel zur Zeitumstellung, zu Beginn der Sommerferien oder nach dem Jahreswechsel.

In die Hausapotheke gehören neben den Standards wie Verbandsmaterial und Hilfsmittel auch Medikamente. Neben der Basisausstattung sollte sich der Inhalt deiner Hausapotheke immer auch nach deinen individuellen Bedürfnissen richten. Daher überlege bei der Zusammenstellung der Notfallapotheke, mit welchen gesundheitlichen Problemen du öfter zu kämpfen hast. Wenn du beispielsweise häufig Herpesbläschen hast, solltest du eine entsprechende Salbe im Haus haben. Hilfe bei Lippenherpes. Wenn du dir oft Blasen läufst, solltest du genug Blasenpflaster vorrätig haben. Verletzt du dich leicht bei Haus- und Gartenarbeit, sind neben einer Wundsalbe und Wunddesinfektionsmittel vor allem ausreichend Pflaster und Verbandsmaterial notwendig.

Hast du Familie und Kinder oder leben in deinem Haushalt Allergiker oder chronisch Kranke, dann denke neben der Basisausstattung der Hausapotheke an die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds. Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, notiere auf der Verpackung von Arzneien gut lesbar den Namen desjenigen, für den das Mittel bestimmt ist.

Arzneimittel für die Hausapotheke

Verschreibungspflichtige Medikamente wie zum Beispiel Blutdruckmittel gehören nicht in die Hausapotheke. Denn verschreibungspflichtige Medikamente darf ausschließlich die Person einnehmen, der der Arzt die Arznei verschrieben hat. Da die Hausapotheke in der Regel von mehreren Familienmitgliedern genutzt wird, könnte eine Verwechslung der Medikamente böse Folgen haben.

Für alle anderen Medikamente in der Hausapotheke gilt: Bewahre Medikamente in der Originalverpackung mit Beipackzettel auf: Eine klare Beschriftung der Arzneimittel hilft, sich besser zurechtzufinden. Du kannst beispielsweise auf die Verpackung schreiben, bei welchen Beschwerden ein Medikament hilft und für welches Familienmitglied es gekauft wurde.

Um einen Überblick über die Haltbarkeit der Arzneien zu behalten, kannst du auf allen Arzneimitteln, die nicht einzeln verschweißt sind, das Anbruchs-Datum notieren.

Folgende Arzneimittel solltest du in deiner Hausapotheke vorrätig haben:

  • Mittel gegen Erkältungssymptome
  • Schmerzmittel und Fiebermittel: Wenn du regelmäßig andere Medikamente einnimmst, achte unbedingt darauf, dass die Wirkstoffe im Schmerzmittel sich damit vertragen. Frag am besten deinen Hausarzt oder deinen Apotheker um Rat
  • Halstabletten
  • Salben oder Gels gegen Insektenstiche und Juckreiz
  • Salben oder Gels für Sportverletzungen wie Verstauchungen
  • Salbe für Brandverletzungen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung

Welche Heilkräutertees vorrätig haben?

Bei vielen Beschwerden sorgen Tees aus Heilkräutern für Linderung. Folgende Kräutertees können daher eine sinnvolle Ergänzung zu deiner Hausapotheke sein:

  • Anis-, Fenchel-, Kümmeltee zur Linderung von Blähungen
  • Kamillentee gegen Magenschmerzen
  • Kamillenblüten zur Herstellung eines Dampfbades zum Inhalieren bei Erkältungen mit Husten und Schnupfen
  • Salbeitee zur Linderung von grippalen Infekten, krampfhaften Magenschmerzen, Menstruationsbeschwerden
  • Pfefferminztee zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden

Bitte beachte: die Tees gehören nicht in den Medizinschrank. Du solltest sie kühl, trocken und originalverpackt im Küchenschrank oder Vorratsregal lagern.

Hilfsmittel für die Hausapotheke

Neben den folgenden Basis-Hilfsmitteln für die Notfallapotheke solltest du auch immer eine Wärmflasche, eine funktionierende Taschenlampe und frische Baumwollhandtücher vorrätig haben.

  • Fieberthermometer mit passender Hülle. Achte darauf, die Batterien regelmäßig auszutauschen und ein defektes Gerät zu ersetzen. Welche Fiebermessgeräte gibt es?
  • Einmal-Handschuhe als Schutz vor Infektionen
  • Verbandschere für sicheres Zuschneiden und Entfernen von Verbandmaterial
  • Pinzette zur Entfernung von kleinen Holzsplittern oder Pflanzenstacheln
  • Desinfektionsmittel, um Oberflächen wie Schere oder Pinzette, aber auch nicht verletzte, intakte Haut keimarm zu halten
  • Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenlasso. Wie Zecken entfernen?
  • Erste-Hilfe-Anleitung
  • Kühlkompressen oder Kühlpads für Sportverletzungen. Bewahre sie im Kühlfach auf, dann sind sie im Bedarfsfall sofort einsatzbereit.

Notfall-Nummern griffbereit haben

Im Notfall kann es durchaus passieren, dass du die einfachste Telefonnummer nicht mehr weißt. Daher: Notiere auf einem Zettel alle wichtigen Nummern und bewahre ihn gut sichtbar in deiner Hausapotheke auf. Du kannst die Liste mit Notfallnummern beispielsweise an die Innenseite der Türen des Medizinschranks kleben. Folgende Nummern sollten auf deiner Notfall-Liste stehen:

  • Polizeinotruf: 110
  • Rettungswagen, Feuerwehr: 112
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Hausarzt
  • Zahnarzt
  • Apotheke
  • Giftnotruf: Je nach Bundesland unterschiedlich. Das Telefonbuch hat eine Liste mit Giftnotrufzentren aller 16 Bundesländer zusammengestellt
  • nächstgelegene Notaufnahme
  • Hilfsdienst wie zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz
  • Angehöriger, der bei Notfällen informiert werden sollte.

Verbandsmittel für die Hausapotheke

Bei der Zusammenstellung von Verbandsmitteln für deine Hausapotheke kannst du dich an deinem Kfz-Verbandskasten orientieren oder dir in der Apotheke helfen lassen. Achte bei der Kontrolle deiner Hausapotheke darauf, dass die Verbandsstoffe sauber und steril verpackt sind und Pflaster noch kleben.

Folgende Verbandsmittel gehören in deine Hausapotheke:

  • Sterile Kompressen, um Wunden keimfrei abzudecken
  • Mullbinden verschiedener Breiten, um Kompressen zu fixieren oder um Salbenverbände herzustellen
  • Verbandpäckchen in mehreren Größen
  • Brandwundenverbandspäckchen
  • Heftpflaster, um Kompressen und Binden direkt auf der Haut zu befestigen
  • Pflasterstrips und Wundschnellverband, um kleinere Verletzungen im Alltag schnell behandeln zu können. Den Wundschnellverband kannst du auf die optimale Größe zuschneiden.
  • Verbandwatte zum Auspolstern von Verbänden
  • Dreiecktuch, um eine Armschlinge herzustellen
  • Verbandklammern und Sicherheitsnadeln, um Verbände zu befestigen und in Form zu halten

Übrigens solltest du als Autobesitzer und Autofahrer mindestens einmal jährlich einen Blick in den Kfz-Verbandskasten werfen. Auf die Verpackung muss ein entsprechender Hinweis auf die aktuell gültige Norm DIN 13164 gedruckt sein. Achte darauf, dass der Inhalt des Verbandskastens vollständig und unbeschädigt ist. Die Verpackungen der sterilen Materialien sollten nicht brüchig sein, sonst ist der Inhalt nicht mehr keimfrei. Bei überschrittenem Verfallsdatum des Kfz-Verbandskastens droht bei offiziellen Kontrollen ein Bußgeld. Am besten du tauschst den Verbandskasten nach Ablauf des Verfallsdatums komplett aus.

Hausapotheke für Kinder

Gehören Kinder oder Säuglinge zu deinem Haushalt, sollten geeignete Medikamente in entsprechender Dosierung in eurer Notfallapotheke vorhanden sein.

Doch Vorsicht: Medikamente für Erwachsene sind für Kinder nicht geeignet. Auch in geringerer Dosierung dürfen Arzneien für Erwachsene Kindern nicht leichtfertig verabreicht werden. In eine Kinder-Hausapotheke gehören deshalb nur solche Arzneimittel, die für Kinder geeignet sind. Lass dich bei der Zusammenstellung deiner Kinder-Hausapotheke von deinem Kinderarzt sowie in deiner Apotheke beraten.

Überlege außerdem, in welchen Situationen du kurzfristig ein Arzneimittel für die Kleinen benötigen könntest. Medikamente, die deine Kleinen regelmäßig oder in bestimmten Notfällen benötigen, solltest du immer in ausreichender Menge im Haus haben.

In eine kindgerechte Hausapotheke und Mini-Notfallapotheke gehören dieselben Hilfsmittel und Verbandsmittel wie in eine normale Hausapotheke. Bei Medikamenten solltest du folgende Basisausstattung vorrätig haben:

  • Fieberzäpfchen
  • Schmerzstillende Zäpfchen
  • Präparate gegen Blähungen und Durchfall
  • Mittel gegen Zahnungsbeschwerden
  • Nasentropfen und Nasenspray für kurzzeitigen Gebrauch bei Schnupfen. Alternativ Meersalzlösungen.
  • Wundpflege für den Windelbereich
  • Wundgel und Wundsalbe für kleinere Verletzungen
  • Kälte-Sofort-Kompresse, die sich durch Drücken und Schütteln aktivieren lässt, für Prellungen und Insektenstiche
  • Altersgerechte Mittel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche

Was gehört nicht in die Hausapotheke?

Tierarzneimittel gehören nicht in die Hausapotheke. Oft sehen sich Verpaackungen täuschend ähnlich. Wird die Hausapotheke von mehreren Personen genutzt, können Verwechslungen der Arzneien böse Folgen haben.

Sind noch alte rezeptpflichtige Medikamente vorhanden, die du irgendwann einmal für eine bestimmte akute Erkrankung verschrieben bekommen hast, heißt es: weg damit. Denn rezeptpflichtige Medikamente gehören ebenfalls nicht in die Hausapotheke. Entsorge die Reste rezeptpflichtiger Arzneien künftig sofort, sobald du wieder gesund bist.

Reinigungsmittel und andere Chemikalien haben in der Hausapotheke auch nichts zu suchen.

Das gleiche gilt für verschmutzte Pflaster und gebrauchte Verbandsstoffe. Offene Wunden könnten sich durch sie infizieren, daher: nach Gebrauch bitte entsorgen.

Wohin mit der Hausapotheke?

Deine Hausapotheke sollte unbedingt als solche erkennbar sein und entsprechend beschriftet sein. Denn im Notfall muss ein schneller Zugriff auf das passende Präparat möglich sein.

Bitte bewahre die Medikamente deiner Hausapotheke wegen der schwankenden Luftfeuchtigkeit nicht im Badezimmer oder in der Küche auf. Lagere Arzneimittel besser im Flur oder im Schlafzimmer. Auf jeden Fall aber solltest du deine Hausapotheke kühl, trocken, dunkel und kindersicher aufbewahren. Kühl heißt, dass die Hausapotheke nicht direkt neben oder über der Heizung platziert werden sollte. Vermeide auch direkte Sonneneinstrahlung. Durch Wärme können die Inhaltsstoffe der Medikamente verändert werden, deren Wirksamkeit ist somit nicht mehr gewährleistet.

Kindersicher heißt, dass die Kleinen den Medikamentenvorrat, die Hilfsmittel und die Verbandsstoffe nicht erreichen können. Am besten geht das in einem abschließbaren Schränkchen (Schlüssel bitte nicht stecken lassen) oder in einer Medizintasche im erhöhten Regalbrett in einem Schrank im Elternschlafzimmer.

Abgelaufene Medikamente entsorgen

Den Inhalt deiner Hausapotheke solltest du mindestens einmal im Jahr überprüfen. Dabei alle Haltbarkeitsdaten kontrollieren und Abgelaufenes entsorgen und durch neue Präparate ersetzen.

In vielen Gemeinden dürfen Medikamente im Restmüll entsorgt werden. Achte darauf, sie nicht einfach zwischen die anderen Müllteile zu werfen, sondern stecke sie in eine blickdichte Tüte, die du verknotest. Diese Tüte gibst du dann erst am Abend vor der Müllabfuhr in die Tonne. So kannst du verhindern, dass Tiere oder spielende Kinder die Arzneimittel herausfischen.

Spüle Medikamente auf keinen Fall in der Toilette herunter. Denn die Kläranlagen können nicht alle Wirkstoffe zurückhalten und die Medikamenten-Rückstände könnten die Umwelt belasten.

Erkundige dich bei deinem lokalen Abfallentsorger oder in deiner Apotheke über die Entsorgungsmöglichkeiten von Medikamenten.

Was tun mit angebrochenen Medikamenten?

Arzneimittel sind nur begrenzt haltbar. Die Haltbarkeit richtet sich nach Wirkstoffen und Konservierung sowie danach, ob es sich um Fertigarzneimittel oder individuell angefertigte Rezepturen handelt.

Das Verfallsdatum bezieht sich auf unangebrochene Mittel. Der Inhalt angebrochener Tuben und Fläschchen verdirbt schneller. Sobald du etwas verwendet hast, solltest du daher das Anbruchsdatum auf die Verpackung schreiben. Sei besonders vorsichtig bei Augentropfen. Augentropfen dürfen in der Regel nach dem Öffnen höchstens sechs Wochen lang aufbewahrt werden. Nasensprays sollten in den Müll, sobald du die Erkrankung überstanden hast.

Haben Dragees unabhängig vom Verfallsdatum Risse oder sind Tabletten aufgrund von Feuchtigkeitseinwirkung aufgequollen solltest du sie ebenfalls entsorgen.

Tabletten und Salben ohne Beipackzettel solltest du ebenfalls entsorgen. Denn im Notfall ist hier unklar, was wogegen in welcher Dosis wirkt. Kontrolliere stets alle Verpackungen darauf, ob auch drin ist, was draufsteht. Oft verschwinden angebrochene Salben in der falschen Verpackung oder der Beipackzettel ist nicht mehr auffindbar oder falsch einsortiert. Beipackzettel sind jedoch wichtig für Anwendung und Dosierung. Auch wenn Nebenwirkungen auftreten, die du nicht eindeutig zuordnen kannst, solltest du das in der Packungsbeilage nachlesen können: So liest du Beipackzettel richtig.

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Diagnosekürzel

U11.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U11.9 für die Notwendigkeit der Impfung gegen Covid-19.
Unter U00 bis U49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 vorläufige Zuordnungen für Krankheiten mit unklarer Ätiologie (Entstehungsursache) und nicht belegte Schlüsselnummern zusammengefasst. U11.9 ist das Diagnosekürzel für Fälle, in denen du das Gesundheitssystem zum Zweck der Covid-19-Impfung in Anspruch nimmst.

U11.9: Notwendigkeit der Impfung gegen Covid-19, nicht näher bezeichnet

Das Diagnosekürzel U11.9 benutzen Ärzte, wenn sie kodieren wollen, dass du das Gesundheitswesen zum Zweck der Corona-Schutzimpfung in Anspruch nimmst.

Lies in unserem Coronavirus-Check mehr zu Symptomen und Schutz vor Covid-19 und erfahre Wissenswertes zu aktuellen Entwicklungen der Corona-Schutzimpfung.

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Diagnosekürzel

U12.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U12.9 für unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen.
Unter U00 bis U49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 vorläufige Zuordnungen für Krankheiten mit unklarer Ätiologie (Entstehungsursache) und nicht belegte Schlüsselnummern zusammengefasst. U12.9 ist das Diagnosekürzel für unerwünschte Nebenwirkungen, die bei und nach Verabreichung von Covid-19-Impfstoffen auftreten.

U12.9: Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet

Den Diagnosecode U12.9 verwendet dein Arzt, wenn er unerwünschte Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung angeben möchte. Voraussetzung dafür ist, dass der Covid-19-Impfstoff in korrekter Dosierung und wie vorgeschrieben verabreicht wurde.

In der deutschen Fassung der ICD-10 Klassifikation steht hinter U12.9 ein Ausrufezeichen (U12.9!). Dieser sogenannte Sekundärcode besagt, dass der Verschlüsselungskode nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit einem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachten Krankheit oder eines Symptomes (Primärkode) verwendet werden soll. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Sekundärkodes, es wird aber bei der Kodierung auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mit angegeben.

Um für U12.9 die Art der unerwünschten Nebenwirkung von Covid-19-Impfstoffen anzugeben, verwendet dein Arzt also eine zusätzliche Schlüsselnummer aus der ICD-10 Klassifikation.

Mehr zum Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste schwere Atemwegserkrankung Covid-19 liest du in unseren 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und zu Covid-19.

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Gesundheitstipps

Vitamine und Mineralstoffe: gesund im Doppelpack

Zitronen, Limetten, Kiwi, Trauben, Äpfel und Apfelsinen stecken voller Vitamine.
Damit dein Körper aufgenommene Vitamine besser verarbeiten und nutzen kann, solltest du ihn mit ein paar Tricks dabei unterstützen.

Vitalstoffe brauchen die richtigen Partner

Als Beschützer deiner Zellen leisten Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in deinem Körper wichtige Dienste. Doch viele Vitalstoffe kann dein Körper nur dann verwerten, wenn sie in der richtigen Dosis aufgenommen werden und mit dem richtigen Partner zusammenarbeiten.

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit saisonalen Produkten versorgt dich in der Regel ausreichend mit allen Vitalstoffen. Für Einige von uns kann es jedoch auch sinnvoll sein, Vitaminpräparate einzunehmen. Beispielsweise Vitamin D in Zeiträumen, in denen die Sonne wenig scheint. Doch Vorsicht: kombinierst du verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf eigene Faust, kann es bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) leicht zu Überdosierungen kommen. Frag am besten deinen Arzt um Rat. Ein Blutbild kann Auskunft darüber geben, ob und welche Vitamine dir fehlen und eventuell in Form von Vitalstoffpräparaten zugeführt werden können.

Vitamin A, D, E, K nur mit Fett wirksam

Die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K kann dein Körper nur dann nutzen, wenn sie zusammen mit Fett aufgenommen werden. Bereite daher Vitamin A-Lieferanten wie beispielsweise Karotten immer mit etwas Fett zu oder kombiniere sie mit einer fettreichen Mahlzeit. Eine rohe Möhre kannst du zum Beispiel zu einem Brot mit Butter essen, zusammen mit Nüssen knabbern oder als Salat oder Wrap mit Avocado zubereiten.

Der Vitamin A-Bedarf erhöht sich durch Infekte mit Fieber

Vitamin A sorgt für gute Augen. Es ist außerdem ein Antioxidans und Radikalfänger und somit ein Schutzfaktor für deine Haut und deine Schleimhäute. Schädliche Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, können zu Zellschäden führen. Antioxidantien wie Vitamin A, C und E sind in der Lage, freie Radikale abzufangen und zu neutralisieren.

Der Tagesbedarf an Vitamin A liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene ab 19 Jahren bei etwa 0,8 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Schwangere bei 1,1 mg. Das entspricht ungefähr 50 g Feldsalat oder 100 g roter Paprika. Spinat und Grünkohl liefern Beta-Carotin, was von deinem Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Infektionserkrankungen mit Fieber können den Vitamin A-Bedarf deines Körpers erhöhen. Ab welcher Temperatur beginnt Fieber?

Männer haben einen höheren Vitamin K-Bedarf

Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig, genauer für die Herstellung von Blutgerinnungsfaktoren. Der Tagesbedarf an Vitamin K wird in Mikrogramm (µg, Millionstel Gramm) angegeben. Er beträgt für Erwachsene von 15-50 Jahren, Schwangere und Stillende: 60 µg (Frauen) und 70 µg (Männer). Ab 51 Jahren erhöht sich der Vitamin K-Bedarf auf 65 µg (Frauen) und 80 µg (Männer). Mit etwa 150 g Speisequark oder 50 g Rosenkohl kannst du deinen Tagesbedarf an Vitamin K decken. Aber auch Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie, Kichererbsen, Pistazien, Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Fleisch und Geflügel sind gute Vitamin K-Lieferanten.

Vitamin E stärkt das Immunsystem

Vitamin E macht deine Zellen stark gegen den Angriff freier Radikale (schädliche Sauerstoffverbindungen), es schützt deine Haut und Adern. Außerdem stärkt Vitamin E dein Immunsystem und hilft bei Entzündungen. Der Tagesbedarf an Vitamin E beträgt für Frauen von 15-64 Jahren: 12 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm), ab 65 Jahren 11 mg. Männer mit 15-24 Jahren benötigen 15 mg Vitamin E pro Tag. Mit 25-64 Jahren: 14-13 mg und ab 65 Jahre 12 mg Vitamin E pro Tag.

Die Tagesdosis Vitamin E entspricht ungefähr 1 Teelöffel Pflanzenmargarine, 30 g Mandeln oder 2 Esslöffel kaltgepresstem Rapsöl. Gute Vitamin E-Lieferanten sind außerdem: Hülsenfrüchte, Getreide, Lupine, Avocado. Rauchen und Solariumbesuche können deinen Bedarf an Vitamin E erhöhen.

Ohne Sonne keine ausreichende Vitamin D-Versorgung

Vitamin D ist das Sonnenvitamin. Schon ein kurzes Sonnenbad regt die Bildung von Vitamin D an, das in deinem Körper für zwei bis vier Monate lang gespeichert werden kann. Vitamin D ist wichtig für das Wachstum und die Gesundheit deiner Knochen. Dafür arbeitet das Sonnenvitamin eng mit Kalzium zusammen. Der Tagesbedarf an Vitamin D beträgt für 15-64-Jährige und Schwangere: 5 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Menschen ab 65 Jahre benötigen eine Tagesdosis von 10 µg Vitamin D.

Schon 150 g Fisch (Makrele, Forelle, Hering) decken den Tagesbedarf an Vitamin D für eine ganze Woche, sofern auch noch ausreichende Sonnenbestrahlung vorhanden ist. Denn die Ernährung allein reicht für eine optimale Vitamin D-Versorgung nicht aus. Medikamente, die Kortison enthalten und die Einnahme von Schlafmitteln können deinen Vitamin D-Bedarf erhöhen.

Vitamin D und Kalzium sind füreinander Transporthelfer

Vitamin D unterstützt deinen Körper bei der Knochenstärkung und hat Einfluss auf deine Muskelkraft und deine Herz-Kreislauf-Gesundheit. 80 bis 90 Prozent des Vitamin D-Bedarfs deckt dein Körper über die durch Sonnenlicht angeregte eigene Produktion ab. Den restlichen Anteil kann dein Organismus über Vitamin D-reiche Nahrungsmittel wie Fisch, Leber, Eier und Champignons beziehen. Wie hoch der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Vitamin D-Tagesbedarf ist, liest du in diesem Artikel unter Ohne Sonne keine ausreichende Vitamin D-Versorgung.

Kalzium ist wichtig für deine Blutgerinnung, den Herzrhythmus, die Muskelarbeit und die Weiterleitung von Nervenimpulsen. Es reguliert die Aktivität verschiedener Enzyme, die in diesen Bereichen wichtig sind. Außerdem hilft Kalzium bei Bildung und Wachstum deiner Knochen, Zähne, Haut und Haare. Um deinen Kalzium-Bedarf zu decken, kannst du Kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Käse (Parmesan, Emmentaler), körniger Frischkäse, Quark oder Grünkohl essen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Kalzium-Tagesbedarf für Jugendliche und junge Erwachsene von 13 bis 18 Jahren: 1200 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Erwachsene ab 19 Jahren, Schwangere und Stillende: 1000 mg. Das entspricht etwa 100 g Parmesan oder 5 Scheiben Emmentaler.

Wie arbeiten Vitamin D und Kalzium zusammen?

Vitamin D sorgt für eine Regulierung deines Kalziumhaushalts und damit für den Aufbau von Knochensubstanz. Kalzium wird hauptsächlich über den Dünndarm aufgenommen. Allerdings nur dann, wenn die Kalzium-Konzentration in deinem Speisebrei ausreichend hoch ist. Ist das nicht der Fall, kommt Viramin D zum Einsatz. Das Sonnenvitamin hilft deinem Körper dabei, Kalzium verstärkt aus der Nahrung zu ziehen und in Körperbereiche wie Darm und Knochen aufzunehmen. Dank Vitamin D kann die Wirkung von Kalzium in deinem Körper um das 3-Fache ansteigen.

Vitamin D-Mangel und Kalzium-Mangel

Vitamin D-Mangel kann bei Kindern zu einer Rachitis (hierbei kommt es zu Knochenverformungen) führen. Bei Erwachsenen ist bei Vitamin D-Mangel eine Osteomalazie (gekennzeichnet durch Knochenerweichung) möglich.

Kalzium-Mangel kann zu Krämpfen führen. Wird das Kalzium in deinem Körper aufgrund von Vitamin D-Mangel und Kalzium-armer Ernährung knapp, holt es sich dein Körper aus deinen Knochen. Bei einem Dauerzustand kann als mögliche Folge eine Osteoporose entstehen (Knochenschwund, verringere Knochendichte).

Vitamin A braucht Zink

Zink steuert Enzyme des Vitamin A-Stoffwechsels. Es sorgt dafür, dass Vitamin A besser aus deiner Leber durch den Körper geschleust werden kann. Nicht benötigte fettlösliche Vitamine wie Vitamin A werden nämlich in deiner Leber und im Fettgewebe (Depotfett) gespeichert. Zink steuert in deinem Körper über 200 Enzyme, die am Eiweiß-, Zucker- sowie Fett- und Alkoholstoffwechsel beteiligt sind. Für die Gesundheit deiner Haut und deiner Haare ist das Spurenelement Zink ebenfalls wichtig. Zink hilft außerdem bei der Blut- und Spermienbildung und unterstützt dein Immunsystem. Zudem brauchen alle Zellen und Gewebe, die sich häufig teilen, das Spurenelement Zink.

Vitamin A ist für den Wachstumsprozess deiner Zellen zuständig. Es hält als Antioxidans und Radikalfänger deine Haut und deine Schleimhäute gesund. Gute Vitamin A-Lieferanten sind tierische Lebensmittel wie fetter Fisch (Makrele, Hering), Leber, Butter, Ei und Käse. Aber auch in Karotten und Paprikaschoten steckt Vitamin A. Lies mehr zu empfohlenen Tagesbedarf und der Menge an optimalen Nahrungsmitteln in diesem Artikel unter Vitamin A, D, E, K nur mit Fett wirksam.

Phytate beeinflussen den Zink-Haushalt

Gute Zinklieferanten sind Fleisch, Fisch, Nüsse, Käse (Edamer, Gouda) und Eier. Pflanzliche Zink-Lieferanten sind Haferflocken, Linsen oder Erbsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosen für Zink richten sich nach deinem Alter, deinem Geschlecht und nach deiner Phytatzufuhr: Der Schätzwert für die empfohlene Zinkdosis beträgt für Säuglinge von 0 bis unter 4 Monaten: 1,5 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm) Zink pro Tag. Die empfohlene Zufuhr für 15- bis unter 19-Jährige beträgt 11 mg Zink pro Tag für weibliche und 14 mg Zink pro Tag für männliche Jugendliche. Die empfohlene Zink-Tagesdosis für Frauen ab 19 Jahren mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Phytatzufuhr liegt bei 7 mg, 8 mg bzw. 10 mg Zink. Für Männer ab 19 Jahren liegen die Werte bei 11 mg, 14 mg bzw. 16 mg Zink pro Tag. Für Schwangere und Stillende liegen die Werte etwas höher als für nicht schwangere Frauen.

Phytat ist eine chemische Form der Phytinsäure. In Pflanzen kommt Phytat als Speicherform von Phosphor vor und bindet verschiedene Mineralstoffe, welche die Pflanze bei der Keimung benötigt. Phytat kommt daher vor allem in Lebensmitteln vor, die auch als Saatgut dienen können. Beispielsweise in Hülsenfrüchten und Vollkorn­getreide. Phytat bindet in deinem Magen-Darm-Trakt Zink. Die Folge: Zink kann dann nicht mehr von deinem Körper aufgenommen werden. Durch Zubereitungsmethoden wie Einweichen, Keimung oder Sauerteiggärung kann Phytat abgebaut und damit die Verfügbarkeit von Zink erhöht werden.

Auch wenn du gleichzeitig tierisches Eiweiß in Form von Eiern, Käse, Fleisch oder Fisch isst, erhöht das die Bioverfügbarkeit von Zink.
Neben der in den Lebensmitteln enthaltenen Zinkmenge ist also der Phytatgehalt von Nahrungsmitteln der wichtigste Faktor für die gelungene Aufnahme von Zink. Die Zinkaufnahme in deinem Darm (Absorption) kann bei sehr hohen Phytatgehalten in deiner Ernährung im Vergleich zu durchschnittlichen Phytatgehalten um bis zu 45 % vermindert sein. Daher sollte bei einer hohen Phytatzufuhr auch die Zufuhr von Zink erhöht werden. Sprich mit deinem Arzt über deine Ernährung und darüber, wie du eventuellen Zinkmangel ausgleichen kannst. Normalwerte für Zink in deinem Blut.

Biotin und Vitamin B12 für die Nerven

Biotin, auch Vitamin B7 genannt, ist ein bedeutender Bestandteil verschiedener Enzyme. Biotin hilft beim Stoffwechsel, den Nervenfunktionen und der Verdauung. Dieses B-Vitamin ist außerdem für den Abbau von Fettsäuren wichtig sowie für die Aktivierung von Energiereserven. Bei einem Biotin-Mangel können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Möglich sind Muskelschmerzen, Hautausschlag, Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Schläfrigkeit und Schwindel. Lies mehr über Ursachen und Hilfe bei Schwindel. Unter Umständen kann es bei Biotin-Mangel auch zu einer verzerrten Wahrnehmung von Berührungsreizen kommen.

Vitamin B12 wirkt unterstützend bei Stoffwechselprozessen und bei der Funktion deines Nervensystems. Vitamin B12 ist außerdem am Abbau bestimmter Fettsäuren beteiligt. Mögliche Folgen eines Vitamin B12-Mangels sind: Müdigkeit, Schwäche, Nervenstörungen und eine makrozytäre Anämie (Blutarmut durch zu große Vorstufen der roten Blutkörperchen). Lies mehr zu Vitamin B12-Mangel und Blutbildung.

Wie arbeiten Biotin und Vitamin B12 zusammen?

Biotin, auch Vitamin B7 genannt, und Vitamin B12 (Cobalamine) arbeiten in deinem Körper eng zusammen. In den Mitochondrien (Kraftwerke deiner Zellen) wirken beide B-Vitamine in Reaktionen zusammen, die zur Energiegewinnung in deinen Zellen dienen. Wird Vitamin B12 in deinem Körper benötigt, steigt auch der Verbrauch von Biotin an. Und umgekehrt kann ein Biotin-Mangel zu einem B12-Mangel führen. Daher empfiehlt es sich bei einem Vitamin B12- oder Biotin-Mangel, den Wert des Gegenparts durch die Nahrung aufzubessern.

Um deinen B12-Tagesbedarf zu decken, kannst du 50 g Quark oder Frischkäse, 1 Glas Milch oder einen Naturjoghurt, 125 g Seefisch, 125 g Beeren, 1 Portion Kohlgemüse, 1 Orange oder 1/2 Paprikaschote essen. Das entspricht der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Vitamin B12-Tagesdosis von 4 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm) für einen Erwachsenen.

Deinen Biotin-Bedarf kannst du über gemischte Kost abdecken. Bananen, Avocado, Spinat, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Leber und Milchprodukte können gute Biotin-Lieferanten für dich sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Biotinmenge von 30-60 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Das entspricht etwa 100 g Pilzen, 50 g Haferflocken, einem Ei oder 20 g Haselnüssen.

Vitamin B12 und Folsäure sind voneinander abhängig

Vitamin B12 ist wichtig für die Entwicklung und Funktion deines Nervensystems. Es hilft außerdem beim Aufbau der roten Blutkörperchen. Lies mehr über die Aufgaben der roten Blutkörperchen.

Folsäure, auch Folat und Vitamin B9 genannt, spielt bei Wachstumsprozessen und Zellteilung in deinem Körper eine wichtige Rolle. Das Wachstumsvitamin Folsäure ist an der Bildung deiner roten Blutkörperchen und der Erneuerung deiner Körperzellen beteiligt. In der frühen Schwangerschaft schützt Folsäure den Embryo vor Missbildungen. Folsäure wird in deiner Leber gespeichert und garantiert so eine gleichmäßige Versorgung für drei bis vier Wochen mit dem benötigten Vitamin B9.

Wie arbeiten Vitamin B12 und Folsäure zusammen?

Vitamin B12 und Folsäure spielen gemeinsam eine Rolle bei der Bildung von SAM (S-Adenosylmethionin), welches ein wichtiges Schlüsselprodukt für den Aufbau von Nervenbotenstoffen und damit für die Signalübertragung zwischen deinen Nerven ist.

Folsäure kann dein Körper ausschließlich mithilfe von Vitamin B12 aufnehmen und verarbeiten. Denn Vitamin B12 wandelt Folsäure in ihre Bestandsform um. Ein Vitamin B12-Mangel kann also zu einem Folsäure-Mangel führen, da diese Umwandlung nicht mehr stattfinden kann. Ohne Folsäure kann Vitamin B12 wiederum schädliche Aminosäuren nicht abbauen. Somit sind beide Vitamine voneinander abhängig.

Vitamin B12-Mangel und Folsäuremangel

Ein Mangel an Vitamin B12 und/oder ein Folsäuremangel kann zu einer megaloblastären Anämie führen. Hierbei kommt es zu einer gestörten Bildung der roten Blutkörperchen. Ein Vitamin B12-Mangel kann sich unter anderem durch Schwäche und Beeinträchtigung deiner Gedächtnisleistung zeigen.

Folsäuremangel kann durch Alkohol entstehen (Alkohol erschwert die Folsäure-Aufnahme) oder durch einseitige Ernährung (zu wenig Vollkornprodukte, Nüsse, Tomaten, Kopfsalat, Spinat und Eigelb). Symptome für einen Folsäuremangel können sein:

  • Blässe
  • Reizbarkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Zungenbrennen, Zungenkribbeln
  • eingeschränkter Geschmackssinn
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust

Da diese Beschwerden aber auch zu anderen Erkrankungen passen solltest du nicht gleich zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure greifen, sondern die Beschwerden von deinem Arzt abklären lassen.

Lebensmittel mit hohem Gehalt an Vitamin B12 und Folsäure

Vitamin B12 ist neben Sauerkraut, sauren Gurken und Sanddorn hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Käse und Sauermilchprodukten enthalten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Vitamin B12-Tagesdosis beträgt 4 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm) für einen Erwachsenen. Lies unter Biotin und Vitamin B12, was du essen kannst, um deinen B12-Tagesbedarf zu decken.

Lebensmittel mit hohem Gehalt an Folsäure sind: Geflügel, Hefe, Blumenkohl, Rotkohl, Grünkohl, Weißkohl, Erbsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Folat-Tagesdosis beträgt für Erwachsene 300 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Das entspricht etwa 200 g Weißkohl, 100 g Römersalat, 250 g Orangen, 150 g Mango, 200 g Fenchel, 150 g Tomaten, 100 g gerösteten Erdnüssen.

Der Bedarf an Folsäure kann sich durch Schwangerschaft, Infekte, Darm- und Lebererkrankungen erhöhen.

Stillenden empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 450 µg Folat pro Tag. Frauen, die schwanger werden wollen und Schwangeren wird geraten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 μg synthetische Folsäure pro Tag oder gleichwertige Dosen anderer Folate in Form eines Präparats einnehmen, um Neuralrohrdefekten ihres ungeborenen Kindes vorzubeugen. Neuralrohrdefekte sind Geburtsfehler des Gehirns, der Wirbelsäule und/oder des Rückenmarks. Diese können beim Kind später zu Nervenschäden, Lernbehinderungen, Lähmungen und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Die zusätzliche Einnahme eines Folsäure- oder Folatpräparats solltest du allerdings nicht auf eigene Faust vornehmen, sondern mit deinem Gynäkologen besprechen. Wann zum FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Vitamin C macht Eisen verwertbar

Vitamin C erhöht die Aufnahme von Eisen beziehungsweise fördert die Eisenaufnahme in deinem Darm. Die von deinem Körper gut aufnehmbare Eisenform, das 2-wertige Eisen oder Häm-Eisen, kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Das in Pflanzen vorkommende 3-wertige Eisen (Nicht-Häm-Eisen) kann von deinem Körper hingegen schlechter aufgenommen werden. Vitamin C kann pflanzliches, 3-wertiges Eisen in die 2-wertige Form umwandeln und somit besser verfügbar machen. Du solltest daher pflanzliche Lebensmittel immer mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln oder Säften kombinieren.

Vitamin C-Dosis, Vitamin C-Quellen und Vitamin C-Mangel

Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, die dein Körper nicht speichern kann und somit täglich benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene ab 19 Jahren eine Vitamin C-Tagesdosis von 95 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm) für Frauen, 110 mg (Männer), 105 mg für Schwangere und 125 mg Vitamin C für Stillende. Rauchen erhöht den Vitamin C-Bedarf auf 135 mg/Tag für Frauen und 155 mg/Tag für Männer. Gute natürliche Vitamin C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Kiwis, Sanddorn, Paprika und Kohl. Um den Tagesbedarf an Vitamin C zu decken kannst du eine rote Paprikaschote roh essen (enthält frisch rund 140 mg Vitamin C) oder gegrillt verzehren (enthält immernoch 122 mg Vitamin C). Ein Glas Sanddornsaft ist mit 266 mg eine absolute Vitamin C-Bombe. Ebenso können 4 Zitronen (unverarbeitet und roh verzehrt) deinen Vitamin C-Tagesbedarf decken.

Eine Überversorgung mit Vitamin C ist kaum möglich, da das nicht benötigte wasserlösliche Vitamin über deinen Urin ausgeschieden wird. Vitamin C-Mangel kann sich mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Muskelschwäche, Gelenkbeschwerden, Wadenschmerzen und erhöhte Reizbarkeit bemerkbar machen. Im fortgeschrittenen Stadium können nach mehreren Monaten ohne ausreichende Vitamin C-Versorgung folgende Symptome einer Vitamin C-Mangelerkrankung, auch Skorbut genannt, auftreten:

  • verzögerte Wundheilung
  • Blutungen
  • entzündetes und blutendes Zahnfleisch
  • Zahnlockerung, Zahnausfall
  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Gelenkschmerzen
  • verminderte Fähigkeit zur Kollagenbildung

Eisenbedarf und Eisenmangel

Das Spurenelement Eisen ist lebenswichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und die Funktion zahlreicher Enzyme. Lies in unserem Artikel über den Laborwert Eisen (Fe) mehr über den Eisenstoffwechsel in deinem Körper, die Normalwerte für Eisen im Blut und was es bedeuten kann, wenn deine Laborwerte für Eisen zu hoch oder zu niedrig sind.

Der Tagesbedarf von Eisen beträgt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Jungen und junge Männer von 10-19 Jahren: 12 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Ab 19 Jahren sinkt der Eisenbedarf für Männer auf 10 mg/Tag. Frauen haben aufgrund ihrer Monatsblutung, Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Eisenbedarf. Im Alter von 10-50 Jahren benötigen Frauen 15 mg Eisen pro Tag, ab 51 Jahren 10 mg/Tag. Schwangere haben einen Eisen-Tagesbedarf von etwa 30 mg, Stillende von etwa 20 mg.

Den höchsten Eisenanteil aller tierischen Lebensmittel hat Leber. Pro 100 g immerhin 30 mg Eisen. Haferflocken enthalten pro 100 g etwa 4,6 g Eisen. Eine Handvoll Kürbiskerne deckt fast den gesamten Eisen-Tagesbedarf. Gute pflanzliche Eisenlieferanten sind außerdem Linsen, Sojabohnen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Brunnenkresse, Petersilie und Zwiebeln.

Eine Überversorgung mit Eisen ist durch die Ernährung kaum möglich. Allerdings weisen Menschen mit einer Eisenverwertungsstörung, medizinisch Hämochromatose genannt, erhöhte Eisenwerte auf.

Starke Monatsblutungen, chronische Infektionen und Entzündungen sowie Ausdauersport können deinen Eisenbedarf erhöhen.

Zu einem Eisenmangel kommt es, wenn du zu wenig Eisen mit der Nahrung aufnimmst oder dein Darm das Eisen nicht ausreichend aufnimmt. Eisenmangel ist die häufigste Ursache für eine Blutarmut (Anämie). Eisenmangel macht sich unter anderem bemerkbar durch:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • gestörtes Wachstum von Haaren und Nägeln
  • eingerissene Mundwinkel

Doch Vorsicht: Entleerte Eisenspeicher können in der Regel nicht allein durch eine Ernährungsumstellung aufgefüllt werden. Diagnostik und Therapie eines Eisenmangels gehören immer in die Hände eines erfahrenen Arztes oder Heilpraktikers. Bitte experimentiere nicht auf eigene Faust mit deiner Gesundheit.

Magnesium regelt die Verteilung von Kalzium

Magnesium verteilt Kalzium in den Zellen deines Körpers. Dabei wirkt der Mineralstoff Magnesium als Türsteher“ an allen Zelloberflächen. Hier sorgt Magnesium dafür, dass die Kalzium-Zufuhr geregelt wird.

Kalzium spielt eine wichtige Rolle bei deiner Muskelarbeit, der Blutgerinnung und beim Herzrhythmus. Außerdem ist Kalzium wichtig für die Entstehung und den Erhalt deiner Haut, Zähne und Knochen. Kalzium ist in Lebensmitteln wie Quark, Milch, Bananen und Trockenfrüchten enthalten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Kalzium liegt für 13- bis 18-Jährige bei 1200 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Erwachsene ab 19 Jahren, Schwangere und Stillende: 1000 mg. Das entspricht etwa 100 g Parmesan oder 5 Scheiben Emmentaler, einer Portion Fenchel oder 250 g dunkelgrünem Gemüse wie Brokkoli, einem Glas oder 150 ml fettarmer Milch, 200 g Naturjoghurt oder 10 g Mohn.

Erfahre bei unseren Laborwerten mehr über Kalzium Normalwerte im Blut und was ein Kalzium-Mangel oder ein Kalzium-Überschuss bedeuten können.

Magnesium ist wichtig für deine Leistungsfähigkeit, deine Nerven und deinen Energiehaushalt. Es entspannt deine Muskeln und ist von großer Bedeutung für Zellstoffwechsel-Vorgänge in deinen Knochen und der Muskulatur. Magnesium ist in Mineralwasser, Kakao, Nüssen und Kartoffeln enthalten.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Magnesium beträgt für 15-24-jährige Männer 400 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm), für Männer ab 25 Jahren 350 mg, für 15-18-jährige Frauen 350 mg, für 19-24-jährige Frauen 310 mg und für Frauen ab 25 Jahren 300 mg. Die Tagesdosis Magnesium für Schwangere beträgt 310 mg, für Schwangere unter 19 Jahren 350 mg und für Stillende 390 mg.

Das entspricht etwa 50 g Haferflocken, 30 g Kürbiskernen, 1/4 Tafel Zartbitterschokolade. Dein Magnesium-Bedarf kann sich erhöhen durch Stress, Leistungssport, starkes Schwitzen oder wenn du Medikamente mit Kortison einnimmst.

Bei unseren Laborwerten liest du mehr über Normalwerte von Magnesium im Blut und was ein Magnesium-Mangel oder ein Magnesium-Überschuss bedeuten können.

Wie arbeiten Kalzium und Magnesium zusammen?

Magnesium reguliert den Kalzium-Haushalt in deinem Körper. Es sorgt für genügend Kalzium in deinen Knochenzellen und für wenig Kalzium in Zellen des Weichgewebes (Blutgefäße, Haut, Bindegewebe). Bei einem Magnesium-Mangel kann zu viel Kalzium in die Zellen der Weichgewebe gelangen. Dadurch können sich die Blutgefäße zusammenziehen und deinen Blutdruck ansteigen lassen. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Bluthochdruck.

Kalium unterstützt Natrium bei der Regulierung des Wasserhaushaltes

Natrium nimmst du in Form von Natriumchlorid, also Kochsalz zu dir. Dafür musst du noch nicht einmal zum Salzstreuer greifen, denn Kochsalz steckt in vielen Lebensmitteln. Es ist eine beliebte Zutat in Fertigprodukten, Keksen, Konserven, Gewürzmischungen, Wurstwaren, Käse und Brot. Das führt dazu, dass du mit deiner Nahrung rund dreimal mehr Salz aufnimmst als dein Körper eigentlich braucht. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Natrium beträgt für Jugendliche ab 15 Jahren, Erwachsene, Schwangere und Stillende: 1500 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm).

Um einen Natrium-Überschuss zu verhindern, regt Kalium deine Nieren an Natrium auszuscheiden. Das Chlorid aus dem Kochsalz (Natriumchlorid) kann deinen Körper animieren, Wasser zu speichern. Gleichzeitig hindert es aber deine Blutgefäße daran sich zu erweitern. Die Folge: das Blutvolumen erhöht sich. Das wiederum kann deinen Blutdruck steigen lassen und damit auf Dauer das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöhen.

Auch bei der Reizweiterleitung von Nervenzellen arbeiten Natrium und Kalium zusammen. Die positiv geladenen Teilchen (Ionen) von Kalium sorgen zusammen mit Natriumionen für die Reizweiterleitung und damit für die Signalübermittlung von Gehirn zu Herz, Muskelzellen, Haut und umgekehrt.

Gute Kalium-Quellen sind Lebensmittel wie getrocknete Aprikosen, Tomaten, Avocado, Bananen, dicke Bohnen, Kartoffeln und Linsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis für Kalium liegt ab 15 Jahren bei 4000 mg (Milligramm), also 4 Gramm. Schon eine Banane enthält die hundertfache Dosis davon.

Weitere Aufgaben von Natrium und Kalium, ihre Normalwerte im Blut sowie mögliche Gründe für Natrium-Mangel und Kalium-Mangel liest du in unseren Artikeln zum Laborwert Natrium und zum Laborwert Kalium.

Vitaminfreundlich kochen und lagern

Der körpereigene Speicher an wasserlöslichen Vitaminen wie Vitamin C und B-Vitaminen (außer Vitamin B12) reicht im Gegensatz zu fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) lediglich ein paar Tage. Deshalb solltest du gerade hier immer für Nachschub sorgen, am besten mit frischen und saisonalen Lebensmitteln. Je frischer die Lebensmittel sind, desto höher ist ihr Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen.

Damit bei Lagerung und Zubereitung möglichst wenige von den wertvollen Inhaltsstoffen verloren gehen, solltest du Lebensmittel frisch und in kleinen Mengen kaufen sowie schonend behandeln. Denn langes Aufbewahren im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur, Kochen in reichlich Wasser und bei sehr großer Hitze lässt den Vitamingehalt rapide schrumpfen. Wie hoch die Vitaminverluste sind, ist abhängig von der Lagerdauer, der Lagertemperatur sowie von Kochverfahren, Kochtemperatur und Garzeit. Äußere Einflüsse wie Licht, Luft und Hitze sind vor allem für wasserlösliche Vitamine (C und B-Vitamine) schädlich. Daher: Frische Lebensmittel nur kurz und bei niedriger Temperatur lagern. Obst und Gemüse in luftdurchlässige oder gelochte Beutel verpacken, kühl und trocken lagern. Am besten geht das für kurze Zeit im Gemüsefach deines Kühlschrankes. Um den Vitaminabbau zu stoppen, kannst du viele frische Lebensmittel auch einfrieren. Oft sitzen wertvolle Vitalstoffe unter der Schale. Schäle daher frisches Obst und Gemüse am besten sehr dünn.

Bei der Zubereitung solltest du darauf achten, Obst und Gemüse möglichst wenig zu zerkleinern und nur kurz in kaltem Wasser gründlich zu waschen. Längeres Wässern führt insbesondere zu hohen Verlusten an Vitamin C und Vitamin B1 (enthalten unter anderem in Kartoffeln). Verwende zum Garen wenig Wasser und niedrige Temperaturen. Auch Braten im Wok kann die Vitamine schonen.

Ein Tipp zum Schluss: Ein Schuss Essig, Limetten- oder Zitronensaft an dein zubereitetes Obst oder Gemüse gegeben, hilft dabei, dass Vitamin C nicht so schnell verloren geht.

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Laborwerte

Hk: Hämatokrit

Hk ist bei Blutwerten die Abkürzung für Hämatokrit.
Der Anteil von Hämatokrit, also dem Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen, wird unter anderem durch die Anzahl deiner Blutzellen und deine Flüssigkeitsaufnahme bestimmt.

Was bedeutet Hk?

Der Blutwert Hk ist die Abkürzung für Hämatokrit. Weitere Abkürzungen für Hämatokrit lauten: HKT und HCT. Der Hämatoktit-Wert beschreibt das Verhältnis von festen zellulären Blutbestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) zu flüssigen Blutbestandteilen (Blutplasma). Erythrozyten (rote Blutkörperchen) machen den größten Anteil aller Blutzellen aus. Daher wird der Hämatokrit-Wert oft auch als Anteil der roten Blutkörperchen am Volumen des Blutes bezeichnet.

Vereinfacht gesagt: Hämatokrit ist ein Maß dafür, wie zähflüssig dein Blut ist. Je höher der Hämatokrit-Wert, desto mehr Blutzellen sind in deinem Blut vorhanden und desto dickflüssiger ist es.

Wann wird Hämatokrit gemessen?

Deinen Hk-Wert misst das Labor im Rahmen eines kleinen Blutbildes. Werte vom kleinen Blutbild.

Der Hämatokrit-Wert liefert deinem Arzt erste Hinweise auf die Beschaffenheit deines Blutes (zu dick oder zu dünnflüssig) und auf den Flüssigkeitshaushalt in deinem Körper.

Der Blutwert Hk wird für die Berechnung der Erythrozytenindizes MCV und MCHC benötigt. Was sind Erythrozytenindizes?

Verschiebt sich das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen dauerhaft, erhält dein Arzt dadurch Hinweise auf mögliche Erkrankungen wie beispielsweise eine Anämie (Blutarmut) oder eine Blutzellvermehrung (Polyglobulie).

Normalwert für Hämatokrit

Die Normalwerte für Hämatokrit sind für Männer und Frauen unterschiedlich. Der Hämatokrit-Wert wird als Anteil des Zellvolumens am Blutvolumen in Prozent (%) angegeben.

Die Normalwerte für Hämatokrit sind für Erwachsene:

Frauen: 37-47%
Männer: 40-54%

Bei Kindern schwankt der Hämatokrit je nach Alter (siehe Tabelle):

Alter

Männlich

Weiblich

Bis 2 Wochen

39,8-53,6

39,6-57,2

3-4 Wochen

30,5-45,0

32,0-44,5

1 Monat

26,8-37,5

27,7-35,1

2-5 Monate

26,8-37,2

29,5-37,1

6-24 Monate

30,8-37,8

30,9-37,9

2-5 Jahre

30,8-37,7

31,2-37,8

6-11 Jahre

32,2-39,8

32,4-39,5

12-15 Jahre

33,9-43,5

33,4-40,4

Ab 16 Jahre

40,0-49,5

36,6-44,0

Wenn dein Hk-Wert von den hier genannten Normalwerten abweicht, mach dir keine Sorgen. Dies kann zum Beispiel an unterschiedlichen Analysegeräten in verschiedenen Laboren liegen oder an tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen deiner jeweiligen Verfassung. Lass dir deine Laborwerte bitte immer von deinem Arzt erklären.

Hämatokrit zu hoch?

Der Hämatokritwert steigt bei sinkendem Flüssigkeitsanteil. Zum Flüssigkeitsverlust kann es durch starkes Schwitzen kommen. Auch bei Durchfallerkrankungen verliert dein Körper viel Flüssigkeit. Füllst du Wasser und die verloren gegangenen Salze (Elektrolyte) nach, normalisiert sich der Hämatokrit-Wert in der Regel bald wieder.

Zu einem Zuviel an roten Blutkörperchen und damit zu einem hohen Hämatokrit-Wert kann es bei einer Polyglobulie kommen. Das ist der medizinische Fachausdruck für eine Blutverdickung, die infolge einer überschießenden Bildung roter Blutkörperchen entsteht. Bei einer primären Polyglobulie geschieht das im Rahmen einer Erkrankung namens Polyzythämie. Bei einer Polyzythämie vermehren sich die Blutstammzellen in deinem Knochenmark zwar unkontrolliert, aber langsam. Im Unterschied zur sekundären Polyglobulie sind die Blutwerte für weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Thrombozyten (Blutplättchen) bei der Polyzythämie ebenfalls erhöht. Normalwerte für Leukozyten.

Bei der sekundären Polyglobulie kommt es zur vermehrten Bildung der Erythrozyten als Folge einer anderen Krankheit.

Mögliche Symptome einer Polyglobulie sind:

Diese Symptome sind allerdings sehr allgemeine Beschwerden, die auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn sich diese Symptome zeigen, bedeutet das also nicht zwangsläufig, dass dein Hk-Wert zu hoch ist.

Zu große Menge an roten Blutkörperchen lassen dein Blut zähflüssiger werden. Das Risiko für Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen (Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel) erhöht sich dadurch.

Die häufigsten Ursachen für eine erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen und damit für einen erhöhten Hämatokrit-Wert sind:

  • Rauchen
  • Lungen- und Herzerkrankungen

Das alles löst einen Sauerstoffmangel im Gewebe aus. Dein Körper versucht diesen Mangel dadurch auszugleichen, dass er mehr rote Blutkörperchen bildet.

Hämatokrit zu niedrig?

Ist dein Hämatokrit aufgrund einer Anämie zu niedrig, wird dein Arzt die Ursachen der Blutarmut behandeln. Diese gilt es mit weiteren Untersuchungen herauszufinden.

Grunderkrankungen, die zu einer Überwässerung deines Körpers und damit zu erniedrigtem Hämatokrit führen können, sind zum Beispiel Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Nierenschwäche oder Schilddrüsenunterfunktion.

Aber auch übertriebenes Trinken von Wasser kann zu einem erniedrigten Hämatokrit infolge von Überwässerung führen. Reduzierst du deine Trinkmenge wieder auf ein normales Maß (1,5 Liter pro Tag), steigt dein Hämatokrit in der Regel nach einiger Zeit wieder von selbst an und normalisiert sich. Sprich mit deinem Arzt, wie viel Flüssigkeit für dich am besten ist.

Was kannst du bei abweichenden Hk-Werten selbst tun?

Das Verhältnis von festen zu flüssigen Bestanteilen in deinem Blut wird nicht nur durch die Anzahl der Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) bestimmt. Auch die Flüssigkeitsaufname spielt dabei eine Rolle. Trinkst du über einen längeren Zeitraum zu wenig, kann das deinen Hk-Wert ansteigen lassen. Doch Vorsicht: Übertreibst du es mit der Flüssigkeitszufuhr und trinkst ständig maßlos viel Wasser, können eine Überwässerung und ein zu niedriger Hämatokrit die Folge sein. Daher: Sprich mit deinem Arzt über deine Laborwerte und darüber, wie du deinen Hämatokrit-Wert verbessern kannst.

Dein Arzt wird deine Hk-Werte bei Auffälligkeiten engmaschig kontrollieren, gegebenenfalls weitere Untersuchungen anordnen und zusammen mit dir bestehende Grunderkrankungen behandeln. Wenn ihr gut zusammenarbeitet, ist das bereits der erste Schritt zur Normalisierung deiner Hk-Werte.

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Laborwerte

Hb: Hämoglobin

Hb ist bei Blutwerten die Abkürzung für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin.
Hämoglobin kann im Blut und im Urin gemessen werden, wenn der Verdacht auf eine Anämie (Blutarmut), eine Blutzellvermehrung (Polyglobulie) oder eine Blutzellzerstörung (Hämolyse) besteht.

Was bedeutet Hb?

Hb ist bei Blutwerten die Abkürzung für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Er besteht aus Häm, dem eisenhaltigen Farbstoff und Globin, bandähnlichen Proteinketten. Hämoglobin ist der Hauptbestandteil deiner roten Blutkörperchen, den Erythrozyten.

Hämoglobin bindet Sauerstoff und Kohlendioxid und sorgt für den Transport und Austausch dieser Gase zwischen Lunge und Gewebe.
Ist statt Sauerstoff Zucker an das Hämoglobin gebunden, nennt sich das Hämoglobin Glykohämoglobin. Dafür steht der Laborwert HbA1c. Er zeigt den Anteil des Hämoglobins an, das in den letzten vier bis sechs Wochen verzuckert ist. Der HbA1c-Wert informiert deinen Arzt also über deinen Zuckerstoffwechsel und dient zur Entdeckung eines Diabetes und zur Verlaufskontrolle einer Diabetes-Behandlung. Normalwerte HbA1c

Beim Neugeborenen hat das Hämoglobin eine etwas andere Zusammensetzung und nennt sich fetales Hämoglobin, kurz HbF.

CO-Hb ist die Bezeichnung für Hämoglobin, das mit Kohlenmonoxid statt mit Sauerstoff beladen ist. Diese Hämoglobinform kommt bei Rauchern verstärkt vor.

Wann wird der Hb-Wert bestimmt?

Dein Hb-Wert kann deinem Arzt Hinweise auf eine Blutarmut (Anämie) geben. Außerdem auf eine Blutzellvermehrung (Polyglobulie) oder eine Blutzellzerstörung (Hämolyse). Der Hämoglobin-Wert wird im Rahmen eines kleinen Blutbildes bestimmt. Was ist ein kleines Blutbild?

Der Hb-Wert ist außerdem für die Berechnung der Erythrozytenindizes MCH (Hämoglobinmenge in einem Erythrozyt) und MCHC (Hämoglobinanteil bezogen auf die gesamte Masse der roten Blutkörperchen) wichtig. Die Erythrozytenindizes können dabei helfen, die Anämieform genauer einzugrenzen. Lies weitere Infos zum Normalwert für MCH und zum Blutwert MCHC.

Zeigen sich im Blut von Erwachsenen erhöhte Werte für das fetale Hämoglobin HbF können Thalassämien die Ursache sein. Das sind genetisch bedingte Hämoglobinkrankheiten.

Zur Diabeteskontrolle und zur Feststellung von Diabetes zählt der HbA1c-Wert. Erhalte weitere Infos zum Blutzuckergedächtnis HbA1c und erfahre, welche Werte für HbA1c bei der Diabetes-Therapie angestrebt werden sollten: HbA1c-Wert bei Diabetes.

Der Anteil von CO-Hb, also mit Kohlenmonoxid beladenes Hämoglobin, unterscheidet sich bei Rauchern und Nicht-Rauchern. Das Carboxyhämoglobin ist ein Maß für eine Kohlenmonoxidvergiftung und gibt an, um wie viel Prozent die Sauerstoff-Transportfähigkeit im Blut eingeschränkt ist.

Hämoglobin kann auch im Urin vorkommen und gemessen werden. Nämlich dann, wenn viele rote Blutkörperchen zerstört wurden/werden. Mediziner bezeichnen das als Hämolyse.

Hämoglobin-Normalwerte

Die Hb-Normalwerte (Referenzwerte) sind für Männer und Frauen unterschiedlich, für Kinder schwanken sie je nach Alter. Gemessen wird der Hb-Wert in Gramm pro 100 Milliliter, also Gramm pro Deziliter (g/dl):

Frauen: 12-16 g/dl
Männer: 14-18 g/dl

Für Hämoglobin-F ist der Normalwert abhängig vom Alter. Der Anteil an Hämoglobin-F am Gesamthämoglobingehalt wird in Prozent angegeben und beträgt für Gesunde:

Erwachsene und Kinder, älter als 2 Jahre: <<0,5%
Kinder1-2 Jahre: 0,4-1%
Neugeborene: 60-85%

Der HbA1c-Wert stellt den Anteil des verzuckerten Hämoglobins am Gesamthämoglobingehalt im Blut dar. Daher wird der HbA1c-Wert in Prozent (%) angegeben. Der HbA1c-Normalwert ist für gesunde Frauen und Männer gleich und beträgt ca. 4,4  – 6,0%. Für Diabetiker gelten sogenannte HbA1c-Zielwerte.

Der Normalwert für CO-Hb gibt den prozentualen Anteil des mit Kohlenmonoxid beladenen Hämoglobins am Gesamthämoglobingehalt an. Der Normalwert für CO-Hb liegt für Nichtrauchern bei 0,4-1,6%. Bei Rauchern bei ca. 3-10%.

Deine Hb-Werte weichen von den hier genannten Normalwerten ab? Das ist zunächst einmal kein Grund zur Sorge. Je nach Labor und verwendeten Messgeräten werden andere Normalwerte für Hb angegeben. Sprich bitte mit deinem Arzt über deine Laborwerte.

Hämoglobin zu hoch?

Der erhöhte Hämoglobinwert allein verursacht keine Symptome. Auftretende Beschwerden richten sich nach der Grunderkrankung. Liegt ein Sauerstoffmangel in deinen Körperzellen vor, versucht dein Körper den Sauerstofftransport im Blut zu verbessern und bildet im Knochenmark vermehrt rote Blutkörperchen. Da Hämoglobin der Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen ist, nimmt dann auch der Hämoglobin-Wert zu. Zum Sauerstoffmangel kann es kommen, wenn du dich in großen Höhen aufhältst oder gar dort lebst.

Auch Rauchen verschlechtert die Sauerstoffversorgung. Dann versucht dein Körper ebenfalls den Sauerstoffmangel mit einer vermehrten Bildung roter Blutkörperchen auszugleichen. Der Hämoglobinwert steigt.

Bestimmte Erkrankungen können ebenfalls zu einer schlechten Sauerstoffversorgung deines Körpers führen. Dazu zählen zum Beispiel chronische Herz- und Lungenerkrankungen wie COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), Asthma bronchiale, angeborene Herzfehler, Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Eine Bluteindickung bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme oder vermehrter Flüssigkeitsausscheidung bei Durchfall (Diarrhoe) können den Hämoglobin-Wert ebenfalls erhöhen.

Produziert das Knochenmark im Rahmen der seltenen Blut-Krebserkrankung Polycythaemia vera zu viele rote Blutkörperchen, erhöht sich der Hb-Wert ebenfalls.

Ein einzelner erhöhter HbA1c-Wert heißt nicht automatisch, dass du an Diabetes erkrankt bist. Und für Diabetiker bedeutet ein einzelner erhöhter HbA1c-Wert nicht, dass sie ihren Blutzucker dauerhaft nicht im Griff haben. Sprich mit deinem Arzt über mögliche Gründe und entscheidet zusammen, was zu tun ist. Lies mehr über den HbA1c-Wert und erfahre, wann der HbA1c-Wert zu hoch sein kann.

Zum Nachweis einer Kohlenmonoxid-Vergiftung dient der CO-Hb-Wert. Lebensgefahr besteht bei CO-Hb-Werten ab 50% und mehr. Raucher können CO-Hb-Werte bis zu 10% erreichen.

Hämoglobin zu niedrig?

Ist dein Hb-Wert zu niedrig und dein Körper wird demzufolge mit weniger Sauerstoff versorgt, können folgende Beschwerden auftreten:

Diese Symptome sind jedoch sehr allgemeine Beschwerden, die auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn sich die genannten Symptome zeigen, bedeutet das also nicht zwangsläufig, dass dein Hb-Wert zu niedrig ist.

Ein erniedrigter Hämoglobin-Wert kommt vor, wenn zu wenig Hämoglobin gebildet wird oder wenn du viel Blut verlierst und damit auch viele rote Blutkörperchen. Die Ursachen für eine Blutarmut (Anämie) sind vielfältig. Häufig besteht ein Eisenmangel. Lies mehr zur Eisenverwertung im Körper und zum Normalwert für Eisen.

Eine Eisenmangelanämie entsteht, wenn die Eisenzufuhr bzw. die Aufnahme des Eisens in deinem Darm nicht ausreichend ist. Aufgrund des Eisenmangels können keine entsprechenden Hämoglobinmengen gebildet werden. Auch wenn aufgrund von starken Blutverlusten sehr viel Blut und damit auch Eisen verloren geht, können eine Eisenmangelanämie und damit niedrige Hämoglobin-Werte entstehen.

Folsäure-Mangel und Vitamin-B-12-Mangel können außerdem Gründe für erniedrigte Hämoglobinwerte sein. Auch Nierenerkrankungen und Bluterkrankungen können als Ursachen für niedrige Hämoglobin-Werte infrage kommen.

Um die Auslöser für deine niedrigen Hb-Werte und die Art der Anämie zu finden, schaut sich dein Arzt auch die Blutwerte für das mittlere korpuskuläre Hämoglobin (MCH) an und für das mittlere korpuskuläre Volumen (MCV). Normalwerte MCH und Normalwerte MCV.

Erniedrigte Werte für Co-Hb haben keine klinische Bedeutung. Was bedeutet es, wenn dein HbA1c-Wert zu niedrig ist?

Was tun bei zu hohen oder zu niedrigen Hb-Werten?

Sind deine Hämoglobinwerte zu hoch oder zu niedrig, wird dein Arzt die Werte engmaschig kontrollieren, weitere Untersuchungen anordnen und bestehende Grunderkrankungen behandeln. Wenn du ihn dabei unterstützt und ihr zusammenarbeitet, sind schon die ersten Schritte zur Normalisierung der Hb-Werte getan.

Wird der erhöhte Hämoglobin-Wert durch einen Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) verursacht, solltest du genug trinken und eventuell auf Elektrolyt-Präparate aus der Apotheke zurück greifen. Frag deinen Arzt um Rat und experimentiere nicht auf eigene Faust mit deinem Körper.

Ist dein Lebensstil (Rauchen) für deine veränderten Hämoglobin-Werte und CO-Hb-Werte verantwortlich, solltest du versuchen darauf zu verzichten. Auch hierbei unterstützt dich dein Arzt gerne.

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Laborwerte

LEU: Leukozyten

LEU ist bei Blutwerten die Abkürzung für Leukozyten, also weiße Blutkörperchen.
Der Blutwert für weiße Blutkörperchen (Leukozyten) kann bei Verdacht auf Infektionserkrankungen bestimmt werden.

Was bedeutet LEU?

LEU, LEUK oder WBC (White Bloodcells) sind die Abkürzungen für den Laborwert für Leukozyten, also die weißen Blutkörperchen. Leukozyten sind für deine Immunabwehr zuständig. Sie wehren Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze sowie Parasiten, Fremdkörper und Fremdstoffe ab und sorgen außerdem für die Beseitigung von körpereigenen, fehlerhaften oder entarteten Zellen. Lies mehr über die Aufgaben der Leukozyten.

Der Leukozyten-Laborwert ist für die Diagnose einer Erkrankung oder zur Kontrolle einer Therapie wichtig.

Bei dem Blutwert LEU bestimmt das Labor alle unterschiedlichen Arten der weißen Blutkörperchen im Blut. Also die gesamte Menge an Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten ohne deren Anzahl einzeln aufzuschlüsseln. Das ist die Aufgabe des weiterführenden Differentialblutbildes. Welche Werte enthält ein Differentialblutbild?

Wann werden die Leukozyten bestimmt?

Da Leukozyten vor allem an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt sind, bestimmt sie dein Arzt im Rahmen eines kleinen Blutbildes, wenn bei dir der Verdacht auf eine Infektionskrankheit besteht. Bei einer bakteriellen Infektion steigen die Leukozytenwerte an. Mediziner bezeichnen das als Leukozytose. Bei bestimmten Virusinfektionen wie zum Beispiel bei Masern, Röteln und Grippe sinken die Leukozytenwerte. Das wird als Leukopenie bezeichnet. Aber auch zur Kontrolle einer Therapie beispielsweise im Rahmen einer Krebserkrankung kann der Leukozytenwert wichtig sein.

Leukozyten im Urin können ein Hinweis auf eine Harnwegsentzündung sein.

Leukozyten-Normalwerte

Die Normalwerte für weiße Blutzellen richten sich nach deinem Alter und werden angegeben in Leukozytenzahl pro Mikroliter (µl) Blut. Ein Mikroliter entspricht einem Millionstel Liter.

Der Normalbereich liegt für Männer und Frauen im Bereich von 3,8-10,5 Tausend weiße Blutkörperchen pro Mikroliter Blut. Kinder haben eine höhere Leukozytenzahl pro Mikroliter Blut:

Erwachsene: 3.800-10.500/µl
Schulkinder: 5.000-15.000/µl
Kleinkinder: 6.000-17.500/µl
Neugeborene: 9.000-30.000/µl

Mach dir keine Sorgen, wenn die Anzahl deiner Leukozyten außerhalb der hier angegebenen Normalwerte (Referenzwerte) liegt. Die Referenzwerte sind abhängig von den im Labor verwendeten Messgeräten. Außerdem können deine Blutwerte tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen unterliegen, die nicht zwangsläufig einen Krankheitswert haben müssen.

Mit einem Differentialblutbild kann dein Arzt nachschauen lassen, welche Leukozyten-Unterarten höhere oder niedrigere Werte aufweisen. Anhand der Ergebnisse kann er unter anderem Hinweise darauf erhalten, welche Art einer Infektion vorliegt. Was ist ein Differentialblutbild?

Leukozyten-Werte zu hoch?

Bakterielle Infektionen können die Leukozytenzahl steigen lassen. Werte von über 30.000 Leukozyten pro Mikroliter Blut können zum Beispiel bei Knochenmarkserkrankungen wie Leukämie vorkommen.

Aber auch Entzündungen und Blutvergiftung können zu einer Erhöhung der Leukozytenzahl führen. Bei Rauchern, bei körperlicher Belastung, unter Stress und in der Schwangerschaft kann der Leukozyten-Wert ebenfalls erhöht sein.

Außerdem können Medikamente mit den Wirkstoffen Kortison, Lithium, Sulfonamide und Mittel gegen Epilepsie die Anzahl der Leukozyten erhöhen.

Symptome einer Leukozytose, also von zu vielen Leukozyten können sein:

Leukozyten-Werte zu niedrig?

Zu niedrige Leukozyten-Werte nennen Mediziner eine Leukopenie. Viruserkrankungen können zu niedrigen Werten für die Leukozytenanzahl führen. Ebenso die Einnahme von Immunsuppressiva (Medikamente, die dein Immunsystem unterdrücken), Chemotherapie und Betrahlung bei Krebs. Auch Knochenmarksschädigungen können niedrige Leukozyten-Werte verursachen, denn deine Leukozyten werden in deinem Knochenmark und in deinen Lymphknoten gebildet. Sind also die Produktionsstätten der weißen Blutkörperchen geschädigt, erniedrigt sich der Leu-Wert.

Bestimmte Medikamente aus der Gruppe der Schmerzmittel, Rheumamedikamente oder Antibiotika mit dem Wirkstoff Chloramphenicol können die Anzahl der Leukozyten ebenfalls erniedrigen.

Symptome einer Leukopenie, also von zu wenig Leukozyten können sein:

Was kannst du bei abweichenden Werten selbst tun?

Bei Veränderungen deiner Leukozytenzahl wird dein Arzt nach einem gewissen zeitlichen Abstand eine erneute Blutkontrolle durchführen. Wenn du eine Infektion hattest, die bei der erneuten Blutuntersuchung abgeheilt ist, hat sich dein Leukozytenwert häufig von allein wieder normalisiert.

Sind Grunderkrankungen für deine veränderte Leukozytenzahl verantwortlich, solltest du diese zusammen mit deinem Arzt behandeln.

Sprich mit deinem Arzt auch über mögliche Alternativen zu Medikamenten, die Einfluss auf deine Leukozytenzahl haben könnten.

Sollte eine Harnwegsentzündung zu Leukozyten im Urin geführt haben, solltest du viel trinken. Denn das fördert die Heilung bei Harnwegsinfekten.

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Laborwerte

RDW: red cell distribution width

RDW ist bei Laborwerten die Abkürzung für red cell distribution width, also Erythrozytenverteilungsbreite.
Der Blutwert RDW gibt die Erythrozytenverteilungsbreite an. Das bedeutet das mehr oder weniger starke Vorkommen unterschiedlichster Zellgrößen deiner roten Blutkörperchen.

Was bedeutet RDW?

RDW steht für red cell distribution width. Das ist die englische Bezeichnung für die Verteilung beziehungsweise die Streuung der Größen aller Erythrozyten in deinem Blut. Diese Erythrozytenverteilungsbreite (EVB) wird oft auch als EVB-Wert bezeichnet. Sind zu viele deiner roten Blutkörperchen zu klein (mikrozytär) oder zu groß (makrozytär), sprechen Mediziner von einer Anisozytose, also einer hohen Erythrozytenverteilungsbreite. Der RDW-Wert ist ein Maß für die Anisozytose.

Unter dem Mikroskop betrachtet haben gesunde Erythrozyten eine beidseitig eingedellte runde Form mit einem Durchmesser von etwa 6-8 μm (das sind 0,006-0,008 Millimeter). Mithilfe der RDW können isozytäre von anisozytären Anämien unterschieden werden. Isozytär bedeutet, dass deine roten Blutkörperchen annähernd gleich groß sind. Anisozytär bedeutet, dass sie sehr unterschiedlich groß sind.

Größenveränderungen deiner Erythrozyten führen in der Regel zu einer Anämie (Blutarmut). Bei einer Anämie nimmt die Anzahl deiner roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ab, ebenso verringert sich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin und/oder das Hämatokrit (gibt das Verhältnis von Flüssigkeit und Blutzellen, dh. rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen, im Blut an).

Ursachen für eine Anämie können verschiedene Erkrankungen oder Mangelzustände sein, siehe Tabelle unter RDW und Erythrozytengröße.

Wann wird der RDW-Wert bestimmt?

RDW und die anderen Erythrozytenindizes werden im Rahmen eines kleinen Blutbilds zur frühzeitigen Erkennung einer Anämie und zur Abklärung der Anämieform bestimmt. Erfahre mehr über die Blutwerte des kleinen Blutbilds.

Normalwerte für RDW

Normal ist, dass bei Frauen 11,6-14,4 Prozent aller Erythrozyten eine abweichende Form und Größe vom Durchschnitt haben. Bei Männern weichen 11,7-14,4 Prozent der roten Blutkörperchen von der Durchschnittsgröße ab.

Die Normalwerte für RDW (im Laborbericht auch als RDW-CV bezeichnet) sind also:

Frauen: 11,6-14,4%
Männer: 11,7-14,4%

Die Berechnung für RDW erfolgt im Labor vollautomatisch nach der Formel: Standardabweichung des MCV (RDW-SD-Wert) x 100/MCV

MCV gibt die durchschnittliche Größe deiner Erythrozyten an. Lies mehr zum Blutwert MCV.

Mach dir keine Sorgen, wenn deine Blutwerte für RDW von den hier aufgeführten abweichen. Blutwerte können sich je nach deiner Tagesform und je nach den im Labor verwendeten Messgeräten unterscheiden. Sprich mit deinem Arzt über deinen Laborbefund und darüber, wie ihr weiter vorgehen wollt.

RDW erhöht?

Eine hohe Erythrozytenverteilungsbreite, also ein hoher RDW-Wert zeigt hohe Abweichungen der Zellgrößen der einzelnen roten Blutkörperchen an. Ist der RDW-Wert erhöht, dann sind ausgehend vom Normalwert mehr als 14,4 Prozent deiner roten Blutkörperchen unterschiedlich groß.

Besonders bei einer Eisenmangelanämie können sehr hohe RDW-Werte vorkommen. Zu wenig Eisen kann dazu führen, dass zu wenig vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin gebildet wird. Im Blutbild ist dann der MCH-Wert zu niedrig. Weiterhin führt zu wenig Hämoglobin dazu, dass Erythrozyten (bestehen zu 90 Prozent aus Hämoglobin) nicht vollständig ausgebildet werden können. Die Erythrozyten sind daher kleiner als gesunde rote Blutkörperchen, Mediziner sprechen von einer mikrozytären Anämie.

Aber auch ein Vitamin B12-Mangel und/oder Folsäuremangel kann eine Ursache für unterschiedlich große Erythrozyten sein. Denn Vitamin B12 ist für die Blutbildung wichtig. Ein Vitamin B12-Mangel führt nicht nur zu einer geringeren Bildung roter Blutkörperchen, sondern verhindert auch dass Erythrozyten zu ihrer fertigen Form heranreifen. Bei einem Vitamin B12-Mangel bleibt die Entwicklung der Erythrozyten bei ihrer Vorstufe, den Retikulozyten, hängen. Da die Retikulozyten größer (makrozytär) als die reifen, also fertig ausgebildeten Erythrozyten sind, sprechen Mediziner von makrozytärer Anämie. Ein Folsäuremangel kann sich im Blutbild ebenso bemerkbar machen.

RDW und Erythrozytengröße

Vergleicht dein Arzt die Werte von RDW und MCV kann er weitere Rückschlüsse auf die Anämieform und mögliche Ursachen ziehen (siehe Tabelle).

MCV

RDW

Anämieart

Mögliche Ursachen

Weitere mögliche Diagnostik

erhöht

erhöht

Makrozytäre Anämie mit Anisozytose

Vitamin B12- und/oder Folsäuremangel

Bestimmung des Vitamin B12-Spiegels und des Folsäurespiegels im Blutserum

erhöht

normal

Makrozytäre Anämie (aplastische Anämie) ohne Anisozytose

Medikamentöse, infektiologische oder toxische Schädigung des Knochenmarks, Metastasen im blutbildenden Knochenmark, Panmyelopathie* (Aplastische Anämie)

Untersuchungen des Knochenmarks

normal

erhöht

Normozytäre Anämie mit Anisozytose

Beginnende Eisenmangelanämie, hämolytische Anämien (Abbau oder Zerfall der Erythrozyten)

Bestimmung von Ferritin (Speicherform des Eisens) und Transferrin (Transportform des Eisens)

normal

normal

Normozytäre Anämie ohne Anisozytose

Akuter Blutverlust, chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder chronisch entzündliche Erkrankungen

Klinische und labormedizinische Untersuchungen

erniedrigt

erhöht

Mikrozytäre Anämie mit Anisozytose

Eisenmangel, Kupfermangel, Vitamin B6-Mangel,   Hämoglobinopathien*

Bestimmung von Eisen, Ferritin und Transferrin. Bestimmung des Vitamin B6-Spiegels und des Kupferspiegels

erniedrigt

normal

Mikrozytäre Anämie ohne Anisozytose

Thalassämie (genetisch bedingte Hämoglobinkrankheiten)

Genauere Untersuchungen des Hämoglobins

* Die Panmyelopathie ist eine seltene Erkrankung des blutbildenden Systems, bei der eine Verminderung aller Blutzellen (Panzytopenie) und ein geringer Gehalt blutbildender Zellen im Knochenmark auftritt

* Hämoglobinopathien sind erblich bedingte Erkrankungen, die durch eine Störung der Hämoglobinproduktion gekennzeichnet sind. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff in deinen roten Blutkörperchen.

*Bei der Anisozytose (hohe Erythrozytenverteilungsbreite) finden sich gegenüber der durchschnittlichen Größe sowohl zu kleine (mikrozytäre) als auch zu große (makrozytäre) rote Blutkörperchen.

RDW zu niedrig?

Ist der RDW-Wert erniedrigt, dann sind weniger als 11,6 Prozent aller deiner roten Blutkörperchen unterschiedlich groß. Niedrige RDW-Werte haben keine klinische Relevanz.

Was tun bei abweichenden RDW-Werten?

Dein Arzt wird dich abhängig von der Grunderkrankung, die zur Anämie führte, behandeln. Bei Mangelzuständen wie Eisenmangel, Vitamin B12-Mangel oder Folsäuremangel kann dein Arzt dir raten, Eisenpräparate, Folsäure- und Vitamin B12-Präparate einzunehmen. In schweren Fällen kann er dir die fehlenden Stoffe als Infusion zuführen. Vorsicht: Hierbei kommt es auf die richtige Dosierung und auf die Art der Präparate an. Daher bitte niemals ohne Rücksprache mit deinem Arzt einnehmen.

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Laborwerte

MCHC: Mean corpuscular hemoglobin concentration

MCHC ist bei Laborwerten die Abkürzung für mean corpuscular hemoglobin concentration, also den durchschnittlichen Hämoglobingehalt in allen roten Blutkörperchen.
Der Laborwert MCHC gibt an, wieviel Hämoglobin im Durchschnitt in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) enthalten ist.

Was bedeutet MCHC?

MCHC ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung mean corpuscular hemoglobin concentration. Das steht für die mittlere Hämoglobinkonzentration der Erythrozyten. Der Blutwert MCHC gibt also den durchschnittlichen Anteil des Hämoglobins an der gesamten Masse der roten Blutkörperchen an.

Hämoglobin ist ein Eiweißstoff und Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen. Er gibt ihnen die Farbe und sorgt für den Gasaustausch zwischen Lunge und Gewebe.

Der Blutwert MCHC ist für deinen Arzt wichtig, um die Ursachen einer Anämie (Blutarmut) abzuklären und Hinweise auf die Anämieart zu bekommen. Doch allein ist der MCHC-Wert wenig aussagekräftig. Er wird daher immer zusammen mit anderen Erythrozytenindizes bestimmt, um Auskunft über die Sauerstofftransportfähigkeit deines Blutes zu erhalten. Was sind Erythrozytenindizes?

Wann wird der MCHC-Wert bestimmt?

MCHC gibt ebenso wie die anderen Erythrozytenindizes MCV, MCH und RDW erste Hinweise zur Abklärung der Ursache einer Anämie sowie der Anämieform. Die Messung bzw. Berechnung der Erythrozytenindizes geschieht im Labor vollautomatisch, wenn aus deiner Blutprobe ein kleines Blutbild erstellt wird. Dein Arzt muss den MCHC-Blutwert also nicht extra beim Analyselabor in Auftrag geben, sondern bekommt ihn zusammen mit den anderen Blutwerten des kleinen Blutbildes im Laborbericht aufgelistet.

Normalwerte für MCHC

Die MCHC-Normalwerte für einen Erwachsenen betragen: 30-36 g/dl (Gramm pro Deziliter Blut). Ein Deziliter entspricht einem Zehntel Liter bzw. 100 ml (Milliliter).

Die Berechnung für MCHC erfolgt nach der Formel: Hämoglobin x 100/Hämatokrit

Der Hämatokrit-Wert sagt etwas darüber aus, wie zähflüssig dein Blut ist. Er gibt das Verhältnis von Flüssigkeit und Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) in deinem gesamten Blut an.

Mach dir keine Sorgen, wenn deine Blutwerte für MCHC von den hier aufgeführten abweichen. Die Blutwerte können sich je nach deiner Tagesform und je nach den im Labor verwendeten Messgeräten unterscheiden. Sprich mit deinem Arzt über deinen Laborbefund.

Was bedeutet es, wenn dein MCHC-Wert zu hoch ist?

Ist die Anzahl deiner roten Blutkörperchen (Erythrozyten) erhöht, dann ist auch die Konzentration ihres Hauptbestandteils Hämoglobin erhöht und damit auch der MCHC-Wert. Das wird Polyglobulie genannt. Ursache dafür kann ein vorübergehender Flüssigkeitsmangel sein, also eine Dehydration. Denn das Blut enthält im Verhältnis zum Blutplasma zu viele Erythrozyten.

Ebenso kann ein Sauerstoffmangel dazu führen, dass mehr rote Blutkörperchen und damit mehr Hämoglobin produziert werden, um den Sauerstoffmangel auszugleichen. Der verursachende Sauerstoffmangel kann in der Umgebung vorkommen, zum Beispiel bei Aufenthalten im Hochgebirge, aber auch durch Rauchen oder Erkrankungen verursacht werden. Erhöhte MCHC-Werte kommen bei Sichelzellenanämie oder einer angeborene Erythrozytenverformung vor. Sind die roten Blutkörperchen verformt und/oder das Hämoglobin defekt, lässt sich Sauerstoff nicht mehr binden.

Was bedeutet ein zu niedriger MCHC-Wert?

Ist der MCHC-Wert zu niedrig bedeutet das, dass in deinen roten Blutkörperchen zu wenig von dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin enthalten ist. Da Hämoglobin für den Sauerstofftransport zuständig ist, kann ein niedriger MCHC-Wert auf einen Sauerstoffmangel im Gewebe hinweisen.

Erniedrigte MCHC-Werte können durch Eisenmangel, Kupfermangel oder eine Eisenverwertungsstörung verursacht werden. Normalwerte für Eisen.

Eisenmangel und damit ein erniedrigter MCHC-Wert kann infolge von starkem Blutverlust durch Verletzungen, aber auch infolge der weiblichen Monatsblutung (Menstruation) entstehen. Oder infolge von chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (beides chronisch-entzündliche Darmerkrankungen). Was tun bei Gastritis?

Bei Eisenmangel kann dein Körper nur geringe Mengen Eisen zur Produktion von Hämoglobin bereitstellen. Eisen ist jedoch für die Bildung des roten Blutfarbstoffs zwingend notwendig. Wird wenig Hämoglobin gebildet, sinkt auch der MCHC-Wert der roten Blutkörperchen. Ursachen und Symptome bei niedrigem Hämoglobin.

Ebenso kann ein hoher Alkoholkonsum, ein Folsäuremangel oder ein Vitamin B12-Mangel für niedrige MCHC-Werte verantwortlich sein.

Was kannst du bei abweichenden MCHC-Werten selbst tun?

Je nach zugrundeliegender Mangelanämie kannst du mit deinem Arzt über eine Umstellung deiner Ernährung reden und ob er dir die fehlenden Stoffe als Tabletten verabreichen oder in schweren Fällen auch als Infusion zuführen kann. Bitte nimm niemals ohne Rücksprache mit deinem Arzt irgendwelche Mineralstoff- und Vitaminpräparate zu dir. Sprich mit deinem Arzt über deine Laborwerte und darüber, wie ihr weiter vorgehen wollt.

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Laborwerte

MCH: Mean corpuscular hemoglobin

MCH ist bei Laborwerten die Abkürzung für mean corpuscular hemoglobin, also der mittlere Hämoglobingehalt in einem roten Blutkörperchen
Der Laborwert MCH gibt an, welche Hämoglobinmenge in einem roten Blutkörperchen (Erythrozyt) enthalten ist.

Was bedeutet MCH?

MCH ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung mean corpuscular hemoglobin. Das bedeutet: durchschnittlicher Hämoglobingehalt eines einzelnen roten Blutkörperchens (Erythrozyt).

Hämoglobin ist der eisenhaltige rote Blutfarbstoff, der den roten Blutkörperchen ihre Farbe gibt. Hämoglobin sorgt für den Transport und Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Lunge und Gewebe. Erfahre mehr zum Laborwert für Hämoglobin und zum Hämoglobin Normalwert.

Um die Ursachen einer Anämie (Blutarmut) abzuklären und Hinweise auf die Anämieart zu bekommen, ist der MCH-Wert zusammen mit noch anderen Erythrozytenindizes für deinen Arzt ein wichtiger Hinweisgeber. Was sind Erythrozytenindizes?

Wann wird der MCH-Wert bestimmt?

MCH wird ebenso wie die anderen Erythrozytenindizes MCV, MCHC und RDW zur Abklärung der Ursache einer Anämie sowie der Anämieformen bestimmt. Die Messung bzw. Berechnung der Erythrozytenindizes geschieht vollautomatisch im Rahmen eines kleinen Blutbildes. Dein Arzt muss diesen Messwert also nicht extra beim Analyselabor in Auftrag geben, sondern erhält ihn zusammen mit den anderen Blutwerten des kleinen Blutbildes im Laborbericht.

Normalwerte für MCH

Der MCH-Normalwert, also der mittlere Hämoglobingehalt der einzelnen Erythrozyten beträgt 28 bis 33 pg/Ery. Das bedeutet 28-33 Pikogramm Hämoglobin pro Erythrozyt. Ein Pikogramm ist ein Billionstel Gramm.

Die Berchnung für MCH erfolgt nach der Formel: Hämoglobin x 100/Erythrozytenzahl

Mach dir keine Sorgen, wenn deine Werte von den hier beschriebenen abweichen. Die Werte können sich je nach deiner Tagesform und je nach den im Labor verwendeten Messgeräten unterscheiden. Sprich mit deinem Arzt über deine Blutwerte.

Was bedeutet es, wenn dein MCH zu hoch ist?

Meistens verändern sich die Blutwerte für MCH und MCV nach dem gleichen Muster. Wofür steht MCV? Ist beispielsweise MCH zu hoch, ist meist auch das MCV zu hoch. Mediziner sprechen dann von einer makrozytären hyperchromen Anämie. Das heißt, deine Blutkörperchen sind größer als normal und enthalten auch einen erhöhten Hämoglobingehalt. Ursachen dafür können ein Vitamin B-12-Mangel und/oder ein Folsäuremangel sein. Bei Vitaminmangel können nicht genug rote Blutkörperchen gebildet werden, es erfolgt eine Überladung der Erythrozyten und somit weisen sie ein größeres Volumen auf.

Auch Alkoholmissbrauch, Rauchen und Lebererkrankungen können für einen erhöhten MCH-Wert verantwortlich sein.

Was bedeutet es, wenn dein MCH zu niedrig ist?

Eisenmangel, Kupfermangel, Vitamin B6-Mangel, Hämoglobinbildungsstörungen oder Eisenverwertungsstörungen können zu niedrige MCH-Werte verursachen.

Bei Eisenmangel kann beispielsweise nicht genug Hämoglobin gebildet werden. Folge: es entstehen hypochrome Erythrozyten, die unter dem Mikroskop blass erscheinen. Außerdem zeigen sich zu kleine Erythrozyten (mikrozytäre Anämie). Sind MCV und MCH zu niedrig sprechen Mediziner daher von einer mikrozytären hypochromen Anämie.

Was kannst du bei abweichendem MCH selbst tun?

Dein Arzt wird dich je nach zugrundeliegender Mangelanämie behandeln und kann dir die fehlenden Stoffe als Tabletten verabreichen oder in schweren Fällen als Infusion zuführen. Bitte nimm niemals ohne Rücksprache mit deinem Arzt irgendwelche Vitaminpräparate auf gut Glück zu dir. Sprich mit deinem Arzt über deine Laborwerte und über die Möglichkeit einer Ernährungsumstellung.