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Schilddrüsenunterfunktion

Frau mit Schilddrüsenunterfunktion tastet ihre Halsregion zwischen Adamsapfel und Schüsselbein ab.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zeigen sich Symptome, die auch zu anderen Erkrankungen passen.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose, produziert deine Schilddrüse wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone. Die Folge: dein Stoffwechsel verlangsamt sich, deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nehmen ab. Als weitere Symptome einer Hypothyreose können sich Antriebsschwäche, trockene Haut, langsamer Puls, extreme Kälteempfindlichkeit bei dir zeigen. Außerdem kann die Schilddrüsenunterfunktion Ursache für eine Gewichtszunahme ohne Änderung deiner Ernährungsgewohnheiten sein.

Oft bleibt die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund ihrer nicht eindeutigen Symptomatik lange Zeit unerkannt oder wird gar falsch behandelt. Mit zunehmendem Alter kann das Risiko ansteigen, dass du eine Hypothyreose bekommst. Generell kann die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung entstehen oder vererbt sein.

Lies in unserem Beitrag zur Hashimoto-Thyreoiditis mehr darüber wie die Schilddrüse funktioniert und wie die Bildung und Ausschüttung deiner Schilddrüsenhormone reguliert wird.

Was verursacht eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Ursachen für eine Hypothyreose können als Folge einer Schilddrüsenerkrankung auftreten oder angeboren sein. Bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion ist deine Hypothyreose vererbt oder bildet sich während der Schwangerschaft im Mutterleib aus. Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion hingegen entwickelt sich im Laufe deines Lebens.

Auslöser für eine Hypothyreose können sein:

  • Jodmangel, aber auch Jodüberschuss: Warum Jodüberschuss zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt, ist noch nicht ausreichend erforscht
  • Chronische Entzündung deiner Schilddrüse, medizinisch Hashimoto-Thyreoiditis genannt. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dein Körper bildet Antikörper gegen das eigene Schilddrüsengewebe. Schilddrüsenzellen werden zerstört und können somit keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Lies mehr über Ursachen und Therapie von Hashimoto
  • Operationen an deiner Schilddrüse, zum Beispiel wegen Kropfbildung oder Krebs. Hierbei kann so viel Schilddrüsen-Gewebe entfernt werden, dass die verbleibenden Zellen nicht mehr genug Hormone produzieren können
  • Unempfindlichkeit deiner Organe gegenüber Schilddrüsenhormonen
  • Angeborene Fehlbildungen deiner Schilddrüse (Athyreose)
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist hierbei zwar vorhanden, kann aber keine Hormone bilden.
  • Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion mit radioaktivem Jod oder hormonhemmenden Medikamenten (Thyreostatika). Diese Therapie kann auch ins Gegenteil umschlagen und eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen
  • Störungen in der Hirnanhangdrüse. Wenn deine Hypophyse nicht genügend Steuerungshormon (TSH) bildet und ausschüttet, kommt die Hormonproduktion in deiner Schilddrüse zum Erliegen. Lies mehr zu Normalwerten für TSH und zum Schilddrüsen-Regelkreis.

Altershypothyreose kann mit Alterserscheinungen verwechselt werden

Bei älteren Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ähneln die Krankheitsanzeichen der Schilddrüsenunterfunktion häufig den normalen Alterserscheinungen und werden daher oft nicht erkannt. Der Stoffwechsel verlangsamt sich im Alter zum Beispiel häufig, was genau wie bei der Hypothyreose zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen kann.

Auch eine Depression kann von einer Schilddrüsenunterfunktion verursacht werden. Hierbei können sich ursprünglich lebhafte Menschen innerhalb kurzer Zeit in sich zurückziehen und regelrecht lethargisch werden.

Gewichtsveränderungen können ebenfalls wichtige Hinweise auf eine mögliche Altershypothyreose geben. Ältere Menschen, die trotz magerer Kost plötzlich stark an Gewicht zunehmen, leiden möglicherweise an einer Schilddrüsenunterfunktion.

Auffällig bei der Altershypothyreose ist, dass die Schilddrüsen-Hormonwerte oft nur geringfügig vom Normalwert abweichen.

Ein Myxödemkoma erfordert intensivmedizinische Behandlung

Die Haut von Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion erscheint häufig teigig aufgetrieben. Das passiert, weil sich Wasser sowie Eiweiß-Zucker-Säureverbindungen in dein Unterhautfettgewebe einlagern. Der medizinische Fachausdrück dafür lautet Myxödem. Besonders betroffen vom Myxödem sind die Regionen um die Augen, die Lippen, die Zunge und die Handrücken.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) lange Zeit unbehandelt bleibt oder falsch behandelt wird, kann es in seltenen Fällen zum sogenannten Myxödemkoma kommen. Hierbei zeigen Menschen mit langjähriger Schilddrüsenunterfunktion, die zudem noch durch Operationen, Traumata, Herzinsuffizienz oder nach Infektionen geschwächt sind, Schwäche, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Reglosigkeit. Symptome für ein Myxödemkoma sind außerdem niedriger Blutdruck (Hypotonie), stark erniedrigte Körpertemperatur sowie eine verlangsamte, oberflächliche Atmung. Dann ist intensivmedizinische Hilfe notwendig. In diesem Fall musst du in der Regel beatmet werden und erhältst intravenös Schilddrüsenmedikamente und Steroidhormone (Glukokortikoide).

Der typische Laborbefund für Patienten mit Myxödemkoma zeigt sich in niedrigen Werten von fT4 und Gesamt T4, stark erhöhten TSH-Werten, erniedrigten Zuckerwerten und erniedrigten Natriumwerten sowie erhöhten Werten für Cholesterin und Kreatinphosphokinase. Die Kreatinphosphokinase stellt dem Muskel kurzfristige Energiereserven bereit. Ein erhöhter Wert kann auf eine Herzmuskelschwäche hinweisen.

Hashimoto-Thyreoiditis führt zur lebenslangen Hypothyreose

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer lebenslangen Schilddrüsenunterfunktion führt. Bei der auch als Hashimoto oder chronische Immunthyreoiditis bezeichneten Erkrankung werden spezielle Antikörper gebildet, die sich gegen die Zellen deiner Schilddrüse richten. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung deiner Schilddrüse. In der Folge wird das Schilddrüsengewebe zerstört und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) kommt zum Stillstand. In unserem Artikel zur Hashimoto-Thyreoiditis erfährst du mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie von Hashimoto.

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bleibt oft unentdeckt, wenn nicht ein Kropf oder eine Vergrößerung deiner Schilddrüse die Erkrankung sichtbar machen. Denn viele Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) könnten auch zu anderen Erkrankungen passen und werden daher häufig nicht richtig zugeordnet, als psychisches Problem oder als Symptome einer Depression eingestuft. Ein Beispiel dafür ist die Apathie (Antriebslosigkeit). Sie kann Anzeichen einer Depression sein, aber auch im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten. Ein weiteres Beispiel für die unspezifische Symptomatik der Schilddrüsenunterfunktion kann die Cholesterinwerterhöhung sein. Hierfür können unter anderem Ernährungsfehler verantwortlich sein, aber auch ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4. Dies verzögert den Cholesterin-Abbau und führt somit zu erhöhten Cholesterinwerten.

Folgende Symptome sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) möglich. Sie können unterschiedlich stark ausfallen und müssen nicht allesamt auftreten:

  • Antriebslosigkeit
  • Ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • mangelnde Leistungsfähigkeit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Verlust des Orientierungssinns
  • sprödes, brüchiges Haar
  • Haarausfall
  • raue, trockene und häufig aufgedunsene Haut
  • gelbliche Verfärbungen der Haut
  • hängende Augenlider (Ptosis)
  • geschwollenes Gesicht mit verdickten Lippen
  • raue, heisere Stimme
  • Kälteüberempfindlichkeit, denn dein durch die Hypothyreose verlangsamter Stoffwechsel hält deine Körpertemperatur zu niedrig
  • hartnäckige Verstopfung. Lies mehr zu Ursache und Hausmittel bei Verstopfung
  • Gewichtszunahme ohne Änderung der Essgewohnheiten, teilweise sogar bei gleichzeitigem Appetitmangel
  • niedriger Blutdruck. Blutdruck messen
  • verlangsamter Herzschlag
  • Durchblutungsstörungen
  • Verkrampfung der Muskulatur
  • verlangsamte Reflexe
  • unregelmäßige Menstruation oder ungewöhnlich starke Blutungen
  • Einschränkungen von Libido und Potenz
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Kropfbildung durch Vergrößerung der Schilddrüse

Mögliche Komplikationen und Krankheitsverlauf der Hypothyreose

Aufgrund von vermehrten Wassereinlagerungen in dein Körpergewebe können im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ödeme entstehen. Deine Haut fühlt sich dann teigig an, Gesicht, Zunge und Augenpartien können anschwellen. Durch den im Rahmen der Hypothyreose erhöhten Cholesterinspiegel wächst langfristig die Gefahr, an einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zu erkranken.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann auch an Störungen in deinem Herz-Kreislaufsystem beteiligt sein. Beispiele dafür sind Bradykardie (Herzrhythmusstörungen mit unter 60 Schlägen pro Minute), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Veränderungen des Blutdrucks, Blutvolumens und des Gefäßwiderstandes, der für einen reibungslosen Blutfluss wichtig ist. Bei einer nur kurzfristig bestehenden Hypothyreose kann die Kontraktionsrate deines Herzens abnehmen und der Gefäßwiderstand kann sich erhöhen. Damit wird es schwieriger und anstrengender für dein Herz, Blut in ausreichender Menge auszuwerfen.

Welcher Arzt hilft bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Für Diagnose und Therapie von einer Schilddrüsenunterfunktion sowie anderer Schilddrüsenerkrankungen ist ein auf Hormonerkrankungen spezialisierter Arzt, ein Endokrinologe, zuständig. Das medizinische Fachgebiet Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Fachärzte tragen die Facharztbezeichnung Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Finde mit unserer Arztsuche Endokrinologen in deiner Nähe.

Schilddrüsenunterfunktion und Schwangerschaft

Hat sich deine Schilddrüsenunterfunktion ohne Schilddrüsenerkrankungen während deiner Schwangerschaft entwickelt, kann sich das nach der Geburt wieder vollständig normalisieren.

Deine Schilddrüse vergrößert sich während einer Schwangerschaft leicht, da an sie während dieser Zeit erhöhte Anforderungen gestellt werden. Auch eine gesunde Schilddrüse kann deshalb während der Schwangerschaft in ihrer Hormonproduktion und in ihrem Gewebewachstum ein wenig von den Normwerten abweichen. Durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone Östrogen und Humanes Choringonadotropin (HCG) können sich auch deine Schilddrüsenhormonwerte verändern. Zur Kontrolle deiner Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft bestimmt das Labor aus deiner Blutprobe das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH) der Hirnanhangsdrüse sowie die freien Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4). Wichtig ist, dass während der Schwangerschaft alle Schilddrüsenwerte sehr engmaschig überwacht werden, da sich durch dein wachsendes Baby auch dein Schilddrüsenstoffwechsel stetig verändert.

Diagnoseverfahren bei Schilddrüsenunterfunktion

Wenn dein Arzt dich auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) untersucht, wird er in der Regel deine Vorerkrankungen wissen wollen, ob Schilddrüsenerkrankungen in deiner Familie vorliegen und welcher Art deine Beschwerden sind. Bei einer körperlichen Untersuchung tastet er deine Halsregion ab. Außerdem wird dir Blut abgenommen, um die Konzentration deiner Schilddrüsenhormone und die des TSH der Hypophyse zu bestimmen. Die Hypophyse reguliert die Hormonproduktion deiner Schilddrüse. Lies mehr über die Schilddrüsenwerte und den Schilddrüsenregelkreis in unseren Laborwerten f3, f4 und TSH. Bei Verdacht auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto können noch zusätzliche Blutwerte ermittelt werden, siehe Diagnoseverfahren bei Hashimoto.

Schilddrüsenwerte im Blut

Zur Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut nimmt dir dein Arzt Blut aus der Armvene ab, welches im Labor untersucht wird. Die erhaltenen Konzentrationen der Schilddrüsenhormone verraten deinem Arzt viel über die Produktions- und Ausschüttungsrate deiner Schilddrüsenhormone. Sie sagen jedoch nichts darüber aus, was die Ursachen für einen Überschuss bzw. Mangel an Schilddrüsenhormonen sind.

Sind bei der Laborauswertung TSH erhöht sowie fT3 und fT4 erniedrigt oder normal deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Denn wenn die Schilddrüse zu wenig fT3 und fT4 produziert, sind deren Werte niedrig. TSH ist erhöht, weil deine Hirnanhangdrüse deine Schilddrüse dazu anregen möchte, mehr Hormone zu produzieren.

Doch Vorsicht: Nimmst du Kortison und hohe Dosen an Schmerzmitteln mit Acetylsalicysäure ein, kann das die Testergebnisse verfälschen. Auch die Einnahme der Pille und anderer hormonhaltiger Verhütungsmittel können die Laborwerte deiner Schilddrüsenhormone beeinträchtigen. Du solltest deinen Arzt daher unbedingt darüber informieren, welche Medikamente du einnimmst.

TBG-Test zur Bestimmung des Trägerproteins

Beim sogenannten TBG-Test wird die Menge des Trägerproteins Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) gemessen. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) wird im Blut an Trägerproteine gebunden, die es zu seinem Bestimmungsort transportieren. T4 wird hauptsächlich in der Leber zu T3 umgewandelt. Die Menge des Trägerproteins TBG kann genetisch bedingt erhöht oder erniedrigt sein. Mit dem TBG-Test kann das Labor feststellen, ob überhaupt genug Transportproteine für deine Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Verteilungsengpässe können also mithilfe des TBG-Tests aufgedeckt werden.

Sonografie deckt Größenveränderungen auf

Um die Struktur und Veränderungen von Form und Größe sowie der Lage deiner Schilddrüse aufzudecken, kann dein Arzt eine Untersuchung der Schilddrüse mittels Ultraschall (Sonografie) durchführen. Die Sonografie kann allerdings Fehlfunktionen deiner Schilddrüse nicht anzeigen.

Bei der Sonografie deiner Schilddrüse werden Ultraschallwellen aus einem Schallkopf durch dein Schilddrüsengewebe gesendet. Dazu setzt dein Arzt den mit einem speziellen Gel präparierten Schallkopf auf deinen Hals auf und fährt das zu untersuchende Gebiet mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen ab. Die Ultraschallwellen werden an den Grenzen zwischen Organen und Geweben in unterschiedlichem Maße zurückgeworfen. Der Schallkopf nimmt die reflektierten Schallwellen wieder auf und errechnet daraus ein Bild, was sich dein Arzt auf einem Bildschirm anschauen kann.

Szintigrafie macht Knoten sichtbar

Mithilfe der Szintigrafie lässt sich die Stoffwechselaktivität deiner Schilddrüse bestimmen. Außerdem lassen sich Lage und Größe eventuell überaktiver Regionen (heiße Knoten) und inaktiver Regionen (kalte Knoten) erkennen. Heiße Knoten produzieren eigenständig Schilddrüsenhormone, was zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt. Kalte Knoten bestehen aus nicht funktionierendem Schilddrüsengewebe und können bösartig werden. Lies mehr über den Ablauf einer Szintigrafie.

Punktion liefert Gewebeproben

Um eine Gewebeprobe zu entnehmen, beispielsweise bei Krebsverdacht oder Schilddrüsenknoten, kann deine Schilddrüse mit einer Feinnadel punktiert werden. Hierbei wird eine Hohlnadel mithilfe von Ultraschall an der gewünschten Stelle angesetzt und durch die Haut in deine Schilddrüse und den Teil vorgeschoben, aus dem eine Zellprobe entnommen werden soll. Mittels Unterdruck können dann einzelne Zellen hinausgesaugt und anschließend im Labor untersucht werden. Die Feinnadelpuntion ist aufgrund der geringen Nadeldicke in der Regel relativ schmerzarm.

Was hilft bei Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte so früh wie möglich behandelt werden, um Folgeschäden und Komplikationen auszuschließen. Mit Medikamenten können häufig die Auswirkungen der Erkrankung verringert werden, eine Heilung der eigentlichen Ursache der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist jedoch oft nicht möglich oder bedarf einer langfristigen Therapie.

Sind Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Auslöser für deine Schilddrüsenunterfunktion, dann können sie nach Rücksprache mit deinem Arzt möglicherweise niedriger dosiert oder sogar abgesetzt werden. Wenn du wegen einer Schilddrüsenunterfunktion stark an Gewicht zugenommen hast, ohne deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, dann brauchst du neben der medikamentösen Therapie der Hypothyreose vor allem eines: Geduld. Sobald sich dein Körper an die Hormongabe gewöhnt hat, purzeln mithilfe von ein wenig Sport und einer gesunden Ernährung bestimmt bald auch die Pfunde wieder.

Jodreiche Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Viele Menschen denken bei Schilddrüsenerkrankungen zunächst an Jodmangel. Und tatsächlich braucht deine Schilddrüse ausreichend Jod, damit sie funktioniert und ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann.

Ein Jodmangel kann nach Verbrauch deiner körpereigenen Jodreserven zu gesundheitlichen Problemen wie einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen. Mit der Zeit kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern, ein Kropf (Struma) kann entstehen. Je größer der Kropf wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Druck auf deine Blutgefäße im Halsbereich sowie auf die Speise- und Luftröhre ausübt. Die Folge: es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühlen kommen. Bei länger bestehendem Kropf können Veränderungen deines Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.

Um die Jodversorgung sicherzustellen, solltest du einmal, besser zweimal wöchentlich Seefisch wie Scholle oder Kabeljau essen. Auch Milch und Milchprodukte sind gute Jodlieferanten und sollten deshalb zu deinem täglichen Speiseplan gehören.

Für die Speisenzubereitung solltest du Jodsalz verwenden. Beim Einkauf in Bäckerei und Metzgerei solltest du nachfragen, ob die Produkte Jodsalz enthalten. Denn Brot und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnisse, Fertigprodukte und Tiefkühlwaren werden häufig mit Jodsalz hergestellt. Bei verpackten Lebensmitteln muss dies im Zutatenverzeichnis aufgeführt sein.

Sofern dir kein ausreichendes Angebot von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen zur Verfügung steht, ist die ergänzende Einnahme von Jodtabletten der sicherste Weg zur Jodbedarfsdeckung. Das gilt vor allem für schwangere und stillende Frauen, die einen erheblich höheren Jodbedarf haben. Hier solltest du aber auf jeden Fall deinen Arzt fragen. Auch für Veganer können Jodtabletten eine gute Alternative zur Deckung ihres Jodbedarfs sein.

Selenhaltige Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Selen zählt wie Jod zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Als Bestandteil sogenannter Seleno-Enzyme erfüllt Selen lebenswichtige Funktionen. In deiner Schilddrüse kommen verschiedene Seleno-Enzyme in hoher Konzentration vor. Die Schilddrüse zählt daher zu den Körperorganen mit dem höchsten Selengehalt.

Seleno-Enzyme der Schilddrüse sind zum einen die Deiodinasen, die das Schilddrüsenhormon T4 (Thyroxin) in das stoffwechselaktivere Schilddrüsenhormon T3 (Trijodthyronin) umwandeln. Zum anderen ist Selen Bestandteil von Gluthathionperoxidasen (GPx), also von Enzymen, die deine Schilddrüse vor Zellschädigungen schützen. Zellschäden können durch Freie Radikale ausgelöst werden. Das sind hochreaktive Sauerstoff-Verbindungen, die bei der Schilddrüsenhormonbildung anfallen und durch GPx abgebaut und unschädlich gemacht werden.

Selen musst du mit deiner täglichen Nahrung aufnehmen, der tägliche Bedarf liegt für Erwachsene bei 30-70 Mikrogramm (µg)/Tag. Selenhaltigen Lebensmittel sind Fleisch, vor allem Leber und Niere und Hühnereier. Weil Selen auch im Meerwasser vorkommt, sind Seefisch und Meerestiere ebenfalls reich an Selen.

Risiken für einen Selenmangel bestehen bei vegetarischer und veganer Ernährung, bei bestimmten Darmerkrankungen, schweren Allgemeinerkrankungen und selenfreier künstlicher Ernährung. Ein Selenmangel erhöht offensichtlich das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Denn das Gewebe ist bei eingeschränkter GPx-Schutzwirkung einem höheren Risiko für Schädigungen und Veränderungen des Erbguts (DNA) und damit für bösartige Veränderungen ausgesetzt. Möglicherweise spielt ein Selenmangel auch bei der Entstehung von gutartigen Schilddrüsenknoten eine Rolle.

Medikamente bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) muss deinem Körper das Hormon, das er nicht oder nicht mehr ausreichend produziert, als Medikament zugeführt werden. Die für jeden Patienten mit Hypothyreose individuell richtige Menge eines Schilddrüsen-Medikaments hängt ab vom Alter und der Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion.

Arzneimittel für eine Schilddrüsenunterfunktion enthalten das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin, kurz L-Thyroxin. Dies entspricht dem Schilddrüsenhormon T4. Dein Körper baut es wie natürliches T4 zu T3 um. Bis die Hälfte des eingenommenen Levothyroxins in deinem Körper verarbeitet ist, dauert es in der Regel sechs bis sieben Tage. Das garantiert eine gleichmäßig verteilte Wirkung des Schilddrüsenmedikaments. Es gibt auch Kombipräparate aus L-Thyroxin und einem Wirkstoff, der dem natürlichen Schilddrüsenhormon T3 entspricht sowie Jodidpräparate.

Bei einem Kropf, der aus Jodmangel entsteht und bei dem gleichzeitig wenige Schilddrüsenhormone produziert werden, deckt das Schilddrüsenmedikament L-Thyroxin den Bedarf deines Körpers an Schilddrüsenhormonen. Deine Gehirndrüsen bekommen durch das Medikament im Blut die Info, dass genug Hormon vorhanden ist und produzieren nur noch ein Minimum der Hormone, die die Schilddrüse antreiben. Diese wiederum drosselt ihre Hormonproduktion und Hormonausschüttung, der Kropf wird kleiner.

Da dein Körper bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Regel daran gewöhnt ist, deine Organe auf Sparflamme laufen zu lassen, kann ein plötzlicher Hormonschub deine Organe überfordern. Das gilt besonders für das Herz. Hast du Herzrhythmusstörungen, eine Herzmuskelschwäche, eine koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt überstanden oder leidest du an hohem Blutdruck, werden die Medikamente zu Beginn der Behandlung in der Regel sehr niedrig dosiert sein. Nach und nach können sie dann auf die erforderliche Menge gesteigert werden. So kann sich dein Körper langsam auf die Hormongabe einstellen. Das ist in der Regel nach rund vier Wochen bis zu einigen Monaten der Fall.

Beruht der Schilddrüsenhormonmangel auf einer akuten Entzündung deiner Schilddrüse, wird die Therapie in der Regel beendet, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Gelingt es nicht, die Hormonproduktion deiner Schilddrüse zu normalisieren, muss die Behandlung möglicherweise lebenslang fortgesetzt werden. Ganz wichtig ist: Beende die Therapie mit Schilddrüsenhormonen nie auf eigene Faust. Wenn die Hormone abrupt abgesetzt werden, kann sich deine Schilddrüse durch Gewebewachstum vergrößern. Hast du dein Schilddrüsenmedikament einmal vergessen, nimm am nächsten Tag die übliche Dosis ein, aber auf keinen Fall die vergessene Dosis noch zusätzlich.

Schilddrüsenunterfunktion Heilungschancen

Auch wenn die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion durch die Schilddrüsenmedikamente nach einigen Monaten verschwunden sind, müssen die meisten Betroffenen die künstlichen Schilddrüsenhormone ein Leben lang weiter einnehmen. Denn beim Absetzen der Medikamente leeren sich die Hormonspeicher und dein Körper würde erneut zu wenige Schilddrüsenhormone erhalten.

Zu Beginn der Behandlung kontrolliert dein Arzt deinen Hormonspiegel in der Regel etwa alle vier Wochen, im weiteren Verlauf dann einmal im Quartal. Bist du optimal eingestellt und verträgst die Schilddrüsenhormongabe ohne Beschwerden, kann möglicherweise eine jährliche Überprüfung deines Hormonspiegels ausreichen.

Bei gut eingestellter Medikamentendosis sowie regelmäßiger und vor allem vorschriftsmäßiger Einnahme bist du in der Regel genauso leistungsfähig und lebst genauso lange wie Menschen ohne Schilddrüsenunterfunktion. Bei einer angeborenen Hypothyreose hängt dein Behandlungserfolg ganz entscheidend vom Zeitpunkt ab, zu dem deine Schilddrüsenunterfunktion erkannt wird.

Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

Achte bei der Wahl deiner Nahrung auf eine optimale Jodzufuhr. Am besten du isst mindestens einmal pro Woche frischen Seefisch (Scholle, Kabeljau). Würze deine Mahlzeiten mit jodiertem Speisesalz. Der optimale Jod-Tagesbedarf liegt bei 200 Mikrogramm (µg) ab einem Alter von 15 Jahren, 180 µg ab 50 Jahren und 230 µg für Schwangere. Rauchen erhöht den Jod-Bedarf, denn durch das Nikotin wird die Jodaufnahme blockiert. Eine Tagesdosis von 500 µg sollte allerdings ohne therapeutischen Hintergrund keineswegs überschritten werden.

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Symptome

Parasitenbefall: Diese Symptome können ihn verraten

An Giardien leidender Mann hat Blähungen und Verdauungsbeschwerden und hält sich den Bauch.
Verdauungsprobleme oder Schmerzen im Bauchbereich sind sehr unspezifisch, können aber Hinweise auf einen Parasitenbefall sein.

Symptome eines Parasitenbefalls sind schwer diagnostizierbar

Kraftlosigkeit, plötzlich auftretender Heißhunger oder ein schlechtes Hautbild: All diese Krankheitszeichen sind Warnsignale des Körpers, die du nicht ignorieren solltest. Denn diese Symptome können auch auf einen Parasitenbefall hindeuten. Parasiten sind Organismen, die in einem größeren Organismus als Wirt leben. Sie verursachen zumeist keine Symptome, die eindeutig auf Parasiten hinweisen. Mitunter bemerkst du Einzeller etwa anfangs gar nicht, sondern erst dann, wenn sie bestimmte Beschwerden wie langanhaltende Bauchschmerzen verursachen. Je nach Parasitenart können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Da Parasiten deinem Körper Nährstoffe entziehen, gehören Müdigkeit und chronische Erschöpfung in der Regel zu den Hauptsymptomen. Durch den gedrosselten Stoffwechsel kannst du dich dauerhaft abgeschlagen und kraftlos fühlen. Typischerweise können Würmer im Darm solche und ähnliche Beschwerden auslösen.
  • Manchmal sind Parasiten auch für Heißhungerattacken verantwortlich. Zum Beispiel dann, wenn sie nicht eigenständig Nahrung aufnehmen können und auf einen anderen Organismus angewiesen sind. Da sie außerdem sehr stoffwechselaktiv sind, produzieren einige Parasiten giftige Gase, die sich in deinem Darm sammeln. Auf lange Sicht kann deine Darmwand geschädigt werden, auch der Bauch kann sich aufblähen. Verantwortlich für solch einen vergrößerten Bauchumfang können beispielsweise Leberegel sein.
  • Endo- und Ektoparasiten können sich auf deine Psyche auswirken. Sie können unter anderem depressive Verstimmungen auslösen, eine innere Unruhe oder auch nervöse Angstzustände. Manche Menschen, die akut unter Parasiten leiden, fühlen sich benebelt „wie in Watte gepackt“ und nicht als Herr ihrer Selbst. Diese diffusen psychischen Erscheinungsformen kommen durch die hormonellen Veränderungen zustande. Da parasitär-bedingte Zustände aber immer individueller Natur sind, fallen psychische Symptome bei jedem anders aus.
  • Viele Parasiten wie Stechmücken oder Bettwanzen sind nachtaktiv, sodass sie – oft zwischen ein und drei Uhr morgens – Schlafstörungen auslösen können. Viele Betroffene, die aufgrund dessen schlechter in die Tiefschlafphase kommen, fühlen sich morgens nicht ausgeschlafen.
  • Weitere Parasiten Symptome machen sich durch Gewichtsveränderungen bemerkbar. Darmparasiten wie der Bandwurm können den Körper auszehren, sodass Betroffene oft nicht zunehmen, obwohl sie „normal“ essen. Eine deutliche Mehrheit der Fremdorganismen verursacht allerdings eine Gewichtszunahme.
  • Durch die abgegebenen toxischen Stoffe können im Darm unterschiedliche Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfe entstehen. Zu den typischen parasitären Vertretern, die diese Beschwerden auslösen, gehören Giardien.
  • Siedeln sich Parasiten wie Krätzmilben oder Läuse auf deiner Haut an, kann es zu starkem Juckreiz, Rötungen oder Bläschen Kommen. Zusätzlich hinterlassen Kopfläuse Nissen (Läuseeier) oder weiß-klebrige Schuppen im Haar.

Viele Parasiten verstecken sich nicht nur hinter Symptomen, die auch zu anderen Erkrankungen passen. Manche erschweren die Diagnose auch dadurch, dass sie sich nur schwer nachweisen lassen. Besonders Würmer im Darm sind oft schwierig festzustellen, da deren Eier nicht in jedem Stuhlgang zu finden sind. Neben Stuhlproben können Ärzte auch mit Hilfe von Blut-, Haut-, Schleim-, oder Urinproben einen Parasitenbefall diagnostizieren.

Gesunde Ernährung kann vor Parasiten schützen.
Eine basische und nährstoffreiche Ernährung kann den Körper stärken, sodass dieser weniger anfällig für Parasiten ist.

Welche Parasitenarten können den Menschen befallen?

Der Begriff „Parasit“ wird im engeren Sinne sowohl bei Einzellern (Amöben), größeren Würmern sowie Gliederfüßlern verwendet. Während Einzeller ihre Zellen teilen und sich dadurch vermehren, legen Würmer Larven oder Eier ab. Normalerweise gelangen Parasiten entweder über die Haut oder über den Mund ins Körperinnere. Sehr selten breiten sich die parasitären Organismen durch Injektionen, Bluttransfusionen oder Organspenden aus. Sogenannte Ektoparasiten leben ausschließlich auf der Körperoberfläche, während sich Endoparasiten im Körperinneren ansiedeln.

Am häufigsten übertragen sich Endoparasiten fäkal-oral. Mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger nimmst du hierbei über verunreinigte Hände mit dem Mund (oral) auf. Solltest du dir beispielsweise nicht die Hände waschen und vorher einen „kontaminierten“ Gegenstand berührt haben, kann es zu einer Übertragung kommen. Auch durch den Verzehr von rohem Obst, Gemüse oder Schalentieren, die im verunreinigten Wasser waren, können sich Würmer oder Egel ausbreiten. Haustiere wie Hunde und Katzen können ebenfalls bestimmte Endoparasiten wie den Fuchsbandwurm übertragen.

Außenparasiten dringen hingegen häufig über einen Biss oder Stich in deine Haut ein. Ein typischer Parasit, der Insektenstiche verursacht, ist die Stechmücke. Sie bohrt ihren Stechrüssel in die Haut, um Blut zu saugen. Andere Vertreter wie Zecken, Läuse oder Kriebelmücken beißen sich in der Haut fest. Wenige Endoparasiten wie beispielsweise Haken- oder Saugwürmer befallen den Menschen ebenfalls über die Haut.

Gründliches Händewaschen dient auch als Schutz vor Parasiten.
Fremdorganismen, die über den Mund übertragen werden, kannst du vorbeugen. Wichtig ist, die Hände vor und nach den Toilettengängen und Mahlzeiten gründlich mit Wasser und Seife zu waschen.

Was tun gegen Parasiten?

Generell gibt es kein „universelles“ Heilmittel, das gegen alle Parasiten wirksam ist. Vielmehr hängt von der Art der Fremdorganismen ab, welche Behandlung in Betracht kommt. Darmparasiten lassen sich beispielsweise mit Antiparasitika oder Antipilzmitteln behandeln. Sogenannte Antihelminthika lähmen die Würmer und helfen auch bei starkem Befall, sie schnell wieder loszuwerden. Auch Amöben lassen sich durch medikamentöse Gaben (in der Regel mit den Wirkstoffen Metronidazol oder Tinidazol) beseitigen. Während der medikamentösen Therapie solltest du dich immer an die ärztlichen Vorgaben halten sowie auf mögliche Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln achten.

Eine weitere Möglichkeit zur ergänzenden Behandlung von endoparasitären „Untermietern“ wie Würmern ist eine sogenannte Parasitenkur. Solch eine Kur basiert auf den drei Komponenten Wermut, Wallnusstinktur und Gewürznelken. Bei Wurmerkrankungen solltest du immer auch versuchen, den entstandenen Nährstoffmangel auszugleichen. Oftmals entsteht durch den parasitären Befall ein Vitaminmangel, der weitere unangenehme Krankheitszeichen hervorrufen kann.

Ein operativer Eingriff kann nötig werden, wenn Fuchsbandwurm, Hundewürmer und ähnliche Parasitenarten tiefer in dein Gewebe eingedrungen sind.

Auch bei Ektoparasiten können antiparasitäre Mittel helfen. Manche Fremdorganismen wie Zecken müssen mithilfe einer speziellen Zeckenzange mitsamt Kopf entfernt werden. Für Läuse hingegen gibt es Shampoos oder Sprays, die die Tiere abtöten. Zusätzlich entfernt ein Läusekamm frisch geschlüpfte Larven und Nissen.

Reisen in tropische Gegenden bringt das Risiko mit, unerwünschte „Souvenirs“ mit in die Heimat zu nehmen. Deshalb gilt bei Auslandsaufenthalten, kein Leitungswasser zu trinken und Speisen ausschließlich gegart und ausreichend erhitzt zu verzehren. Insektenstichen und -bissen lässt sich in warmen Ländern unter anderem mit Fliegengittern, Insektiziden und langärmeliger, heller Kleidung vorbeugen.

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Gesundheitstipps

Schwangerschaftswochen-Check: So entwickelt sich dein Baby

Der SSW-Rechner war dabei: das Baby ist da und schmiegt sich an Papa.
Nach zehn Monaten der Vorfreude ist es endlich so weit und dein kleines Baby kommt auf die Welt. Nun beginnt für die ganze Familie eine neue Zeit.

In welcher Schwangerschaftswoche bist du?

Zehn lange Monate dauert eine Schwangerschaft. Während du voller Hoffen und Bangen bist, geschieht in deinem Bauch das größte Wunder: Ein kleiner Mensch entsteht. Stück für Stück wächst das winzige Wesen in dir, bis es am Ende endlich auf die Welt kommt. Gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel (Trimester) entwickelt sich dein Baby rasant. Doch auch danach sind Schritte wie die Lungenreife echte Meilensteine. Du bist unsicher, an welchem Zeitpunkt du dich gerade in deiner Schwangerschaft befindest? Mit einem Schwangerschaftsrechner kannst du deine Schwangerschaftswoche (SSW) berechnen.

Schwangerschaftswoche 1-4

In den ersten beiden Wochen der Schwangerschaft bist du nicht schwanger. Sie werden mitgerechnet, weil dein Zyklus beginnt und deine Fruchtbarkeit steigt. In der 3. Schwangerschaftswoche (SSW) kommt es zur Befruchtung und in der 4. SSW ist dein Embryo so groß wie ein Mohnkorn.

Diese kleine Kugel besteht aus drei Schichten. Aus diesen entstehen Organe und das Gewebe. Wo einmal der Kopf deines Babys sein wird, sind jetzt zwei Gewebefalten, aus denen die Ohren wachsen. Wenn du es vor deiner Schwangerschaft noch nicht getan hat, dann nutze jetzt die Zeit, um deinen Impfschutz zu überprüfen. Denn ein nicht ausreichender Impfschutz gegen Röteln kann für dein ungeborenes Baby ein Risiko darstellen.

Schwangerschaftswoche 5-8

Dein Baby ähnelt in diesem Stadium einer kleinen Kaulquappe. Es wächst von 2,5 Millimeter bis zu 1,6 Zentimeter. In diesen Wochen geschieht viel in deinem Bauch. Wichtige Organe bilden sich. Nervenröhren, die später einmal Gehirn und Rückenmark verbinden, schließen sich. Obere und untere Gliedmaßen wachsen, damit aus den knospenartigen Gliedern einmal Arme und Beine werden.

 Bereits in der 6. Woche schlägt das Herz deines Kindes – rund 150-mal in der Minute. Im Ultraschall zeigt sich das allerdings erst ab der achten Schwangerschaftswoche. Jetzt verschwindet der embryonale Schwanz, das neuronale Netzwerk bildet sich und erste Bewegungsmuster entstehen.

Von jetzt bis zur SSW 20 wächst dein Baby rasant und seine Organe spezialisieren sich. Diese Schritte können bei dir für Stimmungsschwankungen und Müdigkeit sorgen. Gönn dir Pausen und achte auf eine gesunde Ernährung mit guten Fetten, um dich und dein Baby bestmöglich zu unterstützen. Achte außerdem darauf, ausreichend zu trinken. Von Beginn an gilt: Wenn du ruhig und gelassen bist, wirkt sich das positiv auf dein Baby aus.

Schwangerschaftswoche 9-12

So groß wie eine Traube und zwei Gramm schwer – dein Baby erinnert langsam in seiner Form an einen Mini-Mensch. In Woche 12 wird es 5,4 Zentimeter groß sein und 14 Gramm wiegen.

Die Plazenta (Mutterkuchen zur Versorgung deines Babys) unterstützt die Hormonproduktion deines Babys. Das Geschlecht lässt sich auf dem Ultraschall noch nicht erkennen. Das passiert in der Regel erst ab SSW 14 oder SSW 15. Der Embryo wird ab Schwangerschaftswoche 10 medizinisch Fötus genannt. Dein Baby schluckt und tritt und die Organe sind funktionstüchtig. Alles wächst und gewinnt an Details. Dein Baby zeigt erste Reflexe im Mutterleib, wie zum Beispiel eine Faust ballen, und trainiert fließende Bewegungen. Erste Gallenflüssigkeit und Urin entstehen.

Das erste Schwangerschaftsdrittel (Trimester) liegt fast hinter dir und die Risiken für eine frühe Fehlgeburt nehmen ab. Diese erste Zeit ist bei vielen Frauen durch die Hormone von starken Stimmungsschwankungen geprägt. Nimm deine Aufs und Abs mit Humor und gönn dir Auszeiten. Nach der 12. Schwangerschaftswoche stabilisiert sich bei vielen Frauen der Zustand der Gefühlsachterbahnen.

Bei manchen Frauen zeigt sich jetzt die linea nigra, eine dunkle senkrechte Linie in der Bauchmitte. Ursache dieser ungefährlichen Verfärbung ist eine erhöhte Hormonproduktion. Nach der Schwangerschaft verschwindet die Linie wieder.

Zwischen der zehnten und zwölften Woche ist bei Schwangeren über 35 Jahren und bei Familien mit genetischen Krankheiten ein sogenannter Chorionzotten-Test möglich. Bei diesem auch als Chorionzottenbiopsie oder Mutterkuchenpunktion bezeichneten Verfahren werden kindliche Zellen aus der Plazenta (Mutterkuchen) analysiert.

Schwangerschaftswoche 13-16

Dein Baby trainiert seine Verdauung und hat seinen ersten Schluckauf. Später kannst du diesen durch Zucken in deinem Bauch spüren. Dein Baby wächst in diesen Wochen von einer Erbsenschote mit rund 7,4 Zentimetern zu einer Orange mit um die 10 Zentimeter Länge und 100 Gramm Gewicht. In Woche 14 entsteht das Flaumhaar, um die Haut zu schützen. Dein Baby trainiert ab jetzt seine Gesichtsmuskeln und entdeckt seine Hände. Es kann ab Woche 15 alle Gelenke und Glieder bewegen.

Dein Baby wächst in den nächsten Wochen schnell und verdoppelt rasch sein Gewicht. Du spürst das vielleicht mit Schmerzen in den Mutterbändern. Als Mutterbänder werden die beiden Bänder bezeichnet, die deine Gebärmutter in einer senkrechten Position halten. Sollten die Schmerzen stärker sein und länger anhalten, wende dich an deine Hebamme oder deinen Frauenarzt. Mit gesunden Snacks wie Möhren, Mandeln oder anderen Nüssen kannst du Heißhungerattacken vorbeugen.

Schwangerschaftswoche 17-20

Dein Baby hört jetzt sowohl dich als auch die Geräusche in deinem Umfeld. Du wirst die ersten Bewegungen im Bauch spüren – in der ersten Schwangerschaft kann das auch später sein. Dein Baby wächst jetzt jede Woche gut einen Zentimeter. Ab Woche 20 wird dein Baby nicht mehr vom Scheitel bis zum Steiß, sondern von den Zehen bis zum Kopf gemessen. Es ist 25,6 Zentimeter groß und wiegt gute 300 Gramm. Mit deinem Baby wächst seine Nabelschnur, damit die Versorgung weiter funktioniert.

Es übt fleißig Atmen mit dem Fruchtwasser. Deine Plazenta (Mutterkuchen) bildet vermehrt Fruchtwasser, damit dein Baby fleißig trainieren kann. Nun wachsen ihm Kopfhaare und in den Nieren entsteht Urin. In den Hirnregionen entstehen komplexe Verbindungen. Ab Woche 20 schützt dein Baby die Käseschmiere auf seiner Haut im Bauch und erleichtert später die Geburt. Achte auf eine gute Eisenzufuhr, damit es deinem Baby und dir rundum gut geht. Woche 17 ist in der Regel ideal für eine Fruchtwasseruntersuchung.

Schwangerschaftswoche 21-24

Dein Baby wird jetzt deutlich aktiver im Bauch. Es wächst durchschnittlich einen bis anderthalb Zentimeter in der Woche und verdoppelt sein Gewicht in diesen vier Wochen auf 565 Gramm. In den nächsten Wochen wird vor allem Babyspeck entwickelt. Außerdem lernt dein Baby blinzeln und das leichte Flattern im Bauch entwickelt sich zu Trittfolgen. Im Ultraschall zeigt sich, wie Babys mit Bewegungen auf Licht und Geräusche reagieren. Vielleicht ist dein Baby aktiver oder ruhiger je nach Lautstärke deiner Umgebung.

Viele Frauen haben jetzt Scheidenausfluss. Benutze hier keine Tampons, sondern Binden, um mögliche Infektionen zu vermeiden.

Schwangerschaftswoche 25-28

Der siebte Monat dient vor allem der Lungenreife. Wodurch dein Baby auch bei einer Frühgeburt nach der Geburt selbständig atmen könnte. Als Frühgeburt gilt ein Neugeborenes, das vor der 37 SSW auf die Welt kommt und/oder bei dem das Geburtsgewicht weniger als 2.700 Gramm beträgt.

Dein Baby wächst jetzt fast zwei Zentimeter in der Woche und wiegt am Ende etwas mehr als ein Kilogramm. Außerdem wird das Gehirn weiter ausgebildet und wichtige Reflexe trainiert.

Schwangerschaftswoche 29-32

Dein Baby ist jetzt gut 30 Zentimeter lang und wiegt am Ende des achten Monats rund 1500 Gramm. Es trainiert weiter seine Lunge und sein Reizempfinden.

Du spürst seine Bewegungen immer deutlicher, was einige schlaflose Nächte mit sich bringen kann. In der Seitlage und mit einem Stillkissen zwischen den Beinen können viele Schwangere besser schlafen.

Schwangerschaftswoche 33-36

In diesen Wochen geht es hauptsächlich um das Einlagern von weiterem Babyspeck. Dein Baby nimmt knapp 600 Gramm zu. Auch in der Länge wächst es erneut einen Zentimeter pro Woche. Sein Gehirn wächst weiter und die Lungenreife ist bei den Babys in dieser Zeit abgeschlossen. Außerdem beginnt dein Baby zu träumen. Der Mutterschutz beginnt in dieser Zeit. Gönn dir bewusst Auszeiten und ein Mittagsschläfchen.

Schwangere Frau mit Babyschühchen auf ihrem Babybauch.
In den zehn Monaten einer Schwangerschaft werden wichtige Grundlagen für das spätere Leben gelegt.

Schwangerschaftswoche 37-40

In dieser Zeit nimmt dein Baby weiter zu und bereitet sich auf die Geburt vor. Es nimmt fast ein Kilo zu in diesen Wochen und wächst knapp drei Zentimeter.

Freu dich auf die Geburt mit der Ankunft deines kleinen Wunders und schenke dir schöne Momente mit deinem Partner.

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Gesundheitstipps

Krankenversicherung wechseln: Wie ist die Gesetzeslage und worauf musst du achten?

Ein Wechsel der Krankenversicherung kann teuer werden.
Fast jeder hat sie und braucht sie: die Krankenversicherung. Nicht nur beim Preis kann sich ein Vergleich der jeweiligen Leistungsangebote lohnen.

Welche Arten von Krankenversicherungen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es ein Gesundheitssystem, bei dem du grundsätzlich erst einmal zwei Möglichkeiten hast, wie du dich krankenversichern kannst. Wichtig zu wissen: In der Regel musst du eine Krankenversicherung in Deutschland haben. Nur in Ausnahmefällen sind die Menschen hierzulande nicht versichert. Die meisten sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Sie erhalten eine Art Grundschutz und haben Anspruch auf alle notwendigen medizinischen Behandlungen. Privatversicherte haben ebenfalls diesen Basisschutz und können in ihrem Vertrag noch weitere Leistungen dazu buchen. Die private Krankenversicherung ist jedoch deutlich teurer als die gesetzliche, wenngleich sie auch ein umfangreicheres Leistungsspektrum anbietet.

Ein Wechsel der Krankenversicherung ist oft ein großer Schritt und nicht immer einfach zu bewerkstelligen. Vor allem dann, wenn es darum geht von einer privaten zu einer gesetzlichen Krankenkasse zu wechseln und umgekehrt.

Ist der Wechsel von einer gesetzlichen Versicherung zu einer anderen schwierig?

Wenn du gesetzlich versichert bist, kannst du in der Regel ganz leicht von einem Versicherungsanbieter zum nächsten wechseln. Nach einem Wechsel bist du dann erst einmal zwölf Monate an die Kasse gebunden, bis du erneut wechseln darfst. Der Vorgang von der Kündigung der alten Versicherung bis zur Mitgliedschaft in der neuen dauert etwa zwei bis drei Monate. Dabei darfst du nicht wegen deines Alters, Geschlechts oder Gesundheitszustands abgelehnt werden.

Ist ein Wechsel von einer gesetzlichen Krankenversicherung in eine private schwerer?

Ein Wechsel von einer gesetzlichen hin zur privaten Krankenversicherung ist nicht unbedingt einfach. Du solltest dich dabei auf höhere monatliche Kosten vorbereiten, die du dir leisten können musst. Außerdem kannst du nicht einfach so wechseln, sondern du musst bestimmte Anforderungen erfüllen, die beispielsweise deinen Berufsstand oder dein Einkommen betreffen. Grundsätzlich will so ein Wechsel gut überlegt sein, denn das Zurück in die gesetzliche Versicherung ist nicht so einfach.

Wer darf sich in Deutschland privat versichern?

Willst du dich privat versichern, ist vor allem dein Berufsstand wichtig. Bist du verbeamtet oder selbstständig tätig, dann kannst du dir aussuchen, ob du privat oder gesetzlich versichert sein möchtest. Angestellte haben ebenfalls die Möglichkeit zu wechseln, allerdings ist das erst ab einem bestimmten Jahresgehalt machbar. Die Grenze liegt hier bei mindestens 64.350 Euro brutto für das Jahr 2021. Neben diesen Berufsgruppen dürfen sich Studierende ebenfalls privat versichern.

Ist eine private Krankenversicherung für alle sinnvoll?

Vor allem Beamtinnen und Beamte können von der privaten Versicherung profitieren. Denn der Arbeitgeber, oder in diesem Fall Dienstherr, ist gesetzlich dazu verpflichtet für mindestens 50 Prozent der Krankheitskosten aufzukommen. Mit einer sogenannten Restkostenversicherung werden die Kosten zusätzlich gering gehalten. Ein Wechsel ist vor allem dann sinnvoll, wenn du noch jung bist. Anders als bei der gesetzlichen Kasse zahlst du nämlich mehr, wenn du älter oder durch Krankheiten vorbelastet bist.

Was ist, wenn du wieder zurück in die gesetzliche Kasse willst?

Ein Wechsel zurück von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung gestaltet sich ebenfalls nicht so einfach. Es ist nämlich nur unter gewissen Umständen möglich. Allerdings ist es nicht (immer) unmöglich, wieder zurück in eine der gesetzlichen Kassen zu kommen.

Welche Voraussetzungen musst du beim Wechsel von der privaten zur gesetzlichen Kasse erfüllen?

Angestellte haben es noch relativ leicht. Sobald sie mit ihrem Gehalt unter die oben genannte Einkommensgrenze fallen, müssen sie sich wieder gesetzlich versichern. Selbstständige haben die Möglichkeit wieder ein Angestelltenverhältnis einzugehen, um sich wieder versicherungspflichtig zu machen. Dann haben sie ein Anrecht auf Schutz durch eine gesetzliche Krankenversicherung.

Daneben gibt es noch zwei drastische Wege: Entweder du meldest dich arbeitslos, wodurch du wieder einen Anspruch erhältst oder du versicherst dich im europäischen Ausland, wo ebenfalls eine Versicherungspflicht besteht. Allerdings musst du dann auch deinen Wohnsitz dorthin verlegen. Zumindest für eine kurze Zeit, wenn du dann nach einigen Monaten wieder nach Deutschland ziehst, hast du wieder Anspruch darauf, gesetzlich versichert zu sein.

Kannst du zu alt sein, um wieder zurück in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln?

Ja, das kannst du durchaus. Wenn du älter als 55 Jahre bist, ist es nahezu unmöglich wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Das gilt selbst dann, wenn du eigentlich sogar einen Anspruch darauf hättest. Manche Kassen ziehen die Grenze sogar schon bei 45 Jahren. Ein Eintritt in eine private Krankenversicherung will also wohl überlegt sein.

Kannst du bei deiner gesetzlichen Versicherung trotzdem Leistungen der privaten Versicherung erhalten?

Das ist durchaus möglich. Du musst dich nicht unbedingt privat versichern, um dennoch entsprechende Leistungen zu erhalten. Du kannst auch einfach deine gesetzliche Krankenversicherung mit entsprechenden privaten Zusatzversicherungen für alle möglichen Behandlungsmethoden aufstocken. Der Vorteil dabei ist, dass du die immer wieder kündigen kannst. Gleichzeitig profitierst du weiterhin von der Sicherheit deiner gesetzlichen Versicherung.

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Gesundheitstipps

Pflege früh planen und Angehörige entlasten

Pflegebedürftige Seniorin geht mit ihrer 24-Stunden-Pflegekraft im Park spazieren
Es gibt viele verschiedene Pflegemöglichkeiten für Senioren.

Wann ist Pflege überhaupt notwendig?

Unsere Gesellschaft wird immer älter – das ermöglicht vielen Menschen ein langes Leben voller abwechslungsreicher Erlebnisse. Gleichzeitig bringt diese Entwicklung ganz eigene Probleme mit sich: Obwohl viele Menschen bis ins hohe Alter aktiv und selbstständig leben, steigt mit zunehmendem Alter das Risiko altersbedingter Erkrankungen. Einige davon können deine Selbstständigkeit im Alltag erheblich einschränken. Andere hingegen erfordern lediglich etwas Hilfe bei täglichen Verrichtungen. In jedem Fall jedoch wichtig: Es lohnt sich, bereits frühzeitig festzulegen, was im Fall deiner mehr oder weniger stark ausgeprägten Pflegebedürftigkeit geschehen soll. Das entlastet deine Angehörigen und garantiert dir die Pflege, die du dir wünschst.

Wann genau Pflege erforderlich wird, ist individuell sehr verschieden: Einige Menschen können ihren Alltag bis ins hohe Alter mithlfe von Freunden und Familie gut meistern. Andere hingegen sind auf intensivere Unterstützung angewiesen. Letzteres ist insbesondere dann der Fall, wenn Beschwerden vorliegen, die selbstständiges Navigieren im Alltag kaum möglich machen. Das kann physische Beschwerden wie körperliche Einschränkungen oder eine starke Gangunsicherheit betreffen, aber auch Schwindel oder geistige Beeinträchtigungen wie etwa Demenz. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Schwindel.

Allerdings muss eine Pflegebedürftigkeit nicht immer mit einer schwereren Krankheit zusammenhängen: Viele Senioren sind gesundheitlich fit, können aber bestimmte Haushaltsverrichtungen nicht mehr alleine übernehmen. Gleichzeitig möchten sie aber ihre Familie oder Bekannten mit dieser Situation nicht belasten oder fühlen sich mit deren Hilfe unwohl. Auch hieraus kann sich dann eine Pflegebedürftigkeit ergeben.

Gesundheitszustand und persönliche Wünsche entscheiden über die Pflegeart

Geht es lediglich darum, dass Senioren Hilfe im Haushalt benötigen, ist nicht zwingend eine Heimbetreuung erforderlich. Möchtest du lange eigenständig leben, kann in diesen Fällen auch eine ambulante Pflege sinnvoll sein. Gleichzeitig gibt es auch Senioren, die eine Heimbetreuung und das Leben in Gesellschaft vorziehen. Insgesamt hängt die Beantwortung der Frage, wann Pflege erforderlich wird, mit gesundheitlichen Aspekten sowie mit den persönlichen Wünschen älterer Menschen zusammen. Die möglichen Arten von Pflege sind umfangreich. Das umfassendste Modell, die häusliche Ganztagspflege, wird überwiegend durch Betreuungskräfte aus Osteuropa erbracht. Die Kosten für dieses Pflegemodell sind abhängig vom Hilfsumfang, den Anforderungen an die Qualifikation der ausländischen Pflegekraft und dem Pflegegrad. Diese Daten werden vor Abschluss des Pflegevertrages erhoben. Um später einmal die Pflege zu erhalten, die wirklich gewünscht ist, solltest du deine eigene Pflegebedürftigkeit selbst frühzeitig planen.

Doch wie finanzierst du deine zukünftige Pflege? Das Bundesgesundheitsministerium klärt über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für Pflegebedürftige auf. Schließlich können viele Pflegeformen im Bedarfsfall auch durch Sozialleistungen finanziert werden. Hierdurch wird sichergestellt, dass Pflegebedürftige – unabhängig von ihrer finanziellen Situation – die Pflege erhalten, die sie sich wünschen. 

Die verschiedenen Pflegemöglichkeiten im Überblick

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für pflegebedürftige Menschen, jene Unterstützung zu finden, die sie brauchen und wünschen. Selbstverständlich müssen bei der Wahl der Pflegeform die gesundheitlichen Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigt werden. Oft haben Senioren die Möglichkeit, etwa zwischen ambulanter und der Heimpflege zu wählen. Um die Entscheidung im Bedarfsfall besser treffen zu können, ist es sinnvoll, die verschiedenen Pflegemöglichkeiten bereits zu kennen. 

Stationäre Heimpflege

Entscheiden sich Senioren für die stationäre Pflege, werden sie in einem Seniorenheim betreut. Insgesamt gibt es laut Untersuchungen rund 4,1 Millionen Pflegebedürftige und über 15.000 dieser Pflegeheime in Deutschland. In den Seniorenheimen werden pflegebedürftige Menschen entsprechend ihrem Pflegebedarf und Pflegegrad versorgt. Das bedeutet: In gewissem Maße ist auch hier selbstbestimmtes Leben in einer Gemeinschaft möglich. Allerdings sind ständig Pflegekräfte vor Ort, die jederzeit Hilfe leisten können. 

Betreutes Wohnen für Senioren

Angebote des betreuten Wohnens richten sich an Senioren und Menschen mit Behinderungen. Sie haben die Möglichkeit, in speziellen behinderten- und altersgerechten Appartements zu leben. Dabei ist es möglich, alleine oder gemeinsam mit anderen Mitbewohnern zu leben. Benötigen die Mieter Hilfe bei den täglichen Verrichtungen, können Pflegedienstleistungen hinzugebucht und von einem ambulanten Pflegedienst übernommen werden. Außerdem kommt es vor, dass betreute Wohneinrichtungen an Seniorenheime angegliedert sind.

Ambulante Pflege im eigenen Zuhause

Viele ältere Menschen bevorzugen diese Form der Pflege. Schließlich können sie im Falle einer ambulanten Pflege im eigenen Zuhause von Pflegefachkräften betreut werden. Welche Aufgaben die Pflegekraft übernimmt und wie viel Zeit sie mit dem Betreuten verbringt, ist individuell verschieden. Schließlich kann die Pflegeleistung so angepasst werden, dass sie den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen genau entspricht – ihm gleichzeitig aber größtmögliche Freiheit und Selbstbestimmung garantiert.

24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause

Die 24-Stunden-Betreuung zu Hause stellt für viele Pflegebedürftige eine Alternative zum Pflegeheim dar. Die Bezeichnung 24-Stunden-Pflege oder 24-Stunden-Betreuung bedeutet, dass eine Pflegekraft im Zuhause der pflegebedürftigen Person wohnt, also fast rund um die Uhr vor Ort ist, um in Notfällen eingreifen zu können. Diese Art der Ganztagspflege kann durch Betreuungskräfte aus Osteuropa erbracht werden. Die Kosten für diese Pflegemodelle sind abhängig vom Hilfsumfang, den Anforderungen an die Qualifikation der Pflegekraft und dem Pflegegrad.

Tages- und Kurzzeitpflege

Die Angebote von Tages- und Kurzzeitpflege richten sich weniger an die Pflegebedürftigen selbst. Vielmehr dienen sie dazu, die pflegenden Angehörigen von Pflegebedürftigen, die zu Hause betreut werden, zu entlasten. Sie sollen den pflegenden Freunden oder Familienmitgliedern die Chance geben, sich stunden- oder tageweise Zeit für sich selbst zu nehmen. Außerdem kann diese Pflegeform es Familienmitgliedern ermöglichen, ihrer Berufstätigkeit trotz Pflege weiterhin nachzugehen.

Um diese Ziele zu erreichen, werden ältere und pflegebedürftige Personen bei der Tagespflege zeitweise und fachlich kompetent betreut in einer Pflegeeinrichtung untergebracht. Die Kurzzeitpflege hingegen ermöglicht eine zeitweise Unterbringung außerhalb des Zuhauses, die auch vollstationär erfolgen kann.

Tochter und Mutter informieren sich über Pflegeangebote
Es lohnt sich, gemeinsam rechtzeitig über das Thema Pflege nachzudenken.

So lässt sich die Vorsorge für den Pflegefall praktisch realisieren

Damit im Pflegefall nach deinen Wünschen und Vorstellungen gehandelt werden kann, solltest du Patienten- und Betreuungsrechte möglichst frühzeitig wahrnehmen. Etwa durch eine Vollmacht oder eine schriftliche Verfügung können individuelle Wünsche und Entscheidungen festgehalten werden. So nimmst du Verwandten und anderen nahestehenden Personen die Last ab, im Pflegefall für sich entscheiden zu müssen.

Die Vorsorge- und Betreuungsvollmacht

Bei der Vorsorgevollmacht handelt es sich um eine Willenserklärung, die bestimmten Person das Recht einräumt, im Namen eines Pflegebedürftigen zu handeln. Die bevollmächtigte Person wird im Pflegefall quasi zum „Willensvertreter“ des Vollmachtgebers. Relevant wird die Vollmacht allerdings erst dann, wenn der Vollmachtgeber selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist. Dann ermöglicht sie es dem Bevollmächtigten, Entscheidungen im Sinne des Vollmachtgebers treffen zu können.

Die Betreuungsverfügung hingegen bestimmt, welche Person im Pflegefall dein gesetzlicher Betreuer werden soll. Selbst Gerichte sind an diese Wahl gebunden. Der Betreuer ist dann dazu in der Lage, Entscheidungen rund um die Pflege im Sinne des Vollmachtgebers verbindlich zu treffen.

Die Patientenverfügung

Auch durch eine Patientenverfügung lässt sich festlegen, welche Pflegeleistungen du dir wünschst. Kannst du deinen Willen eines Tages nicht mehr selbst erklären, sind insbesondere Ärzte an die Regelungen der Patientenverfügung gebunden. Obwohl es hier primär um gewünschte und nicht gewünschte medizinische Maßnahmen geht, sind auch Regelungen für den Pflegefall möglich.

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Gesundheitstipps

Checkliste Hausapotheke

Mann kontrolliert seinen Medizinschrank.
Da Medikamente vor Feuchtigkeit geschützt, kühl und dunkel aufbewahrt werden sollten, hat der Medizinschrank im Badezimmer nichts zu suchen.

Was gehört in die Hausapotheke?

Eine gut ausgestattete Hausapotheke sollte in deinem Haushalt nicht fehlen, damit du zum Beispiel bei kleineren Verletzungen, Schmerzen oder Fieber sofort reagieren kannst. Leider gerät bei vielen Menschen die einmal gefüllte Hausapotheke oft in Vergessenheit und erst im Ernstfall wird bemerkt, dass das Pflaster nicht mehr klebt oder das Verfallsdatum von Salben und Tabletten überschritten ist. Daher: überprüfe den Inhalt deiner Hausapotheke regelmäßig, mindestens jedoch einmal pro Jahr.

Überblick behalten: Wenn du dir eine Liste mit den Inhalten deiner Hausapotheke erstellst, kannst du diese bei der nächsten Kontrolle einfach abhaken. Viele Menschen setzen sich zur Kontrolle der Hausapotheke auch einen festen Termin. Zum Beispiel zur Zeitumstellung, zu Beginn der Sommerferien oder nach dem Jahreswechsel.

In die Hausapotheke gehören neben den Standards wie Verbandsmaterial und Hilfsmittel auch Medikamente. Neben der Basisausstattung sollte sich der Inhalt deiner Hausapotheke immer auch nach deinen individuellen Bedürfnissen richten. Daher überlege bei der Zusammenstellung der Notfallapotheke, mit welchen gesundheitlichen Problemen du öfter zu kämpfen hast. Wenn du beispielsweise häufig Herpesbläschen hast, solltest du eine entsprechende Salbe im Haus haben. Hilfe bei Lippenherpes. Wenn du dir oft Blasen läufst, solltest du genug Blasenpflaster vorrätig haben. Verletzt du dich leicht bei Haus- und Gartenarbeit, sind neben einer Wundsalbe und Wunddesinfektionsmittel vor allem ausreichend Pflaster und Verbandsmaterial notwendig.

Hast du Familie und Kinder oder leben in deinem Haushalt Allergiker oder chronisch Kranke, dann denke neben der Basisausstattung der Hausapotheke an die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds. Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, notiere auf der Verpackung von Arzneien gut lesbar den Namen desjenigen, für den das Mittel bestimmt ist.

Arzneimittel für die Hausapotheke

Verschreibungspflichtige Medikamente wie zum Beispiel Blutdruckmittel gehören nicht in die Hausapotheke. Denn verschreibungspflichtige Medikamente darf ausschließlich die Person einnehmen, der der Arzt die Arznei verschrieben hat. Da die Hausapotheke in der Regel von mehreren Familienmitgliedern genutzt wird, könnte eine Verwechslung der Medikamente böse Folgen haben.

Für alle anderen Medikamente in der Hausapotheke gilt: Bewahre Medikamente in der Originalverpackung mit Beipackzettel auf: Eine klare Beschriftung der Arzneimittel hilft, sich besser zurechtzufinden. Du kannst beispielsweise auf die Verpackung schreiben, bei welchen Beschwerden ein Medikament hilft und für welches Familienmitglied es gekauft wurde.

Um einen Überblick über die Haltbarkeit der Arzneien zu behalten, kannst du auf allen Arzneimitteln, die nicht einzeln verschweißt sind, das Anbruchs-Datum notieren.

Folgende Arzneimittel solltest du in deiner Hausapotheke vorrätig haben:

  • Mittel gegen Erkältungssymptome
  • Schmerzmittel und Fiebermittel: Wenn du regelmäßig andere Medikamente einnimmst, achte unbedingt darauf, dass die Wirkstoffe im Schmerzmittel sich damit vertragen. Frag am besten deinen Hausarzt oder deinen Apotheker um Rat
  • Halstabletten
  • Salben oder Gels gegen Insektenstiche und Juckreiz
  • Salben oder Gels für Sportverletzungen wie Verstauchungen
  • Salbe für Brandverletzungen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Wunddesinfektionsmittel
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung

Welche Heilkräutertees vorrätig haben?

Bei vielen Beschwerden sorgen Tees aus Heilkräutern für Linderung. Folgende Kräutertees können daher eine sinnvolle Ergänzung zu deiner Hausapotheke sein:

  • Anis-, Fenchel-, Kümmeltee zur Linderung von Blähungen
  • Kamillentee gegen Magenschmerzen
  • Kamillenblüten zur Herstellung eines Dampfbades zum Inhalieren bei Erkältungen mit Husten und Schnupfen
  • Salbeitee zur Linderung von grippalen Infekten, krampfhaften Magenschmerzen, Menstruationsbeschwerden
  • Pfefferminztee zur Linderung von Magen-Darm-Beschwerden

Bitte beachte: die Tees gehören nicht in den Medizinschrank. Du solltest sie kühl, trocken und originalverpackt im Küchenschrank oder Vorratsregal lagern.

Hilfsmittel für die Hausapotheke

Neben den folgenden Basis-Hilfsmitteln für die Notfallapotheke solltest du auch immer eine Wärmflasche, eine funktionierende Taschenlampe und frische Baumwollhandtücher vorrätig haben.

  • Fieberthermometer mit passender Hülle. Achte darauf, die Batterien regelmäßig auszutauschen und ein defektes Gerät zu ersetzen. Welche Fiebermessgeräte gibt es?
  • Einmal-Handschuhe als Schutz vor Infektionen
  • Verbandschere für sicheres Zuschneiden und Entfernen von Verbandmaterial
  • Pinzette zur Entfernung von kleinen Holzsplittern oder Pflanzenstacheln
  • Desinfektionsmittel, um Oberflächen wie Schere oder Pinzette, aber auch nicht verletzte, intakte Haut keimarm zu halten
  • Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenlasso. Wie Zecken entfernen?
  • Erste-Hilfe-Anleitung
  • Kühlkompressen oder Kühlpads für Sportverletzungen. Bewahre sie im Kühlfach auf, dann sind sie im Bedarfsfall sofort einsatzbereit.

Notfall-Nummern griffbereit haben

Im Notfall kann es durchaus passieren, dass du die einfachste Telefonnummer nicht mehr weißt. Daher: Notiere auf einem Zettel alle wichtigen Nummern und bewahre ihn gut sichtbar in deiner Hausapotheke auf. Du kannst die Liste mit Notfallnummern beispielsweise an die Innenseite der Türen des Medizinschranks kleben. Folgende Nummern sollten auf deiner Notfall-Liste stehen:

  • Polizeinotruf: 110
  • Rettungswagen, Feuerwehr: 112
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
  • Hausarzt
  • Zahnarzt
  • Apotheke
  • Giftnotruf: Je nach Bundesland unterschiedlich. Das Telefonbuch hat eine Liste mit Giftnotrufzentren aller 16 Bundesländer zusammengestellt
  • nächstgelegene Notaufnahme
  • Hilfsdienst wie zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz
  • Angehöriger, der bei Notfällen informiert werden sollte.

Verbandsmittel für die Hausapotheke

Bei der Zusammenstellung von Verbandsmitteln für deine Hausapotheke kannst du dich an deinem Kfz-Verbandskasten orientieren oder dir in der Apotheke helfen lassen. Achte bei der Kontrolle deiner Hausapotheke darauf, dass die Verbandsstoffe sauber und steril verpackt sind und Pflaster noch kleben.

Folgende Verbandsmittel gehören in deine Hausapotheke:

  • Sterile Kompressen, um Wunden keimfrei abzudecken
  • Mullbinden verschiedener Breiten, um Kompressen zu fixieren oder um Salbenverbände herzustellen
  • Verbandpäckchen in mehreren Größen
  • Brandwundenverbandspäckchen
  • Heftpflaster, um Kompressen und Binden direkt auf der Haut zu befestigen
  • Pflasterstrips und Wundschnellverband, um kleinere Verletzungen im Alltag schnell behandeln zu können. Den Wundschnellverband kannst du auf die optimale Größe zuschneiden.
  • Verbandwatte zum Auspolstern von Verbänden
  • Dreiecktuch, um eine Armschlinge herzustellen
  • Verbandklammern und Sicherheitsnadeln, um Verbände zu befestigen und in Form zu halten

Übrigens solltest du als Autobesitzer und Autofahrer mindestens einmal jährlich einen Blick in den Kfz-Verbandskasten werfen. Auf die Verpackung muss ein entsprechender Hinweis auf die aktuell gültige Norm DIN 13164 gedruckt sein. Achte darauf, dass der Inhalt des Verbandskastens vollständig und unbeschädigt ist. Die Verpackungen der sterilen Materialien sollten nicht brüchig sein, sonst ist der Inhalt nicht mehr keimfrei. Bei überschrittenem Verfallsdatum des Kfz-Verbandskastens droht bei offiziellen Kontrollen ein Bußgeld. Am besten du tauschst den Verbandskasten nach Ablauf des Verfallsdatums komplett aus.

Hausapotheke für Kinder

Gehören Kinder oder Säuglinge zu deinem Haushalt, sollten geeignete Medikamente in entsprechender Dosierung in eurer Notfallapotheke vorhanden sein.

Doch Vorsicht: Medikamente für Erwachsene sind für Kinder nicht geeignet. Auch in geringerer Dosierung dürfen Arzneien für Erwachsene Kindern nicht leichtfertig verabreicht werden. In eine Kinder-Hausapotheke gehören deshalb nur solche Arzneimittel, die für Kinder geeignet sind. Lass dich bei der Zusammenstellung deiner Kinder-Hausapotheke von deinem Kinderarzt sowie in deiner Apotheke beraten.

Überlege außerdem, in welchen Situationen du kurzfristig ein Arzneimittel für die Kleinen benötigen könntest. Medikamente, die deine Kleinen regelmäßig oder in bestimmten Notfällen benötigen, solltest du immer in ausreichender Menge im Haus haben.

In eine kindgerechte Hausapotheke und Mini-Notfallapotheke gehören dieselben Hilfsmittel und Verbandsmittel wie in eine normale Hausapotheke. Bei Medikamenten solltest du folgende Basisausstattung vorrätig haben:

  • Fieberzäpfchen
  • Schmerzstillende Zäpfchen
  • Präparate gegen Blähungen und Durchfall
  • Mittel gegen Zahnungsbeschwerden
  • Nasentropfen und Nasenspray für kurzzeitigen Gebrauch bei Schnupfen. Alternativ Meersalzlösungen.
  • Wundpflege für den Windelbereich
  • Wundgel und Wundsalbe für kleinere Verletzungen
  • Kälte-Sofort-Kompresse, die sich durch Drücken und Schütteln aktivieren lässt, für Prellungen und Insektenstiche
  • Altersgerechte Mittel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche

Was gehört nicht in die Hausapotheke?

Tierarzneimittel gehören nicht in die Hausapotheke. Oft sehen sich Verpaackungen täuschend ähnlich. Wird die Hausapotheke von mehreren Personen genutzt, können Verwechslungen der Arzneien böse Folgen haben.

Sind noch alte rezeptpflichtige Medikamente vorhanden, die du irgendwann einmal für eine bestimmte akute Erkrankung verschrieben bekommen hast, heißt es: weg damit. Denn rezeptpflichtige Medikamente gehören ebenfalls nicht in die Hausapotheke. Entsorge die Reste rezeptpflichtiger Arzneien künftig sofort, sobald du wieder gesund bist.

Reinigungsmittel und andere Chemikalien haben in der Hausapotheke auch nichts zu suchen.

Das gleiche gilt für verschmutzte Pflaster und gebrauchte Verbandsstoffe. Offene Wunden könnten sich durch sie infizieren, daher: nach Gebrauch bitte entsorgen.

Wohin mit der Hausapotheke?

Deine Hausapotheke sollte unbedingt als solche erkennbar sein und entsprechend beschriftet sein. Denn im Notfall muss ein schneller Zugriff auf das passende Präparat möglich sein.

Bitte bewahre die Medikamente deiner Hausapotheke wegen der schwankenden Luftfeuchtigkeit nicht im Badezimmer oder in der Küche auf. Lagere Arzneimittel besser im Flur oder im Schlafzimmer. Auf jeden Fall aber solltest du deine Hausapotheke kühl, trocken, dunkel und kindersicher aufbewahren. Kühl heißt, dass die Hausapotheke nicht direkt neben oder über der Heizung platziert werden sollte. Vermeide auch direkte Sonneneinstrahlung. Durch Wärme können die Inhaltsstoffe der Medikamente verändert werden, deren Wirksamkeit ist somit nicht mehr gewährleistet.

Kindersicher heißt, dass die Kleinen den Medikamentenvorrat, die Hilfsmittel und die Verbandsstoffe nicht erreichen können. Am besten geht das in einem abschließbaren Schränkchen (Schlüssel bitte nicht stecken lassen) oder in einer Medizintasche im erhöhten Regalbrett in einem Schrank im Elternschlafzimmer.

Abgelaufene Medikamente entsorgen

Den Inhalt deiner Hausapotheke solltest du mindestens einmal im Jahr überprüfen. Dabei alle Haltbarkeitsdaten kontrollieren und Abgelaufenes entsorgen und durch neue Präparate ersetzen.

In vielen Gemeinden dürfen Medikamente im Restmüll entsorgt werden. Achte darauf, sie nicht einfach zwischen die anderen Müllteile zu werfen, sondern stecke sie in eine blickdichte Tüte, die du verknotest. Diese Tüte gibst du dann erst am Abend vor der Müllabfuhr in die Tonne. So kannst du verhindern, dass Tiere oder spielende Kinder die Arzneimittel herausfischen.

Spüle Medikamente auf keinen Fall in der Toilette herunter. Denn die Kläranlagen können nicht alle Wirkstoffe zurückhalten und die Medikamenten-Rückstände könnten die Umwelt belasten.

Erkundige dich bei deinem lokalen Abfallentsorger oder in deiner Apotheke über die Entsorgungsmöglichkeiten von Medikamenten.

Was tun mit angebrochenen Medikamenten?

Arzneimittel sind nur begrenzt haltbar. Die Haltbarkeit richtet sich nach Wirkstoffen und Konservierung sowie danach, ob es sich um Fertigarzneimittel oder individuell angefertigte Rezepturen handelt.

Das Verfallsdatum bezieht sich auf unangebrochene Mittel. Der Inhalt angebrochener Tuben und Fläschchen verdirbt schneller. Sobald du etwas verwendet hast, solltest du daher das Anbruchsdatum auf die Verpackung schreiben. Sei besonders vorsichtig bei Augentropfen. Augentropfen dürfen in der Regel nach dem Öffnen höchstens sechs Wochen lang aufbewahrt werden. Nasensprays sollten in den Müll, sobald du die Erkrankung überstanden hast.

Haben Dragees unabhängig vom Verfallsdatum Risse oder sind Tabletten aufgrund von Feuchtigkeitseinwirkung aufgequollen solltest du sie ebenfalls entsorgen.

Tabletten und Salben ohne Beipackzettel solltest du ebenfalls entsorgen. Denn im Notfall ist hier unklar, was wogegen in welcher Dosis wirkt. Kontrolliere stets alle Verpackungen darauf, ob auch drin ist, was draufsteht. Oft verschwinden angebrochene Salben in der falschen Verpackung oder der Beipackzettel ist nicht mehr auffindbar oder falsch einsortiert. Beipackzettel sind jedoch wichtig für Anwendung und Dosierung. Auch wenn Nebenwirkungen auftreten, die du nicht eindeutig zuordnen kannst, solltest du das in der Packungsbeilage nachlesen können: So liest du Beipackzettel richtig.

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Diagnosekürzel

U11.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U11.9 für die Notwendigkeit der Impfung gegen Covid-19.
Unter U00 bis U49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 vorläufige Zuordnungen für Krankheiten mit unklarer Ätiologie (Entstehungsursache) und nicht belegte Schlüsselnummern zusammengefasst. U11.9 ist das Diagnosekürzel für Fälle, in denen du das Gesundheitssystem zum Zweck der Covid-19-Impfung in Anspruch nimmst.

U11.9: Notwendigkeit der Impfung gegen Covid-19, nicht näher bezeichnet

Das Diagnosekürzel U11.9 benutzen Ärzte, wenn sie kodieren wollen, dass du das Gesundheitswesen zum Zweck der Corona-Schutzimpfung in Anspruch nimmst.

Fallbeispiel für die Kodierung mit U11.9: Bei dir besteht die Möglichkeit, dich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Gegenanzeigen dafür liegen nicht vor. Du willigst in die Schutzimpfung ein. Dein Arzt kodiert das mit U11.9 G für gesicherte Diagnose für die Notwendigkeit einer Impfung gegen Covid-19, nicht näher bezeichnet.

Lies in unserem Coronavirus-Check mehr zu Symptomen und Schutz vor Covid-19 und erfahre Wissenswertes zu aktuellen Entwicklungen der Corona-Schutzimpfung.

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Diagnosekürzel

U12.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U12.9 für unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen.
Unter U00 bis U49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 vorläufige Zuordnungen für Krankheiten mit unklarer Ätiologie (Entstehungsursache) und nicht belegte Schlüsselnummern zusammengefasst. U12.9 ist das Diagnosekürzel für unerwünschte Nebenwirkungen, die bei und nach Verabreichung von Covid-19-Impfstoffen auftreten.

U12.9: Unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet

Den Diagnosecode U12.9 verwendet dein Arzt, wenn er unerwünschte Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung angeben möchte. Voraussetzung dafür ist, dass der Covid-19-Impfstoff in korrekter Dosierung und wie vorgeschrieben verabreicht wurde.

In der deutschen Fassung der ICD-10 Klassifikation steht hinter U12.9 ein Ausrufezeichen (U12.9!). Dieser sogenannte Sekundärkode besagt, dass der Verschlüsselungskode nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit einem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachten Krankheit oder eines Symptomes (Primärkode) verwendet werden soll. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Sekundärkodes, es wird aber bei der Kodierung auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mit angegeben.

Um für U12.9 die Art der unerwünschten Nebenwirkung von Covid-19-Impfstoffen anzugeben, verwendet dein Arzt also eine zusätzliche Schlüsselnummer aus der ICD-10 Klassifikation. Das ICD 10-Diagnosekürzel U12.9! kann mit allen Zusatzkennzeichen kombiniert werden. Also mit G für gesicherte Diagnose, V für Verdachtsdiagnose, A für Ausschluss und Z für einen Zustand nach einer Erkrankung.

Fallbeispiel für die Kodierung mit U12.9: Einen Tag nach Verabreichung der Corona-Schutzimpfung bekommst du Fieber. Dein Arzt stellt fest, dass sich andere Ursachen für das Fieber nicht ausmachen lassen und dass eine Impfreaktion naheliegt. Er kodiert: R50.88 G für gesicherte Diagnose für Sonstiges näher bezeichnetes Fieber plus U12.9 G für gesicherte Diagnose für unerwünschte Nebenwirkungen bei der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen, nicht näher bezeichnet.

Mehr zum Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste schwere Atemwegserkrankung Covid-19 liest du in unseren 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und zu Covid-19.

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Gesundheitstipps

Vitamine und Mineralstoffe: gesund im Doppelpack

Zitronen, Limetten, Kiwi, Trauben, Äpfel und Apfelsinen stecken voller Vitamine.
Damit dein Körper aufgenommene Vitamine besser verarbeiten und nutzen kann, solltest du ihn mit ein paar Tricks dabei unterstützen.

Vitalstoffe brauchen die richtigen Partner

Als Beschützer deiner Zellen leisten Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe in deinem Körper wichtige Dienste. Doch viele Vitalstoffe kann dein Körper nur dann verwerten, wenn sie in der richtigen Dosis aufgenommen werden und mit dem richtigen Partner zusammenarbeiten.

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit saisonalen Produkten versorgt dich in der Regel ausreichend mit allen Vitalstoffen. Für Einige von uns kann es jedoch auch sinnvoll sein, Vitaminpräparate einzunehmen. Beispielsweise Vitamin D in Zeiträumen, in denen die Sonne wenig scheint. Doch Vorsicht: kombinierst du verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf eigene Faust, kann es bei fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) leicht zu Überdosierungen kommen. Frag am besten deinen Arzt um Rat. Ein Blutbild kann Auskunft darüber geben, ob und welche Vitamine dir fehlen und eventuell in Form von Vitalstoffpräparaten zugeführt werden können.

Vitamin A, D, E, K nur mit Fett wirksam

Die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K kann dein Körper nur dann nutzen, wenn sie zusammen mit Fett aufgenommen werden. Bereite daher Vitamin A-Lieferanten wie beispielsweise Karotten immer mit etwas Fett zu oder kombiniere sie mit einer fettreichen Mahlzeit. Eine rohe Möhre kannst du zum Beispiel zu einem Brot mit Butter essen, zusammen mit Nüssen knabbern oder als Salat oder Wrap mit Avocado zubereiten.

Der Vitamin A-Bedarf erhöht sich durch Infekte mit Fieber

Vitamin A sorgt für gute Augen. Es ist außerdem ein Antioxidans und Radikalfänger und somit ein Schutzfaktor für deine Haut und deine Schleimhäute. Schädliche Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, können zu Zellschäden führen. Antioxidantien wie Vitamin A, C und E sind in der Lage, freie Radikale abzufangen und zu neutralisieren.

Der Tagesbedarf an Vitamin A liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene ab 19 Jahren bei etwa 0,8 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Schwangere bei 1,1 mg. Das entspricht ungefähr 50 g Feldsalat oder 100 g roter Paprika. Spinat und Grünkohl liefern Beta-Carotin, was von deinem Körper in Vitamin A umgewandelt wird. Infektionserkrankungen mit Fieber können den Vitamin A-Bedarf deines Körpers erhöhen. Ab welcher Temperatur beginnt Fieber?

Männer haben einen höheren Vitamin K-Bedarf

Vitamin K ist für die Blutgerinnung wichtig, genauer für die Herstellung von Blutgerinnungsfaktoren. Der Tagesbedarf an Vitamin K wird in Mikrogramm (µg, Millionstel Gramm) angegeben. Er beträgt für Erwachsene von 15-50 Jahren, Schwangere und Stillende: 60 µg (Frauen) und 70 µg (Männer). Ab 51 Jahren erhöht sich der Vitamin K-Bedarf auf 65 µg (Frauen) und 80 µg (Männer). Mit etwa 150 g Speisequark oder 50 g Rosenkohl kannst du deinen Tagesbedarf an Vitamin K decken. Aber auch Kräuter wie Schnittlauch und Petersilie, Kichererbsen, Pistazien, Spinat, Grünkohl, Brokkoli, Fleisch und Geflügel sind gute Vitamin K-Lieferanten.

Vitamin E stärkt das Immunsystem

Vitamin E macht deine Zellen stark gegen den Angriff freier Radikale (schädliche Sauerstoffverbindungen), es schützt deine Haut und Adern. Außerdem stärkt Vitamin E dein Immunsystem und hilft bei Entzündungen. Der Tagesbedarf an Vitamin E beträgt für Frauen von 15-64 Jahren: 12 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm), ab 65 Jahren 11 mg. Männer mit 15-24 Jahren benötigen 15 mg Vitamin E pro Tag. Mit 25-64 Jahren: 14-13 mg und ab 65 Jahre 12 mg Vitamin E pro Tag.

Die Tagesdosis Vitamin E entspricht ungefähr 1 Teelöffel Pflanzenmargarine, 30 g Mandeln oder 2 Esslöffel kaltgepresstem Rapsöl. Gute Vitamin E-Lieferanten sind außerdem: Hülsenfrüchte, Getreide, Lupine, Avocado. Rauchen und Solariumbesuche können deinen Bedarf an Vitamin E erhöhen.

Ohne Sonne keine ausreichende Vitamin D-Versorgung

Vitamin D ist das Sonnenvitamin. Schon ein kurzes Sonnenbad regt die Bildung von Vitamin D an, das in deinem Körper für zwei bis vier Monate lang gespeichert werden kann. Vitamin D ist wichtig für das Wachstum und die Gesundheit deiner Knochen. Dafür arbeitet das Sonnenvitamin eng mit Kalzium zusammen. Der Tagesbedarf an Vitamin D beträgt für 15-64-Jährige und Schwangere: 5 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Menschen ab 65 Jahre benötigen eine Tagesdosis von 10 µg Vitamin D.

Schon 150 g Fisch (Makrele, Forelle, Hering) decken den Tagesbedarf an Vitamin D für eine ganze Woche, sofern auch noch ausreichende Sonnenbestrahlung vorhanden ist. Denn die Ernährung allein reicht für eine optimale Vitamin D-Versorgung nicht aus. Medikamente, die Kortison enthalten und die Einnahme von Schlafmitteln können deinen Vitamin D-Bedarf erhöhen.

Vitamin D und Kalzium sind füreinander Transporthelfer

Vitamin D unterstützt deinen Körper bei der Knochenstärkung und hat Einfluss auf deine Muskelkraft und deine Herz-Kreislauf-Gesundheit. 80 bis 90 Prozent des Vitamin D-Bedarfs deckt dein Körper über die durch Sonnenlicht angeregte eigene Produktion ab. Den restlichen Anteil kann dein Organismus über Vitamin D-reiche Nahrungsmittel wie Fisch, Leber, Eier und Champignons beziehen. Wie hoch der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Vitamin D-Tagesbedarf ist, liest du in diesem Artikel unter Ohne Sonne keine ausreichende Vitamin D-Versorgung.

Kalzium ist wichtig für deine Blutgerinnung, den Herzrhythmus, die Muskelarbeit und die Weiterleitung von Nervenimpulsen. Es reguliert die Aktivität verschiedener Enzyme, die in diesen Bereichen wichtig sind. Außerdem hilft Kalzium bei Bildung und Wachstum deiner Knochen, Zähne, Haut und Haare. Um deinen Kalzium-Bedarf zu decken, kannst du Kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Käse (Parmesan, Emmentaler), körniger Frischkäse, Quark oder Grünkohl essen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Kalzium-Tagesbedarf für Jugendliche und junge Erwachsene von 13 bis 18 Jahren: 1200 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Erwachsene ab 19 Jahren, Schwangere und Stillende: 1000 mg. Das entspricht etwa 100 g Parmesan oder 5 Scheiben Emmentaler.

Wie arbeiten Vitamin D und Kalzium zusammen?

Vitamin D sorgt für eine Regulierung deines Kalziumhaushalts und damit für den Aufbau von Knochensubstanz. Kalzium wird hauptsächlich über den Dünndarm aufgenommen. Allerdings nur dann, wenn die Kalzium-Konzentration in deinem Speisebrei ausreichend hoch ist. Ist das nicht der Fall, kommt Viramin D zum Einsatz. Das Sonnenvitamin hilft deinem Körper dabei, Kalzium verstärkt aus der Nahrung zu ziehen und in Körperbereiche wie Darm und Knochen aufzunehmen. Dank Vitamin D kann die Wirkung von Kalzium in deinem Körper um das 3-Fache ansteigen.

Vitamin D-Mangel und Kalzium-Mangel

Vitamin D-Mangel kann bei Kindern zu einer Rachitis (hierbei kommt es zu Knochenverformungen) führen. Bei Erwachsenen ist bei Vitamin D-Mangel eine Osteomalazie (gekennzeichnet durch Knochenerweichung) möglich.

Kalzium-Mangel kann zu Krämpfen führen. Wird das Kalzium in deinem Körper aufgrund von Vitamin D-Mangel und Kalzium-armer Ernährung knapp, holt es sich dein Körper aus deinen Knochen. Bei einem Dauerzustand kann als mögliche Folge eine Osteoporose entstehen (Knochenschwund, verringere Knochendichte).

Vitamin A braucht Zink

Zink steuert Enzyme des Vitamin A-Stoffwechsels. Es sorgt dafür, dass Vitamin A besser aus deiner Leber durch den Körper geschleust werden kann. Nicht benötigte fettlösliche Vitamine wie Vitamin A werden nämlich in deiner Leber und im Fettgewebe (Depotfett) gespeichert. Zink steuert in deinem Körper über 200 Enzyme, die am Eiweiß-, Zucker- sowie Fett- und Alkoholstoffwechsel beteiligt sind. Für die Gesundheit deiner Haut und deiner Haare ist das Spurenelement Zink ebenfalls wichtig. Zink hilft außerdem bei der Blut- und Spermienbildung und unterstützt dein Immunsystem. Zudem brauchen alle Zellen und Gewebe, die sich häufig teilen, das Spurenelement Zink.

Vitamin A ist für den Wachstumsprozess deiner Zellen zuständig. Es hält als Antioxidans und Radikalfänger deine Haut und deine Schleimhäute gesund. Gute Vitamin A-Lieferanten sind tierische Lebensmittel wie fetter Fisch (Makrele, Hering), Leber, Butter, Ei und Käse. Aber auch in Karotten und Paprikaschoten steckt Vitamin A. Lies mehr zu empfohlenen Tagesbedarf und der Menge an optimalen Nahrungsmitteln in diesem Artikel unter Vitamin A, D, E, K nur mit Fett wirksam.

Phytate beeinflussen den Zink-Haushalt

Gute Zinklieferanten sind Fleisch, Fisch, Nüsse, Käse (Edamer, Gouda) und Eier. Pflanzliche Zink-Lieferanten sind Haferflocken, Linsen oder Erbsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosen für Zink richten sich nach deinem Alter, deinem Geschlecht und nach deiner Phytatzufuhr: Der Schätzwert für die empfohlene Zinkdosis beträgt für Säuglinge von 0 bis unter 4 Monaten: 1,5 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm) Zink pro Tag. Die empfohlene Zufuhr für 15- bis unter 19-Jährige beträgt 11 mg Zink pro Tag für weibliche und 14 mg Zink pro Tag für männliche Jugendliche. Die empfohlene Zink-Tagesdosis für Frauen ab 19 Jahren mit niedriger, mittlerer bzw. hoher Phytatzufuhr liegt bei 7 mg, 8 mg bzw. 10 mg Zink. Für Männer ab 19 Jahren liegen die Werte bei 11 mg, 14 mg bzw. 16 mg Zink pro Tag. Für Schwangere und Stillende liegen die Werte etwas höher als für nicht schwangere Frauen.

Phytat ist eine chemische Form der Phytinsäure. In Pflanzen kommt Phytat als Speicherform von Phosphor vor und bindet verschiedene Mineralstoffe, welche die Pflanze bei der Keimung benötigt. Phytat kommt daher vor allem in Lebensmitteln vor, die auch als Saatgut dienen können. Beispielsweise in Hülsenfrüchten und Vollkorn­getreide. Phytat bindet in deinem Magen-Darm-Trakt Zink. Die Folge: Zink kann dann nicht mehr von deinem Körper aufgenommen werden. Durch Zubereitungsmethoden wie Einweichen, Keimung oder Sauerteiggärung kann Phytat abgebaut und damit die Verfügbarkeit von Zink erhöht werden.

Auch wenn du gleichzeitig tierisches Eiweiß in Form von Eiern, Käse, Fleisch oder Fisch isst, erhöht das die Bioverfügbarkeit von Zink.
Neben der in den Lebensmitteln enthaltenen Zinkmenge ist also der Phytatgehalt von Nahrungsmitteln der wichtigste Faktor für die gelungene Aufnahme von Zink. Die Zinkaufnahme in deinem Darm (Absorption) kann bei sehr hohen Phytatgehalten in deiner Ernährung im Vergleich zu durchschnittlichen Phytatgehalten um bis zu 45 % vermindert sein. Daher sollte bei einer hohen Phytatzufuhr auch die Zufuhr von Zink erhöht werden. Sprich mit deinem Arzt über deine Ernährung und darüber, wie du eventuellen Zinkmangel ausgleichen kannst. Normalwerte für Zink in deinem Blut.

Biotin und Vitamin B12 für die Nerven

Biotin, auch Vitamin B7 genannt, ist ein bedeutender Bestandteil verschiedener Enzyme. Biotin hilft beim Stoffwechsel, den Nervenfunktionen und der Verdauung. Dieses B-Vitamin ist außerdem für den Abbau von Fettsäuren wichtig sowie für die Aktivierung von Energiereserven. Bei einem Biotin-Mangel können die Symptome sehr unterschiedlich sein. Möglich sind Muskelschmerzen, Hautausschlag, Appetitlosigkeit, Erschöpfung, Schläfrigkeit und Schwindel. Lies mehr über Ursachen und Hilfe bei Schwindel. Unter Umständen kann es bei Biotin-Mangel auch zu einer verzerrten Wahrnehmung von Berührungsreizen kommen.

Vitamin B12 wirkt unterstützend bei Stoffwechselprozessen und bei der Funktion deines Nervensystems. Vitamin B12 ist außerdem am Abbau bestimmter Fettsäuren beteiligt. Mögliche Folgen eines Vitamin B12-Mangels sind: Müdigkeit, Schwäche, Nervenstörungen und eine makrozytäre Anämie (Blutarmut durch zu große Vorstufen der roten Blutkörperchen). Lies mehr zu Vitamin B12-Mangel und Blutbildung.

Wie arbeiten Biotin und Vitamin B12 zusammen?

Biotin, auch Vitamin B7 genannt, und Vitamin B12 (Cobalamine) arbeiten in deinem Körper eng zusammen. In den Mitochondrien (Kraftwerke deiner Zellen) wirken beide B-Vitamine in Reaktionen zusammen, die zur Energiegewinnung in deinen Zellen dienen. Wird Vitamin B12 in deinem Körper benötigt, steigt auch der Verbrauch von Biotin an. Und umgekehrt kann ein Biotin-Mangel zu einem B12-Mangel führen. Daher empfiehlt es sich bei einem Vitamin B12- oder Biotin-Mangel, den Wert des Gegenparts durch die Nahrung aufzubessern.

Um deinen B12-Tagesbedarf zu decken, kannst du 50 g Quark oder Frischkäse, 1 Glas Milch oder einen Naturjoghurt, 125 g Seefisch, 125 g Beeren, 1 Portion Kohlgemüse, 1 Orange oder 1/2 Paprikaschote essen. Das entspricht der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Vitamin B12-Tagesdosis von 4 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm) für einen Erwachsenen.

Deinen Biotin-Bedarf kannst du über gemischte Kost abdecken. Bananen, Avocado, Spinat, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Leber und Milchprodukte können gute Biotin-Lieferanten für dich sein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Biotinmenge von 30-60 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Das entspricht etwa 100 g Pilzen, 50 g Haferflocken, einem Ei oder 20 g Haselnüssen.

Vitamin B12 und Folsäure sind voneinander abhängig

Vitamin B12 ist wichtig für die Entwicklung und Funktion deines Nervensystems. Es hilft außerdem beim Aufbau der roten Blutkörperchen. Lies mehr über die Aufgaben der roten Blutkörperchen.

Folsäure, auch Folat und Vitamin B9 genannt, spielt bei Wachstumsprozessen und Zellteilung in deinem Körper eine wichtige Rolle. Das Wachstumsvitamin Folsäure ist an der Bildung deiner roten Blutkörperchen und der Erneuerung deiner Körperzellen beteiligt. In der frühen Schwangerschaft schützt Folsäure den Embryo vor Missbildungen. Folsäure wird in deiner Leber gespeichert und garantiert so eine gleichmäßige Versorgung für drei bis vier Wochen mit dem benötigten Vitamin B9.

Wie arbeiten Vitamin B12 und Folsäure zusammen?

Vitamin B12 und Folsäure spielen gemeinsam eine Rolle bei der Bildung von SAM (S-Adenosylmethionin), welches ein wichtiges Schlüsselprodukt für den Aufbau von Nervenbotenstoffen und damit für die Signalübertragung zwischen deinen Nerven ist.

Folsäure kann dein Körper ausschließlich mithilfe von Vitamin B12 aufnehmen und verarbeiten. Denn Vitamin B12 wandelt Folsäure in ihre Bestandsform um. Ein Vitamin B12-Mangel kann also zu einem Folsäure-Mangel führen, da diese Umwandlung nicht mehr stattfinden kann. Ohne Folsäure kann Vitamin B12 wiederum schädliche Aminosäuren nicht abbauen. Somit sind beide Vitamine voneinander abhängig.

Vitamin B12-Mangel und Folsäuremangel

Ein Mangel an Vitamin B12 und/oder ein Folsäuremangel kann zu einer megaloblastären Anämie führen. Hierbei kommt es zu einer gestörten Bildung der roten Blutkörperchen. Ein Vitamin B12-Mangel kann sich unter anderem durch Schwäche und Beeinträchtigung deiner Gedächtnisleistung zeigen.

Folsäuremangel kann durch Alkohol entstehen (Alkohol erschwert die Folsäure-Aufnahme) oder durch einseitige Ernährung (zu wenig Vollkornprodukte, Nüsse, Tomaten, Kopfsalat, Spinat und Eigelb). Symptome für einen Folsäuremangel können sein:

  • Blässe
  • Reizbarkeit
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Zungenbrennen, Zungenkribbeln
  • eingeschränkter Geschmackssinn
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust

Da diese Beschwerden aber auch zu anderen Erkrankungen passen solltest du nicht gleich zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Folsäure greifen, sondern die Beschwerden von deinem Arzt abklären lassen.

Lebensmittel mit hohem Gehalt an Vitamin B12 und Folsäure

Vitamin B12 ist neben Sauerkraut, sauren Gurken und Sanddorn hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Eiern, Käse und Sauermilchprodukten enthalten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Vitamin B12-Tagesdosis beträgt 4 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm) für einen Erwachsenen. Lies unter Biotin und Vitamin B12, was du essen kannst, um deinen B12-Tagesbedarf zu decken.

Lebensmittel mit hohem Gehalt an Folsäure sind: Geflügel, Hefe, Blumenkohl, Rotkohl, Grünkohl, Weißkohl, Erbsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Folat-Tagesdosis beträgt für Erwachsene 300 µg (Mikrogramm, Millionstel Gramm). Das entspricht etwa 200 g Weißkohl, 100 g Römersalat, 250 g Orangen, 150 g Mango, 200 g Fenchel, 150 g Tomaten, 100 g gerösteten Erdnüssen.

Der Bedarf an Folsäure kann sich durch Schwangerschaft, Infekte, Darm- und Lebererkrankungen erhöhen.

Stillenden empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 450 µg Folat pro Tag. Frauen, die schwanger werden wollen und Schwangeren wird geraten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung 400 μg synthetische Folsäure pro Tag oder gleichwertige Dosen anderer Folate in Form eines Präparats einnehmen, um Neuralrohrdefekten ihres ungeborenen Kindes vorzubeugen. Neuralrohrdefekte sind Geburtsfehler des Gehirns, der Wirbelsäule und/oder des Rückenmarks. Diese können beim Kind später zu Nervenschäden, Lernbehinderungen, Lähmungen und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Die zusätzliche Einnahme eines Folsäure- oder Folatpräparats solltest du allerdings nicht auf eigene Faust vornehmen, sondern mit deinem Gynäkologen besprechen. Wann zum FA Frauenheilkunde und Geburtshilfe?

Vitamin C macht Eisen verwertbar

Vitamin C erhöht die Aufnahme von Eisen beziehungsweise fördert die Eisenaufnahme in deinem Darm. Die von deinem Körper gut aufnehmbare Eisenform, das 2-wertige Eisen oder Häm-Eisen, kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Das in Pflanzen vorkommende 3-wertige Eisen (Nicht-Häm-Eisen) kann von deinem Körper hingegen schlechter aufgenommen werden. Vitamin C kann pflanzliches, 3-wertiges Eisen in die 2-wertige Form umwandeln und somit besser verfügbar machen. Du solltest daher pflanzliche Lebensmittel immer mit Vitamin C-haltigen Lebensmitteln oder Säften kombinieren.

Vitamin C-Dosis, Vitamin C-Quellen und Vitamin C-Mangel

Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, die dein Körper nicht speichern kann und somit täglich benötigt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene ab 19 Jahren eine Vitamin C-Tagesdosis von 95 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm) für Frauen, 110 mg (Männer), 105 mg für Schwangere und 125 mg Vitamin C für Stillende. Rauchen erhöht den Vitamin C-Bedarf auf 135 mg/Tag für Frauen und 155 mg/Tag für Männer. Gute natürliche Vitamin C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Kiwis, Sanddorn, Paprika und Kohl. Um den Tagesbedarf an Vitamin C zu decken kannst du eine rote Paprikaschote roh essen (enthält frisch rund 140 mg Vitamin C) oder gegrillt verzehren (enthält immernoch 122 mg Vitamin C). Ein Glas Sanddornsaft ist mit 266 mg eine absolute Vitamin C-Bombe. Ebenso können 4 Zitronen (unverarbeitet und roh verzehrt) deinen Vitamin C-Tagesbedarf decken.

Eine Überversorgung mit Vitamin C ist kaum möglich, da das nicht benötigte wasserlösliche Vitamin über deinen Urin ausgeschieden wird. Vitamin C-Mangel kann sich mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Muskelschwäche, Gelenkbeschwerden, Wadenschmerzen und erhöhte Reizbarkeit bemerkbar machen. Im fortgeschrittenen Stadium können nach mehreren Monaten ohne ausreichende Vitamin C-Versorgung folgende Symptome einer Vitamin C-Mangelerkrankung, auch Skorbut genannt, auftreten:

  • verzögerte Wundheilung
  • Blutungen
  • entzündetes und blutendes Zahnfleisch
  • Zahnlockerung, Zahnausfall
  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Gelenkschmerzen
  • verminderte Fähigkeit zur Kollagenbildung

Eisenbedarf und Eisenmangel

Das Spurenelement Eisen ist lebenswichtig für die Bildung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und die Funktion zahlreicher Enzyme. Lies in unserem Artikel über den Laborwert Eisen (Fe) mehr über den Eisenstoffwechsel in deinem Körper, die Normalwerte für Eisen im Blut und was es bedeuten kann, wenn deine Laborwerte für Eisen zu hoch oder zu niedrig sind.

Der Tagesbedarf von Eisen beträgt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Jungen und junge Männer von 10-19 Jahren: 12 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Ab 19 Jahren sinkt der Eisenbedarf für Männer auf 10 mg/Tag. Frauen haben aufgrund ihrer Monatsblutung, Schwangerschaft und Stillzeit einen erhöhten Eisenbedarf. Im Alter von 10-50 Jahren benötigen Frauen 15 mg Eisen pro Tag, ab 51 Jahren 10 mg/Tag. Schwangere haben einen Eisen-Tagesbedarf von etwa 30 mg, Stillende von etwa 20 mg.

Den höchsten Eisenanteil aller tierischen Lebensmittel hat Leber. Pro 100 g immerhin 30 mg Eisen. Haferflocken enthalten pro 100 g etwa 4,6 g Eisen. Eine Handvoll Kürbiskerne deckt fast den gesamten Eisen-Tagesbedarf. Gute pflanzliche Eisenlieferanten sind außerdem Linsen, Sojabohnen, Pistazien, Sonnenblumenkerne, Brunnenkresse, Petersilie und Zwiebeln.

Eine Überversorgung mit Eisen ist durch die Ernährung kaum möglich. Allerdings weisen Menschen mit einer Eisenverwertungsstörung, medizinisch Hämochromatose genannt, erhöhte Eisenwerte auf.

Starke Monatsblutungen, chronische Infektionen und Entzündungen sowie Ausdauersport können deinen Eisenbedarf erhöhen.

Zu einem Eisenmangel kommt es, wenn du zu wenig Eisen mit der Nahrung aufnimmst oder dein Darm das Eisen nicht ausreichend aufnimmt. Eisenmangel ist die häufigste Ursache für eine Blutarmut (Anämie). Eisenmangel macht sich unter anderem bemerkbar durch:

  • Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • gestörtes Wachstum von Haaren und Nägeln
  • eingerissene Mundwinkel

Doch Vorsicht: Entleerte Eisenspeicher können in der Regel nicht allein durch eine Ernährungsumstellung aufgefüllt werden. Diagnostik und Therapie eines Eisenmangels gehören immer in die Hände eines erfahrenen Arztes oder Heilpraktikers. Bitte experimentiere nicht auf eigene Faust mit deiner Gesundheit.

Magnesium regelt die Verteilung von Kalzium

Magnesium verteilt Kalzium in den Zellen deines Körpers. Dabei wirkt der Mineralstoff Magnesium als Türsteher“ an allen Zelloberflächen. Hier sorgt Magnesium dafür, dass die Kalzium-Zufuhr geregelt wird.

Kalzium spielt eine wichtige Rolle bei deiner Muskelarbeit, der Blutgerinnung und beim Herzrhythmus. Außerdem ist Kalzium wichtig für die Entstehung und den Erhalt deiner Haut, Zähne und Knochen. Kalzium ist in Lebensmitteln wie Quark, Milch, Bananen und Trockenfrüchten enthalten. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Kalzium liegt für 13- bis 18-Jährige bei 1200 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm). Für Erwachsene ab 19 Jahren, Schwangere und Stillende: 1000 mg. Das entspricht etwa 100 g Parmesan oder 5 Scheiben Emmentaler, einer Portion Fenchel oder 250 g dunkelgrünem Gemüse wie Brokkoli, einem Glas oder 150 ml fettarmer Milch, 200 g Naturjoghurt oder 10 g Mohn.

Erfahre bei unseren Laborwerten mehr über Kalzium Normalwerte im Blut und was ein Kalzium-Mangel oder ein Kalzium-Überschuss bedeuten können.

Magnesium ist wichtig für deine Leistungsfähigkeit, deine Nerven und deinen Energiehaushalt. Es entspannt deine Muskeln und ist von großer Bedeutung für Zellstoffwechsel-Vorgänge in deinen Knochen und der Muskulatur. Magnesium ist in Mineralwasser, Kakao, Nüssen und Kartoffeln enthalten.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Magnesium beträgt für 15-24-jährige Männer 400 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm), für Männer ab 25 Jahren 350 mg, für 15-18-jährige Frauen 350 mg, für 19-24-jährige Frauen 310 mg und für Frauen ab 25 Jahren 300 mg. Die Tagesdosis Magnesium für Schwangere beträgt 310 mg, für Schwangere unter 19 Jahren 350 mg und für Stillende 390 mg.

Das entspricht etwa 50 g Haferflocken, 30 g Kürbiskernen, 1/4 Tafel Zartbitterschokolade. Dein Magnesium-Bedarf kann sich erhöhen durch Stress, Leistungssport, starkes Schwitzen oder wenn du Medikamente mit Kortison einnimmst.

Bei unseren Laborwerten liest du mehr über Normalwerte von Magnesium im Blut und was ein Magnesium-Mangel oder ein Magnesium-Überschuss bedeuten können.

Wie arbeiten Kalzium und Magnesium zusammen?

Magnesium reguliert den Kalzium-Haushalt in deinem Körper. Es sorgt für genügend Kalzium in deinen Knochenzellen und für wenig Kalzium in Zellen des Weichgewebes (Blutgefäße, Haut, Bindegewebe). Bei einem Magnesium-Mangel kann zu viel Kalzium in die Zellen der Weichgewebe gelangen. Dadurch können sich die Blutgefäße zusammenziehen und deinen Blutdruck ansteigen lassen. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Bluthochdruck.

Kalium unterstützt Natrium bei der Regulierung des Wasserhaushaltes

Natrium nimmst du in Form von Natriumchlorid, also Kochsalz zu dir. Dafür musst du noch nicht einmal zum Salzstreuer greifen, denn Kochsalz steckt in vielen Lebensmitteln. Es ist eine beliebte Zutat in Fertigprodukten, Keksen, Konserven, Gewürzmischungen, Wurstwaren, Käse und Brot. Das führt dazu, dass du mit deiner Nahrung rund dreimal mehr Salz aufnimmst als dein Körper eigentlich braucht. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis Natrium beträgt für Jugendliche ab 15 Jahren, Erwachsene, Schwangere und Stillende: 1500 mg (Milligramm, Tausendstel Gramm).

Um einen Natrium-Überschuss zu verhindern, regt Kalium deine Nieren an Natrium auszuscheiden. Das Chlorid aus dem Kochsalz (Natriumchlorid) kann deinen Körper animieren, Wasser zu speichern. Gleichzeitig hindert es aber deine Blutgefäße daran sich zu erweitern. Die Folge: das Blutvolumen erhöht sich. Das wiederum kann deinen Blutdruck steigen lassen und damit auf Dauer das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko erhöhen.

Auch bei der Reizweiterleitung von Nervenzellen arbeiten Natrium und Kalium zusammen. Die positiv geladenen Teilchen (Ionen) von Kalium sorgen zusammen mit Natriumionen für die Reizweiterleitung und damit für die Signalübermittlung von Gehirn zu Herz, Muskelzellen, Haut und umgekehrt.

Gute Kalium-Quellen sind Lebensmittel wie getrocknete Aprikosen, Tomaten, Avocado, Bananen, dicke Bohnen, Kartoffeln und Linsen. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis für Kalium liegt ab 15 Jahren bei 4000 mg (Milligramm), also 4 Gramm. Schon eine Banane enthält die hundertfache Dosis davon.

Weitere Aufgaben von Natrium und Kalium, ihre Normalwerte im Blut sowie mögliche Gründe für Natrium-Mangel und Kalium-Mangel liest du in unseren Artikeln zum Laborwert Natrium und zum Laborwert Kalium.

Vitaminfreundlich kochen und lagern

Der körpereigene Speicher an wasserlöslichen Vitaminen wie Vitamin C und B-Vitaminen (außer Vitamin B12) reicht im Gegensatz zu fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) lediglich ein paar Tage. Deshalb solltest du gerade hier immer für Nachschub sorgen, am besten mit frischen und saisonalen Lebensmitteln. Je frischer die Lebensmittel sind, desto höher ist ihr Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen.

Damit bei Lagerung und Zubereitung möglichst wenige von den wertvollen Inhaltsstoffen verloren gehen, solltest du Lebensmittel frisch und in kleinen Mengen kaufen sowie schonend behandeln. Denn langes Aufbewahren im Kühlschrank oder bei Zimmertemperatur, Kochen in reichlich Wasser und bei sehr großer Hitze lässt den Vitamingehalt rapide schrumpfen. Wie hoch die Vitaminverluste sind, ist abhängig von der Lagerdauer, der Lagertemperatur sowie von Kochverfahren, Kochtemperatur und Garzeit. Äußere Einflüsse wie Licht, Luft und Hitze sind vor allem für wasserlösliche Vitamine (C und B-Vitamine) schädlich. Daher: Frische Lebensmittel nur kurz und bei niedriger Temperatur lagern. Obst und Gemüse in luftdurchlässige oder gelochte Beutel verpacken, kühl und trocken lagern. Am besten geht das für kurze Zeit im Gemüsefach deines Kühlschrankes. Um den Vitaminabbau zu stoppen, kannst du viele frische Lebensmittel auch einfrieren. Oft sitzen wertvolle Vitalstoffe unter der Schale. Schäle daher frisches Obst und Gemüse am besten sehr dünn.

Bei der Zubereitung solltest du darauf achten, Obst und Gemüse möglichst wenig zu zerkleinern und nur kurz in kaltem Wasser gründlich zu waschen. Längeres Wässern führt insbesondere zu hohen Verlusten an Vitamin C und Vitamin B1 (enthalten unter anderem in Kartoffeln). Verwende zum Garen wenig Wasser und niedrige Temperaturen. Auch Braten im Wok kann die Vitamine schonen.

Ein Tipp zum Schluss: Ein Schuss Essig, Limetten- oder Zitronensaft an dein zubereitetes Obst oder Gemüse gegeben, hilft dabei, dass Vitamin C nicht so schnell verloren geht.

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Laborwerte

Hk: Hämatokrit

Hk ist bei Blutwerten die Abkürzung für Hämatokrit.
Der Anteil von Hämatokrit, also dem Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen, wird unter anderem durch die Anzahl deiner Blutzellen und deine Flüssigkeitsaufnahme bestimmt.

Was bedeutet Hk?

Der Blutwert Hk ist die Abkürzung für Hämatokrit. Weitere Abkürzungen für Hämatokrit lauten: HKT und HCT. Der Hämatoktit-Wert beschreibt das Verhältnis von festen zellulären Blutbestandteilen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) zu flüssigen Blutbestandteilen (Blutplasma). Erythrozyten (rote Blutkörperchen) machen den größten Anteil aller Blutzellen aus. Daher wird der Hämatokrit-Wert oft auch als Anteil der roten Blutkörperchen am Volumen des Blutes bezeichnet.

Vereinfacht gesagt: Hämatokrit ist ein Maß dafür, wie zähflüssig dein Blut ist. Je höher der Hämatokrit-Wert, desto mehr Blutzellen sind in deinem Blut vorhanden und desto dickflüssiger ist es.

Wann wird Hämatokrit gemessen?

Deinen Hk-Wert misst das Labor im Rahmen eines kleinen Blutbildes. Werte vom kleinen Blutbild.

Der Hämatokrit-Wert liefert deinem Arzt erste Hinweise auf die Beschaffenheit deines Blutes (zu dick oder zu dünnflüssig) und auf den Flüssigkeitshaushalt in deinem Körper.

Der Blutwert Hk wird für die Berechnung der Erythrozytenindizes MCV und MCHC benötigt. Was sind Erythrozytenindizes?

Verschiebt sich das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen dauerhaft, erhält dein Arzt dadurch Hinweise auf mögliche Erkrankungen wie beispielsweise eine Anämie (Blutarmut) oder eine Blutzellvermehrung (Polyglobulie).

Normalwert für Hämatokrit

Die Normalwerte für Hämatokrit sind für Männer und Frauen unterschiedlich. Der Hämatokrit-Wert wird als Anteil des Zellvolumens am Blutvolumen in Prozent (%) angegeben.

Die Normalwerte für Hämatokrit sind für Erwachsene:

Frauen: 37-47%
Männer: 40-54%

Bei Kindern schwankt der Hämatokrit je nach Alter (siehe Tabelle):

Alter

Männlich

Weiblich

Bis 2 Wochen

39,8-53,6

39,6-57,2

3-4 Wochen

30,5-45,0

32,0-44,5

1 Monat

26,8-37,5

27,7-35,1

2-5 Monate

26,8-37,2

29,5-37,1

6-24 Monate

30,8-37,8

30,9-37,9

2-5 Jahre

30,8-37,7

31,2-37,8

6-11 Jahre

32,2-39,8

32,4-39,5

12-15 Jahre

33,9-43,5

33,4-40,4

Ab 16 Jahre

40,0-49,5

36,6-44,0

Wenn dein Hk-Wert von den hier genannten Normalwerten abweicht, mach dir keine Sorgen. Dies kann zum Beispiel an unterschiedlichen Analysegeräten in verschiedenen Laboren liegen oder an tageszeitlichen und saisonalen Schwankungen deiner jeweiligen Verfassung. Lass dir deine Laborwerte bitte immer von deinem Arzt erklären.

Hämatokrit zu hoch?

Der Hämatokritwert steigt bei sinkendem Flüssigkeitsanteil. Zum Flüssigkeitsverlust kann es durch starkes Schwitzen kommen. Auch bei Durchfallerkrankungen verliert dein Körper viel Flüssigkeit. Füllst du Wasser und die verloren gegangenen Salze (Elektrolyte) nach, normalisiert sich der Hämatokrit-Wert in der Regel bald wieder.

Zu einem Zuviel an roten Blutkörperchen und damit zu einem hohen Hämatokrit-Wert kann es bei einer Polyglobulie kommen. Das ist der medizinische Fachausdruck für eine Blutverdickung, die infolge einer überschießenden Bildung roter Blutkörperchen entsteht. Bei einer primären Polyglobulie geschieht das im Rahmen einer Erkrankung namens Polyzythämie. Bei einer Polyzythämie vermehren sich die Blutstammzellen in deinem Knochenmark zwar unkontrolliert, aber langsam. Im Unterschied zur sekundären Polyglobulie sind die Blutwerte für weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Thrombozyten (Blutplättchen) bei der Polyzythämie ebenfalls erhöht. Normalwerte für Leukozyten.

Bei der sekundären Polyglobulie kommt es zur vermehrten Bildung der Erythrozyten als Folge einer anderen Krankheit.

Mögliche Symptome einer Polyglobulie sind:

Diese Symptome sind allerdings sehr allgemeine Beschwerden, die auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können. Wenn sich diese Symptome zeigen, bedeutet das also nicht zwangsläufig, dass dein Hk-Wert zu hoch ist.

Zu große Menge an roten Blutkörperchen lassen dein Blut zähflüssiger werden. Das Risiko für Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen (Gefäßverschluss durch Blutgerinnsel) erhöht sich dadurch.

Die häufigsten Ursachen für eine erhöhte Anzahl an roten Blutkörperchen und damit für einen erhöhten Hämatokrit-Wert sind:

  • Rauchen
  • Lungen- und Herzerkrankungen

Das alles löst einen Sauerstoffmangel im Gewebe aus. Dein Körper versucht diesen Mangel dadurch auszugleichen, dass er mehr rote Blutkörperchen bildet.

Hämatokrit zu niedrig?

Ist dein Hämatokrit aufgrund einer Anämie zu niedrig, wird dein Arzt die Ursachen der Blutarmut behandeln. Diese gilt es mit weiteren Untersuchungen herauszufinden.

Grunderkrankungen, die zu einer Überwässerung deines Körpers und damit zu erniedrigtem Hämatokrit führen können, sind zum Beispiel Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Nierenschwäche oder Schilddrüsenunterfunktion.

Aber auch übertriebenes Trinken von Wasser kann zu einem erniedrigten Hämatokrit infolge von Überwässerung führen. Reduzierst du deine Trinkmenge wieder auf ein normales Maß (1,5 Liter pro Tag), steigt dein Hämatokrit in der Regel nach einiger Zeit wieder von selbst an und normalisiert sich. Sprich mit deinem Arzt, wie viel Flüssigkeit für dich am besten ist.

Was kannst du bei abweichenden Hk-Werten selbst tun?

Das Verhältnis von festen zu flüssigen Bestanteilen in deinem Blut wird nicht nur durch die Anzahl der Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) bestimmt. Auch die Flüssigkeitsaufname spielt dabei eine Rolle. Trinkst du über einen längeren Zeitraum zu wenig, kann das deinen Hk-Wert ansteigen lassen. Doch Vorsicht: Übertreibst du es mit der Flüssigkeitszufuhr und trinkst ständig maßlos viel Wasser, können eine Überwässerung und ein zu niedriger Hämatokrit die Folge sein. Daher: Sprich mit deinem Arzt über deine Laborwerte und darüber, wie du deinen Hämatokrit-Wert verbessern kannst.

Dein Arzt wird deine Hk-Werte bei Auffälligkeiten engmaschig kontrollieren, gegebenenfalls weitere Untersuchungen anordnen und zusammen mit dir bestehende Grunderkrankungen behandeln. Wenn ihr gut zusammenarbeitet, ist das bereits der erste Schritt zur Normalisierung deiner Hk-Werte.