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Untersuchungen

Blutbild

3-D-Illustration von Blutzellen, also rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) als Teil eines Blutbildes
Die Zusammensetzung deines Blutes gibt Hinweise auf deinen Gesundheitszustand. Das im Blutbild untersuchte Blut enthält Blutzellen. Das sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten).

Was ist ein Blutbild?

Dein Blut enthält viele spezielle Zellen und Bestandteile, die deinen gesamten Körper versorgen. Sie schützen ihn vor Eindringlingen und helfen dabei, Wunden zu verschließen. Durch die Untersuchung deiner Blutbestandteile im Rahmen eines Blutbildes erhält dein Arzt wertvolle Hinweise auf Störungen in deinem Körper. Weil sich bei nahezu jeder Erkrankung dein Blut in der Zusammensetzung verändert, entscheidet dein Arzt je nach Situation, ob ein großes oder ein kleines Blutbild gemacht wird.

Um ein Blutbild zu erstellen, wird dir Blut abgenommen. Das geschieht mithilfe einer sterilen Kanüle aus deiner Armvene. Das entnommene Blut landet in speziellen Blutabnahmeröhrchen. Zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulation) wird die Blutprobe im Normalfall mit EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) versetzt und umgehend in ein Speziallabor zur Auswertung gebracht. Die Blutuntersuchung erfolgt in der Regel vollautomatisch. Anhand des Laborberichts sieht dein Arzt, welche deiner Blutwerte von den Normalwerten abweichen. Mach dir keine Sorgen, wenn deine Blutwerte nicht so aussehen wie sie laut Bericht sein sollten. Oft handelt es sich bei den Abweichungen vom Normalwert nur um einen vorübergehenden Zustand. Auffällige Blutwerte sollten aber einige Zeit später nachkontrolliert werden. Dein Arzt wird alles Notwendige mit dir besprechen.

Kleines Blutbild

Das kleine Blutbild ist eine Routineuntersuchung und gibt deinem Arzt erste Hinweise auf eine Erkrankung. Darüber hinaus zeigen ihm die Werte, ob sich eine vorliegende Erkrankung verbessert oder verschlechtert. Bei einem kleinen Blutbild wird die Konzentration deiner Blutzellen und des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) gemessen. Außerdem wird der Hämatokritwert bestimmt. Er sit das Maß für das Verhältnis von Flüssigkeit und Zellen im Blut. Blutzellen sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten).

Rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport

Rote Blutkörperchen oder Erythrozyten (Kurzform: Erys) enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff und Kohlendioxid an sich binden und transportieren kann. Die Erythrozyten sorgen also für den Transport von Sauerstoff von deiner Lunge in deinen Körper. Außerdem für den Abtransport von Kohlendioxid aus deinem Körper zur Lunge, die es dann ausatmet. Rote Blutkörperchen sind scheibenförmig. Sie werden im Knochenmark aus sogenannten Stammzellen gebildet und durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen, bis sie zu einem Erythrozyten reifen. Zur letzten Vorstufe bis zum fertigen Erythrozyten gehören die Retikulozyten, kurz Retis. Diese „jugendlichen und noch unreifen Erythrozyten“ sind bei der Suche nach der Ursache für eine Blutarmut (Anämie) wichtig. Ist der Retikulozyten-Wert zu hoch, kann das ein Hinweis auf einen Erythrozytenmangel sein. Dein Körper versucht, den Erythrozytenmangel zu beheben, indem er vermehrt unreife Zellen aus dem Rückenmark ins Blut abgibt. Ist dein Retikulozyten-Wert hingegen niedrig, dann könnte eine Blutbildungsstörung vorliegen, die zur Anämie (Blutarmut) führen kann.

Wichtige Bausteine bei der Erythrozytenbildung sind Eisen, Vitamin B12 und Folsäure. Normalwerte für Eisen. Ist einer dieser Stoffe in deinem Körper nicht ausreichend vorhanden, werden häufig nicht voll funktionsfähige Zellen gebildet.

Sind zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden, liegt eine Blutarmut vor. Die Folge: dein Körper kann Sauerstoff nicht optimal verarbeiten. Die Ursache für einen niedrigen Erythrozyten-Wert können Eisenmangel, Vitamin B12-Mangel, Folsäure-Mangel oder hoher Blutverlust sein.

Der medizinische Fachausdruck für eine erhöhte Zahl an roten Blutkörperchen lautet Polyglobulie. Gelangt beispielsweise nicht genug Sauerstoff in deinen Körper, versucht er das mit einer erhöhten Produktion von Erythrozyten auszugleichen. Ursachen für eine verringerte Sauerstoffaufnahme können Aufenthalte in großen Höhen sein, aber auch Lungenerkrankungen, Knochenerkrankungen und Herzerkrankungen.

Leukozyten für die Immunabwehr

Weiße Blutkörperchen oder Leukozyten (Kurzform: Leukos) sind für die Abwehr von Krankheitserregern wichtig. Leukos sind nicht nur im Blut, sondern auch im Gewebe zahlreicher Organe anzutreffen. Leukozyten werden in deinem Knochenmark und in deinen Lymphknoten gebildet und in der Milz und im Thymus auf ihre Aufgabe vorbereitet. Es gibt verschiedene Arten von Leukozyten mit unterschiedlichen Funktionen. Abweichungen der Leukozytenzahlen hängen oft mit Entzündungen im Körper zusammen. Zur weiteren Abklärung dient dann vor allem eine Bestimmung der Leukozyten-Unterarten im sogenannten Differentialblutbild. Was ist ein Differentialblutbild?

Ein zu hoher Wert für die Leukozytenanzahl im Blut kann auf bakterielle Infektionen, Vergiftungen, Leukämie oder chronisch-entzündliche Erkrankungen hindeuten.

Niedrige Leukozyten-Werte können durch Virusinfektionen, Knochenmarksschädigungen, Bestrahlung bei Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Antibiotika verursacht werden.

Thrombozyten für die Blutgerinnung

Blutplättchen oder Thrombozyten (Kurzform: Thrombos) spielen eine Rolle bei der Blutgerinnung nach Verletzungen. Thrombozyten sind wesentlich kleiner als die übrigen Blutzellen und werden im Knochenmark gebildet. Sind sie fehlerhaft ausgebildet und weichen sie von der Norm ab, kommt es oft zu Störungen bei der Blutgerinnung.

Ein erhöhter Thrombozyten-Wert kann bei Erkrankungen des Knochenmarks auftreten, bei Entfernung der Milz, bei Blutverlust und Reaktionen deines Körpers auf Entzündungen.

Ein zu niedriger Wert für die Thrombozyten in deinem Blut können Bluterkrankungen, Autoimmunerkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Infektionen, blutverdünnende Medikamente, Allergien oder Leberzirrhose verursachen.

Hämoglobin sorgt für den Gasaustausch

Der Eiweißstoff Hämoglobin, abgekürzt Hb, ist ein Hauptbestandteil der Erythrozyten und enthält den größten Teil des Eisens im Körper. Hämoglobin bindet Sauerstoff und Kohlendioxid und sorgt damit für den Transport und Austausch dieser Gase zwischen Lunge und Gewebe. Bei der Bestimmung des Hämoglobins kann weiter zwischen dem gesamten und dem an Erythrozyten gebundenen Hb (MCH) unterschieden werden. Diese Werte sind vor allem wichtig, um die Ursache für eine Anämie (Blutarmut) abzuklären.

Ein erniedrigter Hämoglobin-Wert spricht für eine Anämie. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Häufig besteht ein Eisenmangel, aber auch Folsäure-Mangel, Vitamin-B-12-Mangel. Auch Nierenerkrankungen und Bluterkrankungen können die Ursache für niedrige Hämoglobin-Werte sein.

Erhöhte Hämoglobin-Werte deuten auf eine gesteigerte Bildung roter Blutkörperchen im Knochenmark hin. Chronische Herz- und Lungenerkrankungen sowie eine Bluteindickung bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme oder vermehrter Flüssigkeitsausscheidung können den Hämoglobin-Wert ebenfalls erhöhen

Hämatokrit bestimmt, wie zähflüssig das Blut ist

Der Hämatokritwert, abgekürzt HCT, HKT oder HK, sagt etwas darüber aus, wie dickflüssig dein Blut ist. Der Hämatokrit ist definiert als der prozentuale Anteil der zellulären Blutbestandteile am Gesamtvolumen deines Blutes. Die Normalwerte für Hämatokrit sind alters- und geschlechtsabhängig und werden überwiegend von der Anzahl der roten Blutkörperchen bestimmt. Denn Erythrozyten machen rund 43% aller zellulären Blutbestandteile aus.

Je höher der Hämatokritwert, umso schlechter sind die Fließeigenschaften deines Blutes. Dickes Blut fließt langsamer, das Risiko für Thrombosen (Gefäßverschlüsse) und Schlaganfälle steigt. Außerdem muss dein Herz bei zähflüssigem Blut viel stärker arbeiten, um die Organe versorgen zu können.

Bei einem niedrigen Hämatokritwert sind im Verhältnis zum Gesamtblut zu wenige rote Blutkörperchen vorhanden. Folge: die Sauerstoffversorgung deines Körpers läuft nicht optimal. Ein zu niedriger Hämatokrit-Wert kann auch aufgrund eines hohen Blutverlustes auftreten.

Erythrozytenindizes

Die Erythrozytenindizes, auch Erythrozytenindices geschrieben oder als Erythrozytenindex bezeichnet, beschreiben die durchschnittliche Größe eines roten Blutkörperchens (MCV), den durchschnittlichen Hämoglobingehalt (MCH), die Hämoglobinkonzentration (MCHC) und die Abweichung von der mittleren Erythrozytengröße (RDW).

MCV bedeutet mittleres Volumen der roten Blutkörperchen

MCV ist die Abkürzung für mean corpuscular volume, also das mittlere zelluläre Volumen. Der MCV-Wert gibt die durchschnittliche Größe eines einzelnen roten Blutkörperchens an. Der MCV-Wert allein gibt allerdings keinen Hinweis auf eine eventuelle Erkrankung und ist nur in Verbindung mit anderen Blutwerten aussagekräftig. Ist der MCV-Wert zu niedrig kann das auf Eisenmangel, einen Mangel an Vitamin B6, auf einen Tumor, eine Infektion oder eine Blutung hindeuten. Ist der MCV-Wert zu hoch, kann ein Folsäure-Mangel, Alkoholmissbrauch oder die Einnahme bestimmter Medikamente dahinter stecken.

MCH steht für Hämoglobingehalt eines einzelnen Erythrozyten

Die durchschnittliche Menge von rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin), die in einem einzelnen roten Blutkörperchen enthalten ist, trägt die Bezeichnung MCH. Das steht für die englische Bezeichnung mean corpuscular hemoglobin.

MCHC bezeichnet den Anteil des Hämoglobins an der gesamten Masse der roten Blutkörperchen

MCHC ist die Abkürzung für mean corpuscular hemoglobin concentration. Also die durchschnittliche Konzentration von rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) in allen roten Blutkörperchen.

RDW gibt die Größenverteilung der roten Blutkörperchen an

RDW steht für red cell distribution width. Das bedeutet Größenverteilung bzw. Größenstreuung der Erythrozyten in deinem Blut. Eine hohe RDW zeigt hohe Abweichungen der Zellgrößen der einzelnen roten Blutkörperchen an. Besonders bei einer Eisenmangelanämie kommen sehr hohe RDW-Werte vor.

Großes Blutbild

Das große Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild und dem Differentialblutbild. Was wird im Differentialblutbild gemessen?

Dein Arzt ordnet in der Regel das umfangreiche große Blutbild an, wenn er im kleinen Blutbild Auffälligkeiten sieht, die einer weiteren Abklärung bedürfen. Anhand des großen Blutbildes erhält dein Arzt also weitere Hinweise auf die zugrundeliegende Erkrankung.

Wann wird ein Blutbild gemacht?

Das kleine Blutbild ist Bestandteil vieler Vorsorgeuntersuchungen, wird vor Operationen angeordnet oder wenn dein Arzt eine gestörte Blutbildung, Anämie (Blutarmut) oder Gerinnungsstörungen vermutet.

Ein großes Blutbild wird gemacht, wenn eine zusätzliche Bestimmung der einzelnen Leukozyten-Untergruppen notwendig ist. Zum Beispiel bei Verdacht auf Infektionen.

Weitere Blutwerte können je nach medizinischer Notwendigkeit und individueller Krankengeschichte bestimmt werden. Diese Werte gehören aber dann nicht zum großen oder kleinen Blutbild.

Zur Vorsorge von Herzinfarkten, Bluthochdruck und Diabetes können beispielsweise regelmäßig die Cholesterinwerte wie LDL und HDL untersucht werden. Normalwerte von HDL und Normalwerte von LDL. Bei Verdacht auf eine Anämie (Blutarmut) kann die Bestimmung des Ferritin-Wertes hilfreich sein. Normalwerte für Ferritin. Und wenn die Fragestellung einer rheumatischen Erkrankungen im Raum steht, kann der Wert des Rheumafaktors bestimmt werden. Rheumafaktor zu hoch?

Welche Ärzte nehmen ein Blutbild ab?

Deine beim Hausarzt, Facharzt oder in der Klinik abgegebene Blutprobe wird im Labor untersucht. Aus den Analyseergebnissen erstellen Laborärzte die Laborberichte, die deinen Arzt bei Diagnose, Therapie und Vorsorge von Erkrankungen unterstützen. Was macht ein Facharzt für Laboratoriumsmedizin?

Wie kannst du dich auf das Blutbild vorbereiten?

Meist werden dir bei der Blutabnahme zwei Blutproben entnommen. Mit der einen wird das Blutbild bestimmt, mit der anderen das Blutserum. 

Wenn bei dir eine Blutabnahme ansteht wirst du in der Regel von deinem Arzt gebeten, nüchtern in die Praxis zu kommen. Nüchtern heißt, du darfst acht bis zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und lediglich Wasser oder zuckerlosen Tee ohne Milch trinken. Andernfalls könnten die Messwerte des Blutserums wie beispielsweise Cholesterin oder Blutzucker verfälscht werden. Auf Nikotin solltest du vor einer Blutabnahme ebenfalls verzichten. Falls du Medikamente einnimmst solltest du mit deinem Arzt abklären, ob du diese am Tag der Blutabnahme weiter einnehmen kannst.

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Laborwerte

Fe: Eisen

Fe ist als Laborwert die Abkürzung von Eisen.
Fe ist die Abkürzung von Eisen, lateinisch Ferrum. Eisenwerte werden zusammen mit Ferritin (FERR) und Transferrin (Tf) bestimmt.

Was bedeutet Fe?

Fe ist die Abkürzung für das lateinische Wort Ferrum, das bedeutet Eisen. Eisen ist ein sogenanntes essentielles Spurenelement für unseren Körper. Das heißt, dein Körper kann selbst kein Eisen produzieren. Daher muss er das Eisen aus der Nahrung gewinnen.

Die Eisenaufnahme aus der Nahrung erfolgt über deinen Zwölffingerdarm (Duodenum). Benötigt dein Körper Eisen, wird die Eisenaufnahme aus der Nahrung im Darm gestartet. In der Regel nehmen wir am Tag zwischen 10 und 15 mg Eisen aus unserer Nahrung auf. Besteht kein Eisenbedarf, scheidet dein Körper das Eisen aus der Nahrung mit dem Stuhl wieder aus. Zu eisenreichen Lebensmitteln zählen unter anderem Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen oder Bohnen, Soja, Hirse, Vollkornbrot, Haferflocken sowie Geflügel- oder rote Fleischsorten.

Die Eisenaufnahme im Darm kann verbessert werden, wenn in der aufgenommenen Nahrung gleichzeitig Vitamin C enthalten ist. Gute Vitamin C-Lieferanten sind beispielsweise Schwarze Johannisbeeren, Zitrusfrüchte wie Zitronen oder Orangen sowie Paprika, Brennnessel oder Rosenkohl.

In den Darmzellen kann das aufgenommene Eisen entweder in Form von Speichereisen, genannt Ferritin, gespeichert werden oder in den Blutkreislauf gelangen. In der Blutbahn wird Eisen in der Regel an ein Eiweiß gebunden transportiert. Dieses Transporteiweiß nennt sich Transferrin. Nur ein minimaler Anteil des Eisens liegt also als freies Eisen im Blutserum vor.

Eisen wird in deinem Körper für viele Prozesse benötigt. Dazu zählen beispielsweise zahlreiche Vorgänge in der Energiegewinnung und der Sauerstoffversorgung des Körpers. Der Sauerstoff, den du über deine Atmung aufnimmst, muss durch dein Blut transportiert werden, um in alle Organe und Muskeln zu gelangen. Diese Aufgabe übernehmen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Erythrozyten enthalten Hämoglobin. Das ist unser roter Blutfarbstoff. Der entscheidende Anteil am Hämoglobin ist das Eisen. Der Sauerstoff, der mit deinen Atemzügen in der Lunge ankommt, wird in der Lunge an den Blutkreislauf abgegeben. Genauer gesagt werden die Sauerstoffteilchen an die roten Erythrozyten gebunden. Und das erfolgt über Eisen-Teilchen des Hämoglobins.

Dementsprechend ist Eisen auch unverzichtbar für die Blut-Produktion. Fehlt Eisen, kann dein Körper nicht genug rote Blutkörperchen produzieren und du bekommst eine Blutarmut (Anämie).

Wann wird der Fe-Wert bestimmt?

Die Bestimmung des Eisenspiegels in deinem Körper spielt eine Rolle, wenn es um die Abklärung von Eisenstoffwechselstörungen geht, die die Eisenaufnahme, Eisenverteilung oder Eisenspeicherung betreffen können. Auch in der Fragestellung einer Eisenmangel-bedingten Blutarmut (Anämie) oder einer Blutarmut bzw. Veränderung des Blutbildes durch angeborene Erkrankungen der Hämoglobin-Produktion (Prophyrien) kann eine Bestimmung des Fe-Werts erfolgen.

Der häufigste Grund zur Bestimmung des Eisens im Blutserum ist die Diagnostik einer Eisenmangelanämie. Dabei handelt es sich um eine Blutarmut, also eine zu geringe Anzahl an roten Blutkörperchen, die durch eine zu geringe Eisenzufuhr bedingt ist. Da der Eisenspiegel starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, werden in der Regel weitere Laborwerte wie FERR, also Ferritin, oder Transferrin (Tf) bestimmt, um eine Eisenmangelanämie zu diagnostizieren. Normalwerte für FERR und Normalwerte für Tf.

Normalwerte für Fe

Fe wird im Blutserum gemessen. Die Werte werden in µg/dl, also Mikrogramm pro Deziliter, angegeben.

Alter Normalwert
Kinder 2 Wochen 63 – 201 µg/dl
6 Monate 28 – 135 µg/dl
12 Monate 35 – 155 µg/dl
2. – 12. Lebensjahr 22 – 135 µg/dl
Frauen (nicht schwanger) 25. Lebensjahr 37 – 165 µg/dl
40. Lebensjahr 23 – 134 µg/dl
60. Lebensjahr 39 – 149 µg/dl
Frauen (in der Schwangerschaft) 12. Schwangerschaftswoche 42 – 177 µg/dl
am Geburtstermin 25 – 137 µg/dl
6 Wochen nach Geburt 16 – 150 µg/dl
Männer 25. Lebensjahr 40 – 155 µg/dl
40. Lebensjahr 35 – 168 µg/dl
60. Lebensjahr 40 – 120 µg/dl

Wie du in der Tabelle mit den Normalwerten sehen kannst, hängen die Normalwerte für Fe vom Geschlecht sowie vom Alter und der persönlichen Situation ab. Bist du zum Beispiel zum Zeitpunkt der Laboruntersuchung schwanger oder bist du in einem Wachstumsschub, können deine Eisenwerte ganz anders ausfallen. Auch sind starke tageszeitliche Schwankungen des Eisengehalts im Blut vorhanden, weshalb die Normalwerte oftmals eine breite Spanne an Werten einnehmen. Ebenso haben unterschiedliche Labore auch andere Normalwerte als ihre Referenzwerte, weshalb Messwerte zwischen den Laboren auch schwanken können.

Zur Abklärung einer Eisenstoffwechselstörung werden daher immer noch andere Werte des Eisenstoffwechsels wie Transferrin oder Ferritin bestimmt.

Was bedeutet es, wenn dein Fe-Wert zu hoch ist?

Hohe Fe-Werte können diverse Ursachen haben. Gründe für kurzzeitig zu hohe Eisenwerte können beispielsweise eine sehr eisenreiche Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, rotem Fleisch oder Vollkornbrot sein. Die Einnahme von Eisen-Präparaten aus der Apotheke ohne ärztliche Kontrolle kann ein weiterer Grund für einen zu hohen Fe-Wert sein.

Hinter einer Fe-Erhöhung können aber auch Eisenstoffwechselstörungen stecken:

  • Eisenverwertungsstörungen: Das aufgenommene Eisen kann nicht zu seinen Endprodukten verwertet werden, da zum Beispiel Stoffwechselwege in der Herstellung des roten Blutfarbstoffs nicht richtig funktionieren.
  • Hämolytische Anämie: Es kommt zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse). Dabei wird Eisen frei, der Fe-Wert im Blut ist erhöht und es kommt zur Blutarmut (Anämie).
  • Eisenüberladung: Zu hohe Eisenzufuhr, zum Beispiel durch viele Bluttransfusionen, Eisentherapie oder gesteigerte Eisenzufuhr über die Nahrung.
  • Erkrankungen des Blutsystems.
  • Schwere Leberschäden: In der Leber wird viel Eisen gespeichert. Bei Leberschäden können Leberzellen zerstört werden und Eisen in die Blutbahn freigesetzt werden.
  • Eisenspeichererkrankung, Hämochromatose: Das ist eine erbliche Erkrankung, die mit einer gesteigerten Eisenaufnahme aus dem Darm einhergeht. Das aufgenommene Eisen lagert sich im Körper ab.
  • Angeborene Erkrankungen des Hämoglobin-Stoffwechsels (Porphyrien).

Das Eisen im Blutserum macht allerdings nur einen ganz geringen Bruchteil deines Eisens im Körper aus und unterliegt starken tageszeitlichen und individuellen Schwankungen. Der Eisenwert alleine sagt also sehr wenig über den Eisengehalt und den Eisenstoffwechsel deines Körpers aus. Um Eisenstoffwechselstörungen zu diagnostizieren, werden daher oftmals weitere Werte aus dem Eisenstoffwechsel bestimmt. Dazu gehören beispielsweise:

Was bedeutet es, wenn dein Fe-Wert zu niedrig ist?

Niedrige Fe-Werte können im Rahmen eines Eisenmangels auftreten. Gründe für den Eisenmangel sind zum Beispiel:

  • Unzureichende Eisenzufuhr: Dein Körper kann Eisen nicht eigenständig produzieren. Eine unzureichende Eisenzufuhr mit der Nahrung kann daher einen Eisenmangel nach sich ziehen. Die Folge des Eisenmangels kann eine Blutarmut (Anämie), also eine Eisenmangelanämie sein.
  • Chronische Blutungen: Blutverluste führen auch zur Erniedrigung deines Fe-Werts.
  • Eisenresorptionsstörungen: Eine verminderte Eisenaufnahme kann durch Erkrankungen des Dünndarms hervorgerufen werden, wie zum Beispiel der Zöliakie bzw. Sprue. Nach Operationen, die eine Entfernung des Zwölffingerdarms zur Folge haben, ist die Eisenresorption auch stark eingeschränkt.

Die häufigste mit einer Fe-Erniedrigung in Zusammenhang gebrachte Diagnose ist die Eisenmangelanämie. Dabei handelt es sich um eine Blutarmut (Anämie), die durch einen Eisenmangel hervorgerufen wird. Bei zu geringer Eisenzufuhr oder chronischen Blutverlusten, zum Beispiel im Rahmen der Menstruation, fehlt das Eisen für die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Es werden zu wenig Erythrozyten gebildet. Typische Symptome der Eisenmangelanämie sind Müdigkeit, Blässe, blasse Schleimhäute, rissige Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden) und verminderte Belastbarkeit.

Die Diagnose einer Eisenmangelanämie bedarf aber zusätzlich zur Symptomatik und der Bestimmung des Fe-Werts vieler weiterer Blutwerte wie Transferrin (Transporteiweiß des Fe), Ferritin (Speicherform des Fe) und die Transferrin-Sättigung (Beladung des Transportproteins). Eine typische Befundkonstellation einer Eisenmangelanämie könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Fe erniedrigt: Eisen fehlt, daher ist auch das Serum-Eisen erniedrigt, wenngleich es auch nur einen minimalen Anteil des Eisens im Körper darstellt.
  • Transferrin erhöht: Die Leber produziert große Mengen des Transport-Eiweißes, da der Körper aufgrund des Mangels viel Eisen mobilisieren möchte. Normalwerte für Transferrin.
  • Ferritin erniedrigt: Die Eisenspeicher des Körpers sind leer. Normalwerte für Ferritin.
  • Transferrin-Sättigung erniedrigt: Der Anteil der Transferrin-Teilchen, die tatsächlich Eisen durch den Körper transportieren ist gering, da wenig Eisen vorhanden ist. Normalwerte für die Transferrin-Sättigung.

In bestimmten Lebenssituationen benötigt dein Körper mehr Eisen als sonst. Dazu gehören die Schwangerschaft oder das Wachstum. In solchen Situationen können Fe-Erniedrigungen vorübergehend auftreten, ohne dass du etwas an deinem Lebenswandel geändert hast. In diesen Situationen benötigst du einfach etwas mehr Eisen als gewöhnlich. Der Eisenmangel ist dann nicht krankhaft, sondern Ausdruck eines ganz normalen Wachstums- oder Schwangerschaftsverlaufs.

Auch Eisenverteilungsstörungen können zum Beispiel im Rahmen von Infektionen, chronischen Entzündungen oder Tumorerkrankungen auftreten und den Eisen-Haushalt beeinflussen. Auch so kann es zu niedrigen Fe-Werten kommen.

Ein niedriger Fe-Wert allein gibt dir aber kaum Auskunft über deine wirklichen Eisenreserven oder deinen Eisen-Haushalt. Da die Eisenwerte extremen tageszeitlichen und situativen Schwankungen unterlegen sind, sollten zur Abklärung von Eisenstoffwechselstörungen immer auch andere Werte bestimmt und betrachtet werden. Solltest du dir Sorgen um zu geringe Fe-Werte machen, sprich bitte deinen Arzt an.

Was kannst du selbst bei abweichenden Fe-Werten tun?

Sollte in Untersuchung bei dir ein zu hoher Fe-Wert festgestellt worden sein, kommt es auf die Ursache an, ob du selbst etwas an deinen Eisen-Werten ändern kannst. Liegt der Fe-Erhöhung eine Eisenüberladung zugrunde, weil du beispielsweise Eisentabletten als Nahrungsergänzungsmittel zu dir nimmst, dann könntest du in Absprache mit deinem Arzt die Eisenzufuhr reduzieren.

Sind Eisenspeichererkrankungen oder andere Eisenstoffwechselstörungen ursächlich für deine hohen Fe-Werte, kannst du selbst wenig für deine Fe-Werte tun. Für viele Erkrankungen wie zum Beispiel die Hämochromatose (Eisenspeichererkrankung) gibt es wirksame Therapien. Dein Arzt wird gemeinsam mit dir Therapiestrategien besprechen.

Bei zu niedrigen Fe-Werten beispielsweise aufgrund einer eisenarmen Ernährung kannst du darauf achten, deine Nahrung um eisenhaltige Lebensmittel zu ergänzen. Gute Eisenlieferanten sind unter anderem Hülsenfrüchte, Bohnen, Linsen, Leinsamen, Haferflocken, Fisch und rotes Fleisch wie z.B. Rindfleisch. Unterstützt werden kann die Eisenaufnahme durch gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C über die Nahrung. Vitamin C kann deinem Körper zum Beispiel über Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, andere Früchte wie schwarze Johannisbeeren oder aber durch bestimmte Gemüsesorten wie Paprika oder Brokkoli zugeführt werden.

Sind andere Erkrankungen wie zum Beispiel Blutverluste durch chronische Blutungen oder Infektionen für die niedrigen Eisenwerte verantwortlich, wende dich bitte an deinen Arzt.