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Untersuchungen

EEG

Auf DocInsider registrierte Ärztin legt Mann die Elektroden für das EEG an
Mithilfe des EEG lassen sich Gehirnaktivitäten messen. Dazu wird der Kopf mit Elektroden verkabelt. Das EEG wird bei Epilepsie, zur Narkoseüberwachung und im Schlaflabor eingesetzt.

Was ist ein EEG?

EEG ist die Abkürzung für Elektroenzephalografie oder Elektroenzephalogramm. Bei dieser Untersuchungstechnik werden deine Hirnströme gemessen, also die elektrische Aktivität der Nervenzellen deines Gehirns. Die elektrische Aktivität im Gehirn entsteht durch Reiz- und Informationsübertragung von Nervenzellen deiner Hirnrinde. Die Hirnrinde selbst ist eine Ansammlung von Nervenzellen, die sich als dünne Schicht am äußeren Rand deines Groß- und Kleinhirns befinden.

Beim EEG bekommst du Elektroden an bestimmten Stellen deines Kopfes angebracht. Diese sind über Kabel mit einem EEG-Gerät verbunden. Die Elektroden messen die elektrische Aktivität vieler Nervenzellen einer bestimmten Gehirnregion. Die aufgezeichneten Impulse werden als Kurve auf einem Monitor dargestellt.

Welche Arten des EEG gibt es?

Neben dem Routine-EEG (siehe Ablauf des EEG) gibt es noch weitere Untersuchungsvarianten zur Messung der Hirnströme:

  • Schlaf-EEG: In einem Schlaflabor erfolgt die Hirnstrommessung über deine gesamte Schlafphase.
  • Langzeit-EEG: Hierbei wird deine Hirnaktivität über 24 oder 48 Stunden gemessen. Dazu trägst du einen mobilen Rekorder am Körper und protokollierst zusätzlich alle Vorkommnisse.
  • Provokations-EEG: Das Provokations-EEG dient dazu, einen epileptischen Anfall zu simulieren. Dazu lässt dich der untersuchende Arzt zum Beispiel schneller atmen, setzt dich speziellen Lichtreizen oder auch Schlafentzug aus.

Wann zum EEG?

Ein EEG wird bei Verdacht auf lokal begrenzte Hirnschädigungen wie einen Tumor oder nach einer Verletzung, bei einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) sowie Nervenerkrankungen wie Epilepsie aufgezeichnet. Auch die Narkose während einer Operation kann mithilfe des EEGs überwacht werden. Im Schlaflabor wird das EEG zur Identifizierung verschiedener Schlafstadien bei der Diagnostik von Schlafstörungen und der Schlafkrankheit (Narkolepsie) eingesetzt. Lies mehr über Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen.

Auf der Intensivstation kann das EEG Auskunft über die Gehirnaktivität und damit die Hirnfunktion geben. Auch wenn der Hirntod eines Menschen festgestellt werden soll, kommt das EEG zum Einsatz.

Welche Ärzte führen ein EEG durch?

Eine EEG kann bei niedergelassenen Fachärzten für Neurologie oder in Krankenhäusern mit neurologischer Abteilung durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung des Nervensystems wie beispielsweise Epilepsie setzt der Facharzt für Neurologie das EEG zur Diagnosefindung und für weitere Untersuchungen sowie zur Überwachung der Therapie ein. Wann zum Neurologen?

Wenn du an Schlafstörungen leidest, der Verdacht besteht, dass dafür organische Ursachen verantwortlich sind und wenn keine anderen Therapien geholfen haben, kann dich dein Arzt ins Schlaflabor schicken. Im Schlaflabor gibt das EEG dem behandelnden Schlafmediziner Aufschluss über deine Hirnaktivitäten während der verschiedenen Schlafphasen. Lies mehr zur Diagnose und Therapie von Schlafstörungen.

Wie kannst du dich auf das EEG vorbereiten?

Die EEG-Untersuchung dauert etwa 20-30 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Vorbereiten kannst du dich selbst nicht, du solltest allerdings versuchen, während des EEGs möglichst ruhig und entspannt zu sitzen oder zu liegen. Da die Mess-Elektroden auf deinem Kopf befestigt werden oder mittels einer Haube auf deinen Kopf aufgesetzt werden, sollten deine Haare gewaschen, aber nicht gestylt sein. Das heißt deine Haare sollten keine Rückstände von Produkten wie Gel, Festiger oder Haarspray aufweisen.

Ablauf des EEG

Normalerweise werden für ein EEG 21 Elektroden verwendet. Um das Anbringen zu erleichtern, sind diese meist mit allen notwendigen Kabeln in einer Haube zum Aufsetzen auf deinen Kopf befestigt. Vor dem EEG werden die Elektroden mit Kontaktgel bestrichen, um sicheren Halt auf der Kopfhaut zu gewährleisten.

Die Messung deiner Hirnströme erfolgt in entspannter, möglichst ruhiger Haltung im Liegen oder im Sitzen. Während des Aufzeichnungsvorgangs solltest du nicht sprechen und dich möglichst wenig bewegen.

Weil die Elektroden sich durch starkes Schwitzen von deiner Kopfhaut lösen können und ebenso Muskelzuckungen deiner Augen das EEG verfälschen können, solltest du während der Untersuchung die Anweisungen deines Arztes oder der medizinischen Fachkraft genau befolgen.

Für bestimmte Fragestellungen, beispielsweise zur Epilepsie-Diagnostik, erfolgen während der Untersuchung sogenannte Provokationstests, um bestimmte Hirnrindenregionen anzuregen. Die medizinische Fachkraft gibt dir dann Anweisungen, was du tun musst. Zum Beispiel deine Augen öffnen, wieder schließen und bewegen. Oder auch einfache Rechenaufgaben lösen. Bei der Photostimulation werden Reize wie kurze, helle Lichtblitze in wechselnder Frequenz auf deine geschlossenen Augen gelenkt.  Bei der Hyperventilation musst du einige Minuten heftig ein- und ausatmen.

Nach Ende eines Routine-EEGs kannst du in der Regel direkt wieder nach Hause gehen. Beim Provokations-EEG im Rahmen der Epilepsie-Diagnostik soll hingegen ein epileptischer Anfall ausgelöst werden. Die Untersuchung findet daher streng medizinisch überwacht in einem stationären Umfeld statt.

Was zeigt das EEG-Bild?

Anders als beim EKG, das elektrische Ströme deines Herzens in Form von Zackenmustern sichtbar macht, zeigt das EEG bestimmte Wellen (Waves). Der Verlauf der Wellen hängt davon ab, wie aktiv dein Gehirn zum Zeitpunkt der Messung ist. Der behandelnde Arzt kann sehen, ob du wach bist oder schläfst, ob du konzentriert bist oder müde. Jede Welle gibt dabei Auskunft über die Aktivität der Nervenzellen in einer bestimmten Region deines Gehirns. Bei jedem Menschen zeigt sich ein für ihn typisches EEG-Bild. „Normale“ EEGs können daher ganz unterschiedlich aussehen. Bei Kindern verläuft das Wellenmuster zudem viel langsamer und unregelmäßiger als bei Erwachsenen.

Je nach Frequenz zeigen sich  folgende Wellen:

Alpha-Wellen: Sie haben eine Frequenz von 8-13 Hz (Hertz, d.h. 8-13 Wellen pro Sekunde). Alpha-Wellen beschreiben deine Hirnaktivität in Ruhe mit geschlossenen Augen, aber in wachem Zustand.

Beta-Wellen: Sie decken die Frequenz von 14-30 Hz ab. Beta-Wellen zeigen sich bei geöffneten Augen, Sinnesreizen und geistiger Aktivität.

Gamma-Wellen: Sie haben eine Frequenz von über 30 Hz und können bei erhöhter Aufmerksamkeit und Lernprozessen auftreten.

Theta-Wellen: Sie haben eine niedrige Frequenz von 4-7 Hz. Solche herabgesetzten Frequenzen treten beim Einschlafen oder bei sehr starker Müdigkeit auf.

Delta-Wellen: Mit einer Frequenz von 0,5-3,5 Hz signalisieren diese Wellen den Tiefschlaf.

Wird ein EEG zur Diagnose, beispielsweise einer Schlafstörung eingesetzt, achten Schlafmediziner darauf, wie häufig die verschiedenen Wellen auftreten (Frequenz) und wie hoch sie im Bild sind (Amplitude). Abweichungen von typischen Wellenmustern können auf eine Erkrankung oder Störung hinweisen. Während eines epileptischen Krampfanfalls zeigen sich zum Beispiel besonders hohe und steile Wellen. Diese werden als Spikewellen bezeichnet. Außerhalb von Krampfanfällen ist das EEG jedoch normal. Zur Epilepsie-Diagnose verwenden Ärzte daher das Provokations-EEG.

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Fachbezeichnungen

FA Psychiatrie und Psychotherapie

Ein bei DocInsider registrierter Psychiater sitzt neben seinem männlichen Patienten und füllt zum Zweck des psychopathologischen Befundes einen Fragebogen aus
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird auch Psychiater oder ärztlicher Psychotherapeut genannt. Er behandelt psychische Erkrankungen und wendet dabei psychotherapeutische Verfahren und medikamentöse Therapien an.

Was ist ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie?

Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist Spezialist auf dem Gebiet der seelischen Gesundheit und ist mit der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen und Störungen betraut. Er wird auch Psychiater oder ärztlicher Psychotherapeut genannt.

Der ärztliche Psychotherapeut kennt sich bestens mit dem menschlichen Gehirn und der Komplexität des Denkens und Fühlens aus. In Krisen- und Belastungssituationen weiß er einzugreifen und akute psychiatrische Krankheitsbilder wie Psychosen und Wahnvorstellungen zum Beispiel mit Halluzinationen, Schizophrenien oder Suizidalität (die Absicht zur Selbsttötung) zu behandeln. Mehr zur Schizophrenie und den verschiedenen Schizophrenie-Formen kannst du unter dem Diagnosekürzel F20 nachlesen.

Bei der Behandlung psychischer Erkrankungen wendet der Psychiater psychotherapeutische Verfahren und medikamentöse Therapien an. Außerdem schließt er rein körperliche Ursache eines seelischen Leidens aus, beispielsweise eine Entzündung des Gehirns oder einen Tumor. Eine gute Therapeuten-Patienten-Beziehung gehört ebenfalls zur erfolgreichen Therapie von psychischen Störungen dazu.

In der Psychotherapie erarbeitest du gemeinsam mit deinem ärztlichen Psychotherapeuten mögliche Zusammenhänge zwischen deiner psychischen Erkrankung und deren Auslöser. Du entwickelst mithilfe von Gesprächstherapien und Verhaltenstherapien Strategien, die dir helfen können mit deiner Erkrankung umzugehen und krankmachende Denkmuster und Verhaltensweisen zu ändern. Wenn nötig kann dir dein Psychiater auch Medikamente wie Antidepressiva oder Medikamente gegen Wahnvorstellungen  verschreiben.

Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Die fünfjährige Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie schließt sich an ein abgeschlossenes Medizinstudium mit der Erlaubnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit (Approbation) an.

Mindestens 24 Monate der Weiterbildungszeit zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie müssen in der stationären psychiatrischen oder psychotherapeutischen Patientenversorgung verbracht werden. Weitere zwölf Monate im Fachgebiet der Neurologie sind außerdem vorgeschrieben.

Anstellungen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der psychosomatischen Medizin oder ambulanten psychiatrischen Patientenversorgung können auf die restliche Weiterbildungszeit anteilig angerechnet werden.

Was ist der Unterschied zwischen ärztlichen Psychotherapeuten und psychologischen Psychotherapeuten?

Der Begriff „Psychotherapeut“ wird häufig für verschiedene Berufe verwendet. Neben ärztlichen Psychotherapeuten, die die fünfjährige Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie absolviert haben, gibt es außerdem psychologische Psychotherapeuten. Um psychologischer Psychotherapeut zu werden, ist ein Psychologie-Studium mit anschließender Therapeuten-Ausbildung Voraussetzung. Im Gegensatz zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie dürfen psychologische Psychotherapeuten keine Medikamente verschreiben und keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen.

Wo arbeitet ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie?

Ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie kann in der stationären Versorgung tätig sein. Dann arbeitet er beispielsweise in psychiatrischen Kliniken oder auf psychiatrischen Stationen in Krankenhäusern. Neben der stationären Tätigkeit kann sich ein FA Psychiatrie und Psychotherapie auch niederlassen und in einer Facharztpraxis arbeiten. Außerdem sind Beschäftigungen im Bereich der medizinischen Forschung und Lehre möglich.

Wann gehst du zum Psychiater?

Dein Hausarzt hat die Verdachtsdiagnose Burnout oder Depression gestellt? Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie überprüft diesen Verdacht, erarbeitet mit dir passende Therapien und unterstützt dich auf deinem Weg.

Zwänge bestimmen deinen Alltag? Du bist wegen Zwangsstörungen, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen wie ständigem Händewaschen aus Angst vor Keimen nicht mehr in der Lage, deinen alltäglichen Aufgaben nachzugehen? Zwangsstörungen sind psychische Erkrankungen, die zum Behandlungsspektrum eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie gehören. Welche Formen von Zwangsstörungen es gibt, erfährst du beim ICD-10 Diagnosekürzel F42.

Seit Monaten oder Jahren leidest du an Rückenschmerzen, doch dein Hausarzt, Orthopäde, Neurologe oder Chiropraktiker konnten dir bislang nicht helfen? Dein Darm spielt seit Langem verrückt, aber eine körperliche Ursache wurde weder bei einer Blut-Untersuchung, bei wiederholten Bauch-Untersuchen mittels Ultraschall (Sonographie) noch bei einer Darmspiegelung beim Gastroenterologen gefunden? Dein Hausarzt hat den Verdacht auf eine psychosomatische Ursache geäußert, also eine zugrundeliegende psychische Erkrankung, die sich in Form von körperlichen Beschwerden äußert? Eine psychiatrische oder psychotherapeutische Abklärung kann dir eventuell Klarheit über deine Beschwerden verschaffen.

Nach traumatischen Erfahrungen in deiner Kindheit gerätst du immer wieder an die falschen Menschen? Du eckst mit dem Gesetz an, führst Beziehungen, die von einer großen Angst vor dem Verlassenwerden geprägt sind? Du siehst oft nur die Möglichkeit, dich selbst zu verletzen und bist manchmal auch des Lebens müde? Während eines psychiatrischen Krankenhaus-Aufenthaltes wurde der Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung, beispielsweise vom Borderline-Typ geäußert? Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie kann dir helfen, mit deinen Erfahrungen umzugehen und steht dir zur Seite, wenn du keinen Ausweg siehst.

Ein Familienmitglied oder Freund zieht sich in letzter Zeit immer weiter zurück und erzählt dir, er würde verfolgt, sein Nachbar würde ihm nachstellen, die Personen im Fernsehen könnten seine Gedanken lesen und er würde Gedanken in den Kopf gesetzt bekommen? Wahnhafte Erkrankungen, Psychosen und Schizophrenien sind akut behandlungsbedürftige psychiatrische Erkrankungen, die in psychiatrischen Kliniken und im Anschluss in Praxen oder psychiatrischen Ambulanzen von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden können. Lies mehr zur Schizophrenie unter dem Diagnosekürzel F20.

Angst dominiert dein Leben? Du hast das Gefühl deiner Familie wird in Zukunft etwas Schlimmes passieren? Der kleinste Knall lässt dich angsterschrocken zusammenzucken, und das geht bereits seit Wochen so? Generalisierte Angststörungen oder auch andere Angsterkrankungen wie Phobien oder Panikattacken können beim Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt werden. Lies Wissenswertes über Arten, Symptome, Ursachen und Therapie von Angststörungen.

Bei dir wurde eine depressive Phase diagnostiziert und nun fühlst du dich als könntest du Bäume ausreißen? Du hast seit Tagen nicht mehr geschlafen, hast nebenbei eine Fremdsprache gelernt, bist täglich 20 Kilometer gejoggt, fühlst dich großartig und denkst, du könntest nun alles schaffen? Folgt eine solche manische Phase auf eine depressive Phase, kann der Grund eine sogenannte bipolar-affektive Störung sein, eine Erkrankung, bei der sich Depressionen und Manien abwechseln, und die medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden kann. Ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ist der richtige Ansprechpartner zur Behandlung von bipolaren Störungen.

Nachdem dir aus betrieblichen Gründen gekündigt wurde wusstest du nicht mehr weiter und bist in die Alkoholsucht geraten? Nun hast du den Entschluss gefasst, dass sich etwas ändern muss. Zur Entzugsbehandlung lässt du dich daher in eine psychiatrische Klinik einweisen. Ein Psychiater oder Psychotherapeut unterstützt dich bei deinem Schritt aus der Sucht.

Du fühlst dich zu dick? Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du nur deine vermeintlichen Problemzonen? Seit ein paar Wochen hast du daher angefangen täglich mehrere Stunden Sport zu machen, achtest penibel darauf nicht zu viel zu essen, hast „Dickmacher“ von deiner Einkaufsliste gestrichen, und isst nur noch eine Scheibe Brot pro Tag? Beim Blick in den Spiegel fühlst du dich dennoch weiterhin zu dick, obwohl du bereits viele Kilogramm an Gewicht verloren hast und rein rechnerisch an Untergewicht leidest? Du fühlst dich schwach, deine Haare fallen aus, dein Hormonhaushalt ist aus dem Gleichgewicht? Hinter deinem Essverhalten könnten eine Essstörung stecken. Der richtige Kontakt zur Therapie von Essstörungen ist der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Lies mehr über die verschiedenen Arten von Essstörungen.

Untersuchungen beim Psychiater

Eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden im Fachbereich der Psychiatrie ist das Anamnese-Gespräch beziehungsweise die sogenannte Exploration und Erhebung des psychopathologischen Befundes, auch mithilfe von Fragebögen und Tests.

Zur Diagnostik einer psychischen Erkrankung gehört in der Regel auch die Abklärung, ob eine körperliche Ursache wie eine Hormonstörung, eine Erkrankung des Gehirns oder Ähnliches Grund der psychischen Störung sein kann. Im Rahmen dieser körperlichen Diagnostik führt der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie zumeist in einer Klinik diverse Untersuchungen durch.

Untersuchungen beim Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie können sein:

  • Anamnese und Gespräch, psychopathologischer Befund: In einem ausführlichen Gespräch möchte der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie vieles über deine Beschwerden erfahren. Er macht sich ein Bild von deinen Symptomen, erfragt, wie es dir geht, bewertet, ob akuter Behandlungsbedarf besteht und schaut, ob er dir gegebenenfalls mit Medikamenten eine kurzfristige Linderung deines Leidens verschaffen kann. Dabei hört er genau zu und erhebt dabei den sogenannten psychopathologischen Befund. Dabei werden gezielt psychiatrische Beschwerden abgefragt und deine seelische Erkrankung auf bestimmte Merkmale hin untersucht und abgebildet. Das Gespräch lässt eine erste Einschätzung und Diagnosestellung zu und bildet die Grundlage für die Auswahl der Behandlungsmethoden und Therapie.
  • Tests und Fragebögen: Um Beschwerden gezielt abzufragen oder Betroffene auf psychiatrische Erkrankungen zu untersuchen können speziell entwickelte Tests und Fragebögen verwendet werden. Viele psychisch erkrankte Menschen berichten über Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Um diese zu untersuchen, kann ein Test verwendet werden, bei dem die Testperson bestimmte Aufgaben lösen muss, die bei der Auswertung Rückschlüsse auf die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit zulassen. Viele Beschwerden psychiatrischer Erkrankungen können mithilfe von Tests und Fragebögen besser erfasst beziehungsweise greifbar gemacht werden.
  • Blutentnahme und Urinuntersuchung: Dein Blut und dein Urin werden auf verschiedene Werte untersucht, die je nach Art deiner psychischen Erkrankung Hinweis auf eine mögliche körperliche Ursache deiner seelischen Erkrankung sein können. Dabei wird beispielsweise nach Hormonwerten geschaut, dein Blutbild wird untersucht und deine Entzündungs-Werte kontrolliert. Nimmst du Medikamente ein, wird dein Blut gegebenenfalls auf die Wirkspiegel der Medikamente hin untersucht, ebenso wird nach möglichen Nebenwirkungen der Medikamente geschaut.
  • Neurologische Untersuchung: Eine neurologische Diagnostik untersucht die Funktion des Gehirns (des zentralen Nervensystems) sowie des peripheren Nervensystems, der Nerven und die Funktion der Hirnnerven. Neurologische Erkrankungen und psychiatrische Erkrankungen treten oft gemeinsam auf. Daher werden einige neurologische Untersuchungen häufig auch beim Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie durchgeführt. Erfahre mehr über neurologische Untersuchungen und lies Wissenswertes zum Berufsbild eines Facharztes für Neurologie.
  • Elektrokardiographie (EKG): Viele Medikamente, die vom Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie verordnet werden, dürfen nur bei Herz-Gesunden verordnet werden oder verlangen eine Überwachung und Beurteilung des Herzens. Mithilfe von Elektroden, die dir auf deinen Brustkorb geklebt werden, kann die elektrische Aktivität deines Herzens gemessen werden und akute Erkrankungen können ausgeschlossen werden.
  • Weitere internistische Diagnostik: Zur Abklärung einer körperlichen Ursache deiner psychiatrischen Erkrankung können eine körperliche Untersuchung, ein Ultraschall (Sonographie), eine Blutdruck-Messung und Lungenfunktionsuntersuchung und nach Bedarf weitere Untersuchungen durchgeführt werden.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomografie (CT) des Schädels: Mithilfe einer MRT oder einer CT kann dein Gehirn auf Veränderungen untersucht werden. Diese bildgebenden Verfahren stellen dein Hirngewebe dar und können Tumoren oder Entzündungen aufspüren, die Grund einer akuten psychiatrischen Erkrankung sein können.
  • Elektroenzephalografie (EEG): Mithilfe der EEG können die elektrischen Ströme im Gehirn gemessen werden. Das EEG wird beispielsweise in der Diagnostik von Epilepsien eingesetzt und kann zur Abklärung von unklaren Krampfanfällen genutzt werden. Wie läuft ein EEG ab?
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Fachbezeichnungen

FA Neurologie

Auf docinsider registrierter Neurologe sitzt vor einem Modell des menschlichen Gehirns, um das ein Stethoskop gewickelt ist.
Der Facharzt für Neurologie befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen der verschiedenen Nervensysteme inklusive der zugehörigen Muskelerkrankungen. Auch Demenz und Schlaganfall gehören in sein Tätigkeitsfeld.

Was ist ein Facharzt für Neurologie?

Der Facharzt für Neurologie wird auch Neurologe genannt. Das Wort „Neurologie“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „die Lehre von den Nerven“. Das Fachgebiet der Neurologie befasst sich also mit den Erkrankungen des Nervensystems, weshalb der Neurologe umgangssprachlich oft als Nervenarzt bezeichnet wird.

Unser Nervensystem

Unser Nervensystem ist komplex. Es teilt sich in das zentrale Nervensystem und das periphere Nervensystem auf. Zum zentralen Nervensystem zählen unser Gehirn und das Rückenmark. Das periphere Nervensystem umfasst alle Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks. Umgangssprachlich sind deine Nerven sozusagen die Signal-Autobahnen in deinem Körper. Zu den Aufgaben deiner Nervenzellen gehört zum Beispiel die Wahrnehmung deiner Sinnesorgane (sensorische beziehungsweise sensible Nerven) und Weiterleitung der Signale und Informationen an dein Gehirn. Streichst du mit deinen Fingerkuppen über einen weichen, flauschigen Stoff oder riechst den Duft eines frisch gebackenen Kuchen, sind es deine sensiblen beziehungsweise sensorischen Nerven, die diese Eindrücke wahrnehmen und an deine Nervenzellen im Gehirn zur Bewusstwerdung und Verarbeitung senden. Deine sensorischen Nerven vermitteln dir außerdem einen gewissen Lage-Sinn. Sie sind dafür verantwortlich, dass du trotz geschlossener Augen eine Idee davon hast, wie du grade deine Arme und Beine hältst.

Sogenannte motorische Nerven dienen als Steuerelemente unserer Muskeln. Machst du zum Beispiel Kniebeugen, sind es deine motorischen Nervenzellen, die deine Muskeln ansteuern und die Muskelfasern im für die Bewegung richtigen Maße zum Zusammenziehen (kontrahieren) bringen. Bist du nach einem Unfall querschnittsgelähmt und kannst deine Beine nicht mehr bewegen, dann ist eine Verletzung deines Rückenmarks oder deiner motorischen Nerven ursächlich dafür.

Im Gehirn führen die Nervenzellen dein Denken aus, steuern dein Handeln und dein Verhalten, bilden dein Gedächtnis und deine Emotionen.

Dein Körper steht außerdem unter der Kontrolle eines sogenannten vegetativen oder autonomen Nervensystems, eines Nervensystems, das unwillkürlich unterbewusst die Funktionen und Abläufe deines Körpers steuert. Beispiele dafür sind die Atemfrequenz, die Schnelligkeit deines Herzschlags, die Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen und die Tätigkeiten deiner Verdauungs- und Stoffwechsel-Organe.

Tätigkeitsfeld des Neurologen

Entsprechend der Komplexität des Nervensystems in deinem Körper ist auch das Arbeitsfeld des FA für Neurologie sehr vielschichtig. Es beinhaltet unter anderem die Vorbeugung, Erkennung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen der verschiedenen Nervensysteme inklusive der Muskelerkrankungen. Das Tätigkeitsfeld eines Neurologen umfasst sowohl akute neurologische Krankheitsbilder wie zum Beispiel den Schlaganfall, eine Hirnblutung oder Meningitis (Hirnhautentzündung) als auch chronische Erkrankungen des Nervensystems und der Muskeln.

Chronische Erkrankungen aus dem Bereich der Nervenheilkunde sind zum Beispiel die „Schüttelkrankheit“ Morbus Parkinson oder andere chronisch (autoimmun) entzündliche Erkrankungen des Nervensystems wie die Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata, MS), bei der die „Isolierung“ der Nerven angegriffen wird.

Muskelerkrankungen können erblich (genetisch) bedingt sein, durch Entzündungen hervorgerufen werden, durch Störungen der zum Muskel führenden Nerven oder der Muskeln an sich verursacht werden. Diese Krankheiten werden in ihrer Komplexität als neuromuskuläre Erkrankungen zusammengefasst und werden auch vom Neurologen diagnostiziert und behandelt. Dazu zählen zum Beispiel die besonders im Kindesalter auftretende Duchenne-Muskeldystrophie, die Myasthenia gravis (Myasthenia gravis pseudoparalytica, Myasthenie) und die Spinale Muskelatrophie. Auch die mit fortschreitenden Muskelschwächen und Lähmungen einhergehende ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), bei der die Muskel-versorgenden Nervenzellen zerstört werden, ist eine neuromuskuläre Erkrankung.

Die Überprüfung der Denkleistung (Kognition) bei fortschreitenden Erkrankungen wie der Demenz, Testung der Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit der Nerven zur Abklärung einer Nervenstörung wie der Polyneuropathie sowie Erkennung und Ursachenklärung von Lähmungen oder Bewegungsstörungen gehören gleichermaßen zum Arbeitsfeld des Facharztes für Neurologie. Einen nicht unerheblichen Teil der Tätigkeit eines Neurologen nimmt die Diagnostik von Krampfleiden und Epilepsien und Abklärung von außergewöhnlichen Kopfschmerzen und Migräne ein. Auch Krebs-Diagnostiken und Tumortherapien führt der Neurologe durch.

Ausbildung zum Neurologen

Die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie schließt sich an ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Erwerb der Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) an. Die Weiterbildung umfasst 60 Monate Weiterbildungszeit.

  • 24 Monate verbringt der Assistenzarzt in Weiterbildung in der stationären, neurologischen Patientenversorgung.
  • Sechs Monate werden in der neurologischen Intensivmedizin abgeleistet.
  • Zwölf Monate der Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie werden im Bereich der Psychiatrie / Psychotherapie verbracht.

Der angehende Neurologe kann bis zu zwölf Monate in anderen Fachdisziplinen und bis zu 24 Monate Tätigkeit im ambulanten Bereich auf seine Weiterbildung anrechnen lassen.

Wo arbeitet ein Facharzt für Neurologie?

Für den Facharzt für Neurologie gibt es sowohl die Möglichkeit im stationären Bereich, also in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken, als auch im ambulanten Bereich tätig zu werden. Ambulant kann der Facharzt sich in einer neurologischen Facharztpraxis, in medizinischen Versorgungszentren oder Spezial-Ambulanzen niederlassen.

Neurologen können außerdem einer (medizinischen) Forschungs- und Lehrtätigkeit nachgehen.

Wann gehst du zum Facharzt für Neurologie?

Das Tätigkeitsfeld des Facharztes für Neurologie umfasst die Erkrankungen des Nervensystems und der Muskeln. Einige typische Beschwerden und Krankheitsbilder in diesem Bereich sind nachfolgend zusammengestellt:

Immer wieder brennen und schmerzen deine Füße? Du verspürst so ein seltsames Kribbeln, ein Ameisenlaufen in den Füßen und Testungen beim Hausarzt legen besonders in Hinblick auf deine Vorerkrankungen den Verdacht einer bestimmten Nervenstörung, einer Polyneuropathie, nahe? Polyneuropathien sind häufige Folgen der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus, können aber auch durch viele andere Ursachen bedingt sein. Der Neurologe ist der Experte in der Abklärung einer Nervenstörung.

Du leidest an Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, seltsamen Kribbel-Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen? Diese Beschwerden können möglicherweise Hinweise auf Erkrankungen deiner Nerven oder Muskeln sein. Diese Symptome sind daher ein häufiger Vorstellungsgrund beim Facharzt für Neurologie. Der Nervenarzt kann deinen Beschwerden auf den Grund gehen.

Seit längerem leidest du bereits an der Erkrankung Epilepsie? Oder ein erster Krampfanfall hat dich in die Notaufnahme eines Krankenhauses geführt? Die Diagnostik und Therapie von Krampfleiden und Epilepsien ist ein Teilgebiet der Tätigkeit eines Neurologen.

Kopfschmerzen (Cephalgien) im Allgemeinen sind häufige Beschwerden und sollten dich in aller Regel erst einmal zum Hausarzt führen. Ursachen und Hilfe bei Kopfschmerzen

Leidest du aber an einer bekannten Migräne, hast Kopfschmerzen (Cephalgien) und begleitend dazu Kribbeln deiner Finger oder Flimmern vor den Augen oder immer wiederkehrende Kopfschmerz-Attacken bis zu mehrmals täglich, kann das ein Grund sein, dir einen Termin beim Neurologen geben zu lassen.

Plötzliche, heftigste, nie dagewesene Kopfschmerzen, starke Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Unfall, Kopfschmerzen mit begleitenden Lähmungserscheinungen oder beispielsweise Kopfschmerzen in Kombination mit Lichtscheu (Photophobie) und hohem Fieber können Hinweise auf eine ernstere Ursache sein. Ab welcher Temperatur beginnt hohes Fieber? In diesen Fällen solltest du umgehend einen Neurologen aufsuchen. Lies mehr zu Ursachen und Therapie von Kopfschmerzen.

Urplötzlich hat alles begonnen sich zu drehen? Du leidest an ungeheurem Schwindel und alles dreht sich? Schwindel kann neben Ursachen aus dem HNO-Bereich (Hals-Nasen-Ohrenheilkunde) auch neurologische Ursachen haben. Neben einem Gang zum Hausarzt und/oder Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde kann eine Schwindelabklärung auch durch einen Neurologen erfolgen. Ursachen und Therapie bei Schwindel

Dir zittern die Hände (Tremor)? Deine Bewegungsabläufe oder dein Gangbild sind gestört? Dir fällt es schwer in die Bewegung „hinein“ zu kommen und hast insbesondere zum Beginn einer Bewegung eine seltsame „Starthemmung“? Deine Muskeln sind verkrampft oder seltsam schwach? Deine Bewegungen wirken in letzter Zeit so unkoordiniert oder „abgehackt“? Bewegungsstörungen, Gangstörungen oder Zittern können Symptome einer neurologischen Erkrankung sein. Der Facharzt für Neurologie kann deine Nerven darauf untersuchen.

Urplötzlich ist Oma ganz anders als sonst? Ihre eine Gesichtshälfte oder der Mundwinkel hängt schlaff herab? Sie klagt über Sehstörungen oder Doppelbilder? Sie sagt alles dreht sich plötzlich, sie kann gar nicht mehr richtig gehen? Oder sie kann nicht reden, redet irgendwie verwaschen oder findet ihre Worte einfach nicht? Sie kann einen Arm nicht mehr heben und/oder wirkt seltsam abwesend? Oder sie klagt über nie dagewesene plötzliche starke Kopfschmerzen? Alle diese Symptome können Hinweise auf einen akuten Schlaganfall sein, der nicht nur bei älteren Menschen durch einen Verschluss eines hirnversorgenden Blutgefäßes oder eine Hirnblutung ausgelöst werden kann. Ein akuter Schlaganfall ist ein Notfall. Die zu wenig durchbluteten Anteile des Gehirns können absterben. In einem solchen Fall solltest du dich direkt an den Rettungsdienst oder andere medizinische Hilfe wenden. Ein Facharzt für Neurologie ist im Krankenhaus mit der Diagnostik und Therapie eines Schlaganfalls betraut.

Du hast das Gefühl, du wirst immer vergesslicher? Auch dein Hausarzt ist der Meinung eine Abklärung einer Demenz könnte sinnvoll sein? Dann kann ein Termin beim Neurologen sinnvoll sein.

Seit wenigen Tagen leidest du unter Rücken- und Beinschmerzen und dein Hausarzt hat den starken Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall (Discus prolaps) geäußert. Nun hast du elektrisierende Schmerzen, die beispielsweise auf der Rückseite deines Oberschenkels bis zur Wade ziehen, hast beginnende Lähmungserscheinungen oder Kribbelgefühle in den Füßen oder hast gar Probleme das Wasser zu halten? Diese neurologischen Symptome können beim Bandscheibenvorfall durch Einklemmung von Nervenwurzeln oder dem Rückenmark entstehen. Der Neurologe ist der richtige Ansprechpartner zur Beurteilung deiner Beschwerden. Mithilfe von Untersuchungen und Messungen kann er dir raten, wie deine weitere Therapie des Bandscheibenvorfalls aussehen sollte.

Untersuchungen beim Facharzt für Neurologie

Um die verschiedenen Komponenten deines Nervensystems zu untersuchen, kann der Facharzt für Neurologie diverse Untersuchungsmethoden durchführen:

  • Neurologische körperliche Untersuchung: In der Regel untersucht der Facharzt für Neurologie dich zunächst einmal körperlich. Dabei testet er mithilfe eines Reflexhammers deine Reflexe und prüft die Funktionsfähigkeit deiner Hirnnerven. Er leuchtet dir mit einer Pupillenleuchte in die Augen und testet, ob Muskellähmungen oder Muskelspastiken vorliegen. Auch Stand- und Gang- sowie Koordinationsübungen können Teil der Untersuchung sein.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Mithilfe der Elektroenzephalographie, auch EEG abgekürzt, kann der Facharzt für Neurologie die elektrischen Ströme in deinem Gehirn aufzeichnen. Die Kommunikation deiner Nervenzellen geschieht unter anderem durch Potentialveränderungen, also eine Art elektrische Spannung und Strom. Zur Messung der Gehirnströme wirst du „verkabelt“. An bestimmten Stellen deines Kopfes werden Elektroden positioniert, die mit einem Kabel versehen sind. Diese Elektroden messen die elektrischen Ströme und leiten sie an das Untersuchungsgerät weiter. Der Computer zeichnet aus den Strom-Ableitungen Kurven, das Elektroenzephalogramm. Diese Kurven können vom Neurologen interpretiert werden. Veränderungen im EEG treten zum Beispiel bei entzündlichen Prozessen, Tumoren, Epilepsien oder Hirnschädigungen zum Beispiel nach einem Schlaganfall auf. Das EEG wird außerdem in der Hirntoddiagnostik genutzt. Wann zum EEG?
  • Elektromyographie (EMG): Mithilfe der Elektromyographie kann die elektrische Aktivität in deinen Muskeln gemessen werden. Beim EMG werden oberflächliche, auf der Haut aufgeklebte Elektroden verwendet oder Nadel-Elektroden, die in den Muskel gepiekst werden. Gemessen wir dann zum Beispiel, ob der Muskel eine krankhafte Spontanaktivität hat. Damit ein Muskel sich zusammenzieht, bedarf es eigentlich eines Nervensignals. Elektrische Spontanaktivitäten oder Veränderungen der elektrischen Ströme können Hinweise auf Nerven- und Muskelerkrankungen liefern.
  • Elektroneurographie (ENG): Die Elektroneurographie dient dem Neurologen als Untersuchungsmethode eines einzelnen Nerven. Mit einem leichten elektrischen Strom wird der Nerv gereizt. Anschließend kann mithilfe einer Elektrode gemessen werden, wie schnell und gut der Nerv den Strom leitet. Dabei wird zum Beispiel die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt, die bei Nerven-Erkrankungen verändert sein kann.
  • Messung von Evozierten Potentiale: Bei der Messung von Evozierten Potentialen werden bestimmte Nerven oder Sinnesorgane gereizt und parallel dazu die Reizantwort des Gehirns gemessen. Unsere Sinneswahrnehmungen werden im Gehirn verarbeitet. Evozierte Potentiale sind also umgangssprachlich Ströme oder elektrische Potentialveränderungen im Gehirn, die durch Sinnesreize hervorgerufen, also evoziert werden. Um die Reizantwort des Gehirns messen zu können, wird gleichzeitig ein Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet. Eine Art der evozierten Potentiale sind die VEP, die visuell evozierten Potentiale. Bei der Messung betrachtest du einen Bildschirm. Auf diesem Bildschirm wird dir ein Schachbrettmuster präsentiert, was sich fast sekündlich ändert. Deine Augen nehmen die Muster wahr und über den Sehnerv werden die Informationen über verschiedene Stationen deines Gehirns geleitet. Gemessen werden kann dann zum Beispiel die Zeit, wie lang es dauert, bis dein Sehnerv die Information an deine Sehbahn im Gehirn geleitet hat. Diese Untersuchung kommt zum Beispiel in der Diagnostik der Multiplen Sklerose zum Einsatz. Entsprechend dem VEP kann zum Beispiel auch die Hörbahn mithilfe der AEP, den akustisch evozierten Potentialen, getestet werden.
  • Sonographie (Ultraschall) und farbkodierte Doppler-/Duplex-Sonographie: Der Ultraschall wird in der Neurologie vorwiegend dazu genutzt, um die hirnversorgenden Gefäße und den Blutfluss darin zu beurteilen. Mithilfe der farbkodierten Doppler-/Duplex-Sonographie kann der Blutfluss auf dem Bildschirm hörbar und farblich sichtbar gemacht werden. Engstellen oder Veränderungen der Gefäßwände zum Beispiel der zum Kopf ziehenden Halsschlagader (Arteria carotis) können aufgespürt werden.
  • Bildgebende Verfahren: Oftmals benötigt der Neurologe zum Beispiel zur Beurteilung einer Erkrankung des Gehirns eine Bildaufnahme. Diese Bildaufnahmen kann er bei seinen ärztlichen Kollegen, den Radiologen, in Auftrag geben:  Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können die Strukturen im Schädel untersucht werden. Die MRT kommt dabei ganz ohne den Einsatz von Röntgen-Strahlung aus. Mithilfe der MRT können Veränderungen des Gehirns gut im Detail sichtbar gemacht werden. Doch dauert eine MRT-Aufnahme meist länger und auch Wartezeiten auf einen MRT-Termin können lang sein. Das CCT (kraniales CT, Schädel-CT) kommt dann zum Einsatz, wenn es schnell gehen muss. Beim CT werden Röntgen-Strahlen zur Darstellung verwendet. In Notfallsituationen, zur Diagnostik von Schlaganfällen oder Blutungen wird meist ein CT durchgeführt.
  • Liquorpunktion: Der Liquor ist die Flüssigkeit, die dein Gehirn und dein Rückenmark umgibt. Im stationären Bereich können Untersuchungen des Hirnwassers durchgeführt werden. Bei einer Liquorpunktion wird mithilfe einer Nadel Hirn-/Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Der Liquor kann anschließend untersucht werden. Dabei können beispielsweise Eiter und Bakterien Hinweis auf eine Meningitis (Hirnhautentzündung) liefern, Tumorzellen oder Blutungen gefunden werden oder besondere Eiweiße untersucht werden, die bei bestimmten Erkrankungen im Hirnwasser auftreten.
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Schwindel

Auch bei einer Fahrt im Karussell kann Schwindel entstehen.
Bei Schwindel (Vertigo) dreht sich das Karussell im Kopf heftig. Du schwankst und hast das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Manche Schwindelattacken dauern nur Sekunden, andere können stundenlang anhalten oder immer wieder aufflammen.

Wie entsteht Schwindel?

Schwindel, auch als Vertigo bezeichnet, ist eine Gleichgewichtsstörung. Die Schwindelgefühle sind unterschiedlich und hängen oft von der Situation ab, in der du dich gerade befindest.  Die Welt um dich herum kann sich drehen, die Umgebung und du selbst können schwanken, du kannst wie von einem Sog scheinbar in die Tiefe gerissen werden. Der Schwindel kann dich nach dem Aufstehen überfallen, beim Treppensteigen oder urplötzlich beim Einkaufen. Manchmal bekommst du Kopfschmerzen, dir wird übel oder schwarz vor Augen. Ursachen und Behandlung von Kopfschmerzen

Um das Gleichgewicht zu wahren, müssen deine Augen mit den Gleichgewichtsorganen in den Innenohren perfekt aufeinander abgestimmt sein. Auch die Verarbeitung von Nervenreizen im Gehirn und Rückenmark muss reibungslos funktionieren. Schon ein kleiner Fehler in diesem komplexen System reicht aus, um Schwindel auszulösen.

Nicht immer ist Schwindel das Symptom einer Erkrankung. Wenn du dich körperlich völlig verausgabt hast, zu wenig geschlafen hast oder zu tief ins Glas geschaut hast, dann kann dir schwindelig werden. Eine neue Brille oder eine von der Stärke und dem Gesichtsfeld falsch eingestellte Brille können ebenso Gründe dafür sein, dass sich alles dreht und du etwas wackelig auf den Beinen bist.

So funktioniert dein Gleichgewichtssinn

Damit dein Gehirn die notwendigen Informationen erhält, um dein Gleichgewicht zu steuern, ist es auf die Hilfe von drei Sinnessystemen angewiesen. Deine Augen liefern Informationen zur Orientierung im Raum. Fühler für Standfestigkeit, Tiefensinn und die Lage befinden sich auf der Haut, Gelenken, Muskeln und Sehnen. Gleichgewichtsorgane in deinen Innenohren mit den zuständigen Nervenbahnen im Gehirn regeln, in welche Richtung du dich bewegst.

Dein Gehirn verarbeitet im sogenannten Hirnstamm alle Wahrnehmungen dieser Sinnessysteme. Die Informationen werden so umgesetzt, dass alle deine Bewegungen aufeinander abgestimmt sind. Damit alles gut funktioniert, müssen dein Gehirn und alle Sinnessysteme ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sein. Dafür ist es wiederum nötig, dass Blut, Blutdruck, Blutfluss und Stoffwechsel gut funktionieren. Treten irgendwo Störungen auf, kann es zu Schwindel kommen. Was ist Bluthochdruck?

Je nachdem wo in diesem Gleichgewichtssystem der Fehler sitzt, kann der Schwindel unterschiedliche Ausprägungen annehmen. Auch deine Psyche als dein inneres Gleichgewicht kann dafür sorgen, dass du in Form von Schwindel den Boden unter den Füßen zu verlieren scheinst. Die häufigsten Auslöser von Schwindel liegen allerdings im Innenohr.

Die Gleichgewichtsorgane in deinen Innenohren bestehen aus drei Bogengängen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Bewegst du deinen Kopf, dann bewegt sich auch die Flüssigkeit in den Bogengängen. Ebenso bewegen sich die feinen Härchen der vielen kleinen Sinneszellen in den Bogengängen. Ihre Informationen werden über den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) an dein Gehirn weiter geleitet.

Lagerungsschwindel und andere Schwindelarten

Lagerungsschwindel tritt anfallsartig auf. Und zwar immer dann, wenn du dich nach dem Aufwachen im Bett umdrehst, aufstehst oder den Kopf zurück biegst. Begleitet werden kann der Lagerungsschwindel von Übelkeit, unscharfem und verwackeltem Sehen. Die Schwindelattacke dauert in der Regel nur bis zu 30 Sekunden an. Gründe für den Lagerungsschwindel können kleine Kristalle sein, die die Sinneszellen in den Bogengängen deines Innenohrs reizen. Ebenso kann eine sogenannte Neuritis vestibularis den Lagerungsschwindel verursachen. Hierbei handelt es sich um einen anhaltenden Schwindel durch eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Ein Schädeltrauma kann ein weiterer Auslöser für Lagerungsschwindel sein.

Sekundenschwindel tritt nur für die Dauer von einigen Sekunden auf. Diese Schwindelform kann dich nach abruptem Aufstehen von Stuhl, Sofa oder Bett erwischen. Die Ursachen für den Schwindel sind häufig im Herz-Kreislauf-System zu finden. Sekundenschwindel kann beispielsweise bei niedrigem Blutdruck auftreten, vor allem morgens nach dem Aufstehen.

Beim Drehschwindel hast du das Gefühl, dass die Umgebung um dich herum kreist oder dass sich etwas in dir dreht. Dieses Karussell im Kopf hängt häufig mit bestimmten Bewegungen zusammen. Die Ursachen für den Drehschwindel können Schäden im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs sein.

Benommenheitsschwindel verursacht Symptome wie Benommenheit, Leere im Kopf, Gleichgewichtsstörungen und ein taumeliges Gefühl. Diese Beschwerden können durch die Nebenwirkungen bestimmter Blutdruckmedikamente hervorgerufen werden. Aber auch mit Nervenstörungen oder Diabetes im Zusammenhang stehen.

Schwankschwindel macht sich bemerkbar, wenn sich deine Umgebung hin und her zu bewegen scheint und wenn du glaubst, beim Stehen zu schwanken. Schwankschwindel tritt bei bestimmten Bewegungen und Haltungen auf.

Schwindel ohne körperlichen Grund wird als Phobischer Schwankschwindel bezeichnet. Diese Schwindelart kann wenige Minuten bis mehrere Stunden andauern. Die Ursachen für den Phobischen Schwankschwindel, der in der Regel immer in den gleichen Situationen auftritt, sind psychischer Natur. Schwindel und ein Gefühl der Benommenheit treten beim Phobischen Schwankschwindel beispielsweise beim Autofahren auf oder innerhalb großer Menschenansammlungen.

Liftschwindel zeigt sich durch das Gefühl wie durch einen Sog nach oben oder unten gezogen zu werden.

Schwindelgefühle in großer Höhe wie auf einer Brücke oder auf einem Aussichtsturm werden als Höhenschwindel bezeichnet. Diese Schwindelart entsteht dadurch, dass zwischen deinen Augen und den nächsten Objekten, die eine Orientierung ermöglichen, eine große Entfernung liegt. Dadurch fehlt deinem Körper eine wichtige Information zur Regulierung deiner Körperhaltung, du beginnst zu schwanken.

Bei der Reisekrankheit tritt der Schwindel häufig zusammen mit Übelkeit auf. Beispielsweise wenn auf einem Schiff der Boden schwankt, wenn im Flugzeug Turbulenzen die Maschine schütteln oder wenn dich als Autobeifahrer beim Lesen der Brechreiz plagt. Ursache für die Reisekrankheit kann das mangelnde Zusammenspiel von Auge und Gleichgewichtssinn sein. Das still stehende Bild beim Blick auf das Buch, auf die Bankreihen im Flugzeug oder die Gegenstände im Innenraum des Schiffes vermitteln deinem Gehirn den Eindruck von Objekten, die sich nicht bewegen. Die Gleichgewichtsorgane in deinem Innenohr signalisieren deinem Gehirn jedoch, dass das Auto, Flugzeug oder Schiff sich bewegt. Diese verschiedenen Sinneseindrücke führen bei vielen Menschen zu Schwindel.

Bei chronischem Schwindel treten Schwankschwindel, Drehschwindel und Benommenheitsschwindel in unterschiedlicher Stärke langfristig auf. Ursachen für chronischen Schwindel können Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, eine chronische Innenohrentzündung oder auch Nervenschädigungen im Gehirn sein. Hilfe bei Bluthochdruck

Was sind die Ursachen für Schwindel?

Steckt eine Erkrankung hinter deinen Schwindelattacken, gibt oft schon die Schwindelart einen Hinweis darauf. Viele Auslöser von Schwindel liegen in den Gleichgewichtsorganen der Innenohren. Manche Ursache von Schwindel ist aber auch im Gehirn oder in den Augen zu finden. Oft ist nicht ein einzelner Auslöser für den Schwindel verantwortlich, sondern viele Faktoren wirken zusammen.

Welche Erkrankungen können hinter Schwindel stecken?

  • Altersbedingte Abnutzungserscheinungen an Nerven, Innenohr und Augen.
  • Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck: Beide Erkrankungen führen häufig zu chronischem Schwindel. Was tun bei Bluthochdruck?
  • Übermäßiger Alkoholgenuss: Diese anfallsartigen und plötzlich einsetzenden Schwindelattacken nach übertriebenem Alkoholgenuss können meistens dem Drehschwindel, manchmal auch dem Schwankschwindel zugeordnet werden.
  • Ausgefallenes Gleichgewichtsorgan im Innenohr: Bei plötzlich einsetzendem Drehschwindel, der mit starker Übelkeit und keinen anderen Beschwerden verbunden ist, kann das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ausgefallen sein. Gründe können Durchblutungsstörungen oder eine Virusinfektion sein. Der Drehschwindel kann hier mehrere Tage bis einige Wochen in unterschiedlicher Stärke anhalten.
  • Bilaterale Vestibulopathie: Hier ist das Gleichgewichtsorgan in beiden Innenohren ausgefallen und gleichzeitig sind auch noch Teile der Gleichgewichtsnerven in ihrer Funktion gestört. Typische Beschwerden der bilateralen Vestibulopathie sind Drehschwindel und Schwankschwindel sowie unscharfes Sehen in Bewegung. Im Ruhezustand (im Sitzen oder im Liegen) bestehen dagegen kaum Beschwerden. Verursacher eines beidseitigen Ausfalls der Gleichgewichtsorgane sowie Schädigungen der Nervenverbindungen können eine Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Morbus Menière sein. Ebenso Nebenwirkungen von Antibiotika aus der Gruppe der Aminoglykoside. Ursachen und Therapie von Meningitis
  • Morbus Menière: Diese Erkrankung des Innenohres wird durch zu viel Flüssigkeit und Überdruck ausgelöst. Die anfallsartigen Drehschwindelattacken ohne erkennbaren Anlass mit Übelkeit sowie Ohrgeräuschen und Minderung bis Verlust der Hörfähigkeit für 20 Minuten bis 24 Stunden treten in der Regel in Abständen von Monaten bis Jahren auf.
  • Innenohrentzündung (Labyrinthitis): Hierbei zeigt sich heftiger Drehschwindel und Lagerungsschwindel. Der Schwindel setzt akut ein, kann aber über Tage bis Wochen mehr oder weniger stark anhalten. Eine Innenohrentzündung kann durch Viren, Bakterien, Giftstoffe, Tumore oder eine Mittelohrentzündung ausgelöst werden. Hilfe bei Mittelohrentzündung. Außer Drehschwindel und Lagerungsschwindel können Fieber, Ohrenschmerzen und Schwäche als weitere Symptome der Labyrinthitis hinzukommen. Ist die Innenohrentzündung chronisch, besteht also über einen längeren Zeitraum und tritt immer wieder auf, kann auch der damit zusammenhängende Schwindel zu einem chronischen Schwindel werden.
  • Schwindelmigräne (vestibuläre Migräne): Bei Schwindelmigräne treten urplötzlich und in bestimmten Abständen immer wieder anfallsartige Drehschwindelattacken auf. Die Schwindelanfälle können wenige Minuten bis zu 24 Stunden andauern. Auch Schwankschwindel und Gleichgewichtsstörungen sowie Kopfschmerzen, Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen und Tinnitus können bei Schwindelmigräne auftreten. Was tun bei Tinnitus?
  • Vestibularisparoxysmie: Bei diesen Gefäßveränderungen am Gleichgewichtsnerv ist ein Gefäß krankheitsbedingt oder altersbedingt erweitert. Es kann aber auch einen untypischen geschlängelten Verlauf zeigen. Kurz vor dem Eintritt des Gleichgewichtsnervs ins Gehirn kommt es zum Kontakt mit der Hirnarterie. An der Kontaktstelle entsteht durch den Dauerreiz eine Art Kurzschluss. Die gestörten Informationen werden ins Gehirn weiter geleitet und führen dort zur Wahrnehmung von Schwindel. Dieser Schwindel dauert in der Regel nur Sekunden bis wenige Minuten an. Die Schwindelattacken können durch eine rasche und zu schnelle Atmung sowie durch bestimmte Kopfhaltungen ausgelöst werden. Als weitere Beschwerden können ein unsicheres Gefühl beim Gehen und beim Stehen hinzukommen.
  • Schlaganfall: Bei einem Schlaganfall kann heftiger Drehschwindel zusammen mit unsicherem Gang, Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, herabhängenden oberen Augenlidern, Sehstörungen und Taubheitsgefühl auf einer Körperseite auftreten.
  • Durchblutungsstörungen in den Arterien, die das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und das Gleichgewichtssystem im Gehirn versorgen: Schnelle Kopfbewegungen lösen hier wiederholt auftretende Drehschwindelattacken aus. Ursachen für die Durchblutungsstörungen können ein altersbedingter Verlust der Gefäßelastizität sein, eine Verkalkung oder die Einengung bestimmter Gefäßabschnitte von außen durch die Halswirbelsäule. Bei Durchblutungsstörungen in den Arterien, die das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und das Gleichgewichtssystem im Gehirn versorgen, kommen zum Schwindel noch weitere Symptome hinzu: Ohrgeräusche, Doppeltsehen, Unsicherheit beim Laufen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen sowie Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf bis in den Nacken ausstrahlen.
  • Neuropathia vestibularis: Bei der Neuropathia vestibularis besteht eine Schädigung des Gleichgewichtsnervs, zum Beispiel durch eine Viruserkrankung. Der Schwindel besteht hier über einen Zeitraum von mehreren Tagen aus akutem Drehschwindel in Verbindung mit heftiger Übelkeit und Erbrechen. In manchen Fällen treten wenige Tage vor den akuten Schwindelattacken schon kurzzeitige Drehschwindelattacken und Schwankschwindelattacken auf. Das Schwindelgefühl verstärkt sich beim Bücken und bei Bewegung. Dein Körper erscheint zu einer Seite weggezogen zu werden.
  • Parkinson-Erkrankung: Fällt dein Blutdruck bei aufrechter Körperhaltung ab, leidest du unter Sehstörungen, Tinnitus (Piepen im Ohr)? Hast du das Gefühl, gleich in Ohnmacht zu fallen und wird dir schwarz vor Augen? Sprich mit deinem Arzt darüber. Denn hinter diesen unspezifischen Anzeichen kann auch eine Parkinson-Erkrankung stecken
  • Diabetes: Benommenheitsschwindel mit Übelkeit und Schwäche kann durch eine Überzuckerung verursacht werden. Die Überzuckerung wird auch als Hyperglykämie bezeichnet. Eine Unterzuckerung oder Hypoglykämie kann ebenfalls Schwindel und Gleichgewichtsstörungen hervorrufen.
  • Erhöhter Augeninnendruck, Lähmung des Augenmuskels, falsch eingestellte Brille: Das alles kann Auslöser für Benommenheitsschwindel sein, der mit Sehstörungen (Doppelbilder, Verschwommensehen), Übelkeit, Kopfschmerzen und Druckgefühl in den Augen einhergehen kann.
  • Depressionen: Ein dauerhafter Schwankschwindel oder ein dauerhafter Benommenheitsschwindel kann Depressionen als Auslöser haben.
  • Angststörungen: Ängste vor bestimmten Situationen, Dingen oder Ereignissen können Verursacher des phobischen Schwankschwindels sein. Zusätzlich zum Schwindel können Symptome wie ein Gefühl der Unsicherheit beim Gehen oder Stehen, Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot und Übelkeit auftreten. Hilfe bei Angststörungen
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Benommenheitsschwindel und Gleichgewichtsstörungen treten als Nebenwirkungen bei Medikamenten aus der Gruppe der sogenannten Schleifendiuretika auf. Sie werden bei Bluthochdruck eingesetzt. Auch Schmerzmedikamente, Beruhigungsmedikamente, Parkinsonmedikamente oder Rheumamittel können als Nebenwirkung Benommenheitsschwindel auslösen.

Wie und wann macht sich ein Schwindelanfall bemerkbar?

Schwindel kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Er kann sich als plötzliche, ohne Vorzeichen auftretende Schwindelattacke bemerkbar machen. Das ist häufig bei Drehschwindel der Fall. Das Karussell im Kopf dauert Sekunden bis Stunden, vergeht und kommt nach einer gewissen Zeit wieder. Die Schwindelattacken setzen bei bestimmten Kopfbewegungen oder bei Lageveränderungen deines Körpers ein. Sie können außerdem bei körperlicher Belastung auftreten. Dauerhafte Schwindelgefühle kennzeichnen den chronischen Schwindel.

Schwindel ist auch immer mit dem Verlust der eigenen Sicherheit verbunden. Das ist natürlich auch seelisch sehr belastend. Typische Schwindelgefühle und damit zusammenhängende Beschwerden sind:

  • Benommenheit
  • Unsicherheit auf den Beinen
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren
  • Ohnmachtsgefühl, es wird schwarz vor Augen
  • Wahrnehmung von Scheinbewegungen, die Umwelt bewegt sich scheinbar

Erste Hilfe bei Schwindel

Nicht immer ist ein Schwindelanfall harmlos. Er kann sogar eine Ohnmacht zur Folge haben. Mit folgenden Tipps kannst du einer Schwindelattacke die Stirn bieten:

  • Hinlegen und Füße hochlegen: Das bewirkt, dass dein Kreislauf wieder stabilisiert wird. Das Blut fließt aus deinen Beinen zum Herzen und dein Blutdruck wird wieder erhöht. Außerdem verhinderst du durch das Hinlegen auch deine Sturzgefahr.
  • Kannst du dich nicht hinlegen, weil du zum Beispiel gerade draußen unterwegs bist, dann kannst du dich gerade hinstellen, deine Beine kreuzen und die Finger beider Hände ineinander verhaken. Anschließend spannst du deinen ganzen Körper an und versuchst, deine Hände auseinander zu ziehen. Auch dadurch erhöht sich dein Blutdruck wieder. Du solltest außerdem versuchen, schnell einen Platz zum Sitzen zu finden.
  • Ruhe bewahren: Lockere beengte Kleidung, öffne deine Krawatte, setz dich an ein geöffnetes Fenster und versuche, ruhig zu atmen.
  • Versuche, die Augen offen zu halten und einen Punkt in der Ferne zu fixieren.
  • Ist dir nur leicht schwindelig, dann kannst du ein Glas Wasser trinken, um deinen Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
  • Wenn du beobachtest, dass einer anderen Person schwindelig ist, dann hilf ihm oder ihr, sich hinzulegen, die Füße nach oben zu lagern. Öffne das Fenster und besorge ein Glas Wasser zum Trinken.
  • Beistand leisten: Gib vom Schwindel Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit. Bleib bei einer Schwindelattacke ruhig und rede dem Schwindelgeplagten gut zu.
  • Puls ertasten: Bei starkem Schwindel solltest du den Puls am Handgelenk tasten und zählen. 60 bis 100 Schläge pro Minute sind normal. Ist der Pulsschlag viel höher oder niedriger, dann solltest du einen Arzt rufen.
  • Übergibt sich die/der vom Schwindel Betroffene, dauert die Schwindelattacke länger als fünf Minuten und wird der Schwindelgeplagte ohnmächtig, dann solltest du sofort einen Notarzt verständigen.

Welcher Arzt hilft bei Schwindel?

Tritt der Schwindel bei dir regelmäßig auf, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dein Hausarzt ist der erste Ansprechpartner. Er wird dich gegebenenfalls an einen HNO-Arzt oder Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde überweisen. Dieser kümmert sich um Schwindel, der mit dem Gleichgewichtssinn im Ohr zusammenhängt. Eine Überweisung zum Augenarzt kann nötig werden, wenn dein Schwindel durch Sehstörungen bedingt ist. Ein Facharzt für Innere Medizin (Internist) kann möglicherweise Erkrankungen aufdecken und behandeln, bei denen Schwindel ein Begleitsymptom ist. Hast du beispielsweise Diabetes und sinkt dein Blutzuckerspiegel unter eine kritische Marke, kommt es zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Der Beginn einer Hypoglykämie, kurz Hypo, macht sich durch Schwitzen (kalter Schweiß), Benommenheitsschwindel und Sehstörungen bemerkbar. Ein Internist kann auch Herz, Kreislauf, Gefäße und das Blut untersuchen, um hier mögliche Schwindelauslöser zu finden.

Ein Neurologe oder Facharzt für Neurologie kann mittels bildgebender Verfahren wie CT und MRT sowie einer Aufzeichnung der Hirnströme (EEG) nach Entzündungen im Gehirn, einem Hirnstamminfarkt oder einem Tumor suchen. Ärztliche Psychotherapeuten, Psychiater, Psychologische Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie und Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sind die besten Ansprechpartner für Schwindel, der nur in bestimmten, angstbehafteten Situationen auftritt. Sie können herausfinden, ob hinter dem Symptom Schwindel Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen stecken.

In Kliniken mit Schwindelambulanzen kann dir sowohl bei der Diagnose als auch bei Therapie und Nachsorge deiner Schwindelbeschwerden geholfen werden.

Ärzte in deiner Nähe findest du über unsere Arzt-Suche.

Untersuchungen bei Schwindel

Vor der körperlichen Untersuchung steht bei jedem Arztbesuch immer ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Sprich mit deinem Arzt über die Art des Schwindelgefühls, über die Dauer des Schwindels sowie die Situationen, in denen der Schwindel auftritt. Informiere deinen Arzt unbedingt über die Medikamente, die du derzeit einnimmst. Vielleicht ist der Schwindel eine Nebenwirkung der Arzneien.

Der Facharzt für Neurologie beschäftigt sich mit Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen des Nervensystems. Mittels Kernspintomografie, auch Magnetresonanztomografie (MRT) genannt, kann der Neurologe deinen Schädel untersuchen. Das MRT bildet die Schaltzentrale zur Regulation des Gleichgewichts, den Hirnstamm, ab. Ein Hirnstamminfarkt, der das Gleichgewicht beeinträchtigt und zu Schwindel führen kann, kann sichtbar gemacht werden. Auch entzündliche Erkrankungen können mittels MRT dargestellt werden. Außerdem macht die Kernspintomografie Durchblutungsstörungen in bestimmten Hirnregionen ebenso sichtbar wie den Verlauf des Gehörnervs sowie dessen eventuelle Schädigung. Untersuchungen beim Neurologen

Die Computertomografie, kurz CT, kann den Knochen darstellen, der das Gleichgewichtsorgan umgibt. Ein CT kommt bei Schwindel zum Einsatz, der als Folge einer Schädelverletzung auftritt.

Bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen in den Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen, kann eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen werden.

Ein Elektroenzephalogramm, kurz EEG, kann die elektrische Aktivität, also die Funktion des Gehirns, abbilden. Diese Diagnosemethode kann zum Einsatz kommen, wenn ein Verdacht auf Epilepsie als Ursache für den Schwindel vorliegt. Wie läuft ein EEG ab?

Um einen Lagerungsschwindel zu diagnostizieren, wirst du von deinem Arzt in einem bestimmten Winkel gelagert und gedreht. Dabei werden die Kristalle mitbewegt, die sich in die Bogengänge des Innenohres verirrt haben und den Schwindel auslösen. Währenddessen trägst du eine Spezialbrille, die deine Augenbewegungen überprüft. Bei Lagerungsschwindel gleichen deine Augenbewegungen einem schnellen Zittern.

Zur Diagnose des Drehschwindels kann die Spezialbrille zur Beobachtung der Augenbewegungen ebenfalls zum Einsatz kommen. Bei Drehschwindel sind deine Augenbewegungen unwillkürlich und ruckartig. Je nachdem wie die Augenbewegungen aussehen, kann dein Arzt feststellen, ob die Ursache deines Schwindels im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, im Gleichgewichtsnerv oder in Nervenbahnen im Gehirn zu suchen ist.

Werden die Ursachen deines Schwindels im Ohr vermutet, können Methoden der Hörprüfung eingesetzt werden. Bei der Methode mit Akustisch Evozierten Potentialen (AEP) bekommen deine Ohren einen akustischen Reiz über einen Kopfhörer vermittelt. Deine Ohren wandeln das Gehörte in elektrische Signale um. Diese Signale werden über den Gehörnerv zum Gehirn weiter geleitet. Mit Hilfe von Elektroden kann der Weg dieser elektrischen Signale verfolgt werden und eventuelle Störungen in der Erregungsleitung aufgedeckt werden. Wo genau die Ursache für die Störungen in der Reizweiterleitung liegt, kann anschließend mittels Kernspintomografie (MRT) geklärt werden.

Mit Hilfe von Vestibulär Evozierten Myogenen Potentialen (VEMP) untersucht dein HNO-Arzt, ob dein Gleichgewichtsorgan geschädigt ist. Dazu bekommst du einen Kopfhörer aufgesetzt und deine Ohren werden mit akustischen Reizen beschallt. Durch die Gleichgewichtsorgane in den Innenohren werden die Hörreize in elektrische Signale umgewandelt. Eine Elektrode, die dir am Hals in Höhe eines bestimmten Muskels aufgeklebt wird, zeichnet die elektrischen Signale auf und gibt Hinweise auf Schäden.

Eine weitere Methode, um eine Schädigung des Gleichgewichtssystems zu diagnostizieren, sind Gleichgewichtsprüfungen. Eine davon ist die Posturographie. Dabei stehst du auf einer Untersuchungsplattform. Unter verschiedenen Untersuchungsbedingungen in Ruhe und bei Bewegung werden Veränderungen deines Körperschwerpunktes und Körperschwankungen gemessen.

Was tun bei Schwindel?

Die Behandlung des Schwindels richtet sich nach den auslösenden Ursachen. Können Schwindel auslösende Erkrankungen erfolgreich behandelt werden, lässt sich oft auch der Schwindel lindern oder beseitigen. Falls dein Schwindel unklare Ursachen hat, kann dein Arzt dir Medikamente verabreichen, die die Symptome Schwindel und Übelkeit beseitigen oder vermindern. Die Medikamente blockieren die Wirkung von Stoffen, die für die Signalweiterverarbeitung im Gehirn verantwortlich sind.

Bei bakteriell verursachten Entzündungen kann dein Arzt dir Antibiotika verschreiben, bei Durchblutungsstörungen durchblutungsfördernde Mittel.

Bei akuten Entzündungen des Gleichgewichtsnervs kann Kortison als Entzündungshemmer eingesetzt werden.

Gegen die oft mit dem Schwindel zusammen auftretende Übelkeit werden  Wirkstoffe zur Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Das sind sogenannte Antiemetika.

Mittel gegen Schwindel, aber nicht gegen die Ursachen des Schwindels, werden als Antivertiginosa bezeichnet.

Zur Vorbeugung der Schwindelmigräne können Betarezeptorenblocker zum Einsatz kommen.

Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Antikonvulsiva können bei Vestibularisparoxysmie (Gefäßveränderungen am Gleichgewichtsnerv) zum Einsatz kommen. Antikonvulsiva können die elektrische Stabilität des Gleichgewichtsnervs verbessern.

Der Arzneistoff Betahistin kann in der Behandlung von Schwindelzuständen bei Morbus Menière eingesetzt werden.

Unterstützung zur medikamentösen Therapie des Schwindels kann ein spezielles Geh- und Gleichgewichtstraining zur Stärkung des Gleichgewichtssystems bieten.

Bestimmte Übungen mit Kopf und Oberkörper sollen dabei helfen, die in den Bogengängen des Innenohrs abgelagerten und Lagerungsschwindel verursachenden Kristalle hinauszubefördern.

Eine Operation kann bei Schwindel auslösenden Tumoren oder Gefäßproblemen nötig werden. Bei der Vestibularisparoxysmie kann der Kontakt zwischen Gleichgewichtsnerv und Arterie durch einen neurochirurgischen Eingriff gekappt werden.

Hilfe bei Schwindelzuständen aus der Apotheke

Schwindel vorbeugen

Um Schwindelanfällen vorzubeugen, kannst du in jedem Alter viel tun.

  • Viel Wasser trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um dein Blut zu verdünnen und die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen zu unterstützen.
  • Bewegung: Sport ist gut für den Kreislauf und fördert die Durchblutung. Eine gestärkte Muskulatur kann außerdem kurze Instabilitäten durch Schwindel besser abfangen. 20 Minuten Bewegung pro Tag helfen, körperlich und geistig fit zu bleiben. Treppen benutzen statt Aufzug, in der Mittagspause einen kurzen Spaziergang machen – oft haben schon die kleinen Dinge im Alltag eine große Wirkung.
  • Übermäßigen Alkoholgenuss meiden.
  • Stress abbauen.
  • Ausgewogen ernähren: Deine Gefäße, dein Stoffwechsel und nicht zuletzt dein Gehirn freuen sich über viel frisches Obst und Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte.

Wie lange dauern Schwindelattacken?

Der Schwindel verschwindet in der Regel, wenn die auslösende Grunderkrankung erfolgreich behandelt wird. Doch bedenke: Im Alter nehmen Störungen im Gleichgewichtssystem naturgemäß zu. Gemeinsam mit deinem Arzt findest du jedoch bestimmt Wege, die Beschwerden zu lindern.

Lagerungsschwindel bessert sich nach entsprechender Therapie häufig nach ein paar Tagen. Jedoch kann er irgendwann erneut auftreten.

Werden die Schwindelattacken von Durchblutungsstörungen des Gehirns verursacht, können Medikamente dabei helfen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Die entsprechenden Arzneien verbessern die Fließeigenschaften des Blutes.

Bei Schädigungen des Gleichgewichtsnervs lässt sich in der Regel zumindest im Ruhezustand der Schwindel beseitigen. Ist das Gleichgewichtsorgan einseitig oder beidseitig ausgefallen, kann mit gezieltem Gleichgewichtstraining häufig eine Verbesserung der Schwindelbeschwerden erreicht werden. Dabei muss der Ausfall des Gleichgewichtsorgans dadurch ausgeglichen werden, dass dein Gehirn lernt stattdessen auf Informationen der Augen und Rückmeldungen der Sehnen und Muskeln zu achten.

Bei Schwindelmigräne, auch vestibuläre Migräne genannt, kann durch entsprechende medikamentöse Therapie die Häufigkeit der Schwindelattacken reduziert werden.

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Kopfschmerzen

Junge Frau mit Kopfschmerzen sitzt am Schreibtisch und hält sich die Schläfen
Kopfschmerzen sind häufig ein Symptom anderer Erkrankungen. Sie können einseitig, beidseitig, um die Augen, an den Schläfen, an der Stirn oder am Hinterkopf auftreten.

Warum Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind häufig das Begleitsymptom anderer Erkrankungen. Sie treten beispielsweise im Rahmen von grippalen Infekten oder einer Stirnhöhlenentzündung auf. Es gibt aber auch solche Kopfschmerzarten, die als eigene Erkrankung definiert werden. Dazu zählen die Migräne und der Cluster-Kopfschmerz. Lies weitere Infos zum Cluster-Kopfschmerz.

Wieder andere Kopfschmerztypen zeigen sich bei Wetterumschwung, bei Stress oder nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol und Nikotin. Wichtig ist, bei den Schmerzen einen kühlen Kopf zu behalten. Wenn es dir gelingt, die selbst verschuldeten Ursachen zu vermeiden, verschwinden oft auch die Kopfschmerzen wieder. In allen anderen Fällen lässt sich das Kopfweh nicht nur mit Medikamenten gut in den Griff bekommen.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Mediziner unterscheiden primäre Kopfschmerzen und sekundäre Kopfschmerzen.  Während primäre Kopfschmerzen als eigenständige Erkrankungen gelten, sind sekundäre Kopfschmerzen Beschwerden, die als Begleiterscheinung von Erkrankungen auftreten.

Wenn dein Kopfweh vom Nacken aus geht und du das Gefühl hast, dass dein Kopf wie in einem Schraubstock zusammengepresst wird, könnten Spannungskopfschmerzen dahinter stecken. Diese Schmerzen sind drückend und dumpf und können auf einer Seite des Kopfes oder auf beiden Seiten auftreten. Auslöser für die leichten bis mittelschweren Spannungskopfschmerzen sind Stress und Muskelverspannungen. Wenn der Spannungskopfschmerz seit mindestens einem halben Jahr an mehr als 15 Tagen im Monat auftritt, dann spricht der Arzt von chronischem Spannungskopfschmerz.

Cluster-Kopfschmerz tritt unvermittelt in Attacken bis zu achtmal täglich zu bestimmten Tageszeiten auf. Häufig ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen, in den frühen Morgenstunden und in der Mittagszeit. Der Schmerz ist einseitig und tritt meist hinter dem Auge auf. Charakteristisch ist auch ein starker Bewegungsdrang während der Schmerzphasen. Auslöser für die Cluster-Kopfschmerzen können Alkohol, helles Licht, Nikotin und emotionaler Stress sein. Lies mehr zu Symptomen und Therapie von Cluster-Kopfschmerz.

Eine weitere Kopfschmerzerkrankung ist die Migräne. Schwankungen im Hormonhaushalt, Reizüberflutung wie grelles Licht und Lärm, Alkohol und ein veränderter Schlafrhythmus können Migräne auslösen. Häufig gehen den Schmerzattacken Heißhunger auf Schokolade, unscharfes Sehen, Lichtblitze oder Kribbeln in den Fingern voraus. Migräne tritt meistens an einer Seite des Kopfes auf, kann aber auch beidseitig vorkommen. Die Migräne-Attacken können Stunden bis Tage dauern und werden von Übelkeit, Schwindel, Licht-, Lärm- und Geruchsüberempfindlichkeit sowie Sehstörungen begleitet.

Welche Ursachen haben Kopfschmerzen?

Es hämmert, es bohrt, es drückt, es spannt. Es zieht, es sticht, es pocht. Es gibt viele Arten von Kopfschmerzen und jeder von uns empfindet sie anders. Ebenso zahlreich wie die Schmerzgefühle sind die Ursachen der Kopfschmerzen.

Kopfweh kann die Folge sein von:

  • zu wenig Schlaf
  • Flüssigkeitsmangel
  • übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss
  • einem Sonnenstich oder gar Hitzschlag
  • einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Diabetes
  • Muskelverspannungen im Schulter-Nacken-Bereich
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule

Hinter urplötzlich auftretenden Kopfschmerzen kann sich auch ein Schlaganfall verbergen. Weiterhin sorgen Kopfverletzungen (Schädel-Hirn-Trauma) oder eine Gehirnerschütterung für Schädelschmerzen.

Die regelmäßige und übermäßige Einnahme von Schmerzmitteln kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Diese dumpf-drückenden Dauerschmerzen kommen durch eine veränderte Schmerzwahrnehmung zustande, die durch die ständige Medikamenteneinnahme ausgelöst werden kann.

Augenerkrankungen sind häufig für Kopfschmerzen verantwortlich. Eine Überanstrengung der Augen und eine Sehschwäche durch zu starke, zu schwache oder unzureichend angepasste Brillengläser und ein falsch sitzendes Brillengestell können Kopfschmerzen verursachen. Aber auch ein erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star) oder ein Grauer Star (Linsentrübung) können Kopfschmerzen auslösen.

Selbst die Frisur kann Kopfschmerzen auslösen. Das passiert häufig durch einen zu straff gebundenen Pferdeschwanz oder zu eng anliegende Haarspangen und Haarreifen, die am Haar ziehen.

Für Cluster-Kopfschmerzen sind die Ursachen noch nicht hinreichend bekannt. Für diese Kopfschmerzform kann möglicherweise eine Fehlregulation der inneren Uhr verantwortlich sein, aber auch eine familiäre Vorgeschichte (erbliche Faktoren). Lies mehr zu Therapie und Hilfe bei Cluster-Kopfschmerz.

Welcher Arzt kann bei Kopfschmerzen helfen?

Zunächst solltest du deinen Hausarzt aufsuchen. Er wird dich für weitere Untersuchungen gegebenenfalls an einen Neurologen, HNO-Arzt, Orthopäden oder Zahnarzt überweisen.

Um die Kopfschmerzen optimal behandeln zu können, ist es für deinen Arzt wichtig, sowohl die Art der Schmerzen (ziehend, pochend, pulsierend, bohrend, dumpf), als auch den Schmerzort (Hinterkopf, Nacken, Schläfen, Stirn) sowie Schmerzdauer und Schmerzintensität zu kennen. Hilfreich für deinen Arzt ist, wenn du ein Kopfschmerztagebuch führst. Denn so lässt sich sehen, ob sich die Kopfschmerzen nur zu bestimmten Anlässen wie Stress im Job oder familiären Spannungen melden. Außerdem zeigt sich, ob das Kopfweh nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel auftritt.

Untersuchungen bei Kopfschmerzen

Bei Kopfweh können, je nach aufgesuchtem Arzt, verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen. Beispielsweise diese:

  • Blutuntersuchungen: Sie dienen dem Nachweis von Entzündungen im Körper. In sogenannten Blutkulturen können Art und Menge an Bakterien bestimmt werden, die zum Beispiel eine Meningitis (Hirnhautentzündung) auslösen. Ursache und Therapie von Meningitis.
  • Hirnwasseruntersuchungen: Um Erkrankungen des Zentralen Nervensystems nachzuweisen kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden. Dabei schiebt der behandelnde Arzt eine dünne Hohlnadel zwischen zwei Rückenwirbeln im unteren Bereich der Wirbelsäule. Wenn die Nadel den Raum erreicht hat, der das Rückenmark umgibt, entnimmt der Arzt von dort etwas Flüssigkeit (Liquor). Diese wird dann im Labor mikroskopisch untersucht. Die Lumbalpunktion erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert in der Regel etwa 15 Minuten. Danach musst du noch etwa eine Stunde liegen bleiben, um das Auftreten schwerer Kopfschmerzen zu vermeiden.
  • Untersuchungen der Hirnströme mit einem EEG: Das gibt dem Arzt Informationen über die elektrische Aktivität des Gehirns. Wie läuft ein EEG ab?
  • Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT). Kernspintomographie kann bei Verdacht auf Durchblutungsstörungen in bestimmten Hirnregionen zum Einsatz kommen. Ebenso zum Nachweis von Entzündungen im Gehirn. Eine Computertomographie kann Bilder von Organen und Geweben liefern sowie Knochen und deren Schäden darstellen. Je strahlendurchlässiger das Gewebe ist, desto dunkler wird es im CT-Bild dargestellt. Gewebe, das die Strahlung weniger gut durchlässt und somit abschwächt, erscheint hell. Um den Kontrast zwischen benachbarten Strukturen, Organen und Geweben zu erhöhen, erhälst du bei Bedarf vor der Untersuchung ein Kontrastmittel.
  • Ultraschalluntersuchungen: Hier werden mit Hilfe von Schallwellen Bilder aus dem Körperinnern erzeugt. Der Arzt kann diese direkt auf einem angeschlossenen Monitor betrachten und so Veränderungen an den Organen feststellen, zum Beispiel auch Tumoren oder Metastasen. Dabei entsteht für dich keine Strahlenbelastung. Vor einer Untersuchung trägt der Arzt ein Gel auf den Schallkopf oder direkt auf deine Haut auf. Das wasserhaltige Gel verhindert, dass Luft zwischen dem Schallkopf und der Haut bleibt und die Schallwellen von der Haut zurückgeworfen werden. Durch das Gel gelangen die Schallwellen ungehindert in deinen Körper und werden dort erst von den zu untersuchenden Geweben reflektiert.
  • Nitroglyzerintest: Er kommt zum Nachweis von Cluster-Kopfschmerz zum Einsatz. Hierbei verabreicht dir der Arzt eine Nitroglyzerinkapsel. Bekommst du davon Kopfschmerzen, so liegt ein Cluster-Kopfschmerz vor. Um diese Art der Kopfschmerzen von der Migräne und der Trigeminusneuralgie abzugrenzen, die ähnliche Symptome aufweisen, ist es wichtig, die jeweilige Schmerzdauer zu kennen. Bei Cluster-Kopfschmerz dauern die Attacken 15 Minuten bis 3 Stunden, bei Migräne länger. Bei Migräne kommt auch kein Bewegungsdrang wie beim Cluster-Kopfschmerz vor. Im Gegenteil: Ein Anfall von Migräne verursacht eher Rückzugsverhalten und Ruhebedürfnis. Bei der Trigeminusneuralgie dauern die Kopfschmerz-Attacken nicht so lang wie beim Cluster-Kopfschmerz.

Schmerzort und Begleitsymptome bei Kopfweh

Kopfschmerzen sind individuell so verschieden wie die Menschen, die unter ihnen leiden. Dennoch gibt es einige Symptome, die charakteristisch für eine bestimmte Art von Kopfschmerzen sind.

Wo genau und wie tut es dir am oder im Kopf weh?

Um die Ursache deiner Kopfschmerzen zu finden, ist es sehr wichtig, ihre Art und Stärke zu kennen. Schreib dir in einem Schmerztagebuch die Antworten auf folgende Fragen auf:

  • Wo sitzt dein Schmerz?
  • Wie fühlt er sich an?
  • Wie lange dauert er an?
  • Wann, zu welcher Tageszeit und bei welchen Situationen tritt er auf?

Anhand deiner genauen Beschreibung kann dein Arzt dem Schmerztyp eine eventuelle Erkrankung besser zuordnen.

Die Körperregionen, an denen die Kopfschmerzen auftreten, können Stirn, Schläfen, Hinterkopf oder Nacken sein. Außerdem kann sich der Kopfschmerz auf einer Kopfseite „festsetzen“ oder beidseitig auftreten.

Als Begleiterscheinungen des Kopfwehs können vorkommen:

  • tränende Augen
  • laufende Nase
  • Übelkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Lärmempfindlichkeit
  • Müdigkeit
  • innere Unruhe
  • depressive Verstimmungen

Eine Kopfschmerz-Attacke dauert beim Cluster-Kopfschmerz etwa 15 Minuten, Sie kann aber auch bis zu drei Stunden anhalten. Tränende, geschwollene und gerötete Augen mit verengten Pupillen, laufende Nase und ein verschwitztes Gesicht im Bereich von Stirn und Nase sowie ein starker Bewegungsdrang sind typisch für diese Form von Kopfschmerzen.

Welche Erkrankungen können hinter den Kopfschmerzen stecken?

Die Kopfschmerzen in der Stirn strahlen beidseitig bis in die Augenhöhlen aus. Das kann ein Zeichen für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sein.

  • Bei starkem linksseitigem Kopfschmerz kann eine Lungenentzündung dahinter stecken.
  • Leidest du unter hämmernden Kopfschmerzen, die vom Hinterkopf bis zum Scheitel oder bis in die Augen ziehen? Hast du das Gefühl ein Auge oder beide Augen werden aus ihren Höhlen von innen herausgedrückt? Kommen Sehstörungen hinzu? Das können Anzeichen eines Grünen Stars (erhöhter Augeninnendruck) sein.
  • Hinter bohrenden, reißenden Kopfschmerzen, dumpfem, drückendem Kopfweh oder heftigem Klopfen und Pulsieren kann Bluthochdruck stecken. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Bluthochdruck.
    Oft treten die durch Bluthochdruck ausgelösten Kopfschmerzen in Verbindung mit Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen auf.
  • Dröhnende Kopfschmerzen in Verbindung mit kalten Händen und Füßen sowie niedrigem Blutdruck (unter 105/60 mmHg) kommen häufig nach einer überstandenen Infektionskrankheit vor.
  • Plötzlich auftretende, hämmernde Kopfschmerzen können die Folge intensiver Sonneneinstrahlung sein. Auch die Wechseljahre können der Grund sein.
  • Kopfschmerzen in der Stirn, Flimmern vor dem Auge, Schwindel und leichte Übelkeit sind Faktoren, die bei niedrigem Blutdruck (unter 105/60 mmHg) auftreten können.
  • Hast du lange ohne Unterbrechung am Bildschirm gearbeitet, viel gelesen und/oder brennen deine Augen und fühlen sich trocken an? Dann entstehen die Kopfschmerzen möglicherweise durch müde Augen. Erste Hilfe bei trockenen Augen.
  • Kopfschmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und bis in die Schultern ausstrahlen sowie von Gelenk- und Muskelschmerzen begleitet werden, können Symptome einer Fibromyalgie (chronischer Faser-Muskelschmerz) sein.
  • Migräneartige Kopfschmerzen mit Schwindel und Übelkeit und zusätzlich noch ziehende Schmerzen in der rechten Schulter-Nacken-Region, die bis in die Finger ausstrahlen, sind möglich beim sogenannten Schulter-Arm-Syndrom.
  • Machen dir pulsierende Kopfschmerzen, Herzklopfen und ein Beklemmungsgefühl in der Brust das Leben schwer? Leidest du gleichzeitig unter Hitzewallungen? Dann könnten die Wechseljahre dahinter stecken.
  • Kopfschmerzen mit Übelkeit, die mit Wassereinlagerungen im Gewebe einhergehen, können Anzeichen einer chronischen Entzündung der Nieren sein.
  • Ist dein Kopfschmerz vorwiegend linksseitig angesiedelt und meldet er sich regelmäßig und übermäßig stark, dann kann er die Folge einer Trigeminusneuralgie (Gesichtsnervenschmerz) sein.
  • Überfällt dich der klopfende und hämmernde Kopfschmerz urplötzlich, pulsiert das Blut in der Halsschlagader und hast du das Gefühl als würde dein Kopf platzen? Suche bitte sofort einen Arzt auf, denn diese Symptome können auch bei einem Schlaganfall auftreten.
  • Kopfschmerzen begleitet von krampfartigen Magenschmerzen und Verstopfung sind oft die Folge von zu viel Kaffee, Alkohol und/oder Zigaretten. Was tun bei Verstopfung?
  • Strahlen die Kopfschmerzen in den druckempfindlichen und völlig verspannten Nacken aus? Das kann die kurzfristige und langfristige Folge eines Unfalls mit Schleudertrauma sein.

Generell können Kopfschmerzen unterschiedlicher Art auch immer die Folge einer Gehirnerschütterung oder einer Wirbelsäulenverletzung sein.

Sobald die Grunderkrankung jedoch behoben ist, vergehen meistens auch die Kopfschmerzen wieder. Hab Geduld und arbeite mit deinem Arzt zusammen. Gemeinsam werdet ihr es schaffen, den Schmerz zu lindern.

Behandlung von Kopfschmerzen

Für jede Form von Kopfschmerzen gibt es wirksame Hilfe. Kennst du den Zustand (wo und wie tut es weh?) und die Stärke deiner Kopfschmerzen, ist der erste Schritt zur Besserung bereits getan.

Was kannst du gegen deine Kopfschmerzen tun?

Hilfreich für dich selbst, aber auch für deinen behandelnden Arzt ist es, ein Schmerztagebuch zu führen. Hier hinein schreibst du, bei welchen Situationen deine Kopfschmerzen auftreten, wie lange sie andauern, wie heftig sie sind, was du dagegen unternommen hast, welche und wie viele Medikamente du eingenommen hast und wie das Ergebnis deiner Bemühungen aussah.

Aufgeschrieben lassen sich viel klarer mögliche Ursachen erkennen und für dich und deinen Arzt hilfreiche Kopfschmerz-Therapien ableiten.

Du kannst jedoch auch selbst einiges dafür tun, um deinen Kopf schmerzfrei zu bekommen. Leichte Kopfschmerzen, Kopfweh bei Wetterwechsel, Spannungskopfschmerzen durch Stress oder Kopfschmerzen durch Bildschirmarbeit lassen sich oft schon mit einfachen Mitteln beheben oder lindern:

  • Mach bei der Arbeit regelmäßig Pause, steh auf und lauf eine Runde durch den Flur.
  • Um die Augen zu entlasten hilft es oft, einen weit entfernten Punkt zu fixieren.
  • Bedecke deine geschlossenen Augen zwei bis drei Minuten mit den Handflächen, ohne dabei auf die Augäpfel zu drücken.
  • Schlechte Sicht ist schlecht für den Kopf: Lass deine Sehstärke daher vom Augenarzt oder Optiker überprüfen.
  • Erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star) verursacht oft ein unangenehmes Druckgefühl über einem oder über beiden Augen. Lass deine Augen vom Augenarzt durchchecken!
  • Du hast nicht nur Kopfschmerzen, sondern fühlst dich auch noch verspannt? Viele deiner Leidensgenossen schwören auf Massagen oder heiße Kompressen im Nacken.
  • Wärme ist dir unangenehm, Kälte hingegen fühlt sich gut an? Vielleicht hilft es dir dann, deine Stirn und/oder deine Schläfen mit Kaltwasserumschlägen zu kühlen. Vorsicht: Kältepads aus dem Eisfach können Erfrierungen auf der Haut verursachen. Um das zu vermeiden kannst du die Pads in einen Waschlappen oder ein Geschirrhandtuch einwickeln.
  • Manche Kopfschmerzgeplagte fühlen sich besser, wenn sie ihre Stirn mit Pfefferminzöl einreiben.
  • Drück dir mit deinen Fingern leicht auf die Schläfen. Für viele Menschen wirkt das entlastend.
  • Reize wie grelles Licht oder laute Musik sind Gift für geplagte Köpfe. Ein ruhiges Plätzchen, einen abgedunkelten Raum und eine liegende Position empfinden viele Menschen mit Kopfschmerzen als wohltuend. Probiere aus, was dir gut tut!
  • Um dem Alltagsstress gelassener zu begegnen und sich ein paar Minuten Ruhe im Trubel zu gönnen, können Entspannungsübungen wie Autogenes Training nützlich sein.

Alternative Heilmethoden bei Kopfweh

Die Akupunktur ist mittlerweile von der Schulmedizin als unterstützende Therapie bei vielen Schmerzarten anerkannt. Hierbei werden mit feinen Nadeln einzelne Punkte entlang bestimmter Bahnen (Meridiane) stimuliert. Dadurch sollen Blockaden gelöst werden. Im Falle von Migräne und Spannungskopfschmerzen konnte Studien zufolge sowohl die Zahl der Tage mit Kopfschmerzen als auch die Heftigkeit der Kopfschmerzen gelindert werden. Wie die Behandlung im Einzelnen aussieht, richtet sich individuell nach deinen Beschwerden. Sprich mit deinem Arzt.

Welche Medikamente helfen gegen Kopfschmerzen?

Zur Selbstmedikation bei Kopfschmerzen gibt es Medikamente mit den Wirkstoffen ASS (Acetylsalizylsäure), Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen und Paracetamol. Aber Achtung: Werden die gängigen, frei verkäufliche Schmerzmittel über längere Zeit (öfter als 10 Tage im Monat und mehr als an drei Tagen hintereinander) oder bei jeder Schmerzattacke immer wieder eingenommen, steigt das Risiko für einen medikamentös bedingten Dauerkopfschmerz. Unser Gehirn reagiert auf Schmerzen ab einer bestimmten Schwelle. Medikamente können diese erniedrigen. Die Folge: unser Schmerzsystem wird überempfindlich und reagiert mit Dauerkopfschmerzen.

Hilfe bei Kopfschmerzen aus der Apotheke

Was tun bei Kopfschmerzen durch Wetterumschwung?

Wenn die Temperaturen stark schwanken, dann meldet sich dein Kopf mit unangenehmen Druck und Stichen? Kommen Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche und Gliederschmerzen dazu? Bewegung im Freien empfinden viele Kopfschmerz-Patienten dann als lindernd. Denn so bleibt der Kreislauf in Schwung und die Kopfschmerzen haben es schwer.

Auch eine gesunde Lebensweise ist gut für den Kopf. Faustregel: Alkohol und Nikotin in Maßen. Achte außerdem auf ausreichend Schlaf (7-8 Stunden). Viele Menschen mit wetterbedingtem Kopfschmerz trainieren ihre Gefäße mit Saunagängen oder Wechselduschen. Und so geht`s: die Außenseite beider Beine von Fuß bis Hüfte mit kaltem Wasser abduschen. Dann das kalte Wasser auf der Innenseite der Beine Richtung Füße duschen.

Wie lange dauern Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen sind in der Regel gut behandelbar. In den meisten Fällen verschwinden sie nach dem Abklingen oder Vermeiden der Ursachen. Mit Medikamenten ist das Kopfweh gut in den Griff zu bekommen, sofern du es nicht übertreibst. Greifst du immer häufiger zu frei verkäuflichen Schmerzmitteln, riskierst du es, dass ein medikamentenbedingter Kopfschmerz ausgelöst wird. Lass dich von deinem Arzt beraten.

Kopfschmerzen vorbeugen

Vermeiden kannst du Kopfschmerzen nur, wenn es sich um umweltbedingte oder durch die Lebensweise verursachte handelt. Dazu gehört Kopfweh, was durch schlechte Luft, Schlafmangel, Zigarettenrauch, Alkohol oder auch durch zu wenig aufgenommene Flüssigkeit verursacht wird. Stressbedingte Kopfschmerzen kannst du am besten vermeiden, wenn du bei der Arbeit regelmäßig Pausen einlegst. Tu deinen Augen etwas Gutes und mach bei der Bildschirmarbeit etwa jede Stunde 5 Minuten Pause.

Um für die nötige Sauerstoffzufuhr zu sorgen, lüfte öfter mal den Raum, in dem du sitzt. Das ist bei beheizten und klimatisierten Räumen besonders wichtig. Schau in die Ferne, schließ die Augen für einige Zeit und blinzel danach. Auch während der Arbeit am PC solltest du  öfter ganz bewusst blinzeln. Achte darauf, dass du deine Sehstärke regelmäßig vom Optiker oder auch vom Augenarzt kontrollieren lässt.

Spannungskopfschmerzen, deren Auslöser Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich sind sowie Schmerzen in Gesicht und Augen treten meistens bei der Arbeit am Computer oder während langer Autofahrten auf. Gleichen diese einseitige körperliche Belastung durch regelmäßige Bewegung und Sport aus, das beugt dann auch den Kopfschmerzen vor.