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Diagnosekürzel

U08.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U08.9 für Covid-19 in der Eigenanamese, nicht näher bezeichnet
Unter U08 bis U10 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 die Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) in der Eigenanamnese, der Zusammenhang eines akuten Zustands mit vorausgegangener Covid-19-Krankheit und das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 verschlüsselt. U08.9 steht für eine frühere, bestätigte Covid-19 Erkrankung, die nun Teil deiner Krankheitsvorgeschichte ist.

U08.9: COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet

Diese Schlüsselnummer wird benutzt, um eine frühere, bestätigte Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) zu kodieren. Hierbei hat Covid-19 deinen Gesundheitszustand beeinflusst oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens geführt. In der Eigenanamnese geht es um das Arzt-Patienten-Gespräch zu deiner Krankheitsvorgeschichte.

U08.9 verwendet dein Arzt nicht, wenn du noch an Covid-19 erkrankt bist. Dann muss er das Diagnosekürzel U07.1 oder das Diagnosekürzel U07.2 benutzen.

Weitere Infos zu Covid-19 und SARS-CoV-2 liest du in unserem Coronavirus-Check.

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Diagnosekürzel

U09.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U09.9 für Post-Covid-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
Unter U08 bis U10 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 die Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) in der Eigenanamnese, der Zusammenhang eines akuten Zustands mit vorausgegangener Covid-19-Krankheit und das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 zusammengefasst. U09.9 steht für eine Erkrankung, die nach einer Covid-19-Erkrankung auftritt.

U09.9: Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet

Die Schlüsselnummer U09.9 verwendet dein Arzt, wenn er bei dir eine Erkrankung diagnostiziert, die in Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Covid-19-Erkrankung steht. U09.9 wird nicht verwendet, wenn du noch an Covid-19 erkrankt bist.

Covid-19 ist die Abkürzung für coronavirus disease 2019, der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten meldepflichtigen schweren Atemwegserkrankung. In unserem Coronavirus-Check erhältst du weitere Infos zu Symptomen, Tests und Schutzmaßnahmen rund um Covid-19 und SARS-CoV-2.

Für eine durch Labortest sicher nachgewiesene Covid-19-Infektion kommt das Diagnosekürzel U07.1 zum Einsatz. Weitere Infos zu ICD-10 U07.1

Wurde bei einer Covid-19 Erkrankung das verursachende Virus SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen, wird mit U07.2 verschlüsselt. Lies mehr zu Fallbeispielen zum Diagnosekürzel U07.2.

Im deutschen ICD-10 Diagnoseschlüssel (ICD-10-GM) handelt es sich bei U09.9 um einen sogenannten Sekundärkode, auch als Ausrufezeichenschlüsselnummer bezeichnet. Das bedeutet, dass dieser Verschlüsselungskode U09.9! nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit dem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachenden Krankheit oder eines Symptoms verwendet werden muss. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mit angegeben.

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Symptome

Fieber

Männerhand zeigt digitales Fieberthermometer mit 39,1 °C Temperatur, also sehr hohem Fieber
Eine Temperatur von 39,1 °C gilt als sehr hohes Fieber und sollte gesenkt werden. Wadenwickel unterstützen dabei.

Fieber ist eine natürliche Immunantwort

Die meisten bakteriellen und viralen Infektionen verursachen Fieber. Das löst jedoch keine Erkrankungen aus, sondern ist ein Symptom für die Krankheitsbewältigung und Heilreaktion deines Körpers. Fieber hilft deinem Immunsystem dabei, eingedrungene Erreger zu bekämpfen. Denn viele Krankheitserreger wie beispielsweise Erkältungsviren vermehren sich bei steigenden Temperaturen nicht mehr. Zellen deiner Abwehr sind hingegen bei erhöhten Temperaturen viel aktiver. Um deinen Körper bei Fieber nicht noch zusätzlich zu belasten, solltest du dich auf jeden Fall schonen und Bettruhe einhalten.

Fieber oder erhöhte Temperatur?

Die normale Körpertemperatur unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Sie ist abhängig von der Tageszeit, am frühen Abend liegt die Körpertemperatur etwas höher, im Tiefschlaf niedriger, sowie von hormonellen Einflüssen. Bei Frauen steigt die Körpertemperatur beispielsweise um etwa 0,5 °C während des Eisprungs und während der Schwangerschaft. Als Faustregel gilt: eine Körpertemperatur zwischen 36 °C und 37,4 °C ist normal. Ab 37,5 °C sprechen Mediziner von erhöhter Temperatur, werden 38 °C überschritten von Fieber. Bei sehr hohem Fieber über 42,6 °C kann es zu Organschäden und Gewebeschäden kommen, die schlimmstenfalls tödlich verlaufen können.

Die nachfolgende Fieber-Tabelle zeigt dir die Werte für Normaltemperatur sowie Fieber in verschiedenen Stärken an. Wie du siehst, sind die Temperaturen abhängig von dem Ort, an dem du dein Fieber misst. Fieber-Messungen unter der Zunge, an der Stirn und unter der Achsel sind rund 0,4 °C niedriger als die Messung im Po (rektal). Mehr über die Genauigkeit der Messungen liest du unter Fieber richtig messen – wie und wo?

 

Messort

 
 

After

Achsel/Mund/Stirn

Normaltemperatur

36,3 °C – 37,4 °C

35,9 °C – 37,0 °C

Erhöhte Temperatur

37,5 °C – 38,0 °C

37,1 °C – 37,5 °C

Leichtes Fieber

38,1 °C – 38,5 °C

37,6 °C – 38,0 °C

Mäßiges Fieber

38,6 °C – 39,0 °C

38,1 °C – 38,5 °C

Hohes Fieber

39,1 °C – 39,9 °C

38,6 °C – 39,5 °C

Sehr hohes Fieber

40,0 °C – 42,5 °C

39,6 °C – 42,0 °C

Welche Ursachen hat Fieber?

Bei Fieber ist die normale Betriebstemperatur deines Körpers erhöht. Dein Körper bekämpft damit Krankheitserreger. Erkrankungen, die mit hohem Fieber einhergehen sind zum Beispiel:

  • Akute Bronchitis: Sie zeigt sich durch erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber über 38,5 °C sowie trockenem Husten. Hilfe bei Bronchitis
  • Lungenentzündung: Bei einer Pneumonie können plötzlich hohes Fieber über 38,5 °C und Schüttelfrost auftreten. Das Fieber hält länger als fünf Tage an oder kehrt nach Abklingen wieder zurück. Dazu kommen einseitige Brustschmerzen, schneller Puls, flache Atmung und Luftnot und anhaltender Husten mit oder ohne eitrigen Auswurf.
  • Grippe: Lies mehr über Grippe-Symptome und Grippe-Impfung.
  • Meningitis: Anfangs macht sich die Hirnhautentzündung durch grippeähnliche Symptome bemerkbar. Dazu gehören neben hohem Fieber und Schüttelfrost auch Kopf- und Gliederschmerzen. Lies mehr zu Ursachen und Therapie von Meningitis.
  • Mittelohrentzündung: Heftige, stechende und klopfende Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr sowie Fieber und Abgeschlagenheit kennzeichnen die Mittelohrentzündung. Was verursacht eine Mittelohrentzündung?
  • Harnwegsentzündung: Neben Fieber und Schüttelfrost können bei dieser bakteriellen Infektion sehr starke kolikartige Schmerzen in der Nierengegend sowie Blut im Urin auftreten. Weitere Symptome bei Harnwegsentzündung und anderen Ursachen für Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen.
  • Akute Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): Bei hohem Fieber, Schüttelfrost, Blut im Urin, Übelkeit, Kopfschmerzen, starken Schmerzen und Druckempfindlichkeit seitlich der Nabelgegend solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen.
  • Hämorrhagisches Fieber: Infektionen mit tropischen oder subtropischen Viren wie den Erregern von Dengue-Fieber und Gelbfieber sind die Ursache für Entzündungsreaktionen mit hohem Fieber und Blutungen der Schleimhäute und inneren Organe.

Fieber kann jedoch auch an heißen Sommertagen aufgrund eines Sonnenstichs oder eines Hitzschlages entstehen.

Fieber und Covid-19

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19 kann sich durch Symptome wie trockener Husten und Fieber (> 38,5 °C) bemerkbar machen. Lies mehr über Symptome von Covid-19. Wenn du glaubst, vom Coronavirus betroffen zu sein, weil du vor Beginn der Symptome Kontakt zu einem Covid-19 Infizierten hattest oder in einem Corona-Risikogebiet warst, dann ruf in deiner Hausarztpraxis an und besprich das weitere Vorgehen. Lies mehr dazu unter Was tun bei Corona-Symptomen?

Begleitsymptome bei Fieber

Fühlst du dich während einer fiebrigen Erkrankung wie beispielsweise einer Erkältung schlapp und kraftlos, liegt das daran, dass dein Immunsystem all deine Energie zur Bewältigung und Heilung der Erkrankung braucht. Neben dem Temperaturanstieg können bei Fieber noch weitere Symptome auftreten:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall und/oder Erbrechen
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen. Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Trockene, heiße Haut
  • Hochrotes Gesicht und Körper
  • Blasse Haut
  • Kalte Hände, Füße und Nase
  • „Fiebrig“ glänzende Augen, die auf dem Höhepunkt des Fiebers müde und matt wirken
  • Beschleunigte Atmung
  • Starkes Schwitzen
  • Unruhe, Verwirrtheit, Quengeln bei Kindern
  • Orientierungslosigkeit und „phantasieren“
  • Frieren
  • Schüttelfrost, d.h. nicht kontrollierbares Muskelzittern

Warum frierst du bei Fieber?

Dein Körper glüht, doch deine Hände, Füße und Nase sind kalt und du frierst. Woran liegt das? Damit die Stoffwechselvorgänge in deinem Körper optimal funktionieren, brauchst du als Betriebstemperatur eine Körpertemperatur von ungefähr 37 °C. Dieser Sollwert ist in deinem Temperaturregelzentrum im Zwischenhirn, dem Hypothalamus, abgespeichert.

Zur Bekämpfung einer Infektion ist allerdings ein höherer Sollwert deiner Körpertemperatur erwünscht. Ins Blut freigesetzte Botenstoffe bewirken daher die Temperatur-Neuregelung in deinem Gehirn. Um den höheren Sollwert zu erreichen, setzt dein Körper alles daran, mögliche Wärmeverluste zu vermeiden. Die Blutgefäße verengen sich an deinen Händen und Füßen und deine Muskeln beginnen zu zittern, um aktiv Wärme zu erzeugen. Reicht das alles nicht aus und liegt der Istwert deiner Körpertemperatur immer noch unter dem einprogrammierten Sollwert zur Bekämpfung der Infektion, zittern deine Muskeln noch stärker und dir wird immer kälter. Du hast Schüttelfrost.

Wann mit Fieber zum Arzt?

Hält dein Fieber länger als drei Tage an ist dein Hausarzt der beste Ansprechpartner. Zum Schutz vor Ansteckung deiner Mitmenschen mit einem grippalen Infekt, Grippe oder Covid-19 solltest du erst einmal in der Praxis anrufen und dich erkundigen, ob du in die Praxis kommen sollst.

Du solltest unbedingt ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • du hohes Fieber ab 39 °C hast
  • das Fieber trotz Wadenwickel und medikamentöser Behandlung nicht sinkt
  • sich dein Allgemeinzustand verschlechtert
  • zum Fieber weitere Krankheitszeichen hinzukommen wie beispielsweise Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Atemnot, starke Ohrenschmerzen
  • du an einer chronischen Erkrankung leidest oder du dich durch andere Erkrankungen in einem ohnehin schon geschwächten Zustand befindest
  • du Schmerzen beim Wasserlassen hast und daher möglicherweise an einer Harnwegsinfektion leidest. Wie kommt es zu Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen?
  • das Fieber mit einem Fieberkrampf einhergeht. Fieberkrämpfe kommen besonders bei Kleinkindern vor. Hierbei verkrampft sich die Muskulatur, Arme und Beine oder der gesamte Körper zucken in Intervallen. Häufig verdrehen die Kinder die Augen, sie sind blass und nicht ansprechbar, ihre Atmung verlangsamt sich und die Haut kann sich bläulich verfärben.

Welche Fiebermessgeräte gibt es?

Es gibt zwei Arten von Fiebermessgeräten: Kontaktthermometer und Infrarotthermometer. Die Kontaktthermometer sind als batteriebetriebene digitale Fieberthermometer mit elektronischer Messtechnik erhältlich oder als batterielose Ausdehnungsthermometer. Diese bestehen aus Glas und  enthalten eine Flüssigkeit namens Galinstan, die sich bei Wärme ausdehnt. Im Gegensatz zum früher in Glasthermometern verwendeten giftigen Quecksilber ist Galinstan, eine Messflüssigkeit aus Gallium, Indium und Zinn, ungiftig.

Glasthermometer und Digitalthermometer

Glasthermometer sind leicht zu reinigen und zu desinfizieren. Im Gegensatz zu elektronischen Geräten sind sie zudem absolut wasserdicht und auch für Menschen mit einer Nickel-Kontaktallergie geeignet. Im Vergleich zu den digitalen Fieberthermometern wird dir bei den Glasthermometern allerdings das Ende der Messung nicht durch ein akustisches Signal angezeigt. Außerdem kannst du die Fieberwerte bei einem Glasthermometer nicht bis auf die Kommastelle genau ablesen so wie auf dem Display eines digitalen Fieberthermometers.

Infrarotthermometer

Infrarotthermometer messen die von deiner Stirn oder vom Trommelfell abgestrahlte Körperwärme mit einem Infrarotsensor und zeigen sie als Temperatur auf dem Display des Gerätes an. Infrarotthermometer gibt es als Ohrthermometer und als Stirnthermometer oder mittels eines Stirnaufsatzes als eine Kombination von beidem. Die Messungen sind einfach, hygienisch und schnell, da du den Fiebermesser nicht in irgendeine Körperöffnung einführen musst. Auch für Kinder sind Infrarotthermometer in der Regel gut geeignet.

Fieber richtig messen wie und wo?

Ist deine Stirn heiß, fühlst du dich abgeschlagen und krank, leidest du an einigen Begleitsymptomen von Fieber, dann solltest du deine Temperatur kontrollieren. Bitte beachte: deine Körpertemperatur ist morgens niedriger und am späten Nachmittag höher. Um den Fieberverlauf festzustellen, also über mehrere Tage hinweg verlässliche Vergleichswerte zu erhalten, solltest du mindestens zweimal am Tag immer an derselben Stelle und immer zur selben Tageszeit messen. Bei hohem Fieber solltest du öfter messen. Steigt die Temperatur auf über 39 °C an, bitte deinen Arzt anrufen, der das weitere Vorgehen mit dir bespricht und dir fiebersenkende Mittel verabreichen kann.

Ideale Fieber-Messstellen sind Körperhöhlen, die in der Nähe großer Blutgefäße liegen. Fieber kannst du mit verschiedenen Fiebermessgeräten daher unter deinen Achseln (axillar), unter der Zunge (sublingual), am Stirn-Schläfenbereich, im Po (rektal) oder im Innenohr (aurikulär) messen. Bei der Fiebermessung unter der Zunge oder an der Stirn ist das Messergebnis ungefähr um 0,4 °C zu niedrig, unter der Achsel sogar um 0,6 °C niedriger als die wahre Körpertemperatur.

Fieber im Ohr messen

Im Ohr kannst du dir Fieber mit einem Infrarotthermometer messen. Der medizinische Fachausdruck dafür ist aurikuläre Messung. Dabei wird die Temperatur über den äußeren Gehörgang am Trommelfell erfasst. Das Trommelfell wird vom gleichen Blut versorgt wie der Hypothalamus, das Temperatur-Regelzentrum in deinem Zwischenhirn.

Ohrthermometer messen die Temperatur des Trommelfells mit einem Infrarotsensor. Vor der Messung bitte Haare hinters Ohr streichen und die Ohrmuschel leicht nach hinten oben ziehen. Dann die Messsonde wie in der Packungsbeilage beschrieben in den Gehörgang einführen.

Achtung: Bei Säuglingen, die jünger als sechs Monate sind, sollte die Temperatur nicht im Ohr gemessen werden. Denn der Gehörgang der Babys ist noch zu klein für die gängigen Fiebermessgerate. Besser an Stirn/Schläfenbereich messen.

Um die Messergebnisse nicht zu verfälschen solltest du unmittelbar vor der Fiebermessung nicht auf dem Ohr gelegen haben. Denn das erwärmt dein Ohr von innen und außen. Bei einer Mittelohrentzündung kannst du das Fieber im gesunden Ohr messen. Hat dich die Ohrentzündung auf beiden Seiten erwischt, solltest du auf einen anderen Ort zum Fiebermessen ausweichen. Lies mehr zu Ursachen und Therapie der Mittelohrentzündung.

Fieber im Po messen

Diese als rektale Messung bezeichnete Methode zeigt die Temperatur in deinem Körperinneren am besten an und gilt daher als genaueste Fiebermessung. Beim Fieber messen im Po führest du den Messfühler eines digitalen Thermometers oder eines Ausdehnungsthermometers etwa 2cm in deinen After ein. Ist dir das unangenehm, kannst du den Messfühler mit Vaseline oder Gleitgel leichter einführbar machen. Ein Glasthermometer muss zur korrekten Temperaturerfassung mindestens drei Minuten im After verbleiben und darf zwischendurch nicht herausgleiten. Du solltest dich während der Fiebermessung also möglichst wenig bewegen. Bei einem digitalen Fieberthermometer zeigt ein akustisches Signal an, dass die Messung beendet ist.

Fieber unter der Achsel messen

Misst du dir Fieber in deiner Achselhöhle, indem du den Messfühler des Thermometers darunter schiebst und mit dem Oberarm festdrückst, ist die Gefahr von falschen Messwerten besonders hoch. Denn das Fieberthermometer verrutscht leicht. Du musst daher deinen Oberarm bei einem Glasthermometer mindestens fünf Minuten andrücken und ruhig halten. Das kann zu kurzfristigen Verspannungen im Schulter-Nackenbereich führen.

Fieber unter der Zunge messen

Misst du dir Fieber sublingual, also unter der Zunge, solltest du 30 Minuten vorher keine kalten oder heißen Getränke oder Speisen zu dir genommen haben. Das würde das Ergebnis der Fiebermessung verfälschen. Wichtig ist auch, dass du während der Fiebermessung den Mund geschlossen hältst und frei durch die Nase atmen kannst. Bei einem digitalen Thermometer beendet ein akustisches Signal die Messung, bei einem Glasthermometer sollte sie etwa fünf Minuten dauern. Da bei der sublingualen Messung wie auch bei der rektalen Messung die Temperatur innerhalb des Körpers bestimmt wird, sind diese Fiebermessmethoden am exaktesten.

Fieber an der Stirn messen

Mithilfe von Infrarotsensoren kannst du deine Körpertemperatur im Stirn- und Schläfenbereich messen. Diese Art der Fiebermessung empfinden die meisten Menschen als am wenigsten störend und unangenehm. Legst du das Thermometer auf die Stirn auf, misst der Infrarotsensor den höchsten Messwert. Gleichzeitig misst ein zweiter Sensor die Umgebungstemperatur. Aus der Differenz und mithilfe von klinischen Ausgleichsrechnungen ergibt sich die angezeigte Körpertemperatur.

Was tun bei Fieber?

Da Fieber eine natürliche Immunantwort ist, solltest du es nicht vorschnell unterdrücken. Denn die leicht erhöhte Körpertemperatur kurbelt dein Immunsystem an und verbessert deine körpereigene Abwehr. Erste Maßnahmen zur Fiebersenkung solltest du ergreifen, wenn das Fieber ohne Tagesschwankungen anhält, wenn es über 37,9 °C steigt, wenn Grunderkrankungen wie Diabetes und Immundefekte vorliegen oder wenn Begleitsymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall stark ausgeprägt sind. Nicht immer müssen zur Fieberbehandlung Medikamente verabreicht werden. Doch beachte bitte: Hausmitel wie Wadenwickel und Lindenblütentee können deinen Genesungsprozess lediglich unterstützen. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine medizinische Behandlung. Gerade bei älteren Menschen kann aufgrund fehlender Kraftreserven selbst leichtes Fieber schon problematisch werden.

Ansteigendem Fieber mit Schüttelfrost kannst du mit einer Schwitzkur begegnen. Dazu Holunderblüten- oder Lindenblütentee sehr heiß trinken und ein heißes Erkältungsbad nehmen. Um deinen Kreislauf nicht zu stark zu belasten, solltest du anschließend mindestens 2 Stunden Bettruhe einhalten.

Fiebersenkende Medikamente

Fiebersenkende Wirkstoffe sind Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure. Da sie Neben- und Wechselwirkungen haben solltest du sie auf keinen Fall ohne Rücksprache mit deinem Arzt oder Apotheker einsetzen und die in der Packungsbeilage beschriebene Dosierungsempfehlung unbedingt beachten.

Wadenwickel bei Fieber

Fieber ab 39 °C bzw. bei Kindern mit Neigung zu Fieberkrämpfen ab 38,5 °C kannst du durch kalte Wadenwickel senken und damit die medikamentöse Behandlung unterstützen. Doch Vorsicht: Kalte Wadenwickel nicht anwenden bei Herzkreislaufschwäche.

Für Wadenwickel an beiden Beinen tauchst du je ein Tuch in kaltes, aber nicht eiskaltes Wasser. Alternativ kannst du die beiden Tücher auch mit Essig aus dem Kühlschrank befeuchten. Dann drückst du die Tücher aus bis sie nicht mehr tropfen und rollst sie um beide Waden. Die Wadenwickel sollten gut an den Waden anliegen. Darüber wickelst du jeweils ein trockenes Handtuch und steckst es gut fest. Decke deinen Körper und deine Füße gut zu und lass die Wadenwickel für etwa zehn bis 15 Minuten einwirken. Sobald sie deine Körperwärme angenommen haben, wiederholst du den Vorgang so lange bis dein Fieber nicht mehr so hoch ist oder deine Füße kalt werden. Achte außerdem darauf, dass die Raumtemperatur bei mindestens 22 Grad liegt.

Welche Getränke bei Fieber?

Bei Fieber schwitzt dein Körper und verliert somit viel Flüssigkeit. Um den Salz- und Flüssigkeitshaushalt deines Körpers wieder aufzufüllen ist es wichtig ausreichend zu trinken. Faustregel: Bei fieberhaften Erkrankungen mindestens zwei Liter täglich. Wenn du hohes Fieber hast und deine Temperatur gesenkt werden soll, kannst du auf Getränke mit Raumtemperatur zurückgreifen. Fröstelst du oder soll deine Schweißbildung angeregt werden, trink warme Tees:

  • Stilles Wasser: Da du bei Fieber Bettruhe einhalten solltest, eignet sich als Flüssigkeitszufuhr stilles Wasser am besten. Denn Kohlensäure kann zu Aufstoßen führen, was im Liegen und bei krankheitsbedingter Schwäche unangenehm und belastend sein kann.
  • Kräutertees: Ein Tee aus Lindenblüten, Fliederblüten oder Holunderblüten möglichst heiß mehrmals täglich getrunken, bringt dich zum Schwitzen.
  • Heißer Tee mit Zitrone ist besonders bei Grippe und Erkältungen für viele Menschen angenehm.

Was essen bei Fieber?

Dass bei Fieber dein Appetit abnimmt, ist völlig normal. Du solltest jedoch auf das Essen nicht völlig verzichten. Dein Körper und dein Immunsystem brauchen auch bei der Ernährung die richtige Unterstützung, um wieder fit zu werden. Warme und vitaminhaltige Lebensmittel tun deinem Körper jetzt gut, schwerverdauliche Nahrungsmittel belasten ihn hingegen zusätzlich.

  • Hühnersuppe: Egal ob mit einem frischen Suppenhuhn selbst zubereitet, als Fertigprodukt oder aus der Tüte: Eine warme Hühnersuppe fördert die Durchblutung, wirkt schweißtreibend und füllt den Salzgehalt deines Körpers wieder auf.
  • Püriertes Gemüse: Schnell gemacht und sehr bekömmlich sind ausreichend gesalzene Suppen aus Gemüse oder pürierter Gemüsebrei. Hierzu zum Beispiel Brokkoli in Wasser weich dünsten, wahlweise mit dem Pürierstab pürieren oder durch ein Sieb drücken und dann nach Geschmack würzen. Wer mag kann das Ganze noch mit weich gekochten und zerdrückten Kartoffeln vermengen.
  • Schwitzt du stark, hat dein Arzt dir zu schweißtreibenden Maßnahmen geraten und leidest du zusätzlich zum Fieber noch an Durchfall oder Erbrechen, kannst du dir in der Apotheke spezielle Trinklösungen aus Salz-Kalium-Zucker besorgen lassen.
  • Zinkhaltige Nahrungsmittel: Das Spurenelement Zink stärkt deine Abwehrkräfte. Es ist enthalten in Fisch, Haferflocken, Milch und Käse.
  • Vitamin C-reiche Lebensmittel: Schon zwei Orangen oder eine rote Paprika oder 200 Gramm schonend gegarter Rosenkohl oder 100 Gramm gekochter Brokkoli decken den Tagesbedarf an Vitamin C.
  • Frischer Ingwer wirkt durch seine Scharfstoffe durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und schweißtreibend. Damit die Ingwer-Wurzel ihre volle Wirkung entfalten kann solltest du ein paar Stücke in eine Tasse mit siedendem Wasser geben (die richtige Temperatur ist erreicht, wenn nur noch wenige kleine Luftblasen aus dem Wasser aufsteigen). Alles 5-10 Minuten ziehen lassen. Achtung: Da die abgeschnittenen Ingwerscheiben an der Luft einen Teil ihrer Inhaltsstoffe verlieren, solltest du sie nicht in die Tasse legen und dann warten bis das Wasser kocht. Stattdessen die benötigte Menge erst kurz vor dem Aufkochen von der Ingwerknolle abschneiden und sofort mit dem heißen Wasser übergießen. Kündigt sich ein Infekt an, kannst du dir auch eine Scheibe frisch abgeschnittenen Ingwer unter die Zunge legen.

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Interviews

Corona-ABC

Finger fährt auf der Suche nach den Begriffen im Corona-ABC von DocInsider über ein aufgeschlagenes Lexikon
Die Corona-Pandemie brachte nicht nur viele Veränderungen in Beruf und Alltag mit sich, sondern auch viele Fachbegriffe ans Licht der Öffentlichkeit.

Corona-Fachbegriffe einfach erklärt

Im Zusammenhang mit SARS-CoV-2, Covid-19 und der Corona-Pandemie fallen in den Medien und bei Experten unzählige medizinische Fachbegriffe. Höchste Zeit für ein kleines Corona-Lexikon von A wie Atemschutzmaske bis Z wie Zoonose.

Lies in unserem Beitrag Coronavirus-Check mehr zur Erkrankung Covid-19 und dem auslösenden Erreger SARS-CoV-2. Hier erfährst du außerdem, wie du dich und andere schützen kannst und was du tun solltest, wenn du Kontakt zu einem Infizierten hattest oder glaubst, selbst infiziert zu sein.

Abstandsregel

Vorschrift über einen einzuhaltenden Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen, um eine Übertragung von SARS-CoV-2 zu vermeiden. Weitere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Covid-19.

ACE2

ACE2 ist die Abkürzung für Angiotensin-konvertierendes Enzym 2. Das ist ein Enzym, das sich in der Zellwand befindet. Das Coronavirus SARS-CoV-2 verwendet ACE2 als Eintrittspforte in die menschliche Wirtszelle. ACE2 ist die Andockstelle (Rezeptor) für das Spike-Protein des Coronavirus. An welchen Stellen in deinem Körper sich SARS-CoV-2 ausbreiten kann, ist unter anderem abhängig von der Dichte der ACE2 Rezeptoren in den jeweiligen Geweben. Eine hohe ACE2-Dichte befindet sich in deinem Atemwegstrakt, im Darm, in Gefäßzellen, in der Niere und im Herzmuskel.

Aerosol

Ein Aerosol ist ein Gemisch aus festen und flüssigen Schwebeteilchen. Beim Husten und beim Niesen bilden die dabei freigesetzten virenhaltigen Tröpfchen in der Luft ein Aerosol.

AHA-Regeln

Die AHA-Regeln oder die AHA-Formel beschreibt Verhaltensregeln, um sich und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. AHA steht für Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Schutz) tragen.

Antigene

Antigene sind Eiweiße, die dein Immunsystem als fremd erkennt und zu deren Abwehr es Antikörper bildet.

Antikörper

Antikörper sind von deinem Immunsystem gebildete Abwehrstoffe, die Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze bekämpfen. Antikörper werden immer dann gebildet, wenn Fremdstoffe (Antigene) in deinen Körper eindringen. Jeder einzelne Antikörper passt zu einem bestimmten Fremdstoff.

Hast du Antikörper in dir, funktionieren diese wie ein „Immungedächtnis“. Kommst du also ein weiteres Mal mit einem Krankheitserreger in Kontakt, gegen den bereits Antikörper gebildet wurden, können diese Antikörper sich genau an ihn „erinnern“ und sofort reagieren.

Antikörpertest

Corona-Antikörpertests sind Verfahren, bei denen dein Blut auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 untersucht wird.

Antikörpertests weisen nicht das Coronavirus selbst oder eine akute Infektion nach. Sie beantworten die Frage, ob du schon einmal Kontakt mit dem Coronavirus hattest und Antikörper dagegen gebildet hast.

Es gibt verschiedene Typen von Abwehrstoffen im Blut, die sich Tests zunutze machen können. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Immunglobuline. Immunglobulin M, kurz IgM, wird von deinem Körper in der Frühphase einer Infektion gebildet. Diese Antikörper sind also die erste Reaktion deines Immunsystems beim Kontakt mit Antigenen. Daher steigt der IgM-Wert im Blut zu Beginn einer Infektion besonders stark an.

Im späteren Verlauf einer Infektion werden IgG-Antikörper gebildet. Diese Zweit-Antikörper (weil sie nach den Erst-Antikörpern IgM gebildet werden) passen sich besser an die Erreger an und verbleiben länger in deinem Körper als IgM-Antikörper.

Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 benötigt dein Körper ein paar Tage, bis er überhaupt Antikörper gebildet hat. Spezifische Antikörper, das heißt gegen das Coronavirus gerichtete Antikörper, sind in der Regel erst nach 14 Tagen nachweisbar.

Das Erbgut des Coronavirus zum direkten Nachweis einer akuten Infektion kann mittels PCR-Nachweis aufgespürt werden.

Atemschutzmaske

Zum Schutz vor Covid-19 herrscht in allen deutschen Bundesländern eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften. Es gibt verschiedene Typen von Atemschutzmasken: zertifizierte medizinische Mundschutze, selbstgenähte Masken aus Stoff (Behelfsmasken) und professionell gefertigte, nicht zertifizierte MNS-Halbmasken. Lies mehr zur Schutzwirkung von Corona-Masken und zu Corona-Schutzmasken richtig anlegen, tragen und reinigen.

Attenuiert

Attenuiert bedeutet abgeschwächt oder vermindert. Eine Attenuierung oder Attenuation ist der medizinische Fachausdruck für eine Verminderung der krankmachenden Eigenschaften eines Erregers wie SARS-CoV-2. Die Vermehrungsfähigkeit des Erregers bleibt bei der Attenuation jedoch erhalten oder wird nur gering herabgesetzt. Die Attenuierung wird unter anderem bei Impfstoffen genutzt, in denen der Erreger, vor dem die Impfung schützen soll, in abgeschwächter Form enthalten ist. Beispiele für solche Lebendimpfstoffe sind Impfungen gegen Masern und Mumps. Lies mehr zur Wirkungsweise von Lebensimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Ausbreitungsgeschwindigkeit

Siehe Verdopplungsrate.

Basisreproduktionszahl

Die Basisreproduktionszahl R0 wird auch R-Wert genannt und gibt an, wie viele Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person durchschnittlich ansteckt. Damit die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen auf lange Sicht nicht weiter ansteigt, die Anzahl der Neuinfektionen sinkt und unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird, sollte laut Experten R0 möglichst unter 1 liegen. Dann steckt ein mit SARS-CoV-2 Infizierter im Durchschnitt weniger als eine andere Person mit dem Coronavirus an.

Bei einer Reproduktionszahl von 1 bleibt die Anzahl der Covid-19-Erkrankten konstant. Bei R-Werten unter 1 nimmt sie ab. Je kleiner also die Basisreproduktionszahl bzw. der R-Wert, desto besser.

Blutserum

Flüssiger Teil deines Bluts ohne rote und weiße Blutzellen, ohne Blutplättchen und ohne Gerinnungsfaktoren.

Corona-Test

Beim Corona-Test wird ein Abstrich aus deinem Rachen und der Nase genommen und in einem Labor auf das Coronavirus SARS-CoV-2 untersucht. Sind Teile des Virus-Erbgutes nachweisbar, liegt eine Infektion mit dem Coronavirus vor.

Was bedeuten positive und negative Ergebnisse bei Corona-Tests?

Coronaviren

Es gibt nicht nur das Coronavirus, das im Jahr 2020 die Welt in Atem hält. Coronaviren gehören zu einer großen Familie von Viren, die verschiedene Krankheiten deiner Atemwege verursachen können. Corona ist Lateinisch und bedeutet Kranz oder Krone. Coronaviren werden so genannt, weil sie unter dem Elektronenmikroskop aussehen, als seien sie von einem Kranz umgeben.

Covid-19

Covid-19, auch COVID-19 geschrieben, ist die Abkürzung für Coronavirus Desease 2019. Das ist die Atemwegserkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Doch nicht alle Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, erkranken automatisch an Covid-19. Weitere Infos zu Symptomen von Covid-19, zu Corona-Risikogruppen und mehr erhältst du in unserem Artikel Coronavirus-Check.

Ct-Wert

Ct ist die Abkürzung für threshold cycle, was auf deutsch etwa mit „Schwellenzyklus“ übersetzt werden kann. Das bezieht sich auf die Verdopplungszyklen beim PCR-Test. Mit diesem lässt sich im Labor das Genmaterial eines Virus vervielfältigen und damit nachweisen. Im Fall von SARS-CoV-2 sind das bestimmte RNA-Abschnitte. Der Ct-Wert beschreibt, ob wenige oder viele Verdopplungszyklen durchlaufen werden, bevor die Messkurve nach oben schießt und damit ein verlässlicher Nachweis für das Vorhandensein von Viren-RNA erbracht ist.

Dunkelziffer

Die Dunkelziffer steht für die Anzahl der unentdeckten Fälle von Covid-19. Da nicht alle Menschen auf SARS-CoV-2 getestet werden können, liegen dem Robert Koch-Institut nur die Zahlen von gemeldeten positiven Laborergebnissen vor. Unbekannt ist dagegen, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind oder waren.

Durchseuchungsrate

Die Durchseuchungsrate beschreibt den Verbreitungsgrad einer Infektionskrankheit wie Covid-19. Auch bereits wieder Genesene sowie Menschen, die nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, werden bei der Durchseuchungsrate erfasst. Die Durchseuchungsrate gibt also an, wie viele Menschen in einer Gruppe  mit einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 infiziert sind oder von einer Erkrankung wie Covid-19 betroffen sind oder waren.

ELISA-Test

Der Enzym-linked immunosorbent assay, kurz ELISA, ist ein enzymbasierter Immuntest. Mit dem ELISA-Test kann die Konzentration von Antikörpern in deinem Blut bestimmt werden.

Epidemie

Bei einer Epidemie kommt es in einem bestimmten geografischen Gebiet innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu einer sehr großen Zahl an Krankheitsfällen mit derselben Ursache. 

Epidemiologie

Die Epidemiologie beschäftigt sich mit den Ursachen, der Verbreitung und den Folgen von Krankheiten, die den Gesundheitszustand der Bevölkerung beeinflussen. Epidemiologen untersuchen, welche Bedingungen es einem Virus wie SARS-CoV-2 erleichtern oder erschweren sich in der Bevölkerung auszubreiten.

Epizentrum

Das Corona-Epizentrum ist der Bereich, von dem das Infektionsgeschehen vorrangig ausgeht beziehungsweise an dem sich die Fälle von Covid-19-Erkrankungen sehr stark konzentrieren.

Eradikation

Als Eradikation wird die vollständige Entfernung eines Krankheitserregers wie SARS-CoV-2 aus deinem Körper oder aus der gesamten Bevölkerung bezeichnet.

Evidenzbasiert

Evidenzbasiert bedeutet auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend.

Exposition

Exposition heißt, einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 ausgesetzt sein. Eine Expositionsprophylaxe bezeichnet alle nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxe) zur Vermeidung von Kontakt und Ansteckung mit einem Erreger.

Fallzahl

Das ist die Anzahl der an Covid-19 erkrankten und mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen in einem Land, einem Bundesland, einer Stadt oder Region, die medizinisch behandelt werden müssen. Die Fallzahl zeigt die Corona-Infektionen, die den Behörden bekannt sind.

FFP-Masken

FFP steht für Filtering Face Piece. Das ist die englische Bezeichnung für partikelfiltrierende Halbmasken. FFP-Masken gibt es in drei Schutzklassen. Sie alle haben einen integrierten Filter, der dich beim Einatmen vor kleinen infektiösen Tröpfchen (Aerosolen) und Feinstaub schützen soll. Erst ab FFP-2 besteht ein eingeschränkter Schutz vor SARS-CoV-2. Lies mehr zur Schutzwirkung von FFP-Masken gegen das Coronavirus.

Herdenimmunität

Herdenimmunität bezeichnet den Zustand, dass sich ein Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 innerhalb der Bevölkerung nicht weiter ausbreiten kann, weil ein großer Anteil der Menschen aufgrund einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion immun dagegen ist. Lies mehr zur Herdenimmunität durch Riegelungsimpfungen.

Hotspot

Der englische Begriff „hot spot“ bedeutet Gefahrenherd oder Brennpunkt. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bezeichnet ein Hotspot Regionen, Städte, Gemeinden, Wohnanlagen oder Betriebe, in denen sich sehr viele Menschen aufhalten, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Zu einem Hotspot oder einer „Region mit erhöhten Infektionszahlen“ zählen in Deutschland Orte, in denen es innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben hat (Stand: 16.10.2020).

Hyperimmunserum

Ein Hyperimmunserum kann aus Plasmaspenden von Covid-19-Genesenen hergestellt werden. Es enthält eine besonders hohe Konzentration von Antikörpern gegen SARS-CoV-2. Lies mehr zur Plasma-Therapie bei Covid-19.

Hygienemaßnahmen

Maßnahmen zur Erhaltung deiner Gesundheit, zur Vermeidung von Krankheiten wie Covid-19 durch Infektion oder zur Bekämpfung von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2. In unserem Artikel Handhygiene in Infektionszeiten erfährst du, wie du deine Hände richtig wäschst und deiner Haut Corona-Stress ersparst.

Immunglobuline

Immunglobuline werden auch Antikörper genannt. Sie sind Y-förmige Eiweiße und werden von speziellen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphozyten, gebildet. Immunglobuline haben als Teil deines Immunsystems die Aufgabe, Krankheitserreger und in deinen Körper eingedrungene Fremdstoffe aufzuspüren.

Immunglobuline werden in vier Klassen eingeteilt, von denen jede ganz spezielle Aufgaben übernimmt und an bestimmte Gruppen von Krankheitserregern und Fremdstoffe wie ein Schlüssel zum Schloss angepasst ist. Je nachdem wo in deinem Körper und in welchem Stadium des Kontakts mit dem körperfremden Stoff (Antigen) die Immunglobuline wirken, unterscheidet die Medizin:

  • Immunglobulin A (IgA): Kommt im Magen-Darm-Trakt, im Genitalbereich und der Tränenflüssigkeit vor und ist zuständig für die Abwehr von Krankheitserregern an den Eintrittspforten deines Körpers.
  • Immunglobulin G (IgG): Schützt deinen Körper vor Viren und Bakterien. Immunglobuline der Klasse G  werden recht spät bei einem Infekt gebildet. Sie sind dann aber perfekt an den jeweiligen Erreger angepasst und spielen damit eine wichtige Rolle beim Immungedächtnis.
  • Immunglobulin E (IgE): Schützen deinen Körper vor Darmbakterien und Parasiten und sind für allergische Reaktionen verantwortlich.
  • Immunglobulin M (IgM): IgM wird als erster Abwehrstoff bei einem Kontakt mit Krankheitserregern und körperfremden Stoffen gebildet. Nach der akuten Phase einer Infektion sinkt die IgM-Konzentration wieder ab und IgG-Antikörper übernehmen die weitere Arbeit.

Immuninsuffizienz

Eine Immuninsuffizienz ist ein krankhafter Zustand deines Immunsystems. Dann kann es deinen Körper nicht mehr ausreichend vor Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten schützen.

Immunität

Immunität bedeutet Schutz vor einer Infektion mit einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 zu haben. Immunität kannst du durch eine Impfung erwerben oder durch eine überstandene Infektionskrankheit wie Covid-19.

Infektion

Infektion ist der medizinische Ausdruck für Ansteckung. Ist SARS-CoV-2 über Tröpfcheninfektion in deinen Körper gelangt, bist du mit dem Erreger infiziert. Du hast eine Infektion, wenn das Virus sich in deinem Körper vermehrt und ausbreitet.

Infektionskette

Der Übertragungsweg von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2 von einem Menschen auf weitere Personen wird als Infektionskette bezeichnet. Eine Infektionskette entsteht durch eine Reihe von Infektionen: eine Person steckt andere Menschen an und diese infizieren weitere Menschen.

Infektiosität

Die Infektiosität eines Krankheitserregers ist seine Fähigkeit sich nach der Übertragung in deinem Körper auszubreiten und dich somit zu infizieren. Die Infektiosität beschreibt, wie ansteckend ein Krankheitserreger ist. Ein wichtiger Faktor dafür ist die Virulenz.

Infektiologe

Arzt oder Wissenschaftler, der sich mit Infektionskrankheiten wie Covid-19 beschäftigt.

Infektionsrate

Die Infektionsrate ist ein Maß für die Ausbreitung einer Krankheit wie Covid-19. Sie wird definiert als die Zahl der Neuinfektionen in einem bestimmten Zeitabschnitt.

Infektionsschutzgesetz

Das Infektionsschutzgesetz, kurz IfGS, regelt, welche Krankheiten und labordiagnostischen Nachweise von Krankheitserregern meldepflichtig sind. Das IfGS definiert außerdem den Umgang mit meldepflichtigen Erkrankungen. Das soll dabei helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen, übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen und durch entsprechende Schutzmaßnahmen deren Ausbreitung zu verhindern.

Infizierte

Die Zahl der tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist wegen der hohen Dunkelziffer unbekannt. Wenn von Infizierten gesprochen wird, sind die vom Labor bestätigten positiven Fälle gemeint. Achtung: wer mit SARS-CoV-2 infiziert ist, der ist nicht automatisch an Covid-19 erkrankt. Ein mit SARS-CoV-2 Infizierter trägt das Virus lediglich in sich.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist die Zeit, die von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung und den ersten Krankheitssymptomen vergeht. Bei Covid-19 beträgt die Inkubationszeit im Durchschnitt fünf bis sechs Tage.

Inzidenz

Die Inzidenz beschreibt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie die Anzahl der neu auftretenden Covid-19-Erkrankungen oder Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in einem bestimmten Zeitraum.

Kontraindikation

Eine Gegenanzeige, medizinisch als Kontraindikation bezeichnet, liegt vor wenn eine Erkrankung oder ein Zustand wie eine Schwangerschaft eine bestimmte medizinische Behandlung oder Diagnosemethode verbietet. Das Gegenteil einer Kontraindikation ist die Indikation. Diese gibt an, wann eine bestimmte Therapie oder Diagnosemethode angemessen ist.

Latenzzeit

Die Latenzzeit ist der Zeitraum von Beginn der Ansteckung bis zum Zeitpunkt, an dem der Infizierte selbst infektiös ist und andere Menschen anstecken kann. Im Fall von SARS-CoV-2 gibt das Robert-Koch-Institut eine Latenzzeit von rund drei Tagen an. Bevor eine mit SARS-CoV-2 infizierte Person überhaupt selbst Symptome zeigt, sich also am Ende der Inkubationszeit befindet, kann sie bereits andere Menschen anstecken. Das heißt: die Latenzzeit beginnt zusammen mit der Inkubationszeit, endet aber vorher.

Letalitätsrate

Die Letalitätsrate oder Tödlichkeitsrate zeigt die Wahrscheinlichkeit bzw. das Risiko, an einer Krankheit wie Covid-19 zu sterben. Sie beschreibt das Verhältnis der Anzahl der an Covid-19 verstorbenen Menschen zur Anzahl der infizierten Fälle. Würden beispielsweise von 1000 Covid-19-Erkrankten 2 Menschen sterben, läge die Letalitätsrate bei 0,2 %.

Lockdown

Englisch für Absperrung. Der Lockdown ist in der Corona-Pandemie ein gefürchtetes Wort. Meint er doch Maßnahmen wie Ausgangssperre (Verbot das Haus zu verlassen), Besuchsverbot, Einreise- und Ausreiseverbot, die Einschränkung des öffentlichen Lebens, Schließung öffentlicher Einrichtungen, Verbot von großen öffentlichen Veranstaltungen und allgemein das gesellschaftliche und damit auch wirtschaftliche Herunterfahren infolge der Infektionsschutzmaßnahmen.

Manifestationsindex

Der Manifestationsindex beschreibt den Anteil der mit SARS-CoV-2 Infizierten, die auch tatsächlich an Covid-19 erkrankt sind. Für das Coronavirus gibt es keine gesicherten Zahlen, da nicht alle SARS-CoV-2 Virusträger automatisch an Covid-19 erkranken.

Maskenpickel

Maskenpickel ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Hautreizungen und Hautunreinheiten, die durch das Tragen von Corona-Atemschutzmasken auftreten können. Wir haben 5 Tipps gegen Maskenpickel für dich zusammengestellt.

Meldepflicht

Stellt dein Arzt bei dir eine meldepflichtige Krankheit fest, muss er das zuständige Gesundheitsamt darüber informieren. Auch Apotheker und Testlabore unterliegen dieser Meldepflicht.

Neben Infektionen mit SARS-CoV-2 und der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19 zählen außerdem Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Lies mehr zum Masernvirus, zur Schutzimpfung gegen Mumps und zur Gefahr von Röteln in der Schwangerschaft.

Mortalitätsrate

Die Mortalitätsrate ist die Anzahl der an Covid-19 Gestorbenen in Bezug auf die Anzahl einer speziellen Gruppe. Also beispielsweise 200 Verstorbene auf 1.000 oder 100.000 Einwohner ergibt eine Mortalitätsrate von 20% bzw. 0,2%.

mRNA-Impfstoff

mRNA ist die Abkürzung für messenger RNA, auch Boten-RNA genannt. Bei dem im Dezember 2020 durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ersten europaweit zugelassenen neuen Corona-Impfstoff handelt es sich um einen solchen genbasierten Impfstoff. Wie mRNA-Impfstoffe funktionieren, liest du in unserem Artikel zur Schutzimpfung gegen Covid-19.

Mutation

Mutationen sind spontane und dauerhaft verbleibende Veränderungen im Erbgut, die auch an nachfolgende Generationen weiter gegeben werden.

Neuinfektionen

Die Anzahl der bestätigten Neuinfektionen pro Tag besagt, wie viele Menschen pro Tag sich aufgrund bestätigter Labortests neu mit dem Coronavirus infiziert haben.

Pandemie

Eine Pandemie ist eine örtlich unbegrenzte, sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Infektionskrankheit. Damit ist eine Pandemie wie die Covid-19-Pandemie eine weltweite Epidemie.

PCR-Test

PCR ist die Abkürzung für Polymerase Chain Reaction, auf deutsch bedeutet das Polymerase-Kettenreaktion. Polymerasen sind Enzyme, die Kopien der Erbsubstanz erstellen. Mit der PCR-Methode lässt sich im Labor also Genmaterial eines Virus vervielfältigen und damit sichtbar machen. Dieser genetische Fingerabdruck erlaubt eine genaue Identifizierung des Virus. Auch der Corona-Test nutzt die PCR-Methode um SARS-CoV-2 eindeutig nachzuweisen.

Der PCR-Test wird als medizinisches Untersuchungsverfahren aber nicht nur zur Abklärung von Infektionskrankheiten benutzt, sondern beispielsweise auch, um einen Vaterschaftsnachweis zu erstellen.

Prädisposition

Anfälligkeit für eine Krankheit.

Reproduktionswert (R-Wert)

Der Reproduktionswert, kurz R-Wert, bezeichnet die Ansteckungs-Rate. Er gibt an, wie viele Menschen von einer einzelnen kranken Person angesteckt werden. Beträgt beispielsweise der R-Wert 4 steckt ein Infizierter im Mittel vier andere Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 an. Jeder von diesen infiziert dann ebenfalls vier weitere Menschen usw. Der R-Wert wird vom Robert Koch-Institut aufgrund der vorliegenden Daten statistisch geschätzt.

RNA-Virus

Bei den meisten Viren ist die Erbinformation auf der RNA (Ribonukleinsäure) gespeichert. Auch Coronaviren sind RNA-Viren.

SARS-CoV-2

SARS-CoV-2 ist die Abkürzung für Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus-2. Das bedeutet schweres akutes Atemwegssyndrom. Weitere Infos zum Coronavirus und der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19 erhältst du in unserem Coronavirus-Check.

Serokonversion

Die Serokonversion bezeichnet die Phase einer Infektion, in der spezifische Antikörper, hier die gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, erstmals durch Antikörper-Schnelltests nachweisbar sind. Die Serokonversion beschreibt ebenfalls den Antikörperklassenwechsel von frühen IgM-Antikörpern zu späten IgG-Antikörpern.

Sieben-Tage-Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz, auch 7-Tage-Inzidenz geschrieben, bezeichnet die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. In Deutschland gibt es bundesweit eine Obergrenze von 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner (Stand: 16.12.2020). Wird diese überschritten, bleiben mehr oder minder starke Beschränkungen und Lockdown-Maßnahmen bestehen.

Sieben-Tage-R

Dieser Reproduktionswert bildet das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er beispielsweise bei 0,92 heißt das, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Liegt der Sieben-Tage-R für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Spike-Protein

SARS-CoV-2 nutzt das sogenannte Spike-Protein, um an seine Wirtszellen anzudocken. Das Protein bindet an den ACE2-Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen. Das Coronavirus verschmilzt auf diese Weise mit der Zellmembran und kann sein Erbgut ins Zellinnere entlassen. Das Spike-Protein ist außerdem ein Erkennungsmerkmal für Antikörper. Sie können daran binden und das Coronavirus auf diese Weise als Ziel für Immunzellen markieren.

Social distancing

Die räumliche Distanzierung von deinen Mitmenschen durch Abstand halten (mindestens 1,5 Meter) kann dafür sorgen, dass ihr euch nicht mehr gegenseitig ansteckt. Das hilft die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Superspreader

Superspreader sind Menschen, die besonders viele Mitmenschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Bei einem Superspreading-Event stecken sich besonders viele Menschen auf Veranstaltungen oder Familienfesten mit dem Coronavirus an.

Totimpfstoff

Lies mehr zur Wirkungsweise von Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Tröpfcheninfektion

Bei der Tröpfcheninfektion erfolgt die Übertragung von Krankheitserregern wie dem Coronavirus SARS-CoV-2 über kleine Tröpfchen von Speichel oder Nasensekret, die beim Husten, Niesen, Sprechen oder auch Singen freigesetzt werden. Der Übertragungsweg erfolgt dabei direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute deiner Atemwege oder auch indirekt über deine Hände, mit denen du dir an Mund, Nase oder Augen fasst.

Vakzine

Medizinischer Fachbegriff für Impfstoffe. Lies mehr zu Corona-Impfstoffen.

Verdopplungsrate

Die Verdopplungsrate, Verdopplungszeit oder Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus SARS-CoV-2 gibt an, wie schnell sich die Anzahl der Neuinfektionen verdoppelt. Das wiederum erlaubt eine Aussage darüber, ob sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder beschleunigt.

Je höher die Verdopplungszeit, desto langsamer verbreitet sich das Coronavirus.

Virologe

Virologen sind Experten für Viren. Sie untersuchen Aussehen und Eigenschaften von Viren wie SARS-CoV-2 sowie die Bedingungen für eine  Virusinfektion. Also auf welche Weise sich Viren vermehren und wie Erkrankungen mit ihnen behandelt und vermieden werden können.

Virulenz

Die Virulenz eines Erregers beschreibt, wie aggressiv und krankmachend er ist. Wenn ein Erreger besonders leicht in Zellen eindringen kann, sich besonders schnell vermehrt und dabei das von der Infektion betroffene Gewebe für längere Zeit zerstört, ist er besonders virulent.

Viruslast

Die Viruslast gibt an, wie sich die Virusmenge in deinem Körper durch die Infektion verändert.

Zoonose

Eine Zoonose ist das Überspringen eines Krankheitserregers von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier.

Wissenschaftler vermuten, dass SARS-CoV-2 von einem Fledermausvirus abstammt und über einen Zwischenwirt, also ein weiteres damit infiziertes Lebewesen, auf den Menschen übergegangen ist. Lies mehr dazu unter Woher kommt das Coronavirus SARS-CoV-2?

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Krankheiten

Sehnenscheidenentzündung

Frau mit Sehnenscheidenentzündung hält sich das schmerzende Handgelenk
Eine Sehnenscheidenentzündung tritt am häufigsten nach Überlastungen im Handgelenk auf, aber auch an Ellenbogen, der Schulter oder den Füßen.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Die Sehnenscheide ist eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Hülle, die eine Sehne umschließt. Die Sehne selbst besteht aus Bindegewebsfasern, die Skelettmuskel und Knochen verbinden. Sehnenscheiden sind an den Stellen ausgebildet, wo Sehnen mit erhöhter Spannung über deine Gelenke laufen. Die Sehnenscheide lässt eine Sehne dann wie auf einem Wasserfilm hin und hergleiten und schützt sie damit vor Reibung und Abnutzung.

Überlastest du deine Sehnenscheiden durch zu viel Sport, einseitige Bewegungsabläufe oder Computerarbeit, entzünden sie sich. Die Folge: Du bekommst in Ruhe und in Bewegung starke Schmerzen. Außerdem bildet sich bei einer Sehnenscheidenentzündung eine kleine Beule unter deiner Haut und es kommt zu einem fühlbaren Knirschen in der betroffenen Sehne. Am häufigsten treten Sehnenscheidenentzündungen im Handgelenk auf. Aber auch an den Ellenbogen, den Fingern, der Schulter, am Knie, im Sprunggelenk oder an der Achillessehne am Fuß können sich die Sehnenscheiden entzünden.

Was sind die Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung?

Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen an deinen Sehnen und Sehnenscheiden können verschiedene Ursachen haben:

  • Eine Entzündung deiner Sehne, medizinisch Tendinitis genannt: Die Tendinitis kann auftreten, wenn aufgrund starker oder wiederholter Belastungen eine extreme Reibung zwischen deiner Sehne und dem angrenzenden Knochen entsteht.
  • Die Sehnenscheidenentzündung, auch Tendovaginitis genannt, kann das Ergebnis einer Überdehnung oder einer ständigen Wiederholung derselben Bewegung sein. Dadurch können sich beide Schichten der Gleithülle, die manche Sehnen umgeben, entzünden. Häufig betroffene Stellen sind Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Finger, Knie und die Ferse.
  • Neben Sehnenscheidenentzündungen führen Einengungen der Sehnenscheiden häufig zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Eine Einengung der Sehnenscheide tritt oft im Bereich der Sehnen für Streck- und Abspreizbewegungen des Daumens auf und wird als Tendovaginitis stenosans de Quervain bezeichnet. Typisch für eine Tendovaginitis stenosans de Quervain sind Schmerzen des Daumengelenkes, die bis zum Handgelenk ausstrahlen und beim Halten und Greifen verstärkt werden.
  • Bei der Tendovaginitis stenosans sind einer oder mehrere Beugesehnen deiner Fingerbeugemuskeln eingeengt. Die daraus entstehende Sehnenscheidenentzündung bewirkt eine knotige Veränderung oder gelegentlich sogar eine Verdickung der betroffenen Sehne. Beugst du die entsprechende Fingersehne, bleibt die verdickte Sehne an der Sehnenscheide hängen  und blockiert die weitere Bewegung. Wenn der Kraftaufwand zum Fingerbeugen steigt, rutscht irgendwann die Sehne durch die Sehnenscheide, was zu einer sehr ruckartigen Fingerbeugung führt. Die Bezeichnung dafür ist schnellender Finger oder Schnappfinger.
  • Risse der Sehnen (Sehnenrupturen) entstehen entweder als Folge von Unfällen oder von Verschleißerscheinungen. Sehnenrupturen können dazu führen, dass du den betroffenen Bereich nicht mehr bewegen kannst. In diesem Fall kann in der Regel nur eine Operation helfen.

Wie entsteht eine Sehnenscheidenentzündung?

Durch einseitige und/oder zu starke Belastung einer Sehne sowie durch Fehlbelastungen kommt es zu Schwellungen des umgebenden Gewebes. Dies wiederum führt dazu, dass die Sehne und die Sehnenscheide aneinander reiben. Geschieht das über einen längeren Zeitraum, entstehen kleinere Verletzungen und Sehnenscheidenentzündungen.
Gründe für die Überlastung können sein:

  • Monotone Bewegungsabläufe wie zum Beispiel bei der Arbeit am Computer. Der sogenannte „Mausarm“ entsteht. Auch Musiker und Handwerker, die täglich viele Stunden die gleichen Handbewegungen durchführen, leiden häufig an einer Sehnenscheidenentzündung.
  • Ungeeigneter Arbeitsplatz mit falsch eingestelltem Tisch, Stuhl, Tastatur und Maus.
  • Fehlhaltungen bei starken Belastungen und exzessiv betriebene Sportarten wie Laufen, Tennis, Golfen, Klettern oder Tanzen können Sehnenscheidenentzündungen begünstigen.
  • Arbeiten, die dein Körper nicht gewohnt ist: Renovierungsarbeiten am/im Haus, Umzug oder Gartenarbeit mit Geräten führen oft zu Fehlbelastungen und Überbelastungen deiner Sehnen und Gelenke.
  • Seltene Auslöser der Sehnenscheidenentzündung sind bakterielle Infektionen oder rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis.
  • Wenn eine entzündete, geschwollene Sehnenscheide den Kanal durch den die Beugesehnen deiner Finger verlaufen verdickt, entsteht ein sogenannter Schnappfinger. Dabei staucht sich die Beugesehne vor der Verengung und wird dicker. Streckst du den Finger, kann die eingeklemmte Sehne den Kanal nur mit einem schmerzhaften Ruck passieren.

Symptome einer Sehnenscheidenentzündung

Du erkennst eine Sehnenscheidenentzündung an den folgenden Beschwerden:

  • Schwellung der betroffenen Körperstelle.
  • Kleine Beule unter der Haut. Diese Verdickung entsteht dadurch, dass sich die Sehnenfasern vor der Verengung stauen und falten.
  • Steifigkeit der Gelenke.
  • Stechende oder ziehende Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung.
  • Druckschmerzen entlang der Sehne.
  • Rötung und Erwärmung der Haut an der betroffenen Stelle.
  • Fühlbares Knirschen in der Sehne.
  • Bei chronischer Sehnenscheidenentzündung: Knötchen und Verhärtungen.

Welcher Arzt hilft bei Sehnenscheidenentzündung?

Mit einer Sehnenscheidenentzündung solltest du zu deinem Hausarzt, einem Sportmediziner oder zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie gehen. Lies mehr über Tätigkeitsfeld und Untersuchungen beim Orthopäden.

Zeigen sich bei dir zusätzlich zu Schmerzen und Schwellungen Symptome einer infektiösen Senenscheidenentzündung wie Fieber oder Schüttelfrost, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn hier handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Fieber richtig messen

Zur Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung wird sich dein Arzt nach deiner beruflichen Tätigkeit, ausgeübten Sportarten und der Art und Dauer deiner Beschwerden erkundigen. Außerdem wird er die schmerzende Stelle abtasten und einige Bewegungstests durchführen.

In unklaren Fällen kann dein Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT) veranlassen. Dazu liegst du zehn bis 30 Minuten in einer Röhre und ein Magnet kreist um dich herum. Die lauten Klopfgeräusche des Gerätes kannst du abmildern, indem du dir Ohrenstöpsel geben lässt. Ein Computer wandelt die erhaltenen Signale zu zwei- oder dreidimensionalen Bildern um. Die Bilder zeigen deinen Körper scheibchenweise oder in 3-D. Das MRT zeigt deinem Arzt, wie es in deinen Gelenken und im Gewebe aussieht.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann das Labor anhand eines großen Blutbildes die sogenannten Entzündungsparameter bestimmen. Eine erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), eine beschleunigte Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BKS) sowie eine Erhöhung des sogenannten C-reaktiven Proteins (CRP) deuten auf eine Entzündung hin. Normalwerte für CRP

Was hilft bei Sehnenscheidenentzündung?

Um eine Sehnenscheidenentzündung zu behandeln, solltest du das betroffene Gelenk unbedingt schonen. Unter Umständen musst du den betroffenen Bereich mit einer stabilisierenden Bandage, einer Manschette oder einem Schienenverband ruhig stellen. Dein Orthopäde erklärt dir die notwendigen Schritte.

Außerdem solltest du die Tätigkeit, welche die Sehnenscheidenentzündung hervorgerufen hat, für längere Zeit möglichst vermeiden.

Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika mit den Wirkstoffen Diclofenac oder Ibuprofen können gegen akute Schmerzen helfen.

Ist die Sehnenscheidenentzündung sehr stark ausgeprägt, kann dir dein Arzt ein Kortisonpräparat direkt in das betroffene Gewebe spritzen. Kortison stoppt den entzündlichen Prozess. Zur schnellen Schmerzunterbrechung kann dir auch ein Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel) ins Gewebe gespritzt werden.

Ist eine bakterielle Infektion für deine Sehnenscheidenentzündung verantwortlich, musst du Antibiotika einnehmen. Tust du das nicht, kann sich eine Infektion im Handgelenk beispielsweise über deinen gesamten Unterarm ausbreiten.

Zur Therapie einer Sehnenscheidenentzündung im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung solltest du vor allem auf die sorgfältige Behandlung deiner Rheumaerkrankung achten.

In sehr schweren Fällen kann zur Therapie der Sehnenscheidenentzündung ein operativer Eingriff nötig sein. Hierbei entfernt der Arzt das verdickte oder eingeengte Gewebe.

Unterstützend beim Heilungsprozess können Physiotherapie und Ergotherapie wirken.

Hausmittel bei Sehnenscheidenentzündung

Bei einer Entzündung der Sehnenscheide tut Kühlung gut. Quarkwickel, kühlende Umschläge oder Kühlkompressen können kurzfristig bei Schwellungen helfen und sind zudem wohltuend bei Schmerzen.

Doch Vorsicht: Eisgekühltes zum Schutz vor Erfrierungen bitte nicht ungeschützt auf die betroffene Hautstelle auflegen, sondern besser in ein Handtuch einwickeln.

Wie lange dauert eine Sehnenscheidenentzündung?

Lässt du eine akute Sehnenscheidenentzündung umgehend behandeln, klingt die Entzündung in der Regel nach einigen Tagen ab. Bei chronischen Sehnenscheidenentzündungen kann die Behandlung hingegen langwierig sein. Dein Arzt berät dich gerne und steht dir bei allen Fragen zur Seite.

Sehnenscheidenentzündung vermeiden

Um eine Sehnenscheidenentzündung zu verhindern, kannst du selbst eine Menge tun. Und du musst auch nicht auf die Tätigkeiten verzichten, die die Sehnenscheidenentzündung ausgelöst haben. Du solltest vielmehr darauf achten, beim Arbeiten, Sport und in der Freizeit die richtige Haltung einzunehmen und immer wieder Pausen einzulegen. Um deine Finger und das Handgelenk bei der Arbeit am PC zu schonen, solltest du die Handballen vor der Tastatur aufstützen. Spezielle Polster vor der Tastatur haben den gleichen Effekt. Achte beim Sport auf die richtige Körperhaltung und übertreibe die Anstrengung nicht. Bewege dich regelmäßig und wärme dich vorher auf. Bandagen können Handgelenk und Fuß kurzfristig Halt geben. Lass dich dazu von deinem Arzt oder in einem Sanitätshaus beraten.

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Immunplasma-Therapie

Krankenschwester mit einer Blutplasma-Spende
Das Blutplasma von Infizierten, die wieder gesund sind, enthält Antikörper. Mediziner sprechen von Rekonvaleszenten-Plasma.

Plasma-Therapie bei Covid-19

Blutplasma ist der flüssige und zellfreie Anteil in deinem Blut, der durch Zentrifugieren abgetrennt wird. Als Immunplasma bezeichnen Mediziner Blutplasma, das Antikörper enthält.

Eine Immunplasma-Therapie funktioniert ähnlich wie eine Passivimpfung. Hierbei bekommst du keine abgeschwächten Krankheitserreger oder Teile von abgetöteten Krankheitserregern verabreicht, sondern Antikörper gegen einen Krankheitserreger.

Was sind aktive und passive Impfungen?

Wenn du eine Viruserkrankung wie Covid-19 überstanden hast, hat dein Körper Antikörper gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gebildet. Diese Antikörper verbleiben noch eine Weile in deinem Körper. Nach Prüfung deiner Eignung als Immunserum-Spender werden dir die Antikörper mit deinem Blut entnommen, im Labor gereinigt und aufbereitet.

Bei einer Immunplasma-Therapie bekommen Patienten, die noch an dem Coronavrus leiden, dein aufbereitetes Blutplasma mit den darin enthaltenen Antikörpern als Transfusion (intravenöse Infusion) oder Injektion verabreicht. Hierbei kann das aus deiner Blutprobe gewonnene zellfreie Blutplasma direkt genutzt werden. Mediziner sprechen dann von Rekonvaleszenten-Plasma, also Plasma von Genesenen. 

Wirksamkeit der Plasma-Therapie

Aus den Plasmaspenden von Covid-19-Genesenen kann aber auch ein sogenanntes Hyperimmunserum hergestellt werden. Dies enthält dann eine besonders hohe Konzentration von Antikörpern gegen SARS-CoV-2.

Mithilfe der Immunplasma-Therapie sollen die Schwere der Covid-19 Erkrankung abgemildert werden und damit die Heilungschancen verbessert werden.

Bei Viren wie SARS oder Ebola soll die Immunplasma-Therapie teilweise funktioniert haben. Ob sie bei Covid-19 ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden kann, ist derzeit noch unklar. Denn die Wirksamkeit der Plasma-Therapie bei Covid-19 ist aufgrund der geringen Datenlage noch wenig erforscht. Weltweite Studien dazu laufen. Außerdem ist nicht jeder, der Covid-19 überstanden hat, automatisch als Serumgeber für schwerkranke Covid-19-Patienten geeignet.

Was sind neutralisierende Antikörper?

Normale Antikörper docken an ein Virus an, markieren es und machen es damit für dein Immunsystem als Feind sichtbar. Neutralisierende Antikörper machen das Virus hingegen selbst unwirksam. Dazu verhindern sie, dass das Virus in die Zellen eindringt. Somit kann es sich nicht vermehren. Und das ist auch im Fall von SARS-CoV-2 und Covid-19 wünschenswert. Allerdings haben Menschen mit vielen Antikörpern im Blut nicht automatisch auch viele neutralisierende Antikörper. Studien werden zeigen müssen, wie hoch die benötigten Konzentrationen sein müssen, um die gewünschten Effekte zu erzielen.

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Heilpflanze Lavendel

Der Echte Lavendel, lateinisch Lavandula angustifolia, ist die Arzneipflanze 2020
Der Echte Lavendel ist die Arzneipflanze 2020. Seine Blüten liefern das ätherische Öl zur Behandlung von Unruhezuständen, Angststörungen, Einschlafstörungen, Reizmagen, nervösen Darmbeschwerden und Blähungen.

Lavendel: Anwendungsgebiete

Von Juni bis Anfang September leuchtet dir aus vielen Gärten der Echte Lavendel mit seinen blau-lilafarbenen Blüten entgegen. Fasst du ihn an, verströmt er seinen charakteristischen Duft. Kein Wunder also, dass Lavendel seit dem 17. Jahrhundert als Duftstoff für Parfüms verwendet wird. Als Heilpflanze gegen Kopfläuse ist Echter Lavendel schon seit dem 12. Jahrhundert bekannt. Später erhielt er den Beinamen „Nervenkraut“, weil seine beruhigende Wirkung bei Angstzuständen erkannt wurde.  Auch gegen Blähungen und Krämpfe erwies sich Lavendel im Laufe der Zeit als überaus hilfreich. Getrocknete Lavendelblüten zogen als Mottenschreck mit duftenden Lavendelsäckchen in unsere Kleiderschränke ein oder sorgten als Badezusätze für Entspannung.

Heute gibt es über 30 verschiedene Lavendelarten. Doch nicht alles, was angenehm duftet und schön aussieht, besitzt auch heilende Kräfte. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) ist Arzneipflanze des Jahres 2020. Was aber ist der Unterschied zwischen Heilpflanze und Arzneipflanze? Eine Heilpflanze ist eine Pflanze, deren Inhaltsstoffe und Wirkstoffe zur Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten dienen. Wird eine Heilpflanze zur Herstellung und Entwicklung pflanzlicher Arzneimittel (Phytopharmaka) verwendet, wird sie zur Arzneipflanze.

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist die Arzneipflanze 2020.
Echter Lavendel ist die Arzneipflanze 2020.

Mehr zum Thema Heilpflanzen und Heilkräuter, die du vor deiner Haustür entdecken und für deine Gesundheit nutzen kannst, liest du im Experteninterview mit Heilpraktiker Sebastian Vigl auf Haus:RAT.

Echter Lavendel ist ein immergrüner, mehrjähriger Halbstrauch mit einer Wuchshöhe von 30 bis 70 Zentimetern. Ursprünglich stammt der Echte Lavendel aus dem Mittelmeerraum. Heute wird die Heilpflanze weltweit angebaut. Die schmalen, spitzen und graugrünen Blätter des Echten Lavendels besitzen einen haarigen Flaum und können bis zu fünf Zentimeter lang werden. Die bläulich-violetten Blüten ordnen sich in ährenartiger Form an und verströmen einen intensiven Duft, der besonders Bienen und Hummeln magisch anzieht. Auf Blattläuse wirkt der Lavendelgeruch hingegen abschreckend. Daher wird Lavendel im Garten gerne neben Rosen und anderen „Läuse-Lieblingspflanzen“ eingesetzt.

Medizinisch verwendete Teile des Lavendels

Medizinisch verwendete Teile des Echten Lavendels sind Blüten und  destilliertes ätherisches Öl. Die daraus hergestellten Lavendelpräparate gelten als beruhigend, nervenstärkend und krampflösend. Antibakterielle Inhaltsstoffe von Lavendelöl können bei Verletzungen wie beispielsweise Hautabschürfungen oder Schnittwunden sowie bei leichten Verbrennungen helfen. Denn sie verhindern, dass sich der betroffene Bereich entzündet. Für Kreislaufstärkende Präparate wird Lavendel häufig mit Rosmarin oder Thymian kombiniert.

Nachfolgend sind die Hauptanwendungsgebiete von Lavendelpräparaten noch einmal für dich zusammengefasst:

  • Unruhe und Hyperaktivität (auch bei Kindern)
  • Angstzustände
  • Reizbarkeit
  • Einschlafstörungen. Lies mehr zu Hilfe bei Schlafstörungen
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Menstruationsschmerzen
  • Magenkrämpfe
  • rheumatische Gelenkbeschwerden
  • Zahnschmerzen
  • Nervenschmerzen (Neuralgien)
  • depressive Verstimmungen
  • leichte Stress- und Erschöpfungssymptome
  • nervös bedingte Magen-Darm-Beschwerden
  • Blähungen, häufiges Aufstoßen
  • Muskuläre Verspannungen, die zu Spannungskopfschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen oder Rückenschmerzen führen
    Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Atemwegserkrankungen: Husten, Grippe, Keuchhusten, Halsschmerzen oder Bronchitis. Was tun bei Bronchitis?

Wie wirkt Lavendel?

Beim Echten Lavendel wird das ätherische Öl aus Wasserdampfdestillation gewonnen. Dieses Öl besteht hauptsächlich aus Linalool und Linalylacetat. Diese sogenannten Monoterpene wirken im menschlichen Organismus sehr schnell. Linalylazetat ist verantwortlich für den charakteristischen Duft des Lavendelöls. Je höher das Anbaugebiet des Lavendels liegt, desto höher ist sein Gehalt an Linalylazetat. Linalylazetat beruhigt dein zentrales Nervensystem, schützt deine Nerven vor Reizüberflutung, besänftigt Gefühlsausbrüche, steigert dein Wohlbefinden und wirkt beruhigend und entspannend auf deinen Körper und deine Seele.

Wie funktioniert das? Über dein Duftgedächtnis. Millionen Riechzellen an deiner Nasenschleimhaut geben die Duftinformationen an dein Limbisches System weiter. Hier wird der Duft mit Erinnerungen und Emotionen verknüpft, auf die dein Körper reagiert. Lavendelöl wirkt bei gestressten Menschen beruhigend, kann aber auch belebend wirken, beispielsweise bei leichten depressiven Verstimmungen.

Der zweite Hauptwirkstoff im Lavendel, das Linalool, ist mit verantwortlich für die antiseptische, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung von Lavendelöl. Antiseptika sind Wirkstoffe, die zur Desinfektion von Wunden auf Haut und Schleimhaut eingesetzt werden. Sie beseitigen Bakterien, Viren oder Mikroorganismen, die eine Infektion von Wunden verursachen könnten.

Lavendel-Wirkstoffe Linalylazetat und Linalool

Das Spiköl, also das ätherische Öl des sogenannten Speiklavendels (Lavandula latifolia) besitzt von allen Lavendelsorten den höchsten Gehalt an Linalool, hat aber den geringsten Gehalt an Linalylazetat. Aromatherapeuten und Ärzte setzen es ein für Atemwegserkrankungen, bei Erkältung und zur Desinfektion von Räumen. Wegen seiner antiseptischen und entzündungshemmenden Eigenschaft wird Spiköl auch bei Hauterkrankungen verwendet.

Die Lavendel-Wirkstoffe Kampfer und Cineol wirken belebend und erfrischend. Auch für die krampflösenden und fiebersenkenden Eigenschaften des Lavendels sind Kampfer und Cineol verantwortlich. Außerdem wirken Kampfer und Cineol antiseptisch und unterstützen das Linalool in seiner Wirkung.

Cineol wirkt in deiner Lunge und deinen Nasennebenhöhlen schleimlösend und auch bakterizid (Bakterien abtötend). Cineol kann außerdem die Verengung deiner Bronchien verhindern, indem es die Ausschüttung der dafür verantwortlichen Botenstoffe (Neurotransmitter) hemmt.

Kampfer wirkt belebend und anregend, in deinen Bronchien sekretlösend und entspannend und bei rheumatischen Beschwerden schmerzlindernd.

Welche Lavendelpräparate wann verwenden?

Lavendelblütenextrakte zum Einnehmen: Zur Besserung leichter Stress- und Erschöpfungssymptome oder bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen.

Lavendel-Öl in Form von Tropfen: Eignet sich für die innere und äußerliche Anwendung (Packungsbeilage beachten).  Zur Linderung von Unruhezuständen und ängstlicher Verstimmung. Ein Tropfen Lavendelöl auf die Schläfen gerieben, kann bei Spannungskopfschmerzen durch Stress und Muskelverspannungen Linderung verschaffen. Lies mehr über die verschiedenen Arten von Kopfschmerz. Verspannte Muskeln können sich durch eine Massage mit Lavendel-Öl lockern.

Getrocknete Lavendelblüten im Baumwollsäckchen: Helfen Insekten wie Motten, Spinnen, Mücken und Läuse zu vertreiben.

Lavendel-Weichkapseln können bei Unruhe, Nervosität und ängstlichen Verstimmungen eingenommen werden. Auch bei Flugangst und Wechseljahrsbeschwerden können Lavendel-Kapseln beruhigend wirken.

Lavendelöl-Tabletten werden ebenfalls zur Beruhigung angeboten.

Lavendelölbäder und Lavendel-Duschgel sind wohltuend bei innerer Unruhe und Einschlafstörungen. Hilfe bei Schlafstörungen
Bitte beachte: Seifen, Lotionen, Duschbäder, Sprays oder Kerzen mit Lavendel enthalten oft nur wenig oder gar keinen echten Lavendel in Heilpflanzenqualität. Oft wird hier ein sogenannter Hybrid-Lavendel namens Lavendin verwendet. Dieser Lavendel hat im Vergleich zum echten Lavendel geringere Duft- und Wirkstoffqualitäten.

Lavendelblüten-Tee aus frischen oder getrockneten Blüten soll beruhigend und fiebersenkend wirken und bei Verdauungsproblemen helfen. Übergieße einen Teelöffel getrocknete Blüten in einer Tasse mit heißem Wasser und lass es zehn Minuten abgedeckt ziehen. Der Sud kann auch äußerlich auf der Haut angewandt werden. Er hilft gegen Unreinheiten und unterstützt die Wundheilung.

In der Küche verfeinert Lavendel als Gewürz Fleisch- und Fischgerichte, Käse, aber auch Süßspeisen wie Kuchen, Obstsalate, Konfitüren oder Eis.

Lavendel: Nebenwirkungen

Bitte beachte: Wende medizinische Lavendelpräparate nur nach Rücksprache mit deinem Arzt oder Heilpraktiker an. Achte auf die korrekte Dosierung und die Anwendungshinweise in den Packungsbeilagen. Beipackzettel richtig lesen

Bei Kindern unter zwei Jahren sollten grundsätzlich keine ätherischen Öle angewandt werden, weder auf der Haut noch als Inhalation. Dies könnte zu Atemlähmungen führen. Ist bei dir eine Überempfindlichkeit gegenüber Lavendel bekannt, solltest du Lavendel in jedweder Form meiden.

Bei empfindlichen Menschen kann Lavendel Kopfschmerzen auslösen. Erfahre Wissenswertes zu Ursachen und Therapien von Kopfschmerzen.

Bei innerlicher Anwendung von Lavendelöl kann es zu vorübergehendem Aufstoßen, Übelkeit oder Verstopfung kommen. Hilfe bei Verstopfung.

Werden ätherische Öle des Lavendels mit einer Duftlampe im Raum verteilt, können bei geruchsempfindlichen Personen und bei Allergikern Atemnot und schlimmstenfalls ein asthmatischer Anfall ausgelöst werden.

Bei Anwendungen auf der Haut können je nach Empfindlichkeit deiner Haut und je nach Dosierung allergische Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz und Quaddelbildung auftreten.

Lavendel in größeren Mengen gegessen schmeckt nicht nur bitter, sondern kann auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Kinder, Schwangere und stillende Frauen sollten Lavendel generell nur in geringer Dosierung essen.

Nimm kein Lavendel-Vollbad bei Fieber, Kreislaufbeschwerden, Herzschwäche, offenen Wunden, Hautentzündungen oder Hauterkrankungen. Lies mehr über Ursachen und Behandlung von Fieber.

Solltest du in homöopathischer Behandlung sein, frag bitte deinen Arzt oder Heilpraktiker, ob du Lavendelöl verwenden darfst. Denn insbesondere Schopf-, Speik- oder Wolllavendelöl können die Wirkung von homöopathischen Mitteln beeinträchtigen.

Wenn du Haustiere hast, beachte bitte, dass insbesondere Hunde, Katzen und Vögel sehr empfindlich auf Gerüche reagieren.  Ätherische Öle in der Duftlampe sollten wenn überhaupt nur dann sehr sparsam eingesetzt werden, wenn dein Tier die Möglichkeit hat den bedufteten Raum zu verlassen.

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Diagnosekürzel

J06

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht J06 für Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege
Unter J00 bis J06 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Akute Infektionen der oberen Atemwege zusammengefasst. J06 ist das Diagnosekürzel für Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Entzündung des Kehlkopfs oder um einen grippalen Infekt handeln

J06: Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege

Exkl.: Akute Infektion der Atemwege o. n. A. J22
Infektionen der Atemwege o. n. A. J98.7
Influenzaviren, nachgewiesen J09, J10.1
Influenzaviren, nicht nachgewiesen J11.1

Lies mehr zu Influenzaviren und zur Grippe-Schutzimpfung.

J06.0 Akute Laryngopharyngitis

Eine akute Laryngopharyngitis ist eine akute Entzündung des Kehlkopfes (Larynx) und des Rachens (Pharynx). Typische Symptome einer Kehlkopfentzündung, medizinisch Laryngitis genannt, sind:

  • Heiserkeit und Hustenreiz
  • starke Halsschmerzen
  • Versagen der Stimme

Eine Rachenentzündung, medizinisch Pharyngitis genannt, verursacht Symptome wie:

  • Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals
  • Schmerzen beim Schlucken

J06.8 Sonstige akute Infektionen an mehreren Lokalisationen der oberen Atemwege

Die Folge einer Infektion durch bakterielle oder virale Erreger an mehreren Stellen der oberen Atemwege ist eine Entzündung der Schleimhäute deines Nasen-Rachen-Raumes. Begleitend kommt es zu schleimigen Sekret-Absonderungen in den entzündeten Atemwegen, die klarflüssig oder eitrig sein können.

Als Folgekrankheiten einer akuten Infektion der oberen Atemwege können eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und/oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media) auftreten. Was tun bei Mittelohrentzündung?

J06.9 Akute Infektionen der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet

Inkl.: Grippaler Infekt
Obere Atemwege: Infektion o. n. A.
Obere Atemwege: Krankheit, akut

Ein grippaler Infekt, umgangssprachlich als Erkältung bezeichnet, verursacht Symptome, die bei jedem unterschiedlich schwer sein können. Typische Erkältungssymptome sind:

  • Husten
  • Schnupfen mit behinderter Nasenatmung, beeinträchtigtem Riechvermögen, nasal klingender Stimme
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen. Was tun bei Kopfschmerzen?
  • Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Frösteln
  • erhöhte Temperatur
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
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Symptome

Insektenstiche

Junge mit kurzer Hose wird von Stechmücken umschwärmt und sein Vater sprüht die unbedeckten Beine mit Insektenspray ein
Um Stechmücken und andere Insekten fernzuhalten, sollten unbedeckte Hautstellen mit einem Insektenschutzmittel (Repellent) besprüht oder eingerieben werden.

Welche Insekten stechen?

Wespen sitzen auf deiner Obsttorte und umschwirren dich beim Essen im Freien. Doch nicht nur sie sind im Sommer besonders aufdringlich. Während Wespen dich nur tagsüber nerven, sind Stechmücken vor allem nachts aktiv und stören mit feinem Sirren deinen Schlaf. Sie ernähren sich von deinem Blut, während Wespen, Bienen, Hornissen und Hummeln nur dann zustechen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Die Folge von Stichen oder Bissen: Schwellungen, Rötungen und Juckreiz auf deiner Haut. Besonders Insektenstich-Allergiker sollten auf der Hut vor den summenden und brummenden Plagegeistern sein und ein Notfallset dabei haben. Doch welche Insekten stechen und welche beißen? Und welcher Stich oder Biss kann gefährlich werden?

Biene: Diese etwa 1,5 cm großen Insekten mit den auffälligen Pollenkissen an den Hinterbeinen werden besonders von gelber Kleidung angezogen. Alle weiblichen Bienen haben einen Giftstachel mit Widerhaken, der beim Stich in deiner Haut stecken bleibt. Bienen stechen allerdings nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen und sich verteidigen. Das passiert beispielsweise, wenn du barfuß über das Gras läufst und dabei eine Pollen suchende Biene unsanft von einer Blüte abstreifst.

Der Stich einer Biene ist für Nichtallergiker ungefährlich, aber dennoch sehr unangenehm. Deine Haut kann anschwellen, rot werden, schmerzen, jucken und brennen. Ziehe den Stachel möglichst schnell mit einer Pinzette aus deiner Haut heraus. Vermeide dabei zu viel Druck, damit sich die am Stachel befindliche Giftdrüse nicht vollständig entleert. Desinfiziere die Stichwunde danach mit Wundspray. Alternativ kannst du auch Essigwasser oder Zitronensaft verwenden. Außerdem solltest du die Stichstelle gut kühlen und eine aufgeschnittene Zwiebelhälfte auflegen.

Hummel und Biene bei der Nahrungssuche auf einer gelben Blüte.
Hummeln (l,) und Bienen (r.) stechen den Menschen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.

Hummel: Sie ist mit 2 cm Länge größer und stärker behaart als eine Biene. Nur die weiblichen Exemplare der Hummel können stechen. Das tun sie aber nur, wenn sie von dir bedrängt werden. Der Stachel der Hummel bleibt nicht in der Haut stecken und der Stich ist in der Regel harmlos und weniger schmerzhaft als der einer Biene oder Wespe.

Wespe: Das 1,5 cm lange, unbehaarte Insekt mit der schwarz-gelben Bänderung und der auffälligen Wespentaille belästigt uns besonders stark von Juli bis September. Wespen lieben Süßes und werden außerdem von Parfüm, Haarspray und parfümierten Seifen angelockt. Beim Wespenstich bleibt der Stachel nicht stecken. Die Wespe zieht ihren Stachel nach dem Einsatz wieder aus deiner Haut heraus, sie kann also auch mehrfach zustechen. Du solltest die Einstichstelle sofort aussaugen und danach gut kühlen. Eine Schwellung auf der Haut mit Schmerzen und Juckreiz ist nach einem Wespenstich typisch. In der Regel klingen die Beschwerden nach drei bis vier Tagen ab. Reagierst du auf Wespenstiche allergisch, kommen Unwohlsein, Übelkeit und ein starkes Anschwellen der gestochenen Hautstelle hinzu. Dann heißt es: Arzt aufsuchen.

Hornisse: Die Hornisse ist mit etwa 3 cm zwar viel größer als eine Wespe, aber deswegen nicht automatisch aggressiver und gefährlicher. Hornissen sind relativ scheu und stechen nur, wenn sie sich massiv bedroht fühlen. Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als ein Wespenstich oder ein Bienenstich. Kühle die nach dem Hornissenstich entstehende Schwellung sofort mit Eis ab. Insektenstiche kühlen

Bremse: Diese Fliegen triffst du an schwül-heißen Sommertagen auf feuchten Weiden. Bremsen werden von deinem Schweiß angelockt. Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen stechen sie zu und zapfen mit ihrem stielartigen Saugrüssel Blut. Vor dem Blutsaugen spritzen sie ein gerinnungshemmendes Sekret in die Stichwunde, das dafür sorgt, dass die Wunde sich nicht verschließt. Ein Bremsenstich schmerzt im Gegensatz zu einem Stich der Stechmücke ziemlich stark, er brennt und juckt. Deine Haut schwillt an und rötet sich, es bildet sich für einige Stunden eine Quaddel. Typisch für den Stich einer Bremse ist eine kleine Vertiefung in der Mitte der Stichwunde. Selten, aber dennoch möglich, ist die Übertragung von Borreliose durch Bremsen. Lies mehr über Ursachen und Therapie der Borreliose.

Stechmücke: Diese Plagegeister schwirren besonders nachts mit ihrem charakteristischen Sirren durch die Gegend. Habe sie ein unbedecktes Körperteil ausfindig gemacht, bohren sie ihren Stechrüssel in deine Haut und saugen Blut. Die Stichstelle beginnt furchtbar zu jucken, es bildet sich eine Beule (Quaddel), die oft erwärmt ist. Stiche von Stechmücken sind zwar durch den Juckreiz extrem lästig, in der Regel aber hierzulande völlig ungefährlich. Im Urlaub sieht die Sache jedoch anders aus. In Süditalien, Nordeuropa, Afrika oder Südostasien können bestimmte Stechmücken-Arten Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber übertragen. Lies Wissenswertes zum Malaria Schutz und zu Tigermücken und Denguefieber.

Eine Kriebelmücke beißt in die Haut eines Menschen
Kriebelmücken leben in der Nähe von Flüssen und Bächen. Zur Entwicklung ihrer Eier brauchen sie das Blut von Kühen, Pferden oder Menschen.

Kriebelmücke: Die Kriebelmücke ist nur zwei bis sechs Millimeter groß, meist schwarz gefärbt, hat kurze Beine, einen gedrungenen Körper und sieht auf den ersten Blick aus wie eine normale Fliege. Ursprünglich stammen Kriebelmücken aus Skandinavien. Mittlerweile sind in Deutschland rund fünfzig verschiedene Arten der Kriebelmücke bekannt. Die meisten Kriebelmücken leben auf dem Land in der Nähe von Flüssen und Bächen. Sie fliegen dich geräuschlos an und wenn sie auf deiner Haut landen, sind sie kaum spürbar. Die Folgen ihres Bisses hingegen umso mehr. Im Gegensatz zu normalen Mücken sind Kriebelmücken sogenannte „Poolsauger“ und keine „Stechsauger“. Das heißt, dass die Kriebelmücke eine kleine Wunde in deine Haut beißt. Hier sammelt sich dein Blut, was die Kriebelmücke dann absaugt. Der Speichel der Mücken betäubt die Wunde und ein gerinnungshemmendes Sekret sorgt dafür, dass dein Blut flüssig bleibt.

Alles, was danach spür- und sichtbar bleibt, ist ein kleiner Blutpunkt. Nach ein paar Minuten allerdings kann der Biss einer Kriebelmücke sehr schmerzhaft werden. Schwellungen und kleine Blutergüsse können die Folge sein. Grundsätzlich sind Kriebelmücken keine Überträger von ansteckenden Erkrankungen. Häufig gelangen jedoch Bakterien durch Kratzen in die Wunde. Im schlimmsten Fall kann sich eine Blutvergiftung entwickeln. Symptome hierfür sind sehr starke Schwellungen oder rote Streifen, die sich von der Stichstelle zum Körper hin ausbilden. Hinzu kommen können Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Unwohlsein und Kreislaufbeschwerden. Jetzt solltest du unbedingt zum Arzt gehen.

Zecken: Zecken leben in Gebüschen, Sträuchern und in hohem Gras. Streifst du sie beim Spaziergang dort ab, krallen sie sich zunächst an deiner Kleidung oder an einem Haar fest und suchen sich später eine geeignete Stelle für ihre Blutmahlzeit. Lies, wie Zecken die richtige Einstichstelle finden und wie du Zecken richtig entfernst. Ein Zeckenstich ist in der Regel nicht gefährlich, die Spinnentiere können jedoch Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Hilfe bei Borreliose und Was tun bei FSME?

Symptome bei Insektenstichen

Die meisten Insektenstiche sind harmlos und machen sich auf deiner Haut bemerkbar durch:

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Bildung von Quaddeln, die nach wenigen Tagen von selbst verschwinden

Treten Symptome eines anaphylaktischen Schocks auf, solltest du sofort einen Arzt aufsuchen. Wann du einen Notarzt rufen solltest

  • Sehr starke und überaus schmerzhafte Schwellungen an der Einstichstelle
  • Atemnot
  • Schwindel
  • Stich und Schwellungen im Gesicht, am Auge oder im Mund (Vorsicht: Erstickungsgefahr)
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Schweißausbrüche

Sind Insektenstiche gefährlich?

Hast du ein Insekt versehentlich mit einem Getränk, einem Stück Kuchen oder etwas anderem verschluckt und hat es dich in den Mund gestochen, dann ist schnelles Handeln gefragt. Denn deine Schleimhäute und deine Zunge können stark anschwellen und deine Atemwege können sich verengen oder verschließen. Dann drohen Atemnot und Erstickungsgefahr. Am besten sofort den Notdienst alarmieren (Notruf: 112) und schnell von innen und außen kühlen. Eiswürfel lutschen (nur falls ein Schlucken noch möglich ist) und den Hals mit kalten Umschlägen kühlen bis der Notarzt eintrifft.

Bei Symptomen einer Blutvergiftung wie Fieber, Schüttelfrost und roten Streifen, die sich vom Insektenstich oder Biss zum Körper hin ausbreiten, solltest du ebenfalls schnell einen Arzt aufsuchen.

Weiterhin sollten Insektenstiche an deinen Augen stets von einem Arzt begutachtet werden.

Was passiert bei einem Insektenstich in deinem Körper? Kurz nach dem Insektenstich oder Biss reagiert deine Haut auf das abgegebene gerinnungshemmende Sekret des Blutsaugers mit einer Entzündungsreaktion. Diese erkennst du an einer Quaddel-Bildung, Schwellung und/oder Rötung. Allergische Reaktionen deiner Haut entstehen aber auch auf Giftstoffe, die durch den Insekten-Stachel abgegeben werden. Dein Immunsystem reagiert auf diesen Allergie-auslösenden Stoff (Allergen) und löst die Produktion von Immunglobulinen der Klasse E (IgE) aus. Diese Antikörper sitzen auf der Oberfläche der sogenannten Mastzellen. Die Mastzellen enthalten Histamin, das Entzündungen verursacht. Bindet das Allergen sich an zwei benachbarte IgE-Antikörper, platzen die Mastzellen. Dadurch wird Histamin freigesetzt, das eine Entzündungsreaktion verursacht. Diese reizt das körpereigene Gewebe und ruft die typischen Allergiesymptome (Quaddel-Bildung, Rötung, Juckreiz) an den entsprechenden Stellen hervor.

Bei einer Insektenstichallergie kommt es im schlimmsten Fall zur Anaphylaxie. Das ist eine sehr starke Immunreaktion, die deinen ganzen Körper betrifft. Dabei werden große Mengen Histamin überall in deinem Körper freigesetzt und verursachen einen dramatischen Blutdruckabfall (anaphylaktischer Schock) und eine Verengung deiner Luftwege. Das ist lebensgefährlich und bedarf sofortiger ärztlicher Behandlung.
Weitere mögliche Symptome einer Anaphylaxie sind: Nesselsucht (Urtikaria), ein starkes Anschwellen von Gesicht, Lippen und Zunge (Angioödem) und Bewusstlosigkeit.

Welcher Arzt hilft bei Insektenstichen?

Wollen der Juckreiz und die Schwellung nach dem Insektenstich einfach nicht verschwinden, ist die Einstichstelle über längere Zeit heiß, hart und geschwollen, kommen allgemeines Unwohlsein und Fieber hinzu und bist du dir nicht sicher, was dich gestochen haben könnte oder bist du gar Insektenstich-Allergiker, solltest du deinen Hausarzt oder einen Allergologen aufsuchen. Ein Allergologe ist ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung Allergologie. Das wiederum kann ein Hautarzt sein (FA Haut- und Geschlechtskrankheiten), ein Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO-Arzt), ein Lungenfacharzt (FA Innere Medizin und Pneumologie), ein Internist oder ein Kinderarzt, der eine Zusatzausbildung zum Allergologen absolviert hat.

Dein Allergologe wird wissen wollen, welches Insekt der Verursacher deiner Beschwerden war, wann der Stich erfolgte und ob du eine Allergie hast. Es folgt eine genaue körperliche Untersuchung, insbesondere der betroffenen Hautstelle. Ist nicht klar ob du eine Allergie hast, kann der sogenannte Prick-Test (englisch: prick = Einstich) zum Einsatz kommen. Hierbei werden unterschiedliche, Allergie-auslösende Substanzen (Allergene) auf deinen Unterarm gegeben, wobei deine Haut mit einer Nadel leicht eingeritzt wird. Reagierst du auf eine der Testsubstanzen positiv, kommt es im Bereich des Auftragungsortes nach wenigen Minuten zu einer Rötung, Juckreiz und Quaddel-Bildung. Der Prick-Test ist ein Standardverfahren zum Nachweis von Allergien auf verschiedene Blütenpollen, Gräser, Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengifte und Lebensmittel- und Kosmetik-Inhaltsstoffe. Vorsicht: Die Einnahme von Antihistaminika (Wirkstoff in Medikamenten gegen Allergien) und  Kortikoiden (zur Behandlung von u.a. Asthma und Cluster-Kopfschmerz) verfälscht das Ergebnis. Daher: Bitte sag deinem Arzt unbedingt, welche Medikamente du einnimmst.

Bringt der Prick-Test kein zufriedenstellendes Ergebnis können im Rahmen einer Blutuntersuchung IgE-Antikörper analysiert werden. Immunglobuline der Klasse E (IgE) sind stark spezialisierte Antikörper, die von deinem Lymphgewebe in der Nähe der Atemwege und des Verdauungstraktes gebildet werden. IgE-Antikörper docken an das Allergen (den Allergieauslöser) an. Zudem stimulieren IgE-Antikörper bestimmte Zellen zur Ausschüttung von Stoffen, die Entzündungen hervorrufen. Im Blutserum von Allergikern sind IgE-Antikörper nachweisbar, die zum jeweiligen Allergieauslöser passen.

Was hilft bei Insektenstichen?

Egal, ob Wespe, Mücke oder Biene: bei einem Insektenstich hilft sofortiges Kühlen der betroffenen Hautstelle. Denn Kühlen lindert die Entzündungsreaktion deiner Haut und hilft bei Schwellungen. Schnelle Kühlung verhindert außerdem, dass durch die Einstichstelle weitere Krankheitserreger in dein Blut gelangen. Was zur Kühlung bei Insektenstichen verwenden?

Auch wenn der Juckreiz sehr stark ist: Achte darauf, den Insektenstich oder die Bisswunde nicht aufzukratzen. Damit beugst du Infektionen vor. Hat dich dennoch eine bakterielle Infektion erwischt, kann dir dein Arzt ein Antibiotikum verschreiben.

Anti-allergische Salben und Gele aus der Apotheke, die Antihistaminika enthalten, lindern den Juckreiz. Antihistaminika wirken über deinen Blutkreislauf und blockieren die Wirkung des ausgeschütteten Histamins. Präparate mit niedrig dosiertem Hydrocortison wirken gegen Entzündungen.

Liegt eine Allergie gegenüber Wespengift oder Bienengift vor, kann dir dein Arzt ein Notfallset verschreiben. Dieses enthält abschwellende Medikamente sowie eine Adrenalinspritze, die deinen Kreislauf im Fall eines drohenden anaphylaktischen Schocks stabilisieren soll.

Bei Allergien gegen Insektengifte ist eine Hyposensibilisierung möglich. Die Hyposensibilisierung funktioniert ähnlich wie eine Impfung. Dein Körper wird dabei Schritt für Schritt an das Allergie auslösende Insektengift (Allergen) gewöhnt. Bestenfalls tritt nach der Hyposensibilisierung keine allergische Reaktion mehr auf oder sie ist zumindest nicht mehr so stark ausgeprägt. Lies mehr über den Ablauf einer Hyposensibilisierung.

Hausmittel bei Insektenstichen

  1. Zur Kühlung und zum Abschwellen deiner betroffenen Hautstelle kannst du als Sofortmaßnahme bei einem Insektenstich einen feuchten Umschlag mit kaltem Wasser auf die Einstichstelle legen. Alternativ kannst du auch Eiswürfel oder ein Kühlakku aus dem Gefrierschrank/Gefrierfach in ein sauberes Baumwollhandtuch wickeln und für einige Minuten auf den Insektenstich legen. Achtung: Wegen der Erfrierungsgefahr (Kältebrand) Eiswürfel und Kühlakkus nie direkt auf die Haut legen.
  2. Zur Kühlung und zum Abschwellen eignet sich auch eine aufgeschnittene Zwiebel, die du auf die Einstichstelle legst. Wichtig ist, dass möglichst viel Zwiebelsaft auf die Einstichstelle gelangt. Daher: Zwiebel halbieren und die Schnittfläche gitterförmig einschneiden. Anschließend den Saft hinausdrücken und mit sauberen Händen auf die Einstichstelle reiben. Alternativ die betroffene Hautstelle mit einer halbierten Zwiebel einige Minuten lang einreiben. Vorsicht: Zwiebel kann bei empfindlichen Personen die betroffene Hautstelle reizen.
  3. Kühlend und desinfizierend wirkt eine Scheibe Zitrone, die du auf den Insektenstich legst.
  4. 5-minütige Essig-Umschläge mit Apfelessig wirken kühlend, lindern den Juckreiz und helfen dabei, das Insektengift „aufzulösen“.
  5. Quark-Wickel lindern die Schmerzen nach einem Insektenstich und bauen die Entzündung ab. Für einen Quark-Wickel brauchst du gekühlten Quark, den du fingerdick auf einer Kompresse verteilst. Diese legst du dann auf den Insektenstich bis der Quark eingetrocknet ist.
  6. Abgekühlte, nasse Kamillentee-Beutel auf den Insektenstich gelegt sorgen für Beruhigung, Desinfektion und Heilung der entzündeten Hautstelle.
  7. Hast du einen Stachel oder eine Zecke entfernt, solltest du die Wunde mit einem Wundspray desinfizieren. Alternativen dazu sind Essigwasser oder Zitronensaft.
  8. Spucke auf den Insektenstich aufgetragen wirkt nicht nur kühlend, sondern auch schmerzlindernd. Verantwortlich dafür ist das im Speichel enthaltene körpereigene Schmerzmittel Opiorphin.

Insektenstiche verhindern

Um Insektenstiche zu verhindern ist Vorsicht immer noch die beste Medizin. Lass daher unbedingt die Finger von Wespennestern, Hornissennestern und Bienenstöcken.

  • Decke Getränke und Nahrung im Freien immer ab.
  • Schaue vor jedem Biss und jedem Schluck immer noch einmal genauer hin, ob sich in Glas und Flasche oder auf Brötchen und Kuchen eine Wespe tummelt.
  • Augen auf bei der Gartenarbeit, beim Obstpflücken und beim Barfußlaufen. Bienen lassen sich gerne im Klee nieder und viele Wespen leben in Bodenlöchern.
  • Bedecke deine Haut durch Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosen. Trage einen Hut und achte darauf, dass Insekten nicht unter deine Kleidung oder in die Haare gelangen  können.
  • Meide weite, flatternde Kleidung und farbige Blumenmuster sowie hastige Bewegungen in der Nähe von Insekten.
  • Blutsauger wie Bremsen machen auch vor schützender Kleidung nicht Halt. Achte daher auf festes und gleichzeitig luftiges Gewebe wie beispielsweise Leinen. Dies kann schwerer durchstochen werden.
  • Verzichte auf stark riechende Parfüms oder Kosmetika.
  • Reibe deine unbedeckte Haut mit einem Insektenschutzmittel (Repellent) ein. Da die Wirkung nur eine begrenzte Zeit anhält, Packungsbeilage lesen und nachcremen oder nachsprühen nicht vergessen.
  • Sprühe deine Kleidung und das Moskitonetz über deinem Bett mit einem Insektenschutzmittel (Repellent) ein. Die Substanzen verbleiben dort über mehrere Tage und verändern den Geruch des Menschen, so dass er von Insekten nicht mehr wahrgenommen wird.

Wichtig zur Vorbeugung von Insektenstichen ist außerdem zu wissen, wer um dich herumschwirrt:

  • Stechmücken sind vor allem in der Abenddämmerung aktiv. Da dein Schweiß Geruchsstoffe enthält, welche die Mücken anlocken, solltest du am frühen Abend duschen. Bring an deinem Schlafzimmerfenster ein engmaschiges Fliegengitter an, dann müssen die kleinen Plagegeister draußen bleiben. Um den Mücken den Appetit zu verderben, kannst du unbedeckte Hautstellen mit Insektenschutzmitteln (Repellents) oder pflanzlichen Ölen wie Kokosöl oder Eukalyptusöl einreiben. Die Repellents verändern deinen Eigengeruch und machen dich somit für die Mücken „unsichtbar“ oder aber auch „ungenießbar“. Wie lange diese Mittel wirken hängt unter anderem davon ab, wie sehr du schwitzt. Als Faustregel gilt: alle vier bis acht Stunden solltest du das Insektenschutzmittel neu und vor allem lückenlos auf deine Haut auftragen. Vorsicht bei pflanzlichen ätherischen Ölen. Hochdosierte Lotionen können bei UV-Bestrahlung Allergien auslösen und die Haut empfindlicher für die Sonne machen.
  • Kriebelmücken saugen gern am Haaransatz und kriechen in Kragen, Ärmel- und Hosenöffnungen hinein. Kriebelmücken sind tagsüber und abends aktiv, kommen aber nie in geschlossene Räume. Um dich vor Kriebelmücken zu schützen, solltest du in der Natur und in der Nähe von Flüssen vorsichtig sein. Lange Kleidung, die Arme und Beine bedeckt sowie geschlossene Schuhe sind eine gute Kriebelmücken-Abwehr. Denn Stoff können Kriebelmücken im Gegensatz zu normalen Mücken nicht durchbeißen. Zusätzlich hilft auch normales Mückenschutzmittel.
  • Wespen verspeisen gern süße Lebensmittel, gereiftes Obst und zuckerhaltige Getränke. Pustest du sie zur Abwehr mit deinem Atem an, werten sie das dabei austretende Kohlendioxid als Alarmsignal und das lässt sie aggressiv werden. Ebenso wenn du nach ihnen schlägst oder sie mit hektische Armbewegungen zu vertreiben versuchst. Um Wespen zu vertreiben kannst du Kaffeepulver oder Kaffeebohnen in einem feuerfesten Gefäß anzünden. Den entstehenden Geruch mögen Wespen nicht und halten sich von derart präparierter Umgebung fern. Natürliche ätherische Öle wie Pfefferminze oder Lavendel in einer Duftlampe können ebenfalls helfen, Wespen fernzuhalten. Ein mit Leitungswasser gefüllter Pflanzensprüher, der frei von Zusätzen ist, leistet bei der Wespenabwehr ebenfalls gute Dienste. Sobald eine Wespe zu nerven beginnt, gibst du einige Sprühstöße in Richtung der Wespe ab. Aufgrund der feuchten Luft ist das für die Wespe ein Signal von Regen. Sie wird daher abdrehen und zurück in Richtung Nest fliegen. Aufgeschnittene Trauben, süße Obststücke, ein Stück Kuchen oder ein Klecks Marmelade in sicherer Entfernung zum eigenen Essen platziert sorgt für die perfekte Ablenkfütterung und Ruhe am eigenen Tisch.
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Untersuchungen

EEG

Auf DocInsider registrierte Ärztin legt Mann die Elektroden für das EEG an
Mithilfe des EEG lassen sich Gehirnaktivitäten messen. Dazu wird der Kopf mit Elektroden verkabelt. Das EEG wird bei Epilepsie, zur Narkoseüberwachung und im Schlaflabor eingesetzt.

Was ist ein EEG?

EEG ist die Abkürzung für Elektroenzephalografie oder Elektroenzephalogramm. Bei dieser Untersuchungstechnik werden deine Hirnströme gemessen, also die elektrische Aktivität der Nervenzellen deines Gehirns. Die elektrische Aktivität im Gehirn entsteht durch Reiz- und Informationsübertragung von Nervenzellen deiner Hirnrinde. Die Hirnrinde selbst ist eine Ansammlung von Nervenzellen, die sich als dünne Schicht am äußeren Rand deines Groß- und Kleinhirns befinden.

Beim EEG bekommst du Elektroden an bestimmten Stellen deines Kopfes angebracht. Diese sind über Kabel mit einem EEG-Gerät verbunden. Die Elektroden messen die elektrische Aktivität vieler Nervenzellen einer bestimmten Gehirnregion. Die aufgezeichneten Impulse werden als Kurve auf einem Monitor dargestellt.

Welche Arten des EEG gibt es?

Neben dem Routine-EEG (siehe Ablauf des EEG) gibt es noch weitere Untersuchungsvarianten zur Messung der Hirnströme:

  • Schlaf-EEG: In einem Schlaflabor erfolgt die Hirnstrommessung über deine gesamte Schlafphase.
  • Langzeit-EEG: Hierbei wird deine Hirnaktivität über 24 oder 48 Stunden gemessen. Dazu trägst du einen mobilen Rekorder am Körper und protokollierst zusätzlich alle Vorkommnisse.
  • Provokations-EEG: Das Provokations-EEG dient dazu, einen epileptischen Anfall zu simulieren. Dazu lässt dich der untersuchende Arzt zum Beispiel schneller atmen, setzt dich speziellen Lichtreizen oder auch Schlafentzug aus.

Wann zum EEG?

Ein EEG wird bei Verdacht auf lokal begrenzte Hirnschädigungen wie einen Tumor oder nach einer Verletzung, bei einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) sowie Nervenerkrankungen wie Epilepsie aufgezeichnet. Auch die Narkose während einer Operation kann mithilfe des EEGs überwacht werden. Im Schlaflabor wird das EEG zur Identifizierung verschiedener Schlafstadien bei der Diagnostik von Schlafstörungen und der Schlafkrankheit (Narkolepsie) eingesetzt. Lies mehr über Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen.

Auf der Intensivstation kann das EEG Auskunft über die Gehirnaktivität und damit die Hirnfunktion geben. Auch wenn der Hirntod eines Menschen festgestellt werden soll, kommt das EEG zum Einsatz.

Welche Ärzte führen ein EEG durch?

Eine EEG kann bei niedergelassenen Fachärzten für Neurologie oder in Krankenhäusern mit neurologischer Abteilung durchgeführt werden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung des Nervensystems wie beispielsweise Epilepsie setzt der Facharzt für Neurologie das EEG zur Diagnosefindung und für weitere Untersuchungen sowie zur Überwachung der Therapie ein. Wann zum Neurologen?

Wenn du an Schlafstörungen leidest, der Verdacht besteht, dass dafür organische Ursachen verantwortlich sind und wenn keine anderen Therapien geholfen haben, kann dich dein Arzt ins Schlaflabor schicken. Im Schlaflabor gibt das EEG dem behandelnden Schlafmediziner Aufschluss über deine Hirnaktivitäten während der verschiedenen Schlafphasen. Lies mehr zur Diagnose und Therapie von Schlafstörungen.

Wie kannst du dich auf das EEG vorbereiten?

Die EEG-Untersuchung dauert etwa 20-30 Minuten und ist völlig schmerzfrei. Vorbereiten kannst du dich selbst nicht, du solltest allerdings versuchen, während des EEGs möglichst ruhig und entspannt zu sitzen oder zu liegen. Da die Mess-Elektroden auf deinem Kopf befestigt werden oder mittels einer Haube auf deinen Kopf aufgesetzt werden, sollten deine Haare gewaschen, aber nicht gestylt sein. Das heißt deine Haare sollten keine Rückstände von Produkten wie Gel, Festiger oder Haarspray aufweisen.

Ablauf des EEG

Normalerweise werden für ein EEG 21 Elektroden verwendet. Um das Anbringen zu erleichtern, sind diese meist mit allen notwendigen Kabeln in einer Haube zum Aufsetzen auf deinen Kopf befestigt. Vor dem EEG werden die Elektroden mit Kontaktgel bestrichen, um sicheren Halt auf der Kopfhaut zu gewährleisten.

Die Messung deiner Hirnströme erfolgt in entspannter, möglichst ruhiger Haltung im Liegen oder im Sitzen. Während des Aufzeichnungsvorgangs solltest du nicht sprechen und dich möglichst wenig bewegen.

Weil die Elektroden sich durch starkes Schwitzen von deiner Kopfhaut lösen können und ebenso Muskelzuckungen deiner Augen das EEG verfälschen können, solltest du während der Untersuchung die Anweisungen deines Arztes oder der medizinischen Fachkraft genau befolgen.

Für bestimmte Fragestellungen, beispielsweise zur Epilepsie-Diagnostik, erfolgen während der Untersuchung sogenannte Provokationstests, um bestimmte Hirnrindenregionen anzuregen. Die medizinische Fachkraft gibt dir dann Anweisungen, was du tun musst. Zum Beispiel deine Augen öffnen, wieder schließen und bewegen. Oder auch einfache Rechenaufgaben lösen. Bei der Photostimulation werden Reize wie kurze, helle Lichtblitze in wechselnder Frequenz auf deine geschlossenen Augen gelenkt.  Bei der Hyperventilation musst du einige Minuten heftig ein- und ausatmen.

Nach Ende eines Routine-EEGs kannst du in der Regel direkt wieder nach Hause gehen. Beim Provokations-EEG im Rahmen der Epilepsie-Diagnostik soll hingegen ein epileptischer Anfall ausgelöst werden. Die Untersuchung findet daher streng medizinisch überwacht in einem stationären Umfeld statt.

Was zeigt das EEG-Bild?

Anders als beim EKG, das elektrische Ströme deines Herzens in Form von Zackenmustern sichtbar macht, zeigt das EEG bestimmte Wellen (Waves). Der Verlauf der Wellen hängt davon ab, wie aktiv dein Gehirn zum Zeitpunkt der Messung ist. Der behandelnde Arzt kann sehen, ob du wach bist oder schläfst, ob du konzentriert bist oder müde. Jede Welle gibt dabei Auskunft über die Aktivität der Nervenzellen in einer bestimmten Region deines Gehirns. Bei jedem Menschen zeigt sich ein für ihn typisches EEG-Bild. „Normale“ EEGs können daher ganz unterschiedlich aussehen. Bei Kindern verläuft das Wellenmuster zudem viel langsamer und unregelmäßiger als bei Erwachsenen.

Je nach Frequenz zeigen sich  folgende Wellen:

Alpha-Wellen: Sie haben eine Frequenz von 8-13 Hz (Hertz, d.h. 8-13 Wellen pro Sekunde). Alpha-Wellen beschreiben deine Hirnaktivität in Ruhe mit geschlossenen Augen, aber in wachem Zustand.

Beta-Wellen: Sie decken die Frequenz von 14-30 Hz ab. Beta-Wellen zeigen sich bei geöffneten Augen, Sinnesreizen und geistiger Aktivität.

Gamma-Wellen: Sie haben eine Frequenz von über 30 Hz und können bei erhöhter Aufmerksamkeit und Lernprozessen auftreten.

Theta-Wellen: Sie haben eine niedrige Frequenz von 4-7 Hz. Solche herabgesetzten Frequenzen treten beim Einschlafen oder bei sehr starker Müdigkeit auf.

Delta-Wellen: Mit einer Frequenz von 0,5-3,5 Hz signalisieren diese Wellen den Tiefschlaf.

Wird ein EEG zur Diagnose, beispielsweise einer Schlafstörung eingesetzt, achten Schlafmediziner darauf, wie häufig die verschiedenen Wellen auftreten (Frequenz) und wie hoch sie im Bild sind (Amplitude). Abweichungen von typischen Wellenmustern können auf eine Erkrankung oder Störung hinweisen. Während eines epileptischen Krampfanfalls zeigen sich zum Beispiel besonders hohe und steile Wellen. Diese werden als Spikewellen bezeichnet. Außerhalb von Krampfanfällen ist das EEG jedoch normal. Zur Epilepsie-Diagnose verwenden Ärzte daher das Provokations-EEG.