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Neurodermitis

Junge Frau mit Neurodermitis kratzt ihre juckende Haut am Unterarm.
Jeden Tag verlierst du bis zu 20 Gramm abgestorbene Hautschuppen, die durch neue Hautzellen ersetzt werden. Bei Neurodermitis ist die Schutz- und Barrierefunktion deiner Haut jedoch gestört.

Was ist Neurodermitis?

Bei Neurodermitis, medizinisch atopische Dermatitis genannt, ist deine Haut chronisch trocken, entzündet, gerötet, schuppt und juckt unerträglich. Du möchtest dich die ganze Zeit nur kratzen und umso schlimmer wird die Situation, wenn im Alltag Stress herrscht.

Eine erhöhte Anfälligkeit für Neurodermitis kann vererbt werden, ob die atopische Dermatitis aber tatsächlich ausbricht und welche individuellen Symptome sich dann zeigen, lässt sich nicht vorhersagen. An der Entstehung einer Neurodermitis sind verschiedene Faktoren beteiligt:

  • Immunsystem: Leidest du an Neurodermitis ist dein Immunsystem überempfindlich. Häufig liegen bei Menschen mit Neurodermitis auch Allergien gegen Staub, Tierhaare und Pollen vor. Außerdem ist bei Neurodermitikern die Konzentration des Immunglobulin E (IgE) erhöht. Immunglobuline sind spezielle Proteine, mit denen dein Immunsystem körperfremde Erreger (Allergene) abwehrt. Die Immunglobuline werden in fünf verschiedene Klassen (IgG, IgA, IgM, IgD, IgE) mit weiteren Unterklassen eingeteilt. Immunglobuline der Klasse E (IgE) sind stark spezialisierte Antikörper, die von deinem Lymphgewebe in der Nähe der Atemwege und des Verdauungstraktes gebildet werden. IgE-Antikörper docken an das Allergen an. Zudem stimulieren IgE-Antikörper bestimmte Zellen zur Ausschüttung von Stoffen, die Entzündungen hervorrufen.
  • Vegetatives Nervensystem: Eine veränderte Reizschwelle erniedrigt die Juckreiztoleranz deiner Haut. Leidest du an Neurodermitis ist außerdem die Talgproduktion deiner Haut geringer und der Wasserverlust höher als bei normaler Haut.
  • Umweltfaktoren: Infekte, das Wetter oder der Kontakt mit Allergie-auslösenden Substanzen wie Hausstaub und Pollen können Neurodermitis auslösen. Auch starker Stress kann zum Ausbruch der atopischen Dermatitis beitragen.

Ein Blick auf und unter deine Haut

Bei Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist die Schutz- und Barrierefunktion deiner Haut gestört. Das zeigt sich durch entzündliche, schuppende Ekzeme und starken Juckreiz der sogenannten Felderhaut. Das ist die gesamte Haut an deinem Körper mit Ausnahme der unbehaarten Haut an deinen Handflächen und Fußsohlen Diese Haut heißt Leistenhaut.

Sowohl deine Leistenhaut als auch deine Felderhaut bestehen von außen nach innen aus Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Die äußere Hautschicht der Epidermis (Oberhaut) ist die Verbindung nach außen. Darunter liegt als Schutzpanzer deiner Haut die Hornschicht aus abgestorbenen Epithelzellen. Es folgt eine Zwischenschicht, die eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielt. Die unterste Schicht der Epidermis ist eine lebende Keimschicht. In dieser finden in den sogenannten Basalzellen lebenslang Zellteilungen statt, deine Haut erneuert sich dadurch ständig. 

Zwischen den Basalzellen liegen verstreut die Melanozyten, welche ein Hautpigment produzieren, welches sie an die Epithelzellen abgeben und das deiner Haut ihre Farbe gibt und sie vor UV-Licht schützt.

Die gefäß- und nervenreiche Lederhaut besteht aus einer stark gefalteten Papillenschicht und einer kollagenfaserreichen Geflechtschicht. Diese elastischen Faserbündel garantieren durch ihre Ausrichtung in verschiedene Richtungen sowohl Stabilität als auch Verschiebbarkeit. Die kollagenfaserreiche Geflechtschicht ist für die eigentliche Festigkeit deiner Haut zuständig. Die Fasern sind nicht reparabel, sie können sich auch nicht neu bilden. Daher verliert deine Haut im Alter an Elastizität.

Die Unterhaut ist eine Verschiebeschicht zwischen der eigentlichen Haut und der darunter liegenden Muskulatur. Die Unterhaut besteht aus lockerem Bindegewebe. Darin sind zahlreiche Fettläppchen eingeschlossen. Dein Körper kann in der Unterhaut bis zu 20 Kilogramm Fett speichern. Wie dick die Unterhaut bei jedem Menschen ausgeprägt ist, hängt von Geschlecht, Alter, Körperregion, hormonellen Faktoren und der Ernährung ab. Deine Unterhaut dient aber nicht nur als Fettspeicher. Die Unterhaut isoliert dein Körperinneres auch gegen Hitze und Kälte und beherbergt die großen Gefäße und die Sinnesrezeptoren.

Ursachen von Neurodermitis

Die Ursachen einer Neurodermitis sind noch nicht eindeutig geklärt. Eine wichtige Rolle spielt wohl eine erbliche Veranlagung. Denn wenn es in deiner Verwandtschaft weitere Menschen mit Neurodermitis gibt oder in der Familie Asthma, Heuschnupfen und Allergien vorkommen, ist bei dir das Risiko für die Entstehung einer Neurodermitis erhöht. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass du auch Neurodermitis bekommst.

Damit die Neurodermitis ausbricht, müssen nämlich noch andere Faktoren hinzukommen. Eine Allergie gegen Medikamente und bestimmte Nahrungsmittel (vor allem Milch, Hühnereiweiß, Fisch und Nüsse) sowie Infektionen oder der Kontakt mit Hausstaubmilben, psychischer Stress, mechanische und chemische Reize sowie Wetterwechsel können eine bestehende atopische Dermatitis verstärken und auch der Auslöser zum endgültigen Ausbruch einer Neurodermitis sein.

Neurodermitis Symptome

Eine Neurodermitis hat nicht bei jedem den gleichen Verlauf. Wodurch deine eigene atopische Dermatitis gefördert wird, musst du gemeinsam mit deinem Arzt herausfinden.

Bei einigen Menschen mit Neurodermitis treten nur vorübergehend kleine schuppende, trockene und juckende Hautareale auf. Bei anderen kann der ganze Körper betroffen sein. Meistens beginnt die Neurodermitis in Hautfalten, beispielsweise hinter dem Ohr, am Hals, an den Fußgelenken, in der Kniekehlen, unter dem Arm oder in den Ellenbeugen. Der Juckreiz ist oft unerträglich, vor allem nachts. Bei Kindern nässen die entzündeten Hautbezirke meistens, bei Erwachsenen ist das in der Regel seltener der Fall.

Ausgiebiges Kratzen lindert den Juckreiz bei Neurodermitis leider nur kurz. Der Juckreiz ist nach dem Kratzen sogar noch stärker als zuvor. Der Grund: das überempfindliche Immunsystem von Menschen mit Neurodermitis sorgt dafür, dass schon bei geringstem Reiz sogenannte T-Zellen die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen fördern. Diese wiederum reizen bestimmte Nervenfasern und dadurch entsteht der Juckreiz. Das Kratzen sorgt nun dafür, dass immer mehr Entzündungsbotenstoffe freigesetzt werden und der Juckreiz zunimmt. Über die aufgekratzten Stellen der Haut haben es Erreger leicht, in deinen Körper einzudringen. Die Gefahr von Infektionen erhöht sich.

Im akuten Stadium der Neurodermitis kommt es auf deiner Haut zu Rötungen, Bläschenbildung, nässenden Hautstellen und Krustenbildung. Das kann bis zu vier Wochen andauern. Die Rötungen, Bläschenbildungen, nässenden Hautstellen und die Krustenbildung zeigen sich im akuten Stadium der Neurodermitis vor allem in deinem Gesicht, am Hals und Nacken, in den Ellenbogen, den Kniekehlen sowie an Armen und Beinen. Für Neurodermitis sind außerdem beschwerdefreie Zeiten typisch

Durch die veränderte Zusammensetzung deiner Hautfette kann deine Haut bei Neurodermitis mehr Feuchtigkeit verlieren und trocken werden. Schadstoffe und Allergie auslösende Substanzen können dadurch leichter eindringen. Die Schutzfunktion deiner Haut geht bei Neurodermitis verloren.

Welcher Arzt hilft bei Neurodermitis?

Die erste Anlaufstelle beim Verdacht auf Neurodermitis ist dein Hausarzt. Er kann dich zur Mit- und Weiterbehandlung an einen Hautarzt (Dermatologe, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten) überweisen.

Der Arzt wird deine von der Neurodermitis betroffenen Hautstellen eingehend untersuchen. Er wird dich nicht nur nach Art und Dauer deiner Beschwerden fragen, sondern auch bestimmt etwas über deine Lebensumstände wissen wollen. Er kann dich nach Hautproblemen in deiner Familie fragen und ob du Haustiere hast, ob Allergien bekannt sind, welche Medikamente du einnimmst und wann, wie oft und an welchen Stellen deine Hautprobleme auftreten.

Untersuchungen bei Neurodermitis

Mit dem sogenannten Prick-Test prüft dein Arzt, ob eine Allergie gegen Pollen, Gräser, den Kot von Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengifte, Lebensmittel – und Kosmetikinhaltsstoffe oder Chemikalien vorliegt. Beim Prick-Test (englisch: prick = Einstich) werden unterschiedliche, Allergie- auslösende Substanzen (Allergene) auf deinen Unterarm gegeben, wobei die Haut mit einer Nadel leicht eingeritzt wird. Reagierst du auf eine Testsubstanz positiv, kommt es im Bereich des Auftragungsorts nach wenigen Minuten zu einer Rötung und Juckreiz. Ebenso bilden sich Quaddeln. Vorsicht: Die Einnahme von Antihistaminika (antiallergische Wirkstoffe) und Kortikoiden (zur Behandlung von Rheuma, Asthma, Haut- und Nierenkrankheiten, Gefäß-, Blut-, Darm- und Lebererkrankungen, bei Nervenkrankheiten, Schockzuständen und bei Organverpflanzungen) verfälscht das Ergebnis. Daher bitte deinem Arzt immer unbedingt sagen, welche Medikamente du einnimmst.

Mit einer Blutuntersuchung kann dein Arzt feststellen, ob dein Immunsystem überempfindlich reagiert. In deinem Blut werden sogenannte IgE-Antikörper analysiert. Das sind spezielle Proteine, mit denen dein Immunsystem körperfremde Erreger (Allergene) abwehrt. IgE- Antikörper docken an das Allergen an. Zudem stimulieren IgE-Antikörper bestimmte Zellen zur Ausschüttung von Stoffen, die Entzündungen hervorrufen. Im Blutserum von Menschen mit Neurodermitis ist die Konzentration der IgE-Antikörper stark erhöht.

Außerdem kann dein Arzt in einem großen Blutbild gewisse Entzündungsparameter untersuchen lassen. Eine erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), eine beschleunigte Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BKS) sowie eine Erhöhung des sogenannten C-Reaktiven Proteins (CRP) deuten auf eine Entzündung hin. Lies mehr zu CRP und über Normalwerte für CRP.

Kontaktekzeme ähneln der Neurodermitis

Weiterhin wird dein Arzt verschiedene andere Erkrankungen ausschließen, die der Neurodermitis ähneln. Dazu gehören vor allem Kontaktekzeme:

  • Allergisches Kontaktekzem: Hier reagiert deine Haut überempfindlich auf bestimmte Substanzen. Das sind häufig Nickel, Kot von Hausstaubmilben, Tierhaare oder Inhaltsstoffe von Kosmetika.
  • Toxisch-irritatives Kontaktekzem: Dabei reagiert deine Haut mit Entzündungen, weil sie über einen längeren Zeitraum immer wieder mit einer giftigen Substanz in Berührung kommt. Zu einem toxisch-irritatives Kontaktekzem gehört beispielsweise die sogenannte Windeldermatitis bei Säuglingen. Hier entsteht durch die Zersetzung des Harnstoffs im Urin Ammoniak, was die in der Windel verpackte Haut des Säuglings reizt.
  • Kumulativ-toxisches Kontaktekzem: Hierbei trocknet die Haut an deinen Händen aus, es bilden sich Risse. Grund: Die Hände kommen zu oft mit Wasser in Berührung.
  • Seborrhoisches Ekzem: Das kann vorliegen, wenn sich auf deiner Haut gelbliche, fettende Schuppen ausbilden. Im Gegensatz zur Neurodermitis jucken die betroffenen Hautstellen an Kopf, Oberkörper und in den Achselhöhlen allerdings nicht.

Vor jeder Behandlung der Neurodermitis steht ein ausführliches Arztgespräch (Anamnese) und eine Reihe körperlicher Untersuchungen. Doch um die Neurodermitis zu lindern ist auch deine Mithilfe gefragt.

Versuche dich und deine Krankheit zu akzeptieren. Wenn du wegen deines Hautzustandes angestarrt wirst, verkrieche dich nicht. Viele Menschen reagieren aus Unkenntnis so. Sie wissen nicht, dass Neurodermitis nicht ansteckend ist. Erkläre es ihnen. Akzeptiere Tage, an denen du dich nicht leiden kannst, aber isoliere dich nicht von der Außenwelt. Sprich mit deinem Arzt oder einem Psychotherapeuten über deine Sorgen, Probleme und Ängste. Tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Was hilft bei Neurodermitis?

Innerlich zur Ruhe zu kommen, seelischen Belastungen gelassener und mutiger entgegen zu treten, das wünschen sich viele Menschen mit Neurodermitis, bei denen Stress einen Krankheitsschub auslöst oder bestehende Symptome verstärkt. Es gibt eine Reihe von Entspannungstechniken, die dir helfen können, in schwierigen Situationen die Fassung zu wahren. Dazu zählen zum Beispiel Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Yoga. Probiere es einfach einmal aus und finde heraus, was dir gut tut.

Die Haut als unser größtes Organ leidet besonders unter seelischer Belastung. Um zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und mehr Gelassenheit in emotional schwierigen Situationen zu lernen hat sich bei vielen Menschen die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson bewährt. Hierbei wird durch kurzzeitige Anspannung und nachfolgender bewusster Entspannung von Muskelgruppen ein Entspannungsgefühl in deinem ganzen Körper erreicht. Damit löst sich auch so manche seelische Blockade. Denn bei jeglicher Art von Stress erhöht sich der Spannungszustand deiner Muskeln. Indem du durch die Progressive Muskelentspannung lernst, deine Körperwahrnehmung zu schulen, kannst du Blockaden beseitigen und zur Ruhe kommen. Regelmäßiges Üben ist für den Erfolg dieser sanften Therapie unbedingt erforderlich.

Ernährung bei Neurodermitis

Versuche, dich ausgewogen und gesund zu ernähren. Meide Genussgifte wie Alkohol und Zigaretten und baue Übergewicht ab. Achte darauf, möglichst wenige Lebensmittel zu dir zu nehmen, die Arachidonsäure enthalten. Denn Arachidonsäure fördert Entzündungen. Sie findet sich in fettreichen Fleischsorten und Wurst, Eiern, Sahne und Butter. Auch saure, scharfe und stark gewürzte Speisen können den Juckreiz verstärken. Die Vitamine C (in Weißkohl und Zitrusfrüchten enthalten) und E (in Lachs, Nüssen oder Sonnenblumenöl) wirken dagegen entzündungshemmend. Was und wie viel du isst, das musst du selbst für dich herausfinden. Es gibt keine spezielle Diät bei Neurodermitis. Höre auf deinen Körper. Er wird dir sagen, was er verträgt und was nicht.

Hautpflege bei Neurodermitis

Eine gute Hautpflege ist bei Neurodermitis ganz wichtig. Bei der Wahl der Präparate (Cremes, Salben, Lotionen, Emulsionen oder Badezusätze) solltest du unbedingt auf deinen individuellen Hauttyp achten. Bei fettiger Haut hat sich eine Öl-in-Wasser-Emulsion oder eine Öl-in- Wasser-Creme bewährt. Diese Hautpflegemittel haben einen niedrigen Fettgehalt und einen hohen Wassergehalt. Bei trockener Haut können Wasser-in-Öl-Emulsionen gute Dienste leisten. Sie haben einen hohen Fett- und einen niedrigen Wassergehalt. Vermeide Hautreizungen durch zu festes Massieren oder Reiben.

Bei Juckreiz können Cremes juckreizstillenden Wirkstoff eingesetzt werden.

Zum Waschen sind in der Regel neutrale Waschemulsionen mit rückfettenden Substanzen geeignet. Produkte mit Harnstoff binden Feuchtigkeit.

Bitte beachte: Wechsele eine hilfreiche Salbe nicht kurzfristig und nicht ohne zwingenden Grund. Denn die Haut ist bei Neurodermitis extrem sensibel. Bei ständigem Kontakt mit neuen Substanzen entwickeln sich sehr schnell Allergien gegen die pflanzlichen oder chemischen Salbenbestandteile. Frag daher deinen Hautarzt um Rat bevor du mit deiner Haut experimentierst.

Je schlechter es deiner Haut geht, desto sparsamer solltest du mit Wasser umgehen. Verzichten musst du auf Duschen oder Baden allerdings nicht. Nur solltest du darauf achten, nicht mehrmals am Tag zu duschen oder zu baden. Das kann den natürlichen Schutzfilm deiner Haut zerstören und die Haut austrocknen. Ölhaltige und salzhaltige Bäder lösen die Hautschuppen und mindern den Juckreiz. Die Wassertemperatur sollte höchstens 36°C und die Badedauer höchstens 20 Minuten betragen. Tupfe deine Haut nach dem Bad trocken und creme sie anschließend gut ein.

Medikamente bei Neurodermitis

Kortison-Präparate lassen Entzündungen abklingen, unterdrücken den Juckreiz und verzögern die Zellerneuerung. Sie ist dafür verantwortlich, dass deine Haut schuppt. Deshalb werden kortisonhaltige Medikamente häufig auch bei Psoriasis (Schuppenflechte) eingesetzt. Lies mehr zu Ursachen und Behandlung von Psoriasis. Bei Neurodermitis werden diese sogenannten Glukokortikoide häufig mit Harnstoff oder Salizylsäure kombiniert.

Immunmodulatoren werden eingesetzt, wenn kortisonhaltige Salben oder Cremes nicht verwendet werden können. Außerdem, wenn eine längere Behandlung mit Kortison deine Haut dauerhaft schädigen würde. Immunmodulatoren sollen Entzündungen hemmen und den Juckreiz dadurch lindern. In Kombination mit Kortison- Präparaten ermöglichen sie in der Regel eine niedrigere Dosierung des Kortisons.

Mittel aus der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie): Wenn du an Neurodermitis leidest kann es sein, dass dein Körper zu wenig Gamma- Linolsäure produziert. Öle aus Schwarzkümmel, Johanniskraut oder Nachtkerze erhöhen den Gehalt an dieser und anderer Fettsäuren.

Homöopathie bei Neurodermitis

Bei einer beginnenden akuten Neurodermitis können homöopathische Mittel die Therapie unterstützen, aber keinesfalls ersetzen. Zur Dosierung, Dauer und Art der Anwendung frag bitte unbedingt deinen naturheilkundlich tätigen Arzt.

  • Wenn deine Haut hochrot entzündet ist, dich der ständige Juckreiz auch nachts quält, sich deine Beschwerden bei warmen Wetter verschlechtern und deine Haut vom ständigen Kratzen nässt, dann empfiehlt die Homöopathie Cardiospermum halicacabum (Herzsame) zur Unterstützung der Neurodermitis-Therapie.
  • Kreosotum (Buchenholzteer) soll zur Linderung der Neurodermitis beitragen, wenn dein nässender Hautausschlag brennt, eitert und sich Schorf bildet und wenn der Juckreiz so unerträglich ist, dass du dich blutig kratzt.
  • Oleander (Oleander) kannst du verwenden, wenn der Bereich um deine Stirn-Haar-Grenze und Nacken-Haar-Grenze sowie der Bereich hinter den Ohren von der Neurodermitis betroffen sind. Außerdem wenn die Haut juckt und brennt und wenn die abgesonderte Flüssigkeit klebt.
  • Wenn deine gerötete Haut nässt und eitert, wenn sich juckende Bläschen und Pusteln bilden und wenn die Beschwerden durch Wärme und Bewegung besser werden, dann kann Sarsaparilla (Stechwinde) Linderung verschaffen.

Homöopathie bei chronischem Hautausschlag

Bei anhaltendem, chronischem Hautausschlag sollen die folgenden homöopathischen Mittel therapieunterstützend helfen:

Alumina (Calcinierte Tonerde) kann verwendet werden, wenn deine trockene, harte Haut so stark piekst, als wenn sie von Nadeln durchstochen wird. Alumina ist auch das Mittel der Wahl, wenn du dich bereits blutig gekratzt hast, die aufgekratzten Stellen krustig verklebt sind und wenn du an Haarausfall und brüchigen Nägeln leidest.

Leidest du unter einem trockenen Ekzem mit Juckreiz und Brennen oder unter einem nässenden Ausschlag mit schleimig-eitrigem Sekret, ist deine Haut schlaff und teigig und wirkt sie aufgedunsen? Dann könnte dir Calcium carbonicum (Austernschalenkalk) helfen.

Wenn deine juckende, brennende Haut ein nässendes, honigartiges Sekret absondert und verkrustet dieses, dann ist Graphites (Reißblei) möglicherweise das geeignete homöopathische Mittel. Auch im chronischen Stadium, wenn deine Haut trocken und rau ist und in dicken weißen Schuppen abfällt, soll Graphites hilfreich sein.

Lycopodium clavatum (Bärlapp) kann bei Neurodermitis Linderung verschaffen, wenn einzelne Hautstellen trocken und schuppig sind, wenn sich Krusten und Risse gebildet haben und wenn die Haut durch die chronischen Beschwerden dick und fest geworden ist.

Wird deine Neurodermitis immer wieder von Asthma abgelöst und brennt und juckt das trockene Ekzem, wenn du dich ausdauernd gekratzt hast, dann kannst du zu Sulfur (Schwefel) greifen. Sulfur soll therapiegestützt auch nach längerer Anwendung von kortisonhaltigen Medikamenten helfen.

Neurodermitis vorbeugen und lindern

Neurodermitis ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Beschwerden oft lindern, wenn du die Neurodermitis als Teil von dir akzeptierst. Setz dich nicht unter Druck und erwarte nicht von dir, dass du das Kratzen bei starkem Juckreiz völlig unterlassen kannst. Dieser Wunsch und das damit verbundene Bemühen verursachen zusätzlichen Stress. Kratze lieber kontrolliert, indem du:

  • deine Fingernägel kurz hältst, um deine Haut weniger zu verletzen
  • den Juckreiz mit Reiben, Zwicken oder Klopfen linderst
  • Baumwollhandschuhe trägst, um nächtliches Aufkratzen zu vermeiden.

Aufenthalte in einem Reizklima, zum Beispiel an der Nordsee oder im Hochgebirge können den Heilungsprozess deiner Haut fördern. Bei Neurodermitis ist es wichtig, die richtige Kleidung zu tragen. Vermeide Kleidung, die scheuert und kratzt. Stattdessen solltest du zu luftigen atmungsaktiven Materialien greifen, um einen juckreizfördernden Wärmestau auf deiner Haut zu vermeiden. Oft hilft es, die Unterwäsche umzudrehen und auf links zu tragen. Nähte und Etiketten können so nicht auf deiner Haut scheuern. Verzichte beim Waschen auf Weichspülmittel oder Sprühstärke und reduziere die Waschmittelzugabe. Eine Alternative kann Neutralseife sein. Probiere aus, was du verträgst.

Auch bei deiner Schlafhygiene kannst du einiges tun. Vermehrtes Schwitzen wirkt sich ungünstig auf deine Haut aus. Daher kann es bei Bettzeug aus Synthetik, Schurwolle und Daunen zu Schwierigkeiten kommen. Kochfeste Baumwollbettwäsche und ein waschbares Kopfkissen mit Steppdecke werden in der Regel besser vertragen.

Neurodermitis Heilungschancen

Eine vollständige Heilung ist bei Neurodermitis leider nicht möglich. Du kannst aber mit Neurodermitis sehr gut leben, wenn du auf deinen Körper und deine Ernährung achtest, deine Haut richtig pflegst und dich bei Verhaltensregeln zur Vermeidung von Krankheitsschüben therapeutisch unterstützen lässt. Die Verläufe und Schübe der Neurodermitis lassen sich in der Regel sehr gut abmildern, wenn der richtige Weg gefunden ist.

Hat die Neurodermitis schon im Säuglingsalter begonnen, dann besteht oft eine gute Chance, dass die Beschwerden im Laufe der Jugend deutlich zurückgehen, manchmal können sie sogar ganz verschwinden.

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Psoriasis

Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, führt zu einer roten und schuppigen Hautentzündung.
Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die deine Haut befällt und zu einer roten und schuppigen Hautentzündung führt.

Was ist Psoriasis?

Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt, ist eine chronische, schubweise verlaufende, gutartige und nicht ansteckende Hauterkrankung. Psoriasis kann in jedem Alter und in verschiedenen Formen vorkommen. Die verschiedenen Arten der Schuppenflechte können auch gleichzeitig auftreten. Schuppenflechte ist therapierbar, aber leider nicht heilbar. Wichtig für das Leben mit Psoriasis ist, dass du deinen Körper gut beobachtest. Du wirst lernen, was dir gut tut oder was deine Schuppenflechte verschlimmert.

Akut eruptiv-exanthematische Psoriasis

Hierbei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Schuppenflechte, die bei oder nach Infekten entsteht. An deinem Rumpf sowie an Armen und Beinen bilden sich viele 0,5-1 cm große, erhabene und scharf begrenzte entzündlich gerötete Herde (Plaques) mit einer silbrig glänzenden Schuppung.

Psoriasis punctata

Bei Psoriasis punctata zeigen sich zahlreiche rote, schuppige und punktförmige Herde an deinem Leib, den Extremitäten und auch im Gesicht. Die Herde haben einen Durchmesser von bis zu 1 cm. Der Ausbruch der Psoriasis punctata scheint mit Racheninfektionen (durch Streptokokken) zusammen zu hängen. Oft bessern sich die Symptome, wenn die eigentliche Ursache behandelt wird.

Psoriasis gutta

Die kleinen, roten und schuppigen Herde bei Psoriasis gutta sind tropfenförmig. Wie bei der Psoriasis punctata können sie am ganzen Körper vorkommen und treten häufig bei Kindern oder jungen Erwachsenen auf.

Psoriasis nummularis

Bei Psoriasis nummularis sind die entzündeten und schuppigen Herde (Plaques) rundlich und münzgroß. Sie können auch zusammenfließen und große Flächen bilden.

Chronisch stationäre Psoriasis

Bei der chronisch stationären Psoriasis sind die schuppigen Hautstellen größer, bleiben lange bestehen und verändern sich kaum.

Psoriasis pustulosa

Diese schwer entzündliche Form der Schuppenflechte zeigt sich durch große, gelbliche Pusteln (Eiterbläschen), die aufbrechen, wieder eintrocknen und zu Schuppen, Krusten, Rissen, Juckreiz und kleineren Blutungen führen.

Psoriasis Arthritis

Wenn sich zusätzlich zu den Hauterscheinungen eine entzündliche Gelenkerkrankung entwickelt, sprechen Mediziner von Psoriasis-Arthritis, Arthritis psoriatica oder Schuppenflechte-Arthritis. Die Psoriasis Arthritis hat unterschiedliche Verlaufsformen und macht sich durch rheumatische Schmerzen in Ruhe oder in der Nacht bemerkbar. Oft sind die Schmerzen von einer ausgeprägten Steifigkeit in deinen Gelenken begleitet. Jedes Gelenk kann von der Psoriasis-Arthritis befallen sein, am häufigsten trifft es jedoch die kleinen Gelenke an Fingern und Füßen und die großen Wirbelsäulengelenke.

Psoriasis vulgaris

Die Gemeine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist die häufigste Form der Psoriasis. Du erkennst sie an kleinen, entzündlich geröteten Hautstellen (Plaques) mit charakteristischer silbriger Schuppung an Knien, Ellbogen, Kopf, Genital- und Analbereich.

Psoriasis capitis

Schuppenflechte an deiner Kopfhaut, medizinisch Psoriasis capitis genannt, zeigt sich durch kleine Klümpchen. Diese entstehen durch Schuppenansammlungen. Befallen von Psoriasis capitis werden bevorzugt Bereiche im Nacken, Stirn, Scheitel, Haaransatz sowie hinter den Ohrläppchen. Bei Psoriasis capitis kann es zu vorübergehendem Haarverlust kommen. Doch keine Sorge: die Haare wachsen wieder nach.

Nagel-Psoriasis

Hast du Schuppenflechte an Finger- und Zehennägeln (Nagel-Psoriasis) zeigen sich Tüpfelnägel mit kleinen punktförmigen Grübchen, die wie eingestanzt wirken. Ist dein Nagelbett betroffen kommt es zu rötlichen oder gelbbräunlichen Ölflecknägeln. Der Fleck liegt unter der Nagelplatte und diese hebt sich infolge ständiger Entzündungen und übermäßigem Zellwachstum ab. Beim Krümelnagel wird statt einer dünnen und gleichmäßig stabilen Nagelplatte eine dicke Schicht aus bröckeligem, gelblichem Hornmaterial gebildet.

Psoriasis inversa

Schuppenflechte in den Körperfalten (Psoriasis inversa) tritt hauptsächlich in deinen Achselhöhlen, den Leisten, dem Nabel, den Zehenspalten, den Kniekehlen, in der Unterbrustfalte, Gesäßspalte, dem Genitalbereich oder in Hautfalten stark übergewichtiger Menschen auf. Die Herde sind flach, rot, entzündet, aber schuppenlos. Das liegt daran, dass durch das feuchte Milieu und die Haut an Haut-Reibung die Schuppen abgerieben werden.

Psoriatische Erythrodermie

Die psoriatische Erythrodermie oder erythrodermische Psoriasis ist eine besonders schwere Form der Schuppenflechte. Sie befällt deinen gesamten Körper, deine Haut ist entzündlich gerötet. Betroffene leiden unter starkem Juckreiz, Fieber und Lymphknotenschwellungen.

Wie entsteht Psoriasis?

Wie und warum eine Psoriasis entsteht, ist noch nicht geklärt. Als Auslöser vermutet wird eine Autoimmunreaktion. Hierbei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Substanzen. Spezielle Abwehrzellen werden aktiviert, einen Botenstoff (Interleukin-6) zu produzieren. Dieses Interleukin-6 wiederum regt deine Hautzellen zu verstärktem und schnellerem Wachstum an. Dadurch erreichen neue Hautzellen innerhalb weniger Tage ihre normale Größe und mehr. Normalerweise dauert das etwa 4 Wochen. Durch dieses schnellere Wachstum kann die Hautoberfläche von Psoriasis-Patienten 16-mal dicker werden als normal.

Mögliche Auslöser von Schuppenflechte

Schuppenflechte (Psoriasis) verläuft in Schüben. Ausgelöst werden können Psoriasis-Schübe durch verschiedene innere und äußere Einflüsse:

• Infektionskrankheiten wie Erkältung, Grippe, Infekte mit Streptokokken (rufen Mandelentzündung, Angina oder Scharlach hervor)
• Häufiger und übertriebener Alkoholgenuss, Übergewicht
• Stoffwechselstörungen wie Diabetes
• Hormonelle Schwankungen wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre
• Vererbung: Nicht die Krankheit selbst wird vererbt, sondern die Veranlagung, an Psoriasis zu erkranken
• Mechanische Reize wie zu eng anliegende Kleidung, BH, Gürtel oder Armbanduhr sowie Schnitt- und Schürfwunden, Kratzspuren oder Sonnenbrand
• Dauer-Stress im Berufs- oder Privatleben
• Medikamente wie lithiumhaltige Antidepressiva, Betablocker und ACE-Hemmer bei Bluthochdruck, Lipidsenker bei Arteriosklerose oder auch Mittel zur Vorbeugung von Malaria. Lies mehr zum Malaria Schutz.

Wie erkennst du Psoriasis?

Bei Psoriasis bilden sich an den betroffenen Hautstellen scharf begrenzte rote Flecken, deren Oberfläche von silbrig weißen Hautschuppen bedeckt ist. Diese Psoriasis-Plaques jucken gelegentlich, können aber auch brennen und stechen. Kratzt du die Schuppen ab, reißt die darunter liegende entzündete Haut leicht ein und blutet punktförmig. Häufig sind bei Psoriasis auch die Fingernägel betroffen oder die Gelenke entzündet.

Psoriasis verläuft meistens schubartig. Wie stark diese Schübe sind und wie lang die beschwerdefreien Zeiten dauern ist individuell verschieden. Auch die Auslöser unterscheiden sich bei jedem Patienten. Bei Wetterwechsel verstärken sich die Psoriasis-Beschwerden häufig, während sich die Schuppenflechte im Sommer oft bessert.

Welcher Arzt hilft bei Schuppenflechte?

Zur Diagnostik und Behandlung von Psoriasis suchst du am besten einen Hautarzt auf. Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten steht dir bei allen Fragen rund um deine Erkrankung zur Seite. Hautärzte in deiner Nähe findest du über unsere Behandler-Suche.

Diagnose von Psoriasis

Da das Erscheinungsbild der Psoriasis anhand ihrer typischen Hautveränderungen sehr eindeutig ist, ist eine Diagnose für deinen Arzt in der Regel nicht schwer. Wenn die Anzeichen der Psoriasis jedoch nur schwach ausgeprägt sind, wird dein Hautarzt eine Reihe von Tests durchführen, um Ekzeme, Hautpilzerkrankungen oder Infektionen deiner Haut mit ähnlichen Symptomen ausschließen zu können. Oft entnimmt dein Arzt dir auch eine Hautprobe und untersucht diese unter dem Mikroskop. Hier kann er unter anderem feststellen, ob deine obersten Hautschichten Psoriasis-typisch übermäßig verhornt, verdickt oder entzündet sind. Bei der Psoriasis-Arthritis wird dein Arzt Blutuntersuchungen durchführen, um diese Form der Schuppenflechte von anderen, entzündlichen Gelenkerkrankungen zu unterscheiden. Oft setzt er dabei auch Computertomografie (CT), Röntgen oder die Magnetresonanztomografie (MRT) ein.

PASI, der Bewertungs-Index für den Schweregrad der Psoriasis

Der ärztliche Bewertungs-Index für den Schweregrad der Psoriasis heißt PASI. Die Abkürzung steht für Psoriasis Area and Severity Index. Er gibt an, in welchem Maß einzelne Körperregionen von der Schuppenflechte betroffen sind, wie stark gerötet die Hautpartien sind, ob sie schuppen und wenn ja wie stark. Außerdem gibt der PASI an, ob in deinen Hautzellen Immunabwehrzellen zu finden sind, die auf eine Psoriasis hindeuten. Je höher die Punktzahl beim PASI ist, desto schwerer ist die Erkrankung. Der Maximalwert beträgt 72. Als mittelschwer bis schwer gilt die Psoriasis, wenn über zehn Prozent der Körperoberfläche betroffen sind und der PASI mindestens 10 beträgt.

Behandlung von Psoriasis

Ein ausführliches Arztgespräch und eine Reihe körperlicher Untersuchungen stehen am Anfang jeder Psoriasis-Behandlung. Bei Verdacht auf Nagel- Psoriasis wird dir eine Gewebeprobe entnommen, um einen Nagelpilz auszuschließen. Bei Psoriasis-Arthritis kommen Laboruntersuchungen des Blutes sowie Röntgen und andere bildgebende Verfahren zum Einsatz. Du kannst jedoch auch selbst eine Menge dafür tun, um mit deiner Krankheit besser zu leben.

Akzeptanz

Versuche, dich und deine Krankheit zu akzeptieren. Wenn du wegen deiner schuppenden Hautstellen angestarrt wirst, verkrieche dich nicht. Viele Menschen reagieren aus Unkenntnis so. Sie wissen nicht, dass Psoriasis nicht ansteckend ist. Gehe auf sie zu und erkläre es ihnen. Akzeptiere Tage, an denen du dich nicht leiden kannst, aber isoliere dich nicht von der Außenwelt. Sprich mit deinem Arzt oder einem Psychotherapeuten über deine Sorgen, Probleme und Ängste und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Entspannungstechniken

Innerlich zur Ruhe zu kommen, seelischen Belastungen gelassener und mutiger entgegen zu treten, das wünschen sich viele Psoriasis-Patienten, bei denen Stress einen Krankheitsschub auslöst oder bestehende Symptome verstärkt. Es gibt eine Reihe von Entspannungstechniken, die helfen, in schwierigen Situationen die Fassung zu wahren. Dazu zählen zum Beispiel Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung. Probiere es einfach einmal aus und finde heraus, was dir gut tut.

Ernährung

Als wichtigste Regel für die Ernährung bei Psoriasis gilt: Versuche dich ausgewogen und gesund zu ernähren, meide Genussgifte wie Alkohol und Zigaretten und baue Übergewicht ab. Sei vorsichtig mit Lebensmitteln, die Arachidonsäure enthalten. Denn Arachidonsäure fördert Entzündungen. Sie findet sich in fettreichen Fleischsorten und Wurst, Eiern, Sahne und Butter. Saure, stark gewürzte und scharfe Speisen können bei Psoriasis den Juckreiz verstärken. Die Vitamine C (in Weißkohl und Zitrusfrüchten enthalten) und E (in Lachs, Nüssen oder Sonnenblumenöl) wirken dagegen entzündungshemmend. Was und wie viel du isst, das musst du selbst für dich herausfinden. Es gibt keine spezielle Diät bei Psoriasis. Höre auf deinen Körper. Er wird dir sagen, was er verträgt und was nicht.

Hautpflege

Die Hautpflege spielt bei Psoriasis eine ganz wichtige Rolle, auch in der beschwerdefreien Zeit. Bei der Wahl deiner Pflegepräparate (Cremes, Salben, Lotionen, Emulsionen, Badezusätze) solltest du auf deinen individuellen Hauttyp achten. Bei fettiger Haut hat sich bei Psoriasis in vielen Fällen eine Öl-in-Wasser-Emulsion oder Öl-in-Wasser-Creme bewährt. Diese Hautpflegemittel haben einen niedrigen Fettgehalt und einen hohen Wassergehalt. Bei trockener Haut können Wasser-in-Öl-Emulsionen gute Dienste leisten. Sie haben einen hohen Fett- und einen niedrigen Wassergehalt. Vermeide bei deiner Hautpflege unbedingt Hautreizungen durch zu festes Massieren oder Reiben. Zum Waschen sind neutrale Waschemulsionen mit rückfettenden Substanzen geeignet. Produkte mit Harnstoff  binden Feuchtigkeit.

Ein Salbenverband mit Wirkstoffen wie Salizylsäure oder Harnstoff bewirkt bei einem akuten Psoriasis-Schub, dass sich die Hornschicht leichter ablöst und Medikamente besser zu den entzündeten Hautzellen vordringen können.

Achte außerdem darauf, nicht mehrmals am Tag zu duschen oder zu baden. Das kann den natürlichen Schutzfilm der Haut zerstören und die Haut austrocknen. Ölhaltige und salzhaltige Bäder lösen die Hautschuppen und mindern den Juckreiz. Die Wassertemperatur sollte höchstens 36°C und die Badedauer höchstens 20 Minuten betragen. Tupfe deine Haut nach dem Bad trocken und creme sie gut ein.

Kangalfische

Kangalfische, auch Garra Rufa, Knabberfische oder Rötliche Saugbarbe genannt, sind Fische, die zur Badetherapie eingesetzt werden. Dazu liegst du im ca. 30 Grad warmen Wasser, während die Fische an den erkrankten Hautstellen knabbern. Dabei stoßen sie ein Sekret aus, das in deine Oberhaut gelangt und dort seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet. Da die abgenagten Hautschuppen den Fischen nur als Eiweißquelle dienen, müssen die Tiere täglich zugefüttert werden. 

Lasertherapie

Hier wird auf kleiner Fläche mit sogenannten Excimer-Lasern Licht der Wellenlänge 311nm auf deine betroffenen Hautstellen gebracht. Diese Form der Therapie ist intensiver als die Lichttherapie und beschränkt sich im Gegensatz dazu nicht auf den ganzen Körper.

Lichttherapie

Die Lichttherapie beruht auf der Wirkung von UV-Licht auf die Hautzellen, deren Zellteilung dadurch blockiert wird. Wichtig für die Festlegung der einwirkenden Licht-Dosis ist die individuelle Lichtempfindlichkeit. Bei der Photo-Sole-Behandlung nimmst du ein Bad im Sole-Wasser und wirst dabei mit UV-A oder UV-B-Licht bestrahlt. Die PUVA-Therapie (Psoralen und UV-A-Therapie) kombiniert die Lichttherapie mit der Gabe einer Substanz, die deine Haut lichtempfindlicher macht. Das führt dazu, dass geringere UV-Dosen für die Bestrahlung notwendig werden, die Hautkrebsgefahr sinkt. Der Wirkstoff Psoralen kann in Tablettenform eingenommen werden oder er wird dem Badewasser zugesetzt. Auch Urlaube im Hochgebirge und  in südlichen Ländern sind für Psoriasis-Patienten oft eine Wohltat.

Medikamente gegen Psoriasis

Da sich die Psoriasis nicht heilen lässt, können Medikamente gegen Schuppenflechte nur deren Symptome lindern und/oder vorübergehend verschwinden lassen. Für das Anfangsstadium von Psoriasis kommen in der Regel vor allem Salben und Cremes zum Einsatz. Für die Behandlung eines akuten Psoriasis-Schubes können Glukokortikoide, auch in Kombination mit Harnstoff oder Salizylsäure eingesetzt werden. Häufig werden Glukokortikoide auch mit einer UV-B-Strahlungs-Behandlung kombiniert.

Dithranol

Cremes mit dem Wirkstoff Dithranol gehören zu den äußerlich angewandten Psoriasis-Medikamenten. Sie bremsen die Vermehrung der Hautzellen. Der Wirkstoff Dithranol wird zur Kurzzeit-Therapie eingesetzt. Deine Fingernägel und deine Haut können sich durch die gelbe Substanz verfärben, aber das verschwindet nach ein bis zwei Wochen wieder.

Kombinationen aus Dithranol + Harnstoff sowie Dithranol + Salizylsäure helfen dabei, dass sich die Hautschuppen leichter ablösen. Denn Harnstoff und Salizylsäure weichen die oberen Hautschichten auf. Dadurch wird auch die Wirksamkeit von Dithranol erhöht, weil Harnstoff und Salizylsäure außerdem dafür sorgen, dass der Wirkstoff besser in die Haut eindringen kann.

Glukokortikoide

Glukokortikoide oder auch „kortisonhaltige“ Mittel wirken bei Psoriasis gegen Entzündungen, bekämpfen den Juckreiz und verzögern die Zellerneuerung. Diese führt dazu, dass die Haut schuppt. Wichtig ist, dass du die Behandlung nicht abrupt auf eigene Faust abbrichst, da sonst die gerade abgeklungene Entzündung schlagartig und umso heftiger wieder auftritt.

Bei Kombinationen aus Glukokortikoide + Harnstoff sowie Glukokortikoide + Salizylsäure erleichtern Harnstoff und Salizylsäure dem Glukokortikoid das Eindringen in deine Haut. Die Entzündungen klingen schneller ab. Harnstoff bewirkt außerdem, dass deine Haut verstärkt Wasser einlagert und somit geschmeidiger wird.

Vitamin-D-Abkömmlinge

Mittel mit den Wirkstoffen Calcipotriol, Calcitriol, Tacalcitol sind entzündungshemmend und dämmen die übermäßige Vermehrung der Hautzellen ein. Vorsicht: Sonnenlicht macht diese Mittel unwirksam, ebenso Medikamente, die Salizylsäure enthalten.

Azitretin

Der Wirkstoff Azitretin gehört zu den innerlich angewendeten Psoriasis-Medikamenten. Azitretin wird in der Regel bei sehr ausgeprägter Schuppenflechte verabreicht. Er bremst die Vermehrung der Hautzellen und neutralisiert die Verhornung der Haut. Azitretin darf nicht zusammen mit hormonellen Verhütungsmitteln eingenommen werden. Da Azitretin das Ungeborene schwer schädigen kann, darf das Mittel auch nicht in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Während der Behandlung solltest du außerdem keine Kontaktlinsen tragen, da Azitretin Bindehautentzündungen auslösen kann. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Bindehautentzündung.

Biologika

Diese meist gentechnisch hergestellten Wirkstoffe sind mit körpereigenen Stoffen fast identisch. Dadurch können sie auf natürlichem Weg bei den Zell-Botenstoffen des Immunsystems angreifen und Entzündungen eindämmen oder verhindern.

Fumarinsäureester

Tabletten mit dem Wirkstoff Fumarsäureester bremsen das Wachstum der Hautzellen und werden in der Regel nur in schweren Fällen der Psoriasis eingesetzt. Der Wirkstoff kann als unerwünschte Nebenwirkung Magen-Darm-Störungen auslösen.

Heilungschancen bei Psoriasis

Leider ist Psoriasis noch nicht heilbar, aber eine frühzeitige Behandlung kann in den meisten Fällen eine Verbesserung bewirken. Ständige Krankheitsschübe können allerdings auch die Psyche der Betroffenen belasten, daher kann manchmal eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

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Schilddrüsenunterfunktion

Frau mit Schilddrüsenunterfunktion tastet ihre Halsregion zwischen Adamsapfel und Schüsselbein ab.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zeigen sich Symptome, die auch zu anderen Erkrankungen passen.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose, produziert deine Schilddrüse wenig oder gar keine Schilddrüsenhormone. Die Folge: dein Stoffwechsel verlangsamt sich, deine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nehmen ab. Als weitere Symptome einer Hypothyreose können sich Antriebsschwäche, trockene Haut, langsamer Puls, extreme Kälteempfindlichkeit bei dir zeigen. Außerdem kann die Schilddrüsenunterfunktion Ursache für eine Gewichtszunahme ohne Änderung deiner Ernährungsgewohnheiten sein.

Oft bleibt die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund ihrer nicht eindeutigen Symptomatik lange Zeit unerkannt oder wird gar falsch behandelt. Mit zunehmendem Alter kann das Risiko ansteigen, dass du eine Hypothyreose bekommst. Generell kann die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung entstehen oder vererbt sein.

Lies in unserem Beitrag zur Hashimoto-Thyreoiditis mehr darüber wie die Schilddrüse funktioniert und wie die Bildung und Ausschüttung deiner Schilddrüsenhormone reguliert wird.

Was verursacht eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Ursachen für eine Hypothyreose können als Folge einer Schilddrüsenerkrankung auftreten oder angeboren sein. Bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion ist deine Hypothyreose vererbt oder bildet sich während der Schwangerschaft im Mutterleib aus. Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion hingegen entwickelt sich im Laufe deines Lebens.

Auslöser für eine Hypothyreose können sein:

  • Jodmangel, aber auch Jodüberschuss: Warum Jodüberschuss zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt, ist noch nicht ausreichend erforscht
  • Chronische Entzündung deiner Schilddrüse, medizinisch Hashimoto-Thyreoiditis genannt. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dein Körper bildet Antikörper gegen das eigene Schilddrüsengewebe. Schilddrüsenzellen werden zerstört und können somit keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Lies mehr über Ursachen und Therapie von Hashimoto
  • Operationen an deiner Schilddrüse, zum Beispiel wegen Kropfbildung oder Krebs. Hierbei kann so viel Schilddrüsen-Gewebe entfernt werden, dass die verbleibenden Zellen nicht mehr genug Hormone produzieren können
  • Unempfindlichkeit deiner Organe gegenüber Schilddrüsenhormonen
  • Angeborene Fehlbildungen deiner Schilddrüse (Athyreose)
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse. Die Schilddrüse ist hierbei zwar vorhanden, kann aber keine Hormone bilden.
  • Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion mit radioaktivem Jod oder hormonhemmenden Medikamenten (Thyreostatika). Diese Therapie kann auch ins Gegenteil umschlagen und eine Schilddrüsenunterfunktion verursachen
  • Störungen in der Hirnanhangdrüse. Wenn deine Hypophyse nicht genügend Steuerungshormon (TSH) bildet und ausschüttet, kommt die Hormonproduktion in deiner Schilddrüse zum Erliegen. Lies mehr zu Normalwerten für TSH und zum Schilddrüsen-Regelkreis.

Altershypothyreose kann mit Alterserscheinungen verwechselt werden

Bei älteren Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ähneln die Krankheitsanzeichen der Schilddrüsenunterfunktion häufig den normalen Alterserscheinungen und werden daher oft nicht erkannt. Der Stoffwechsel verlangsamt sich im Alter zum Beispiel häufig, was genau wie bei der Hypothyreose zu Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten führen kann.

Auch eine Depression kann von einer Schilddrüsenunterfunktion verursacht werden. Hierbei können sich ursprünglich lebhafte Menschen innerhalb kurzer Zeit in sich zurückziehen und regelrecht lethargisch werden.

Gewichtsveränderungen können ebenfalls wichtige Hinweise auf eine mögliche Altershypothyreose geben. Ältere Menschen, die trotz magerer Kost plötzlich stark an Gewicht zunehmen, leiden möglicherweise an einer Schilddrüsenunterfunktion.

Auffällig bei der Altershypothyreose ist, dass die Schilddrüsen-Hormonwerte oft nur geringfügig vom Normalwert abweichen.

Ein Myxödemkoma erfordert intensivmedizinische Behandlung

Die Haut von Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion erscheint häufig teigig aufgetrieben. Das passiert, weil sich Wasser sowie Eiweiß-Zucker-Säureverbindungen in dein Unterhautfettgewebe einlagern. Der medizinische Fachausdrück dafür lautet Myxödem. Besonders betroffen vom Myxödem sind die Regionen um die Augen, die Lippen, die Zunge und die Handrücken.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) lange Zeit unbehandelt bleibt oder falsch behandelt wird, kann es in seltenen Fällen zum sogenannten Myxödemkoma kommen. Hierbei zeigen Menschen mit langjähriger Schilddrüsenunterfunktion, die zudem noch durch Operationen, Traumata, Herzinsuffizienz oder nach Infektionen geschwächt sind, Schwäche, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Reglosigkeit. Symptome für ein Myxödemkoma sind außerdem niedriger Blutdruck (Hypotonie), stark erniedrigte Körpertemperatur sowie eine verlangsamte, oberflächliche Atmung. Dann ist intensivmedizinische Hilfe notwendig. In diesem Fall musst du in der Regel beatmet werden und erhältst intravenös Schilddrüsenmedikamente und Steroidhormone (Glukokortikoide).

Der typische Laborbefund für Patienten mit Myxödemkoma zeigt sich in niedrigen Werten von fT4 und Gesamt T4, stark erhöhten TSH-Werten, erniedrigten Zuckerwerten und erniedrigten Natriumwerten sowie erhöhten Werten für Cholesterin und Kreatinphosphokinase. Die Kreatinphosphokinase stellt dem Muskel kurzfristige Energiereserven bereit. Ein erhöhter Wert kann auf eine Herzmuskelschwäche hinweisen.

Hashimoto-Thyreoiditis führt zur lebenslangen Hypothyreose

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer lebenslangen Schilddrüsenunterfunktion führt. Bei der auch als Hashimoto oder chronische Immunthyreoiditis bezeichneten Erkrankung werden spezielle Antikörper gebildet, die sich gegen die Zellen deiner Schilddrüse richten. Dadurch kommt es zu einer chronischen Entzündung deiner Schilddrüse. In der Folge wird das Schilddrüsengewebe zerstört und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) kommt zum Stillstand. In unserem Artikel zur Hashimoto-Thyreoiditis erfährst du mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie von Hashimoto.

Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bleibt oft unentdeckt, wenn nicht ein Kropf oder eine Vergrößerung deiner Schilddrüse die Erkrankung sichtbar machen. Denn viele Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) könnten auch zu anderen Erkrankungen passen und werden daher häufig nicht richtig zugeordnet, als psychisches Problem oder als Symptome einer Depression eingestuft. Ein Beispiel dafür ist die Apathie (Antriebslosigkeit). Sie kann Anzeichen einer Depression sein, aber auch im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten. Ein weiteres Beispiel für die unspezifische Symptomatik der Schilddrüsenunterfunktion kann die Cholesterinwerterhöhung sein. Hierfür können unter anderem Ernährungsfehler verantwortlich sein, aber auch ein Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4. Dies verzögert den Cholesterin-Abbau und führt somit zu erhöhten Cholesterinwerten.

Folgende Symptome sind bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) möglich. Sie können unterschiedlich stark ausfallen und müssen nicht allesamt auftreten:

  • Antriebslosigkeit
  • Ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • mangelnde Leistungsfähigkeit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Verlust des Orientierungssinns
  • sprödes, brüchiges Haar
  • Haarausfall
  • raue, trockene und häufig aufgedunsene Haut
  • gelbliche Verfärbungen der Haut
  • hängende Augenlider (Ptosis)
  • geschwollenes Gesicht mit verdickten Lippen
  • raue, heisere Stimme
  • Kälteüberempfindlichkeit, denn dein durch die Hypothyreose verlangsamter Stoffwechsel hält deine Körpertemperatur zu niedrig
  • hartnäckige Verstopfung. Lies mehr zu Ursache und Hausmittel bei Verstopfung
  • Gewichtszunahme ohne Änderung der Essgewohnheiten, teilweise sogar bei gleichzeitigem Appetitmangel
  • niedriger Blutdruck. Blutdruck messen
  • verlangsamter Herzschlag
  • Durchblutungsstörungen
  • Verkrampfung der Muskulatur
  • verlangsamte Reflexe
  • unregelmäßige Menstruation oder ungewöhnlich starke Blutungen
  • Einschränkungen von Libido und Potenz
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Kropfbildung durch Vergrößerung der Schilddrüse

Mögliche Komplikationen und Krankheitsverlauf der Hypothyreose

Aufgrund von vermehrten Wassereinlagerungen in dein Körpergewebe können im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) Ödeme entstehen. Deine Haut fühlt sich dann teigig an, Gesicht, Zunge und Augenpartien können anschwellen. Durch den im Rahmen der Hypothyreose erhöhten Cholesterinspiegel wächst langfristig die Gefahr, an einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) zu erkranken.

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann auch an Störungen in deinem Herz-Kreislaufsystem beteiligt sein. Beispiele dafür sind Bradykardie (Herzrhythmusstörungen mit unter 60 Schlägen pro Minute), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Veränderungen des Blutdrucks, Blutvolumens und des Gefäßwiderstandes, der für einen reibungslosen Blutfluss wichtig ist. Bei einer nur kurzfristig bestehenden Hypothyreose kann die Kontraktionsrate deines Herzens abnehmen und der Gefäßwiderstand kann sich erhöhen. Damit wird es schwieriger und anstrengender für dein Herz, Blut in ausreichender Menge auszuwerfen.

Welcher Arzt hilft bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Für Diagnose und Therapie von einer Schilddrüsenunterfunktion sowie anderer Schilddrüsenerkrankungen ist ein auf Hormonerkrankungen spezialisierter Arzt, ein Endokrinologe, zuständig. Das medizinische Fachgebiet Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Fachärzte tragen die Facharztbezeichnung Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Finde mit unserer Arztsuche Endokrinologen in deiner Nähe.

Schilddrüsenunterfunktion und Schwangerschaft

Hat sich deine Schilddrüsenunterfunktion ohne Schilddrüsenerkrankungen während deiner Schwangerschaft entwickelt, kann sich das nach der Geburt wieder vollständig normalisieren.

Deine Schilddrüse vergrößert sich während einer Schwangerschaft leicht, da an sie während dieser Zeit erhöhte Anforderungen gestellt werden. Auch eine gesunde Schilddrüse kann deshalb während der Schwangerschaft in ihrer Hormonproduktion und in ihrem Gewebewachstum ein wenig von den Normwerten abweichen. Durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone Östrogen und Humanes Choringonadotropin (HCG) können sich auch deine Schilddrüsenhormonwerte verändern. Zur Kontrolle deiner Schilddrüsenfunktion in der Schwangerschaft bestimmt das Labor aus deiner Blutprobe das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH) der Hirnanhangsdrüse sowie die freien Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (fT3) und Thyroxin (fT4). Wichtig ist, dass während der Schwangerschaft alle Schilddrüsenwerte sehr engmaschig überwacht werden, da sich durch dein wachsendes Baby auch dein Schilddrüsenstoffwechsel stetig verändert.

Diagnoseverfahren bei Schilddrüsenunterfunktion

Wenn dein Arzt dich auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) untersucht, wird er in der Regel deine Vorerkrankungen wissen wollen, ob Schilddrüsenerkrankungen in deiner Familie vorliegen und welcher Art deine Beschwerden sind. Bei einer körperlichen Untersuchung tastet er deine Halsregion ab. Außerdem wird dir Blut abgenommen, um die Konzentration deiner Schilddrüsenhormone und die des TSH der Hypophyse zu bestimmen. Die Hypophyse reguliert die Hormonproduktion deiner Schilddrüse. Lies mehr über die Schilddrüsenwerte und den Schilddrüsenregelkreis in unseren Laborwerten f3, f4 und TSH. Bei Verdacht auf die Autoimmunerkrankung Hashimoto können noch zusätzliche Blutwerte ermittelt werden, siehe Diagnoseverfahren bei Hashimoto.

Schilddrüsenwerte im Blut

Zur Bestimmung der Schilddrüsenwerte im Blut nimmt dir dein Arzt Blut aus der Armvene ab, welches im Labor untersucht wird. Die erhaltenen Konzentrationen der Schilddrüsenhormone verraten deinem Arzt viel über die Produktions- und Ausschüttungsrate deiner Schilddrüsenhormone. Sie sagen jedoch nichts darüber aus, was die Ursachen für einen Überschuss bzw. Mangel an Schilddrüsenhormonen sind.

Sind bei der Laborauswertung TSH erhöht sowie fT3 und fT4 erniedrigt oder normal deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Denn wenn die Schilddrüse zu wenig fT3 und fT4 produziert, sind deren Werte niedrig. TSH ist erhöht, weil deine Hirnanhangdrüse deine Schilddrüse dazu anregen möchte, mehr Hormone zu produzieren.

Doch Vorsicht: Nimmst du Kortison und hohe Dosen an Schmerzmitteln mit Acetylsalicysäure ein, kann das die Testergebnisse verfälschen. Auch die Einnahme der Pille und anderer hormonhaltiger Verhütungsmittel können die Laborwerte deiner Schilddrüsenhormone beeinträchtigen. Du solltest deinen Arzt daher unbedingt darüber informieren, welche Medikamente du einnimmst.

TBG-Test zur Bestimmung des Trägerproteins

Beim sogenannten TBG-Test wird die Menge des Trägerproteins Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) gemessen. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) wird im Blut an Trägerproteine gebunden, die es zu seinem Bestimmungsort transportieren. T4 wird hauptsächlich in der Leber zu T3 umgewandelt. Die Menge des Trägerproteins TBG kann genetisch bedingt erhöht oder erniedrigt sein. Mit dem TBG-Test kann das Labor feststellen, ob überhaupt genug Transportproteine für deine Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Verteilungsengpässe können also mithilfe des TBG-Tests aufgedeckt werden.

Sonografie deckt Größenveränderungen auf

Um die Struktur und Veränderungen von Form und Größe sowie der Lage deiner Schilddrüse aufzudecken, kann dein Arzt eine Untersuchung der Schilddrüse mittels Ultraschall (Sonografie) durchführen. Die Sonografie kann allerdings Fehlfunktionen deiner Schilddrüse nicht anzeigen.

Bei der Sonografie deiner Schilddrüse werden Ultraschallwellen aus einem Schallkopf durch dein Schilddrüsengewebe gesendet. Dazu setzt dein Arzt den mit einem speziellen Gel präparierten Schallkopf auf deinen Hals auf und fährt das zu untersuchende Gebiet mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen ab. Die Ultraschallwellen werden an den Grenzen zwischen Organen und Geweben in unterschiedlichem Maße zurückgeworfen. Der Schallkopf nimmt die reflektierten Schallwellen wieder auf und errechnet daraus ein Bild, was sich dein Arzt auf einem Bildschirm anschauen kann.

Szintigrafie macht Knoten sichtbar

Mithilfe der Szintigrafie lässt sich die Stoffwechselaktivität deiner Schilddrüse bestimmen. Außerdem lassen sich Lage und Größe eventuell überaktiver Regionen (heiße Knoten) und inaktiver Regionen (kalte Knoten) erkennen. Heiße Knoten produzieren eigenständig Schilddrüsenhormone, was zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt. Kalte Knoten bestehen aus nicht funktionierendem Schilddrüsengewebe und können bösartig werden. Lies mehr über den Ablauf einer Szintigrafie.

Punktion liefert Gewebeproben

Um eine Gewebeprobe zu entnehmen, beispielsweise bei Krebsverdacht oder Schilddrüsenknoten, kann deine Schilddrüse mit einer Feinnadel punktiert werden. Hierbei wird eine Hohlnadel mithilfe von Ultraschall an der gewünschten Stelle angesetzt und durch die Haut in deine Schilddrüse und den Teil vorgeschoben, aus dem eine Zellprobe entnommen werden soll. Mittels Unterdruck können dann einzelne Zellen hinausgesaugt und anschließend im Labor untersucht werden. Die Feinnadelpuntion ist aufgrund der geringen Nadeldicke in der Regel relativ schmerzarm.

Was hilft bei Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte so früh wie möglich behandelt werden, um Folgeschäden und Komplikationen auszuschließen. Mit Medikamenten können häufig die Auswirkungen der Erkrankung verringert werden, eine Heilung der eigentlichen Ursache der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist jedoch oft nicht möglich oder bedarf einer langfristigen Therapie.

Sind Medikamente zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) der Auslöser für deine Schilddrüsenunterfunktion, dann können sie nach Rücksprache mit deinem Arzt möglicherweise niedriger dosiert oder sogar abgesetzt werden. Wenn du wegen einer Schilddrüsenunterfunktion stark an Gewicht zugenommen hast, ohne deine Ernährungsgewohnheiten zu ändern, dann brauchst du neben der medikamentösen Therapie der Hypothyreose vor allem eines: Geduld. Sobald sich dein Körper an die Hormongabe gewöhnt hat, purzeln mithilfe von ein wenig Sport und einer gesunden Ernährung bestimmt bald auch die Pfunde wieder.

Jodreiche Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Viele Menschen denken bei Schilddrüsenerkrankungen zunächst an Jodmangel. Und tatsächlich braucht deine Schilddrüse ausreichend Jod, damit sie funktioniert und ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann.

Ein Jodmangel kann nach Verbrauch deiner körpereigenen Jodreserven zu gesundheitlichen Problemen wie einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führen. Mit der Zeit kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern, ein Kropf (Struma) kann entstehen. Je größer der Kropf wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er Druck auf deine Blutgefäße im Halsbereich sowie auf die Speise- und Luftröhre ausübt. Die Folge: es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühlen kommen. Bei länger bestehendem Kropf können Veränderungen deines Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.

Um die Jodversorgung sicherzustellen, solltest du einmal, besser zweimal wöchentlich Seefisch wie Scholle oder Kabeljau essen. Auch Milch und Milchprodukte sind gute Jodlieferanten und sollten deshalb zu deinem täglichen Speiseplan gehören.

Für die Speisenzubereitung solltest du Jodsalz verwenden. Beim Einkauf in Bäckerei und Metzgerei solltest du nachfragen, ob die Produkte Jodsalz enthalten. Denn Brot und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnisse, Fertigprodukte und Tiefkühlwaren werden häufig mit Jodsalz hergestellt. Bei verpackten Lebensmitteln muss dies im Zutatenverzeichnis aufgeführt sein.

Sofern dir kein ausreichendes Angebot von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen zur Verfügung steht, ist die ergänzende Einnahme von Jodtabletten der sicherste Weg zur Jodbedarfsdeckung. Das gilt vor allem für schwangere und stillende Frauen, die einen erheblich höheren Jodbedarf haben. Hier solltest du aber auf jeden Fall deinen Arzt fragen. Auch für Veganer können Jodtabletten eine gute Alternative zur Deckung ihres Jodbedarfs sein.

Selenhaltige Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Selen zählt wie Jod zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Als Bestandteil sogenannter Seleno-Enzyme erfüllt Selen lebenswichtige Funktionen. In deiner Schilddrüse kommen verschiedene Seleno-Enzyme in hoher Konzentration vor. Die Schilddrüse zählt daher zu den Körperorganen mit dem höchsten Selengehalt.

Seleno-Enzyme der Schilddrüse sind zum einen die Deiodinasen, die das Schilddrüsenhormon T4 (Thyroxin) in das stoffwechselaktivere Schilddrüsenhormon T3 (Trijodthyronin) umwandeln. Zum anderen ist Selen Bestandteil von Gluthathionperoxidasen (GPx), also von Enzymen, die deine Schilddrüse vor Zellschädigungen schützen. Zellschäden können durch Freie Radikale ausgelöst werden. Das sind hochreaktive Sauerstoff-Verbindungen, die bei der Schilddrüsenhormonbildung anfallen und durch GPx abgebaut und unschädlich gemacht werden.

Selen musst du mit deiner täglichen Nahrung aufnehmen, der tägliche Bedarf liegt für Erwachsene bei 30-70 Mikrogramm (µg)/Tag. Selenhaltigen Lebensmittel sind Fleisch, vor allem Leber und Niere und Hühnereier. Weil Selen auch im Meerwasser vorkommt, sind Seefisch und Meerestiere ebenfalls reich an Selen.

Risiken für einen Selenmangel bestehen bei vegetarischer und veganer Ernährung, bei bestimmten Darmerkrankungen, schweren Allgemeinerkrankungen und selenfreier künstlicher Ernährung. Ein Selenmangel erhöht offensichtlich das Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Denn das Gewebe ist bei eingeschränkter GPx-Schutzwirkung einem höheren Risiko für Schädigungen und Veränderungen des Erbguts (DNA) und damit für bösartige Veränderungen ausgesetzt. Möglicherweise spielt ein Selenmangel auch bei der Entstehung von gutartigen Schilddrüsenknoten eine Rolle.

Medikamente bei Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) muss deinem Körper das Hormon, das er nicht oder nicht mehr ausreichend produziert, als Medikament zugeführt werden. Die für jeden Patienten mit Hypothyreose individuell richtige Menge eines Schilddrüsen-Medikaments hängt ab vom Alter und der Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion.

Arzneimittel für eine Schilddrüsenunterfunktion enthalten das synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormon Levothyroxin, kurz L-Thyroxin. Dies entspricht dem Schilddrüsenhormon T4. Dein Körper baut es wie natürliches T4 zu T3 um. Bis die Hälfte des eingenommenen Levothyroxins in deinem Körper verarbeitet ist, dauert es in der Regel sechs bis sieben Tage. Das garantiert eine gleichmäßig verteilte Wirkung des Schilddrüsenmedikaments. Es gibt auch Kombipräparate aus L-Thyroxin und einem Wirkstoff, der dem natürlichen Schilddrüsenhormon T3 entspricht sowie Jodidpräparate.

Bei einem Kropf, der aus Jodmangel entsteht und bei dem gleichzeitig wenige Schilddrüsenhormone produziert werden, deckt das Schilddrüsenmedikament L-Thyroxin den Bedarf deines Körpers an Schilddrüsenhormonen. Deine Gehirndrüsen bekommen durch das Medikament im Blut die Info, dass genug Hormon vorhanden ist und produzieren nur noch ein Minimum der Hormone, die die Schilddrüse antreiben. Diese wiederum drosselt ihre Hormonproduktion und Hormonausschüttung, der Kropf wird kleiner.

Da dein Körper bei einer Schilddrüsenunterfunktion in der Regel daran gewöhnt ist, deine Organe auf Sparflamme laufen zu lassen, kann ein plötzlicher Hormonschub deine Organe überfordern. Das gilt besonders für das Herz. Hast du Herzrhythmusstörungen, eine Herzmuskelschwäche, eine koronare Herzkrankheit oder einen Herzinfarkt überstanden oder leidest du an hohem Blutdruck, werden die Medikamente zu Beginn der Behandlung in der Regel sehr niedrig dosiert sein. Nach und nach können sie dann auf die erforderliche Menge gesteigert werden. So kann sich dein Körper langsam auf die Hormongabe einstellen. Das ist in der Regel nach rund vier Wochen bis zu einigen Monaten der Fall.

Beruht der Schilddrüsenhormonmangel auf einer akuten Entzündung deiner Schilddrüse, wird die Therapie in der Regel beendet, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Gelingt es nicht, die Hormonproduktion deiner Schilddrüse zu normalisieren, muss die Behandlung möglicherweise lebenslang fortgesetzt werden. Ganz wichtig ist: Beende die Therapie mit Schilddrüsenhormonen nie auf eigene Faust. Wenn die Hormone abrupt abgesetzt werden, kann sich deine Schilddrüse durch Gewebewachstum vergrößern. Hast du dein Schilddrüsenmedikament einmal vergessen, nimm am nächsten Tag die übliche Dosis ein, aber auf keinen Fall die vergessene Dosis noch zusätzlich.

Schilddrüsenunterfunktion Heilungschancen

Auch wenn die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion durch die Schilddrüsenmedikamente nach einigen Monaten verschwunden sind, müssen die meisten Betroffenen die künstlichen Schilddrüsenhormone ein Leben lang weiter einnehmen. Denn beim Absetzen der Medikamente leeren sich die Hormonspeicher und dein Körper würde erneut zu wenige Schilddrüsenhormone erhalten.

Zu Beginn der Behandlung kontrolliert dein Arzt deinen Hormonspiegel in der Regel etwa alle vier Wochen, im weiteren Verlauf dann einmal im Quartal. Bist du optimal eingestellt und verträgst die Schilddrüsenhormongabe ohne Beschwerden, kann möglicherweise eine jährliche Überprüfung deines Hormonspiegels ausreichen.

Bei gut eingestellter Medikamentendosis sowie regelmäßiger und vor allem vorschriftsmäßiger Einnahme bist du in der Regel genauso leistungsfähig und lebst genauso lange wie Menschen ohne Schilddrüsenunterfunktion. Bei einer angeborenen Hypothyreose hängt dein Behandlungserfolg ganz entscheidend vom Zeitpunkt ab, zu dem deine Schilddrüsenunterfunktion erkannt wird.

Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

Achte bei der Wahl deiner Nahrung auf eine optimale Jodzufuhr. Am besten du isst mindestens einmal pro Woche frischen Seefisch (Scholle, Kabeljau). Würze deine Mahlzeiten mit jodiertem Speisesalz. Der optimale Jod-Tagesbedarf liegt bei 200 Mikrogramm (µg) ab einem Alter von 15 Jahren, 180 µg ab 50 Jahren und 230 µg für Schwangere. Rauchen erhöht den Jod-Bedarf, denn durch das Nikotin wird die Jodaufnahme blockiert. Eine Tagesdosis von 500 µg sollte allerdings ohne therapeutischen Hintergrund keineswegs überschritten werden.

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Sehnenscheidenentzündung

Frau mit Sehnenscheidenentzündung hält sich das schmerzende Handgelenk
Eine Sehnenscheidenentzündung tritt am häufigsten nach Überlastungen im Handgelenk auf, aber auch an Ellenbogen, der Schulter oder den Füßen.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Die Sehnenscheide ist eine mit Gelenkflüssigkeit gefüllte Hülle, die eine Sehne umschließt. Die Sehne selbst besteht aus Bindegewebsfasern, die Skelettmuskel und Knochen verbinden. Sehnenscheiden sind an den Stellen ausgebildet, wo Sehnen mit erhöhter Spannung über deine Gelenke laufen. Die Sehnenscheide lässt eine Sehne dann wie auf einem Wasserfilm hin und hergleiten und schützt sie damit vor Reibung und Abnutzung.

Überlastest du deine Sehnenscheiden durch zu viel Sport, einseitige Bewegungsabläufe oder Computerarbeit, entzünden sie sich. Die Folge: Du bekommst in Ruhe und in Bewegung starke Schmerzen. Außerdem bildet sich bei einer Sehnenscheidenentzündung eine kleine Beule unter deiner Haut und es kommt zu einem fühlbaren Knirschen in der betroffenen Sehne. Am häufigsten treten Sehnenscheidenentzündungen im Handgelenk auf. Aber auch an den Ellenbogen, den Fingern, der Schulter, am Knie, im Sprunggelenk oder an der Achillessehne am Fuß können sich die Sehnenscheiden entzünden.

Was sind die Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung?

Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen an deinen Sehnen und Sehnenscheiden können verschiedene Ursachen haben:

  • Eine Entzündung deiner Sehne, medizinisch Tendinitis genannt: Die Tendinitis kann auftreten, wenn aufgrund starker oder wiederholter Belastungen eine extreme Reibung zwischen deiner Sehne und dem angrenzenden Knochen entsteht.
  • Die Sehnenscheidenentzündung, auch Tendovaginitis genannt, kann das Ergebnis einer Überdehnung oder einer ständigen Wiederholung derselben Bewegung sein. Dadurch können sich beide Schichten der Gleithülle, die manche Sehnen umgeben, entzünden. Häufig betroffene Stellen sind Schulter, Ellbogen, Handgelenk, Finger, Knie und die Ferse.
  • Neben Sehnenscheidenentzündungen führen Einengungen der Sehnenscheiden häufig zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung. Eine Einengung der Sehnenscheide tritt oft im Bereich der Sehnen für Streck- und Abspreizbewegungen des Daumens auf und wird als Tendovaginitis stenosans de Quervain bezeichnet. Typisch für eine Tendovaginitis stenosans de Quervain sind Schmerzen des Daumengelenkes, die bis zum Handgelenk ausstrahlen und beim Halten und Greifen verstärkt werden.
  • Bei der Tendovaginitis stenosans sind einer oder mehrere Beugesehnen deiner Fingerbeugemuskeln eingeengt. Die daraus entstehende Sehnenscheidenentzündung bewirkt eine knotige Veränderung oder gelegentlich sogar eine Verdickung der betroffenen Sehne. Beugst du die entsprechende Fingersehne, bleibt die verdickte Sehne an der Sehnenscheide hängen  und blockiert die weitere Bewegung. Wenn der Kraftaufwand zum Fingerbeugen steigt, rutscht irgendwann die Sehne durch die Sehnenscheide, was zu einer sehr ruckartigen Fingerbeugung führt. Die Bezeichnung dafür ist schnellender Finger oder Schnappfinger.
  • Risse der Sehnen (Sehnenrupturen) entstehen entweder als Folge von Unfällen oder von Verschleißerscheinungen. Sehnenrupturen können dazu führen, dass du den betroffenen Bereich nicht mehr bewegen kannst. In diesem Fall kann in der Regel nur eine Operation helfen.

Wie entsteht eine Sehnenscheidenentzündung?

Durch einseitige und/oder zu starke Belastung einer Sehne sowie durch Fehlbelastungen kommt es zu Schwellungen des umgebenden Gewebes. Dies wiederum führt dazu, dass die Sehne und die Sehnenscheide aneinander reiben. Geschieht das über einen längeren Zeitraum, entstehen kleinere Verletzungen und Sehnenscheidenentzündungen.
Gründe für die Überlastung können sein:

  • Monotone Bewegungsabläufe wie zum Beispiel bei der Arbeit am Computer. Der sogenannte „Mausarm“ entsteht. Auch Musiker und Handwerker, die täglich viele Stunden die gleichen Handbewegungen durchführen, leiden häufig an einer Sehnenscheidenentzündung.
  • Ungeeigneter Arbeitsplatz mit falsch eingestelltem Tisch, Stuhl, Tastatur und Maus.
  • Fehlhaltungen bei starken Belastungen und exzessiv betriebene Sportarten wie Laufen, Tennis, Golfen, Klettern oder Tanzen können Sehnenscheidenentzündungen begünstigen.
  • Arbeiten, die dein Körper nicht gewohnt ist: Renovierungsarbeiten am/im Haus, Umzug oder Gartenarbeit mit Geräten führen oft zu Fehlbelastungen und Überbelastungen deiner Sehnen und Gelenke.
  • Seltene Auslöser der Sehnenscheidenentzündung sind bakterielle Infektionen oder rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis.
  • Wenn eine entzündete, geschwollene Sehnenscheide den Kanal durch den die Beugesehnen deiner Finger verlaufen verdickt, entsteht ein sogenannter Schnappfinger. Dabei staucht sich die Beugesehne vor der Verengung und wird dicker. Streckst du den Finger, kann die eingeklemmte Sehne den Kanal nur mit einem schmerzhaften Ruck passieren.

Symptome einer Sehnenscheidenentzündung

Du erkennst eine Sehnenscheidenentzündung an den folgenden Beschwerden:

  • Schwellung der betroffenen Körperstelle.
  • Kleine Beule unter der Haut. Diese Verdickung entsteht dadurch, dass sich die Sehnenfasern vor der Verengung stauen und falten.
  • Steifigkeit der Gelenke.
  • Stechende oder ziehende Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung.
  • Druckschmerzen entlang der Sehne.
  • Rötung und Erwärmung der Haut an der betroffenen Stelle.
  • Fühlbares Knirschen in der Sehne.
  • Bei chronischer Sehnenscheidenentzündung: Knötchen und Verhärtungen.

Welcher Arzt hilft bei Sehnenscheidenentzündung?

Mit einer Sehnenscheidenentzündung solltest du zu deinem Hausarzt, einem Sportmediziner oder zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie gehen. Lies mehr über Tätigkeitsfeld und Untersuchungen beim Orthopäden.

Zeigen sich bei dir zusätzlich zu Schmerzen und Schwellungen Symptome einer infektiösen Senenscheidenentzündung wie Fieber oder Schüttelfrost, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn hier handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Fieber richtig messen

Zur Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung wird sich dein Arzt nach deiner beruflichen Tätigkeit, ausgeübten Sportarten und der Art und Dauer deiner Beschwerden erkundigen. Außerdem wird er die schmerzende Stelle abtasten und einige Bewegungstests durchführen.

In unklaren Fällen kann dein Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT) veranlassen. Dazu liegst du zehn bis 30 Minuten in einer Röhre und ein Magnet kreist um dich herum. Die lauten Klopfgeräusche des Gerätes kannst du abmildern, indem du dir Ohrenstöpsel geben lässt. Ein Computer wandelt die erhaltenen Signale zu zwei- oder dreidimensionalen Bildern um. Die Bilder zeigen deinen Körper scheibchenweise oder in 3-D. Das MRT zeigt deinem Arzt, wie es in deinen Gelenken und im Gewebe aussieht.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann das Labor anhand eines großen Blutbildes die sogenannten Entzündungsparameter bestimmen. Blutwerte des großen und kleinen Blutbildes. Eine erhöhte Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), eine beschleunigte Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BKS) sowie eine Erhöhung des sogenannten C-reaktiven Proteins (CRP) deuten auf eine Entzündung hin. Normalwerte für CRP

Was hilft bei Sehnenscheidenentzündung?

Um eine Sehnenscheidenentzündung zu behandeln, solltest du das betroffene Gelenk unbedingt schonen. Unter Umständen musst du den betroffenen Bereich mit einer stabilisierenden Bandage, einer Manschette oder einem Schienenverband ruhig stellen. Dein Orthopäde erklärt dir die notwendigen Schritte.

Außerdem solltest du die Tätigkeit, welche die Sehnenscheidenentzündung hervorgerufen hat, für längere Zeit möglichst vermeiden.

Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika mit den Wirkstoffen Diclofenac oder Ibuprofen können gegen akute Schmerzen helfen.

Ist die Sehnenscheidenentzündung sehr stark ausgeprägt, kann dir dein Arzt ein Kortisonpräparat direkt in das betroffene Gewebe spritzen. Kortison stoppt den entzündlichen Prozess. Zur schnellen Schmerzunterbrechung kann dir auch ein Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel) ins Gewebe gespritzt werden.

Ist eine bakterielle Infektion für deine Sehnenscheidenentzündung verantwortlich, musst du Antibiotika einnehmen. Tust du das nicht, kann sich eine Infektion im Handgelenk beispielsweise über deinen gesamten Unterarm ausbreiten.

Zur Therapie einer Sehnenscheidenentzündung im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung solltest du vor allem auf die sorgfältige Behandlung deiner Rheumaerkrankung achten.

In sehr schweren Fällen kann zur Therapie der Sehnenscheidenentzündung ein operativer Eingriff nötig sein. Hierbei entfernt der Arzt das verdickte oder eingeengte Gewebe.

Unterstützend beim Heilungsprozess können Physiotherapie und Ergotherapie wirken.

Hausmittel bei Sehnenscheidenentzündung

Bei einer Entzündung der Sehnenscheide tut Kühlung gut. Quarkwickel, kühlende Umschläge oder Kühlkompressen können kurzfristig bei Schwellungen helfen und sind zudem wohltuend bei Schmerzen.

Doch Vorsicht: Eisgekühltes zum Schutz vor Erfrierungen bitte nicht ungeschützt auf die betroffene Hautstelle auflegen, sondern besser in ein Handtuch einwickeln.

Wie lange dauert eine Sehnenscheidenentzündung?

Lässt du eine akute Sehnenscheidenentzündung umgehend behandeln, klingt die Entzündung in der Regel nach einigen Tagen ab. Bei chronischen Sehnenscheidenentzündungen kann die Behandlung hingegen langwierig sein. Dein Arzt berät dich gerne und steht dir bei allen Fragen zur Seite.

Sehnenscheidenentzündung vermeiden

Um eine Sehnenscheidenentzündung zu verhindern, kannst du selbst eine Menge tun. Und du musst auch nicht auf die Tätigkeiten verzichten, die die Sehnenscheidenentzündung ausgelöst haben. Du solltest vielmehr darauf achten, beim Arbeiten, Sport und in der Freizeit die richtige Haltung einzunehmen und immer wieder Pausen einzulegen. Um deine Finger und das Handgelenk bei der Arbeit am PC zu schonen, solltest du die Handballen vor der Tastatur aufstützen. Spezielle Polster vor der Tastatur haben den gleichen Effekt. Achte beim Sport auf die richtige Körperhaltung und übertreibe die Anstrengung nicht. Bewege dich regelmäßig und wärme dich vorher auf. Bandagen können Handgelenk und Fuß kurzfristig Halt geben. Lass dich dazu von deinem Arzt oder in einem Sanitätshaus beraten.

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Neuroborreliose

Borreliose übertragende Zecke sitzt am Rand eines blauen Blütenblattes
Der Gemeine Holzbock kann Überträger der Infektionskrankheit Borreliose sein. Befallen die verursachenden Bakterien dein Nervensystem sprechen Mediziner von Neuroborreliose.

Was ist eine Neuroborreliose?

Die Neuroborreliose ist eine Komplikation der Lyme-Borreliose. Sobald sich die bakteriellen Erreger der Borreliose, also Bakterien der Gattung Borrelia, nach einem Zeckenstich in deinem Körper ausbreiten, können sie auch dein Gehirn und deine Nervenbahnen befallen. In schätzungsweise drei bis 15 Prozent der Borreliose-Fälle kann das der Fall sein. Besonders Kinder sind häufig von der Neuroborreliose betroffen.

Was verursacht Neuroborreliose?

Neuroborreliose wird, genau wie die Lyme-Borreliose, von Bakterien der Gattung Borrelia hervorgerufen. Die Borrelien liegen im Mitteldarm infizierter Zecken. Beginnt die Zecke nach dem Stich in deine Haut mit dem Blutsaugen, aktivieren die Borrelien ihren Stoffwechsel und wandern nach etwa 24 Stunden in die Speicheldrüsen der Zecke. Von dort können sie in die Stichwunde und damit in deinen Körper übertragen werden. Daher: Je schneller du eine Zecke entdeckst und entfernst, desto größer die Chance, dass sie Borrelien noch nicht übertragen hat.

Lies mehr über den Infektionsweg der Borreliose-Erreger und erfahre, wie sich Borrelien erfolgreich vor dem Angriff deines Immunsystems tarnen.

Welche Symptome treten bei Neuroborreliose auf?

Bei einer Neuroborreliose kommt es innerhalb von Wochen bis Monaten nach der Infektion mit Borrelien zu einer Entzündung deiner Hirnhäute sowie deiner Nervenwurzeln. Lies mehr zum Krankheitsverlauf der Borreliose.

Die Neuroborreliose kann je nach ihrem Ausprägungsmuster in zwei Formen unterteilt werden:

  1. In 90 bis 95 Prozent der Fälle kommt es bei einer Neuroborreliose zu einer Entzündung deiner Hirnhäute sowie deiner Nervenwurzeln. Das kann Lähmungen, Schmerzen und Missempfindungen verursachen. Häufig sind neben Armen und Beinen auch eine oder beide Seiten deines Gesichts betroffen, Mediziner sprechen dann von einer Faszialisparese. Die Symptome dauern in der Regel weniger als sechs Monate an. Bei Kindern äußert sich die Neuroborreliose am häufigsten in einer Gesichtsnervenlähmung oder einer Hirnhautentzündung (Meningitis). Lies mehr zu Therapie und Heilungschancen bei Meningitis
  2. In circa fünf bis zehn Prozent der Neuroborreliose-Fälle kommt es zusätzlich zu einer Entzündung deines Gehirns und deines Rückenmarks. Dieser Verlauf der Neuroborreliose ist zwar häufig schmerzfrei, dauert allerdings oft über mehr als sechs Monate an. Langzeitschäden einer Neuroborreliose unter Beteiligung des Gehirns und Rückenmarks sind häufiger und schwerer als bei einer Entzündung der Hirnhäute und Nervenwurzeln. Denn bei einer Entzündung von Nervengewebe können sich zerstörte Zellen nicht mehr nachbilden und sind für immer verloren. Nicht abheilende (chronische) Verläufe sind bei Neuroborreliose möglich. Die Beschwerden bessern sich dann nicht mehr. Symptome einer Neuroborreliose mit Entzündung deines Gehirns und deines Rückenmarks können sein: Gang- und Bewegungsstörungen, Probleme beim Wasserhalten und beim Stuhlgang (Inkontinenz), Sprach-, Hör- oder Wahrnehmungsstörungen, epileptische Anfälle.

Außerdem können folgende Symptome einer durch Zecken übertragenen Borreliose bereits vor Beginn der Neuroborreliose auftreten, frühestens jedoch 7 Tage nach dem Zeckenstich. Da viele Symptome der Borreliose auch zu anderen Krankheiten passen, machen diese sogenannten unspezifischen Symptome die korrekte Diagnose der Borreliose oft schwer.

  • Erythema migrans (Wanderröte): Hierbei bildet sich um den Zeckenstich ein roter Rand, der sich langsam um bis zu 5 Millimeter pro Tag nach außen ausbreitet. Schon bei den ersten Anzeichen einer Wanderröte solltest du unbedingt zum Arzt gehen.
  • Starke Schmerzen in verschiedenen Gelenken sowie Nacken- und Rückenschmerzen.
  • Heftige, meist ringförmige Kopfschmerzen. Ursachen und Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Schmerzen beim Haarkämmen („Haarspitzenkatarrh“).
  • Meist einseitige Rachen- und Zungengrundschmerzen.
  • Immer wiederkehrende und oft lange nicht ausheilende Nasennebenhöhlen-Infektionen mit Schleimhautschwellungen.
  • Schmerzlose oder schmerzhafte Lymphknotenschwellungen am Hals und Nacken, unter den Achseln und in den Leisten.
  • Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe am ganzen Körper ohne vorherige körperliche Beanspruchung.
  • Schmerzen an Sehnen und Bändern: Achillessehnenschmerzen, „Tennisarm“ oder „Golfarm“, Karpaltunnelsyndrom, „springende“ Finger oder Fußsohlenschmerzen mit morgendlichem Anlaufschmerz.
  • Schienbein- und Fersenbeinschmerzen (vor allem nachts im Liegen).
  • „Wundschmerzen“ der Rippenansätze im Brustbeinbereich und am unteren Rippenbogen, oft verbunden mit dem Gefühl eines verminderten Atemvolumens und eines Druckes auf dem Brustkorb.
  • Brennschmerzen der Haut und/oder Taubheitsgefühle, die verteilt am ganzen Körper auftreten oder auf einzelne Hautbereiche beschränkt sind.
  • Spontanzuckungen der Muskeln in verschiedenenKörperregionen.
  • Plötzlich einschießende starke Schmerzen in der Muskulatur.
  • Attackenartiges, in der Regel nachts auftretendes Herzrasen ohne jede körperliche Anstrengung.
  • Veränderung eines vorher normalen Blutdruckes auf Bluthochdruck-Werte, wobei meist der diastolische Wert (Druck beim Erschlaffen des Herzmuskels) über 90 mm Hg ansteigt. Ursachen und Behandlung von Bluthochdruck
  • Augenmuskelschmerzen, leichte Doppelbilder, Lidschwäche, Störungen der Nah- und Ferneinstellung des Auges (Akkomodationsstörungen), Pupillenstörungen, häufige Augenentzündungen mit Augenbrennen, Trockenheits- sowie Fremdkörpergefühl.
  • Hörsturz, Tinnitus, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Was tun bei Tinnitus? Ursachen und Therapie von Schwindel.
  • Störungen des Geruchs und Geschmacks.
  • In der Nacht auftretende stark brennende und ziehende Schmerzen in meist nur einem Bein oder Arm (Bannwarth-Syndrom)
  • Gestörtes Temperaturempfinden mit oft ausgeprägtem Frieren, heftigen, überwiegend nächtlichen Schweißausbrüchen, die aber auch tagsüber schubweise bei Männern und Frauen auftreten können.
  • Sexuelle Funktionsstörungen, Libidoverlust, Menstruationsstörungen, Erektionsstörungen und Brustdrüsenschmerzen.
  • Brennschmerzen der Blase und Schmerzen des Hodens ohne Nachweis von Bakterien im Urin, sehr häufiges Wasserlassen, Harninkontinenz, Leistenschmerzen ohne organischen Befund.
  • Magenschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Stuhlunregelmäßigkeiten, Appetitverlust, neu auftretende Laktose- oder andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
  • Stoffwechselveränderungen wie Übersäuerung, neu auftretende Cholesterinwerterhöhungen, Alkoholunverträglichkeit. Normalwerte für LDL und Normalwerte für HDL
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen (meist Unterfunktion mit TPO-Autoantikörpern, die sog. Hashimoto-Thyreoiditis)
  • Störung des Serotoninstoffwechsels mit Gereiztheit, Panikattacken, Angstzuständen, latenter Aggressivität, Wutanfällen, ausgeprägten depressiven Stimmungsschwankungen und emotionaler Labilität.
  • Schwerwiegende, lang anhaltende Schlafstörungen, oft mit Albträumen. Hilfe bei Schlafstörungen
  • Bei Kindern: Aufmerksamkeitsstörungen und motorische Unruhe mit der Folge von Lernschwierigkeiten („ADHS“), Gereiztheit, Streitsucht und Aggressivität.
  • Selten sind psychische Veränderungen wie Psychosen, Zwangssymptome, manisch-depressive Stimmungsschwankungen, Irritierbarkeit und Aggressivität.
  • Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses, Konzentrationsstörungen, erhöhte Ablenkbarkeit, Aufmerksamkeitsstörungen und verminderte Lernfähigkeit und Auffassungsgabe.
  • In schweren Fällen Orientierungsstörungen und Gedächtnisverlust wie bei Morbus Alzheimer, Wahnvorstellungen und Halluzinationen.
  • Diffuser Haarausfall (meist bei Frauen) sowie Nagelwachstumsstörungen mit Brüchigkeit.

Welcher Arzt hilft bei Neuroborreliose?

Erster Ansprechpartner zur Zecken-Entfernung und Abklärung zeckenbedingter Erkrankungen ist dein Hausarzt oder ein Facharzt für Allgemeinmedizin. Um die Borreliose von einer viralen oder bakteriellen Meningitis zu unterscheiden, kann dich dein Hausarzt bei Verdacht auf eine Neuroborreliose oder zur Untersuchung deiner Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit an einen Facharzt für Neurologie überweisen. Untersuchungen beim Neurologen

Untersuchungen bei Neuroborreliose

Lies in unserem Artikel zur Borreliose, welche Tests zum Nachweis von Borreliose und Neuroborreliose zum Einsatz kommen können. Untersuchungen bei Borreliose

Was hilft bei Neuroborreliose?

Eine Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln. Eingesetzt werden die Wirkstoffe Doxycyclin, Penizillin G, Ceftriaxon oder Cefotaxim. Diese medikamentöse Neuroborreliose Therapie dauert bei früh entdeckter Neuroborreliose in der Regel 14 Tage und 14 bis 21 Tagen bei Neuroborreliose im späteren Stadium. Wenn die Antibiotika bei dir nach zwei bis drei Wochen nicht anschlagen, heißt das nicht, dass die Borrelien überleben und daher weiterhin Beschwerden verursachen. Es kann vielmehr sein, dass du aufgrund der unspezifischen Symptomatik eine falsche Diagnose erhalten hast und gar keine Neuroborreliose hast, sondern eine andere Erkrankung, die nicht auf die verabreichten Antibiotika anspricht.

Reichen Antibiotika zum Einnehmen aufgrund eines fortgeschrittenen Borreliose-Stadiums nicht aus, um alle Borrelien in deinem Körper abzutöten, kann der Wirkstoff Ceftriaxon auch als Infusion verabreicht werden (intravenöse Antibiotikatherapie). Doch Vorsicht: Ceftriaxon kann das Entstehen von Gallensteinen begünstigen. Bei Kindern kann sich auch sogenannter Gallengries bilden. Das sind viele kleine Gallensteinchen, die sich meistens wieder auflösen, sobald das Antibiotikum abgesetzt wird.

Neuroborreliose vorbeugen

In unserem Artikel zur Borreliose liest du, wie du eine Zecke richtig entfernst. Außerdem erfährst du Wissenswertes zum Zeckenschutz als Neuroborreliose Vorbeugungsmaßnahme.

Neuroborreliose Heilungschancen

Je eher die Borreliose und damit auch die Neuroborreliose erkannt und behandelt wird, desto besser sind deine Heilungschancen. Eine einmal überstandene Borrelien-Infektion verschafft dir allerdings keine Immunität. Derzeit gibt es auch noch keine Impfung gegen Borreliose. Daher ist ausreichender Zeckenschutz umso wichtiger.

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Kreuzallergie

Äpfel, Kiwi, Orangen, Bananen, Zitronen und Trauben können bei Pollenallergikern zu Kreuzallergien führen
Eine Kreuzallergie macht sich bemerkbar, wenn Pollenallergiker bestimmte Obstsorten und/oder andere Nahrungsmittel nicht vertragen.

Was ist eine Kreuzallergie?

Wenn du Heuschnupfen hast, dann reagierst du oft auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Der Fachausdruck dafür ist Kreuzallergie. Die in bestimmten Obstsorten, Gewürzen, Nüssen und anderen Nahrungsmitteln enthaltenen Eiweiße werden von deinem Immunsystem als Allergie auslösende Pollen gedeutet. Als Reaktion darauf entstehen Allergie-Symptome, die nicht unbedingt die gleichen wie beim Heuschnupfen sein müssen und die bei jedem Allergiker anders ausfallen können. Reagierst du beispielsweise auf Birkenpollen mit tränenden, juckenden Augen und Fließschnupfen, kannst du nach dem Genuss von Äpfeln ein Kribbeln im Mund oder auch Durchfall bekommen. Bei anderen Allergikern juckt die Haut und rötet sich, der Rachen und die Schleimhäute brennen. Wieder andere Pollenallergiker bekommen nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel Atemnot.

Lies mehr über typische Symptome und Hilfe bei Heuschnupfen.

Damit die Beschwerden bei Kreuzallergien ausgelöst werden, sind manchmal außer dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel noch zusätzliche Dinge wie körperliche Anstrengung und Alkohol notwendig.

Wie entstehen Kreuzallergien?

Bist du allergisch, finden sich in deinem Blutserum sogenannte IgE-Antikörper, die zum Allergie auslösenden Stoff (Allergen) passen. Diese speziellen Antikörper werden Immunglobuline genannt. Immunglobuline markieren körperfremde Eindringlinge. Dadurch können sie von anderen Zellen erkannt und unschädlich gemacht werden. Immunglobuline der Klasse E (IgE) stimulieren außerdem bestimmte Zellen zur Ausschüttung von Stoffen, die Entzündungen hervorrufen.

Wenn die gegen bestimmte Allergie auslösende Stoffe gerichteten IgE-Antikörper auch auf andere, ähnliche Allergene aus anderen Allergiequellen reagieren, liegt eine Kreuzallergie vor. In den meisten Fällen reagiert dein Immunsystem dann sowohl auf Pollen als auch auf bestimmte Obst- oder Gemüsesorten oder Gewürze. Vereinfacht gesagt beruhen Kreuzallergien also auf einer Verwechslung von Allergenen durch dein Immunsystem.

In der folgenden Tabelle findest du häufige Kreuzallergien. Allergische Symptome können während und nach dem Genuss der genannten Lebensmittel in unterschiedlicher Stärke auftreten. Das muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein. Da in biologischen Produkten der Allergengehalt abhängig von der Sorte, der Produktionsregion, dem Reifegrad und der Zubereitung stark schwankt und nicht überall gleich hoch ist, kann auch die Reaktion der betroffenen Allergiker unterschiedlich stark ausfallen. Bei einigen können bereits Spuren eines Allergens zu schweren allergischen Reaktionen führen, andere wiederum reagieren gar nicht.

Allergisch gegen
Mögliche Kreuzallergie mit
Pollen von frühblühenden Bäumen wie Birke, Erle, Haselnuss Äpfeln, Birnen, Quitten, Pflaumen, Himbeeren, Brombeeren, Kiwi, Aprikosen, Haselnüssen, Mandeln
Gräserpollen und Getreidepollen wie Roggen, Weizen, Hafer, Gerste, Wildgräser Erdnüssen, Getreidemehl, Bohnen, Erbsen, Linsen, Soja, Tomaten
Pollen von Kräutern und Beifuß Sellerie, Möhren, Paprika, Gurken, Kartoffeln, Kiwi, Artischocken, Melonen, Anis, Curry, Zimt, Ingwer, Knoblauch, Pfeffer, Muskat, Kamille
Hausstaubmilben Muscheln, Shrimps, Garnelen, Hummer, Krabben, Flusskrebse
Pollen der Esche Oliven
Naturlatex Ananas, Avocado, Bananen, Kartoffeln, Kiwi, Tomaten, Esskastanien, Pfirsichen, Mango, Papaya, Sellerie, der Zimmerpflanze Ficus benjamina (Benjamini, Birkenfeige)
Vogelfedern Ei, Geflügel, Innereien
Ambrosia Melone, Zucchini, Gurke, Banane

Welche Symptome treten bei Kreuzallergien auf?

Bei einer Kreuzallergie reagierst du meistens beim Verzehr bestimmter Nahrungsmittel oder kurz danach mit allergischen Symptomen wie:

Welcher Arzt hilft bei Kreuzallergien?

Wie bei Heuschnupfen kannst du auch bei einer Kreuzallergie einen Allergologen aufsuchen. Ein Allergologe ist ein Arzt mit der Zusatzbezeichnung Allergologie. Das kann ein Hautarzt sein (FA Haut- und Geschlechtskrankheiten), ein Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO-Arzt), ein Lungenfacharzt (FA Innere Medizin und Pneumologie), ein Internist oder ein Kinderarzt, der eine Zusatzausbildung zum Allergologen absolviert hat.

Auch naturheilkundlich tätige Ärzte und Heilpraktiker können Hilfe bei Allergien anbieten.

Welche Tests auf Kreuzallergien gibt es?

Die Diagnose Kreuzallergie erstellt dein Arzt mithilfe von Allergie-Tests, die auch bei Heuschnupfen eingesetzt werden. Dazu zählen Hauttests wie der Prick-Test oder Untersuchungen von Blutproben im Labor.

Erhalte Infos zu Allergie-Tests bei Heuschnupfen und lies, was es bei den einzelnen Tests zu beachten gibt.

Vielleicht hast du neben deinen typischen Heuschnupfen-Symptomen bei entsprechender Pollenbelastung ja auch schon allergische Reaktionen nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel feststellen können. Du hilfst deinem Arzt sehr, wenn du ihm berichten kannst, wann und in welchen Situationen du welche Beschwerden verspürst.

Die eigentliche Kreuzallergie ist von der entsprechenden Struktur der Pollenallergene abhängig. Je ähnlicher sich die jeweiligen Allergenquellen (zum Beispiel PR10 Proteine aus Birkenpollen und Apfel) im Aufbau sind, desto wahrscheinlicher ist eine mögliche Kreuzreaktion. Bei einer Kreuzallergie reagieren die IgE-Antikörper in deinem Abwehrsystem – wie bei anderen Allergien auch – übertrieben auf vermeintlich gefährliche Substanzen wie Blütenpollen oder Nahrungsmittelbestandteile. Dies kann dein Arzt bei einem Allergietest feststellen. Anders verhält es sich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie zum Beispiel einer Laktose- oder Histaminintoleranz. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten fehlen deinem Körper bestimmte Enzyme zur Verarbeitung der Nahrung teilweise oder auch ganz.

Eine Kreuzreaktion zwischen Pollenallergie und bestimmten Lebensmitteln muss nicht zwangsläufig auftreten. Wenn dein Allergietest (Hauttest oder Bluttest) also positiv ausgefallen ist, heißt das noch lange nicht, dass du Diät halten musst, deine Ernährung umstellen musst und auf bestimmte Lebensmittel komplett verzichten musst.

Was hilft bei Kreuzallergien?

Um bei einer Kreuzallergie die allergischen Reaktionen zu vermeiden, solltest du die Allergie auslösenden Nahrungsmittel meiden. Vorsichtig solltest du vor allem bei versteckten Inhaltsstoffen sein: Nüsse und Soja sind häufig in Süß- und Backwaren zu finden, Selleriepulver in Fertiggerichten sowie in Gewürzmischungen. Daher gilt bei Kreuzallergien die Faustregel: Auf die Liste der Inhaltsstoffe schauen und beim Bäcker oder im Restaurant einfach nachfragen.

Für die Behandlung der Allergie-Symptome werden bei Kreuzallergien in der Regel Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen eingesetzt.

Die Reaktionsstärke und generell die Reaktionsbereitschaft deines Körpers auf ein Nahrungsmittel ist von vielen Faktoren abhängig:

  • Zubereitung: Bei Lebensmitteln wie Äpfeln, Getreide, Sellerie, Soja, Karotten oder Kartoffeln können die Allergie auslösenden Eiweiße durch Erhitzen zerstört werden. Viele Allergiker reagieren daher bei gekochten Produkten nicht oder nicht so stark. Du solltest in kleinen Mengen ausprobieren, was in welchen Dosierungen für dich geht und was nicht. Bist du Birkenpollenallergiker und hast du nach dem Genuss von Sojadrinks allergische Reaktionen, dann ist der Allergie-Auslöser meist das Gly m 4. Dieser Allergenbestandteil befindet sich in nicht fermentierten Sojaprodukten wie Sojagetränken, Sojaflocken, Sojajoghurt, Diätpulver oder Tofu. Fermentierte und erhitzte Sojaprodukte, wie Sojasoße, Miso, Sojaöl und geröstete Sojabohne werden dagegen in der Regel gut vertragen.
  • Allergengehalt: Oft bestimmt die Obstsorte den Schweregrad der Kreuzreaktion. So ruft in der Regel der grüne Granny Smith-Apfel viel häufiger Kreuzreaktionssymptome hervor als ein Apfel der Sorte Boskop oder sogenannte alte Apfelsorten wie Altländer, Gloster oder Hammerstein. Das liegt unter anderem daran, dass der Gehalt des Allergie auslösenden Stoffes, des Allergens Mal d 1, in diesen alten Sorten geringer ist als in anderen Apfelsorten.
  • Anhäufungs-Effekte: Mehrere Sorten Obst in einem Obstsalat werden von vielen Kreuzallergikern schlechter vertragen als eine Obstsorte allein.
  • Stärke des Pollenflugs: Bei großer Pollenbelastung fällt oft auch die allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittelbestandteile stärker aus.
  • Sport und körperliche Anstrengungen: Dies kann die Reaktionsschwelle auf Allergene herabsetzen. Du reagierst schneller und stärker, auch schon bei kleinsten Mengen. Daher: Vor, während und nach der körperlichen Anstrengung keine „problematischen“ Lebensmittel verzehren.
  • Alkoholgenuss: Alkohol und gleichzeitige Allergiebelastung sind kein gutes Team und verstärken sich in ihrer Wirkung gegenseitig.
  • Stress und Belastungen im Alltag: Dies schwächt auf Dauer dein Immunsystem.
  • Aktuelle Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekte oder grippale Infekte: Sie schwächen dein Immunsystem zusätzlich.
  • Medikamenteneinnahme: Arzneimittel wie Betablocker oder nichtsteroidale Antirheumatika können die Reaktionsstärke auf ein bestimmtes Nahrungsmittel beeinflussen

Dein Arzt oder Allergologe unterstützt dich gerne bei der optimalen Behandlung deiner Kreuzallergie und kann dir auch bei einer auf dich zugeschnittenen Ernährungsberatung weiterhelfen.

Kreuzallergien vorbeugen

Lass von deinem Arzt abklären, auf welche Nahrungsmittel du im Rahmen einer Kreuzallergie allergisch reagierst. Mit Hilfe eines Ernährungs- und Symptomtagebuchs kannst du herausfinden, welche Lebensmittel dir in welcher Form Probleme bereiten.

Vermeide, wenn möglich, den Genuss dieser Lebensmittel. Manchmal genügt es schon, während der Zeit der höchsten Pollenbelastung auf Allergie auslösende Lebensmittel zu verzichten. Vielen Menschen mit Kreuzallergien hilft es, die problematischen Lebensmittel nicht roh zu verzehren, sondern gekocht.

Finde Alternativen zu Lebensmitteln, die du nicht verträgst. Rohkostalternativen zu Karotten und Sellerie können zum Beispiel Radieschen und Kohlrabi sein. Bei Problemen mit Nüssen sind Kokosnüsse eine gute Alternative.

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Coronavirus-Check

3-D-Illustration des Coronavirus SARS-CoV-2
Das weltweit verbreitete Coronavirus SARS-CoV-2 hat unser Leben verändert.

15 Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 und zu Covid-19

Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Covid-19-Pandemie (eine Pandemie ist eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Krankheit) hält die Welt in Atem. DocInsider hat das Coronavirus unter die Lupe genommen und häufige Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19 zusammengetragen (Stand 15.10.2021, Quellen: Weltgesundheitsorganisation WHO, Robert Koch-Institut RKI, Bundesministerium für Gesundheit, Auswärtiges Amt).

Erfahre außerdem Wissenswertes zu Corona-Impfstoffen.

Sicherheits-Informationen für Reisende

Bei Reisen innerhalb Deutschlands gelten die Regelungen der jeweiligen Bundesländer.

Eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen gilt für alle Länder, die vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Auswärtigen Amt sowie dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat als Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete eingestuft sind. Aktuelle Covid-19 Risikogebiete weltweit listet das Robert Koch-Institut auf. Über aktuelle Einreise-, Test- und Quarantänebestimmungen informiert das Auswärtige Amt.

Welche Reise- und Sicherheitshinweise für dein Reiseland gelten, findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.

Unter den Informationen der Bundesregierung für Reisende und Pendler findest du ebenfalls viele Hinweise.

Viele Länder weltweit akzeptieren und verwenden unterschiedliche Impfstoffe. Ob dein Corona-Impfstoff im gewählten Reiseland akzeptiert wird, kannst du im Vaccine Tracker herausfinden.

Woher kommt das Coronavirus SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 ist die Abkürzung für Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2. Das bedeutet Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Das neuartige Coronavirus wurde zunächst mit 2019-nCoV bezeichnet; es ist eng verwandt mit dem SARS-assoziierten Coronavirus (SARS-CoV-1), das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte. Coronaviren sind unter Säugetieren und Vögeln verbreitet. Beim Menschen verursachen sie vorwiegend milde Erkältungskrankheiten. Coronaviren können manchmal aber auch schwere Lungenentzündungen hervorrufen. Die Lungenkrankheit, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann, trägt die Abkürzung Covid-19. Das bedeutet Corona Virus Disease 2019.

Forscher gehen davon aus, dass SARS-CoV-2 auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan von einem infizierten Tier auf einen Menschen übergegangen ist. Das Erbgut des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist eng mit Coronaviren verwandt, die in Fledermäusen im Osten Chinas gefunden wurden. Ausgehend von mit Coronaviren infizierten Fledermäusen könnte der Erreger weitere Tiere, sogenannte Zwischenwirte, infiziert haben. Über einen solchen Zwischenwirt könnte das Coronavirus schließlich zum Menschen gelangt sein.

Wie gefährlich sind SARS-CoV-2-Mutationen?

Mutationen bei Viren finden ständig statt. Bei einer Mutation verändert sich das Erbgut eines Erregers wie SARS-CoV-2, um sich an seine Umwelt noch besser anpassen zu können. Gefährlich wird die Mutation dann, wenn sich die Struktur des Virus zu seinem Vorteil verändert. Zum Beispiel wenn sie den genetischen Bauplan des Spike-Proteins betreffen. Mithilfe des Spike-Proteins dockt das Coronavirus an die ACE2-Rezeptoren der Wirtszelle an und gelangt ins Zellinnere.

Verändert sich der genetische Bauplan des Spike-Proteins zum Vorteil des Coronavirus, kann es leichter in die menschlichen Zellen eindringen, sich dadurch leichter vermehren und sich somit schneller und weiter verbreiten.

Bei den bisher entdeckten Mutationen von SARS-CoV-2 ist die viel schnellere Ausbreitungsgeschwindigkeit der Mutationen ein Problem. Die Folge: mehr Menschen erkranken gleichzeitig, mehr durchleben schwere Verläufe und mehr können sterben.

Unter dem Namen B.1.1.7 (auch als Alpha Variante oder VOC 2020/12/01 bezeichnet) werden einige neue Mutationen von SARS-CoV-2 aus Großbritannien zu einer Viruslinie zusammengefasst. Die britische Variante von SARS-CoV-2 soll ansteckender und auch tödlicher sein als das bisher bekannte Coronavirus. B.1.1.7 verbreitet sich schneller und war lange Zeit für die meisten Corona-Neuinfektionen in Deutschland und in anderen Ländern verantwortlich. Aktuell ist die Delta-Mutation für die meisten Neuinfektionen verantwortlich.

Die südafrikanische Variante von SARS-CoV-2 nennt sich B.1.351, auch als 501.V2 oder Beta Variante bezeichnet. Sie ist noch weiter mutiert als die englische Variante, wahrscheinlich aber nicht tödlicher. Offensichtlich aber ähnlich ansteckend und infolge einer sogenannten Fluchtmutation namens E484K in der Lage, der Immunantwort zu entkommen. Eine Fluchtmutation, auch Escape-Mutation genannt, macht es vorhandenen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 schwer, sich an das Spike-Protein des Virus zu binden. Somit kann das Eindringen von Viruspartikeln in die Zellen nicht mehr verhindert werden. 

Die brasilianische Variante von SARS-CoV-2 wird als P.1 oder Gamma Variante bezeichnet. Auch sie trägt eine Fluchtmutation.

Mit B.1.617 oder Delta Variante wird die Corona-Mutante aus Indien bezeichnet. Sie ist eine sehr gefährliche Kombination der Virusmutanten aus Großbritannien und Südafrika. Genau wie die Mutationen aus Südafrika und Brasilien trägt auch B.1.617 die Mutation E484K. Diese sorgt dafür, dass durch Impfstoffe gebildete neutralisierende Antikörper nicht mehr so stabil an das Virus binden. Das mutierte Virus entzieht sich dadurch der Immunantwort, wird also infektiöser und kann sich schneller verbreiten.

Die Lamda-Variante aus Lateinamerika wurde mittlerweile auch in Spanien, Großbritannien und Deutschland nachgewiesen. Die auch als C.37. GR/452Q und 2OD bezeichnete Mutation weist nach derzeitigen Erkenntnissen sechs neue Veränderungen im Spike-Protein auf, zwei von ihnen liegen direkt in der Bindungsstelle für den Zellrezeptor. Die Mutationen im Spike-Protein können das Virus im Vergleich zu anderen Varianten ansteckender machen und auch restistenter gegenüber Impfstoffen.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion. Mit dem Coronavirus versetzte Speicheltröpfchen werden beim Husten, Niesen und Sprechen frei und können somit in deinen Atemtrakt gelangen. Möglich sind auch Coronavirus-Übertragungen durch Schmierinfektion über Gegenstände wie Türgriffe. Coronaviren können deine Mundschleimhaut, deine Nasenschleimhäute und die Bindehaut deiner Augen als Eintrittspforte in deinen Körper benutzen, wenn du dein Gesicht mit ungewaschenen Händen berührst.

Inkubationszeit und Ansteckungsgefahr

Die durchschnittliche Inkubationszeit (Dauer von Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn) liegt beim Coronavirus nach derzeitigen Erkenntnissen zwischen 5 bis 6 Tagen. Bis erste Symptome auftreten vergehen in der Regel 1 bis 14 Tage. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen keine Symptome auftreten und die Betroffenen nichts von ihrer Covid-19-Erkrankung bemerken. Somit können sie, ohne es zu wissen, zu möglichen Überträgern des Coronavirus werden. SARS-CoV-2 kann vom Mundraum in den Verdauungstrakt wandern und von dort über Fäkalien oder als Schmierinfektion weitergegeben werden.

Um die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 zu verringern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind deshalb von jedem von uns umsichtiges und verantwortungsbewusstes Verhalten und – wie bei allen Infektionskrankheiten – sorgfältige Handhygienemaßnahmen gefragt. In unserem Artikel zur Handhygiene in Infektionszeiten liest du, warum die Corona-Pandemie Stress für deine Haut bedeutet und wie du deine Hände richtig wäschst und pflegst. Wie du mit FFP2-Masken und OP-Masken dazu beitragen kannst, dass sich SARS-CoV-2 nicht noch weiter ausbreitet und was du beim Tragen und beim Reinigen deiner Corona-Schutzmasken beachten solltest, erfährst du unter Pflegetipps für Corona-Schutzmasken.

Wer zählt zu den Corona-Risikogruppen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann bei älteren Menschen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Laut WHO zählen Schwangere nicht zu einer besonders gefährdeten Gruppe, sofern sie keine Grunderkrankungen haben. Auch Kinder scheinen bei Covid-19 nicht zu schwersten Krankheitsverläufen zu neigen.

Zu den Corona-Risikogruppen zählen:

  • Menschen ab 50 Jahren und älter. Mit zunehmendem Alter und bei Vorerkrankungen steigt bei Covid-19 das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
  • Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Krebs und Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder chronische Bronchitis
  • Menschen mit mehreren Grunderkrankungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem durch eine bestehende Erkrankung oder durch die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen oder die die Immunabwehr unterdrücken (Immunsuppressiva).

Welche Symptome verursacht SARS-CoV-2?

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19 kann sich durch grippeähnliche Symptome äußern. Wie schützt du dich vor Grippe?

Folgende Symptome sind bei Covid-19 möglich:

  • Fieber (> 38,5 °C). Wie und wo Fieber messen?
  • Trockener Husten
  • Schnupfen
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Lymphknotenschwellung
  • Bindehautentzündung. Was tun bei Bindehautentzündung?
  • Kopfschmerzen. Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Verfärbung an Fingern oder Zehen oder Hautausschlag
  • Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Brustbereich
  • Verlust der Sprach- und Bewegungsfähigkeit

Krankheitsverlauf von Covid-19

Die Krankheitsverläufe von Covid-19 variieren stark. Es zeigen sich symptomlose oder milde Verläufe bis hin zu Atemproblemen und schweren Pneumonien (Lungenentzündungen) mit Lungenversagen und Tod. Lungenentzündungen werden von Symptomen wie hohem Fieber, Husten, Atembeschwerden (Dyspnoe), beschleunigter Atmung (Tachypnoe) und Schmerzen beim Atmen begleitet.

Bei Covid-19 sind bei schweren Verläufen fast immer beide Lungenflügel entzündet, bei einer klassischen Lungenentzündung dagegen meist nur einer.

Von Covid-19 können nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organsysteme betroffen sein. Wo sich SARS-CoV-2 ausbreiten kann, ist unter anderem abhängig von der Dichte der sogenannten ACE2-Rezeptoren in den Geweben. SARS-CoV-2 verwendet das Enzym ACE2 als Andockstelle (Rezeptor), um in die Wirtszellen zu gelangen. Eine hohe ACE2-Dichte befindet sich beispielsweise im Atemwegstrankt, im Darm, in Gefäßzellen, in der Niere und im Herzmuskel.

Covid-19 erhöht dadurch das Risiko für Thrombosen und durch die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems auch das Herzinfarkt-Risiko. In schweren Fällen können die Nieren versagen.

Die Corona-Pandemie und vor allem die Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie wirken sich auch auf unsere Psyche aus. So beobachteten Mediziner einen Anstieg an Depressionen, Angstzuständen, Substanzmissbrauch und häuslicher Gewalt.

Was ist das Post-Covid-Syndrom?

Unter dem Begriff Post-Covid-Syndrom, im englischen Sprachraum als Long Covid bezeichnet, werden alle Symptome zusammengefasst, die noch mindestens drei Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung auftreten können.

Symptome des Post-Covid-Syndroms sind:

  • chronische Müdigkeit (Fatigue)
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedächtnisverlust
  • Atemnot
  • Husten
  • Herzmuskelentzündung
  • Nierenprobleme
  • Gefäßbeeinträchtigungen

Die Stärke dieser Post-Covid-Symptome ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Bei manchen Patienten treten die Post-Covid-Beschwerden sogar erst sechs Monate nach der Akut-Erkrankung auf und erfordern eine stationäre Behandlung.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Langzeitfolgen von Covid-19 selbst bei leichten Verläufen derzeit noch nicht abschätzbar. Unklar ist auch, ab welchem Zeitpunkt die Folgen der Covid-19-Erkrankungen chronisch werden können und ob dauerhafte Schädigungen drohen.

Was tun bei Corona-Symptomen?

Wenn du keinen direkten Kontakt zu nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten oder zu möglicherweise infizierten Personen hattest, bewahre unbedingt Ruhe. Nimm telefonisch Kontakt zu deinem Hausarzt auf und lass dich über das weitere Vorgehen beraten. Achte auf die unter Coronavirus-Schutz beschriebenen Maßnahmen.

Bei leichten Erkältungssymptomen, leichten Erkrankungen der oberen Atemwege oder erhöhter Temperatur (>37,5 °C) kontaktiere bitte ebenfalls telefonisch deinen Arzt und lass dich über das  weitere Vorgehen beraten. Die Ausnahme-Regelung, dass Ärzte ihren Patienten telefonisch zweimal für 7 Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen können, ohne dass die Patienten in die Praxis kommen müssen, gilt seit 19. Oktober 2020 bis zum 31.12.2021.

Du hattest Kontakt mit einer Covid-19-infizierten Person?

Wenn du direkten Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hattest oder direkten Kontakt mit jemandem, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, dann solltest du umgehend folgende Schritte einleiten:

  • Kontaktiere telefonisch das für deinen Wohnort zuständige Gesundheitsamt, einen Arzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 und erkundige dich nach dem weiteren Vorgehen. Bleib zu Hause und vermeide möglichst den Kontakt zu anderen Menschen bis du von den genannten Ansprechpartnern weitere Informationen und Anweisungen erhältst.
  • Bist du hörgeschädigt oder gehörlos, helfen dir für weitere Infos die Beratungsstellen für Gehörlose und Hörgeschädigte per Fax oder Email weiter.
  • Bundesweite Corona-Hotlines informieren über SARS-CoV-2 und Covid-19.

Bist du immun gegen das Coronavirus, wenn du Covid-19 überstanden hast?

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 dockt über sogenannte Spike-Eiweiße an deine Körperzellen an und bringt sie dazu, das Erbgut des Coronavirus millionenfach zu kopieren. Die Zellen platzen auf und die freigewordenen Viren können weitere Körperzellen befallen. Dein Immunsystem bemerkt die Eindringlinge und bekämpft die Erreger mit Antikörpern, die die Andockstellen des Virus unschädlich machen. Ist deinem Immunsystem das neuartige Coronavirus schon bekannt, weil du schon einmal eine Corona-Infektion durchgemacht hast, kann es auf einen erneuten Virenangriff schneller reagieren und die Erreger unschädlich machen bevor sie Symptome auslösen können.

Die Studien, die es bisher zur Immunität von Menschen gibt, die Covid-19 überstanden haben, weisen darauf hin, dass nach einer Infektion Antikörper gebildet werden, die das Coronavirus neutralisieren können. Viele Experten gehen davon aus, dass die Immunität Monate anhält.

Was passiert, wenn du dich gleichzeitig mit Grippe und Corona infizierst?

Du kannst dich mit dem Influenza-Virus und dem Coronavirus parallel infizieren. In diesem Fall kannst du schwerer erkranken als bei einer Infektion mit nur einer Virusart. Denn dein Immunsystem muss sich gleichzeitig mit zwei Krankheitserregern auseinandersetzen. Eine große Herausforderung, da unser Immunsystem bei Erstinfektion noch keine Erfahrung mit dem neuartigen Coronavirus hat. Besteht ein Grippeschutz durch eine Grippe-Impfung, „weiß“ dein Immunsystem, was im Ernstfall zu tun ist. Es kenn den Influenza-Virus und kann die Abwehrmechanismen schneller in Gang setzen. Lies mehr zur Wirkung der Grippe-Impfung.

Kannst du dich durch importierte Lebensmittel mit SARS-CoV-2 anstecken?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines Covid-19-Erkrankten gehören, wie beispielsweise importierte Waren, Lebensmittel, Postsendungen oder Gepäck, erscheint laut Robert Koch-Institut unwahrscheinlich.

Überträgt sich das Coronavirus auf Fleisch?

Da sich einige Schlachthöfe infolge infizierter Mitarbeiter zu Corona-Hotspots entwickelt haben, stellt sich die Frage, ob beispielsweise dort produziertes Grillfleisch und Fleischprodukte gefährlich sein könnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu: „Coronaviren können sich in Lebensmitteln nicht vermehren; sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.“

Soll heißen: es wäre sehr unwahrscheinlich, dass die Coronaviren Grill- und Brattemperaturen überleben. Selbst dann, wenn vor dem Erhitzen ein infizierter Schlachthofmitarbeiter auf dein Fleischstück gehustet haben sollte.

Hätte hingegen ein infizierter Verkäufer deine Grillware oder die Verpackung angefasst und du würdest beides kurz danach auch anfassen und dir mit ungewaschenen Händen die Augen reiben oder deinen Mund oder deine Nase berühren, wäre eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Schmierinfektion möglich.

Achte daher beim Umgang mit allen Lebensmitteln auf die allgemeinen Hygieneregeln. Lies mehr zu Corona-Schutzmaßnahmen.

Können Mücken Corona übertragen?

Nach aktuellem Forschungsstand können Mücken das Coronavirus nicht übertragen. Die WHO schreibt dazu: „Das neuartige Coronavirus kann nicht über Mückenstiche übertragen werden. Bisher gibt es weder Informationen noch Beweise dafür, die nahelegen würden, dass das neuartige Coronavirus über Mückenstiche übertragen werden kann. Das neuartige Virus ist ein Virus, das auf die Atemwege geht. Es verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfchen, wenn eine infizierte Person hustet oder niest, oder durch Speicheltröpchen oder Nasensekret.“

Damit eine Stechmücke SARS-CoV-2 oder generell ein Virus übertragen kann, müsste sie dieses in vermehrungsfähiger Form beim Blut saugen aus der Blutbahn eines infizierten Menschen aufnehmen. Das Coronavirus müsste sich dann in der Mücke vermehren, damit die Menge an Viren ausreicht, um beim nächsten Stich in den Gestochenen zu gelangen.

Wie kannst du dich vor dem Coronavirus schützen?

Es ist offen, wie viele Menschen sich im Laufe der Corona-Pandemie mit dem Coronavirus infizieren werden und über welchen Zeitraum dies geschehen wird.

In ganz Deutschland herrscht zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung von Covid-19 eine Maskenpflicht. Was du beim Tragen von Corona-Schutzmasken beachten solltest und wie du sie richtig desinfizierst und reinigst, liest du unter Pflegetipps für Corona-Schutzmasken.

Das Bundesministerium für Gesundheit rät außerdem:

  • Bundesweite und landesweiten Regelungen unbedingt einzuhalten, um die weitere Ausbreitung der Infektion einzudämmen
  • Eineinhalb bis zwei Meter Abstand halten zu anderen Personen.
  • Berührungen wie Hände schütteln und Umarmungen zur Begrüßung vermeiden
  • Hände regelmäßig und gründlich mindestens 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen. Handhygiene und Handpflege in der Covid-19-Pandemie
  • Beim Husten oder Niesen wegdrehen, in die Armbeuge niesen und husten und dabei möglichst ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten. Alternativ in ein Einmaltaschentuch niesen und dies sicher in geschlossenen Abfallbehältern entsorgen
  • Sich nicht ins Gesicht fassen, um mögliche Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen
  • Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Besteck und Wäsche nicht ungewaschen mit anderen teilen. Auch Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich gewaschen werden
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Abstandsregeln achten und einen Mund-Nasen-Schutz in Form von OP-Masken oder FFP2-Masken tragen. Wie sicher ist die Schutzwirkung von FFP2-Masken?
  • Ganz wichtig für Arbeitnehmer: Niemals krank zur Arbeit gehen. Wer Symptome wie leichtes Fieber hat, sollte den Arbeitsplatz verlassen oder zu Hause bleiben bis der Verdacht ärztlich aufgeklärt ist.

Wann auf SARS-CoV-2 testen?

Hast du Corona-typische Symptome wie Fieber, Halsschmerzen, Husten und Atembeschwerden oder hattest du in den letzten 14 Tagen vor Ausbruch der möglichen Corona-Symptome Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person, solltest du deinen Hausarzt anrufen. Dieser kann den PCR-Test einsetzen um abzuklären, ob tatsächlich eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt oder auch um einen positiven Schnell- oder Selbsttest zu bestätigen.

Die Probeentnahme erfolgt beim PCR-Test durch medizinisches Personal, die Auswertung nimmt ein Labor vor.

Aktuelle Covid-19- Fallzahlen weltweit findest du auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Über die Zahlen der Covid-19 Erkrankten in Deutschland stellt das Robert Koch-Institut täglich neue Informationen bereit.

Wie läuft der Coronavirus-Test ab?

Um das Coronavirus mittels PCR-Test nachzuweisen, können laut Empfehlungen des Robert Koch-Instituts Abstriche aus Nase und Rachen genommen werden sowie aus dem Hustenauswurf. Die Probenentnahme kann nach telefonischer Absprache in einer Arztpraxis erfolgen, in Abstrichstellen oder auch in extra eingerichteten Corona-Zentren. Der Corona-Test selbst dauert nur wenige Minuten. Die Untersuchung der genommenen Proben im Labor dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Daher müssen sich alle auf Corona-Getesteten gedulden, bis die endgültigen Ergebnisse vorliegen und sie informiert werden. Auch hier gilt: Ruhe bewahren.

Coronavirus-Test negativ – was heißt das?

Solltest du vom zuständigen Gesundheitsamt zum Coronavirus-Test geschickt werden und bis das Testergebnis vorliegt vorsorglich in häuslicher Quarantäne verbleiben, wird bei negativem Coronavirus-Test die häusliche Quarantäne in der Regel wieder aufgehoben. Doch auch wenn du negativ auf SARS-CoV-2 getestet wurdest, solltest du die derzeit geltenden Vorsichts- und Schutzmaßnahmen weiterhin strikt einhalten.

Coronavirus-Test positiv – was passiert jetzt?

Wird Covid-19 im Labor mittels PCR-Test nachgewiesen und liegt eine Covid-19-Erkrankung vor, können derzeit nur die Symptome behandelt werden. Je nach Gesundheitszustand werden Covid-19-Infizierte in häuslicher Quarantäne oder in stationärer Unterbringung behandelt.

Da SARS-CoV2 hauptsächlich über Husten und Niesen übertragen wird, ist es zum Bruch der Infektionskette besonders wichtig, Infizierte und Verdachtsfälle zu isolieren. Je nach Verlauf und Schwere der Covid-19-Erkrankung erfolgt zur Therapie von Corona:

  • Gabe von Flüssigkeit
  • Zuführung von Sauerstoff bei Atemproblemen
  • Verabreichung von fiebersenkenden Mitteln
  • Verabreichung von Antibiotika bei bakteriellen Sekundärerkrankungen.

Die Wirksamkeit von verschiedenen antiviralen Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus wird derzeit erprobt.

Was sind Corona-Antikörpertests?

SARS-CoV-2-Antikörper bilden sich etwa 14 Tage nach Krankheitsbeginn aus und lassen sich dann durch den Corona-Antikörpertest nachweisen. Der Corona-Antikörpertest zeigt, ob du eine Infektion durchgemacht hast und ob in deinem Blut nun Antikörper gegen das Coronavirus vorhanden sind. Für den Test wird dir Blut aus dem Ohrläppchen oder der Fingerkuppe entnommen.

Anders als die Abstriche während einer akuten Corona-Infektion sind die Antikörpertests laut Robert Koch-Institut nicht meldepflichtig.

Ein positiver Corona-Antikörpertest bedeutet, dass Antikörper in deinem Blut vorhanden sind, nicht aber wie lange du immun gegen eine erneute Covid-19-Infektion bist. Du solltest dich daher weiterhin an die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Schützt die Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Es gibt Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie den Pneumokokken-Impfstoff und den Haemophilus-Influenza-Typ-B-(Hib)-Impfstoff. Sie bieten laut WHO aber keinen Schutz vor dem neuen Coronavirus. Wann zur Hib-Impfung?

Denn SARS-CoV-2 ist ein Virus und Haemophilus influenzae Typ b sowie Pneumokokken sind Bakterien. All diese Erreger können zwar eine Lungenentzündung mit schwerem oder lebensgefährlichem Verlauf auslösen, doch die jeweiligen Impfungen können nur gegen die speziellen Erreger Schutz bieten.

Die Pneumokokken-Impfung kann ältere Menschen allerdings davor schützen, dass sie nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus auch noch mit dem bakteriellen Erreger einer Lungenentzündung infiziert werden. Ist das Lungengewebe durch eine Corona-Erkrankung geschädigt, besteht die Gefahr, dass es anfälliger für bakterielle Infektionen wird.

Wann und wann besser nicht zur Pneumokokken-Impfung?

Die beim Robert Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlung zur Pneumokokken-Impfung angepasst. Demnach sollten Erwachsene gegen Pneumokokken geimpft werden, die

  • eine Immundefizienz haben, bei denen also das Immunsystem geschwächt ist oder
  • die mindestens 70 Jahre alt sind oder
  • die unter einer chronischen Atemwegserkrankung leiden.

Was passiert, wenn du unter Coronavirus-Quarantäne gestellt bist?

Wenn du dich mit dem Coronavirus infiziert hast, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis du erste Krankheits-Symptome zeigst. Deshalb müssen nicht nur die Erkrankten und positiv auf Corona Getestete in Quarantäne, sondern auch ihre Kontaktpersonen und sämtliche Verdachtsfälle bis deren Testergebnis vorliegt.

Das jeweils zuständige Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an. Es beurteilt die Lage und entscheidet, wie weiter verfahren wird. Wenn du aufgrund des Verdachts, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, unter Quarantäne gestellt wirst, bedeutet dies nicht automatisch, dass du in ein Isolationszimmer einer Klinik musst. Gerade bei Verdachtsfällen entscheidet das Gesundheitsamt häufig, Betroffene unter häusliche Quarantäne zu stellen.

Personen unter häuslicher Quarantäne werden vom Gesundheitsamt betreut und unterstützt. Allerdings müssen unter Corona-Quarantäne stehende Menschen auch selbst ihren Gesundheitszustand kontrollieren. Zweimal täglich sollte Fieber gemessen werden. Fieber richtig messen. In einer Art Tagebuch wird der Zustand protokolliert. Symptome, die Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten und Kontakte zu anderen Personen sollen hier aufgeschrieben werden.

Wenn du unter Quarantäne gestellt worden bist, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Das Infektionsschutzgesetz sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Gehalt weitergezahlt wird. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

Vollständig geimpft und trotzdem Quarantäne?

Die Entscheidung, ob jemand trotz Impfung in Quarantäne muss, liegt beim zuständigen Gesundheitsamt. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Aber auch vollständig Geimpfte müssen nach Kontakt mit einem Covid-19-Infizierten darauf achten, ob sie in der Folgezeit Covid-19-typische Symptome verspüren und sich isolieren, falls diese auftreten. Unabhängig vom Impfstatus gilt: Wer sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat und bei dem ein positiver PCR-Test vorliegt, muss sich in Quarantäne begeben.

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Hashimoto-Thyreoiditis

3D-Illustration der Schilddrüsenlappen im Kehlkopf eines Mannes mit der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun bedingte Entzündung der Schilddrüse und eine der häufigsten Ursachen für eine lebenslange Schilddrüsenunterfunktion.

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis, auch Hashimoto-Syndrom, chronische Immunthyreoiditis Hashimoto oder Autoimmunthyreoiditis (AIT) genannt, sieht dein Immunsystem die Schilddrüse als Fremdkörper an. Deine Schilddrüsenzellen werden von körpereigenen Antikörpern zerstört und können somit keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich also um eine autoimmun bedingte Entzündung deiner Schilddrüse. Diese Art der chronischen Entzündung der Schilddrüse (Thyreoiditis) ist nicht heilbar und eine der häufigsten Ursachen einer lebenslangen Schilddrüsenunterfunktion. Benannt wurde die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse nach dem japanischen Pathologen Hakaru Hashimoto (1881-1934), der die Erkrankung 1912 erstmals beschrieb.

Wie funktioniert deine Schilddrüse?

Bei einem gesunden Menschen wiegt die Schilddrüse (liegt unterhalb des Kehlkopfes) nur etwa 20-60 Gramm und hat einen Durchmesser von rund fünf Zentimetern. Dennoch könnte dein Körper ohne die Schilddrüse nicht überleben, denn ihre Hormone steuern deinen Stoffwechsel, dein Temperaturempfinden, deine Leistungsfähigkeit und beeinflussen außerdem deine Fruchtbarkeit.

Die Hauptaufgabe deiner Schilddrüse besteht darin, Jod aus deiner Nahrung herauszufiltern und für den Aufbau der Schilddrüsenhormone T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin) zu speichern. Der Schilddrüsen-Hormonspiegel in deinem Blut wird von Rezeptorzellen ermittelt und an eine Kontrolleinheit weitergeleitet. Diese Kontrolleinheit ist der Hypothalamus-Hypophysen-Komplex in deinem Gehirn. Sinkt dein Schilddrüsen-Hormonspiegel unter das normale Niveau, setzt der Hypothalamus (das ist ein Teil deines Zwischenhirns) das Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) frei. TRH stimuliert die Hypophyse (Hirnanhangdrüse), Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) in dein Blut abzugeben. TSH wiederum kurbelt die Hormonproduktion in deiner Schilddrüse an. Wenn Hypothalamus, Hypophyse und Schilddrüse normal funktionieren, kann die Hormonproduktion deiner Schilddrüse also je nach Bedarf an- und abgeschaltet werden. Das garantiert einen konstanten Spiegel an Schilddrüsenhormonen in deinem Blut.

Lies mehr über die Schilddrüsenhormone T4 und T3, ihre freien, hormonell aktiven Formen fT3  und fT4 sowie über den Schilddrüsen-Regulationsmechanismus: Normalwerte für fT3, Normalwerte für fT4 und Normalwerte für TSH

Wie entsteht Hashimoto?

Ausgelöst wird die Hashimoto Thyreoiditis durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Hierbei werden spezifische Antikörper (TPO-Antikörper, Tg-Antikörper, manchmal auch TSH-Rezeptor-Antikörper) gebildet, die sich gegen die Zellen deiner Schilddrüse richten. Es kommt zu einer chronischen Entzündung deiner Schilddrüse, das Schilddrüsengewebe wird zerstört und die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 undT4 kommt zum Erliegen. Warum sich die körpereigenen Antikörper gegen das Gewebe deiner Schilddrüse richten, ist noch nicht ausreichend geklärt. Eine familiäre Veranlagung zur Hashimoto-Thyreoiditis besteht zwar, das Hashimoto-Syndrom wird allerdings nicht direkt weiter vererbt. Besteht allerdings eine entsprechende Veranlagung, kann eine große Menge an Jod die Hashimoto-Erkrankung möglicherweise zum Ausbruch bringen. Wenn du an einer Schilddrüsenentzündung leidest, solltest du daher vorsichtig mit jodhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln sein. Also bitte nicht einfach alles ausprobieren, sondern bitte immer deinen Arzt fragen.

Am Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis kommt es durch die für dich schmerzlose Zerstörung deines Schilddrüsengewebes zu einer Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Dadurch entsteht eine kurzzeitige Schilddrüsenüberfunktion mit Symptomen wie Nervosität, Schwitzen, Herzrasen, Schlafstörungen. Hilfe bei Schlafstörungen

Im weiteren Verlauf von Hashimoto wird dein bis dahin noch funktionsfähiges Schilddrüsengewebe immer weiter zerstört, die Schilddrüsenhormonproduktion nimmt nach und nach ab und kommt schließlich ganz zum Erliegen. Dadurch entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion mit Symptomen wie erhöhter Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Schwellungen im Gesicht, an den Lidern und den Gliedmaßen durch Wassereinlagerungen (Ödeme), Druckgefühl im Hals, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, nachlassendes Leistungsvermögen.

Es gibt zwei Formen der Hashimoto-Thyreoiditis: Bei der atrophen Form von Hashimoto werden die Zellen deiner Schilddrüse immer mehr zerstört und das Organ selbst wird dadurch immer kleiner. Die hypertrophe Form der Hashimoto-Thyreoiditis macht sich hingegen durch eine immer größer werdende Schilddrüse bemerkbar. Durch dieses Gewebewachstum entsteht ein Kropf (Struma).

Die Hashimoto-Thyreoiditis kann sich auch im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen entwickeln. So zum Beispiel mit der Weißflecken-Hautkrankheit Vitiligo oder dem insulinpflichtigen Diabetes Typ 1. Wenn die Hashimoto-Thyreoiditis zusammen mit Morbus Addison (Unterfunktion der Nebennierenrinde) vorkommt, entsteht die Grundlage zum seltenen und unheilbaren Schmidt Syndrom (polyglanduläres Autoimmunsyndrom Typ II). Hierbei leidest du an den beiden Autoimmunerkrankungen Morbus Addison und Morbus Basedow. Beim Morbus Addison zerstören körpereigene Antikörper deine Nebennierenrinde. Typische Symptome von Morbus Addison sind Übelkeit, Kopfschmerzen und Erschöpfung, ein unbändiges Verlangen nach Salz und braune Haut am ganzen Körper. Beim Morbus Basedow werden Antikörper produziert, die an Schilddrüsenrezeptoren (Rezeptoren sind Bindestellen) andocken und zu einer erhöhten Produktion von Schilddrüsenhormonen führen.

Was sind die Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis?

In der Regel verläuft Hashimoto schleichend und bleibt oft aufgrund von keinen oder unspezifischen Symptomen lange unbemerkt. Im Gegensatz zu anderen Schilddrüsenentzündungen nimmst du die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis zunächst oft nicht wahr. Deine Schilddrüse kann sich bei der hypertrophen Form der Hashimoto-Thyreoiditis zwar im Laufe der Zeit vergrößern oder bei der atropischen Form der Hashimoto-Thyreoiditis auch verkleinern, beides verursacht aber keine Schmerzen. Meist wird die Hashimoto-Thyreoiditis daher erst im Rahmen der Abklärung nach den Ursachen eines Kropfes (Struma) und damit verbundenen Schluckbeschwerden oder Druck- und Engegefühl am Hals diagnostiziert.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis können viele unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Zu Beginn der Hashimoto-Thyreoiditis kann eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ausgelöst werden. Deine entzündete Schilddrüse gibt dann größere Mengen Schilddrüsenhormone in dein Blut ab, was als Hashitoxikose bezeichnet wird. Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören: Gewichtsabnahme trotz gutem Appetit, Nervosität, Durchfall, Schwitzen, starkes Herzklopfen (kann auch als Pochen in den Ohren wahrgenommen werden), Haarausfall, Zittern, Zyklusstörungen.
  • Im weiteren Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis entsteht meistens eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Deine entzündete Schilddrüse schafft es nicht mehr, deinen Körper ausreichend mit Schilddrüsenhormonen zu versorgen. Zu den Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gehören: Gewichtszunahme trotz normalem Essverhalten, Kälteempfindlichkeit, Trockenheit von Haut und Haar, Verstopfung, Heiserkeit, Müdigkeit, Schwellungen der Augenlider und an Armen und Beinen, Niedergeschlagenheit, Zyklusstörungen.
  • Symptome von Hashimoto, die mit deinem fehlgeleiteten Immunsystem zusammenhängen, sind beispielsweise: Muskel- und Gelenkschmerzen, schmerzhaft verhärtete Sehnen und Muskeln, Schwindel, Lymphknotenschwellung, erhöhte Leberwerte, Hautveränderungen wie Urticaria (Nesselsucht), Fieber, Trockenheit der Schleimhäute von Mund, Nase, Augen, Magen-Darm-Störungen, Übelkeit.
  • Weitere Symptome können auftreten, wenn die Hashimoto-Thyreoiditis zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) und Diabetes Typ 1 auftritt. Diese Erkrankungen verursachen dann ihrerseits noch eigene Beschwerden.
  • Ein unerfüllter Kinderwunsch wird häufig durch das Hashimoto-Syndrom verursacht.
  • Die Augenerkrankung endokrine Orbitopathie kann bei Hashimoto-Thyreoiditis vorkommen. Hierbei reagieren die gegen deine Schilddrüse gerichteten Antikörper auch mit deinem Augengewebe. Es kommt zu Symptomen wie: Augentränen, geröteten Augen, Sehstörungen, Trockenheit der Augen, Lichtempfindlichkeit, Fremdkörpergefühl, Bindehautentzündung, hervortretende Augen. Bei schweren Verlaufsformen der endokrinen Orbitopathie kann es infolge der Schädigung deiner Sehnerven zu einer starken Beeinträchtigung der Sehkraft oder Verlust des Sehvermögens kommen.

Welcher Arzt hilft bei Hashimoto?

Für Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der hormonbildenden Drüsen wie der Schilddrüse ist ein Endokrinologe zuständig. Das Fachgebiet Endokrinologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, die Facharztbezeichnung lautet FA Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie. Finde mit unserer Arztsuche Fachärzte für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie in deiner Nähe.

Diagnoseverfahren bei Hashimoto

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis können Symptome auftreten, die auch zu anderen Erkrankungen passen. Wie macht sich Hashimoto bemerkbar?

Daher ist die Diagnose Hashimoto manchmal eine langwierige Angelegenheit. Um der Beteiligung deiner Schilddrüse an deinen Beschwerden auf die Spur zu kommen, solltest du deinem Arzt von Schilddrüsenerkrankungen in deiner Familie erzählen. Nach einer körperlichen Untersuchung mit Abtasten deines Halses wegen eventueller Kropfbildung wird dein Arzt dein Blut und die darin befindlichen Schilddrüsenhormone untersuchen lassen. Eine weitere Diagnose-Methode bei Hashimoto ist der Ultraschall. Hierbei werden die Größe deiner Schilddrüse und eventuelle Schäden bestimmt. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können außerdem eine Szintigrafie und eine Gewebeentnahme nötig werden. Wie funktioniert die Szintigrafie?

Bildgebende Verfahren zeigen Größe und Funktion deiner Schilddrüse

Mithilfe der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) deiner Schilddrüse kann deren Lage, Form, Struktur und Größe der Schilddrüse abgebildet werden. Außerdem erkennt dein Arzt die für eine Hashimoto-Thyreoiditis typischen Entzündungen oder Organschädigungen. Bei der Ultraschalluntersuchung werden Ultraschallwellen aus einem Schallkopf durch das Schilddrüsengewebe gesendet. Dazu setzt dein Arzt den mit einem speziellen Gel präparierten Schallkopf auf deinen Hals auf und fährt dann das zu untersuchende Gebiet mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen ab. Ultraschallwellen werden an den Grenzen zwischen Organen und Geweben in unterschiedlichem Maße zurückgeworfen. Der Schallkopf nimmt diese reflektierten Schallwellen wieder auf und errechnet daraus ein Bild. Dieses kann sich dein Arzt auf einem Bildschirm anschauen. Ob der Stoffwechsel deiner Schilddrüse funktioniert kann bei der Ultraschalluntersuchung allerdings nicht festgestellt werden. Dafür ist eine Schilddrüsen-Szintigrafie notwendig.

Mit der Szintigrafie lässt sich die Funktion deiner Schilddrüse darstellen. So funktioniert die Szintigrafie. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis sollte sich eine verminderte Radionuklidaufnahme deiner Schilddrüse zeigen. Achtung: Im Vorfeld der Untersuchung muss die Behandlung mit bestimmten Medikamenten unterbrochen werden. Dazu gehören vor allem Schilddrüsenhormonblocker (Thyreostatika), aber auch jodhaltige Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen. Vor einer geplanten Szintigrafie solltest du deinem behandelnden Arzt immer alle aktuell eingenommenen Medikamente nennen. Sechs Wochen vor einer Schilddrüsen-Szintigrafie darf zudem keine Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel durchgeführt worden sein, da das die Ergebnisse der Szintigrafie verfälscht. Jodhaltige Kontrastmittel können zum Beispiel bei einer Computertomographie (CT) oder zur Darstellung der Harnwege (Urographie) verabreicht werden.

TSH-Wert und Schilddrüsenhormone

Als Hinweis für eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion dient der TSH-Wert. TSH ist die Abkürzung für Thyroidea-Stimulierendes-Hormon. Das ist ein Hormon deiner Hypophyse (Hirnanhangdrüse), das die Produktion deiner Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, Thyroxin) anregt. Sinkt die Menge deiner Schilddrüsenhormone, wird mehr TSH ausgeschüttet.

Oft wird dein Arzt im Labor auch noch die Konzentration der freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 sowie die der proteingebundenen Schilddrüsenhormone T3 und T4 bestimmen lassen. Hierdurch und im Zusammenspiel mit dem TSH-Wert erhält er Hinweise auf eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Schilddrüsenunterfunktion.

Sind die Konzentrationen deiner Schilddrüsenhormone T3 und T4 hoch und der TSH-Wert ist niedrig, dann ist das ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion. Ist die Konzentration deiner Schilddrüsenhormone T3 und T4 extrem niedrig und der TSH-Wert ungewöhnlich hoch, dann deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Doch Vorsicht: Kortison und Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure können die Testergebnisse verfälschen.

Lies weitere mögliche Befundkonstellationen im Zusammenspiel von TSH und den Schilddrüsenhormonen.

Um herauszufinden, ob Hashimoto als mögliche Ursache für deine Schilddrüsenunterfunktion infrage kommt, kann dein Arzt dein Blut auf bestimmte Antikörper untersuchen lassen.

Test auf Hashimoto durch Messung von TPO und Tg Antikörpern im Blut

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis richtet sich dein Immunsystem mit den körpereigenen Abwehrkräften gegen deine Schilddrüsenzellen. Dabei kommen sogenannte TPO-Antikörper (TPO-AK) und Tg-Antikörper (Tg-AK) zum Einsatz. Entweder sind nur eine oder auch beide Antikörpersorten in deinem Blut vorhanden und können gemessen werden. Der Antikörper-Spiegel im Blut kann bei Hashimoto stark schwanken. Gemessen werden die Antikörper in U/l (Units pro Liter) oder U/ml (Units pro Milliliter). Die genormte Maßeinheit ist IU/l (International Units pro Liter).

Die Blutuntersuchung ist ein Diagnoseverfahren zum Nachweis einer Hashimoto-Thyreoiditis. Die Höhe des Antikörperspiegels in deinem Blut hat allerdings keinen Einfluss auf das Ausmaß deiner Beschwerden. Starke, schwache oder gar keine Symptome sind sowohl bei hohen als auch bei niedrigen oder auch bei nicht messbarem Antikörperspiegeln möglich.

Was sind TPO-Antikörper?

Thyreoperoxidase-Antikörper, kurz TPO-AK, sind nicht bei allen Menschen mit dem Hashimoto-Syndrom vorhanden. Leicht erhöhte TPO-Werte allein reichen daher zur Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis nicht aus. TPO-Antikörper richten sich gegen die Schilddrüsenperoxidase. Dieses Enzym hilft bei der Bildung deiner Schilddrüsenhormone. Der Wert für die TPO-Antikörper liegt bei gesunden Menschen deutlich unter 100 U/ml. Liegen die Werte höher als 200 U/ml kann das ein Hinweis auf die Hashimoto-Thyreoiditis sein. Eine Aussage über den Schweregrad des Hashimoto-Syndroms lässt sich allerdings aus der Höhe der gemessenen TPO-Antikörper nicht ableiten. Wenn sich bei Neugeborenen erhöhte TPO-Werte zeigen, dann liegt das daran, dass mütterliche TPO-Antikörper auf das Kind übertragen wurden. In der Regel werden die Antikörper aber im Laufe des ersten Lebensjahres abgebaut und schaden dem Kind nicht. In einigen Fällen kann nach der Entbindung bei der frischgebackenen Mama eine Schilddrüsenentzündung auftreten, was sich durch anfängliche Schilddrüsenüberfunktion und später durch Schilddrüsenunterfunktion bemerkbar macht. In den meisten Fällen heilt das aber folgenlos aus.

Was sind Tg-Antikörper?

Tg-Antikörper (Thyreoglobulin-Antikörper) sind Antikörper gegen Thyreoglobulin. Das ist ein Protein, welches in deinen Schilddrüsenzellen hergestellt wird und für die Produktion und Speicherung von Schilddrüsenhormonen verantwortlich ist. Tg-Antikörper lassen sich oft am Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis nachweisen, können aber im Verlauf der Erkrankung ausbleiben oder auch ganz fehlen.

Der Wert für die Tg-Antikörper liegt bei gesunden Menschen deutlich unter 100 U/ml. Liegen die Werte höher als 200 U/ml kann das ein Hinweis auf ein Hashimoto-Syndrom sein. Allerdings finden sich auch bei anderen Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Basedow manchmal erhöhte Tg-Werte.

Was sind TRAK-Antikörper?

TRAK ist die Abkürzung für TSH-Rezeptor-Antikörper. TSH ist ein Hormon der Hypophyse (Hirnanhangdrüse), was die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 anregt. Dafür muss das TSH an der Oberfläche der Schilddrüsenzellen an sogenannte TSH-Rezeptoren (Rezeptoren sind Bindestellen) andocken. Die TSH-Rezeptor-Antikörper setzen sich an diesen Rezeptorstellen fest und verursachen eine übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen. Die Normwerte für TRAK liegen unter 1,8 IU/l, alles darüber bedeutet eine erhöhte Antikörperanzahl. Üblicherweise ist ein erhöhter TRAK-Wert ein Hinweis auf Morbus Basedow, also eine autoimmune Schilddrüsenüberfunktion. Manchmal finden sich aber auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis leicht erhöhte Werte.

Was hilft bei Hashimoto-Thyreoiditis?

Die Autoimmunkrankheit Hashimoto lässt sich leider nicht heilen. Jedoch kann dein Mangel an Schilddrüsenhormonen behandelt werden, indem du ein Leben lang Hormontabletten einnimmst. Zum Einsatz kommt meistens der Wirkstoff Levothyroxin (L-Thyroxin). L-Thyroxin entspricht dem Schilddrüsenhormon T4. Dein Körper baut es wie natürliches T4 zu T3 um. Bis die Hälfte des eingenommenen Levothyroxins in deinem Körper verarbeitet ist, dauert es in der Regel sechs bis sieben Tage. Das garantiert eine gleichmäßig verteilte Wirkung. Vorsicht: Bei zu schneller Steigerung der Menge oder Überdosierung von Levothyroxin können Herzprobleme auftreten. Die Dosis sollte daher immer individuell angepasst werden. Meist wird mit einer geringen Dosis begonnen, die dann langsam gesteigert wird bis es persönlich für dich passt.

Manchmal kommen bei Hashimoto auch Medikamente mit dem Wirkstoff Liothyronin zum Einsatz, die dem Schilddrüsenhormon T3 entsprechen. Auch eine Kombination aus Liothyronin und Levothyroxin kann bei der Therapie von Hashimoto eingesetzt werden.

Wenn zu Anfang der Hashimoto-Thyreoiditis eine Schilddrüsenüberfunktion auftritt, dann kann mit sogenannten Thyreostatika behandelt werden. Da die Anzahl deiner weißen Blutkörperchen durch Thyreostatika verringert werden kann, wird dein Arzt zur Kontrolle regelmäßig Blutuntersuchungen durchführen lassen.

Zur Anpassung deiner Therapie bei Hashimoto-Thyreoiditis werden ohnehin regelmäßig deine Blutwerte kontrolliert. Besonders wichtig ist, dass dein TSH-Wert im unteren Normbereich liegt. Außerdem musst du in der Regel mindestens einmal pro Jahr zur Ultraschalluntersuchung deiner Schilddrüse.

Eine operative Entfernung von Schilddrüsengewebe erfolgt in der Regel nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei einer sehr starken Vergrößerung deiner Schilddrüse, bei Knoten und dem Verdacht auf Gewebe-Entartung. Außerdem kann eine Schilddrüsen-OP nötig werden bei ständigem und nicht in den Griff zu bekommenden Wechsel zwischen Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion infolge der Einstellung deiner Hashimoto-Thyreoiditis mit Medikamenten.

Ernährung bei Hashimoto

Da Hashimoto häufig gemeinsam mit einer Glutenunverträglichkeit auftritt, kann es dir eventuell helfen, glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel zu meiden. Stattdessen kannst du auf sogenannte Scheingetreide wie Buchweizen, Amarant und Quinoa umsteigen.

Das Spurenelement Selen scheint sich positiv auf den Krankheitsverlauf der Hashimoto-Thyreoiditis auszuwirken. Es kann jedoch keinesfalls eine Therapie mit Schilddrüsenhormonen ersetzen. Sprich mit deinem Arzt über die notwendige Dosierung von Selenpräparaten und die Risiken und Nebenwirkungen. Reichlich Selen findet sich in Lebensmitteln wie Niere, Leber, Hühnereiern, Lachs, Champignons und Paranüssen.

Warum du mit Jod vorsichtig sein solltest

Besonders im Anfangsstadium der Hashimoto-Thyreoiditis solltest du das Spurenelement Jod, das für eine gesunde Schilddrüse wichtig ist, nicht im Übermaß ein- und aufnehmen. Denn Jod kann den Autoimmunprozess bei Hashimoto noch weiter anheizen. Ein- bis zweimal wöchentlich Seefisch wie Makrele, Hering oder Seelachs zu essen ist jedoch wegen der entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren laut Ernährungsmedizinern empfehlenswert. Achte bei fertig verpackten Brot- und Backwaren, Wurst und Fleischerzeugnissen, Fertigprodukten und Tiefkühlwaren unbedingt auf das Zutatenverzeichnis. Denn hier werden oft größere Mengen Jodsalz zur Herstellung verwendet.

Jod ist auch enthalten in Medikamenten gegen Herzrhythmusstörungen, in Nahrungsergänzungsmitteln und jodhaltigen Kontrastmitteln. Zu jodhaltigen Kontrastmitteln gehören Jod-131 oder Jod-123, die bei der Szintigrafie verwendet werden sowie jodhaltige Kontrastmittel zur Darstellung der Harnwege bei der Urographie. Wissenswertes zum Ablauf der Szintigrafie.

Vorsicht in der Schwangerschaft: Damit die kindliche Schilddrüse ausreichend mit Jod versorgt wird und kein Kropf entsteht, solltest du Art und Menge der Jodzufuhr unbedingt mit deinem Arzt besprechen.

Hashimoto-Thyreoiditis und Kinderwunsch

Bei Frauen mit Hashimoto kommt es seltener zu Schwangerschaften. Denn durch eine Hashimoto-Thyreoiditis kann ein Ungleichgewicht und eine Verminderung der weiblichen Hormone verursacht werden. Besteht bei dir ein Kinderwunsch wird in der Regel versucht, auf medikamentösen Weg wieder normale Hormonverhältnisse an Schilddrüse und Eierstöcken herzustellen. Ist deine Hormonlage normalisiert und es will mit einer Schwangerschaft trotzdem nicht klappen, dann kann auch versucht werden, den Eisprung hormonell auszulösen. Wichtig ist, dass dein Frauenarzt und dein Endokrinologe hierbei eng zusammenarbeiten.

Sehr selten kann zusätzlich zu Hashimoto auch noch eine Autoimmunkrankheit der Eierstöcke vorhanden sein. Hierbei werden dann Antikörper gegen die Eierstöcke gebildet.

Wenn es mit der Empfängnis geklappt hat, kommt es bei Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis während der Schwangerschaft meist zu einem Rückgang der im Rahmen der Immunfehlfunktion gebildeten Antikörper. Das liegt, vereinfacht gesagt, an den immununterdrückenden natürlichen Mechanismen der Schwangerschaft. Der sogenannte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) kann allerdings in die Plazenta gelangen und die Schilddrüse des ungeborenen Kindes stimulieren. Bei schwangeren Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis wird daher im letzten Drittel der Schwangerschaft eine TRAK-Kontrolle zum Ausschluss einer möglichen fetalen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) durchgeführt. Was sind TRAK-Antikörper?

Nach einer Schwangerschaft bzw. nach dem Abstillen ist eine Verschlechterung deiner Hashimoto-Thyreoiditis häufig. Das macht sich typischerweise in den ersten sechs Monaten nach der Geburt bemerkbar und wird als Postpartum-Thyreoiditis bezeichnet. Eine Kontrolle der Schilddrüsen-Antikörper sollte mindestens in der 22. bis 26. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Was sind Schilddrüsen-Antikörper?

Steigen die Antikörper-Spiegel an, können weitere Kontrollen nötig sein. Sind bei dir die Schilddrüsen-Antikörper erhöht, solltest du drei und sechs Monate nach der Geburt deines Kindes den TSH-Wert kontrollieren lassen.

Hashimoto Thyreoiditis Heilungschancen

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis besteht deine Schilddrüsenunterfunktion ein Leben lang und muss auch ein Leben lang mit Schilddrüsenhormonen ausgeglichen werden. Bei gut eingestellter Medikamentendosis sowie bei regelmäßiger und vor allem vorschriftsmäßiger Einnahme der Medikamente bist du genauso leistungsfähig wie Menschen ohne Schilddrüsenunterfunktion.

Und auch wenn in deiner Familie ein Verwandter unter Hashimoto leidet, heißt das nicht zwangsläufig, dass das Hashimoto-Syndrom auch bei dir ausbricht. Du solltest daher keine Angst haben. Körperliche Veränderungen und Beschwerden solltest du aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Scheue dich nicht, deinen Arzt um Rat zu fragen.

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Cluster-Kopfschmerz

Junge Frau mit Cluster-Kopfschmerz drückt mit ihren Zeigefingern zwischen Nase und inneren Lidrändern
Cluster-Kopfschmerz tritt in heftigen Schmerzattacken einseitig im Bereich der Augen auf. Auch kann die Nase verstopft sein und laufen. Körperliche Unruhe mit Bewegungsdrang sind typische Begleitsymptome von Cluster-Kopfschmerz.

Was ist Cluster-Kopfschmerz?

Cluster-Kopfschmerz, auch Bing-Horton-Syndrom genannt, gehört zu den schwersten Kopfschmerzerkrankungen überhaupt. Der Kopfschmerz beginnt meist mit 28 bis 30 Jahren, kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Männer leiden häufiger unter Cluster-Kopfschmerz als Frauen. Charakteristisch für diesen Kopfschmerz ist ein periodisch gehäuftes Auftreten in so genannten Clustern (engl. cluster = Haufen). Zwischengeschaltet sind kopfschmerzfreie Zeiten unterschiedlicher Dauer, oft sind die Betroffenen dann wochenlang oder sogar über Monate schmerzfrei. Die einzelnen Attacken mit heftigen, bohrenden oder brennenden Schmerzen einseitig im Bereich von Schläfe und Auge dauern unbehandelt in der Regel 15-180 Minuten.

Episodischer Cluster-Kopfschmerz

Der episodische Cluster-Kopfschmerz tritt in Perioden mit einer Länge von sieben Tagen bis zu einem Jahr auf. Die einzelnen Cluster-Kopfschmerz-Perioden dauern durchschnittlich 4-12 Wochen an. Die schmerzfreien Intervalle betragen beim episodischen Cluster-Kopfschmerz mindestens 14 Tage.

Chronischer Cluster-Kopfschmerz

Beim chronischen Cluster-Kopfschmerz treten Schmerzattacken über ein Zeitintervall von mehr als einem Jahr ohne kopfschmerzfreie Zeiten oder mit einer nur kurzfristigen kopfschmerzfreien Zeit von weniger als 14 Tagen auf.

Ursachen von Cluster-Kopfschmerz

Die Ursachen von Cluster-Kopfschmerz sind bisher noch nicht bekannt. Bei einigen Patienten kommt der Cluster-Kopfschmerz gehäuft in der Familie vor. Ob und welche Erbfaktoren für die Entstehung der Erkrankung eine Rolle spielen ist jedoch noch unklar.

Forscher haben allerdings herausgefunden, dass Menschen mit Cluster-Kopfschmerz eine erhöhte Aktivität in ihrem Zwischenhirn (Hypothalamus) aufweisen. Der Hypothalamus regelt unter anderem deinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Die Überaktivität in dieser Region des zentralen Nervensystems könnte erklären, warum Cluster-Kopfschmerz gehäuft nach dem Einschlafen und in den frühen Morgenstunden sowie zum Jahreszeitenwechsel im Frühjahr und Herbst auftritt.

Symptome von Cluster-Kopfschmerz

Wenn du unter Cluster-Kopfschmerz leidest, kommt es vielleicht bei dir wie auch bei der Mehrzahl deiner Leidensgenossen saisonal im Frühjahr oder Herbst zu Schmerz-Episoden. Im Anschluss daran kannst du über Monate beschwerdefrei sein.

Typische Symptome und Merkmale von Cluster-Kopfschmerz sind:

  • Streng einseitige, sehr starke, plötzlich auftretende stechende und bohrende Schmerzen. Vor allem hinter den Augen und der Schläfe.
  • Die Kopfschmerz-Attacken treten oft mehrmals täglich und nachts gehäuft auf, auch aus dem Schlaf hinaus.
  • Der Kopfschmerz-Zeitraum beträgt einige Wochen bis mehrere Monate.
  • Die Kopfschmerz-Attacken dauern unbehandelt etwa 15 Minuten bis drei Stunden lang.
  • Erhöhter Bewegungsdrang besteht während einer Kopfschmerz-Attacke. Menschen mit Cluster-Kopfschmerz laufen dabei unruhig umher wie ein eingesperrtes Tier im Käfig.

Begleitsymptome von Cluster-Kopfschmerz, die dann nur auf der schmerzenden Kopfseite auftreten, können sein:

  • Gerötete Bindehaut im Auge.
  • Vermehrter Tränenfluss.
  • Verengte Pupille.
  • Hängen des Augenlids.
  • Schwellung des Augenlids.
  • Laufende oder verstopfte Nase.
  • Übelkeit.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
  • Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht.

Welcher Arzt hilft bei Cluster-Kopfschmerz?

Bei häufig auftretenden und heftigen Kopfschmerzen solltest du immer zuerst deinen Hausarzt aufsuchen und auf keinen Fall versuchen, die Schmerzen selbst zu behandeln. Denn bei Cluster-Kopfschmerz sind herkömmliche und frei verkäufliche Schmerzmittel von ihrer Wirkung nicht ausreichend. Außerdem steigt das Risiko für einen medikamentös bedingten Dauerkopfschmerz, wenn Schmerzmittel öfter als zehn Tage im Monat und an mehr als drei Tagen hintereinander eingenommen werden.

Um neurologische Erkrankungen als Ursache für deine Kopfschmerz-Attacken auszuschließen, kann dich dein Hausarzt zur Mit- und Weiterbehandlung an einen Facharzt für Neurologie überweisen. Spezialisierte Schmerzkliniken und klinischen Zentren für Schmerztherapie bieten speziell auf Cluster-Kopfschmerz-Patienten zugeschnittene Therapien und Hilfen an.

Cluster-Kopfschmerz erkennen

Hilfreich für deinen behandelnden Arzt ist bei Kopfschmerzen ein Schmerztagebuch. Hier hinein schreibst du, zu welcher Tageszeit und in welchen Situationen deine Kopfschmerzen auftreten, wo der genaue Schmerzort ist (Hinterkopf, Nacken, Schläfen, Stirn, hinter dem Auge), wohin die Schmerzen eventuell ausstrahlen, welcher Art die Schmerzen sind (ziehend, pochend, pulsierend, bohrend, dumpf), wie lange die Schmerzen andauern, was du gegen die Schmerzen unternommen hast, welche Medikamente du genommen hast und wie das Ergebnis deiner Bemühungen aussah. Das Kopfschmerz-Tagebuch hilft deinem Arzt, den Verdacht auf Cluster-Kopfschmerz zu äußern. Weitere Untersuchungen können dann Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen.

Lies mehr zu den Untersuchungsmethoden bei Kopfschmerzen.

Der Nitroglyzerintest kommt beim Nachweis von Cluster-Kopfschmerz zum Einsatz. Hierbei verabreicht dir dein Arzt eine Nitroglyzerinkapsel. Bekommst du davon Kopfschmerzen, so liegt ein Cluster-Kopfschmerz vor. Um die Cluster-Kopfschmerzen von der Migräne und der Trigeminusneuralgie abzugrenzen, bei denen sich ähnliche Symptome zeigen, spielt die jeweilige Schmerzdauer eine große Rolle. Bei Cluster-Kopfschmerz dauern die Attacken unbehandelt in der Regel 15 Minuten bis drei Stunden, bei Migräne länger. Im Gegensatz zum Cluster-Kopfschmerz kommt bei Migräne kein Bewegungsdrang vor. Eine Migräne-Attacke verursacht eher ein Rückzugsverhalten und Ruhebedürfnis. Auch bei der Trigeminusneuralgie (äußert sich durch blitzartig einschießende, extrem starke, elektrisierende und stechende Schmerzen im Gesicht) dauern die Schmerz-Attacken nicht so lang wie beim Cluster-Kopfschmerz.

Was tun bei Cluster-Kopfschmerz?

Die Therapie von Cluster-Kopfschmerz ist eine langwierige Angelegenheit und die heftigen Kopfschmerzen sind bisher noch nicht heilbar. Die Intensität, Dauer und Häufigkeit der Kopfschmerzattacken lassen sich aber mit der individuell angepassten Therapie in der Regel lindern.

Akuttherapie mit Sauerstoff

Die Akuttherapie von Cluster-Kopfschmerz erfolgt mit Sauerstoff. Du bekommst eine 10 Liter Sauerstoff-Flasche mit nach Hause und inhalierst ihn über eine Atemmaske nach Anweisungen deines Arztes. In der Regel sind das ungefähr vier Minuten nach den ersten Anzeichen einer drohenden Anfallsattacke. Der Schmerzanfall sollte dann nach etwa fünf Minuten vorbei sein.

Medikamente gegen Cluster-Kopfschmerz

Bei der Akuttherapie von Cluster-Kopfschmerz kann neben der Sauerstofftherapie auch ein Triptan-Spray eingesetzt werden. Das Spray wird in das Nasenloch der Seite gesprüht, das nicht verstopft ist. Nach 10-15 Minuten kann die Schmerzattacke dann vorbei sein. Triptane sind Wirkstoffe zur Behandlung von Migräne. Sie verengen die großen Blutgefäße in deinem Gehirn und blockieren die Übertragung der Schmerzempfindung. Triptane sollten allerdings nicht häufiger als zweimal täglich und nicht länger als zehn Tage im Monat eingenommen werden, da sie sonst zu medikamentös bedingten Dauerkopfschmerz führen können. Hierzu berät dich dein Arzt gerne.

Die Vorbeugung (Prophylaxe) der Cluster-Kopfschmerz-Attacken kann mit Medikamenten verschiedener Substanzklassen erfolgen. Welche eingesetzt werden, hängt vom Verlauf des Cluster-Kopfschmerzes und von deinen eventuellen Begleiterkrankungen ab.

Häufig wird zur Prophylaxe von Cluster-Kopfschmerz der Wirkstoff Verapamil eingesetzt. Er dient ursprünglich zur Behandlung einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Bis die Wirkung von Verapamil eintritt können mehrere Tage bis Wochen vergehen. Deine benötigte Dosis wird unter ärztlicher Aufsicht langsam angepasst. Und zwar so lange bis die richtige Menge erreicht ist, um deine Cluster-Kopfschmerzanfälle zu unterdrücken.

Mit Sonde den Schmerz abschalten

Leidest du unter chronischem Cluster-Kopfschmerz, hat dir langfristig nichts anderes geholfen oder leidest du bei den anderen gängigen Therapien unter erheblichen Nebenwirkungen, kann dir in einem klinischen Zentrum für Schmerztherapie eine sogenannte SPG-Sonde eingesetzt werden. SPG ist die Abkürzung für Ganglion sphenopalatinum. Das ist ein Nervenbündel hinter deinem Wangenknochen, an dem die SPG-Sonde in einer OP unter Vollarkose platziert wird und für dessen Stimulation sie sorgt. Die Sonde wirkt also als Neurostimulator („Nervenanreger“).

Von außen über eine Fernbedienung gesteuert, die im Schmerzfall an die Wange gehalten wird, wird die Sonde über elektrische Ströme und Spannungen ausgelöst. Das elektrische Signal führt dazu, dass die Nervenbotenstoffe herabgesetzt werden, die bei der Übertragung von Schmerzimpulsen eine Rolle spielen. Auf diese Weise ist nach einer gewissen Zeit eine Schmerzlinderung oder Schmerzbefreiung möglich. In einem klinischen Zentrum für Schmerztherapie werden die individuell benötigte Frequenz, Impulsdauer und Signalstärke eingestellt und die Patienten bei der Therapie begleitet.

Cluster-Kopfschmerz vorbeugen

Mit verschreibungspflichtigen Medikamenten ist eine Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerz möglich. Ebenso gilt es, Trigger zu vermeiden. Das sind bestimmte Dinge, die die Kopfschmerz-Attacken möglicherweise auslösen können. Achte darauf, wodurch deine Beschwerden ausgelöst werden und welche Reize du möglicherweise vermeiden kannst. Doch Vorsicht: Welche Triggerfaktoren bei Cluster-Kopfschmerz eine Attacke auslösen können, ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Bei dem einen spielt der Wechsel zwischen Ruhe und Stress eine Rolle, bei anderen ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus, beispielsweise am Wochenende. Bei vielen Menschen, die unter Cluster-Kopfschmerz leiden, können auch bestimmte Nahrungsmittel und Genussmittel eine Kopfschmerz-Attacke provozieren. Trotzdem solltest du nicht einfach die Nahrungsmittel meiden, von denen bekannt ist, dass sie Cluster-Kopfschmerz-Attacken auslösen können. Denn nicht alle Patienten reagieren gleich und bei manchen spielen die Nahrungsmittel als Trigger für den Cluster-Kopfschmerz auch gar keine Rolle.

Finde deine eventuell ernährungsbedingten Triggerfaktoren mit Hilfe deines Kopfschmerztagebuches heraus und sprich mit deinem Arzt über eine Ernährungsumstellung. Häufige Auslöser für Cluster-Kopfschmerz sind:

  • Alkohol, insbesondere Rotwein und Weizenbier (enthält den Triggerstoff Histamin).
  • Geschmacksverstärker wie Natriumglutamat, oft gekennzeichnet als E620-E625. Natriumglutamat ist fast in jedem industriell hergestellten Lebensmittel vorhanden, unter anderem in Tütensuppen, Fertiggerichten und Brühwürfeln.
  • Konservierungsstoffe wie Kaliumnitrit (E249) oder Natriumnitrit (E250). Beides ist häufig in Fertiggerichten sowie in konservierten Fleisch- und Wurstwaren enthalten.
  • Hitze, wetterbedingt, in der Sauna oder im Bad.
  • Flackerlicht, grelles Licht von Fernseher oder PC.
  • Gerüche wie Benzin, Alkohol, Verdünner, Klebstoffe, Lösungsmittel, Fischgeruch, Reinigungsmittel, Kfz-Scheibenreiniger, Parfüm, Duftkerzen.
  • Käse und Tomaten: Sie erhalten Natriumglutamat in natürlicher Form.
  • Zitrusfrüchte und/oder Zitronensäure.
  • Medikamente wie der in Herzmedikamenten vorkommende Wirkstoff Glycerintrinitrat. Ebenso der Arzneistoff Sildenafil, der zur Behandlung von Erektionsstörungen und pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck) eingesetzt wird.
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Hallux valgus

High Heel oder Turnschuh? Zur Verhinderung eines Hallux und für die Fußgesundheit allgemein sollte auf bequemes Schuhwerk zurückgegriffen werden.
Enge, spitz zulaufende Schuhe und auch solche mit sehr hohem Absatz sind die Hautverursacher eines Hallux. Für deine Fußgesundheit ist es wichtig, deinen Zehen genug Platz zu geben und auf das ständige Tragen von High Heels zu verzichten.

Hallux valgus: Was ist das?

Beim Hallux valgus, auch Hallux oder Ballenzehe genannt, weicht deine Großzehe zunehmend nach außen in Richtung der anderen Zehen ab. Dadurch kommt es an der Innenseite deines Fußes zu einer Vorwölbung des Großzehengrundgelenks, was dann als Verdickung (Ballen) an der Fußseite deutlich zu sehen ist. Die Ballenzehe kann an einem Fuß oder an beiden Füßen vorkommen. Durch den Hallux kommt es zur Reibung in deinen Schuhen. Dadurch können schmerzhafte Entzündungen und Schwellungen an deinem Fuß entstehen. Dein Großzehengrundgelenk wird beim Hallux außerdem stark überlastet und kann als Folge eine schmerzhafte Großzehenarthrose (Hallux rigidus) entwickeln. Dein schiefer großer Zeh verdrängt zudem die kleineren Nachbarzehen, die nach oben oder nach unten ausweichen müssen. Dadurch entstehen sogenannte „Krallenzehen“.

Beim Hallux, auch
Beim Hallux valgus weicht die Großzehe zunehmend in Richtung der anderen Zehen ab. Dadurch kommt es zu einer Vorwölbung des Großzehengrundgelenks, was dann als Verdickung (Ballen) zu sehen ist.

Weiterhin müssen beim Hallux deine kleinen Zehen den natürlichen Abrollvorgang übernehmen, der normalerweise beim gesunden Gang über die Großzehe hinweg geschieht. Deine kleinen Zehen werden dadurch überlastet und können in der Folge ebenfalls schmerzhaft verformt werden.

Frauen haben es öfter mit einem Hallux zu tun als Männer. Grund dafür ist das Schuhwerk der Damen, das den Füßen nicht genug Platz lässt und den vorderen Fuß beim Gehen zu stark belastet. Zur Behandlung des Hallux valgus sowie zur Linderung der Schmerzen gibt es zahlreiche Verfahren. In den meisten Fällen kann nur eine Operation Abhilfe schaffen.

Hallux: Ursachen

Schuhe mit hohen Absätzen und schmal zulaufenden Spitzen sind die Hauptverursacher des Hallux valgus. Denn dieses Schuhwerk lässt deinen Fuß nach vorne rutschen und belastet beim Gehen deinen Vorfuß. Voraussetzung für die Entstehung eines Hallux ist allerdings, dass diese engen und hochhackigen Schuhe über Jahre hinweg ständig von dir getragen werden. Mal ein Abend oder ein Wochenende in High Heels verursachen dagegen noch keinen Hallux.

Auch wenn du einen Spreizfuß hast, kann das die Entstehung eines Hallux begünstigen. Ein gesunder Fuß hat ein sogenanntes Längsgewölbe, das sich an der Innenseite des Fußes erhebt und ein Quergewölbe, das sich unter den Mittelfußknochen befindet. Durch dein Quergewölbe werden die Belastungen deines Fußes gegen den Untergrund gedämpft und abgefedert. Flacht das Quergewölbe ab, kommt es zur Aufspreizung des Mittelfußknochens und zu einer Verbreiterung deines Vorfußes. Dieser sogenannte Spreizfuß braucht dann mehr Platz in deinem Schuh. Bekommt er die auf Dauer nicht, kann sich ein Hallux entwickeln.

Erbliche Faktoren und Bindegewebsschwäche können bei der Entstehung eines Hallux valgus ebenfalls eine Rolle spielen. Ein eindeutiger Erbgang ist für den Hallux allerdings noch nicht wissenschaftlich geklärt, eine familiäre Häufung wurde aber beobachtet.

Hallux: Symptome

Die Beschwerden bei einer Ballenzehe (Hallux valgus) sind individuell verschieden und hängen auch nicht immer vom Ausmaß der Zehenfehlstellung ab. Manche Menschen mit Hallux spüren trotz des Ballens keine Schmerzen, anderen tut beim Laufen, vor allem in engen Schuhen, ständig alles weh. Dein Großzehenballen ist beim Hallux sehr gut als Vorwölbung sichtbar, er kann gerötet sein und hat meistens Schwielen.

Bei ausgeprägtem Hallux ragt dein großer Zeh über deine zweite Zehe oder schiebt sich darunter. Es kann zur Bildung von Geschwüren auf deiner Haut kommen. Dadurch dass der Hallux dein Fußskelett verändert, kann es auch zu Deformierungen deiner anderen Zehen kommen. Schmerzen an deinem Fußrücken und in den Zehenzwischenräumen können ebenfalls auftreten.

Welcher Arzt hilft bei Ballenzehen?

Ein Orthopäde bzw. ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie wird dir bei einem Hallux mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gegebenenfalls wird er dich zur Mit- und Weiterbehandlung an ein spezialisiertes Zentrum oder in die Abteilung für Hand- und Fußchirurgie einer Klinik überweisen.

Hallux: Diagnose

Nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) wird der Orthopäde deine Füße untersuchen. Dabei kann er den Hallux valgus schon auf den ersten Blick erkennen. Denn beim Hallux ist dein Vorfuß deutlich verbreitert und der Großzehenballen ist stark ausgeprägt. Der Orthopäde kann außerdem einen Druckschmerz feststellen sowie eine Entzündung.

Um eine Arthrose des Großzehengrundgelenks (Hallux rigidus) zweifelsfrei diagnostizieren zu können, wird ein Röntgenbild deines Fußes angefertigt. Als klassisches Zeichen einer Arthrose ist auf dem Röntgenbild ein verschmälerter Gelenkspalt sichtbar. Dein Knochen ist zudem im Bereich des Knorpelschadens verdickt. In schweren Fällen finden sich Zysten in den Gelenkflächen sowie knöcherne Randwülste im Gelenkbereich.

Hallux: Therapie

Nicht jeder Hallux muss operiert werden. Die Behandlung der Ballenzehe richtet sich nach deinen Beschwerden und nach dem Ausmaß deiner Fußdeformierung. Es gibt Patientinnen, bei denen der große Zeh in einem Winkel von über 70 Grad über den anderen Zehen steht, und die Frauen haben trotzdem keine Schmerzen. In solchen Fällen raten viele Orthopäden von einer Hallux-Operation aus rein kosmetischen Gründen ab. Denn es kann nicht ausgeschlossen werden, dass anschließend Schmerzen auftreten, die vorher nicht vorhanden waren. In der Regel wird bei einem Hallux zunächst versucht, die durch die Ballenzehe verursachten Beschwerden durch konservative Therapiemaßnahmen zu beheben.

Konservative Therapiemaßnahmen des Hallux

Der erste Blick bei der Therapie eines Hallux sollte auf dein Schuhwerk fallen. Auch wenn es schwer für dich ist: deine High Heels sollten in den Schrank verbannt werden. Jetzt ist erst einmal bequemes Schuhwerk angesagt. Bei einem Hallux solltest du auf Schuhe mit einem weiten Vorfußbereich achten. In einem Orthopädieschuh-Fachgeschäft können diese Schuhe außerdem noch mit Polstern und/oder Filzringen zur Entlastung von Druckstellen sowie mit Abstützungen für den Vorfuß ausgestattet werden.

Physiotherapie kann bei einem Hallux deine Fußmuskulatur kräftigen und deinen Fuß insgesamt stabilisieren. Fußgymnastik kann, auch nach einer Hallux Operation, den Heilungserfolg unterstützen. Barfußlaufen ist ebenfalls eine Wohltat für deine Füße. Durch die gewonnene Bewegungsfreiheit und den direkten Bodenkontakt werden deine Füße gekräftigt.

Schienen oder Nachtlagerungsschienen dienen bei der Therapie des Hallux zur Stellungskorrektur deiner Großzehe. Die Schienen (Orthesen) werden meist nachts getragen und sollen dein Großzehengelenk wieder in seine normale Lage bringen. Doch beachte: Fußschienen sind bei einem fortgeschrittenen Hallux nicht in der Lage, die vorhandenen starken Veränderungen an Knochen, Gelenkkapsel und Sehnen dauerhaft zu korrigieren.

Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können die Schmerzen bei einem Hallux oftmals vorübergehend lindern. Den Hallux selbst können sie aber nicht verschwinden lassen.

Operationen bei Hallux valgus

Wenn deine Ballenzehe mit konservativen Therapiemaßnahmen nicht mehr in den Griff zu bekommen ist, kann eine Hallux-Operation notwendig werden. Ziel der Hallux-Operation ist, das von Arthrose bedrohte Großzehengrundgelenk zu erhalten und die Fehlstellung, die durch die schief gewordene Knochenachse hervorgerufen wurde, zu korrigieren.

Schöne Füße nach der Hallux-Operation: Damit deine Füße gesund bleiben, solltest du bequemes Schuhwerk bevorzugen und öfter einmal barfuß laufen.

Auch der Zug der Sehnen und Muskeln, die deinen deformierten Großzeh bei jedem Schritt zur Seite ziehen, kann durch eine Hallux-Operation wieder normalisiert werden.

Operative Eingriffe bei Hallux sind beispielsweise:

  • Abmeißelung von Knochenüberschüssen (Exostosen, „Überbein“)
  • Knochendurchtrennung und Einfügen eines Knochenkeils (Umstellungsosteotomie)
  • Verlagerung, Verlängerung und Durchtrennung von Sehnen
  • Gelenkversteifung (Arthrodese) bei Großzehenarthrose

Welche OP-Methode für deine Hallux-Beschwerden die richtige ist, wird dein Arzt entscheiden. Bei beidseitigem Hallux wird in der Regel erst ein Fuß operiert und nach erfolgreicher Abheilung (frühestens nach drei Monaten) der zweite Fuß.

Bei sogenannten Umstellungsoperationen des 1. Mittelfußknochens wird dieser unter Vollnarkose durchtrennt und in korrigierter Stellung wieder befestigt. Das macht einen stationären Aufenthalt in einer Klinik notwendig. Anschließend bist du in der Regel – je nach den Belastungen an deinem Arbeitsplatz – sechs bis acht Wochen arbeitsunfähig und musst den Fuß ständig hochlegen.

Bei der minimalinvasiven Hallux Operation sind Schrauben zur Knochenfixierung und Nachoperationen nicht nötig. Bei dieser Hallux Operation werden nur zwei kleine Schnitte gesetzt. Der erste dient zur Aufrichtung deines schräg stehenden Knochens mit einer Fräse. Der zweite Schnitt öffnet die bei einem Hallux verkürzte Gelenkkapsel und weitet diese. Dadurch kann die Gelenkkapsel der wieder normal ausgerichteten Großzehe den erforderlichen Bewegungsraum geben.

Bei leichten bis mittelschweren Formen eines Hallux valgus, bei der die Abweichung des Großzehengrundgelenks weniger als 17° beträgt, kommt oft die sogenannte Chevron Osteotomie zum Einsatz. Hierbei werden deine durch die Hallux Fehlstellung geschrumpften Bänder und die Gelenkkapsel gelöst, dann wird das hervorstehende „Überbein“ mit einer Säge abgetragen, der erste wird Mittelfußknochen durchtrennt und in der gewünschten Form ausgerichtet. Anschließend wird dein Zehenknochen mit einer Titanschraube fixiert und die Gelenkkapsel gestrafft. Die Titanschrauben können in deinem Fuß verbleiben. Verursachen sie jedoch Beschwerden, dann werden sie in der Regel nach etwa drei Monaten ambulant entfernt.

Beträgt deine Zehenfehlstellung beim Hallux 40° und mehr, dann wird häufig die sogenannte Scarf Osteotomie angewandt. Bei dieser Hallux-Operation wird aus deinem ersten Mittelfußknochen seitlich ein Keil hinausgeschnitten. Der gelenktragende Teil deiner großen Zehe (Mittelfußköpfchen) wird nach außen verschoben und in den richtigen Winkel gebracht. Da diese Verschiebung eine Spannung in den Sehnen verursacht, die deine Großzehe zur Mitte hin ziehen, müssen diese Sehnen ebenfalls verlagert werden. Der ausgerichtete Knochen wird mit Titanschrauben fixiert. Die Schrauben verbleiben in deinem Fuß, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Ansonsten werden sie wieder entfernt.

Bei der Hallux-OP-Methode nach Dr. Stoffella kann der Eingriff ambulant unter Vollnarkose durchgeführt werden. Bei dieser Hallux-Operation wird dein 1. Mittelfußknochen durchtrennt, und ein spezielles bewegliches Metallimplantat eingesetzt, das eine sofortige Belastung des Fußes möglich macht. Diese sofortige Belastung baut einen Druck auf, den dein durchtrennter Knochen braucht, um wieder richtig zusammen zu wachsen. Die bewegliche Spange wirkt wie ein Zuggurt, der deine Knochenfragmente beim Laufen in die richtige Richtung zusammenzieht. Dadurch wird die Bildung des sogenannten Knochenkeimgewebes angeregt.

Jeder deiner Knochen ist von einer Knochenhaut umgeben, die viele neue Knochenzellen in Reserve hat. Aus diesen Zellen bildet sich eine Art Brücke (das sogenannte Knochenkeimgewebe oder Kallus) zwischen den Enden der Knochenstücke. Aus dem Knochenkeimgewebe entsteht so innerhalb von einer Woche ein neues Stück Knochen. Das Keimgewebe ist zunächst allerdings noch weich. Erst nach sechs bis zwölf Wochen ist es so fest geworden, dass der Knochen richtig zusammengewachsen ist. Nach etwa zehn bis zwölf Wochen ist bei der Hallux-OP-Methode nach Dr. Stoffella eine weitere kleine Operation nötig, bei der die Metallspange wieder entfernt wird.

Hat sich bereits eine Arthrose ausgebildet oder liegen sehr große Zehen-Fehlstellungen vor, wird als Hallux-Operation häufig die sogenannte Lapidus-Arthrodese eingesetzt. Hierbei wird dein Gelenk zwischen Mittelfußknochen und Fußwurzel versteift. Bei der Lapidus-Arthrodese werden der gelenktragende Teil deiner großen Zehe (Mittelfußköpfchen) und die Basis deines Großzehengrundgelenks abgetragen. Die beiden Knochenfragmente werden dann mit Schrauben oder einer sogenannten Lapidus-Platte fixiert. Zusätzlich muss, wie bei jeder Hallux valgus Korrektur eine Rekonstruktion der Gelenkkapsel und der gelenknahen Sehne um das Großzehengrundgelenk vorgenommen werden.

Bei jeder Art von Hallux-Operation ist eine konsequente Nachsorge Voraussetzung für einen guten Heilungserfolg. Nach der Entlassung aus der Klinik oder Praxis sollte bei dir unbedingt jemand zu Hause sein, der sich um dich kümmert. Denn trotz Medikamenten sind die ersten Tage nach einer Hallux Operation sehr schmerzhaft und der betroffene Fuß ist stark geschwollen. Weite und bequeme Schuhe sollten für dich nun zum Alltag gehören.

Hallux vorbeugen

Da die Ballenzehe hauptsächlich durch falsches Schuhwerk verursacht wird, setzen die meisten Tipps zur Vorbeugung des Hallux hier an:

  • Trage nicht ständig High Heels, sondern auch mal bequeme Schuhe, bei denen deine Zehen nach vorne und seitlich genug Platz haben.
  • Mute deinen Kindern während der Wachstumsphase keine hohen Absätze zu.
  • Laufe viel barfuß, das ist gut für deine Fußgesundheit.
  • Sobald du undefinierbare Schmerzen in den Füßen hast, solltest du diese von einem Orthopäden untersuchen lassen.

Hallux: Heilungschancen

Der Hallux schreitet in der Regel unbehandelt recht langsam voran. Wird die Diagnose rechtzeitig gestellt, kann der Verlauf mit konservativen Maßnahmen häufig gebremst werden. Schreitet der Hallux dagegen weiter voran, wird es immer schwerer, die zunehmende Versteifung und Fehlstellung deiner benachbarten Zehen zu beheben. Wird dein Hallux valgus nicht behandelt, kann es außerdem langfristig zur Arthrose des Großzehengrundgelenks (Hallux rigidus) kommen, manchmal sogar zum Verlust des Großzehengrundgelenks.

Eine Operation des Hallux ermöglicht dir in der Regel nach ein paar Wochen wieder ein schmerzfreies Gehen. Intensive Belastungen wie beim Sport sind allerdings erst nach einiger Zeit möglich. Sprich mit deinem Orthopäden oder Fußchirurgen, wann du mit welchem Schuhwerk wieder aktiv werden kannst. Auf das ständige Tragen von High Heels und spitz zulaufenden Schuhe solltest du nach der Hallux Operation aber nach Möglichkeit verzichten. Sonst könnte sich dein Zehengewölbe erneut verschieben und sich nach einigen Jahren wieder ein Hallux ausbilden. Versuche im Alltag auf Schuhe mit viel Freiraum für deine Zehen umzustellen und lass dich in einem Schuhfachgeschäft oder Orthopädieschuh-Fachgeschäft beraten.