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Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen können durch Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion organisch bedingt sein. Arrhythmien können aber auch durch äußere Faktoren ausgelöst werden.

Herzrhythmusstörungen kann der Kardiologe mithilfe eines Kardiogramms erkennen.
Wenn dein Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt, sprechen Mediziner von einer Herzrhythmusstörung oder Arrhythmie. Im Kardiogramm kann dein Arzt deinen Herzrhythmus anhand der aufgezeichneten Kurven beurteilen.

Wie erkennst du Herzrhythmusstörungen?

Bei Herzrhythmusstörungen ist deine Herzfrequenz besonders langsam, schnell oder unregelmäßig. Im Ruhezustand schlägt dein Herz etwa 60- bis 80-mal pro Minute. Gerät es aus dem Takt, können Beschwerden wie Schwindel, Ohnmacht, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle oder Brustschmerzen auftreten. Doch wenn dein Herz rast, stolpert und stockt, bemerkst du das nicht immer. Oft vergehen Herzrhythmusstörungen, Arrhythmien genannt, nach kurzer Zeit auch wieder. Wenn die unregelmäßige Abfolge deines Herzschlages jedoch dauerhaft auftritt, dann ist es höchste Zeit, die Ursache für das Herzstolpern ausfindig zu machen und diese zu beheben.

Wie gerät der Herzschlag aus dem Takt?

Der natürliche Schrittmacher deines Herzens ist der sogenannte Sinusknoten. Er sitzt über dem rechten Vorhof und unter der oberen Hohlvene. Ein normaler Herzschlag wird von speziellen Zellen im Sinusknoten angestoßen. Diese senden elektrische Signale (elektrische Impulse) in das Muskelgewebe der Vorhöfe. Von hier gelangen die Signale über den Atrioventrikularknoten (AV- Knoten) entlang spezieller Leitungsbahnen (His-Bündel und Purkinje-Fasern) in die kräftige Muskulatur von deinen beiden Herzkammern. Dein Herz schlägt dann mit der vom Sinusknoten vorgegebenen Frequenz.

Eine Störung des Reizstromes an verschiedenen Stellen und bei der Entstehung und Weiterleitung der elektrischen Impulse kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Auch wenn du dich aufregst, verliebt bist oder dich körperlich anstrengst, beschleunigt sich dein Herzschlag, im Schlaf verlangsamt er sich. Diese Abweichungen vom natürlichen Rhythmus werden von Teilen deines Nervensystems veranlasst.

Welche Arten von Herzrhythmusstörungen gibt es?

Herzrhythmusstörungen können durch eine Störung bei der Bildung der elektrischen Impulse entstehen. Mediziner sprechen von Reizbildungsstörungen oder Erregungsbildungsstörungen. Aber auch Störungen bei der Weiterleitung der Herzerregung können zu Herzrhythmusstörungen führen. Dies wird als Erregungsleitungsstörungen bezeichnet.

Mediziner unterscheiden Herzrhythmusstörungen außerdem nach ihrem Entstehungsort (Herzvorhof oder Herzkammer) und nach der Geschwindigkeit (Frequenz), mit der dein Herz schlägt. Supraventrikulär heißen Herzrhythmusstörungen, die vom Vorhof deines Herzens ausgehen. Ventrikulär sind Störungen, die von deiner Herzkammer ausgehen. Bei Bradyarrhythmie schlägt dein Herz zu langsam, also mit unter 60 Schlägen pro Minute. Bei Tachyarrhythmie schlägt dein Herz zu schnell, also mit über 100 Schlägen pro Minute, und außerdem noch unregelmäßig.

Wie entstehen Erregungsbildungsstörungen?

Nimmt die natürliche Frequenz der elektrischen Impulse deines Sinusknotens ab oder fällt sie ganz aus, wird die Erregung in Ersatzorten gebildet. Deren Fähigkeit zur Erregungsbildung ist jedoch stark herabgesetzt, denn normalerweise sind sie deinem Sinusknoten untergeordnet. In diesem Fall sprechen Mediziner von Bradykarden Herzrhythmusstörungen.

Eine Sinusarrhythmie oder Respiratorische Sinusarrhythmie (RSA) liegt vor, wenn deine Herzrhythmusstörungen von deiner Atmung abhängen. Bei einer Sinusarrhythmie erhöht sich beim Einatmen deine Herzfrequenz, beim Ausatmen sinkt sie wieder. Warum ist das so? Die Anzahl und Häufigkeit (Frequenz) der elektrischen Impulse, die von deinem Sinusknoten ausgehen, wird über sympathische und parasympathische Nervenfasern gesteuert. Sie gehören zum autonomen Nervensystem, das deine Organe reguliert und unabhängig von deinem Willen und Bewusstsein arbeitet. Vereinfacht ausgedrückt: Dein Sympathikus beschleunigt deinen Herzschlag, er steuert Fluchtreaktionen. Der Parasympathikus hingegen verlangsamt deinen Herzschlag und setzt Botenstoffe frei, die für Entspannung sorgen. Sympathikus und Parasympathikus werden unter anderem durch bestimmte Signaleinrichtungen deiner Lunge beeinflusst. Von hier gehen Reflexe aus, die deine Herzfrequenz steigern können.

Von Extrasystolen (ES) sprechen Mediziner, wenn einzelne Herzschläge außerhalb des Grundrhythmus vorkommen. Außerdem machen sich Extrasystolen durch kurze Salven von wenigen Schlägen bemerkbar. Diese Extraschläge gehen meistens vom Herz-Vorhof aus, es gibt aber auch solche, die von deinen Herzkammern ausgehen. Herz-Extraschläge kommen übrigens auch beim Gesunden vor. Tritt das Herzstolpern bei dir jedoch häufig auf, kann das auf eine Herzerkrankung hindeuten.

Unter dem Begriff Tachykarde Herzrhythmusstörungen fassen Mediziner verschiedene Formen der Herzrhythmusstörungen zusammen: Bei der Sinustachykardie geht die beschleunigte Herzfrequenz vom Sinusknoten aus. Das Herz schlägt zwar regelmäßig, aber zu schnell. Die Ursachen für dieses sogenannte Vorhofflattern sind fast immer eine Grunderkrankung wie eine körperliche und seelische Belastung, Schilddrüsenüberfunktion, Herzinsuffizienz, Fieber und Genussgifte wie Nikotin. Sinustachykardie oder Vorhofflattern entsteht, wenn der sogenannte AV-Knoten die hohe Frequenz der elektrischen Impulse (250/Min.) von deinem Sinusknoten nicht mehr weiterleiten kann. In deinem EKG werden die 250-350 Schläge pro Minute durch sägezahnartige Flatterwellen sichtbar. Beim Vorhofflimmern handelt es sich um extrem schnelle, schwache bis gar keine Kontraktionen der Herz-Vorhöfe mit einer Frequenz von 350- bis zu 600-mal pro Minute. Durch die unregelmäßigen Herzkontraktionen können sich an deinem Herzen oder in den großen Gefäßen Blutgerinnsel bilden. Lösen diese sich ab, kann ein Schlaganfall oder eine Embolie die Folge sein.

Die Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie sind plötzlich einsetzende Anfälle von Herzrasen mit Schlägen von 160- 200 pro Minute. Das ist meist nicht bedrohlich.

Bei Kammerflattern oder Kammerflimmern handelt es sich um sogenannte ventrikuläre Herzrhythmusstörungen. Hier gehen von deiner Herzkammermuskulatur in rascher Folge elektrische Impulse aus. Dabei kontrahieren einzelne Herzmuskelfasern unabhängig voneinander. Der Grund dafür ist ein geschädigter Herzmuskel, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt. Die elektrischen Impulse haben dann Schwierigkeiten, den geschädigten und vernarbten Herzmuskel zu passieren und zirkulieren daher unkontrolliert. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der zum Herz-Kreislauf- Stillstand führen kann.

Was sind Erregungsleitungsstörungen?

Wenn sich die Erregung nicht auf normalem Weg von deinem Sinusknoten zu deiner Herzkammer ausbreiten kann, dann ist die Reitweiterleitung gestört. Mediziner sprechen von Erregungsleitungsstörungen. Ursachen dafür können sein:

  • Zu schnelle oder vorzeitige Erregung beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW-Syndrom): Hier existiert zwischen deinen Vorhöfen und Kammern ein zusätzlicher Leitungsweg. Die Erregung wird daher zu schnell übergeleitet. Dann tritt gelegentlich eine Tachykardie mit Herzrasen auf.
  • Zu langsame oder blockierte Überleitungen, also Reizleitungsverzögerungen: Das kann durch Blockierung zwischen Sinusknoten und Vorhofmuskulatur entstehen. Mediziner sprechen vom Sinuatrialen Block (SA-Block). Oder die Herzrhythmusstörungen entstehen, weil die Reizweiterleitung zwischen den Vorhöfen und Kammern blockiert ist. Dies wird als Atrioventrikulärer Block (AV-Block) bezeichnet. Als Schenkelblockade bezeichnen Mediziner eine Störung der Erregungsleitung im rechten oder linken Herzkammerschenkel. Das ist der Bereich der Kammertrennwand, der in die Kammer mündet. Es gibt einen Rechtsschenkelblock und einen Linksschenkelblock.

Was verursacht Herzstolpern?

Genauso vielfältig wie die verschiedenen Formen der Herzrhythmusstörungen sind deren mögliche Ursachen. Eine koronare Herzkrankheit (KHK), ein Herzinfarkt, eine Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) und eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder andere Herzmuskelerkrankungen können zu Herzrhythmusstörungen führen. Andere Auslöser für das Herzstolpern können Herzklappenfehler oder Bluthochdruck sein. Auch psychische Belastungen, Schilddrüsenüberfunktion oder Kaliummangel können Veränderungen deines Herzrhythmus hervorrufen. Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva, Schilddrüsenhormone, Antihistaminika, Neuroleptika und Makrolid-Antibiotika, fieberhafte Infektionen, übermäßiger Genuss von Alkohol, Koffein, Nikotin sowie Drogenkonsum können die Rhythmusbildung deines Herzens belasten.

Herzrhythmusstörungen nach der  Corona-Impfung

Dass durch die Impfung gegen Covid-19 schwere und gefährliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden, ist nach Herstellerangaben unwahrscheinlich. Sie berufen sich darauf, dass viele Menschen mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen die Corona-Schutzimpfungen mittlerweile erhalten haben, ohne dass es zum Auftreten erneuter Herzrhythmusstörungen gekommen sei.

Eine ausgeprägte Immunreaktion mit verstärkter Aktivität deines Sympathikus kann jedoch möglicherweise in deinem Körper kurzfristige Herzrhythmusstörungen verursachen. Diese verschwinden aber in der Regel schnell wieder genau wie solche Herzrhythmusstörungen, die unabhängig von allen äußeren Faktoren plötzlich auftreten können. In keinem Fall sind durch Immunreaktionen ausgelöste Herzrhythmusstörungen ein Argument gegen Covid-Schutzimpfungen, betonen Experten.

Herzrhythmusstörungen Symptome

Bei einer Bradykardie, also einem Herzschlag unter 60 pro Minute, können auftreten:

  • Schwindel
  • Müdigkeit, Benommenheit
  • Atemnot
  • Kurzfristiger Bewusstseinsverlust, Synkope genannt, wenn der Herzschlag unter 30 Schläge pro Minute absinkt.

Bei der Tachykardie, also einem Herzschlag über 100 pro Minute, kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • auffälliges Herzstolpern und Herzrasen

  • Angina pectoris, also akuter Brustenge und Schmerzen
  • Angst
  • Atemnot
  • Kreislaufstillstand
  • Ohnmacht
  • Krampfanfälle
  • Sprachstörungen

Als Komplikationen der Herzrhythmusstörungen oder mögliche Folgen können auftreten:

  • Embolien (teilweiser oder vollständiger Verschluss von Gefäßen durch Blutgerinnsel)
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche) .

Welcher Arzt hilft bei Herzrhythmusstörungen?

Der erste Ansprechpartner für die Diagnose von Herzrhythmusstörungen ist dein Hausarzt. Zur weiteren Abklärung der Beschwerden, weiteren Untersuchungen und Therapien kann dein Hausarzt dich an einen Herzspezialisten (Kardiologen), also einen Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, überweisen.

Untersuchungen bei Herzrhythmusstörungen

Im ersten Gespräch (Anamnese) wird sich dein Kardiologe nach deinen Vorerkrankungen und der Art, Dauer und Schwere deiner Beschwerden erkundigen. Beim Abhören deines Herzens mit dem Stethoskop kann der Kardiologe oft schon einen veränderten Herzschlag wahrnehmen. Er wird dir außerdem den Puls messen sowie deinen Blutdruck kontrollieren.

Mithilfe der Elektrokardiografie (EKG) lassen sich Herzrhythmusstörungen eindeutig feststellen. Beim EKG werden die elektrischen Ströme deines Herzens gemessen und als Kurve dargestellt. Anhand der Herzstromkurve im Elektrokardiogramm kann dein Arzt dann erkennen, ob dein Herz aus seinem normalen Sinusrhythmus in einen unregelmäßigen (arrhythmischen) und/oder zu schnellen (tachykarden) oder zu langsamen (bradykarden) Rhythmus geraten ist. Verschiedene Herzrhythmusstörungen können allerdings auch zusammen auftreten.

Ein Ruhe-EKG zeigt deine Herzaktivität im Ruhezustand, unabhängig von der körperlichen Belastung. Beim Belastungs-EKG werden alle elektrischen Aktivitäten deines Herzens während einer körperlichen Belastung (Radfahren, Laufen auf einem Laufband) aufgezeichnet. Auf diese Weise kann dein Arzt feststellen, ob deine Herzrhythmusstörungen sich unter Belastung verschlechtern oder erst auftreten. Beim Langzeit-EKG wirst du 24 Stunden mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät verbunden. Es gibt Hinweise zu Durchblutungsstörungen deines Herzmuskels unter alltäglichen Bedingungen.

Das Echokardiogramm ist eine Ultraschalluntersuchung deines Herzmuskels. Mit Hilfe von Ultraschallwellen können Narben am Herz sichtbar gemacht werden, die auf einen überstandenen Herzinfarkt hindeuten. Um Durchblutungsstörungen festzustellen, wird ein Echokardiogramm unter Belastung angefertigt. Das bezeichnen Mediziner als Stressechographie.

Bei einer elektrophysiologischen Untersuchung, kurz EPU, werden dir unter örtlicher Betäubung sogenannte Elektronenkatheter über Venen ins Herz vorgeschoben und anschließend an bestimmten Stellen im Herz platziert. Von dort können die elektrischen Ströme deines Herzens direkt gemessen werden. Aufgezeichnet werden diese wie beim EKG als Kurven. Mit dieser Methode können auch bestimmte Gebiete stimuliert werden und es lässt sich zeigen, wie dein Herz auf die veränderten Ströme reagiert.

Was tun bei Herzrhythmusstörungen?

Herzrhythmusstörungen sind nicht zwangsläufig lebensbedrohlich. Viele Arten des Herzstolperns kommen auch beim Gesunden vor und oft bemerkst du sie gar nicht. Daher sind auch nicht alle Herzrhythmusstörungen therapiebedürftig. Besprich mögliche Therapien bitte unbedingt mit deinem Arzt. Wichtig ist auch, dass du Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Funktionsstörungen der Schilddrüse oder koronare Herzkrankheit zusammen mit deinem Arzt behandelst.

Um Symptome von Herzrhythmusstörungen zu beheben und um deinen Zustand nicht noch weiter zu verschlechtern, werden in der Regel Medikamente aus der Gruppe der Antiarrhythmika verschrieben. Bei starken Herzrhythmusstörungen kann es nötig werden, einen Herzschrittmacher eingesetzt zu bekommen. solltest du zusammen mit deinem Arzt entscheiden.

Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen

Bei Herzrhythmusstörungen werden in der Regel sogenannte Antiarrhythmika eingesetzt. Sie normalisieren einen zu schnellen oder zu langsamen oder unregelmäßigen Herzschlag, eignen sich aber wegen der oft schwerwiegenden Nebenwirkungen nicht zur Dauertherapie.

Herzglykoside kommen normalerweise vor allem bei Vorhofflimmern zum Einsatz. Bei Herzrhythmusstörungen in Form einer Bradykardie, also bei zu langsamer Herzfrequenz, werden in der Regel sogenannte Anticholinergika verschrieben.

Antiarrythmika werden in vier Klassen eingeteilt:

  • Antiarrhythmika der Klasse I: In dieser Klasse befinden sich Medikamente mit den Wirkstoffen Detajmium, Flecainid und Propafenon. Damit sich die elektrischen Impulse deines natürlichen Schrittmachers, also des Sinusknotens, weiter ausbreiten können, strömt in die Herzmuskelzellen nacheinander Natrium und Kalzium ein und Kalium tritt aus. Antiarrhythmika der Klasse I vermindern den Einstrom von Natrium an der Herzmuskelzelle. Die Impulse werden dadurch nur verlangsamt weitergegeben. Antiarrhythmika der Klasse I heißen daher auch Natriumkanalblocker. Der Wirkstoff Detajmium beeinträchtigt außerdem den Ausstrom von Kalium. Das wiederum behindert die Reizweiterleitung zusätzlich und mindert außerdem deine Herzleistung.
    Da die Medikamente der Klasse I zwar Vorhofflimmern oder Vorhofflattern unterdrücken, dafür aber auch selbst schwere Herzrhythmusstörungen auslösen können, sind sie für eine Langzeittherapie in der Regel nur nach sorgfältigem Abwägen von Risiken und Nutzen geeignet. Alle vier bis zwölf Wochen muss dein Arzt deine Herztätigkeit mittels EKG überprüfen und die Blutsalze bestimmen. Besonders ein Kaliummangel ruft Herzrhythmusstörungen hervor. Normalwerte für Kalium. Bestimmte Medikamente schwemmen Kalium regelrecht aus. Dazu gehören Diuretika bei Bluthochdruck, Glukokortikoide bei Entzündungen oder Abführmittel bei Verstopfung.
  • Antiarrhythmika der Klasse II: Hierzu gehören Betablocker, die sonst bei Bluthochdruck und koronarer Herzkrankheit eingesetzt werden. Betablocker verlangsamen die elektrischen Abläufe in der Erregungsleitung in deinen Herzmuskelzellen und damit deinen Herzschlag. Betablocker werden eingesetzt zur Behandlung von Tachykardien und zur Vorbeugung gegen Kammerflimmern.
  • Antiarrhythmika der Klasse III: Dazu zählen die sogenannten Kaliumkanalblocker mit den Wirkstoffen Amiodaron und Sotalol. Kaliumkanalblocker hemmen den Ausstrom von Kalium aus deinen Herzmuskelzellen. Als Folge sind deine Herzmuskelzellen dann nicht mehr so schnell in der Lage, erneut Signale zu empfangen und weiterzugeben. Extraschläge (Extrasystolen) sollen dadurch normalisiert werden.
  • Antiarrhythmika der Klasse IV: Zu der vierten Klasse der Antiarrhythmika zählen die Kalziumantagonisten (Kalziumkanalblocker). Diese weiten deine Gefäße, senken dadurch den Blutdruck und verbessern den Blutzufluss zu deinem Herzen. Sie behindern den Einstrom von Kalzium in die Herzmuskelzellen, dadurch verringert sich dein Herzschlag. Kalziumantagonisten verhindern auch, dass sich deine Herzvorhöfe zu schnell zusammenziehen (Vorhofflimmern, Vorhof- Tachykardie).

Anticholinergika mit dem Wirkstoff Ipratropiumbromid blockieren bestimmte Nervenleitungen, die deinen Herzschlag verlangsamen. Folglich beschleunigt sich dein Herzschlag wieder. Anticholinergika werden in der Regel als Überbrückungsmaßnahme gegeben bis ein Herzschrittmacher eingesetzt wird.

Herzglykoside mit dem Wirkstoff Digitalis erhöhen die Konzentration von Kalzium in der Herzmuskelzelle. Das verlangsamt einen zu schnellen Herzschlag.

Herzschrittmacher gegen Herzrhythmusstörungen

Auch durch Implantieren eines Herzschrittmachers in die Brust unter deinem Schlüsselbein können Herzrhythmusstörungen behandelt werden. Denn der Schrittmacher ist durch Kabel mit deinem Herzen verbunden und übernimmt die Aufgabe der elektrischen Impulsgebung. Herzschrittmacher werden insbesondere bei Bradykardien, also einem Herzschlag unter 60 pro Minute eingesetzt sowie beim AV-Block. Hier entstehen die Herzrhythmusstörungen, weil die Reizweiterleitung zwischen deinen Vorhöfen und Kammern blockiert ist. Um eine reibungslose Funktion deines Herzschrittmachers zu gewährleisten sind regelmäßige Kontrollen bei deinem Arzt notwendig.

In manchen Fällen kann auch ein Kardioverter-Defibrillator im Rechtsherz implantiert werden und das dazugehörige Steuergerät unter dem großen Brustmuskel. Dein Herzrhythmus wird durch den Kardioverter-Defibrillator ständig überwacht. Bei lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen reagiert das Gerät und führt automatisch eine Defibrillation (Stromstoß, Elektroschock) zur Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus durch.

Elektrokardioversion bei Herzrhythmusstörungen

Die Kardioversion oder Elektrokardioversion soll den normalen Sinusrhythmus wieder herstellen. Das kann mit Medikamenten oder mit einem Defibrillator erfolgen. Hier unterbricht ein starker Stromstoß die elektrischen Aktivitäten in deinem Herzen und soll einen vom Sinusknoten ausgehenden rhythmischen Neustart anregen. Die Kardioversion kommt in der Regel zum Einsatz bei Kammerflimmern, Kammerflattern und supraventrikulären Tachykardien. Das sind Herzrhythmusstörungen, die von deinem Vorhof ausgehen und über 100 Schläge pro Minute betragen. Die Kardioversion kann aber auch bei Vorhofflattern und Vorhofflimmern helfen, wenn Medikamente nicht mehr ausreichen, um deine Herzaktivität zu normalisieren.

Hochfrequenzstromablation gegen Herzrhymusstörungen

Bei einer Hochfrequenzstromablation wird das Gewebe, das als Ausgangspunkt deiner Herzrhythmusstörungen bekannt ist, durch Strom verödet. Die Hochfrequenzstromablation kann auch eingesetzt werden, wenn wie beim WPS-Syndrom zusätzliche Leitungsbahnen zwischen deinen Vorhöfen und deinen Kammern vorhanden sind und diese entfernt werden sollen.

Katheterablation bei Herzrhymusstörungen

Bei einer Katheterablation wird ein sogenannter Ablationskatheter in den Herzbereich positioniert, der für deine Herzrhythmusstörungen verantwortlich ist. Die Spitze des Katheters kann durch Hochfrequenzstrom erhitzt werden. Die Erwärmung des betreffenden Herzgewebes auf etwa 50-60 Grad Celsius wird meist als Wärme oder Druck wahrgenommen.

Eine Vollnarkose ist bei der Katheterablation in der Regel selten erforderlich, jedoch kannst du ein Schmerzmittel bekommen. Die Ablation wird häufig eingesetzt bei Vorhoftachykardien und beim WPW-Syndrom.

Heilungschancen bei Herzrhythmusstörungen

Da es bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zur Bildung von Thrombosen (Blutgerinnseln) im Herzen kommen kann, besteht die Gefahr, dass diese Gerinnsel in die Blutbahn gelangen und Teile deines Gefäßsystems verstopfen. Vorhofflimmern kann immer wieder auftreten. Das macht eine engmaschige ärztliche Kontrolle notwendig.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen können zu einer verminderten Durchblutung deiner rechten Herzkranzarterie führen. Die Folge kann eine Herzmuskelschädigung im rechten Vorhof sein. Bei weiterer Schädigung deines Herzmuskels kann auch eine akute Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem auftreten. Gelingt es dir mit Hilfe deines Arztes die auslösende Grunderkrankung wie Bluthochdruck, Diabetes oder andere Herzerkrankungen erfolgreich zu behandeln, verbessert sich die Prognose für deine Herzrhythmusstörungen möglicherweise erheblich.

Wenn die Reizleitung in deinem Herz wie nach einem Herzinfarkt durch vernarbtes Gewebe gestört ist, kann es immer wieder zu lebensbedrohlichem Kammerflimmern kommen. Hier wird in der Regel ein Defibrillator unter die Haut gepflanzt, der über einen Fühler mit dem Herz verbunden ist und Herzrasen erkennt. Dann gibt er einen Stromstoß ans Herz ab, was die gestörte Reizübertragung in den meisten Fällen wieder normalisiert. Überflüssige Leitungsbahnen können mit einem Herzkatheter durchtrennt und abgetragen werden (Katheterablation). Häufig sind die Herzrhythmusstörungen dann dauerhaft geheilt.

Auch eine Einschränkung des Koffein- und Alkoholkonsums, Beenden des Rauchens und regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität wirken sich positiv auf deine Herzgesundheit aus.

Kannst du Herzrhythmusstörungen vermeiden?

Stress ist ein Faktor, der die Entstehung von Herzrhythmusstörungen fördern kann. Du solltest also versuchen, dir ausreichend Ruhepausen zu gönnen und öfter mal zu entspannen. Probiere zum Stressabbau einfach einmal Autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung und finde heraus, was dir gut tut. Verzichte auf den übermäßigen Genuss von Koffein und Alkohol und versuche dir das Rauchen abzugewöhnen. Wenn du Medikamente einnimmst, dann achte bitte darauf, dass diese nicht der Grund für dein Herzstolpern oder dein Herzrasen sind. Sprich mit deinem Arzt über eine andere Dosierung oder über die Möglichkeit, das Arzneimittel zu wechseln.

Lass abklären, ob eine andere Erkrankung hinter deinen Herzrhythmusstörungen steckt, zum Beispiel Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion. Versäume nicht die Termine zu Kontroll-Untersuchungen und geh bitte sofort zum Arzt, wenn akute Probleme auftreten.

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