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Diagnosekürzel

Z20

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht Z20 für Kontakt mit und Ausgesetztsein gegenüber übertragbaren Krankheiten
Unter Z20 bis Z29 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken hinsichtlich übertragbarer Krankheiten kodiert. Z20 ist das Diagnosekürzel für den Kontakt mit und dem Ausgesetztsein (Exposition) gegenüber übertragbaren Krankheiten wie beispielsweise Covid-19.

Z20: Kontakt mit und Exposition gegenüber übertragbaren Krankheiten

Übertragbare Krankheiten sind durch Krankheitserreger verursachte Erkrankungen, die von Tieren auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten ist geregelt im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz, kurz IfSG).

Eine Exposition gegenüber einer übertragbaren Krankheit bedeutet, dass in deiner Umgebung eine Infektionskrankheit umgeht. Du bist ihr quasi täglich ausgesetzt und du kannst dich infizieren oder nicht. Ein Beispiel dafür ist die Covid-19-Pandemie. Erfahre mehr darüber in unserem Coronavirus-Check.

Z20.0 Kontakt mit und Exposition gegenüber infektiösen Darmkrankheiten

Magen-Darm-Infektionen werden meistens durch Bakterien ausgelöst. Aber auch Viren können Drmerkrankungen auslösen. Die Erreger befinden sich auf oder in eiweißreichen tierischen Lebensmitteln. Hier können sie sich bei mangelnder Hygiene oder falscher Lagerung explosionsartig vermehren. Durch den Verzehr dieser verunreinigten Lebensmittel kommt es dann zur Darminfektion.

Durchfallerkrankungen durch Noroviren: Das hoch ansteckende Norovirus macht sich durch Übelkeit, plötzlich auftretendes und nicht enden wollendes Erbrechen, starke Bauchkrämpfe und wässrige Durchfälle bemerkbar. Eine Infektion mit Noroviren ist meldepflichtig. Erhalte weitere Infos zur Therapie und zum Schutz vor Noroviren.

Durchfallerkrankungen durch Rotaviren: Rotaviren sind Erreger von Darm-Entzündungen und Durchfallerkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Rotavirus-Infektionen sind meldepflichtig. Erfahre mehr zum Schutz vor Rotaviren und zur Rotaviren-Impfung.

Durchfallerkrankungen durch Salmonellen: Salmonellen-Enteritis ist der medizinische Fachausdruck für Magen-Darm-Erkrankungen beziehungsweise Darm-Entzündungen, die durch Bakterien der Gattung Salmonella ausgelöst werden. Infektionen mit Salmonellen können aber auch andere Erkrankungen verursachen. Erkrankungen durch Salmonellen sind meldepflichtig. Mehr über Salmonellen-Infektionen findest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel A02.

Durchfallerkrankungen durch EHEC: EHEC ist die Abkürung für Enterohämorrhagische Escherischia coli-Bakterien. Escherichia coli ist eine Darm-Bakterium. Einige Stämme des Bakteriums sind Teil deiner normalen Darmflora, andere Stämme wie EHEC lösen Erkrankungen aus. Das Gift der Enterohämorrhagischen E. coli, das Shiga-Toxin, kann zu blutigen Durchfällen führen. Weitere Darminfektionen durch E.coli liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel A04.

Z20.1 Kontakt mit und Exposition gegenüber Tuberkulose

Mehr zu Erregern und Symptomen von Tuberkulose liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z22.

Z20.2 Kontakt mit und Exposition gegenüber Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden

Sexuell übertragbare Krankheiten (STD), auch als sexuell übertragbare Infektionen (STI) bezeichnet, können durch Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller und Parasiten verursacht werden. Sie werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Bakteriell sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Syphilis (harter Schanker): Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum subspecies pallidum. Es verursacht Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper, insbesondere an Hals und Achseln.
  • Gonorrhoe: Die Gonorrhoe, auch Gonorrhö geschrieben und umgangssprachlich Tripper genannt, wird durch Gonokokken (lateinisch: Neisseria gonorrhoeae) verursacht. Es kann zu einer Entzündung der Harn- und Geschlechtsorgane und zu eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre kommen.
  • Ulcus Molle (weicher Schanker): Diese Geschlechtskrankheit wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi ausgelöst. Es entwickeln sich eitrige Geschwüre meist am Penisschaft, an der Vorhaut und an der Eichel.
  • Chlamydien-, Mykoplasmen- oder Ureaplasmen-Infektionen
  • Granuloma Inguinale: Diese Infektionserkrankung wird auch Donovanosis genannt und durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöst. Genitalgeschwüre gehören zu den Symptomen.
  • Lymphogranuloma Venereum (LGV): Diese in den Tropen häufiger als in westlichen Ländern vorkommende sexuell übertragbare Erkrankung wird durch Subtypen des Bakteriums Chlamydia trachomatis ausgelöst. Hierbei kommt es zu einer im Lymphabflussgebiet der Sexualorgane liegenden, chronisch verlaufenden Lymphknotenentzündung. Sie verursacht Schwellungen und Geschwüre der Lymphknoten in der Genitalregion und/oder der Leistengegend.

Viral sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Genitalwarzen: Genitalwarzen, auch Feigwarzen oder Kondylome genannt, werden durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verursacht. Lies mehr über genitale Infektionen durch Humane Papillomviren in unserem Beitrag zur HPV-Impfung.
  • Herpes genitalis: Bei Genitalherpes entstehen im Genitalbereich, also im Bereich von Scheide, Vulva oder Penis, und an angrenzenden Stellen schmerzhafte Bläschen, die meist brennen und jucken. Weitere Infos zu Infektionen mit Herpesviren liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B00.
  • Molluscum contagiosum: Bei einer Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus entstehen an den Augenlidern, am Rumpf und an den Genitalien Dellwarzen. Das sind kleine hautfarbene und knötchenartige Verdickungen (Papeln) mit zentraler Delle.
  • HIV-Infektion: Erfahre mehr über das AIDS-Virus unter Z20.6

Parasitäre sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Trichomoniasis: Wird verursacht durch Trichomonaden. Das sind Einzeller. Symptome der Trichomoniasis sind stark riechender Ausfluss aus der Scheide, Ausfluss aus Penis oder Po sowie Zwischenblutungen, Juckreiz, Harndrang und Brennen beim Wasserlassen.
  • Krätze: Die Krätze, auch Skabies genannt, ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Krätzmilben verursacht wird. Die Haut entzündet sich und juckt.
  • Pediculosis pubis: Beim Befall der Haut im Genitalbereich durch Filzläuse, auch Schamläuse und umgangssprachlich Sackläuse oder Sackratten genannt, kommt es wegen der Bisse und/oder Ausscheidungen der Läuse zu einem unangenehmen Juckreiz.

Viele andere Infektionen werden nicht als Geschlechtskrankheiten angesehen, können jedoch auch sexuell übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel: Salmonellose (Übertragung der Salmonellen durch Schmierinfektion über Hände oder über Analverkehr ist möglich), Shigellose (Bakterielle Ruhr mit Durchfällen), Campylobacteriose (bakterielle Durchfallerkrankung), Amöbiasis (siehe ICD-10 Diagnosekürzel A06), Giardiasis (Infektion des Dünndarms mit Bauchkrämpfen und Durchfall, verursacht durch den einzelligen Parasiten Giardia), Zytomegalievirusinfektion (übertragung durch Schmierinfektionen) sowie Hepatitis A (Krankheitsbild und Übertragung siehe Hepatitis A-Impfung), Hepatitis B (Krankheitsbild und Übertragungsweg siehe Hepatitis B-Impfung) und Hepatitis C (Symptome und Therapie von Hepatitis C).

Z20.3 Kontakt mit und Exposition gegenüber Tollwut

Tollwut (Rabies) wird durch Rabiesviren ausgelöst, die sich im Speichel infizierter Tiere befinden. Übertragungsweg und Symptome von Tollwut

Wissenswertes zur Vorbeugung und zur Impfung gegen Tollwut: Wann gegen Tollwut impfen?

20.4 Kontakt mit und Exposition gegenüber Röteln

Röteln zählen zu den Kinderkrankheiten, doch auch Erwachsene können sich anstecken. Ausgelöst werden die Röteln durch das Rubella-Virus. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Warum Röteln während der Schwangerschaft besonders gefährlich sind und wie du dich mit einer Impfung vor Röteln schützen kannst, liest zu in unserem Beitrag zur Röteln-Impfung.

Z20.5 Kontakt mit und Exposition gegenüber Virushepatitis

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Was eine Virushepatitis B ist, kannst du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B16 nachlesen. Infos zur Virushepatitis C und zur Virushepatitis E findest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B17.

Z20.6 Kontakt mit und Exposition gegenüber HIV

Exkl.: Asymptomatische HIV-Infektion Z21

AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus, kurz HIV oder auch als Menschliches Immunschwäche-Virus oder Menschliches Immundefekt-Virus bezeichnet.

Z20.7 Kontakt mit und Exposition gegenüber Pedikulose, Akarinose oder anderem Parasitenbefall

Pedikulose ist der medizinische Fachbegriff für Läusebefall. Als Akarinose wird ein Milbenbefall bezeichnet.

Z20.8 Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Erkrankungen

Hierunter fällt auch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19. 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Z20.9 Kontakt mit und Exposition gegenüber nicht näher bezeihneter übertragbarer Krankheit

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Diagnosekürzel

A82

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht A82 für die meldepflichtige Infektionserkrankung Tollwut.
Unter A80 bis A89 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Virusinfektionen des Zentralnervensystems zusammengefasst. A82 ist das Diagnosekürzel für die meldepflichtige Infektionserkrankung Tollwut, auch Rabies genannt.

A82: Tollwut (Rabies)

Tollwut (Rabies, Lyssa, Wutkrankheit) ist eine meldepflichtige Infektionserkrankung, die durch das Rabiesvirus ausgelöst wird. Übertragen wird das Virus durch Tierbisse. Tollwut ist eine Zoonose, also eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Erkrankung. Die Tollwut-Erkrankung ist eine Erkrankung des Nervensystems und führt über Lähmungen, einer Entzündung des Gehirns und Koma zum Tod. Lies mehr zu Diagnose und Behandlung von Tollwut sowie zur Tollwut-Impfung.

A82.0 Wildtier-Tollwut

Was Tollwut ist, liest du unter A82.

Die Wildtier-Tollwut befällt Wildtiere, keine Haustiere.

A82.1 Haustier-Tollwut

Näheres zur Tollwut findest du unter A82.

Die Haustier-Tollwut betrifft Haustiere, keine Wildtiere.

A82.9 Tollwut, nicht näher bezeichnet

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Krankheiten

Tollwut

Tollwut (Rabies) kann durch den Biss infizierter Hunde auf den Menschen übertragen werden.
Die Tollwut (Rabies) ist eine Viruserkrankung, die meist durch den Biss von infizierten Säugetieren wie Hunden und Füchsen auf den Menschen übertragen werden kann. Deutschland gilt als frei von Tollwut, bei Auslandsreisen kann eine Impfung zur Vorbeugung nötig sein.

Was ist Tollwut?

Tollwut, auch Rabies, Lyssa oder Wutkrankheit genannt, ist eine Virusinfektion des zentralen Nervensystems. Übertragen wird die Tollwut fast immer durch infizierte Tiere, die das Tollwut-Virus (Rabiesvirus) mit dem Speichel ausscheiden. Durch den Biss eines mit dem Rabiesvirus infizierten Tieres, über Speichelkontakt beim Ablecken deiner Haut und das Eindringe des Tollwut-Virus über Hautverletzungen in deinen Körper kannst du dich mit Tollwut infizieren. Jetzt ist rasche Hilfe gefragt. Denn wird die Tollwut nicht sehr schnell behandelt, ruft sie eine Gehirnentzündung hervor, die tödlich verläuft. Unmittelbar nach dem Biss oder nach Speichelkontakt eines tollwütigen Tieres kann eine Tollwut-Impfung den Ausbruch der Erkrankung jedoch häufig noch verhindern. Wann zur Tollwut-Impfung?

Was verursacht Tollwut?

Ausgelöst wird die klassische (terrestrische) Tollwut (Tollwutfälle, die durch bodenlebende Tiere ausgelöst werden) durch das Rabiesvirus. Dies ist ein Virus, das zu den Lyssaviren zählt. Andere zu den Lyssaviren gehörende Viren wie zum Beispiel das „European bat lyssavirus“ können hingegen Auslöser der Fledermaustollwut sein.

In den Industrieländern kann das Rabiesvirus bei Wildtieren wie Füchsen, Marder, Dachsen, Waschbären, Rehen, Wölfen, Igeln und Vampirfledermäusen vorkommen. Infizierte Wildtiere können den Tollwut-Erreger mit ihrem Speichel auf Haustiere und auf den Menschen übertragen. Das Infektionsrisiko ist besonders groß, wenn der infizierte Speichel mit deinen Schleimhäuten oder mit Wunden in Kontakt kommt. Auch beim Streicheln von mit Tollwut infizierten Tieren kannst du dich anstecken. In Afrika, Asien und Lateinamerika sind Hunde die Hauptüberträger der Tollwut und weltweit für die meisten Todesfälle durch Tollwut verantwortlich.

Tollwut: Häufige Fragen

Hier erfährst du, wo in der Welt die Tollwut noch vorkommen kann und wie du ein tollwütiges Tier erkennen kannst. Um zu verstehen, wie die Tollwut-Erreger in deinen Körper gelangen können und wohin sie sich von der Infektionsstelle weiter ausbreiten, werfen wir außerdem einen Blick auf den Übertragungsweg der Tollwut.

Wie wird Tollwut übertragen?

Das eigentliche Reservoir (Orte, an/in denen Infektionserreger überleben können sowie Infektionsquellen für Menschen und Tiere) der Rabiesviren sind Säugetiere beziehungsweise fleischfressende Tiere. Vom Tier auf den Menschen übertragen werden die Tollwut-Viren hauptsächlich durch Tierbisse. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind prinzipiell auch möglich. Das kann beispielsweise passieren durch den Kontakt mit Speichel oder dem Erbrochenen eines an Tollwut erkrankten Menschen, durch Küssen, Geschlechtsverkehr, das Trinken aus dem gleichen Glas, Essen vom selben Teller, Essen mit dem gleichen Besteck oder durch die gemeinsame Nutzung von Zahnbürsten.

Das Rabiesvirus kam in Deutschland zuletzt besonders bei Füchsen vor. Doch neben Füchsen sind auch Hunde, Katzen, Marder, Rehe, Dachse sowie Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde ein Reservoir für die Viren. Rabiesviren können auch bei Nagetieren vorkommen. Übertragungen des Virus von Nagetieren auf Menschen sind allerdings nicht möglich.

Gleichermaßen können Fledermausbisse ansteckend sein. Sie sind besonders in Amerika für viele Fälle der gefährlichen, durch Lyssaviren hervorgerufenen Fledermaustollwut verantwortlich.

Bei der Ansteckung, beispielsweise über einen Hundebiss, gelangen die Tollwut-Viren über den Speichel des infizierten Tieres in deinen Körper. Ansteckungen über direkten Kontakt zu Speichel des infizierten Tieres oder über kleine Hautverletzungen sind auch möglich.

Einmal im Körper angekommen, vermehren sich die Rabiesviren zunächst im Muskelgewebe und gelangen dann über die muskelversorgenden Nervenfasern zum Rückenmark und schließlich ins Gehirn. In den Nervenzellen des Gehirns vermehren sich die Rabiesviren weiter und können sich von dort aus auch in andere Organe wie die Speicheldrüsen verstreuen. Sind die Speicheldrüsen infiziert, produziert der Körper ansteckenden Speichel. Die Infektion des Gehirns führt unter anderem zu einer Verhaltensänderung der angesteckten Person oder des angesteckten Tieres.

Kommt Tollwut noch in Deutschland vor?

Tollwut ist weltweit verbreitet, kommt jedoch in einigen Ländern und Regionen besonders häufig vor. Zur Eliminierung der klassischen Wildtiertollwut wurden in Deutschland nahezu alle Füchse gegen das Virus mithilfe von Impfködern immunisiert. Auch für Hunde und Katzen wurden Tollwut-Impfungen eingeführt. Dank dieser Tollwut-Bekämpfungsmaßnahmen gilt Deutschland neben der Schweiz, Österreich, Italien, Spanien, Finnland und einigen weiteren europäischen Ländern zurzeit als frei von terrestrischer Tollwut, nicht aber von der Fledermaustollwut. Dennoch kommt die terrestrische Tollwut (Tollwutfälle, die durch bodenlebende Tiere ausgelöst werden) zum Beispiel in Polen, der Slowakei oder Ungarn noch vereinzelt vor. Einige dieser  Tollwut-Fälle werden zum Beispiel durch die Einfuhr infizierter Hunde aus Risikogebieten ausgelöst. Die meisten Tollwut-Fälle weltweit ereignen sich jedoch in Asien und Afrika.

Wie erkennst du an Tollwut erkrankte Tiere?

Mit Tollwut-infizierte Tiere erkennst du an einem starken Speichelfluss, Lähmungen und insbesondere an ihrem seltsamen Verhalten. Die Tiere verhalten sich nicht wie gewöhnliche Wildtiere oder Haustiere. Sie zeigen eine ungewöhnliche Zutraulichkeit und fehlende Scheu vor dem Menschen, aber auch besondere Aggressivität. Halte dich am besten fern von den Tieren und verständige den Amtstierarzt des Veterinäramtes über deinen Tollwut-Verdacht.

Tollwut: Symptome

Zwischen der Ansteckung mit dem Rabiesvirus und dem Ausbruch der Tollwut-Erkrankung vergehen in der Regel zwischen drei und acht Wochen. Diese Inkubationszeit hängt bei der Tollwut insbesondere davon ab, wo sich die Bissstelle infizierter Tiere und somit Eintrittsstelle der Rabiesviren in deinen Körper befindet. Befindet sich die Bissstelle nahe an deinem Gehirn, kann die Tollwut-Erkrankung auch in kürzerem Abstand zum Tierbiss aufflammen.

Beim Menschen verläuft die Tollwut-Erkrankung in drei Phasen.

  1. Prodromalphase: In der Prodromalphase stehen unspezifische Beschwerden (Prodromi) im Vordergrund. Neben Kopfschmerzen und Fieber können Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfälle, Husten, Unwohlsein sowie Schmerzen oder Juckreiz im Bereich der Bisswunde auftreten.
  2. Akute neurologische Phase: Die Symptome der neurologischen Phase werden bei Tollwut durch die Infektion deines Gehirns hervorgerufen. Eine mögliche Verlaufsform der Rabies ist die enzephalitische Form: Durch die Entzündung deines zentralen Nervensystems (Enzephalitis) kommt es zu Funktionsausfällen deines Gehirns. Sprachunfähigkeit, Unruhe, Verwirrtheit und Halluzinationen können auftreten. Besonders auffällig ist die ausgeprägte Scheu der infizierten Personen vor Wasser (Hydrophobie). Bereits das Sehen von Wasser oder Hören von Wasserplätschern führt dann zu einer erheblichen Angstreaktion und zum Verkrampfen der Schlund-Muskulatur. Neben der Hydrophobie treten außerdem vermehrtes Speicheln (Hypersalivation) und aggressive oder depressive Verstimmungen auf. Eine alternative, aber seltenere Verlaufsform der Tollwut ist die paralytische Form. Hierbei sind besonders die Nervenzellen und Nervenfasern deines Rückenmarks betroffen. Infolge dessen können Lähmungen (Paralyse), Muskelschwächen und Empfindungsstörungen (Parästhesien) auftreten. Auch deine Atem-Muskulatur kann betroffen sein.
  3. Koma: Zuletzt verfällt die mit Rabiesviren infizierte Person in ein Koma, was letztlich durch Lähmungen der Atem-Muskulatur oder des Herzens bereits wenige Tage nach Beginn der Symptome zum Tode führt.

Welcher Arzt hilft bei Tollwut?

Wenn du in ein Land reisen möchtest, in dem Tollwut vorkommt, dann kannst du dich bei deinem Hausarzt, bei Reisemedizinischen Beratungs- und Impfstellen oder beim Landesgesundheitsamt (hier arbeiten Fachärzte für Öffentliches Gesundheitswesen) über die Tollwut-Impfung informieren. Neben Tollwutrisiko, Reisedauer und Reisestil wird bei der individuellen Impf-Empfehlung auch die Verfügbarkeit von aktivem Tollwut-Impfstoff sowie Immunglobulinen (fertige Antikörper bei der passiven Tollwut-Impfung) im Reiseland berücksichtigt werden.

Tollwut: Diagnose

Sobald du Kontakt mit einem möglicherweise tollwütigen Tier hattest, solltest du einen Arzt aufsuchen. Insbesondere bei Biss- und Kratzwunden ist schnelle Hilfe gefragt. Je früher du im Akutfall eine Impfung erhältst und je genauere Angaben du zum Kontakt mit dem infizierten Tier machen kannst (gestreichelt, gebissen worden, abgeleckt worden), desto größer sind deine Chancen auf Rettung. Schon beim Verdacht auf einen Kontakt mit einem tollwütigen Tier wird dein Arzt daher aktive und in besonderen Fällen auch passive Tollwut-Impfungen verabreichen. Wissenswertes zur Tollwut-Impfung.

Tollwut: Behandlung und Impfung

Nach dem Biss oder einem anderen Kontakt mit einem möglicherweise tollwütigen Tier (streicheln, belecken deiner Haut) solltest du den Biss oder die Kontaktstellen möglichst rasch und gründlich mit sauberem Wasser und Seifenlauge (Spülmittellösung) ab- und auswaschen. Außerdem solltest du die Kontaktstelle mit Alkohol oder Jodlösung desinfizieren. Anschließend solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen, der dir dann eine  entsprechende Tollwut-Impfung verabreichen kann. Der Tollwut-Impfstoff kann fertige Antikörper (Immunglobuline) enthalten, die das Tollwut-Virus in deinem Körper bekämpfen. Dies wird als passive Immunisierung bezeichnet. Zusätzlich kannst du eine aktive Impfung erhalten. Diese enthält abgetötete Virusbestandteile des Tollwut-Virus und regt deinen Körper zur Bildung spezifischer Antikörper gegen das Tollwut-Virus an. Die aktive Tollwut-Impfung kann auch ohne passive Impfung verabreicht werden. In welchen Fällen welche Tollwut-Impfungen eingesetzt werden können, erfährst du  in unserem Artikel zur Tollwut-Impfung.

Sind die ersten Symptome der Tollwut bereits aufgetreten, ist eine Tollwut-Impfung und die Gabe fertiger Antikörper (Immunglobuline) nicht mehr wirksam. In diesem Fall besteht die Therapie der Tollwut dann in der Regel aus der Linderung der auftretenden Symptome wie Krämpfen oder Atemlähmung. Zwischen dem Auftreten der ersten Tollwut-Symptome und dem Tod durch Atem- oder Herzlähmung liegen meistens nicht mehr als sieben Tage.

Tollwut vorbeugen

Vor Reisen ins Ausland solltest du dich rechtzeitig informieren, ob an deinem Reiseziel die Tollwut auftritt. Hier empfiehlt sich dann unter Umständen eine vorbeugende Tollwut-Impfung. Lass dich mindestens sechs Wochen vor deinem geplanten Reiseantritt reisemedizinisch beraten, damit noch genug Zeit für eine Grundimmunisierung gegen Tollwut bleibt.

Empfohlen wird die Tollwut-Impfung bei Reisen in Risikogebiete wie zum Beispiel Indien, China, Vietnam, Thailand, Indonesien, Bangladesch oder Pakistan.

Der beste Schutz vor Tollwut ist ein vorsichtiges Verhalten. Zeigt sich ein normalerweise scheues Wildtier ungewöhnlich zutraulich, solltest du jeden Kontakt vermeiden und dich von ihm fern halten.

Nach dem Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier solltest du die betroffenen Hautstellen unbedingt ausgiebig mit sauberem Wasser und Seife reinigen. Wenn möglich, solltest du die Kontaktstelle danach mit Alkohol oder Jodlösung desinfizieren. Auch wenn du ein möglicherweise an Tollwut gestorbenes Tier berührt hast, solltest du deine betroffenen Hautstellen mit Wasser und Seife gründlich reinigen und anschließend desinfizieren. Auf jeden Fall solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Hast du die Überreste eines möglicherweise mit Tollwut infizierten Tieres gefunden, informiere das örtliche Veterinäramt, einen Förster oder Ranger.

Für Menschen, die häufig Umgang mit tollwutgefährdeten Tieren haben, wird eine Impfung gegen Tollwut empfohlen. Zu diesem Personenkreis gehören beispielsweise Tierärzte, Förster, Waldarbeiter, Jäger sowie Menschen, die beruflich oder privat mit Fledermäusen zu tun haben. Mitarbeiter von Laboren, die mit dem Tollwut-Erreger arbeiten, sollten ebenfalls gegen Tollwut geimpft sein. Auch Haustiere müssen vor Tollwut geschützt werden, weil sie sich als Freigänger bei Wildtieren anstecken könnten. Hierzu informierst du dich am besten bei deinem Tierarzt.

Tollwut: Heilungschancen

Bist du nicht gegen Tollwut geimpft, hängt deine Überlebenschance davon ab, ob und wie schnell du nach Kontakt zum Tollwut-Erreger einen aktiven Immunschutz bekommst. Deswegen solltest du im Falle eines Kontakts mit einem möglicherweise infizierten Tier schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen. Je früher die nachträgliche Tollwut-Impfung mit Antikörpern erfolgt, desto besser sind die  Heilungschancen.

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Impfungen

Tollwut-Impfung

Das Rabiesvirus ist der Erreger der Tollwut.
Tollwut wird durch Rabiesviren ausgelöst. Sie können beispielsweise beim Biss infizierter Tiere auf den Menschen übertragen werden.

Tollwut: Was ist das?

Tollwut, auch Rabies genannt, ist eine Zoonose. Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Ausgelöst wird die klassische Tollwut durch das Rabiesvirus. Es kann von Rotfüchsen, Dachsen, Waschbären, Frettchen, Hunden und Katzen sowie von insektenfressenden Fledermäusen auf den Mensch übertragen werden. Die Folgen einer Tollwut-Infektion sind ohne rechtzeitige medizinische Versorgung lebensbedrohlich. In den meisten unbehandelten Fällen verläuft Tollwut sogar tödlich. Gemäß Infektionsschutzgesetz sind Tollwut-Erkrankungs- und Verdachtsfälle meldepflichtig.

Tollwut: Symptome, Therapie und Schutzmaßnahmen.

Tollwut-Impfung: Welche Arten gibt es?

Gegen Tollwut bzw. das Rabiesvirus kannst du dich aktiv und passiv immunisieren lassen. Die aktive Tollwut-Impfung kann in Deutschland mittels zweier verschiedener Impfstoffe durchgeführt werden: Einerseits für bestimmte Risikogruppen als Vorsorge vor einer Tollwut-Erkrankung, andererseits nach Kontakt zu einem ansteckenden Tier gemeinsam mit der passiven Impfung.

Was bei aktiven und passiven Impfungen in deinem Körper passiert.

Aktive Tollwut-Impfung

Der Impfstoff zur aktiven Immunisierung gegen Tollwut ist ein sogenannter Totimpfstoff. Abgetötete, inaktivierte Tollwut-Viren sind darin enthalten. Diese Rabiesviren sind nicht in der Lage dich krank zu machen, sie sind nicht infektiös. Wie wirken Totimpfstoffe und Lebendimpfstoffe?

Die aktive Tollwut-Impfung ist eine Indikationsimpfung. Das bedeutet, das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Schutzimpfung gegen Tollwut nicht für jeden, aber für Menschen mit einem erhöhten Risiko mit tollwütigen Tieren in Kontakt zu kommen. Die aktive Tollwut-Impfung wird dir mit einem Pieks in den Muskel verabreicht. Weitere Infos zu Indikationsimpfungen.

Zu den Risikogruppen für Tollwut gehören Personen, die durch ihren Beruf durch Rabies gefährdet sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Tierärzte, Jäger, Förster, Forstpersonal bei regionalem Auftreten der Wildtiertollwut.
  • Personen mit Kontakt zu Fledermäusen.
  • Laborpersonal, das in Kontakt mit möglicherweise infektiösem Untersuchungsmaterial gelangen kann.

Die Tollwut-Impfung gehört außerdem zu den Reiseimpfungen. Bei geplanten Reisen in Tollwut-Risikogebiete wie die Tropen und Subtropen oder in Länder Asiens oder Afrikas wird eine Immunisierung gegen Tollwut empfohlen. Besonders wichtig ist die Tollwut-Impfung für dich, wenn du als Rucksackreisender oder Camper in Tollwut-Risikogebieten unterwegs bist oder generell während deiner Reise viel im Freien unterwegs bist. Ebenfalls empfohlen wird die Tollwut-Reiseimpfung, wenn du in häufigem Kontakt zu Tieren stehst. Wenn du also eine Reise in Tollwut-Risikogebiete planst, sprich bitte unbedingt rechtzeitig mit deinem Arzt über deinen Impfschutz.

Die Grundimmunisierung zur Vorbeugung von Tollwut wird mit drei Impfstoffdosen durchgeführt. Sieben Tage nach der ersten Impfdosis solltest du den zweiten Pieks erhalten. Die dritte Impfdosis kannst du dann entsprechend der Empfehlungen der STIKO nach zwei bis drei Wochen erhalten. Wie funktioniert die Grundimmunisierung?

Passive Tollwut-Impfung

Die passive Tollwut-Impfung findet gemeinsam mit weiteren Maßnahmen im Rahmen der sogenannten Postexpositionsprophylaxe statt. Eine Postexpositionsprophylaxe umfasst Maßnahmen, die nach möglichem Kontakt mit einem Krankheitserreger durchgeführt werden, um dem Ausbruch der Erkrankung vorzubeugen oder zumindest den Verlauf einer Erkrankung zu mildern.

Bist du in Kontakt zu einem tollwütigen Tier gekommen, wird zur Vorbeugung der Tollwut-Erkrankung eine Postexpositionsprophylaxe durchgeführt. Je nachdem wie nah dein Kontakt zum tollwütigen Tier war unterscheidet die Ständige Impfkommission drei Vorgehensweisen:

  • Grad 1: Du bist mit einem tollwütigen Tier in Kontakt gekommen, hast es gestreichelt oder gefüttert. Deine Hautbarriere ist aber intakt. Du bist dir außerdem absolut sicher, dass auch bei Belecken deiner Haut durch das tollwütige Tier kein Speichel in Wunden oder Kratzer auf deiner Haut gelangt ist. In diesem Fall ist in der Regel keine Tollwut-Impfung notwendig.
  • Grad 2: Im Kontakt zu einem tollwütigen Tier ist sein Speichel in kleine Kratzer oder Schürfwunden deiner Haut gelangt. In diesem Falle sollte eine aktive Impfung mit dem Tollwut-Impfstoff durchgeführt werden. Bist du bereits gegen Tollwut grundimmunisiert worden, reichen zwei Impfdosen der aktiven Tollwut-Impfung im Abstand von drei Tagen, um deinen Schutz aufzufrischen. Hast du keinen (vollständigen) Impfschutz gegen Tollwut, werden je nach Impfstoff vier oder fünf Impfdosen in einem Zeitraum von bis zu 28 Tagen nötig.
  • Grad 3: Bei Bissverletzungen, blutenden Kratzwunden oder Kontakt von Schleimhäuten mit dem Speichel des tollwütigen Tieres sollte bei ungeimpften Personen zusätzlich zur aktiven Impfung mit vier oder fünf Impfdosen auch eine passive Impfung verabreicht werden. Die passive Tollwut-Impfung mit Immunglobulinen (Antikörpern) soll deinem Körper dabei helfen, den eingedrungenen Tollwut-Erreger zu bekämpfen. Und zwar so lange bis dein Körper eigene Abwehrkräfte durch die aktive Impfung gebildet hat. Die passive Impfung gegen Tollwut wird in das Hautgebiet rund um die Biss- oder Kratzwunde gespritzt, um die Erreger möglichst direkt am Ort des Geschehens abzufangen. Vollständig geimpfte Personen, die von einem tollwütigen Tier gebissen wurden, benötigen keine passive Immunisierung. Sie erhalten zwei Impfstoffdosen im Abstand von drei Tagen.

Wichtig ist, dass die Impfmaßnahmen zeitnah nach dem Kontakt zum tollwütigen Tier durchgeführt werden. Wird die Postexpositionsprophylaxe rechtzeitig und richtig durchgeführt, kann eine Tollwut-Erkrankung in den meisten der Fälle verhindert werden. Bilden sich allerdings bereits Symptome einer Tollwut-Erkrankung aus, ist es für eine Postexpositionsprophylaxe zu spät. Im ersten Stadium der Tollwut treten unspezifische Symptome auf. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, stetig ansteigendes Fieber, manchmal auch Husten. Die Stelle auf der Haut, an denen das tollwütige Tier zugebissen hat, juckt und kribbelt. Die mit Tollwut infizierten Menschen werden im weiteren Verlauf der Erkrankung reizbar, empfindlich gegen Licht, Geräusche und Wasser.

Wenn du in Kontakt zu einem ansteckenden Tier gekommen bist, solltest du Wunden und Kontaktstellen sofort gründlich mit Wasser und Seife auswaschen. Bei Wunden sollte generell auch an einen gültigen Tetanus-Impfschutz gedacht werden. Mehr zur Behandlung und Vorbeugung von Tetanus.

Tollwut-Impfung: Wann impfen?

Die Tollwut-Impfung als berufliche Indikationsimpfung oder Reiseimpfung sollte rechtzeitig vor einem möglichen Kontakt oder Risiko sowie rechtzeitig vor einer geplanten Reise in Tollwut-Risikogebiete erfolgen. Optimal ist es, wenn du dich circa sechs Wochen vor deinem Abflug reisemedizinisch beraten lässt.

Die Grundimmunisierung gegen Tollwut umfasst drei Teilimpfungen, die je nach Impfstoff über einen Zeitraum bis zu 28 Tagen verabreicht werden.

Ist es zum Kontakt mit einem tollwütigen Tier gekommen, sollte unverzüglich mit der sogenannten Postexpositionsprophylaxe (Maßnahmen nach Kontakt mit Erregern einer Infektionserkrankung) begonnen werden. In der Tabelle findest du mögliche Kontaktarten und notwendige Maßnahmen zur Verhinderung einer Tollwut-Erkrankung:

Wunde / Kontakt zum tollwütigen Tier Maßnahme
Streicheln, füttern des infektiösen Tieres oder abgeleckt werden bei intakter Hautbarriere Sofortiges gründliches Waschen der Haut mit Wasser und Seife, in der Regel keine Impfung notwendig
Belecken deiner Haut durch das tollwütige Tier bei oberflächlichen Kratzern oder Schürfwunden deiner Haut, Hautbarriere nicht intakt Sofortiges gründliches Auswaschen der Kratzer mit Wasser und Seife,  möglichst sofortige aktive Impfung anhand vier bis fünf Impfdosen
Bisswunden, tiefe (blutende) Kratzwunden,  Speichel des infektiösen Tieres ist an deine Schleimhäute gelangt Sofortiges gründliches Auswaschen der Wunden oder Schleimhäute mit Wasser und Seife, möglichst sofortige aktive Tollwut-Impfung (vier bis fünf Impfstoffdosen) und einmalige passive Tollwut-Impfung mit Immunglobulinen (Antikörpern)

Tollwut-Impfung: Wann nicht impfen?

Auf die Tollwut-Schutzimpfung und generell auf Impfungen solltest du bei einer akuten Erkrankung mit Fieber über 38,5°C  verzichten. Werde erst einmal gesund und hol deinen Impftermin dann zeitnah nach.

Wenn Allergien gegen Impfstoff-Inhalte wie zum Beispiel Hühnereiweiß bestehen oder du aufgrund von Vorerkrankungen oder Medikamenten immungeschwächt bist, sprich bitte mit deinem Arzt.

Leichtes Fieber, Unwohlsein oder ein Schnupfen sprechen nicht gegen eine Tollwut-Impfung. Fieber richtig messen

Tollwut-Impfung: Wann auffrischen?

Bei Menschen, die berufsbedingt in Kontakt zu Tollwut-Viren stehen, sollten sich die Auffrischungsimpfungen für Tollwut an den Ergebnissen halbjährlicher Blut-Kontrollen orientieren. Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI).

Bist du Tierarzt, Jäger, Förster oder Waldarbeiter in einem Tollwutgefährdeten Gebiet, hast du Kontakt zu Fledermäusen oder arbeitest du in einem Labor mit möglicherweise Tollwut-belastetem Untersuchungsmaterial, sollte dein Blut halbjährlich auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Tollwut untersucht werden. Als Reaktion auf die Tollwut-Impfung bildet dein Immunsystem Antikörper, die im Falle eines Erregerkontaktes blitzschnell reagieren und den Krankheitserreger unschädlich machen können. Sind in deinem Blut ausreichend Antikörper  gegen Tollwut vorhanden, ist dein Antikörper-Titer also ausreichend hoch, bist du immun gegen das Tollwut-Virus. Sind zu wenig Antikörper gegen das Tollwut-Virus in deinem Blut vorhanden, sollte deine Tollwut-Impfung aufgefrischt werden.

Du planst eine Reise in ein Tollwut-Risikogebiet, hast vor Jahren bereits eine Grundimmunisierung gegen Tollwut erhalten und bist dir nun unsicher, ob dein Impfschutz weiterhin ausreichend ist? Am besten suchst du deinen Arzt auf und fragst ihn um Rat. Die meisten Tollwut-Impfungen bieten Schutz für zwei bis fünf Jahre. Dein Impfschutz kann genau wie bei beruflich durch Tollwut gefährdeten Personen auch bei dir im Blut kontrolliert werden. Besprich dich bitte mit deinem Arzt, ob er eine Titer-Kontrolle, also Kontrolle der Antikörper gegen Tollwut in deinem Blut oder eine Auffrischungsimpfung für sinnvoll hält.

Tollwut-Impfung: Nebenwirkungen

Impfungen enthalten Erreger-Bestandteile oder gar komplette, inaktivierte Krankheitserreger, durch die dein Immunsystem angeregt wird, Abwehrkräfte gegen diese Krankheitserreger auszubilden. Dazu ist eine Auseinandersetzung deines Immunsystems mit dem Krankheitserreger notwendig. Im Rahmen dessen kann es auch bei der Tollwut-Impfung zu typischen Impfreaktionen kommen. Zu Impfreaktionen zählen zum Beispiel:

  • Schmerzen sowie Rötung und Schwellung an der Einstichstelle.
  • Hautausschlag an der Einstichstelle.
  • Kopfschmerzen, Unwohlsein, Fieber. Was tun bei Kopfschmerzen?
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Probleme.
  • Schwellung der Lymphknoten.

In seltenen Fällen ist es auch möglich, dass dein Körper allergisch auf die Bestandteile der Tetanus-Impfung reagiert. Dann kann dein Arzt dir Medikamente gegen die Allergie verabreichen.