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Diagnosekürzel

U10.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U10.9 für Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19, nicht näher bezeichnet
Unter U08 bis U10 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 die Coronavirus-Krankheit-2019 in der Eigenanamnese, der Zusammenhang eines akuten Zustands mit vorausgegangener Covid-19-Krankheit und das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 verschlüsselt. U10.9 steht für Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19. Das ist eine starke Entzündungsreaktion des Körpers auf Covid-19.

U10.9: Multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19, nicht näher bezeichnet

Inkl.: „Kawasaki-like“-Syndrom zeitlich assoziiert mit Covid-19
Multisystem Inflammatory syndrome in children (MIS-C) zeitlich assoziiert mit Covid-19
Paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS) zeitlich assoziiert mit Covid-19
Zytokinsturm zeitlich assozieert mit Covid-19

Exkl.: Mukokutanes Lymphknotensyndrom (Kawasaki-Krankheit) M30.3
Zytokinfreisetzungs-Syndrom (Cytokine release syndrome) D76.4

Das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 ist ein im Zuge der Covid-19-Pandemie erstmals bei Kindern und Jugendlichen aufgetretenes Krankheitsbild. Den Bezug zu Kindern zeigt auch die englischen Bezeichnung Multisystem Inflammatory syndrome in children, kurz MIS-C. Andere Bezeichnungen dafür lauten Paediatric inflammatory multisystem syndrome (PIMS ), Paediatric multisystem inflammatory syndrome (PMIS) und Multiinflammatorisches Syndrom.

Multisystemisch bedeutet, dass viele Organsysteme wie Herz und Lunge, das Verdauungssystem, die Haut, das Nervensystem oder das blutbildende System betroffen sind.

Das von SARS-CoV-2 ausgelöste Multisystemische Entzündungssyndrom MIS-C kann sich bei Kindern durch folgende Symptome zeigen:

  • Fieber. Fieber richtig messen
  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen
  • Sehr starke Bauchschmerzen, ähnlich schlimm wie bei einer Blinddarmentzündung
  • Hautausschlag an Händen, Füßen oder im Mund
  • Beidseitige, nicht eitrige Bindehautentzündung. Was tun bei Bindehautentzündung?
  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie) bis hin zum Schock
  • Funktionsstörung des Herzmuskels, verringerte Pumpfunktion
  • Entzündung des Herzbeutels oder der Herzklappen
  • Krankhaften Erweiterung der Herzkranzgefäße
  • Entzündungen der Blutgefäße und Gewebe
  • Aneurisma-Bildung, d.h. es bildet sich eine Aussackung des Blutgefäßes
  • Blutgerinnungsstörungen durch verminderte Anzahl an Blutplättchen (Thrombozyten)
  • Der Labornachweis belegt eine aktuelle oder kurz zurückliegende Infektion mit SARS-CoV-2

Unbehandelt kann das Multisystemische Entzündungssyndrom einen Kreislaufkollaps und Schäden an den Herzkranzgefäßen verursachen. Die starke Entzündungsreaktion der Gefäße ähnelt dem Kawasaki-Syndrom. Daher auch die Bezeichnung „Kawasaki-like“-Syndrom. Die Kawasaki-Krankheit ist eine nur bei Kleinkindern auftretende Autoimmunkrankheit, die schlimmstenfalls bis zum Organversagen führen kann.

Allerdings ist die von SARS-CoV-2 verursachte und den gesamten Körper umfassende Entzündungsreaktion deutlich schwerwiegender als das Kawasaki-Syndrom. Außerdem auch schwerwiegender als ein toxischer Schock, der beispielsweise durch eine schwere bakterielle Infektion entstehen kann. MIS-C kann tödlich enden.

In seltenen Fällen können Kinder auch noch einige Wochen nach einer „stillen“ (ohne Symptome verlaufenden) Corona-Infektion noch ein schweres Entzündungssyndrom entwickeln.

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Diagnosekürzel

U08.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U08.9 für Covid-19 in der Eigenanamese, nicht näher bezeichnet
Unter U08 bis U10 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 die Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) in der Eigenanamnese, der Zusammenhang eines akuten Zustands mit vorausgegangener Covid-19-Krankheit und das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 verschlüsselt. U08.9 steht für eine frühere, bestätigte Covid-19 Erkrankung, die nun Teil deiner Krankheitsvorgeschichte ist.

U08.9: COVID-19 in der Eigenanamnese, nicht näher bezeichnet

Diese Schlüsselnummer wird benutzt, um eine frühere, bestätigte Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) zu kodieren. Hierbei hat Covid-19 deinen Gesundheitszustand beeinflusst oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens geführt. In der Eigenanamnese geht es um das Arzt-Patienten-Gespräch zu deiner Krankheitsvorgeschichte.

U08.9 verwendet dein Arzt nicht, wenn du noch an Covid-19 erkrankt bist. Dann muss er das Diagnosekürzel U07.1 oder das Diagnosekürzel U07.2 benutzen.

Weitere Infos zu Covid-19 und SARS-CoV-2 liest du in unserem Coronavirus-Check.

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Diagnosekürzel

U09.9

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U09.9 für Post-Covid-19-Zustand, nicht näher bezeichnet
Unter U08 bis U10 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 die Coronavirus-Krankheit-2019 (Covid-19) in der Eigenanamnese, der Zusammenhang eines akuten Zustands mit vorausgegangener Covid-19-Krankheit und das Multisystemische Entzündungssyndrom in Verbindung mit Covid-19 zusammengefasst. U09.9 steht für eine Erkrankung, die nach einer Covid-19-Erkrankung auftritt.

U09.9: Post-COVID-19-Zustand, nicht näher bezeichnet

Die Schlüsselnummer U09.9 verwendet dein Arzt, wenn er bei dir eine Erkrankung diagnostiziert, die in Zusammenhang mit einer vorausgegangenen Covid-19-Erkrankung steht. U09.9 wird nicht verwendet, wenn du noch an Covid-19 erkrankt bist.

Covid-19 ist die Abkürzung für coronavirus disease 2019, der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten meldepflichtigen schweren Atemwegserkrankung. In unserem Coronavirus-Check erhältst du weitere Infos zu Symptomen, Tests und Schutzmaßnahmen rund um Covid-19 und SARS-CoV-2.

Für eine durch Labortest sicher nachgewiesene Covid-19-Infektion kommt das Diagnosekürzel U07.1 zum Einsatz. Weitere Infos zu ICD-10 U07.1

Wurde bei einer Covid-19 Erkrankung das verursachende Virus SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen, wird mit U07.2 verschlüsselt. Lies mehr zu Fallbeispielen zum Diagnosekürzel U07.2.

Im deutschen ICD-10 Diagnoseschlüssel (ICD-10-GM) handelt es sich bei U09.9 um einen sogenannten Sekundärkode, auch als Ausrufezeichenschlüsselnummer bezeichnet. Das bedeutet, dass dieser Verschlüsselungskode U09.9! nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit dem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachenden Krankheit oder eines Symptoms verwendet werden muss. Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht mit angegeben.

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Diagnosekürzel

J06

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht J06 für Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege
Unter J00 bis J06 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Akute Infektionen der oberen Atemwege zusammengefasst. J06 ist das Diagnosekürzel für Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege. Dabei kann es sich beispielsweise um eine Entzündung des Kehlkopfs oder um einen grippalen Infekt handeln

J06: Akute Infektionen an mehreren oder nicht näher bezeichneten Lokalisationen der oberen Atemwege

Exkl.: Akute Infektion der Atemwege o. n. A. J22
Infektionen der Atemwege o. n. A. J98.7
Influenzaviren, nachgewiesen J09, J10.1
Influenzaviren, nicht nachgewiesen J11.1

Lies mehr zu Influenzaviren und zur Grippe-Schutzimpfung.

J06.0 Akute Laryngopharyngitis

Eine akute Laryngopharyngitis ist eine akute Entzündung des Kehlkopfes (Larynx) und des Rachens (Pharynx). Typische Symptome einer Kehlkopfentzündung, medizinisch Laryngitis genannt, sind:

  • Heiserkeit und Hustenreiz
  • starke Halsschmerzen
  • Versagen der Stimme

Eine Rachenentzündung, medizinisch Pharyngitis genannt, verursacht Symptome wie:

  • Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals
  • Schmerzen beim Schlucken

J06.8 Sonstige akute Infektionen an mehreren Lokalisationen der oberen Atemwege

Die Folge einer Infektion durch bakterielle oder virale Erreger an mehreren Stellen der oberen Atemwege ist eine Entzündung der Schleimhäute deines Nasen-Rachen-Raumes. Begleitend kommt es zu schleimigen Sekret-Absonderungen in den entzündeten Atemwegen, die klarflüssig oder eitrig sein können.

Als Folgekrankheiten einer akuten Infektion der oberen Atemwege können eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und/oder eine Mittelohrentzündung (Otitis media) auftreten. Was tun bei Mittelohrentzündung?

J06.9 Akute Infektionen der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet

Inkl.: Grippaler Infekt
Obere Atemwege: Infektion o. n. A.
Obere Atemwege: Krankheit, akut

Ein grippaler Infekt, umgangssprachlich als Erkältung bezeichnet, verursacht Symptome, die bei jedem unterschiedlich schwer sein können. Typische Erkältungssymptome sind:

  • Husten
  • Schnupfen mit behinderter Nasenatmung, beeinträchtigtem Riechvermögen, nasal klingender Stimme
  • Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen. Was tun bei Kopfschmerzen?
  • Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Frösteln
  • erhöhte Temperatur
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
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Diagnosekürzel

Z52

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht Z52 für Spender von Organen und Geweben
Unter Z40 bis Z54 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Personen zusammengefasst, die das Gesundheitswesen zum Zwecke spezifischer Maßnahmen und zur medizinischen Betreuung in Anspruch nehmen. Hierbei geht es um die Angabe eines Betreuungsgrundes. Z52 ist das Diagnosekürzel für Spender von Organen und Geweben.

Z52: Spender von Organen und Geweben

Exkl.: Untersuchung eines potentiellen Spenders Z00.5

Bei Organ- und Gewebeentnahme und Transplantation wird zwischen Spender und Empfänger unterschieden. Organ- und Gewebespenden können als  Lebendspende oder postmortale Spende, also nach dem Tod, abgegeben werden. Bei einer autogenen Spende sind Spender und Empfänger identisch.

Lebendspender, die in einer medizinischen Einrichtung stationär aufgenommen werden, um Organe und Gewebe zu spenden, werden unter dem Diagnosekürzel Z52 zusammengefasst.

Z52.0 Blutspender

In deinem Körper sind fünf bis sieben Liter Blut enthalten (rund 8 % deines Körpergewichts). Bei einer Blutspende verlierst du knapp einen halben Liter, also 450-500 ml, die dir aus der Armvene entnommen werden. Weil dein Körper das entnommene Blut wieder neu bilden muss, sollte zwischen zwei Vollblutspenden ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Die Spendeabstände und die Spendehäufigkeit sind allerdings abhängig davon, welche Blutbestandteile du spendest. Während der ärztlichen Untersuchung informiert dich der Arzt im Blutspendedienst über die möglichen Spendeabstände und die Spendehäufigkeiten zu den einzelnen Spendeverfahren.

Z52.00 Vollblutspender

Die Vollblutspende ist die klassische Blutspende, bei der dir etwa ein halber Liter Blut aus der Armvene entnommen wird. Nach der Blutspende wird dein Blut in seine Bestandteile aufgetrennt und weiter verarbeitet. Die Vollblutspende dauert etwa zehn Minuten plus Anmeldung, ärztliche Untersuchung und Ruhepause. Ab der ersten Blutspende dürfen Frauen innerhalb von 12 Monaten vier Mal, Männer sechs Mal Vollblut spenden.

Z52.01 Stammzellenspender

Stammzellen befinden sich in deinem Knochenmark. Es sind sogenannte Vorläuferzellen, die zu den verschiedenen Zellen deines Blutes heranreifen. Bei schweren Erkrankungen des Blutes, wie beispielsweise Blutkrebs, ist die Transplantation von Blutstammzellen eine Therapieform. Bei der Stammzellspende werden die Stammzellen direkt aus deiner Blutbahn (periphere Stammzellspende) oder aus dem Knochenmark (Knochenmarkspende) gewonnen.

Z52.08 Spender sonstiger Blutbestandteile

Inkl.: Lymphozyten
Thrombozyten

Lymphozyten sind eine Untergruppe der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen. Die Hauptaufgabe der Lymphozyten besteht in der Abwehr von Infektionserregern, Fremdstoffen und Tumorzellen. Eine Lymphozytenspende, auch Donorlymphozyteninfusion oder kurz DLI genannt, wird zur Behandlung von Leukämie (Blutkrebs) benötigt. Wenn beim Empfänger einer Knochenmark- bzw. Blutstammzellspende erneut bösartige Zellen nachweisbar sind, kann durch die Spenderlymphozyten ein Wiederaufflammen des Blutkrebses bekämpft werden. Denn die Spenderlymphozyten erkennen die für sie fremden Leukämiezellen und zerstören sie.

Thrombozyten sind Blutplättchen. Wenn die Blutgerinnung gestört ist, benötigst du Thrombozyten-Konzentrate, die aus einer Thrombozyten-Spende hergestellt werden. Bei der Thrombozyten-Spende wird dir Vollblut aus der Armvene entnommen. Das Blut gelangt über einen Schlauch in eine sogenannte Apheresemaschine und wird zentrifugiert, d.h. in seine Bestandteile aufgeteilt. Blutplättchen (Thrombozyten) werden entnommen, der Rest des Blutes gelangt zurück in deinen Körper. Eine Thrombozyten-Spende dauert in der Regel 90 bis 120 Minuten plus der Zeit für Anmeldung, ärztliche Untersuchung und Ruhepause. Zwischen zwei Thrombozyten-Spenden müssen mindestens 14 Tage vergehen. Ab der ersten Spende sind innerhalb von 12 Monaten maximal 26 Thrombozyten-Spenden möglich.

Z52.1 Hautspender

Spenderhaut wird benutzt, um großflächige Wunden zu verschließen. Weitere Infos zu Hautspende und Hauttransplantation liest du in unserem Beitrag zur Gewebespende. Was ist eine Gewebespende?

Z52.2 Knochenspender

Mit einer Knochenspende können die langen Röhrenknochen der Arme und Beine, Teile des Beckens, Rippenknorpel und ganze Gelenke ersetzt werden. Lies weitere Infos zur Knochenspende und Knochentransplantation.

Z52.3 Knochenmarkspender

Bei der Knochenmarkspende werden dir als Spender mit einer Punktionsnadel etwa fünf Prozent deines Knochenmarks aus dem Beckenkamm entnommen. Das geschieht unter Vollnarkose. Dein Knochenmark baut sich in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen vollständig neu auf. Knochenmarkspenden werden zur Gewinnung von Blutstammzellen benötigt, die zur Therapie von Leukämie (Blutkrebs) oder anderen bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems eingesetzt werden.

Z52.4 Nierenspender

Eine Spenderniere kann nicht nur aus einer postmortalen Organspende stammen, also einem Verstorbenen nach dem Tod entnommen werden. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Niere nach einer Lebendorganspende zu transplantieren. Um zu Lebzeiten eine Niere spenden zu können, muss der Spender zwei gesunde Nieren und einen guten allgemeinen Gesundheitszustand haben. Nach der Entnahme einer Niere hat der Spender noch etwa 70 Prozent seiner vorherigen Nierenleistung und kann damit gut leben.

Z52.5 Korneaspender

Kornea, auch Cornea geschrieben, ist der medizinische Fachausdruck für Augenhornhaut. Augenhornhautspenden gehören zu den Gewebespenden. Lies mehr zu Hornhautspenden für Augenhornhauttransplantationen.

Z52.6 Leberspender

Bei der Leberlebendspende wird ein Teilstück der Leber eines Spenders auf den Empfänger transplantiert.  Nach der Leberspende wächst die verbleibende Leber in der Regel fast zur Ausgangsgröße wieder nach.  Auch das verpflanzte Leberteilstück wächst wieder auf Normalgröße an und übernimmt die Aufgaben der erkrankten Leber.

Z52.7 Herzspender

Um irreparable Schäden am Spenderherz zu vermeiden, ist in den ersten Wochen nach der Herztransplantation eine sehr engmaschige Überwachung des Empfängers erforderlich. Abstoßungsreaktionen verlaufen in der Regel etappenweise. Treten sie in den ersten drei Monaten noch alle zwei oder drei Wochen auf, so stabilisiert sich der Zustand nach einiger Zeit.

Z52.8 Spender sonstiger Organe oder Gewebe

Möglich ist die Entnahme von Teilen des Dünndarms und der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Diese Organe werden in Deutschland aber nur selten im Rahmen einer Lebendorganspende übertragen.

Lies mehr zum Ablauf einer Gewebespende.

Z52.80 Lungenspender

Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln. Eine Lungentransplantation kann einseitig oder doppelseitig durchgeführt werden. Bei der einseitigen Lungentransplantation behält der Organempfänger einen eigenen Lungenflügel und erhält einen zweiten Lungenflügel aus einer Organspende. Bei der doppelseitigen Lungentransplantation werden beide Lungenflügel übertragen. Im Rahmen einer Lebendorganspende sind dafür dann zwei spendende Personen nötig, denen jeweils ein Lungenlappen entnommen wird.

Z52.88 Spender sonstiger Organe oder Gewebe

Inkl.: Spermienspender (Samenspender)

Z52.9 Spender eines nicht näher bezeichneten Organs oder Gewebes

Inkl.: Spender o. n. A.

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Diagnosekürzel

Z20

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht Z20 für Kontakt mit und Ausgesetztsein gegenüber übertragbaren Krankheiten
Unter Z20 bis Z29 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken hinsichtlich übertragbarer Krankheiten kodiert. Z20 ist das Diagnosekürzel für den Kontakt mit und dem Ausgesetztsein (Exposition) gegenüber übertragbaren Krankheiten wie beispielsweise Covid-19.

Z20: Kontakt mit und Exposition gegenüber übertragbaren Krankheiten

Übertragbare Krankheiten sind durch Krankheitserreger verursachte Erkrankungen, die von Tieren auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten ist geregelt im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz, kurz IfSG).

Eine Exposition gegenüber einer übertragbaren Krankheit bedeutet, dass in deiner Umgebung eine Infektionskrankheit umgeht. Du bist ihr quasi täglich ausgesetzt und du kannst dich infizieren oder nicht. Ein Beispiel dafür ist die Covid-19-Pandemie. Erfahre mehr darüber in unserem Coronavirus-Check.

Z20.0 Kontakt mit und Exposition gegenüber infektiösen Darmkrankheiten

Magen-Darm-Infektionen werden meistens durch Bakterien ausgelöst. Aber auch Viren können Drmerkrankungen auslösen. Die Erreger befinden sich auf oder in eiweißreichen tierischen Lebensmitteln. Hier können sie sich bei mangelnder Hygiene oder falscher Lagerung explosionsartig vermehren. Durch den Verzehr dieser verunreinigten Lebensmittel kommt es dann zur Darminfektion.

Durchfallerkrankungen durch Noroviren: Das hoch ansteckende Norovirus macht sich durch Übelkeit, plötzlich auftretendes und nicht enden wollendes Erbrechen, starke Bauchkrämpfe und wässrige Durchfälle bemerkbar. Eine Infektion mit Noroviren ist meldepflichtig. Erhalte weitere Infos zur Therapie und zum Schutz vor Noroviren.

Durchfallerkrankungen durch Rotaviren: Rotaviren sind Erreger von Darm-Entzündungen und Durchfallerkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter. Rotavirus-Infektionen sind meldepflichtig. Erfahre mehr zum Schutz vor Rotaviren und zur Rotaviren-Impfung.

Durchfallerkrankungen durch Salmonellen: Salmonellen-Enteritis ist der medizinische Fachausdruck für Magen-Darm-Erkrankungen beziehungsweise Darm-Entzündungen, die durch Bakterien der Gattung Salmonella ausgelöst werden. Infektionen mit Salmonellen können aber auch andere Erkrankungen verursachen. Erkrankungen durch Salmonellen sind meldepflichtig. Mehr über Salmonellen-Infektionen findest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel A02.

Durchfallerkrankungen durch EHEC: EHEC ist die Abkürung für Enterohämorrhagische Escherischia coli-Bakterien. Escherichia coli ist eine Darm-Bakterium. Einige Stämme des Bakteriums sind Teil deiner normalen Darmflora, andere Stämme wie EHEC lösen Erkrankungen aus. Das Gift der Enterohämorrhagischen E. coli, das Shiga-Toxin, kann zu blutigen Durchfällen führen. Weitere Darminfektionen durch E.coli liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel A04.

Z20.1 Kontakt mit und Exposition gegenüber Tuberkulose

Mehr zu Erregern und Symptomen von Tuberkulose liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z22.

Z20.2 Kontakt mit und Exposition gegenüber Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden

Sexuell übertragbare Krankheiten (STD), auch als sexuell übertragbare Infektionen (STI) bezeichnet, können durch Bakterien, Viren, Pilze, Einzeller und Parasiten verursacht werden. Sie werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Bakteriell sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Syphilis (harter Schanker): Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum subspecies pallidum. Es verursacht Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper, insbesondere an Hals und Achseln.
  • Gonorrhoe: Die Gonorrhoe, auch Gonorrhö geschrieben und umgangssprachlich Tripper genannt, wird durch Gonokokken (lateinisch: Neisseria gonorrhoeae) verursacht. Es kann zu einer Entzündung der Harn- und Geschlechtsorgane und zu eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre kommen.
  • Ulcus Molle (weicher Schanker): Diese Geschlechtskrankheit wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi ausgelöst. Es entwickeln sich eitrige Geschwüre meist am Penisschaft, an der Vorhaut und an der Eichel.
  • Chlamydien-, Mykoplasmen- oder Ureaplasmen-Infektionen
  • Granuloma Inguinale: Diese Infektionserkrankung wird auch Donovanosis genannt und durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöst. Genitalgeschwüre gehören zu den Symptomen.
  • Lymphogranuloma Venereum (LGV): Diese in den Tropen häufiger als in westlichen Ländern vorkommende sexuell übertragbare Erkrankung wird durch Subtypen des Bakteriums Chlamydia trachomatis ausgelöst. Hierbei kommt es zu einer im Lymphabflussgebiet der Sexualorgane liegenden, chronisch verlaufenden Lymphknotenentzündung. Sie verursacht Schwellungen und Geschwüre der Lymphknoten in der Genitalregion und/oder der Leistengegend.

Viral sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Genitalwarzen: Genitalwarzen, auch Feigwarzen oder Kondylome genannt, werden durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verursacht. Lies mehr über genitale Infektionen durch Humane Papillomviren in unserem Beitrag zur HPV-Impfung.
  • Herpes genitalis: Bei Genitalherpes entstehen im Genitalbereich, also im Bereich von Scheide, Vulva oder Penis, und an angrenzenden Stellen schmerzhafte Bläschen, die meist brennen und jucken. Weitere Infos zu Infektionen mit Herpesviren liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B00.
  • Molluscum contagiosum: Bei einer Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus entstehen an den Augenlidern, am Rumpf und an den Genitalien Dellwarzen. Das sind kleine hautfarbene und knötchenartige Verdickungen (Papeln) mit zentraler Delle.
  • HIV-Infektion: Erfahre mehr über das AIDS-Virus unter Z20.6

Parasitäre sexuell übertragbare Krankheiten sind:

  • Trichomoniasis: Wird verursacht durch Trichomonaden. Das sind Einzeller. Symptome der Trichomoniasis sind stark riechender Ausfluss aus der Scheide, Ausfluss aus Penis oder Po sowie Zwischenblutungen, Juckreiz, Harndrang und Brennen beim Wasserlassen.
  • Krätze: Die Krätze, auch Skabies genannt, ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch Krätzmilben verursacht wird. Die Haut entzündet sich und juckt.
  • Pediculosis pubis: Beim Befall der Haut im Genitalbereich durch Filzläuse, auch Schamläuse und umgangssprachlich Sackläuse oder Sackratten genannt, kommt es wegen der Bisse und/oder Ausscheidungen der Läuse zu einem unangenehmen Juckreiz.

Viele andere Infektionen werden nicht als Geschlechtskrankheiten angesehen, können jedoch auch sexuell übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel: Salmonellose (Übertragung der Salmonellen durch Schmierinfektion über Hände oder über Analverkehr ist möglich), Shigellose (Bakterielle Ruhr mit Durchfällen), Campylobacteriose (bakterielle Durchfallerkrankung), Amöbiasis (siehe ICD-10 Diagnosekürzel A06), Giardiasis (Infektion des Dünndarms mit Bauchkrämpfen und Durchfall, verursacht durch den einzelligen Parasiten Giardia), Zytomegalievirusinfektion (übertragung durch Schmierinfektionen) sowie Hepatitis A (Krankheitsbild und Übertragung siehe Hepatitis A-Impfung), Hepatitis B (Krankheitsbild und Übertragungsweg siehe Hepatitis B-Impfung) und Hepatitis C (Symptome und Therapie von Hepatitis C).

Z20.3 Kontakt mit und Exposition gegenüber Tollwut

Tollwut (Rabies) wird durch Rabiesviren ausgelöst, die sich im Speichel infizierter Tiere befinden. Übertragungsweg und Symptome von Tollwut

Wissenswertes zur Vorbeugung und zur Impfung gegen Tollwut: Wann gegen Tollwut impfen?

20.4 Kontakt mit und Exposition gegenüber Röteln

Röteln zählen zu den Kinderkrankheiten, doch auch Erwachsene können sich anstecken. Ausgelöst werden die Röteln durch das Rubella-Virus. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Warum Röteln während der Schwangerschaft besonders gefährlich sind und wie du dich mit einer Impfung vor Röteln schützen kannst, liest zu in unserem Beitrag zur Röteln-Impfung.

Z20.5 Kontakt mit und Exposition gegenüber Virushepatitis

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber. Was eine Virushepatitis B ist, kannst du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B16 nachlesen. Infos zur Virushepatitis C und zur Virushepatitis E findest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel B17.

Z20.6 Kontakt mit und Exposition gegenüber HIV

Exkl.: Asymptomatische HIV-Infektion Z21

AIDS ist das Endstadium einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus, kurz HIV oder auch als Menschliches Immunschwäche-Virus oder Menschliches Immundefekt-Virus bezeichnet.

Z20.7 Kontakt mit und Exposition gegenüber Pedikulose, Akarinose oder anderem Parasitenbefall

Pedikulose ist der medizinische Fachbegriff für Läusebefall. Als Akarinose wird ein Milbenbefall bezeichnet.

Z20.8 Kontakt mit und Exposition gegenüber sonstigen übertragbaren Erkrankungen

Hierunter fällt auch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19. 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Z20.9 Kontakt mit und Exposition gegenüber nicht näher bezeihneter übertragbarer Krankheit

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Diagnosekürzel

Z22

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht Z22 für Keimträger von Infektionserkrankungen wie beispielsweise auch Covid-19
Unter Z20 bis Z29 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Personen mit potentiellen Gesundheitsrisiken hinsichtlich übertragbarer Krankheiten zusammengefasst. Z22 ist das Diagnosekürzel für Keimträger von Infektionserkrankungen wie beispielsweise Covid-19.

Z22: Keimträger von Infektionskrankheiten

Inkl.: Verdachtsfälle

Infektionskrankheiten werden durch Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten verursacht. Eine Ansteckung mit den jeweiligen Erregern kann über direkten Kontakt (z.B. durch Anhusten) oder über indirekten Kontakt (z.B. über Händeschütteln oder den Genuss von Nahrungsmitteln) erfolgen.

Eine Infektion mit den Erregern führt nicht automatisch zu einer Erkrankung. Einige Menschen tragen den Erreger in sich, bemerken jedoch nichts davon und haben auch keine oder nur geringe Symptome. Diese Personen können den Erreger also ohne es zu wissen weiter reichen und somit andere Menschen infizieren. Ein Beispiel für Keimträger von Infektionserkrankungen sind Menschen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert haben. Einige von ihnen bemerken nichts von ihrer Covid-19 Erkrankung, weil keine Symptome auftreten. Trotzdem werden sie zu möglichen Überträgern des Coronavirus. Lies mehr zum Übertragungsweg von Covid-19.

Z22.0 Keimträger von Typhus abdominalis

Die meldepflichtige Infektionserkrankung wird durch das Bakterium Salmonella typhi hervorgerufen und durch verseuchtes Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen.

Mehr zu Typhus liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel A01 und in unserem Beitrag zu Typhus und zur Typhus-Impfung.

Z22.1 Keimträger anderer infektiöser Darmkrankheiten

Unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z20 findest du eine kurze Beschreibung der Magen-Darm-Infektionen.

Z22.2 Keimträger der Diphtherie

Diphtherie ist eine Infektionserkrankung, die durch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae verursacht wird. Die Diphtherie kommt vor als Diphtherie der Atemwege (Echter Krupp) oder als Diphtherie der Haut (Hautdiphtherie).  Erfahre mehr über Symptome und Vorbeugung von Diphtherie.

Z22.3 Keimträger anderer näher bezeichneter bakterieller Krankheiten

Inkl.: Keimträger bakterieller Krankheit durch Meningokokken
Keimträger bakterieller Krankheit durch Staphylokokken
Keimträger bakterieller Krankheit durch Streptokokken

Meningokokken sind Bakterien der Art Neisseria meningitidis. Sie können durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden und besiedeln die Mund- und Rachenschleimhaut. In schweren Fällen können sie Erkrankungen wie eine Meningitis (Hirnhautentzündung) und/oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Lies mehr zu Erregern, Risikogruppen, Symptomen und Therapien einer Meningitis.

Staphylokokken sind Bakterien, die deine Haut und Schleimhäute besiedeln. Bestimmte Staphylokokkenarten wie Staphylococcus epidermidis gehören zur normalen Flora deiner Haut. Sie verursachen nur selten Infektionen. Andere Staphylokokken-Arten wie Staphylococcus aureus können Verursacher von Wundinfektionen, Muskelerkrankungen oder gar eine tödlichen Sepsis (Blutvergiftung) sein. Trotzdem entwickelt nicht jeder Mensch, der in Nase, Rachen und am Haaransatz mit Staphylococcus aureus besiedelt ist, eine Infektion.

Streptokokken sind eine Gruppe von Bakterien, die zu verschiedenen Erkrankungen führen können. Zum Beispiel zu Lungenentzündung (Pneumonie), Angina (Angina tonsillaris, Mandelentzündung), Scharlach (Halsentzündung und Hautausschlag verursacht durch A-Streptokokken) oder Rotlauf (Wundrose, Erysipel, Entzündung der Haut mit schmerzenden Rötungen).

Z22.4 Keimträger von Infektionskrankheiten, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden

Inkl.: Keimträger von Gonorrhoe
Keimträger von Syphilis

Unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z20 findest du eine kurze Beschreibung infektiöser Geschlechtskrankheiten.

Z22.6 Keimträger von humaner T-Zell-lymphotroper Viruskrankheit, Typ 1

Das Humane T-lymphotrope Virus 1, kurz HTLV-1, wird hauptsächlich durch ungeschützten Sex übertragen, aber auch beim Stillen und durch verunreinigte gemeinsam benutzte Spritzen bei Drogenkonsumenten. Die HTLV-1-Infektion kann folgende Krankheiten hervorrufen:

  • Adulte T-Zell-Leukämie (ATL). Hierbei handelt es sich um ein seltenes, hoch aggressives Non-Hodgkin-Lymphom, also eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems.
  • Tropisch spastische Paraparese (TSP). TSP ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks. Sie verursacht unter anderem eine Lähmung beider Beine.

Z22.7 Latente Tuberkulose

Exkl.: Abnormes Ergebnis der Mendel-Mantoux-Tuberkulinprobe R76.1

Tuberkulose, auch Tb, Tbc und Schwindsucht genannt, ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch Mykobakterien verursacht wird. Die Bakterien befallen überwiegend die Lunge. Symptome für Tuberkulose sind Husten, ungewollte Gewichtsabnahme, Müdigkeit, leichtes Fieber, Nachtschweiß. Wie hoch ist leichtes Fieber? „Latent“ bedeutet „verborgen“. Eine latente tuberkulöse Infektion ist eine Tuberkulose-Erstinfektion mit erfolgreicher Eindämmung der bakteriellen Erreger. Die Mykobakterien verharren aber in der Lunge und können bei einer Schwächung des Immunsystems reaktiviert werden.

Z22.8 Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten

Hierunter fällt auch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19. 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Unter den Diagnosekürzeln Z22.8 G plus U007.1! G kann ein Fall zusammengefasst werden, bei dem ein labordiagnostisch gesichertes positives Testergebnis auf SARS-CoV-2 vorliegt. Wenn allerdings keine Symptome auftreten, die zur Covid-19-Erkrankung passen, ist der Getestete trotzdem Träger einer übertragbaren Erkrankung (Z22.8). Weitere Fallkonstellationen zu SARS-CoV-2/Covid-19 findest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel U07.2.

Z22.9 Keimträger einer Infektionskrankheit, nicht näher bezeichnet

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Diagnosekürzel

Z11

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht Z11 für Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten
Unter Z00 bis Z13 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 „Versorgungsanlässe“ zusammengefasst. Das gilt für Personen, die das Gesundheitswesen zur Untersuchung und Abklärung in Anspruch nehmen. Z11 ist das Diagnosekürzel für Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten.

Z11: Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten

Inkl.: Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse Darmkrankheiten. Infektiöse Darmerkrankungen findest du unter ICD-10 Z20.
Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Lungentuberkulose und andere bakterielle Krankheiten. Bakterielle Infektionskrankheiten findest du unter ICD-10 Z22.
Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Infektionen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Erfahre mehr zu sexuell übertragbaren Erkrankungen unter ICD-10 Z20.2.
Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf HIV und andere Viruskrankheiten
Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf Protozoenkrankheiten und Helminthosen

Spezielle Verfahren bedeuten direkte labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion, die eine Erkrankung hervorruft. Zu den parasitären Krankheiten gehören Protozoonosen, das sind Erkrankungen, die durch Einzeller (Protozoen) ausgelöst werden. Beispiele hierfür sind:

  • Amöbenruhr. Lies mehr über Infektionen mit Amöben unter ICD-10 A06
  • Trichomoniasis A59. Trichomoniasis ist eine durch parasitäre Einzeller (Trichomonas vaginalis) ausgelöste, sexuell übertragbare Erkrankung.
  • Malaria tropica durch Plasmodium falciparum B50. Lies mehr zu Malaria-Erregern, Krankheitsbild und Malaria-Schutz.
  • Malaria tertiana durch Plasmodium vivax B51
  • Malaria quartana durch Plasmodium malariae B52
  • Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria B53
  • Malaria, nicht näher bezeichnet B54
  • Leishmaniose B54. Leishmaniose ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionskrankheit, die durch Leishmanien verursacht wird. Leishmanien sind einzellige Parasiten und werden über den Speichel der Sandmücke übertragen.
  • Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) B 56. Diese Tropenkrankheit kommt in den tropischen Gebieten Afrikas vor und wird von der Tsetsefliege übertragen.
  • Chagas-Krankheit B57. Die Chagas-Krankheit, auch amerikanische Trypanosomiasis genannt, ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten (Trypanosoma cruzi) verursacht wird. Der Erreger wird durch die Bisse von Raubwanzen übertragen.
  • Toxoplasmose B58.Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die von Tier zu Mensch übertragen wird (Zoonose). Erreger der Toxoplasmose ist der einzellige Parasit Toxoplasma gondii.
  • Sonstige Protozoenerkrankungen, anderenorts nicht klassifiziert B60
  • Nicht näher bezeichnete Protozoenkrankheit B64

Helminthosen sind Wurmerkrankungen. Sie entstehen durch die Aufnahme von Wurmeiern, die sich beispielsweise auf Waldbeeren und Pilzen befinden oder beim Baden in Seen, in denen Eier abgelegt sind. Die Diagnostik von Wurmerkrankungen ist von der Art des Wurms abhängig. Die Wurmarten unterscheiden sich in ihrem Infektionsmodus und ihrem Aufenthaltsort im Körper. Als Diagnoseverfahren dienen vor allem die Bildgebung und der Nachweis durch labordiagnostische Verfahren.

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Diagnosekürzel

U07.2

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U07.2 für Covid-19, bei der das verursachende Virus SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen wurde
Unter U00 bis U49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Vorläufige Zuordnungen für Krankheiten mit unklarer Ätiologie (Entstehungsursache) und nicht belegte Schlüsselnummern zusammengefasst. U07.2 ist das Diagnosekürzel für die schwere Atemwegserkrankung COVID-19, bei der das Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nicht nachgewiesen wurde.

U07.2: COVID-19, Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nicht nachgewiesen

U07.2 ist das Diagnosekürzel für die Coronavirus-Krankheit-2019, kurz Covid-19, bei der das verursachende Virus SARS-CoV-2 nicht durch Labortests nachgewiesen wurde. Die Infektion wurde in diesem Fall aber klinisch-epidemiologisch bestätigt. Klinisch-epidemiologisch bedeutet, dass sich eine akute Erkrankung mit all ihren typischen Symptomen zeigt, ohne dass ein Labornachweis für diese Erkrankung vorliegt. Die Häufigkeit und Verbreitung dieser Erkrankung in der Bevölkerung legt aber nahe, dass es sich im aufgetretenen Fall um die Erkrankung handelt, die zum klinischen Bild passt. Das ICD-10 Diagnosekürzel für Covid-19, bei der das Virus SARS-CoV-2 durch Labortests nachgewiesen wurde, lautet U07.1.

Lies weitere Infos zu Covid-19 sowie zu Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie.

Im deutschen ICD-10 Diagnoseschlüssel (ICD-10-GM) wird hinter U07.2 noch ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Ausrufezeichen hinter U07.2 bedeutet, dass dieser Verschlüsselungskode nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit dem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachenden Krankheit oder eines Symptoms (siehe nachfolgende Fallbeispiele, Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM). Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes und wird bei der Kodierung zum Beispiel auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht angegeben.

Die Zusatzkennzeichen für die Diagnosesicherheit können hinter den ICD-10-GM-Kodes stehen. V = Verdachtsdiagnose; G = gesicherte Diagnose.

Folgende Fallkonstellationen und Kodierungen sind im Zusammenhang mit dem Covid-19 Infektionsgeschehen und dem durch Labortests nachgewiesenen (U07.1!) oder nicht nachgewiesenen Coronavirus SARS-CoV-2 (U07.2!) möglich. Siehe auch zusammenfassende Tabelle:

Fallkonstellation 1: Unter Z22.8 G plus U007.1! G kann dein Fall zusammengefasst werden, wenn ein positives Testergebnis zum Beispiel anlässlich einer routinemäßigen Testung auf SARS-CoV-2 bei stationärer Aufnahme in ein Krankenhaus herauskam. Oder wenn du dich unwissentlich im Umfeld eines Infektionsherdes aufgehalten hast und im Rahmen des Kontaktnachweises positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurdest. Das neuartige Coronavirus wurde also in beiden Fällen labordiagnostisch bei dir nachgewiesen, daher gesicherte Diagnose G. Du weist allerdings keine Symptome auf, die zu Covid-19 passen. Trotzdem bist du jetzt Träger einer übertragbaren Erkrankung (Z22.8). Lies mehr zu übertragbaren Infektionskrankheiten, die durch Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten verursacht werden, unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z22.

Fallkonstellation 2: J12.8 G plus U07.1! G bedeutet, dass SARS-CoV-2 durch einen Labortest sicher nachgewiesen wurde und du an einer Pneumonie (Lungenentzündung) leidest. Lies  mehr zur Viruspneumonie unter dem ICD-10 Diagnosekürzel J12. Zusätzlich zeigst du noch typische Symptome von Covid-19. Eine epidemiologische Bestätigung kann, muss aber nicht vorliegen und ist für diesen Fall auch nicht relevant. Die zusätzliche Angabe von U99.0!, dem Diagnoseschlüssel für die Testung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 , ist hier nicht notwendig. Denn die labordiagnostische Testung ist Voraussetzung für die Kodierung von U07.1!

Fallkonstellation 3: J12.8 G plus Z20.8 G plus U07.2! G steht für die gesicherte Diagnose einer Pneumonie (Lungenentzündung), die durch Viren ausgelöst wurde. Lies  mehr zur Viruspneumonie unter dem ICD-10 Diagnosekürzel J12. Wenn die Infektion mit SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest, aber epidemiologisch bestätigt wurde (U07.2!) und die gezeigte Symptomatik bei Covid-19 vorkommt, kann es sich um den Fall handeln, dass am Ende des akuten Krankheitsverlaufs der labordiagnostische Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 aufgrund der geringen Virenmenge nicht mehr gelingt. Trotzdem sind die Coronaviren, die die Lungenentzündung verursacht haben, einst durch Kontakt und Exposition (Ausgesetztsein) gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten (Z22.8) aufgeschnappt worden. Welche Krankheiten durch sexuellen Kontakt übertragen werden können, liest du unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z22.

Fallkonstellation 4: Wirst du im Rahmen von Ausbruchsuntersuchungen nahe eines Infektionsherdes (epidemiologische Bestätigung) oder im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung auf SARS-CoV-2 getestet, zeigst du keine Covid-19-Symptome und ist das Testergebnis nicht positiv, dann kann das mit  Z20.8 G plus U99.0! kodiert werden. Du hattest Kontakt mit oder warst übertragbaren Krankheiten ausgesetzt, aber SARS-CoV-2 konnte labordiagnostisch nicht nachgewiesen werden. Erfahre unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z20 mehr zu  Infektionskrankheiten, die von Tieren auf den Menschen oder von Mensch zu Mensch übertragen werden können.

Fallkonstellation 5: Wirst du wegen einer Lungenentzündung (Pneumonie) behandelt und hast du Symptome, die auf CoV-2 hindeuten? Waren allerdings ein- oder mehrfach durchgeführte labordiagnostische Tests auf SARS-CoV-2 zum Zeitpunkt der Diagnosestellung negativ und ist auch keine epidemiologische Bestätigung vorhanden, weil du keinen Kontakt zu infizierten Personen hattest und dich auch nicht in der Nähe eines Infektionsherdes aufgehalten hast, kann dein Arzt die Kodierung J12.8 (Viruspneumonie) plus U99.0! verwenden.

Fallkonstellation 6: Du wirst zum Beispiel vor einer stationären Aufnahme im Krankenhaus zum Ausschluss einer Infektion mit SARS-CoV-2 getestet. Du zeigst keine Covid-19-Symptome und hattest keinen Kontakt zu einem Infektionsherd oder einer mit Covid-19 infizierten Person. Der Test fällt negativ aus. Hier kann dein Arzt die Kodierung Z11 (Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten) plus U99.0! verwenden. Unter dem ICD-10 Diagnosekürzel Z11 erfährst du mehr zu parasitären Krankheiten.

Labordiagnostischer Nachweis von SARS-CoV-2
Klinisches Bild (mit Covid-19 vereinbare Symptomatik) Epidemiologische Bestätigung (Häufigkeit und Verbreitung in der Bevölkerung) ICD-10-GM-Kodes
Positives Testergebnis Nicht vorhanden Nicht relevant Z22.8 (Keimträger sonstiger Infektionskrankheiten) plus U07.1! (durch Labortest gesicherte Covid-19-Infektion)
Positives Testergebnis Vorhanden Nicht relevant Kode für die Symptomatik oder Erkrankung (als was zeigt sich die Covid-19-Infektion?), z. B. J12.8 (Pneumonie durch sonstige Viren) plus U07.1! (Virus SARS-CoV-2 durch Labortest nachgewiesen)
Positives Testergebnis liegt nicht vor Vorhanden: unspezifisch (Symptome passen auch auf andere Erkrankungen) oder spezifisch (mit typischen Symptomen) Vorhanden Kode für die Manifestation (Symptomatik oder Erkrankung), z.B. J12.8 (Viruspneumonie) plus Z20.8(Kontakt mit und Exposition, d.h. Ausgesetztsein gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) plus U07.2! (SARS-CoV-2 nicht durch Labortest nachgewiesen)
Positives Testergebnis liegt nicht vor Nicht vorhanden Vorhanden Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z. B. Z20.8 (Kontakt mit und Exposition, d.h. Ausgesetztsein gegenüber sonstigen übertragbaren Krankheiten) plus U99.0! bei durchgeführtem Test auf SARS-CoV-2
Positives Testergebnis liegt nicht vor Vorhanden Nicht vorhanden Kode für die Symptomatik oder Erkrankung, z. B. J12.8 (Viruspneumonie, d.h. durch Viren ausgelöste Lungenentzündung) plus U99.0! bei durchgeführtem Test
Negatives Testergebnis liegt vor Nicht vorhanden Nicht vorhanden Kode für die Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten Z11 plus U99.0! bei durchgeführtem Test auf SARS-CoV-2
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Diagnosekürzel

U99.0

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht U99.0 für Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2
Unter U00 bis U99 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Schlüsselnummern für besondere Zwecke zusammengefasst. Sie sollen ein schnelles Reagieren auf aktuelle Anforderungen ermöglichen und dürfen nur zusätzlich belegt werden, um einen anderenorts klassifizierten Zustand besonders zu kennzeichnen. Unter U99 werden nicht belegte und belegte Schlüsselnummern aufgeführt. U99.0 steht für Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2.

U99.0: Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2

SARS-CoV-2 ist das neuartige Coronavirus, was die schwere Atemwegserkrankung Covid-19 auslösen kann. 15 Fragen zu SARS-CoV-2 und zu Covid-19 

Das Diagnosekürzel U99.0! beschreibt einen Versorgungsanlass, bei dem eine Infektion mit SARS-CoV-2 abgeklärt wird. Spezielle Verfahren sind hierbei labordiagnostische Verfahren zum Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Das Ausrufezeichen hinter U99.0 bedeutet in der deutschen Fassung der ICD-10 Klassifikation, dass dieser Verschlüsselungskode nicht alleine stehen darf, sondern immer zusammen mit dem Kode einer dadurch ausgelösten oder verursachenden Krankheit oder eines Symptoms verwendet werden soll.

Zum Nachweis des durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragenen Coronavirus SARS-CoV-2 kann ein Coronavirus-Test mittels Rachenabstrich durchgeführt werden. Ein Test auf SARSCoV-2, der durchgeführt wurde, obwohl kein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vorlag und der negativ ausfiel, kann mit U99.0 kodiert werden. In diesem Fall muss das Diagnosekürzel Z11 für Spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten hinzugefügt werden. Das ist nötig, um diesen Fall abzugrenzen von der Kodierung U07.2 für Covid-19, Virus nicht nachgewiesen. Die Kodierung U07.2 steht für die schwere Atemwegserkrankung Covid-19. Hierbei besteht zwar der Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 als Verursacher, doch der Corona-Test zeigt ein negatives Ergebnis.

Weitere Infos zu ICD-10 U07.2