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FA Neuropathologie

Der Facharzt für Neuropathologie untersucht Zell- und Gewebeproben des Nerven- und Muskelgewebes mithilfe des Mikroskops.
Der Facharzt für Neuropathologie ist auf die Erkennung und Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur spezialisiert. Gewebeproben untersucht der Neuropathologe zum Beispiel mit dem Mikroskop.

Was ist ein Facharzt für Neuropathologie?

Der Facharzt für Neuropathologie wird auch Neuropathologe genannt. Neurologie ist die „Lehre von den Nerven“.  Wann zum Facharzt für Neurologie? Die Pathologie wird auch als die „Lehre von den Krankheiten“ bezeichnet und ist ein Fachbereich der Medizin, der sich mit der Erkennung, Ursachenforschung und der Entstehung (Pathogenese) von Erkrankungen befasst. Was macht ein Pathologe?

Die Neuropathologie ist ein eigenständiges Teilgebiet der Pathologie und ist auf die Erkennung und Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur spezialisiert.

Zum Arbeitsgebiet der Neuropathologen zählen sowohl Erkrankungen des peripheren als auch des zentralen Nervensystems sowie der Skelett-Muskulatur. Unter dem zentralen Nervensystem werden das Gehirn, die Hirnnerven und das Rückenmark zusammengefasst. Unter dem peripheren Nervensystem werden alle Nervenbahnen und Nervenzellen außerhalb des Gehirns und Rückenmarks verstanden.

Der FA für Neuropathologie ist kein klinisch-praktischer Arzt in direktem Patientenkontakt, aber er arbeitet mit vielen Fachbereichen zusammen. Stellen sich Ärzte anderer Fachdisziplinen beispielsweise die Frage, was hinter einer Gewebe-Veränderung steckt, untersucht der Neuropathologe die Probe und kann den behandelnden Ärzten im Anschluss Näheres über mögliche krankhafte Befunde der Gewebe-Probe mitteilen. Neben der mikroskopischen (histologischen) Untersuchung des Probenmaterials, fertigt und färbt der Neuropathologe auch verschiedene Arten von Mikroskopier-Präparaten an.

Mithilfe verschiedener Untersuchungstechniken kann der Neuropathologe eine Gewebeart und Gewebe-Veränderung bis ins kleinste Detail und sogar bis auf ihre Erbsubstanz, ihre DNA (Desribonukleinsäure), untersuchen. Diese Verfahren kann der Neuropathologe zum Beispiel einsetzen, um den Ursprung und die Art einer Gewebewucherung des Gehirns zu identifizieren. Mithilfe dieser Informationen, die der Facharzt für Neuropathologie an den behandelnden Arzt weitergibt, kann eine optimal abgestimmte Therapieauswahl getroffen werden und so zum Beispiel der Erfolg einer Krebs-Behandlung gesteigert werden. Der FA für Neuropathologie spielt also eine entscheidende Rolle in der Diagnostik einer Nerven- oder Muskel-Erkrankung und kann mithilfe seiner Untersuchungen zu einer guten Therapieplanung und auch zur Prognose einer Erkrankung beitragen.

Eine Vielzahl der Neuropathologen widmet sich außerdem der Erforschung von Hirn- und Nerven-Erkrankungen, wie beispielsweise der Erforschung der Entstehungsmechanismen von neurodegenerativen Erkrankungen, zu denen auch die Alzheimer-Erkrankung zählt, oder chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose.

Eine Autopsie des Gehirns verstorbener Personen gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet des Neuropathologen und kann zur Todesursachenklärung oder Erforschung von Erkrankungen beitragen.

Weitere Tätigkeiten des Facharztes für Neuropathologie umfassen:

  • Untersuchung einer Gewebeprobe aus dem Gehirn, die beispielsweise im Rahmen einer neurochirurgischen Operation zur Abklärung einer Gewebeveränderung, des Ursprungs eines Tumors oder zur Bestimmung der genauen Tumorart und –Eigenschaften entnommen wurde.
  • Schnellschnittdiagnostik eines Hirntumors, bei der noch während einer laufenden Operation Gewebeproben zum Neuropathologen übersandt werden, um das weitere operative Vorgehen zu planen.
  • Untersuchung von Proben aus dem Hirn- und Rückenmarkwassers (Liquor) zur Abklärung einer Entzündung, zur Erreger-Diagnostik oder zur Untersuchung auf Tumorzellen.
  • Untersuchung von Biopsien aus dem Skelettmuskel zur Klärung einer bislang unklaren Muskelerkrankung.
  • Untersuchung von Nerven-, Muskeln- oder Gehirn-Biopsie zur Erforschung von Nerven- und Hirnerkrankungen.

Ausbildung zum Facharzt für Neuropathologie

Die Weiterbildung zum Facharzt für Neuropathologie kann absolviert werden im Anschluss an ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Approbation (Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes). Die Weiterbildungszeit beträgt sechs Jahre. 24 Monate verbringt der angehende Neuropathologe mit der Basisweiterbildung im Bereich der Pathologie, weitere 48 Monate im Bereich der Neuropathologie.

Hat der Assistenzarzt zuvor in der Neurochirurgie, Neurologie, Neuropädiatrie, Neuroradiologie oder Psychiatrie/Psychotherapie gearbeitet, kann er bis zu zwölf Monate dieser Tätigkeit auf seine Ausbildung anrechnen lassen.

Wo arbeitet ein Neuropathologe?

Ein Neuropathologe kann in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken angestellt sein. Dort ist er nicht im direkten Patientenkontakt tätig, sondern arbeitet im Institut beziehungsweise Fachbereich für Neuropathologie in Laborräumen und Arbeitsbereichen wie dem Obduktionssaal.

Viele Neuropathologen gehen einer Forschungs- oder Lehrtätigkeit zum Beispiel an Universitäten, neurowissenschaftlichen Instituten oder medizinischen Fakultäten nach. Auch die Arbeit an pathologischen Instituten stellt eine Berufsmöglichkeit für Neuropathologen dar.

Wann gehst du zum Facharzt für Neuropathologie?

Der Facharzt für Neuropathologie ist kein klassisch, praktizierender Arzt, der im direkten Patientenkontakt steht. Ein Neuropathologe untersucht keinen Patienten an sich, sondern befasst sich mit Zell- oder Gewebeproben des Nerven- und Muskelsystems von lebenden oder toten Patienten.

Der Facharzt für Neuropathologie bearbeitet zum Beispiel folgende Fragestellungen:

  • Verbirgt sich hinter einer Hirn-Veränderung Krebs? Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) bei einer vorgefundenen unklaren Gewebe-Veränderung, z.B. bei Verdacht auf einen Hirntumor.
  • Um welche Krebsart handelt es sich? Detail-Untersuchungen eines Krebs-Geschwüres auf die Krebsart, den Ursprung, das Tumorstadium, die Größe des Tumors und auf mögliche molekulare, biochemische Besonderheiten der Zellen zum Zweck der Therapie-Auswahl und Therapie-Planung.
  • Untersuchung des Probenmaterials bei einer unklaren Erkrankung und ungeklärter Diagnose, zum Beispiel einer Nerven- oder Skelettmuskelerkrankung.
  • Welches Bakterium ist Ursache der Gehirn-Entzündung (Enzephalitis)? Untersuchung des Nervenwasser-Punktats (Liquor-Punktion) auf den Erreger und die Eigenschaften des Krankheitserregers zur Auswahl der möglichst besten Antibiotika-Therapie.
  • Erforschung einer Hirnerkrankung zur Klärung von Krankheitsursachen und zur Weiterentwicklung von Therapiemöglichkeiten. 

Untersuchungen beim Facharzt für Neuropathologie

Bei der Untersuchung von Gewebeproben wendet der Facharzt für Neuropathologie unterschiedliche Methoden an:

  • Histopathologische Untersuchung / Mikroskopie: Die Histologie ist die Gewebelehre und Lehre von Gewebe- und Zellverbänden. Der Untersuchung einer krankhaften Veränderung eines Gewebe- oder Zellverbandes geht meist die Anfertigung eines Mikroskopier-Präparates voraus. Dazu fixiert der Neuropathologe einen dünnen Ausschnitt des Gewebes auf einem Objektträger (kleines, flaches Glas), der in das Mikroskop eingespannt werden kann. Mit verschiedenen Färbemethoden können das Gewebe und seine Besonderheiten noch besser dargestellt werden. Umfangreiche Kenntnisse über die Strukturen und Gewebebesonderheiten der jeweiligen Probe helfen dem Neuropathologen dabei, Veränderungen zu finden und einzuordnen.
  • Zytodiagnostik: Mikroskopische Untersuchungen von einzelnen Zellen und Zellveränderungen werden als Zytodiagnostik zusammengefasst. Untersuchungen von Zellen aus Punktionen des Nervenwassers (Liquor-Punktionen) sind Teil der Zytodiagnostik.
  • Elektronenmikroskopie: Das Elektronenmikroskop hat ein vielfach höheres Auflösungsvermögen als ein herkömmliches Lichtmikroskop. Kleinste Viren, Eiweißstrukturen, Bakterien oder Oberflächenbeschaffenheiten können damit sichtbar gemacht werden.
  • Histochemie und Immunhistochemie: Spezielle biochemische Prozesse und Bestandteile von Zellen und Geweben kann der Facharzt für Neuropathologie mithilfe bestimmter Methoden der Histochemie und Immunhistochemie in seinen Präparaten hervorheben. Mithilfe immunologischer Färbemethoden kann er zum Beispiel bestimmte Tumor-Eigenschaften unter dem Mikroskop farblich sichtbar werden lassen.
  • Licht- und Fluoreszenzmikroskopie: Fluoreszierende Farbstoffe (Farbstoffe, die Licht bestimmter Wellenlänge aufnehmen und mit veränderter, längerer Wellenlänge wieder abgeben) können bei der Betrachtung unter einem speziellen Mikroskop Klarheit über verschiedene Einzelheiten der Probe bringen. Bei der Fluoreszenzmikroskopie wird, vereinfacht ausgedrückt, das vergrößerte Bild der untersuchten Probe durch abgestrahltes Licht erzeugt. Dabei leuchtet nicht das ganze mikroskopische Präparat gleichmäßig, sondern nur einige Strukturen.
  • Molekularpathologische Untersuchungen: In bestimmten Fragestellungen ist es für die Diagnostik und Therapie der Erkrankung besonders wichtig, Veränderungen des Erbguts (DNA, Desoxyribonukleinsäure) der Zellen zu erkennen. Untersuchungen des Erbguts von Zellen und Geweben finden zum Beispiel in Hirntumor-Diagnostik Anwendung.
  • Schnellschnittdiagnostik: Bei der Schnellschnittdiagnostik untersucht der Facharzt für Neuropathologie Gewebeproben, die Operateure noch während einer laufenden Operation entnehmen. Während die Neurochirurgen noch im OP-Saal stehen, untersucht der Neuropathologe bereits die Probe und gibt Rückmeldung, was seine Untersuchung ergeben hat. So können die Operateure noch während der Operation entscheiden, wie das weitere (operative) Vorgehen aussieht.
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FA Neurologie

Auf docinsider registrierter Neurologe sitzt vor einem Modell des menschlichen Gehirns, um das ein Stethoskop gewickelt ist.
Der Facharzt für Neurologie befasst sich mit der Vorbeugung, Erkennung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen der verschiedenen Nervensysteme inklusive der zugehörigen Muskelerkrankungen. Auch Demenz und Schlaganfall gehören in sein Tätigkeitsfeld.

Was ist ein Facharzt für Neurologie?

Der Facharzt für Neurologie wird auch Neurologe genannt. Das Wort „Neurologie“ kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „die Lehre von den Nerven“. Das Fachgebiet der Neurologie befasst sich also mit den Erkrankungen des Nervensystems, weshalb der Neurologe umgangssprachlich oft als Nervenarzt bezeichnet wird.

Unser Nervensystem

Unser Nervensystem ist komplex. Es teilt sich in das zentrale Nervensystem und das periphere Nervensystem auf. Zum zentralen Nervensystem zählen unser Gehirn und das Rückenmark. Das periphere Nervensystem umfasst alle Nerven außerhalb des Gehirns und Rückenmarks. Umgangssprachlich sind deine Nerven sozusagen die Signal-Autobahnen in deinem Körper. Zu den Aufgaben deiner Nervenzellen gehört zum Beispiel die Wahrnehmung deiner Sinnesorgane (sensorische beziehungsweise sensible Nerven) und Weiterleitung der Signale und Informationen an dein Gehirn. Streichst du mit deinen Fingerkuppen über einen weichen, flauschigen Stoff oder riechst den Duft eines frisch gebackenen Kuchen, sind es deine sensiblen beziehungsweise sensorischen Nerven, die diese Eindrücke wahrnehmen und an deine Nervenzellen im Gehirn zur Bewusstwerdung und Verarbeitung senden. Deine sensorischen Nerven vermitteln dir außerdem einen gewissen Lage-Sinn. Sie sind dafür verantwortlich, dass du trotz geschlossener Augen eine Idee davon hast, wie du grade deine Arme und Beine hältst.

Sogenannte motorische Nerven dienen als Steuerelemente unserer Muskeln. Machst du zum Beispiel Kniebeugen, sind es deine motorischen Nervenzellen, die deine Muskeln ansteuern und die Muskelfasern im für die Bewegung richtigen Maße zum Zusammenziehen (kontrahieren) bringen. Bist du nach einem Unfall querschnittsgelähmt und kannst deine Beine nicht mehr bewegen, dann ist eine Verletzung deines Rückenmarks oder deiner motorischen Nerven ursächlich dafür.

Im Gehirn führen die Nervenzellen dein Denken aus, steuern dein Handeln und dein Verhalten, bilden dein Gedächtnis und deine Emotionen.

Dein Körper steht außerdem unter der Kontrolle eines sogenannten vegetativen oder autonomen Nervensystems, eines Nervensystems, das unwillkürlich unterbewusst die Funktionen und Abläufe deines Körpers steuert. Beispiele dafür sind die Atemfrequenz, die Schnelligkeit deines Herzschlags, die Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen und die Tätigkeiten deiner Verdauungs- und Stoffwechsel-Organe.

Tätigkeitsfeld des Neurologen

Entsprechend der Komplexität des Nervensystems in deinem Körper ist auch das Arbeitsfeld des FA für Neurologie sehr vielschichtig. Es beinhaltet unter anderem die Vorbeugung, Erkennung, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen der verschiedenen Nervensysteme inklusive der Muskelerkrankungen. Das Tätigkeitsfeld eines Neurologen umfasst sowohl akute neurologische Krankheitsbilder wie zum Beispiel den Schlaganfall, eine Hirnblutung oder Meningitis (Hirnhautentzündung) als auch chronische Erkrankungen des Nervensystems und der Muskeln.

Chronische Erkrankungen aus dem Bereich der Nervenheilkunde sind zum Beispiel die „Schüttelkrankheit“ Morbus Parkinson oder andere chronisch (autoimmun) entzündliche Erkrankungen des Nervensystems wie die Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata, MS), bei der die „Isolierung“ der Nerven angegriffen wird.

Muskelerkrankungen können erblich (genetisch) bedingt sein, durch Entzündungen hervorgerufen werden, durch Störungen der zum Muskel führenden Nerven oder der Muskeln an sich verursacht werden. Diese Krankheiten werden in ihrer Komplexität als neuromuskuläre Erkrankungen zusammengefasst und werden auch vom Neurologen diagnostiziert und behandelt. Dazu zählen zum Beispiel die besonders im Kindesalter auftretende Duchenne-Muskeldystrophie, die Myasthenia gravis (Myasthenia gravis pseudoparalytica, Myasthenie) und die Spinale Muskelatrophie. Auch die mit fortschreitenden Muskelschwächen und Lähmungen einhergehende ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), bei der die Muskel-versorgenden Nervenzellen zerstört werden, ist eine neuromuskuläre Erkrankung.

Die Überprüfung der Denkleistung (Kognition) bei fortschreitenden Erkrankungen wie der Demenz, Testung der Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit der Nerven zur Abklärung einer Nervenstörung wie der Polyneuropathie sowie Erkennung und Ursachenklärung von Lähmungen oder Bewegungsstörungen gehören gleichermaßen zum Arbeitsfeld des Facharztes für Neurologie. Einen nicht unerheblichen Teil der Tätigkeit eines Neurologen nimmt die Diagnostik von Krampfleiden und Epilepsien und Abklärung von außergewöhnlichen Kopfschmerzen und Migräne ein. Auch Krebs-Diagnostiken und Tumortherapien führt der Neurologe durch.

Ausbildung zum Neurologen

Die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie schließt sich an ein abgeschlossenes Medizinstudium mit Erwerb der Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation) an. Die Weiterbildung umfasst 60 Monate Weiterbildungszeit.

  • 24 Monate verbringt der Assistenzarzt in Weiterbildung in der stationären, neurologischen Patientenversorgung.
  • Sechs Monate werden in der neurologischen Intensivmedizin abgeleistet.
  • Zwölf Monate der Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie werden im Bereich der Psychiatrie / Psychotherapie verbracht.

Der angehende Neurologe kann bis zu zwölf Monate in anderen Fachdisziplinen und bis zu 24 Monate Tätigkeit im ambulanten Bereich auf seine Weiterbildung anrechnen lassen.

Wo arbeitet ein Facharzt für Neurologie?

Für den Facharzt für Neurologie gibt es sowohl die Möglichkeit im stationären Bereich, also in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken, als auch im ambulanten Bereich tätig zu werden. Ambulant kann der Facharzt sich in einer neurologischen Facharztpraxis, in medizinischen Versorgungszentren oder Spezial-Ambulanzen niederlassen.

Neurologen können außerdem einer (medizinischen) Forschungs- und Lehrtätigkeit nachgehen.

Wann gehst du zum Facharzt für Neurologie?

Das Tätigkeitsfeld des Facharztes für Neurologie umfasst die Erkrankungen des Nervensystems und der Muskeln. Einige typische Beschwerden und Krankheitsbilder in diesem Bereich sind nachfolgend zusammengestellt:

Immer wieder brennen und schmerzen deine Füße? Du verspürst so ein seltsames Kribbeln, ein Ameisenlaufen in den Füßen und Testungen beim Hausarzt legen besonders in Hinblick auf deine Vorerkrankungen den Verdacht einer bestimmten Nervenstörung, einer Polyneuropathie, nahe? Polyneuropathien sind häufige Folgen der Zuckerkrankheit, dem Diabetes mellitus, können aber auch durch viele andere Ursachen bedingt sein. Der Neurologe ist der Experte in der Abklärung einer Nervenstörung.

Du leidest an Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, seltsamen Kribbel-Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen? Diese Beschwerden können möglicherweise Hinweise auf Erkrankungen deiner Nerven oder Muskeln sein. Diese Symptome sind daher ein häufiger Vorstellungsgrund beim Facharzt für Neurologie. Der Nervenarzt kann deinen Beschwerden auf den Grund gehen.

Seit längerem leidest du bereits an der Erkrankung Epilepsie? Oder ein erster Krampfanfall hat dich in die Notaufnahme eines Krankenhauses geführt? Die Diagnostik und Therapie von Krampfleiden und Epilepsien ist ein Teilgebiet der Tätigkeit eines Neurologen.

Kopfschmerzen (Cephalgien) im Allgemeinen sind häufige Beschwerden und sollten dich in aller Regel erst einmal zum Hausarzt führen. Ursachen und Hilfe bei Kopfschmerzen

Leidest du aber an einer bekannten Migräne, hast Kopfschmerzen (Cephalgien) und begleitend dazu Kribbeln deiner Finger oder Flimmern vor den Augen oder immer wiederkehrende Kopfschmerz-Attacken bis zu mehrmals täglich, kann das ein Grund sein, dir einen Termin beim Neurologen geben zu lassen. Migräne-Arten und Ursachen.

Plötzliche, heftigste, nie dagewesene Kopfschmerzen, starke Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Unfall, Kopfschmerzen mit begleitenden Lähmungserscheinungen oder beispielsweise Kopfschmerzen in Kombination mit Lichtscheu (Photophobie) und hohem Fieber können Hinweise auf eine ernstere Ursache sein. Ab welcher Temperatur beginnt hohes Fieber? In diesen Fällen solltest du umgehend einen Neurologen aufsuchen. Lies mehr zu Ursachen und Therapie von Kopfschmerzen.

Urplötzlich hat alles begonnen sich zu drehen? Du leidest an ungeheurem Schwindel und alles dreht sich? Schwindel kann neben Ursachen aus dem HNO-Bereich (Hals-Nasen-Ohrenheilkunde) auch neurologische Ursachen haben. Neben einem Gang zum Hausarzt und/oder Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde kann eine Schwindelabklärung auch durch einen Neurologen erfolgen. Ursachen und Therapie bei Schwindel

Dir zittern die Hände (Tremor)? Deine Bewegungsabläufe oder dein Gangbild sind gestört? Dir fällt es schwer in die Bewegung „hinein“ zu kommen und hast insbesondere zum Beginn einer Bewegung eine seltsame „Starthemmung“? Deine Muskeln sind verkrampft oder seltsam schwach? Deine Bewegungen wirken in letzter Zeit so unkoordiniert oder „abgehackt“? Bewegungsstörungen, Gangstörungen oder Zittern können Symptome einer neurologischen Erkrankung sein. Der Facharzt für Neurologie kann deine Nerven darauf untersuchen.

Urplötzlich ist Oma ganz anders als sonst? Ihre eine Gesichtshälfte oder der Mundwinkel hängt schlaff herab? Sie klagt über Sehstörungen oder Doppelbilder? Sie sagt alles dreht sich plötzlich, sie kann gar nicht mehr richtig gehen? Oder sie kann nicht reden, redet irgendwie verwaschen oder findet ihre Worte einfach nicht? Sie kann einen Arm nicht mehr heben und/oder wirkt seltsam abwesend? Oder sie klagt über nie dagewesene plötzliche starke Kopfschmerzen? Alle diese Symptome können Hinweise auf einen akuten Schlaganfall sein, der nicht nur bei älteren Menschen durch einen Verschluss eines hirnversorgenden Blutgefäßes oder eine Hirnblutung ausgelöst werden kann. Ein akuter Schlaganfall ist ein Notfall. Die zu wenig durchbluteten Anteile des Gehirns können absterben. In einem solchen Fall solltest du dich direkt an den Rettungsdienst oder andere medizinische Hilfe wenden. Ein Facharzt für Neurologie ist im Krankenhaus mit der Diagnostik und Therapie eines Schlaganfalls betraut.

Du hast das Gefühl, du wirst immer vergesslicher? Auch dein Hausarzt ist der Meinung eine Abklärung einer Demenz könnte sinnvoll sein? Dann kann ein Termin beim Neurologen sinnvoll sein.

Seit wenigen Tagen leidest du unter Rücken- und Beinschmerzen und dein Hausarzt hat den starken Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall (Discus prolaps) geäußert. Nun hast du elektrisierende Schmerzen, die beispielsweise auf der Rückseite deines Oberschenkels bis zur Wade ziehen, hast beginnende Lähmungserscheinungen oder Kribbelgefühle in den Füßen oder hast gar Probleme das Wasser zu halten? Diese neurologischen Symptome können beim Bandscheibenvorfall durch Einklemmung von Nervenwurzeln oder dem Rückenmark entstehen. Der Neurologe ist der richtige Ansprechpartner zur Beurteilung deiner Beschwerden. Mithilfe von Untersuchungen und Messungen kann er dir raten, wie deine weitere Therapie des Bandscheibenvorfalls aussehen sollte.

Untersuchungen beim Facharzt für Neurologie

Um die verschiedenen Komponenten deines Nervensystems zu untersuchen, kann der Facharzt für Neurologie diverse Untersuchungsmethoden durchführen:

  • Neurologische körperliche Untersuchung: In der Regel untersucht der Facharzt für Neurologie dich zunächst einmal körperlich. Dabei testet er mithilfe eines Reflexhammers deine Reflexe und prüft die Funktionsfähigkeit deiner Hirnnerven. Er leuchtet dir mit einer Pupillenleuchte in die Augen und testet, ob Muskellähmungen oder Muskelspastiken vorliegen. Auch Stand- und Gang- sowie Koordinationsübungen können Teil der Untersuchung sein.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Mithilfe der Elektroenzephalographie, auch EEG abgekürzt, kann der Facharzt für Neurologie die elektrischen Ströme in deinem Gehirn aufzeichnen. Die Kommunikation deiner Nervenzellen geschieht unter anderem durch Potentialveränderungen, also eine Art elektrische Spannung und Strom. Zur Messung der Gehirnströme wirst du „verkabelt“. An bestimmten Stellen deines Kopfes werden Elektroden positioniert, die mit einem Kabel versehen sind. Diese Elektroden messen die elektrischen Ströme und leiten sie an das Untersuchungsgerät weiter. Der Computer zeichnet aus den Strom-Ableitungen Kurven, das Elektroenzephalogramm. Diese Kurven können vom Neurologen interpretiert werden. Veränderungen im EEG treten zum Beispiel bei entzündlichen Prozessen, Tumoren, Epilepsien oder Hirnschädigungen zum Beispiel nach einem Schlaganfall auf. Das EEG wird außerdem in der Hirntoddiagnostik genutzt. Wann zum EEG?
  • Elektromyographie (EMG): Mithilfe der Elektromyographie kann die elektrische Aktivität in deinen Muskeln gemessen werden. Beim EMG werden oberflächliche, auf der Haut aufgeklebte Elektroden verwendet oder Nadel-Elektroden, die in den Muskel gepiekst werden. Gemessen wir dann zum Beispiel, ob der Muskel eine krankhafte Spontanaktivität hat. Damit ein Muskel sich zusammenzieht, bedarf es eigentlich eines Nervensignals. Elektrische Spontanaktivitäten oder Veränderungen der elektrischen Ströme können Hinweise auf Nerven- und Muskelerkrankungen liefern.
  • Elektroneurographie (ENG): Die Elektroneurographie dient dem Neurologen als Untersuchungsmethode eines einzelnen Nerven. Mit einem leichten elektrischen Strom wird der Nerv gereizt. Anschließend kann mithilfe einer Elektrode gemessen werden, wie schnell und gut der Nerv den Strom leitet. Dabei wird zum Beispiel die Nervenleitgeschwindigkeit bestimmt, die bei Nerven-Erkrankungen verändert sein kann.
  • Messung von Evozierten Potentiale: Bei der Messung von Evozierten Potentialen werden bestimmte Nerven oder Sinnesorgane gereizt und parallel dazu die Reizantwort des Gehirns gemessen. Unsere Sinneswahrnehmungen werden im Gehirn verarbeitet. Evozierte Potentiale sind also umgangssprachlich Ströme oder elektrische Potentialveränderungen im Gehirn, die durch Sinnesreize hervorgerufen, also evoziert werden. Um die Reizantwort des Gehirns messen zu können, wird gleichzeitig ein Elektroenzephalogramm (EEG) aufgezeichnet. Eine Art der evozierten Potentiale sind die VEP, die visuell evozierten Potentiale. Bei der Messung betrachtest du einen Bildschirm. Auf diesem Bildschirm wird dir ein Schachbrettmuster präsentiert, was sich fast sekündlich ändert. Deine Augen nehmen die Muster wahr und über den Sehnerv werden die Informationen über verschiedene Stationen deines Gehirns geleitet. Gemessen werden kann dann zum Beispiel die Zeit, wie lang es dauert, bis dein Sehnerv die Information an deine Sehbahn im Gehirn geleitet hat. Diese Untersuchung kommt zum Beispiel in der Diagnostik der Multiplen Sklerose zum Einsatz. Entsprechend dem VEP kann zum Beispiel auch die Hörbahn mithilfe der AEP, den akustisch evozierten Potentialen, getestet werden.
  • Sonographie (Ultraschall) und farbkodierte Doppler-/Duplex-Sonographie: Der Ultraschall wird in der Neurologie vorwiegend dazu genutzt, um die hirnversorgenden Gefäße und den Blutfluss darin zu beurteilen. Mithilfe der farbkodierten Doppler-/Duplex-Sonographie kann der Blutfluss auf dem Bildschirm hörbar und farblich sichtbar gemacht werden. Engstellen oder Veränderungen der Gefäßwände zum Beispiel der zum Kopf ziehenden Halsschlagader (Arteria carotis) können aufgespürt werden.
  • Bildgebende Verfahren: Oftmals benötigt der Neurologe zum Beispiel zur Beurteilung einer Erkrankung des Gehirns eine Bildaufnahme. Diese Bildaufnahmen kann er bei seinen ärztlichen Kollegen, den Radiologen, in Auftrag geben:  Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) können die Strukturen im Schädel untersucht werden. Die MRT kommt dabei ganz ohne den Einsatz von Röntgen-Strahlung aus. Mithilfe der MRT können Veränderungen des Gehirns gut im Detail sichtbar gemacht werden. Doch dauert eine MRT-Aufnahme meist länger und auch Wartezeiten auf einen MRT-Termin können lang sein. Das CCT (kraniales CT, Schädel-CT) kommt dann zum Einsatz, wenn es schnell gehen muss. Beim CT werden Röntgen-Strahlen zur Darstellung verwendet. In Notfallsituationen, zur Diagnostik von Schlaganfällen oder Blutungen wird meist ein CT durchgeführt.
  • Liquorpunktion: Der Liquor ist die Flüssigkeit, die dein Gehirn und dein Rückenmark umgibt. Im stationären Bereich können Untersuchungen des Hirnwassers durchgeführt werden. Bei einer Liquorpunktion wird mithilfe einer Nadel Hirn-/Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Der Liquor kann anschließend untersucht werden. Dabei können beispielsweise Eiter und Bakterien Hinweis auf eine Meningitis (Hirnhautentzündung) liefern, Tumorzellen oder Blutungen gefunden werden oder besondere Eiweiße untersucht werden, die bei bestimmten Erkrankungen im Hirnwasser auftreten.