Die Kreatininkonzentration kann im Blutserum sowie im Urin bestimmt werden. KREA ist ein Nierenwert, aber KREA-Werte können sich auch durch die Ernährung erhöhen.
Was bedeutet KREA?
KREA ist die Abkürzung für Kreatinin. In deinem Körper fällt Kreatinin als Abbauprodukt im Energiestoffwechsel deiner Muskelzellen an. In geringen Mengen wird KREA deinem Körper auch über den Verzehr von Fleisch zugeführt.
Um zu verstehen, was Kreatinin mit deinem Muskel- und Energiestoffwechsel zu tun hat, sind ein paar Einblicke in die biochemischen Vorgänge deiner Zellen notwendig. Damit sich deine Muskelzellen überhaupt kontrahieren (zusammenziehen) können, benötigen sie Energie. Diese Energie stammt aus komplexen Stoffwechselwegen und als biochemischer Energieträger dient in der Regel das Adenosintriphosphat (ATP). Adenosintriphosphat ist eine chemische Verbindung, die aus drei Phosphatteilchen sowie einem Teilchen namens Adenosin besteht. Die Bindung der Phosphatteilchen an das Adenosin ist eine chemisch sehr energiereiche Bindung, sie birgt viel Energie für die Zellen.
Um aus Adenosintriphosphat Energie zu gewinnen, greifen Enzyme diese chemische Verbindung an. Enzyme sind in der Zelle vorhandene Eiweiße mit der Fähigkeit, chemische Verbindungen zu verändern und Stoffwechselprozesse zu beschleunigen. Ein Phosphatteilchen wird durch Enzyme vom Adenosintriphosphat abgespalten. Die dabei freigesetzte Energie kann eine Zelle für ihren Stoffwechsel nutzen. Muskelzellen nutzen die Energie zum Zusammenziehen der Muskelfasern. Was von dem Energieträger Adenosintriphosphat nun übrig bleibt, ist das Grundgerüst der chemischen Verbindung: Adenosindiphosphat (ADP) und ein freies Phosphatteilchen.
Damit deine Muskelzelle mehr als nur einmal kontrahieren kann, muss sich der verbrauchte Energieträger ATP regenerieren können. Hier kommen das Kreatinphosphat und das KREA (Kreatinin) ins Spiel. Machst du Sport und deine Muskeln arbeiten auf Hochtouren, kann das ADP (Adenosindiphosphat) ohne weitere Hilfe nicht schnell genug wieder zum Energieträger ATP umgewandelt werden. Dafür steht dem Muskel das in der Leber, Niere und Bauchspeicheldrüse hergestellte Kreatinphosphat zur Verfügung. Liegt also viel verbrauchtes ATP in Form von ADP in der Zelle vor, spaltet ein Enzym eine Phosphatgruppe vom Kreatinphosphat ab und bindet sie an das Adenosindiphosphat (ADP). So entsteht aus dem Adenosindiphosphat und dem Phosphatteilchen erneut Adenosintriphosphat (ATP). Deiner Muskelzelle steht so neue Energie zur Verfügung. Aus dem Kreatinphosphat wird bei dieser Reaktion Kreatin. Ist diese Umwandlung in Kreatin einmal geschehen, kann das Kreatin nicht mehr verwendet werden. Es wird abgebaut und zerfällt dabei zu Kreatinin (KREA).
KREA als Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels wird dann über dein Blut zur Niere transportiert und über den Urin ausgeschieden.
Wann wird der KREA-Wert bestimmt?
KREA (Kreatinin) verlässt deinen Körper über deine Nieren. Entsteht im Muskel als Abfallprodukt des Muskelenergiestoffwechsels das Kreatinin, wird es über dein Blut zu den Nieren transportiert. Von dort gelangt KREA über den Nierenfilter in deinen Urin.
Da das Kreatinin deinen Körper fast ausschließlich auf diesem Wege verlassen kann, kann eine KREA-Bestimmung im Blut oder Urin dazu dienen, die Filterfunktion (glomeruläre Filtrationsrate, GFR) der Niere einzuschätzen. KREA gehört somit zu den sogenannten Nierenretentionsparametern.
Die häufigsten Gründe zur Bestimmung des KREA-Wertes sind:
Verlaufskontrollen von chronischen Nierenerkrankungen.
Verdacht auf eine akute Nierenerkrankung oder Nierenversagen.
Verdacht auf eine Nierenschädigung zum Beispiel durch Medikamente oder Gifte.
Abklärung von Nierenfolgeschäden bei Systemerkrankungen wie dem Diabetes mellitus.
Untersuchung der Funktionsfähigkeit der Nieren vor Untersuchungen mit Kontrastmittel (z.B. MRT).
Normalwerte für KREA
Gemessen werden kann dein KREA-Wert entweder im Blutserum oder im Urin.
Der KREA-Wert hängt vom Alter, dem Geschlecht und, als Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, auch von der körperlichen Konstitution im Sinne der Muskelmasse und der sportlichen Aktivität der Person ab.
KREA-Normwerte im Blutserum
Gemessen wird der KREA-Wert im Blutserum in mg/dl, also Milligramm pro Deziliter. Das sind ein tausendstel Gramm pro Zehntel-Liter, also pro 100 ml.
Frauen: 0,66 – 1,09 mg/dl
Männer <50Jahre: 0,84-1,25 mg/dl
Männer >50Jahre: 0,81-1,44 mg/dl
Kinder: Alter
KREA-Normwert
1-30 Tage
0,5 – 1,2 mg/dl
1 -12 Monate
0,4 – 0,7 mg/dl
1 – 3 Jahre
0,4 – 0,7 mg/dl
4 – 6 Jahre
0,5 – 0,8 mg/dl
7 – 9 Jahre
0,6 – 0,9 mg/dl
10 – 12 Jahre
0,6 – 1,0 mg/dl
13 – 15 Jahre
0,6 – 1,2 mg/dl
16 – 18 Jahre
0,8 – 1,4 mg/dl
Mittels verschiedener Formeln kann anhand des KREA-Wertes näherungsweise die Ausscheidungs-/Filterfunktion, also die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), als Maß der Funktionsfähigkeit der Niere errechnet bzw. geschätzt werden.
KREA-Normwerte im Urin
Gemessen wird der KREA-Wert im Urin in Gramm pro Tag (g/Tag). Dazu wird der Urin über 24 Stunden gesammelt. Das nennt sich 24-Stunden-Sammelurin.
Frauen: 1,00 – 1,30 g/Tag
Männer: 1,50-2,50 g/Tag
Weichen deine KREA-Werte im Blutserum und im Urin von den hier genannten Normwerten ab, mach dir bitte erst einmal keine Sorgen. Die KREA-Werte sind anfällig für verschiedene Fehlerquellen. Außerdem wenden unterschiedliche Labore verschiedene Messmethoden mit verschiedenen Normwerten an. Hast du Fragen zu deinen KREA-Werten, wende dich bitte an deinen Arzt.
Was bedeutet es, wenn dein KREA-Wert zu hoch ist?
Ist der KREA-Wert im Blut zu hoch, kann dies viele Ursachen haben. Die Ursache der KREA-Erhöhung kann in deinen Nieren selbst liegen. Ist die Filter- bzw. Ausscheidungsleistung deiner Nieren vermindert, verlässt weniger KREA den Körper über den Urin. Der KREA-Wert im Blut steigt. Hinter der verringerten Ausscheidungsleistung der Nieren können entweder akute oder chronische Ursachen stecken.
Tritt eine KREA-Erhöhung nicht plötzlich, sondern schleichend bzw. lange andauernd auf, kommen chronische Ursachen für den KREA-Anstieg in Betracht. Zu den chronischen Ursachen für eine KREA-Erhöhung zählt die chronische Niereninsuffizienz. Gründe für das chronische Nierenversagen/Niereninsuffizienz können sein:
Diabetische Nephropathie: Langzeitig erhöhte Blutzuckerwerte im Rahmen eines Diabetes mellitus schaden der Filtermembran der Nieren und sind der häufigste Grund für ein chronisches Nierenleiden in Deutschland.
Entzündungen der Niere (Glomerulonephritis).
Erbliche Erkrankungen der Niere wie die Polyzystische Nierenerkrankung.
Toxische Schäden an der Niere durch bestimmte Medikamente.
Zu den akuten Ursachen zählt das Akute Nierenversagen. Neben steigenden Kreatinin-Werten geht das Akute Nierenversagen mit weiteren Symptomen wie dem Versagen der Urinausscheidung und Veränderungen der Zusammensetzung des Urins einher.
Gründe für das Akute Nierenversagen können sein:
Verminderte Perfusion: Die Nieren haben ihre Funktion eingestellt, da die Blutversorgung (Perfusion) zu gering ist, zum Beispiel bei Austrocknung (Exsikkose) oder einem Kreislaufschock.
Nephrotoxisches: Giftige Substanzen, Medikamente oder Röntgenkontrastmittel haben die Filtermembran der Nieren geschädigt. Bis zu Regeneration der Filtermembranen und Zellen können bis zu drei bis vier Wochen vergehen.
Durch einen verstärkten Zellabbau von Blutzellen (Hämolyse) oder Muskelzellen (Rhabdomyolse) oder Abbauprodukte von Tumorzellen (z.B. beim Plasmozytom) werden die Filter und kleinen Röhren der Niere verstopft. Die Nierenfunktion ist gestört.
Harnverhalt: Eine mechanische Abflussbehinderung verhindert das Abfließen des Urins über die Blase und Harnröhre. Der Urin staut sich bis in die Nieren zurück und schädigt die Nieren.
Der Kreatinin-Wert im Blut steigt erst an, wenn mehr als 60% des funktionsfähigen Nierengewebes ausgefallen sind. Besteht also Verdacht auf eine Nierenerkrankung, werden in der Regel weitere Untersuchungen wie ein Ultraschall und weitere Laboruntersuchungen durchgeführt
Neben den vielfältigen renalen, also Nieren-bedingten, Gründe für eine KREA-Erhöhung können KREA-Erhöhungen auch aus ganz anderen Gründen auftreten. Bist du zum Beispiel Bodybuilder und hast eine enorm hohe Muskelmasse, können bei dir erhöhte KREA-Werte auftreten. Je mehr Muskeln du besitzt, desto mehr Kreatinin fällt täglich im Muskelstoffwechsel an und muss ausgeschieden werden. Auch bei starker körperlicher Belastung kann dein Kreatinin im Blut steigen. Bei der Interpretation der KREA-Werte spielt also auch immer die körperliche Beschaffenheit eine Rolle.
Ebenso wird Kreatinin dem Körper durch den Verzehr von gekochtem (Muskel-)Fleisch durch die Nahrung zugeführt. Extremer Fleischkonsum kann daher auch eine KREA-Erhöhung zur Folge haben.
Außerdem kann die Einnahme verschiedener Medikamente eine fehlerhafte, falsch hohe Messung des Kreatinin-Wertes zur Folge haben. Sprich diesbezüglich am besten mit deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr vielleicht den „Übeltäter“ auf deinem Medikamentenplan ausfindig machen und über mögliche Alternativen sprechen.
Was bedeutet es, wenn dein KREA-Wert zu niedrig ist?
Erniedrigte Kreatinin-Werte haben in der Regel keinen Krankheitswert. Ein zu niedriger KREA-Wert kann zum Beispiel bei Menschen mit Untergewicht oder alten Menschen mit geringer Muskelmasse auftreten. Da Kreatinin als Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels von der Muskelmasse abhängt, können Menschen mit geringer Muskelmasse auch sehr niedrige Kreatinin-Werte haben. Ebenso sind die Kreatinin-Werte in der Regel in der Schwangerschaft erniedrigt.
Was kannst du bei abweichenden KREA-Werten selbst tun?
Da ein erhöhter KREA-Wert im Blut wahrscheinlich Ausdruck einer Funktionsstörung deiner Niere ist, kannst du selbst wenig für deinen KREA-Wert tun.
Liegt der akuten KREA-Erhöhung ein Akutes Nierenversagen durch Austrocknung deines Körpers bei starken Flüssigkeitsverlust (zum Beispiel durch Durchfallerkrankungen oder beispielsweise durch eine zu geringe Trinkmenge an heißen Tagen) zugrunde, kannst du mit einer ausreichende Flüssigkeitszufuhrt von circa 2,5 Litern (bei älteren Menschen weniger) pro Tag helfen, deine Nieren wieder „in Gang“ zu bringen beziehungsweise ein Nierenversagen in Zukunft zu verhindern. In der Regel muss ein Akutes Nierenversagen aber im Krankenhaus behandelt werden.
Bei chronischen, abweichenden KREA-Werten sprichst du am besten mit deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr der Ursache auf den Grund gehen.
Die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen im Säuglings- und Kleinkindalter sind die weltweit vorkommenden Rotaviren. Erkrankte scheiden die Viren mit ihrem Stuhl aus. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion sowie durch verunreinigte Lebensmittel und Wasser.
Was sind Rotaviren?
Bei den Rotaviren handelt es sich um weltweit vorkommende Viren, die Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenteritis) in allen Altersgruppen, besonders aber im Säuglings- und Kleinkindalter hervorrufen. Rotaviren-Infektionen kommen saisonal gehäuft vor. Hochsaison der Rotaviren ist von Februar bis April.
Rotaviren gehören zu den sogenannten unbehüllten Viren. Die Virushülle kann in der Hygiene als Angriffspunkt gängiger Desinfektionsmittel dienen. Denn ist die Virushülle einmal zerstört, kann auch das Virus nicht überleben. Unbehüllten Viren wie den Rotaviren hingegen können einfache Desinfektionsmittel nichts anhaben. Rotaviren können selbst auf Oberflächen lange überleben. Um sie zu entfernen, kommen daher spezielle, sogenannte viruzide Desinfektionsmittel zum Einsatz. Rotaviren sind nicht zuletzt durch diese hohe Umweltstabilität sehr ansteckend und leicht übertragbar. Bereits zehn kleinste Viruspartikel können ausreichen, um dich mit den Rotaviren zu infizieren.
Erkrankte scheiden mit ihrem Stuhl große Mengen an Rotaviren aus. Übertragen werden Rotaviren von Mensch zu Mensch über Schmierinfektionen zum Beispiel bei ungenügender Hände- oder Toilettenhygiene. Weitere Übertragungswege der Rotaviren sind mit ihnen infiziertes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel. Rotaviren spielen auch eine große Rolle als Erreger nosokomialer, das heißt im Krankenhaus erworbener, Infektionen.
Infektionen mit Rotaviren und insbesondere Rotaviren-Ausbrüche in Krankenhäusern oder Gemeinschaftseinrichtungen sind gemäß Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Hast du dich mit Rotaviren angesteckt, dauert es in der Regel bloß ein bis drei Tage bis du die ersten Symptome bemerkst. Das Spektrum von Rotaviren-Erkrankungen reicht von leichten, kaum bemerkten Verläufen bis hin zu schweren Magen-Darm-Infekten (Gastroenteritis) mit starkem Durchfall und Erbrechen sowie Austrocknung des Körpers (Dehydratation).
An Rotaviren erkranken zumeist Säuglinge oder Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren aufgrund ihres noch unreifen, kindlichen Immunsystems besonders schwer. Im Erwachsenenalter verlaufen die Erkrankungen weniger heftig und betreffen zum Beispiel Eltern erkrankter Säuglinge oder Reisende. Einmal in deinen Körper gelangt, vermehrt sich das Rotavirus in deinem Dünndarm. Dort greift es die Zellen deiner Dünndarmschleimhaut an, die normalerweise für die Nährstoffaufnahme aus der Nahrung zuständig sind. Einige Zellen werden durch das Rotavirus zerstört. Das führt dazu, dass Stoffe im Dünndarm liegenbleiben. Der Fachausdruck hierfür heißt Malabsorption. Gemeinsam mit einem von den Dünndarmzellen abgesonderten Sekret werden Nahrungsbestandteile und Viruspartikel schließlich mit viel Flüssigkeit als Durchfall (Diarrhoe) ausgeschieden.
Die Beschwerden einer Rotaviren-Gastroenteritis beginnen zumeist akut mit wässrigen Durchfällen und Erbrechen. Dabei können Bauchschmerzen und Fieber auftreten. Wie und wo Fieber messen? Schleimbeimengungen beim Stuhlgang können vorkommen. Die Magen-Darm-Beschwerden halten in der Regel zwei bis sechs Tage an. Die Magen-Darm-Probleme können auch von Atemwegsbeschwerden begleitet werden. Sind Durchfall und Erbrechen so heftig, dass dem Körper dabei massiv Flüssigkeit und Elektrolyte verloren gehen, kann es zur Dehydratation kommen. Der Körper ist ausgetrocknet. Dehydratationen müssen oft im Krankenhaus mittels intravenöser Flüssigkeits- und Elektrolytgabe behandelt werden.
Doch nicht nur Rotaviren können Magen-Darm-Infektionen auslösen. Viele andere Viren können ebenso für die Erkrankung verantwortlich sein. Erst Untersuchungen des Stuhls können die Rotaviren als Erreger identifizieren.
Leidest du an einer Rotaviren-Infektion, bist du hoch ansteckend. Die Viren scheidest du mit dem Stuhl in der Regel für acht Tage aus. In der Zeit solltest du zum Schutz anderer ganz besonders auf eine gute Hände- und Toilettenhygiene achten.
Nach einer Infektion mit Rotaviren entwickelt dein Immunsystem zwar eine gewisse Immunität, dennoch kannst du dich selbst nach einer Rotaviren-Gastroenteritis wieder mit den Viren anstecken und erkranken. Wiederholte Infektionen laufen aber in der Regel harmloser, wenn nicht sogar ohne Symptome ab. Bis zum fünften Lebensjahr hat weltweit nahezu jede Person eine Rotaviren-Infektion durchgemacht.
Rotaviren-Impfung: Welche Arten gibt es?
Zum Schutz gegen Rotaviren kann eine aktive Impfung verabreicht werden. Die aktive Rotaviren-Impfung ist eine Lebendimpfung. Verabreicht wird die Rotaviren-Impfung oral als Schluckimpfung. So gelangen bei der Impfung lebensfähige, aber abgeschwächte Rotaviren in deinen Darm. Dein Immunsystem kann direkt am Ort des Geschehens Abwehrkräfte gegen die Rotaviren entwickeln. Dein Immunsystem im Darm sowie die Abwehrmechanismen im Blut werden trainiert und können bei erneutem Kontakt zu Rotaviren die Erreger schnell eliminieren.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt eine aktive Rotaviren-Immunisierung in Form der Schluckimpfung für Säuglinge unter sechs Monaten. Mehr zu Schluckimpfungen und anderen Impfungen ohne Spritze.
Die Rotaviren-Impfung kann je nach Impfstoff ab der sechsten Lebenswoche verabreicht werden. Auch Frühgeborene, die mindestens nach der 25. bzw. 27. Schwangerschaftswoche geboren wurden, können die Rotaviren-Impfung ab der sechsten Lebenswoche erhalten.
Zur Grundimmunisierung gegen Rotaviren werden entsprechend des verwendeten Impfstoffes zwei bzw. drei Impfdosen im Abstand von mindestens vier Wochen verabreicht. Die Impfung gegen Rotaviren wirkt bei Säuglingen in der Regel für zwei bis drei Hauptansteckungssaisonen. Leichte Magen-Darm-Infekte können durch die Impfung gegen Rotaviren jedoch nicht verhindert werden.
Rotaviren-Impfung: Wann nicht impfen?
Säuglinge, die akut an einer Durchfallerkrankung oder Erbrechen leiden, sollten zu einem späteren Zeitpunkt geimpft werden. Auch hoch-fieberhafte Infekte oder akute Erkrankungen sind ein Grund, um die Immunisierung gegen Rotaviren zu verschieben.
Leichte Infekte hingegen sind kein Hinderungsgrund für eine Rotaviren-Impfung. Wenn du dir unsicher bist, ob dein Kind den Impftermin wahrnehmen sollte, frag am besten bei deinem Kinderarzt nach.
Rotaviren-Impfung: Wann auffrischen?
Eine Auffrischung der Rotaviren-Impfung ist nicht notwendig. Die aktive Rotaviren-Impfung soll insbesondere Säuglinge und Kleinkinder vor schweren Verläufen und Krankenhauseinweisungen aufgrund Rotaviren-Infektionen schützen. Wiederholte Rotaviren-Infektionen treten im Verlauf des Lebens auf und verlaufen in der Regel mild, sodass im weiteren Verlauf keine Auffrischung des Impfschutzes notwendig ist.
Kann die Grundimmunisierung gegen Rotaviren nachgeholt werden?
Die Grundimmunisierung gegen Rotaviren dient dem Schutz von Säuglingen und Kleinkindern vor schweren Rotaviren-Verläufen und Krankenhausbehandlungen. Gestartet werden sollte die Immunisierung möglichst früh ab der sechsten Lebenswoche und sollte bis zum Alter von 16 bzw. 22 Wochen abgeschlossen sein. Nachholimpfungen können durchgeführt werden, sofern die Impfserien bis spätestens zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen abgeschlossen sind.
Rotaviren-Impfung: Nebenwirkungen
Nach der Rotaviren-Schluckimpfung können Magen-Darm-Beschwerden oder ein fieberhafter Infekt auftreten. Auch Bähungen, Unwohlsein oder ein Hautausschlag können auftreten. Diese Symptome sind Ausdruck einer aktiven Auseinandersetzung des Immunsystems mit der Rotaviren-Impfung.
Nach der Impfung gegen Rotaviren kann es vorkommen, dass frisch Geimpfte für circa sieben Tage lang Impfviren mit dem Stuhl ausscheiden. Diese Impfviren können über den Stuhl übertragen werden. Daher ist nach einer Rotaviren-Impfung das Einhalten von strikter Hände- und Toilettenhygiene ratsam.
Bei spät begonnen Impfserien kann in der ersten Woche nach der Rotaviren-Impfung das Risiko für sogenannte Darm-Invaginationen leicht erhöht sein. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich ein Darmabschnitt in einen anderen Abschnitt einstülpt. Dadurch können starke Bauchschmerzen, Durchfall, blutige Stühle oder Erbrechen verursacht werden. Nun sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Das Risiko für Invaginationen kann in den meisten Fällen jedoch reduziert werden, wenn die Rotaviren-Impfung früh, also im Alter von sechs bis 12 Wochen, verabreicht wird.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J18 steht für eine Lungenentzündung, die zum Beispiel durch nicht näher bestimmte Bakterien oder andere Erreger ausgelöst wird.
J18: Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet
Exkl.: Abszess der Lunge mit Pneumonie J85.1
Arzneimittelinduzierte interstitielle Lungenkrankheiten J70.2-J70.4
Aspirationspneumonie bei Anästhesie: im Wochenbett O89.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Schwangerschaft O29.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Wehentätigkeit und bei der Entbindung O74.0
Aspirationspneumonie beim Neugeborenen P24.9
Aspirationspneumonie durch feste und flüssige Substanzen J69
Aspirationspneumonie o. n. A. J69.0
Pneumonie angeboren P23.9
Pneumonie durch exogene Substanzen J67-J70
Pneumonie gewöhnlich interstitiell J84.1
Pneumonie interstitiell o .n. A. J84.9
Pneumonie Lipid J69.1
Als Bronchopneumonien werden Lungenentzündungen (Pneumonien) bezeichnet, die entweder von den luftleitenden Atemwegen und den Bronchien ausgehen oder bei denen eine Mitbeteiligung der Bronchien vorliegt.
J18.1 Lobärpneumonie, nicht näher bezeichnet
Die Lunge ist aufgebaut aus zwei Lungenflügeln, dem rechten und linken Lungenflügel (Pulmo dexter und Pulmo sinister). Jeder Lungenflügel lässt sich wiederum in Lungenlappen (Lobus) unterteilen. Der rechte Lungenflügel unterteilt sich in drei, der linke Lungenflügel in zwei Lungenlappen.
Betrifft eine Lungenentzündung (Pneumonie) einen gesamten Lungenlappen, bezeichnet man sie als Lobärpneumonie. Bakterielle, typische Lungenentzündungen zeigen sich in der Regel als Lobärpneumonien.
J18.2 Hypostatische Pneumonie, nicht näher bezeichnet
Eine hypostatische Pneumonie, auch als Senkungspneumonie bezeichnet, ist eine Lungenentzündung, die sich bei bettlägerigen Personen oder Personen, die mehrere Wochen im Bett liegen mussten, entwickeln kann. Durch die Bettlägerigkeit wird der Sekretablauf in den Atemwegen behindert. Es kommt zu einem Sekretstau in den unteren Lungenabschnitten. Dadurch kann die Lunge in den unteren Lungenfeldern schlecht belüftet werden. Das Sekret bietet Bakterien eine gute Möglichkeit sich in der Lunge anzusiedeln und eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu verursachen.
J18.8 Sonstige Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet
Lungenentzündungen, die zum Beispiel durch nicht näher bestimmte Bakterien oder andere Erreger ausgelöst werden, können unter dem ICD-10 Diagnosekürzel J18.8 eingeordnet werden.
Um einen genauen Infektionserreger bei der Lungenentzündung (Pneumonie) zu identifizieren, sind zum Teil zeit- und arbeitsaufwändige mikrobiologische Untersuchungsmethoden notwendig.
Bei Hinweisen auf eine bakterielle Pneumonie werden häufig ohne genauen Erreger-Nachweis kalkulierte Antibiotika-Therapien eingeleitet. Das sind Antibiotika-Behandlungen mit Medikamenten, die entsprechend der Situation des Patienten inklusive seiner Vorerkrankungen und der vermuteten Ansteckungsweise (nosokomial oder ambulant) ausgewählt werden, um die wahrscheinlichsten Erreger einschließen.
J18.9 Pneumonie, nicht näher bezeichnet
Unter J18.9 können Pneumonien klassifiziert werden, die nicht näher durch ihren Erreger, die Ausbreitungsart oder Grunderkrankungen und Umstände charakterisiert wurden.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J16 steht für eine Lungenentzündung, die durch sonstige Infektionserreger ausgelöst wird, die unter einem anderen IDC-10 Kürzel nicht klassifiziert wurden.
J16: Pneumonie durch sonstige Infektionserreger, anderenorts nicht klassifiziert
Exkl.: Ornithose A70
Plasmazelluläre interstitielle Pneumonie B59
Pneumonie, angeboren P23
Pneumonie o. n. A. J18.9
Pneumonie bedeutet Lungenentzündung. Lungenentzündungen können durch diverse Infektionserreger ausgelöst werden. Dazu zählen Bakterien, Viren aber auch Pilze. Weitere Infos zur Lungenentzündung erhältst du unter dem Diagnosekürzel J12.
J16.0 Pneumonie durch Chlamydien
Chlamydien, insbesondere Chlamydia pneumoniae, sind weltweit verbreitete Bakterien. Chlamydia pneumoniae wird von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektionen und durch Kontakt zu infektiösen Sekreten wie Speichel übertragen. Infektionen mit Chlamydia pneumoniae betreffen zumeist die oberen Atemwege. Neben Entzündungen des Rachens (Pharyngitis), der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und der Bronchien (Bronchitis) ist Chlamydia pneumoniae auch Erreger einer ambulanten, also nicht im Krankenhaus erworbenen, Pneumonie. Infektionen mit Chlamydia pneumoniae können auch ohne Symptome verlaufen, was unter anderem der Grund für die hohe Verbreitung des Bakteriums ist.
J16.8 Pneumonie durch sonstige näher bezeichnete Infektionserreger
Unter J12 bis J16 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Lungenentzündungen (Pneumonien) klassifiziert, die durch bestimmte Erreger ausgelöst werden. Eine Vielzahl von Krankheitserregern ist in der Lage eine Pneumonie auszulösen. Unter J16.8 können daher Pneumonien klassifiziert werden, deren Erreger nicht explizit unter einer anderen Codierung aufgeführt sind.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J15 steht für eine Lungenentzündung (Pneumonie), die durch Bakterien verursacht wird, die anderenorts nicht klassifiziert sind.
J15: Pneumonie durch Bakterien, anderenorts nicht klassifiziert
Exkl.: Angeborene Pneumonie P23
Legionärskrankheit A48.1
Pneumonie durch Chlamydien J16.0
Pneumonie bedeutet Lungenentzündung. Ausgelöst werden Pneumonien durch unterschiedliche Bakterien, Viren oder Pilze. Weitere Infos zur Lungenentzündung erhältst du beim Diagnosekürzel J12.
Mikrobiologische Untersuchungen können zur genauen Erreger-Identifikation durchgeführt werden. Bakterielle Pneumonien können mit Antibiotika behandelt werden.
J15.0 Pneumonie durch Klebsiella pneumoniae
Klebsiella pneumonie gehört zu den Enterobakterien. Viele der Enterobakterien, so auch Klebsiella pneumoniae, kommen im Darm des Menschen vor. Zu finden sind Klebsiellen aber auch in den Atemwegen und als Teil unserer Umwelt im Wasser, in der Erde oder auf Pflanzen.
Klebsiella pneumoniae kommt insbesondere bei abwehrgeschwächten Personen als Erreger einer nosokomialen Lungenentzündung oder eines nosokomialen Harnwegsinfektes vor. Nosokomial bedeutet, dass die Ansteckung mit dem Erreger im Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt, einer Krankenhausbehandlung oder einem Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung steht.
J15.1 Pneumonie durch Pseudomonas
Die Bakterien-Gattung Pseudomonas und insbesondere das Bakterium Pseudomonas aeruginosa kommt überall in unserer Umwelt, besonders aber in Gewässern, Pfützen, feuchten Böden, aber auch z.B. in Feuchtbereichen von Krankenhäusern vor. Hier kann es vorwiegend bei Personen mit Grunderkrankungen oder Immunschwäche zur Ansteckung kommen. Weitere, typische Infektionen durch Pseudomonas sind neben einer Lungenentzündung Wundinfektionen (insbesondere feuchte, nässende Wunden) und Harnwegsinfektionen. Ausgehend von einer Lokalinfektion wie einer Wund- oder Harnwegsinfektion können sich die Bakterien auch mit dem Blutstrom im Körper verteilen.
J15.2 Pneumonie durch Staphylokokken
Die Bakterien-Gattung der Staphylokokken umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien wie zum Beispiel Staphylococcus aureus, Staphylococcus epidermidis oder Staphylococcus saprophyticus. Staphylokokken leben als Teil unserer natürlichen Flora auf der Haut sowie auf Schleimhäuten im Nasen-Rachenraum. Unter bestimmten Bedingungen können sie vom harmlosen Besiedler zum Krankheitserreger werden.
Staphylococcus aureus zählt zu den häufigsten Infektions-Erregern und kann zahlreiche unterschiedliche Infektionen hervorrufen: Neben oberflächlichen oder tiefen Wundinfektionen, Herzklappenentzündungen (Endokarditis), Infektionen von Gelenks- oder Gefäßprothesen zählt auch die ambulant erworbene und Krankenhaus-assoziierte Pneumonie zum Krankheitsspektrum von Staphylococcus aureus.
J15.3 Pneumonie durch Streptokokken der Gruppe B
Streptokokken kommen als natürliche Besiedler auf unseren Schleimhäuten vor. Eingeteilt werden die Streptokokken aufgrund einiger biochemischer Eigenschaften in A- oder B-Streptokokken.
Zu Gruppe der B-Streptokokken gehört das Bakterium Streptococcus agalactiae. Es kommt bei einigen Schwangeren in der Vaginal-Flora vor. Übertragungen auf das Neugeborene während der Geburt können zu schweren Infektionen wie einer Neugeborenen-Sepsis, Neugeborenen-Hirnhautentzüdnung (Meninigitis) oder einer Neugeborenen-Pneumonie führen. Auch bei Nicht-Schwangeren können B-Streptokokken eine Vielzahl von Infektionen wie beispielsweise die Lungenentzündung (Pneumonie) hervorrufen.
J15.4 Pneumonie durch sonstige Streptokokken
Exkl.: Pneumonie durch Streptokokken der Gruppe B, siehe J15.3
Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae J13
Unter J15.4 können Streptokokken-Pneumonien eingeordnet werden, die nicht durch B-Streptokokken (siehe J15.3) oder Streptococcus pneumoniae hervorgerufen wurden.
Als Besiedler von Schleimhäuten kommen Streptokokken zum Beispiel im Urogenitaltrakt oder auch in der Darm-Schleimhaut deines Körpers vor. Die Gattung der Streptokokken umfasst viele verschiedene Bakterien. Im Labor werden Streptokokken auf Nährmedien wie Blutagar-Platten angezüchtet. Blutagar ist ein Nährmaterial, was unter anderem rote Blutkörperchen (Erythrozyten) enthält. Streptokokken-Kolonien können gut auf Blutagar wachsen. Einige Streptokokken-Stämme sind in der Lage die im Blutagar enthaltenen roten Blutkörperchen aufzuspalten und aus ihnen wichtige Nährstoffe zu gewinnen. Die Fähigkeit Erythrozyten zu zerstören nennt sich Hämolyse. Unterschiedliche Streptokokken-Arten haben unterschiedliche Hämolyse-Fähigkeiten. Aufgrund ihres Hämolyse-Verhaltens werden Streptokokken in α-, β- oder γ- hämolysierende Streptokokken eingeteilt:
Zu den α-hämolysierenden Streptokokken zählen viele Bakterien der Hautflora sowie die Erreger der Lungenentzündung: Streptococcus pneumoniae.
Die ß-hämolysierenden Streptkokken werden weiter anhand ihrer Oberflächenstrukturen in Streptokokken der Gruppe A und Streptokokken der Gruppe B eingeteilt. Erreger der Gruppe A und B sind für viele unterschiedliche Infektionen verantwortlich.
J15.5 Pneumonie durch Escherichia coli
Das Bakterium Escherichia coli, auch E.coli abgekürzt, kommt typischerweise in unserem Darm sowie im Darm von Tieren vor. Es existieren viele unterschiedliche Stämme der E.coli, von denen einige als Teil unserer Darmflora keinen Krankheitswert besitzen. Andere hingegen können viele verschiedene Infektionen hervorrufen. Zu den möglichen Infektionen durch E.coli zählen:
J15.6 Pneumonie durch andere gramnegative Bakterien
Inkl.: Pneumonie durch Gramnegative (aerobe) Bakterien o.n.A.
Pneumonie durch Serratia marcescens
Als gramnegative oder grampositive Bakterien werden in der Mikrobiologie Bakterien anhand ihres Färbeverhaltens bei einer bestimmten Anfärbemethode im Labor, der Gram-Färbung, bezeichnet. Entsprechend des unterschiedlichen Aufbaus ihrer Zellwand färben sich grampositive Bakterien in der Gram-Färbung blau, gramnegative Bakterien färben sich rot an.
Zu den gramnegativen Bakterien gehören viele Bakteriengattungen und –Arten. Beispiele für gramnegative Bakterien sind:
Enterobakterien wie Klebsiellen, E.coli, Salmonellen, Yersinien, Serratia-Stämme.
Pseudomonas.
Legionellen.
Neisserien.
Unter J15.6 können im ICD-10 Diagnoseschlüssel bakterielle Lungenentzündungen eingeordnet werden, die durch andere gramnegative Erreger als die unter J15.0, J15.1 oder J15.5 ausgeführten hervorgerufen werden.
Ein weiterer gramnegativer Erreger einer Pneumonie ist zum Beispiel Serratia marcescens. Serratia marcescens kommt überall in unserer Umwelt wie im Boden, auf Pflanzen, im Wasser oder in Tieren vor. Das Bakterium kann Auslöser einer Harnwegsinfektion, Blutvergiftung (Sepsis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) sein.
J15.7 Pneumonie durch Mycoplasma pneumoniae
Mycoplasma pneumoniae zählt zu den sogenannten atypischen Erregern einer Pneumonie. Atypische Pneumonien verlaufen im Gegensatz zu typischen Pneumonien eher schleichend. Sie werden von weniger hohem Fieber und eher trockenem Husten begleitet und weisen einen langsamerem, weniger akuten Verlauf mit Kopf- und Gliederschmerzen auf. Mycoplasma pneumoniae wird von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion übertragen und vermehrt sich auf den Schleimhäuten der Atemwege.
Mycoplasma pneumoniae ruft neben ambulant erworbenen Lungenentzündungen auch Entzündungen der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis) besonders im Kindesalter und bei Jugendlichen hervor. Das Bakterium spielt außerdem eine Rolle als Auslöser einer Pneumonie im Rahmen von Grippe-Erkrankungen. Zusätzlich zur Infektion durch das Influenza-Virus kann Mycoplasma pneumonie beim Betroffenen eine Pneumonie im Sinne einer Superinfektion auslösen.
J15.8 Sonstige bakterielle Pneumonie
Lungenentzündungen, die durch andere Bakterien als die unter den ICD-10 Diagnosekürzeln J13 bis J15.7 klassifizierten Erreger hervorgerufen werden, können unter J15.8 eingeordnet werden.
J15.9 Bakterielle Pneumonie, nicht näher bezeichnet
Bakteriell bedingte Lungenentzündungen, deren Erreger unklar ist oder nicht genau angegeben wird, kann der Arzt hier einordnen.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J14 steht für eine Lungenentzündung, die durch den bakteriellen Erreger Haemophilus influenzae ausgelöst wird.
J14 Pneumonie durch Haemophilus influenzae
Inkl.: Bronchopneumonie durch Haemophilus influenzae
Exkl.: Angeborene Pneumonie durch Haemophilus influenzae P23.6
Pneumonie ist der Fachbegriff für Lungenentzündung. Pneumonien werden durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst. Lies unter dem ICD-10 Diagnosekürzel J12 mehr zur Lungenentzündung.
Haemophilus influenzae ist ein Bakterium. Es kommt weltweit ausschließlich beim Menschen vor. Haemophilus influenzae kann als Bestandteil der normalen Bakterienflora des Nasen-Rachenraums auftreten und erst in Situationen der Abwehrschwäche oder bei Entzündungen und Verletzungen im Nasen-Rachenraum Erkrankungen auslösen.
Haemophilus influenzae kann Infektionen der oberen Atemwege wie Schnupfen (Rhinitis), eine Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis), eine Bronchitis oder Pneumonie hervorrufen. Auch Mittelohrentzündungen (Otitis media), Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) und Meningitis (Hirnhautentzündungen) bei Verbreitung im Körper gehören zum Krankheitsspektrum des Bakteriums. Ansteckungen mit Haemophilus influenzae erfolgen über Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt zu ansteckendem Sekret.
Zur Vorbeugung empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Schutzimpfung gegen Infektionen mit Haemophilus influenzae im Säuglingsalter sowie für Personen, deren Milz operativ entfernt werden musste.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J13 steht für eine Lungenentzündung, die durch den bakteriellen Erreger Streptococcus pneumoniae ausgelöst wird.
J13: Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae
Inkl.: Bronchopneumonie durch Streptococcus pneumoniae
Exkl.: Angeborene Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae P23.6
Die häufigsten Erreger einer bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonie (Lungenentzündung) sind die Pneumokokken. Unter ambulant erworbenen Pneumonien werden alle Lungenentzündungen verstanden, deren Infektionsquelle nicht das Krankenhaus ist. Im Krankenhaus erworbene Infektionen werden als nosokomiale Infektionen bezeichnet.
Pneumokokken gehören zur Gattung der Streptokokken. Der Erreger der bakteriellen, ambulant erworbenen Pneumonie wird daher auch als Streptococcus pneumoniae bezeichnet. Er ist weltweit verbreitet. Streptococcus pneumoniae kann im Nasen-Rachenraum lange Zeit leben ohne irgendwelche Erkrankungen auszulösen. In Situationen, in denen dein Immunsystem geschwächt ist, weil du zum Beispiel durch Viren an einem grippalen Infekt erkrankt bist, können die Pneumokokken aus dem Nasen-Rachenraum Erkrankungen durch sogenannte endogene Infektionen, also Infektionen aus deiner eigenen Bakterienflora heraus auslösen. Streptococcus pneumoniae kann auch über Tröpfcheninfektionen übertragen werden und so Infektionen unabhängig von deiner Nasen-Rachenflora auslösen.
Neben einer Lungenentzündung (Pneumonie), die sich typischerweise als Entzündung eines gesamten Lungenlappens also als Lobärpneumonie manifestiert, kann Streptococcus pneumoniae noch viele weitere Erkrankungen wie eine eitrige Meningitis (Hirnhautentzündung), eine Mittelohrentzündung (Otitis media), eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder unter besonderen Bedingungen auch eine Blutvergiftung (Sepsis) hervorrufen.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J12 steht für Viruspneumonie, anderenorts nicht klassifiziert.
J12: Viruspneumonie, anderenorts nicht klassifiziert
Inkl.: Bronchopneumonie durch andere als Influenzaviren
Exkl.: Aspirationspneumonie bei Anästhesie im Wochenbett O89.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Schwangerschaft O29.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Wehentätigkeit und bei der Entbindung O74.0
Aspirationspneumonie beim Neugeborenen P24.9
Aspirationspneumonie durch feste und flüssige Substanzen J69
Aspirationspneumonie o.n.A. J69.0
Pneumonie bei Grippe J09J10.0J11.0
Pneumonie interstitiell o.n.A. J84.9
Pneumonie Lipid J69.1
Pneumonie viral, angeboren P23.0
Kongenitale Röteln-Pneumonie P35.0
Pneumonie: Was ist das?
Pneumonie ist der medizinische Fachausdruck für Lungenentzündung. Lungenentzündungen können durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht werden. Erwachsene mit intaktem Immunsystem erkranken eher an einer bakteriellen Lungenentzündung. Von einer viralen Lungenentzündung, also einer Viruspneumonie, sind häufig Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einer Abwehrschwäche betroffen.
Je nach Ausdehnung der Pneumonie wird eine Lobärpneumonie von einer Herdpneumonie unterschieden. Die Lobärpneumonie betrifft einen gesamten Lungenlappen. Eine Herdpneumonie ist durch eine Entzündung eines definierten Areals, eines Entzündungsherdes, charakterisiert. Geht die Lungenentzündung von den Bronchien aus, wird sie auch als Bronchopneumonie bezeichnet.
Weiterhin werden je nach hauptsächlich entzündeten Strukturen alveoläre, also die Lungenbläschen betreffende, Pneumonien von interstitiellen, also die umgehenden Stützstrukturen der Lunge betreffenden, Lungenentzündungen unterschieden. Virale Pneumonien dehnen sich oftmals eher als interstitielle Pneumonie aus.
Anhand der Beschwerden werden Lungenentzündungen entweder als typische Pneumonie oder aber als atypische Pneumonie bezeichnet. Eine typische Pneumonie geht charakteristischerweise mit hohem, plötzlichen Fieber, starkem Krankheitsgefühl, starkem Husten mit Auswurf, Luftnot (Dyspnoe) und Schmerzen beim Atmen einher. Meistens steckt eine bakterielle Infektion mit beispielsweise Pneumokokken hinter der Symptomatik. Eine atypische Pneumonie beginnt eher schleichend mit Kopf- und Gliederschmerzen. Leichtes Fieber, trockener Husten und oftmals nur leicht erhöhte Entzündungswerte treten bei einer atypischen Pneumonie auf. Als Erreger kommen hier neben anderen Bakterien auch Viren in Frage.
J12.0 Pneumonie durch Adenoviren
Adenoviren sind eine Gruppe von Viren, die weltweit vorkommen und eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen an den Atemwegen, dem Magen-Darm-Trakt oder an den Augen auslösen können. Oft sind Adenoviren für Atemwegserkrankungen im Kindesalter verantwortlich. Zu den typischen Krankheiten durch Adenoviren zählen die Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Atemwegsinfekte wie eine Bronchitis oder Schnupfen (Rhinitis), Magen-Darm-Infekte (Gastroenteritis), Rachenentzündungen (Pharyngitis) und Lungenentzündungen (Pneumonie). Oft tritt Fieber im Rahmen der Adenoviren-Infekte auf. Übertragen werden die Adenoviren über Tröpfcheninfektionen zum Beispiel beim Husten, Schmierinfektionen durch mangelnde Hände- bzw. Toilettenhygiene, durch direkten Kontakt zu infektiösen Sekreten und gelegentlich über Wasserübertragung im Schwimmbad. Oft laufen Infektionen mit Adenoviren ohne Symptome ab.
J12.1 Pneumonie durch Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren)
RS-Viren ist die Abkürzung für sogenannte Respiratory-Syncytial-Viren. Das sind weltweit vorkommende Viren, die bevorzugt die Schleimhäute der Atemwege befallen und so Infektionen der oberen und unteren Atemwege hervorrufen können. Von RSV-Infektionen betroffen sind Personen jeden Alters, wobei Infektionen mit den Viren im Säuglingsalter und bei Frühgeborenen oft besonders akut verlaufen. Bei Kleinkindern stellen die Respiratory-Syncytial-Viren die häufigsten Erreger von Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündungen (Pneumonie) dar.
Erkrankungen durch die RS-Viren kommen saisonal gehäuft im Winterhalbjahr von November bis April vor, wobei der Häufigkeitsgipfel der Infektionen im Januar und Februar zu verzeichnen ist. Ansteckungen erfolgen über Tröpfcheninfektion beim Einatmen kleinster, infektiöser Tröpfchen, die eine erkrankte Person zum Beispiel beim Husten oder Niesen in die Luft freisetzt.
Eine Erstinfektion mit RS-Viren zeigt sich häufig durch deutliche Beschwerden. Das Krankheitsspektrum reicht von leichten, oberen Atemwegsinfekten hin zur Ausbreitung auf die unteren Atemwege im Sinne einer Entzündungen der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis). Kinder leiden dabei oft unter einer Verengung der Atemwege (Obstruktion) und empfinden Luftnot (Dyspnoe).
Wiederholte RSV-Infektionen kommen in jedem Alter vor und äußern sich weniger schwer als die Erstinfektion in leichteren Atemwegsinfekten. Erwachsene können jedoch auch unter einem grippe-ähnlichen Krankheitsbild mit Fieber, Husten, Abgeschlagenheit und Schnupfen durch RSV leiden.
J12.2 Pneumonie durch Parainfluenzaviren
Parainfluenzaviren sind eine Gruppe von Viren, die Grippe-ähnliche Erkrankungen bzw. Erkrankungen der Atemwege hervorrufen. Sie zählen mit zu den Haupterregern von Atemwegs-Infektionen. Erkrankungen durch Parainfluenzaviren treten sowohl beim Menschen als auch bei Tieren auf. Parainfluenzaviren werden über Tröpfcheninfektionen übertragen. Infektionen treten gehäuft in den Wintermonaten auf.
Ein Erstkontakt mit den Viren erfolgt meist bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter und ruft hohes Fieber und eine Infektion der Atemwege, zum Beispiel eine Entzündung der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), des Kehlkopfs und der Luftröhre (Laryngotracheitis) oder der Lunge (Pneumonie) hervor. Bei Kleinkindern lösen Parainfluenzaviren häufig das Krankheitsbild eines Pseudokrupps mit bellendem Husten, Heiserkeit, Atemwegsverengung und Atemnot aus.
Spätere, wiederholte Infektionen mit den Viren zeigen sich zum Beispiel in Schnupfen (Rhinitis) oder einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) mit Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Mitbeteiligung der unteren Atemwege im Sinne einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis) kommt vor.
J12.3 Pneumonie durch humanes Metapneumovirus
Das Metapneumovirus ist ein weltweit verbreitetes Virus und löst Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege aus. Das Metapneumovirus stellt neben den RS-Viren einen der häufigsten Erreger von Entzündungen der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis), der Bronchien (Bronchitis) und der Lunge (Pneumonie) im Kindesalter dar. Kinder können zusätzlich zu Atemwegsbeschwerden eine Mittelohrentzündung (Otitis media) durch die Viren entwickeln. Infektionen mit dem Metapneumovirus treten saisonal vermehrt im Winter auf und verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion. Infizieren können sich Personen jeden Alters.
J12.8 Pneumonie durch sonstige Viren
Eine Vielzahl von Viren kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen. Unter 12.8 können virale Pneumonien klassifiziert werden, die durch andere Viren als die unter 12.0 bis 12.3 aufgeführten ausgelöst werden. So zum Beispiel die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Atemwegsekrankung Covid-19, die in schweren Fällen zu einer Lungenentzündung führen kann. Lies mehr über Covid-19 und SARS-CoV-2 in unserem Coronavirus-Check .
J12.9 Viruspneumonie, nicht näher bezeichnet
Virale Lungenentzündungen (Pneumonien), deren Erreger nicht genauer spezifiziert wurden, können ohne Angabe des genauen Erregers unter J12.9 eingeordnet werden.
Zur Diagnose der Mittelohrentzündung untersucht der Arzt unter anderem das Trommelfell und den Gehörgang mit Hilfe eines Otoskops.
Was ist eine Mittelohrentzündung?
Bei einer Mittelohrentzündung oder Otitis media sind die Schleimhäute hinter deinem Trommelfell entzündet. Sie schwellen an, Flüssigkeit kann nicht mehr abfließen und drückt auf dein Trommelfell. Durch den anhaltenden Druck können bei einer Mittelohrentzündung nach zwei bis drei Tagen Risse im Trommelfell entstehen.
Ein Blick in dein Ohr zeigt, wo bei einer Mittelohrentzündung die Probleme liegen: An deiner äußerlich sichtbaren, knöchernen Ohrmuschel beginnt der Gehörgang. Der Gehörgang ist etwa drei Zentimeter lang und führt zum Trommelfell. Hinter deinem Trommelfell beginnt das Mittelohr. Die sogenannte eustachische Röhre oder Ohrtrompete verbindet das Mittelohr und deinen Rachenraum. In diesem Verbindungsgang wird der Luft- und Druckausgleich zwischen Mittelohr und Außenluft hergestellt. Bei einer Mittelohrentzündung ist die Belüftung deines Mittelohrs nicht mehr in ausreichender Menge möglich.
Eine Mittelohrentzündung wird meistens durch Bakterien verursacht. Sie kann aber auch die Folge einer Infektion mit Grippeviren oder Herpesviren sein. Meistens stammen die Erreger der Mittelohrentzündung aus dem infizierten Nasen-Rachenraum. Über einen Verbindungsgang (eustachische Röhre) gelangen sie zu deinem Mittelohr und in dessen Schleimhäute. Die Schleimhäute entzünden sich, schwellen an und engen somit die eustachische Röhre ein. Zu Beginn der Mittelohrentzündung produzieren die Zellen deiner entzündeten Schleimhäute eine eitrige Flüssigkeit, die sich im Mittelohr sammelt. Das Mittelohr wird nicht mehr ausreichend belüftet, dadurch entsteht ein Unterdruck. Zudem kann der Eiter nicht abfließen, weil die eustachische Röhre durch die Entzündung verschlossen ist. Stechende Schmerzen, Fieber und eingeschränktes Hören sind typische Symptome einer Mittelohrentzündung. Nach ein bis zwei Tagen kommt es zu einem kleinen Einriss im Trommelfell. Dadurch kann die angestaute Flüssigkeit abfließen, Schmerzen und Fieber lassen nach. Die Trommelfellverletzung verschließt sich und die Mittelohrentzündung ist nach zwei bis vier Wochen ausgeheilt.
Eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine schmerzhafte, eitrige Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs. Diese Art der Mittelohrentzündung kommt besonders bei Kleinkindern häufig vor und wird oft von hohem Fieber begleitet. Wie und wo Fieber messen? Bei Kleinkindern ist die eustachische Röhre (Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachenraum) noch nicht vollständig entwickelt. Sie ist kürzer und hat einen größeren Durchmesser. Somit können Keime aus den oberen Luftwegen leichter ins Mittelohr gelangen und eine Mittelohrentzündung verursachen.
Von einer rezidivierenden Mittelohrentzündung sprechen Mediziner, wenn innerhalb von sechs Monaten mindestens drei Mittelohrentzündungen auftreten. Ursache für das wiederholte Auftreten der Otitis media können Resistenzen der bakteriellen Erreger gegen das verordnete Antibiotikum sein, eine ungenügende Dosierung oder eine frühzeitige Absetzung des Antibiotikums. Komplikationen wie eine eitrige Entzündung des Schädelknochens hinter dem Ohr (Mastoiditis) treten bei einer rezidivierenden Mittelohrentzündung häufig auf. Auch kann die Mittelohrentzündung auf das Innenohr übergreifen.
Eine chronische Mittelohrentzündung (Otitis media chronica) liegt vor, wenn das Mittelohr dauerhaft entzündet ist und dadurch ein bleibendes Loch im Trommelfell entstanden ist. Bei einer chronischen Mittelohrentzündung können zwei Formen unterschieden werden: eine chronische Schleimhauteiterung (Otitis media chronica mesotympanalis) und eine chronische Knocheneiterung (Otitis media chronica epitympanalis). Die chronische Knocheneiterung wird oft durch ein Cholesteatom verursacht. Ein Cholesteatom, auch Perlgeschwulst genannt, ist ein gutartiger, zwiebelschalenartig wachsender Tumor, der das Felsenbein (Mittelohr umgebender Knochen) angreift. Schäden durch ein Cholesteatom entstehen zunächst in den Gehörknöchelchen und im Gleichgewichtsorgan. Die Folge ist Schwindel. Aber auch die Hirnhäute und der Gesichtsnerv, der deine Mimik steuert, können betroffen sein.
Was verursacht eine Mittelohrentzündung?
Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) entsteht meistens infolge einer Infektion der oberen Luftwege. Verursacher der Mittelohrentzündung sind in den meisten Fällen Bakterien wie Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken. Aber auch Grippeviren oder Herpesviren können eine Mittelohrentzündung auslösen. Infektionen über den Blutweg im Rahmen einer Blutvergiftung sind selten. Eine Mittelohrentzündung kann auch als Komplikation von Infektionskrankheiten wie Masern oder Scharlach auftreten. Bei einem beschädigten Trommelfell ist es möglich, dass Erreger von außen ins Mittelohr gelangen. Das kann beispielsweise durch infiziertes Badewasser passieren. Wenn du ein Wattestäbchen zur Ohrreinigung benutzt, besteht die Gefahr, dass du das Trommelfell verletzt und damit den Weg für krankmachende Keime frei machst.
Bei Kindern können vergrößerte Rachenmandeln (Polypen) eine Mittelohrentzündung hervorrufen. Die vergrößerten Polypen verengen oder verschließen die eustachische Röhre (Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachenraum) und behindern damit die Belüftung des Mittelohres.
Das Risiko für eine akute Mittelohrentzündung kann durch ein geschwächtes Immunsystem sowie Grunderkrankungen wie Allergien oder Funktionsstörungen der eustachischen Röhre begünstigt werden. Tabakrauch und Luftverschmutzungen gelten ebenfalls als Risikofaktoren für die Entstehung einer akuten Mittelohrentzündung.
Die Ursachen für die Entstehung einer chronischen Mittelohrentzündung können eine lang anhaltende mangelnde Belüftung und eine Durchlässigkeit der eustachischen Röhre sowie ein dauerhaftes Loch im Trommelfell sein. Dadurch können Erreger der Mittelohrentzündung schneller eindringen und die Entzündungsreaktionen im Mittelohr auslösen. Diese Entzündungen oder Verletzungen wiederum können einen Riss im Trommelfell verursachen und damit eine chronische Mittelohrentzündung zur Folge haben. Bei der chronischen Schleimhauteiterung befindet sich das Loch im Trommelfell in der Mitte. Der Trommelfellrand bleibt erhalten und die Entzündung auf die Schleimhäute begrenzt.
Bei der chronischen Knocheneiterung ist das Trommelfell hingegen am Rand defekt, die Entzündung dehnt sich bis in die benachbarten Knochen aus. Bei dauerhaften Belüftungsstörungen mit Unterdruck im Mittelohr kann eine Einziehung des Trommelfells in den Mittelohrraum erfolgen. Das wird als Trommelfellretraktion bezeichnet. In solchen Trommelfell-Einziehungen kann sich nachfolgend ein Cholesteatom entwickeln. Als Cholesteatom wird ein gutartiger Tumor bezeichnet, der den das Mittelohr umgebenden Knochen angreift. Über ein Loch am oberen Rand des Trommelfells können ebenfalls äußere Hautschichten in die Mittelohrräume eindringen und somit Auslöser eines Cholesteatoms werden. Ein Cholesteatom wiederum kann zur chronischen Knocheneiterung führen.
Es gibt aber auch angeborene Cholesteatome, die in der Embryonalphase hinter einem intakten Trommelfell wachsen. Zu sogenannten traumatischen Cholesteatomen kann es nach einem Schädel- oder Felsenbeinbruch kommen. Hierbei dringen äußere Hautschichten entlang des Knochenbruchspaltes in das Mittelohr ein.
Symptome der Mittelohrentzündung
Bei einer akuten Mittelohrentzündung können folgende Symptome auftreten:
Urplötzlich auftretende und sehr starke, pulsierende Ohrenschmerzen.
Zu Anfang einer akuten Mittelohrentzündung ist der Bereich hinter dem betroffenen Ohr besonders druckempfindlich, weil die Schleimhaut des Warzenfortsatzes (Mastoid) ebenfalls entzündet ist. Kommen Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und Nackensteifigkeit hinzu, solltest du so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.
Säuglinge und Kleinkinder mit einer Mittelohrentzündung greifen sich in der Regel oft ans Ohr. Die Kleinen reagieren außerdem sehr empfindlich auf die Berührung ihrer Ohrmuschel. Trinkunlust, Appetitlosigkeit, Unruhe und Schlafstörungen sind ebenfalls mögliche Symptome einer Mittelohrentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern.
Bei einer chronischen Mittelohrentzündung kann durch das entstandene Loch im Trommelfell entzündliches Sekret in den Gehörgang gelangen und aus dem Ohr herauslaufen. Neben dem Ohrausfluss kann bei einer chronischen Mittelohrentzündung auch Schwerhörigkeit auftreten. Ohrenschmerzen sind bei chronischer Mittelohrentzündung möglich, sie müssen aber nicht unbedingt auftreten.
Bei der chronischen Schleimhauteiterung tritt Ohrausfluss im Zusammenhang mit Erkältungen oder durch infiziertes Badewasser verursachte Infektionen des Gehörgangs immer wieder auf. Dazwischen liegen Phasen ohne Ausfluss. Die Flüssigkeit ist schleimig und meist geruchlos.
Eine chronische Knocheneiterung zeigt sich durch oft jahrelangen Ohrausfluss. Das Sekret ist eitrig und riecht sehr unangenehm. Als Komplikationen der chronischen Knocheneiterung können Schwindel, Erbrechen, Benommenheit, Fieber und massive Hörprobleme bis hin zur Ertaubung auftreten.
Bei einem Cholesteatom riecht austretendes Sekret häufig unangenehm. Ein fortschreitendes Wachstum des Cholesteatoms kann zu Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung des betroffenen Ohrs führen. Hinzukommen können Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, eine Gesichtsnervenlähmung, eine Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute sowie eitrige verkapselte Abszesse.
Zeichen für eine Beteiligung des Gehirns an der Entzündungsreaktion können sein:
Sind das Innenohr und das Gleichgewichtsorgan geschädigt, sind Innenohrschwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung sowie Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen möglich.
Komplikationen bei einer Mittelohrentzündung
Zu den möglichen Komplikationen einer akuten Mittelohrentzündung gehört die Mastoiditis. Das ist eine Entzündung des Warzenfortsatzes des Schläfenbeins, den du als knöchernen Fortsatz hinter dem Ohr ertasten kannst. Sichtbares Zeichen für eine Mastoiditis ist eine sehr schmerzhafte Schwellung mit Rötung hinter dem Ohr und eine abstehende Ohrmuschel. Greift die Entzündung auf dein Innenohr und Gleichgewichtsorgan über, sind bleibender Hörverlust und Schwindel mögliche Folgen.
In der Nähe deines Mittelohrs liegt der Knochenkanal des Fazialisnervs. Das ist ein Gesichtsnerv, der für einen Großteil deiner Mimik verantwortlich ist. Greift die Mittelohrentzündung auf den Fazialisnerv über, kann es zu einer Lähmung der Gesichtsmuskeln kommen. Das wird als Fazialisparese bezeichnet.
Eine Hirnhautentzündung, auch als Meningitis bekannt, kann in seltenen Fällen dann als Folge der Mittelohrentzündung entstehen, wenn die Infektion auf das Schädelinnere übergreift.
Infolge gehäufter Mittelohrenzündungen, bei denen dein Trommelfell wiederholt einreißt, können Narben und Verhärtungen im Trommelfell entstehen. Die mögliche Folge ist ein stark beeinträchtigtes Hörvermögen.
Nach dem Abklingen einer akuten Mittelohrentzündung kann nicht-eitriger Schleim hinter dem Trommelfell verbleiben. Das kann Schmerzen im Mittelohr, ein Druckgefühl und glucksende Geräusche hervorrufen. Mediziner bezeichnen diese nicht-eitrige Flüssigkeits- und Schleimansammlung im Mittelohr als Paukenerguss.
Welcher Arzt hilft bei Mittelohrentzündung?
Bei einer Mittelohrentzündung kann dich dein Hausarzt an einen Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, kurz HNO-Arzt, überweisen.
Wie erkennt dein Arzt eine Mittelohrentzündung?
Zur Diagnose der Mittelohrentzündung wird sich dein Arzt nicht nur nach Art, Dauer und Schweregrad der Beschwerden erkundigen, sondern auch eine Untersuchung deines Trommelfells und deines Gehörgangs mit Hilfe eines Otoskops vornehmen. Ebenso wird in deinen Rachenraum geschaut. Bei unklaren Befunden können sich Hörprüfungen, Gleichgewichtstests, eine Computertomografie sowie neurologische Untersuchungen mit Prüfungen der Gesichtsnervenfunktion anschließen.
Mit einem sogenannten Tonschwellenaudiogramm lässt sich eine Hörminderung feststellen. Geprüft wird hierbei, in welcher Lautstärke Töne gerade noch wahrgenommen werden können. Dazu wird dir ein Kopfhörer aufgesetzt und Töne eingespielt. Gemessen wird dein Luftleitungshören, das heißt die Töne werden dem Ohr über den Gehörgang zugeführt. Dann werden die Töne deinem Innenohr direkt zugeführt. Dazu presst dir der Arzt einen sogenannten Knochenleitungshörer auf den Schädelknochen hinter dem Ohr. Das ermöglicht die direkte Messung des Hörvermögens im Innenohr unter Umgehung der Gehörknöchelchen. Die Messungen werden in der Regel mit verschiedenen Tonhöhen in einem schallisolierten Raum durchgeführt.
Um das entzündliche Sekret aus deinem Mittelohr für einen Nachweis der Krankheitserreger der Mittelohrentzündung zu gewinnen, kann ein kleiner, nicht schmerzhafter Schnitt im Trommelfell notwendig werden.
Eine chronische Mittelohrentzündung kann anhand der gut sichtbaren Durchlöcherung in der Mitte oder am Rande des Trommelfells diagnostiziert werden. Auch hier können Hörtests vorgenommen werden. Ebenso umfangreiche Untersuchungen des Hals-Nasen-Ohren-Traktes.
Therapie der Mittelohrentzündung
Bei der Behandlung einer Mittelohrentzündung ist es wichtig, den Gehörgang auf keinen Fall dauerhaft mit Watte zu verschließen. Dadurch würde ein feucht-warmes Klima entstehen, in dem sich krank machende Keime wohl fühlen und sich optimal vermehren können.
Meistens heilen akute Mittelohrentzündungen spontan ab. Oft ist bei der akuten Otitis media die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten nötig. Bakteriell verursachte Mittelohrentzündungen können mit Antibiotika behandelt werden. Kinder unter zwei Jahren, die eine bakteriell bedingte, beidseitige Mittelohrentzündung oder eitrigen Ausfluss aus dem Ohr haben, erhalten wegen möglicher Komplikationen in der Regel sofort ein Antibiotikum. Auch Patienten mit Begleiterkrankungen, wiederholten Infekten, geschwächtem Immunsystem, schlechtem Allgemeinbefinden, hohem Fieber, anhaltendem Erbrechen und/oder Durchfall bekommen bei Mittelohrentzündung in der Regel ein Antibiotikum. Alle anderen von der Mittelohrentzündung Betroffenen können ein oder zwei Tage abwarten, ob sich die Beschwerden von alleine bessern.
Eine chronische Mittelohrentzündung kann sich häufig nur durch eine Operation bessern.
Antibiotika bei Mittelohrentzündung
Bei Mittelohrentzündung kann ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum zum Einsatz kommen. Das ist ein Antibiotikum, das gegen die häufigsten bakteriellen Erreger der Mittelohrentzündung wirkt. Bei Kindern werden Antibiotika in der Regel nur eingesetzt, wenn sie jünger als zwei Jahre sind, wenn sich die Symptome der Otitis media nicht innerhalb von drei Tagen gebessert haben oder wenn seit Beginn der Mittelohrentzündung sehr stake Beschwerden bestehen. Zwei bis drei Tage nach dem Beginn der Antibiotika-Gabe wird dein Arzt das von der Mittelohrentzündung betroffene Ohr erneut kontrollieren, um festzustellen, ob die Behandlung anschlägt. Bitte beachte, dass du die Therapie nicht auf eigene Faust abbrechen solltest, sobald sich deine Beschwerden bessern. Damit eine komplette Ausheilung der Mittelohrentzündung erreicht wird ist es wichtig, sich genau an die Anweisungen des behandelnden Arztes zu halten.
Hausmittel gegen Mittelohrentzündung
Gegen die Erreger der Mittelohrentzündung können Hausmittel leider nichts ausrichten. Um aber die Ohrenschmerzen zu lindern, kannst du – unterstützend zur ärztlich verordneten Therapie – einen warmen Wickel mit Zwiebeln oder Kamille auf das betroffene Ohr legen. Zwiebel und Kamille wirken entzündungshemmend, die Wärme schmerzlindernd. Doch Vorsicht: die Ohr-Auflagen dürfen nicht zu heiß sein. Prüfe deren Temperatur bitte vorher an deiner Wange.
Viele Menschen mit Ohrenschmerzen vertrauen auf die lindernde Wirkung von Zwiebelpäckchen. Und so kannst du beispielsweise einen Ohrwickel mit Zwiebeln herstellen:
Schneide eine rohe Zwiebel in kleine Würfel.
Wickele die Zwiebelstückchen in ein dünnes Stoff-Taschentuch.
Wärme das Päckchen auf der Heizung oder in einem umgedrehten Topfdeckel über einem Wasserbad auf.
Lege das Zwiebelpäckchen auf das schmerzende Ohr und befestige es mit einem Schal.
Leg dich aufs Sofa oder ins Bett und lass das Päckchen mindestens eine halbe Stunde auf deinem schmerzenden Ohr liegen.
Um einen Ohrwickel mit Kamille herzustellen, ersetzt du die Zwiebel durch getrocknete Kamillenblüten aus der Apotheke.
Ohrentropfen gegen Mittelohrentzündung
Ist bei einer Mittelohrentzündung das Trommelfell noch intakt, können schmerzstillende Ohrentropfen nicht ins Mittelohr gelangen. Daher könnten sie unwirksam bleiben.
Bei Verwendung von Ohrentropfen ist es wichtig, die Ohrentropfen vor Gebrauch auf Körpertemperatur aufzuwärmen. Dazu umschließt du die Flasche etwa 5 Minuten lang mit einer Hand oder steckst die Flasche in eine Hosentasche. Danach legst du dich auf die Seite und tropfst die vom Arzt vorgegebene Menge in den Gehörgang ein. Verschließe das Ohr mit einem Wattepfropf und bleib noch 15 Minuten lang auf der Seite liegen. So können die Tropfen gut auf das Trommelfell einwirken.
Schmerzmittel, Fiebersenker und abschwellende Mittel bei Mittelohrentzündung
Bitte achte darauf, dass Schmerzmittel und Fiebersenker mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen bei Kindern mit Mittelohrentzündung nur kurzfristig angewendet werden. Frag deinen Kinderarzt um Rat.
Nasentropfen mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Sympathomimetika wirken an den Schleimhäuten abschwellend, weil sie eine Engstellung der Blutgefäße bewirken. Benutzt du sie im Liegen und bei zurückgeneigtem Kopf, können die Nasentropfen in deinen Nasenrachenraum fließen. Dadurch kann die Schleimhaut um die Öffnung der eustachischen Röhre (Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachenraum) abschwellen. Doch Vorsicht: Abschwellende Nasentropfen sollten nur wenige Tage angewendet werden. Denn als Nebenwirkung können Schleimhaut-Reizungen, Herzrasen oder Kopfschmerzen auftreten.
Operationen bei Mittelohrentzündung
Eine chronische Mittelohrentzündung lässt sich in der Regel nur heilen, wenn das defekte Trommelfell durch eine künstliche Membran ersetzt wird. Diese Operation wird als Tympanoplastik bezeichnet. Der Arzt öffnet das Mittelohr über einen Schnitt im Gehörgang und verschließt das Loch im Trommelfell. Ist die Gehörknöchelchenkette unterbrochen kann eine Prothese eingesetzt werden, um die Schallübertragung zu gewährleisten.
Bei der Parazentese macht der Arzt im unteren Teil des Trommelfells einen kleinen Schnitt. Auf diese Weise kann angestaute Flüssigkeit aus dem Mittelohr in den Gehörgang abfließen. Dadurch tritt eine Druckentlastung ein. Zusätzlich kann der Arzt ein Paukenröhrchen aus Metall oder Kunststoff ins Trommelfell einsetzen. Dieses verbleibt für mindestens drei Wochen im Ohr und sorgt für Belüftung des Mittelohres. Zudem kann das Sekret über das Paukenröhrchen abfließen. Das eingesetzte Paukenröhrchen fällt meistens nach sechs bis zwölf Monaten von selbst heraus und das Loch im Trommelfell schließt sich.
Bei der chronischen Schleimhautentzündung reinigt der Arzt das betroffene Ohr und setzt lokal ein Antibiotikum und ein Antiseptikum (keimtötendes Mittel bei der Wundbehandlung) ein.
Beim Cholesteatom erfolgt die Operation am Ohr in der Regel im Krankenhaus unter Vollnarkose. Hierbei wird von den operierenden Ärzten versucht, die gutartige Perlgeschwulst vollständig zu entfernen und die Hörfunktion wieder herzustellen.
Mögliche Komplikationen bei operativen Eingriffen im Mittelohr sind Entzündungen des Ohrknorpels, Ohrensausen und Geschmacksstörungen. Bei der Mittelohr-Operation kann es außerdem möglicherweise zu Verletzungen von angrenzenden Strukturen wie dem Gesichtsnerv, dem Hör- und Gleichgewichtsorgan oder des Gehirns und der Hirnhäute kommen.
Nach der Mittelohr-Operation solltest du in den ersten Tagen versuchen, Niesen, Husten und heftiges Schnäuzen zu vermeiden. Auch starke körperliche Anstrengungen solltest du für mindestens acht Wochen vermeiden. Bis zur vollständigen Abheilung des Mittelohrs darf außerdem kein Wasser in deinen Gehörgang kommen. Um das zu verhindern, kannst du etwas Watte mit Olivenöl einfetten und damit das betroffene Ohr beispielsweise beim Haare waschen verschließen.
Mittelohrentzündung vorbeugen
Um dein Mittelohr optimal zu belüften, solltest du eventuell vorhandene Wucherungen im Nasen-Rachen-Raum (Polypen) chirurgisch entfernen lassen. Das ist bei Kindern vor allem dann sinnvoll, wenn die Kleinen mehr als drei Mittelohrentzündungen innerhalb eines halben Jahres haben und es dafür keine andere Erklärung gibt als die Polypen.
Um einer Mittelohrentzündung vorzubeugen, können du und deine Kinder mit ausreichender Bewegung an der frischen Luft, einer gesunden Ernährung sowie der Vermeidung von Stress das Immunsystem stärken. Zur Stärkung der Abwehrkräfte bei Kindern ab einem Jahr empfehlen Naturheilkundler im Frühjahr und im Herbst eine vier- bis sechswöchige Immunkur mit den Schüßler Salzen Ferrum phosphoricum (Nr.3), Silicea (Nr. 11) und Magnesium phosphoricum (Nr.7). Über Menge, Zeitpunkt der Einnahme und mehr berät dich dein naturheilkundlich tätiger Arzt oder Homöopath.
Wann ist eine Mittelohrentzündung vorbei?
Normalerweise ist eine Mittelohrentzündung nach zwei bis vier Wochen abgeheilt. Tritt die Mittelohrentzündung bereits im Säuglingsalter innerhalb des ersten Lebenshalbjahres auf, erhöht sich in der Regel die Wahrscheinlichkeit, dass es später immer mal wieder zu einer akuten Mittelohrentzündung kommt.
Bei einem Cholesteatom kann es trotz sorgfältig durchgeführter Operation nach etwa sechs bis zwölf Monaten zu Neubildungen kommen. Diese können in einer erneuten OP entfernt werden. Bei einer geringen Anzahl von Patienten mit Cholesteatom sind die Zerstörungen im Mittelohr so weit fortgeschritten, dass das Hörvermögen durch die Reparatur des Trommelfells mit einem Stückchen Muskelhaut nicht mehr möglich ist. Hier können individuell angepasste Hörgeräte Hilfe bieten.
Herpesbläschen auf den Lippen sind bei frühzeitiger Behandlung und mit sorgfältiger Hygiene in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen.
Was sind Lippenbläschen?
Lippenbläschen oder Lippenherpes werden durch das Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) ausgelöst. Fast jeder Mensch trägt das Herpesvirus in sich, doch nicht bei jedem sorgt es für die unschönen und lästigen Lippenbläschen. Meistens gelangt das Lippenherpes-Virus schon im Kindesalter zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion in deinen Körper. Das passiert unbemerkt durch Speichelkontakt, kleine Hautverletzungen oder über die Schleimhäute. Aber auch eine Weitergabe von einer im Genitalbereich mit Herpes Typ 1 oder Typ 2 (Genitalherpes) infizierten Mutter auf das Kind ist bei der Geburt möglich. Das wird als Herpes neonatorum bezeichnet.
Sobald es in deinen Körper gelangt ist, wandert das Herpesvirus über deine Nervenbahnen in die Nervenknoten und setzt sich dort fest. Hier verbleibt das Lippenherpes-Virus ein Leben lang in Warteposition. Das Virus bleibt für dich meist unbemerkt, weil dein Immunsystem seine Ausbreitung verhindert. Sind deine Abwehrkräfte jedoch geschwächt, wird das Lippenherpes-Virus aktiviert und wandert dann in deine Hautzellen im Lippenbereich. Dort vermehrt es sich und sorgt im Zuge des Abbauprozesses der Zellen für die lästigen Lippenbläschen.
Lippenbläschen, die durch das Herpes simplex-Virus Typ 1 oder Typ 2 ausgelöst werden, sind übrigens keine Aphthen, die umgangssprachlich als Pickel im Mund bezeichnet werden. Lies mehr zur Ursache, Therapie und Heilung von Aphthen.
Wie entsteht Lippenherpes?
Verursacht werden Lippenbläschen durch das Virus Herpes simplex Typ 1, selten auch durch Herpes simplex Typ 2 (Genitalherpes). Das Herpesvirus wird durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, beispielsweise durch Küssen oder gemeinsam benutzte Trinkgläser, Handtücher, Besteck oder Ähnliches. Das Lippenherpes-Virus greift deine obersten Hautzellen an, dringt aber ebenfalls in deine Nervenbahnen ein. Dort verbleibt es ein Leben lang. Durch bestimmte Auslöser kann das Lippenherpes-Virus dann aktiv werden und wieder an die Hautoberfläche wandern. Das Herpes simple-Virus wird durch ein geschwächtes Immunsystem reaktiviert.
Ein geschwächtes Immunsystem kann verursacht werden durch:
Infektionen.
Immunschwächekrankheiten wie Aids.
Medikamente aus der Gruppe der Immunsuppressiva oder Glukokortikoide.
Das Herpes simplex-Virus kann außerdem reaktiviert werden, wenn die von ihm infizierten Nervenknoten irritiertoder gereizt werden. Das kann beispielsweise passieren durch:
Menstruation: Ist die Monatsblutung der Auslöser für die Lippenbläschen, wird das Herpes menstrualis genannt.
Starke Sonneneinstrahlung: Durch UV-Strahlung kann es zu Herpes solaris kommen.
Traumata: Entstehende Lippenbläschen werden als Herpes traumaticus bezeichnet.
Dauerhafte seelische Anspannung und Stress.
Weitere Erkrankungen durch Herpesviren
Nicht nur Lippenbläschen, auch Herpes labialis genannt, können durch Herpes simplex-Viren vom Typ 1 ausgelöst werden. Das Herpesvirus kann bei der Erstinfektion im Kindesalter die Ursache der sogenannten Mundfäule (Gingivostomatitis herpetica) sein. Bei der Mundfäule entzünden sich Zahnfleisch und Mundschleimhaut.
Bei einer Herpeskeratitis oder Herpes corneae rufen die Herpesviren eine Hornhautentzündung hervor.
Die Herpes-Pharyngitis ist eine durch Herpesviren verursachte Rachenentzündung.
Bei Lippenherpes treten folgende Beschwerden meistens nacheinander auf:
Juckreiz, Kribbeln und Brennen auf den Stellen, an denen sich später die Herpesbläschen zeigen
Spannungsgefühl an der Lippe
Einige Stunden später, manchmal aber auch erst nach ein bis zwei Tagen nach den ersten Beschwerden durch Lippenbläschen, kommt es zu:
Schmerzhaften Bläschen gefüllt mit heller, später auch eitriger Flüssigkeit auf geröteter Haut. Hoch ansteckend ist bei Lippenherpes nur die virenhaltige Flüssigkeit in den Bläschen.
Kleinen schmerzhaften Wundflächen. Diese entstehen nach Aufplatzen der Bläschen.
Verkrusten der Herpesbläschen. Nach 5-10 Tagen heilen die Lippenbläschen meist narbenlos ab.
Möglich ist ein Anschwellen der Lymphknoten am Hals.
Manchmal greift der Lippenherpes auch auf andere Körperteile über. Bläschen können sich auf Wangen, Ohrläppchen, Augenlidern, Bindehaut, Hornhaut des Auges (Herpes simplex cornea), an den Gefäßmuskeln (Herpes simplex glutealis), am Naseneingang, bei Kleinkindern auch in der gesamten Mundhöhle, an den Fingern und hier vor allem am Nagelfalz bilden.
Lippenbläschen: Wann zu welchem Arzt?
Die Lippenbläschen kannst du mit einer frühzeitigen Behandlung gut selbst in den Griff bekommen. Zum Arzt solltest du gehen, wenn die Herpesbläschen länger als zehn Tage unverändert bestehen bleiben und wenn der Lippenherpes häufiger als sechsmal pro Jahr auftritt.
Wenn die Fieberbläschen auf andere Körperbereiche übergreifen und eindeutig identifiziert werden müssen, wenn der Herpes ständig erneut ausbricht oder Lähmungserscheinungen im Gesicht auftreten, solltest du ebenfalls einen Arzt aufsuchen. Bei deinem Hautarzt (Dermatologen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten) können virologische Testverfahren vorgenommen werden. Erahre mehr zu Diagnoseverfahren und Untersuchungen beim Dermatologen.
Auch bei einem geschwächten Immunsystem, bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, in der Schwangerschaft oder bei Lippenherpes im Säuglingsalter solltest du deinen Hautarzt bzw. Dermatologen bzw. Facharzt für Haut und Geschlechtskrankheiten um Rat fragen. Wann zum Hautarzt?
Hautärzte, die sich mit Kinderhauterkrankungen beschäftigen, tragen die Bezeichnungen Kinderdermatologie, Kinderdermatologe oder Pädiatrische Dermatologie und Allergologie.
Untersuchungen zum Nachweis des Herpesvirus
Im Labor lassen sich in einer Blutprobe Antikörper gegen das Herpesvirus nachweisen. Dazu kommt der ELISA-Test zum Einsatz. Die Abkürzung ELISA steht für enzyme-linked immunosorbent assay. Bei diesem labordiagnostischen Verfahren werden die Mechanismen deines Immunsystems ausgenutzt. Wird eine Substanz von deinem Immunsystem als fremd erkannt, bildet es Antikörper, die an ein in den Körper eingedrungenes fremdes Objekt (Antigen) andocken und es markieren. Diese sogenannte Antikörper-Antigen-Reaktion wird für den ELISA-Test verwendet. Soll ein bestimmtes Antigen nachgewiesen werden, müssen die dazu passenden Antikörper bekannt sein und zuvor mit verschiedenen gentechnischen oder zellbiologischen Verfahren hergestellt worden sein. Die Antikörper sind Immunglobuline. Das sind spezielle Proteine, die sich in ihrer Funktion und Struktur voneinander unterscheiden. Für die Antikörper-Antigen-Reaktion beim Lippenherpes sind es Immunglobuline der Klassen IgM und IgG. Ist in einer Probe das gesuchte Antigen vorhanden, fischen es die auf ein Trägermedium aufgebrachten Antikörper heraus. Dabei wird eine von Enzymen gesteuerte Reaktion ausgelöst, die zu einem sichtbaren Farbniederschlag führt.
Ein weiteres Verfahren zum Nachweis von Antikörpern gegen den Lippenbläschenerreger Herpes simplex-Virus Typ 1 ist die KBR. Die Abkürzung KBR steht für Komplementbindungsreaktion. Ein Komplement ist ein System aus Serumproteinen, die für die Abwehr von Infektionen verantwortlich sind. Wird das Komplement durch Antikörper (IgG und IgM)-Antigen-Reaktionen aktiviert, setzen diese Serumproteine eine Kettenreaktion zur Abwehr des Erregers in Gang. Bei der KBR wird der Verbrauch an Komplement bestimmt. Hierzu bedient sich das Labor eines standardisierten sogenannten hämolytischen Systems. Mit Anti-Erythrozyten-Antikörpern beladene Erythrozyten (rote Blutkörperchen oder Testerythrozyten) werden einer Blutserum-Probe zugesetzt. Erfolgte keine Antikörper (IgG und IgM)-Antigen(Virus)-Reaktion in der Probe, so liegt noch unverbrauchtes Komplement vor. Dieses löst dann die Testerythrozyten auf. Der Test auf das Herpes simplex-Virus Typ 1 ist dann negativ. Hat eine Antikörper-Antigen-Reaktion stattgefunden und wurde deswegen Komplement verbraucht, erfolgt kein bzw. ein abgeschwächter Zerfall der Testerythrozyten. Der Test auf das Herpes simplex-Virus Typ 1 ist dann positiv.
Hausmittel gegen Lippenherpes
Gegen Lippenherpes bzw. Lippenbläschen gibt es zahlreiche Hausmittel. Vorsichtig solltest du bei Zahnpasta oder Alkohol sein, der auf die Lippenbläschen aufgetragen werden soll und zur Austrocknung führen soll. Durch den bewirkten Austrocknungsprozess fallen die gebildeten Krusten zwar frühzeitig ab, aber auf der entstehenden offenen Wunde können sich andere Keime ansiedeln. Auf diese Weise kommt es häufig zu Infektionen, Narbenbildung und zur Verlängerung des Heilungsprozesses.
Wenn du Melissentinktur oder einen Löffel Honig auf eine Mullbinde aufträgst und mehrmals täglich auf deine Lippenbläschen auflegst, können leider nur die Symptome gelindert werden. Gegen das Lippenherpesvirus selbst sind Melisse und Honig ebenso wie Alkohol und Zahnpasta völlig wirkungslos.
Teebaumöl wirkt zwar desinfizierend, allerdings ist das Risiko für allergische Reaktionen erhöht.
Medikamente gegen Lippenherpes
Zurzeit gibt es leider noch kein Medikament, das die Herpesviren aus den infizierten Nervenknoten entfernen kann.
Transparente Herpes-Pflaster oder sogenannte Herpes-Patches enthalten keinen antiviralen (gegen Viren wirkenden) Wirkstoff. Sie können das Herpesvirus also nicht abtöten und können auch seine Vermehrung nicht verhindern. Herpes-Pflaster decken die Bläschen lediglich ab und schaffen unter dem Pflaster einen feuchten Raum, der die Abheilung unterstützt. Außerdem sorgt die Abdeckung mit einem Herpespflaster dafür, dass die lästigen Lippenbläschen nicht mit Essen und Trinken in Berührung kommen und dadurch nicht noch zusätzlich gereizt werden.
Cremes mit Virustatika-Wirkstoffen wie Aciclovir, Penciclovir und Foscarnet greifen in die Vermehrung der Herpesviren ein. Um das zu schaffen müssen die Wirkstoffe von einem Enzym der infizierten Zelle sowie von einem Enzym des Herpesvirus verändert werden. Die so entstandene Substanz verhindert, dass sich das Virus des Lippenherpes weiter vermehren kann. Herpescremes mit Aciclovir, Penciclovir und Foscarnet können jedoch den Ausbruch der Lippenbläschen nicht verhindern. Die Wirkstoffe können nicht so tief in die Haut eindringen, dass sie bis in die mit Herpesviren infizierten Nervenknoten transportiert werden könnten. Doch von hier aus startet jede Lippenherpes-Infektion.
Damit die Krankheitsdauer reduziert wird ist es wichtig, dass du die Herpes-Creme schon bei den ersten Symptomen wie Lippenspannen oder Kribbelgefühl aufträgst. Auch solltest du die Herpescreme regelmäßig auftragen und auf die Hygiene achten. Um die Herpesviren nicht durch den Kontakt mit den Händen zu verbreiten, solltest du die Herpes-Creme mit einem Wattestäbchen aufgetragen. Außerdem solltest du dir immer sorgfältig die Hände waschen und ein eigenes Handtuch benutzen. Manche Mittel gegen Lippenherpes enthalten als Konservierungsstoff Parabene. Wer darauf empfindlich reagiert, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker über Alternativen sprechen.
Leidest du unter einer Immunschwäche beispielsweise nach Organtransplantation oder bei Aids oder kommt es bei dir immer wieder zu Rückfällen, können die Virustatika auch in Form von Tabletten verabreicht werden. Sprich mit deinem Arzt und achte darauf, während der Behandlung viel Wasser zu trinken um Nierenfunktionsstörungen vorzubeugen
Lippenbläschen vorbeugen
Um Lippenherpes vorzubeugen ist Hygiene oberstes Gebot. Da das Herpesvirus hoch ansteckend ist solltest du darauf achten, alle Gegenstände des täglichen Lebens wie Gläser, Besteck oder Handtücher nicht zusammen mit anderen Menschen zu benutzen. Und auch wenn es schwer fällt: Küssen verboten und Hände weg von den Herpesbläschen. Das Herpesvirus kann bei Berührung sehr leicht auf andere Körperteile übertragen werden und das gilt es zu vermeiden.
Aufgrund der Ansteckungsgefahr solltest du die Herpesbläschen auch auf keinen Fall ausdrücken oder aufstechen. Denn die Flüssigkeit in den Bläschen enthält die ansteckenden Viren.
Risikofaktoren für den Ausbruch der Lippenbläschen sind Stress, Hautreizungen durch beispielsweise intensive Sonneneinstrahlung oder durch eine zahnärztliche Behandlung. Manchmal tauchen die Lippenbläschen auch vor Beginn der Menstruation auf. Kennst du deine Risikofaktoren, kannst du schon frühzeitig einem Herpes-Ausbruch entgegenwirken. Trage bereits beim ersten Kribbeln Virustatika auf deine Lippen auf, ebenso vor einem Zahnarztbesuch. Ein Sonnenschutz für die Lippen mit hohem UV-Faktor kann dem Herpes-Ausbruch durch Sonneneinstrahlung vorbeugen.
Stärke dein Immunsystem durch gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und seelisches Wohlbefinden. Ist dein Immunsystem intakt, desto schwerer hat es das Lippenherpes-Virus aktiv zu werden.
Ist Lippenherpes heilbar?
Lippenherpes ist zwar äußerst unangenehm und lästig, in der Regel aber völlig harmlos. Etwa 80-90 Prozent aller Menschen tragen das Herpes simplex-Virus in sich, doch nicht bei allen zeigt es sich in Form der lästigen Lippenbläschen. Manche Menschen bleiben ein Leben lang vor dem Ausbruch von Herpes verschont. Aber auch bei denen, die es regelmäßig erwischt, ist es in der Regel so, dass die Ausbrüche ab dem 35. Lebensjahr seltener werden. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn sich das Herpesvirus auf andere Körperteile ausbreitet. Ebenso, wenn der Lippenherpes häufiger als sechsmal pro Jahr auftritt und die Symptome nach über zehn Tagen noch unverändert stark anhalten. Dein Hautarzt steht dir bei allen Fragen rund um das Herpesvirus mit Rat und Tat zur Seite.