Kategorien
Interviews

Immuntraining macht stark gegen Infektionen

Junge Leute haben auf DocInsider die Tipps zur Stärkung des Immunsystems gelesen und hüpfen im Sonnenuntergang auf dem Sand am Meer.
Bewegung an der frischen Luft stärkt dein Immunsystem zu jeder Jahreszeit.

Wie funktioniert dein Immunsystem?

Dein Immunsystem ist ein großes Zusammenspiel von vielen miteinander verbundenen und aufeinander aufbauenden Vorgängen in deinem Körper. Aufgabe deines Immunsystems ist es, fremde oder giftige Substanzen sowie Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten abzuwehren. Ebenso beseitigt dein Immunsystem fehlerhafte oder kranke körpereigene Zellen.

Dein Immunsystem besteht aus verschiedenen Organen, wie Knochenmark (hier werden die Immunzellen gebildet), Thymus, Milz, Mandeln, Lymphknoten sowie aus verschiedenen Geweben, Zelltypen und Molekülen.

Alle Zellen, die an deiner körpereigenen Immunabwehr beteiligt sind, gehören zu den Leukozyten, also den weißen Blutkörperchen. Wichtige Untergruppen der weißen Blutkörperchen sind Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten. Was deren Aufgaben sind und was erhöhte und erniedrigte Werte bedeuten, liest du im DocInsider-Artikel zum weißen Blutbild.

Als Immunantwort, auch Immunreaktion genannt, wird die Reaktion deines Immunsystems auf eingedrungene Krankheitserreger bezeichnet. Immunantworten können nach Entwicklungszeitpunkt (angeborene oder erworbene Immunantwort) oder nach den beteiligten Komponenten (zelluläre und humorale Immunreaktion) eingeteilt werden. Die zelluläre und humorale Immunantwort sind Teile der erworbenen Immunabwehr.

Erste Abwehr durch das angeborene Immunsystem

Jeden Tag bist du vielen möglichen Krankheitserregern und Fremdstoffen ausgesetzt. Damit davon nichts in deinen Körper gelangt und dich möglicherweise krank macht, gibt es natürliche Schutzbarrieren. Dazu zählen deine Haut und deine Schleimhäute, aber auch Entzündungsreaktionen zur Abwehr von Fremdkörpern oder Infektionen. Blutbestandteile, die kranke oder fehlerhafte Zellen zerstören können, zählen ebenfalls zu deinem angeborenen oder unspezifischen Immunsystem.

Das unspezifische Immunsystem trägt diese Bezeichnung, weil es nicht auf eine ganz spezielle Bedrohung reagiert, sondern auf alles, was deinem Körper fremd ist. Deine angeborene Immunabwehr ist also in der Lage, zwischen körpereigenen Zellen und fremden „Eindringlingen“ zu unterscheiden. Hierfür benutzt dein unspezifisches Immunsystem den sogenannten Haupthistokompatibilitätskomplex oder Hauptgewebeverträglichkeitskomplex, kurz MHC (von englisch major histocompatibility complex). MHC besteht aus einer Gruppe von Genen, auf denen die Informationen zum Aufbau von Proteinen liegen, die für die Immunerkennung und die Gewebeverträglichkeit bei Transplantationen wichtig sind. Jede deiner Körperzellen besitzt diesen „genetischen Pass“. Körperfremden oder erkrankten Zellen fehlt hingegen der MHC und daher werden sie bekämpft.

Alle Zellen des angeborenen Immunsystems können sich aktiv über das Blut in deinem Körper fortbewegen. Auf diese Weise gelangen sie an die Orte, an denen sie benötigt werden. Die Zellen des unspezifischen Immunsystems befinden sich aber auch in der Lunge. Hier entfernen sie eingeatmete Fremdkörper, Staub oder Teer von Tabakrauch.

Fresszellen, Killerzellen und andere Zellen des unspezifischen Immunsystems

Dein unspezifisches Immunsystem kann etwa 90 Prozent aller Infektionen selbständig bekämpfen. Bereits beim ersten Kontakt mit einem Allergen, also einem körperfremden Stoff wie einem Krankheitserreger, Fremdstoff oder Fremdkörper, wird eine Reihe von Abwehrmechanismen in Gang gesetzt. Hierbei kommen verschiedene Untergruppen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) zum Einsatz.

Neutrophile, eosinophile und basophile Granulozyten

Ein Granulozyt ist eine Zelle mit einer körnigen Struktur (Granula). Je nachdem mit welchen Farbstoffen Granulozyten sich bei einer Untersuchung im Labor anfärben und damit unter dem Mikroskop sichtbar machen lassen, gibt es neutrophile (anfärbbar mit neutralen Farbstoffen), eosinophile (anfärbbar mit dem Farbstoff Eosin) und basophile (anfärbbar mit basischen Farbstoffen) Granulozyten. Alle Granulozyten leben nur etwa zwei bis drei Tage. Dann sterben sie ab und werden erneuert.

  • Neutrophile können Bakterien‎, Viren‎ und Pilze‎, infizierte Körperzellen und Tumorzellen direkt auffressen und verdauen. Dafür bilden sie Ausläufer, mit denen sie den Feind umhüllen. In ihren Körnchen (Granula) befinden sich Enzyme für die Verdauung der unschädlich gemachten Erreger oder entarteten Körperzellen. Um Krankheitserreger in Organen bekämpfen zu können, verlassen Neutrophile die Blutbahn und wandern in die Organe ein.
  • Eosinophile helfen bei der Abwehr von Infektionen durch Würmer und andere Parasiten‎. Die eosinophilen Granulozyten enthalten in ihren Granula basische Enzyme, die Parasiten abtöten und gleichzeitig anderen Eosinophilen als Signal dienen, um zur Unterstützung bei der Erregerbekämpfung anzurücken. Auch an allergischen Reaktionen sind Eosinophile beteiligt.
  • Basophile Granulozyten spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Abwehr von Parasiten und sind am Auftreten allergischer Reaktionen beteiligt. Ihre Granula enthalten hauptsächlich Histamin. Aber auch den sogenannten Plättchenaktivierenden Faktor (PAF). Dieser stimuliert die Blutplättchen (Thrombozyten) und leitet die Blutgerinnung ein. Das ist bei Verletzungen deiner Haut sehr wichtig, denn hierbei bilden die Blutplättchen den Wundverschluss und verhindern, dass Krankheitserreger eindringen.

Natürliche Killerzellen löschen virusinfizierte Zellen aus

Natürliche Killerzellen, kurz NK-Zellen, sind für die Abtötung von krankhaft veränderten oder von Viren befallenen Körperzellen zuständig. Im Gegensatz zur spezifischen Immunabwehr, die hauptsächlich von T- und B-Zellen bereitgestellt wird, benötigen natürliche Killerzellen (NK-Zellen) für ihre Funktion keine vorherige Sensibilisierung. Sie können unmittelbar virusinfizierte Zellen oder Tumoren auslöschen. Die natürlichen Killerzellen besitzen keinen spezifischen Rezeptor (Andockstelle) für ein bestimmtes Antigen. Sie könnten rein theoretisch also alle anderen Körperzellen binden und vernichten. Damit sie das nicht tun kommt der MHC, der genetische Pass jeder Körperzelle, zum Einsatz. Körperfremden oder erkrankten Zellen fehlt der MHC. Denn die MHC-Moleküle werden von vielen Zellen nach Virusinfektionen oder bei Tumorentstehung herunterreguliert, was sie vor einem etwaigen Angriff durch T-Zellen schützt. Der Verlust an MHC bei erkrankten und infizierten Zellen führt bei NK-Zellen allerdings zur Aktivierung und sie beseitigen die virusinfizierten Zellen und Tumoren.

Makrophagen zerlegen Erreger

Sogenannte Monozyten können aus dem Blut in dein Gewebe wandern und sich dort in Fesszellen (Makrophagen) umwandeln. Fresszellen (Makrophagen) haben den ersten Kontakt mit Krankheitserregern. Sie nehmen die Krankheitserreger in sich auf, töten die Erreger ab und zerlegen sie in kleinere Einzelteile. Diese Fragmente präsentieren die Fresszellen als körperfremde Antigene auf ihrer Oberfläche für andere Abwehrzellen. Gleichzeitig schütten die Fresszellen Botenstoffe aus. Diese wiederum locken andere Abwehrzellen wie T- und B-Lymphozyten an.

Dendritische Zellen aktivieren T-Lymphozyten

Eine Schnittstelle zwischen angeborener und erworbener Immunantwort sind die dendritischen Zellen. Sie entwickeln sich aus Monozyten (Fresszellen) und kommen in fast allen deinen Körpergeweben vor. Besonders hoch ist ihre Konzentration in Mund- und Nasenschleimhaut, der Lunge und im Magen-Darm-Trakt. Die dendritischen Zellen gehören zu den Antigen-präsentierenden Zellen. Sie machen Antigene von Erregern (beispielweise Viren oder Bakterien) an ihrer Zelloberfläche sichtbar (präsentieren sie) und aktivieren dadurch insbesondere die T-Lymphozyten.

Antikörperbildung durch die erworbene Immunabwehr

Deine erworbene oder spezifische Immunantwort besteht aus der humoralen und/oder zellulären Immunreaktion deines Körpers. Dabei entwickelt dein Körper spezifische Antikörper, die an die körperfremden Eindringlinge andocken und sie bekämpfen. Spezifische Antikörper heißt, dass im Unterschied zum unspezifischen Abwehrsystem die Immunzellen auf ganz bestimmte Krankheitserreger spezialisiert sind.

Dein Immunsystem lernt im Laufe deines Lebens immer mehr Erreger und körperfremde Stoffe kennen und speichert deren Strukturen ab, um die Eindringlinge beim erneuten Aufeinandertreffen schneller und besser bekämpfen zu können. Das erworbene oder spezifische Immunsystem besteht aus zwei Zelltypen der Lymphozyten: T-Zellen und B-Zellen.

T-Zellen machen Erreger unschädlich

T-Lymphozyten, auch T-Zellen genannt, können Erreger oder Viren direkt angreifen und unschädlich machen. Deine T-Zellen patrouillieren ständig durch dein Blut und deine Lymphorgane (das sind unter anderem Thymus, Milz, Lymphknoten und Mandeln). Auf ihrer Oberfläche tragen die T-Zellen sogenannte Rezeptoren. Das sind Eiweiße, mit denen sie erkennen können, wenn eine Fresszelle (Makrophage) einen Teil eines Krankheitserregers präsentiert.

Erkennt eine T-Zelle ein Antigen, wird sie dazu angeregt sich zu vermehren. Es entstehen viele T-Zellen, die alle denselben, gegen das spezifische Antigen gerichteten Rezeptor tragen. Dabei entstehen verschiedene Unterformen der T-Zellen, die T-Helferzellen. T-Helferzellen können selbstständig Erreger abtöten und spielen eine wichtige Rolle in der weiteren Immunabwehr.

B-Zellen bilden Antikörper

Zur Bildung von Antikörpern greift dein spezifisches Immunsystem auf B-Zellen (B-Lymphozyten) zurück. B-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen. Sobald B-Zellen auf krankmachende Eindringlinge in deinem Körper treffen, reifen sie zu sogenannten Plasmazellen heran und bilden Antikörper.

Diese winzigen Eiweißstoffe heften sich an körperfremde, eingedrungene Erreger und Fremdstoffe (Allergene) an, halten sie fest oder blockieren den Eintritt in deine Zellen. Gleichzeitig kennzeichnen Antikörper die Erreger und Antigene auf diese Weise für deine weitere Immunabwehr. Somit können sie von anderen Teilen deines Immunsystems bekämpft werden.

Die B-Zellen tragen wie die T-Zellen einen Rezeptor auf ihrer Oberfläche, mit denen sie Krankheitserreger erkennen können. Sie können das jeweilige Antigen auch ähnlich wie die Fresszellen in sich aufnehmen, zerkleinern und auf ihrer Oberfläche präsentieren. Trifft eine T-Helferzelle mit ihrem speziellen Rezeptor auf eine B-Zelle, die wiederum Teile des Krankheitserregers (Antigen) auf ihrer Oberfläche trägt, bilden die T-Zelle und die B-Zelle eine Arbeitseinheit. Durch die Wechselwirkung zwischen den Zellen werden von den T-Zellen Botenstoffe ausgeschüttet, die die B-Zellen aktivieren und dazu anregen, sich in Plasmazellen umzuwandeln.

Plasmazellen und Gedächtniszellen

Plasmazellen produzieren Abwehrmechanismen, die genau auf diesen einen speziellen Krankheitserreger abgestimmt sind: die Antikörper (Immunglobuline). Antikörper sind kleine, im Blut schwimmende Eiweiße, die Krankheitserreger erkennen und binden. Dadurch werden die Erreger für Fresszellen und Killerzellen erkenntlich gemacht. Außerdem können sie bereits durch die Bindung „harmlos“ gemacht werden. Dieser Vorgang heißt Neutralisierung.

Neben den Plasmazellen entstehen aus den B-Zellen auch die sogenannten Gedächtniszellen. Diese Zellen produzieren selbst zunächst keine Antikörper, bleiben dem Körper aber lange erhalten. Kommt es erneut zum Kontakt mit dem Krankheitserreger, „erinnert“ sich dein Immunsystem anhand der B-Gedächtniszellen. Die Gedächtniszellen werden aktiviert, wandeln sich zu Plasmazellen um und bilden augenblicklich Antikörper, die den Krankheitserreger unschädlich machen.

Humorale Immunantwort durch B-Zellen

Als humorale Immunantwort wird die Antikörperproduktion der B-Zellen bezeichnet. Humoral leitet sich ab vom lateinischen Wort humor, was Feuchtigkeit oder Flüssigkeit bedeutet. Bei der humoralen Immunantwort werden in den Körperflüssigkeiten frei vorkommende Erreger durch die Antikörper gebunden, dadurch unschädlich gemacht und für den Abbau durch Makrophagen (Fresszellen) vorbereitet.

Zelluläre Immunantwort durch T-Zellen

Die zelluläre Immunantwort richtet sich gegen Erreger, die sich in deinen Körperzellen befinden. Wenn Zellen deines angeborenen Immunsystems fremde Stoffe oder Erreger aufnehmen, sie zerlegen und Teile davon den noch inaktiven T-Zellen in den Lymphknoten präsentieren, werden T-Zellen mit dem passenden Rezeptor für das präsentierte Antigen aktiviert. Für die zelluläre Immunantwort gibt es zwei Typen von T-Zellen: T-Helferzellen helfen bei der Aktivierung der Antikörperproduktion durch B-Zellen. Zytotoxische T-Zellen können körpereigene Zellen, die mit einem Krankheitserreger infiziert sind, abtöten. Sie sind vor allem an der Bekämpfung von Virusinfektionen beteiligt. Einige der aktivierten T-Zellen entwickeln sich zu T-Gedächtniszellen. Die Gedächtniszellen bleiben noch lange nach der Infektion in deinem Blut, um bei einer erneuten Infektion sofort reagieren zu können.

Das Immungedächtnis

Die beim Erstkontakt mit dem Erreger im Rahmen der sogenannten primären Immunantwort gebildeten T- und B-Gedächtniszellen sind der Grundstock für dein Immungedächtnis. Bei einem erneuten Auftreten des gleichen Antigens kann die Abwehr bei der sekundären Immunantwort ohne Umwege und blitzschnell aktiviert werden. Dieses Prinzip machen sich Impfungen zunutze. Denn durch den Impfstoff lernt dein Immunsystem den Erreger oder Erregerbestandteile kennen und setzt beim Kontakt mit dem echten Erreger das auf ihn spezialisierte Abwehrsystem in Gang. Dein Immungedächtnis ist übrigens auch der Grund dafür, dass manche Infektionskrankheiten nur einmal im Leben auftreten können.

Was schwächt dein Immunsystem?

Ist dein Immunsystem geschwächt haben es krankmachende Erreger leicht sich in deinem Körper zu verbreiten. Deine Abwehrkräfte können durch verschiedene Faktoren eingeschränkt sein und werden. Zu diesen Immunschwächern zählen beispielsweise:

  • Immundefekte
  • Medikamente wie Immunsuppressiva, die die körpereigene Abwehr unterdrücken
  • Krebserkrankungen
  • Infektion mit HIV (Humanes Immundefizienz-Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus oder Menschliches Immundefekt-Virus)
  • Organtransplantationen
  • Mangelernährung wie beispielsweise bei Magersucht. Lies mehr über Essstörungen bei unseren ICD-10 Diagnosekürzeln unter F50.
  • Einseitige Ernährung, die zu einer Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen führt. Insbesondere Zinkmangel schwächt die Immunabwehr. Gute Zink-Lieferanten und Normalwerte für Zink.
  • Übermäßiger Konsum von Alkohol und Nikotin
  • Beruflicher und privater Dauerstress
  • Schlafmangel. Was tun bei Schlafstörungen?
  • Bewegungsmangel
  • Körperliche Überbelastung, zum Beispiel durch Leistungssport
  • Übergewicht

Was stärkt dein Immunsystem?

Dein Immunsystem ist stark, wenn es leistungsfähig arbeitet und gut mit schädlichen Einflüssen fertig wird. Deine Abwehrkräfte kannst du zum Beispiel folgendermaßen stärken:

  • Reduziere Stress, indem du Entspannungstechniken wie Atemübungen, Yoga, Qigong und Meditation lernst. Oder einfach mal wieder ein Buch liest, dich beim Training auspowerst, etwas Leckeres kochst, Gartenarbeit machst, Reisen planst – alles, was dir gut tut, kannst du als Stress-Ausgleich nutzen. Denn: Akuter Stress stärkt zwar kurzfristig die unspezifische Abwehr, doch die spezifische Abwehr wird vorübergehend geschwächt. Dauerstress wirkt sich auf beide Abwehrformen negativ aus.
  • Wirf einen Blick auf das Immunsystem deiner Seele, die Resilienz.
  • Ernähre dich ausgewogen, am besten saisonal mit viel frischem Gemüse und Obst. Das liefert wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe für deinen Darm und deine Darmflora. Besonders gut für die Immunabwehr sind zum Beispiel Brokkoli, Kohl, Mohrrüben, Tomaten, Knoblauch, Spinat, dunkle Beeren und Trauben, Zitrusfrüchte und NüsseVitaminfreundlich kochen und lagern.
  • Bewege dich regelmäßig an der frischen Luft, treibe Sport, aber überanstrenge dich nicht.
  • Tanke Sonne: Dann kann dein Körper Vitamin D produzieren und damit die Funktion deines Immunsystems unterstützen.
  • Trinke ausreichend (mindestens 1,5 Liter pro Tag), damit Körper und Geist fit bleiben, die Schleimhäute feucht und der antibakterielle Speichel flüssig.
  • Achte auf ausreichend erholsamen Schlaf, damit du am Morgen ausgeruht aufwachst. Da die Zahl der Abwehrzellen während des Schlafes steigt, sorgen Schlafmangel und damit eine geringere Zahl an Abwehrzellen für eine höhere Infektanfälligkeit.
  • Wasche dir regelmäßig und gründlich die Hände, damit krankmachende Erreger nicht in dein Gesicht und in die Schleimhäute von Augen, Mund oder Nase gelangen. Lies, wie  Handhygiene in Infektionszeiten funktioniert.
  • Rauchen und Alkohol bitte nur in Maßen. Denn Rauchen und Alkohol schwächen dein Immunsystem.
  • Wechselduschen: Stelle beim Duschen warmes und kaltes Wasser abwechselnd ein und beende alles mit kaltem Wasser. Der Wechsel zwischen warm und kalt trainiert deine Immunabwehr.
  • Lüfte regelmäßig: Die richtige Temperatur (ungefähr 20 Grad Celsius) und eine ordentliche Portion Sauerstoff fördern die Funktion deines körpereigenen Abwehrsystems. Zu warme oder zu kalte Luft belasten hingegen die Abwehrkräfte.

Um das Immunsystem eines Kindes aufzubauen, bedarf es einiger Infektionen. Denn jeder dieser Infekte trainiert und stärkt das Abwehrsystem. Auch bei Erwachsenen können wiederkehrende Reizungen des Immunsystems eine konstante Stimulation bedeuten. Das hält die Zellen deines Immunsystems aktiv und leistungsfähig.

Kategorien
Interviews

Corona-ABC

Finger fährt auf der Suche nach den Begriffen im Corona-ABC von DocInsider über ein aufgeschlagenes Lexikon
Die Corona-Pandemie brachte nicht nur viele Veränderungen in Beruf und Alltag mit sich, sondern auch viele Fachbegriffe ans Licht der Öffentlichkeit.

Corona-Fachbegriffe einfach erklärt

Im Zusammenhang mit SARS-CoV-2, Covid-19 und der Corona-Pandemie fallen in den Medien und bei Experten unzählige medizinische Fachbegriffe. Höchste Zeit für ein kleines Corona-Lexikon von A wie Atemschutzmaske bis Z wie Zoonose.

Lies in unserem Beitrag Coronavirus-Check mehr zur Erkrankung Covid-19 und dem auslösenden Erreger SARS-CoV-2. Hier erfährst du außerdem, wie du dich und andere schützen kannst und was du tun solltest, wenn du Kontakt zu einem Infizierten hattest oder glaubst, selbst infiziert zu sein.

Abstandsregel

Vorschrift über einen einzuhaltenden Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen, um eine Übertragung von SARS-CoV-2 zu vermeiden. Weitere Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Covid-19.

ACE2

ACE2 ist die Abkürzung für Angiotensin-konvertierendes Enzym 2. Das ist ein Enzym, das sich in der Zellwand befindet. Das Coronavirus SARS-CoV-2 verwendet ACE2 als Eintrittspforte in die menschliche Wirtszelle. ACE2 ist die Andockstelle (Rezeptor) für das Spike-Protein des Coronavirus. An welchen Stellen in deinem Körper sich SARS-CoV-2 ausbreiten kann, ist unter anderem abhängig von der Dichte der ACE2 Rezeptoren in den jeweiligen Geweben. Eine hohe ACE2-Dichte befindet sich in deinem Atemwegstrakt, im Darm, in Gefäßzellen, in der Niere und im Herzmuskel.

Aerosol

Ein Aerosol ist ein Gemisch aus festen und flüssigen Schwebeteilchen. Beim Husten und beim Niesen bilden die dabei freigesetzten virenhaltigen Tröpfchen in der Luft ein Aerosol.

Ätiologie

Die Ätiologie beschäftigt sich mit den Ursachen für die Entstehung einer Krankheit. Ätiologisch bedeutet die Ursachen betreffend.

AHA-Regeln

Die AHA + A + L-Regel beschreibt Verhaltensregeln, um sich und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. AHA steht für Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske (Mund-Nasen-Schutz als OP-Maske oder bevorzugt FFP2-Maske) tragen. + A bedeutet Corona-Warn-App nutzen und + L bedeutet Lüften.

Antigene

Antigene sind Eiweiße, die dein Immunsystem als fremd erkennt und zu deren Abwehr es Antikörper bildet.

Antigentest

Während Antikörpertests auf Blutproben basieren und erst etwa zwei Wochen nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 nachweisen können, ob du eine Corona-Infektion durchgemacht hat, können Antigentests bei Verdacht und zum Nachweis einer aktiven SARS-CoV-2-Infektion mithilfe eines Nasen-Rachen-Abstrichs gemacht werden.

Antikörper

Antikörper sind von deinem Immunsystem gebildete Abwehrstoffe, die Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze bekämpfen. Antikörper werden immer dann gebildet, wenn Fremdstoffe (Antigene) in deinen Körper eindringen. Jeder einzelne Antikörper passt zu einem bestimmten Fremdstoff.

Hast du Antikörper in dir, funktionieren diese wie ein „Immungedächtnis“. Kommst du also ein weiteres Mal mit einem Krankheitserreger in Kontakt, gegen den bereits Antikörper gebildet wurden, können diese Antikörper sich genau an ihn „erinnern“ und sofort reagieren.

Antikörpertest

Corona-Antikörpertests sind Verfahren, bei denen dein Blut auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 untersucht wird.

Antikörpertests weisen nicht das Coronavirus selbst oder eine akute Infektion nach. Sie beantworten die Frage, ob du schon einmal Kontakt mit dem Coronavirus hattest und Antikörper dagegen gebildet hast.

Es gibt verschiedene Typen von Abwehrstoffen im Blut, die sich Tests zunutze machen können. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Immunglobuline. Immunglobulin M, kurz IgM, wird von deinem Körper in der Frühphase einer Infektion gebildet. Diese Antikörper sind also die erste Reaktion deines Immunsystems beim Kontakt mit Antigenen. Daher steigt der IgM-Wert im Blut zu Beginn einer Infektion besonders stark an.

Im späteren Verlauf einer Infektion werden IgG-Antikörper gebildet. Diese Zweit-Antikörper (weil sie nach den Erst-Antikörpern IgM gebildet werden) passen sich besser an die Erreger an und verbleiben länger in deinem Körper als IgM-Antikörper.

Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 benötigt dein Körper ein paar Tage, bis er überhaupt Antikörper gebildet hat. Spezifische Antikörper, das heißt gegen das Coronavirus gerichtete Antikörper, sind in der Regel erst nach 14 Tagen nachweisbar.

Das Erbgut des Coronavirus zum direkten Nachweis einer akuten Infektion kann mittels PCR-Nachweis aufgespürt werden.

Atemschutzmaske

Zum Schutz vor Covid-19 herrscht in allen deutschen Bundesländern eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften. Es gibt verschiedene Typen von Atemschutzmasken: zertifizierte medizinische Mundschutze, selbstgenähte Masken aus Stoff (Behelfsmasken) und professionell gefertigte, nicht zertifizierte MNS-Halbmasken. Lies mehr zur Schutzwirkung von Corona-Masken und zu Corona-Schutzmasken richtig anlegen, tragen und reinigen.

Attenuiert

Attenuiert bedeutet abgeschwächt oder vermindert. Eine Attenuierung oder Attenuation ist der medizinische Fachausdruck für eine Verminderung der krankmachenden Eigenschaften eines Erregers wie SARS-CoV-2. Die Vermehrungsfähigkeit des Erregers bleibt bei der Attenuation jedoch erhalten oder wird nur gering herabgesetzt. Die Attenuierung wird unter anderem bei Impfstoffen genutzt, in denen der Erreger, vor dem die Impfung schützen soll, in abgeschwächter Form enthalten ist. Beispiele für solche Lebendimpfstoffe sind Impfungen gegen Masern und Mumps. Lies mehr zur Wirkungsweise von Lebensimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Ausbreitungsgeschwindigkeit

Siehe Verdopplungsrate.

Basisreproduktionszahl

Die Basisreproduktionszahl R0 wird auch R-Wert genannt und gibt an, wie viele Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person durchschnittlich ansteckt. Damit die Zahl der an Covid-19 erkrankten Menschen auf lange Sicht nicht weiter ansteigt, die Anzahl der Neuinfektionen sinkt und unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird, sollte laut Experten R0 möglichst unter 1 liegen. Dann steckt ein mit SARS-CoV-2 Infizierter im Durchschnitt weniger als eine andere Person mit dem Coronavirus an.

Bei einer Reproduktionszahl von 1 bleibt die Anzahl der Covid-19-Erkrankten konstant. Bei R-Werten unter 1 nimmt sie ab. Je kleiner also die Basisreproduktionszahl bzw. der R-Wert, desto besser.

Blutserum

Flüssiger Teil deines Bluts ohne rote und weiße Blutzellen, ohne Blutplättchen und ohne Gerinnungsfaktoren.

Booster

Im Zusammenhang mit der Impfung gegen Covid-19 ist mit Booster (Verstärker) die Verabreichung einer weiteren Dosis eines zugelassenen Impfstoffes bei bereits vollständig Geimpften gemeint. Als Boostereffekt wird eine Erinnerungsreaktion und Sekundärantwort deines Immunsystems bezeichnet. Also eine verstärkte und beschleunigte Antwort deines Immunsystems bei erneutem Kontakt mit einem Antigen.

Bundes-Notbremse

Mit der Bundes-Notbremse ist das Infektionsschutzgesetz in Deutschland zum 24. April 2021 geändert worden. Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei Tage hintereinander über den Wert von 100 steigt, gelten jetzt landesweit einheitliche Regelungen für den Corona-Lockdown. Die folgenden Einschränkungen sind erst einmal befristet bis zum 30. Juni 2021, noch strengere Regeln in den einzelnen Bundesländern sind weiter möglich:

  • Kontaktbeschränkungen: Angehörige eines Haushalts dürfen sich mit einer weiteren Person treffen.
  • Nächtliche Ausgangssperre: Ab 22 Uhr bis 5 Uhr gilt in den betroffenen Kreisen und kreisfreien Städten eine Ausgangssperre. Draußen aufhalten dürfen sich dann nur Personen, die zwingende berufliche Gründe oder Notfälle nachweisen können. Joggen und Spaziergänge sollen für Einzelpersonen bis Mitternacht erlaubt sein.
  • Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien oder Apotheken bleiben geöffnet. Im Einzelhandel soll unabhängig von der Inzidenz das Abholen bestellter Waren („Click & Collect“) sowie bei einer Inzidenz bis 150 das Einkaufen mit Test und Terminbuchung („Click & Meet“) weiterhin möglich sein. Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie die Gastronomie dürfen nicht öffnen.
  • Schulen: Präsenzunterricht gibt es nur, wenn alle Schüler mindestens zwei Mal pro Woche getestet werden können. Ab einer Inzidenz von 100 ist Wechselunterricht vorgeschrieben. Das gilt allerdings nur bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165. Steigt der Wert darüber, müssen Schulen schließen und auf Distanzunterricht wechseln.
  • Arbeit: Im Infektionsschutzgesetz ist die Pflicht zum Homeoffice verankert. Arbeitgeber müssen dies anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegen vorliegen. Ist kein Homeoffice möglich, müssen Arbeitgeber Tests anbieten.
  • Sport: Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen weiter möglich sein.

Corona-Test

Beim Corona-Test wird ein Abstrich aus deinem Rachen und der Nase genommen. Dieser Abstrich wird auf das Coronavirus SARS-CoV-2 untersucht. Beim PCR-Test erfolgt die Probeentnahme beim Arzt oder im Testzentrum durch medizinisches Personal, die Auswertung geschieht im Labor. Hier werden die Proben auf das Viren-Erbgut untersucht. Sind Teile des Virus-Erbgutes nachweisbar, liegt eine Infektion mit dem Coronavirus vor. Was bedeuten positive und negative Ergebnisse bei Corona-Tests?

Sogenannte Antigen-Schnelltests und Selbsttests sind nur Momentaufnahmen, mit einer höheren Fehlerquote behaftet als der PCR-Test, liefern das Ergebnis aber in 15-30 Minuten.

Coronaviren

Es gibt nicht nur das Coronavirus, das im Jahr 2020 die Welt in Atem hält. Coronaviren gehören zu einer großen Familie von Viren, die verschiedene Krankheiten deiner Atemwege verursachen können. Corona ist Lateinisch und bedeutet Kranz oder Krone. Coronaviren werden so genannt, weil sie unter dem Elektronenmikroskop aussehen, als seien sie von einem Kranz umgeben.

Covid-19

Covid-19, auch COVID-19 geschrieben, ist die Abkürzung für Coronavirus Desease 2019. Das ist die Atemwegserkrankung, die durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Doch nicht alle Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, erkranken automatisch an Covid-19. Weitere Infos zu Symptomen von Covid-19, zu Corona-Risikogruppen und mehr erhältst du in unserem Artikel Coronavirus-Check.

Ct-Wert

Ct ist die Abkürzung für threshold cycle, was auf deutsch etwa mit „Schwellenzyklus“ übersetzt werden kann. Das bezieht sich auf die Verdopplungszyklen beim PCR-Test. Mit diesem lässt sich im Labor das Genmaterial eines Virus vervielfältigen und damit nachweisen. Im Fall von SARS-CoV-2 sind das bestimmte RNA-Abschnitte. Der Ct-Wert beschreibt, ob wenige oder viele Verdopplungszyklen durchlaufen werden, bevor die Messkurve nach oben schießt und damit ein verlässlicher Nachweis für das Vorhandensein von Viren-RNA erbracht ist.

Dunkelziffer

Die Dunkelziffer steht für die Anzahl der unentdeckten Fälle von Covid-19. Da nicht alle Menschen auf SARS-CoV-2 getestet werden können, liegen dem Robert Koch-Institut nur die Zahlen von gemeldeten positiven Laborergebnissen vor. Unbekannt ist dagegen, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind oder waren.

Durchseuchungsrate

Die Durchseuchungsrate beschreibt den Verbreitungsgrad einer Infektionskrankheit wie Covid-19. Auch bereits wieder Genesene sowie Menschen, die nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert sind, aber keine Symptome zeigen, werden bei der Durchseuchungsrate erfasst. Die Durchseuchungsrate gibt also an, wie viele Menschen in einer Gruppe  mit einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 infiziert sind oder von einer Erkrankung wie Covid-19 betroffen sind oder waren.

ELISA-Test

Der Enzym-linked immunosorbent assay, kurz ELISA, ist ein enzymbasierter Immuntest. Mit dem ELISA-Test kann die Konzentration von Antikörpern in deinem Blut bestimmt werden.

Endemie

Eine Endemie ist ein örtlich begrenztes Auftreten einer Infektionskrankheit wie Covid-19. Die Region, in der eine solche Infektionserkrankung auftritt, heißt Endemiegebiet. Eine Krankheit, die in bestimmten Regionen regelmäßig auftritt, wird als endemisch bezeichnet.

Epidemie

Bei einer Epidemie kommt es in einem bestimmten geografischen Gebiet innerhalb eines begrenzten Zeitraums zu einer sehr großen Zahl an Krankheitsfällen mit derselben Ursache. 

Epidemiologie

Die Epidemiologie beschäftigt sich mit den Ursachen, der Verbreitung und den Folgen von Krankheiten, die den Gesundheitszustand der Bevölkerung beeinflussen. Epidemiologen untersuchen, welche Bedingungen es einem Virus wie SARS-CoV-2 erleichtern oder erschweren sich in der Bevölkerung auszubreiten.

Epizentrum

Das Corona-Epizentrum ist der Bereich, von dem das Infektionsgeschehen vorrangig ausgeht beziehungsweise an dem sich die Fälle von Covid-19-Erkrankungen sehr stark konzentrieren.

Eradikation

Als Eradikation wird die vollständige Entfernung eines Krankheitserregers wie SARS-CoV-2 aus deinem Körper oder aus der gesamten Bevölkerung bezeichnet.

Escape-Mutation

Mit eine Escape-Mutation, aucht Fluchtmutation genannt, ist das mutierte Coronavirus SARS-CoV-2 in der Lage, der Immunantwort des Körpers zu entkommen. Was sind Mutationen?

Durch die Fluchtmutation E484K wird beim Coronavirus SARS-CoV-2 an der Position 484 des Spikeproteins die Aminosäure Glutaminsäure (E) durch Lysin (K) ersetzt. Das macht es vorhandenen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 schwer, sich an das Spikeprotein des Coronavirus zu binden. Somit kann das Eindringen von Viruspartikeln in die Zellen nicht mehr verhindert werden.

Evidenzbasiert

Evidenzbasiert bedeutet auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend.

Exposition

Exposition heißt, einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 ausgesetzt sein. Eine Expositionsprophylaxe bezeichnet alle nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen (Prophylaxe) zur Vermeidung von Kontakt und Ansteckung mit einem Erreger.

Fallzahl

Das ist die Anzahl der an Covid-19 erkrankten und mit SARS-CoV-2 infizierten Menschen in einem Land, einem Bundesland, einer Stadt oder Region, die medizinisch behandelt werden müssen. Die Fallzahl zeigt die Corona-Infektionen, die den Behörden bekannt sind.

FFP-Masken

FFP steht für Filtering Face Piece. Das ist die englische Bezeichnung für partikelfiltrierende Halbmasken. FFP-Masken gibt es in drei Schutzklassen. Sie alle haben einen integrierten Filter, der dich beim Einatmen vor kleinen infektiösen Tröpfchen (Aerosolen) und Feinstaub schützen soll. Erst ab FFP-2 besteht ein eingeschränkter Schutz vor SARS-CoV-2. Lies mehr zur Schutzwirkung von FFP-Masken gegen das Coronavirus.

Fluchtmutation

Siehe Escape-Mutation.

G-Regeln

Bei der 3G-Regel erhalten nur vollständig Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Antigen-Schnelltests dürfen bei 3G in der Regel nicht älter als 24 Stunden sein und PCR-Tests nicht älter als 24 Stunden.

Laut den am 18.11.2021 im Bundestag beschlossenen Maßnahmen gilt während der Corona-Pandemie künftig 3G am Arbeitsplatz. Das heißt bundesweit wird an Arbeitsstätten, an denen Kontakte zu anderen Personen nicht ausgeschlossen sind, nur noch Zutritt für genesene, geimpfte oder getestete Personen gewährt. Arbeitgeber müssen das Arbeiten im Homeoffice anbieten und Arbeitnehmer müssen das, wo immer es möglich ist, auch annehmen.

Auch im Öffentlichen Nahverkehr gilt künftig 3G, das heißt in Bussen, S- und U-Bahnen, in Zügen, im Fährverkehr und in Flugzeugen müssen Reisende in Zukunft einen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis vorlegen können. Die Maskenpflicht bleibt bestehen. 

3G-plus heißt vollständig geimpft, genesen oder PCR-getestet. Der negative Testnachweis muss bei der Ankunft in Hotel oder am Veranstaltungsort vorliegen und muss bei längeren Aufenthalten alle 72 Stunden erneuert werden. Bei der 3G-plus-Regelung haben also auch Ungeimpfte mit einem negativen PCR-Test Zutritt.

Die 2G-Regel umfasst ausschließlich Geimpfte und Genesene. Ein aktueller Corona-Test allein reicht bei 2G für den Zugang zu einer Veranstaltung also nicht aus. Stattdessen musst du ein aktuell gültiges Impfzertifikat oder aber einen Nachweis über die Genesung von einer Corona-Erkrankung vorgelegen können. Als geimpft gelten Menschen, bei denen die abschließende Impfung mindestens zwei Wochen zurückliegt. Als genesen gelten Personen, bei denen die Corona-Infektion mit einem PCR-Test festgestellt wurde. Das Testergebnis muss mindestens 28 Tage alt sein und darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen. Die 2G-Regel greift, wenn die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate den Schwellenwert 3 überschreitet.

Kinder und Jugendliche unter zwölf Jahren, für die in Europa noch kein Impfstoff zugelassen ist, dürfen die 2G-Bereiche aber trotzdem betreten. Ebenso Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht gegen Covid-19 impfen lassen dürfen. Sie benötigen für den Zutritt zu 2G-Bereichen ein ärztliches Attest und einen negativen PCR-Test.

2G-plus bedeutet, dass nur vollständig geimpfte oder genesene und zusätzlich noch tagesaktuell getestete Menschen Zutritt zu Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gastronomie sowie Veranstaltungen in Innenräumen sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen bekommen. Als Test wird das negative Ergebnis eines Corona-Schnelltests verlangt. Die neue 2G-plus Corona-Regel greift, wenn die Hospitalisierungsrate über 6 steigt. Dann kann das betreffende Bundesland 2G-plus veranlassen.

Herdenimmunität

Herdenimmunität bezeichnet den Zustand, dass sich ein Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 innerhalb der Bevölkerung nicht weiter ausbreiten kann, weil ein großer Anteil der Menschen aufgrund einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion immun dagegen ist. Lies mehr zur Herdenimmunität durch Riegelungsimpfungen.

Heterologe Impfung

Als heterologe Impfung, auch heterologe Prime-Boost-Impfung genannt, werden zwei Impfungen zur Grundimmunisierung gegen Covid-19 mit zwei verschiedenen Impfstoffen (Impfstoff-Typen verschiedener Hersteller) bezeichnet.

Dabei wird jeweils das gleiche Antigen in verschiedener Art und Weise bereitgestellt. Im Fall der Covid-19-Impfstoffe könnte beispielsweise die Erstimpfung mithilfe eines viralen Vektors erfolgen, während deinem Immunsystem bei der Booster-Impfung (Zweitimpfung) das Antigen mittels mRNA-Impfstoff angeboten würde.

Hospitalisierungsrate

Anstelle der Sieben-Tage-Inzidenz, also der Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, spielt bei der Bewertung der Corona-Pandemie und für Gegenmaßnahmen künftig die Hospitalisierungsrate oder Hospitalisierungsquote eine zentrale Rolle. Die Hospitalisierungsrate gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert wurden und dort (intensivmedizinisch) behandelt werden müssen. Die Hospitalisierungsquote stellt damit ein Maß für die Belastung des Gesundheitswesens durch die Corona-Pandemie dar.

  • Ab Schwellenwert 3: Nur noch Geimpfte oder Genesene (2G) haben Zutritt zu Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gastronomie sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen. Wenn der Schwellenwert 3 an fünf Tagen in Folge unterschritten wird, können die Regelungen wieder aufgehoben werden. Ausnahmen von der 2G-Regel sind für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren möglich.
  • Ab Schwellenwert 6: Wenn die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate den Schwellenwert 6 überschreitet, soll die 2G-plus-Regel gelten. An Orten mit besonders hohem Infektionsrisiko – etwa Diskotheken, Clubs oder Bars – müssen Geimpfte und Genesene dann zusätzlich noch einen aktuellen Corona-Test vorzeigen.
  • Ab Schwellenwert 9: Bei besonders hohem Infektionsgeschehen und besonders hoher Belastung des Gesundheitssystems sollen die Länder laut den am 18.11.2021 im Bundestag beschlossenen Maßnahmen zufolge zum Beispiel Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Ungeimpfte einführen, aber keine Lockdowns und Schulschließungen mehr.

Hotspot

Der englische Begriff „hot spot“ bedeutet Gefahrenherd oder Brennpunkt. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bezeichnet ein Hotspot Regionen, Städte, Gemeinden, Wohnanlagen oder Betriebe, in denen sich sehr viele Menschen aufhalten, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Zu einem Hotspot oder einer „Region mit erhöhten Infektionszahlen“ zählen in Deutschland Orte, in denen es innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Hyperimmunserum

Ein Hyperimmunserum kann aus Plasmaspenden von Covid-19-Genesenen hergestellt werden. Es enthält eine besonders hohe Konzentration von Antikörpern gegen SARS-CoV-2. Lies mehr zur Plasma-Therapie bei Covid-19.

Hygienemaßnahmen

Maßnahmen zur Erhaltung deiner Gesundheit, zur Vermeidung von Krankheiten wie Covid-19 durch Infektion oder zur Bekämpfung von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2. In unserem Artikel Handhygiene in Infektionszeiten erfährst du, wie du deine Hände richtig wäschst und deiner Haut Corona-Stress ersparst.

Immunglobuline

Immunglobuline werden auch Antikörper genannt. Sie sind Y-förmige Eiweiße und werden von speziellen weißen Blutkörperchen, den B-Lymphozyten, gebildet. Immunglobuline haben als Teil deines Immunsystems die Aufgabe, Krankheitserreger und in deinen Körper eingedrungene Fremdstoffe aufzuspüren.

Immunglobuline werden in vier Klassen eingeteilt, von denen jede ganz spezielle Aufgaben übernimmt und an bestimmte Gruppen von Krankheitserregern und Fremdstoffe wie ein Schlüssel zum Schloss angepasst ist. Je nachdem wo in deinem Körper und in welchem Stadium des Kontakts mit dem körperfremden Stoff (Antigen) die Immunglobuline wirken, unterscheidet die Medizin:

  • Immunglobulin A (IgA): Kommt im Magen-Darm-Trakt, im Genitalbereich und der Tränenflüssigkeit vor und ist zuständig für die Abwehr von Krankheitserregern an den Eintrittspforten deines Körpers.
  • Immunglobulin G (IgG): Schützt deinen Körper vor Viren und Bakterien. Immunglobuline der Klasse G  werden recht spät bei einem Infekt gebildet. Sie sind dann aber perfekt an den jeweiligen Erreger angepasst und spielen damit eine wichtige Rolle beim Immungedächtnis.
  • Immunglobulin E (IgE): Schützen deinen Körper vor Darmbakterien und Parasiten und sind für allergische Reaktionen verantwortlich.
  • Immunglobulin M (IgM): IgM wird als erster Abwehrstoff bei einem Kontakt mit Krankheitserregern und körperfremden Stoffen gebildet. Nach der akuten Phase einer Infektion sinkt die IgM-Konzentration wieder ab und IgG-Antikörper übernehmen die weitere Arbeit.

Immuninsuffizienz

Eine Immuninsuffizienz ist ein krankhafter Zustand deines Immunsystems. Dann kann es deinen Körper nicht mehr ausreichend vor Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten schützen.

Immunität

Immunität bedeutet Schutz vor einer Infektion mit einem Krankheitserreger wie SARS-CoV-2 zu haben. Immunität kannst du durch eine Impfung erwerben oder durch eine überstandene Infektionskrankheit wie Covid-19.

Impfdurchbruch

Unter den Begriff Impfdurchbruch oder unter Impfdurchbrüchen fallen Fälle, bei denen Menschen sich trotz vollständiger Covid-19-Impfung mit dem Coronavirus infizieren und daran erkranken. Sie zeigen auch Krankheits-Symptome der Corona-Infektion. Nicht als Impfdurchbrüche gelten sogenannte asymptomatische Verläufe bei Geimpften. Hierunter fallen Fälle, bei denen sich die geimpfte Person nachweislich infiziert hat, aber keine Symptome zeigt.

Impfdurchbrüche können verschiedene Gründe haben, etwa ein sehr schwaches Immunsystem. Das kann beispielsweise bei Krebspatienten während einer Chemotherapie vorkommen oder bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Auch ältere Menschen, deren Immunsystem nicht mehr gut auf Immunisierungen reagiert, können von Impfdurchbrüchen betroffen sein.

Infektion

Infektion ist der medizinische Ausdruck für Ansteckung. Ist SARS-CoV-2 über Tröpfcheninfektion in deinen Körper gelangt, bist du mit dem Erreger infiziert. Du hast eine Infektion, wenn das Virus sich in deinem Körper vermehrt und ausbreitet.

Infektionskette

Der Übertragungsweg von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2 von einem Menschen auf weitere Personen wird als Infektionskette bezeichnet. Eine Infektionskette entsteht durch eine Reihe von Infektionen: eine Person steckt andere Menschen an und diese infizieren weitere Menschen.

Infektiosität

Die Infektiosität eines Krankheitserregers ist seine Fähigkeit sich nach der Übertragung in deinem Körper auszubreiten und dich somit zu infizieren. Die Infektiosität beschreibt, wie ansteckend ein Krankheitserreger ist. Ein wichtiger Faktor dafür ist die Virulenz.

Infektiologe

Arzt oder Wissenschaftler, der sich mit Infektionskrankheiten wie Covid-19 beschäftigt.

Infektionsrate

Die Infektionsrate ist ein Maß für die Ausbreitung einer Krankheit wie Covid-19. Sie wird definiert als die Zahl der Neuinfektionen in einem bestimmten Zeitabschnitt.

Infektionsschutzgesetz

Das Infektionsschutzgesetz, kurz IfGS, regelt, welche Krankheiten und labordiagnostischen Nachweise von Krankheitserregern meldepflichtig sind. Das IfGS definiert außerdem den Umgang mit meldepflichtigen Erkrankungen. Das soll dabei helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen, übertragbaren Erkrankungen vorzubeugen und durch entsprechende Schutzmaßnahmen deren Ausbreitung zu verhindern.

Infizierte

Die Zahl der tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist wegen der hohen Dunkelziffer unbekannt. Wenn von Infizierten gesprochen wird, sind die vom Labor bestätigten positiven Fälle gemeint. Achtung: wer mit SARS-CoV-2 infiziert ist, der ist nicht automatisch an Covid-19 erkrankt. Ein mit SARS-CoV-2 Infizierter trägt das Virus lediglich in sich.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist die Zeit, die von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung und den ersten Krankheitssymptomen vergeht. Bei Covid-19 beträgt die Inkubationszeit im Durchschnitt fünf bis sechs Tage.

Inzidenz

Die Inzidenz beschreibt im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie die Anzahl der neu auftretenden Covid-19-Erkrankungen oder Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 in einem bestimmten Zeitraum.

Kontraindikation

Eine Gegenanzeige, medizinisch als Kontraindikation bezeichnet, liegt vor wenn eine Erkrankung oder ein Zustand wie eine Schwangerschaft eine bestimmte medizinische Behandlung oder Diagnosemethode verbietet. Das Gegenteil einer Kontraindikation ist die Indikation. Diese gibt an, wann eine bestimmte Therapie oder Diagnosemethode angemessen ist.

Latenzzeit

Die Latenzzeit ist der Zeitraum von Beginn der Ansteckung bis zum Zeitpunkt, an dem der Infizierte selbst infektiös ist und andere Menschen anstecken kann. Im Fall von SARS-CoV-2 gibt das Robert-Koch-Institut eine Latenzzeit von rund drei Tagen an. Bevor eine mit SARS-CoV-2 infizierte Person überhaupt selbst Symptome zeigt, sich also am Ende der Inkubationszeit befindet, kann sie bereits andere Menschen anstecken. Das heißt: die Latenzzeit beginnt zusammen mit der Inkubationszeit, endet aber vorher.

Letalitätsrate

Die Letalitätsrate oder Tödlichkeitsrate zeigt die Wahrscheinlichkeit bzw. das Risiko, an einer Krankheit wie Covid-19 zu sterben. Sie beschreibt das Verhältnis der Anzahl der an Covid-19 verstorbenen Menschen zur Anzahl der infizierten Fälle. Würden beispielsweise von 1000 Covid-19-Erkrankten 2 Menschen sterben, läge die Letalitätsrate bei 0,2 %.

Lockdown

Englisch für Absperrung. Der Lockdown ist in der Corona-Pandemie ein gefürchtetes Wort. Meint er doch Maßnahmen wie Ausgangssperre (Verbot das Haus zu verlassen), Besuchsverbot, Einreise- und Ausreiseverbot, die Einschränkung des öffentlichen Lebens, Schließung öffentlicher Einrichtungen, Verbot von großen öffentlichen Veranstaltungen und allgemein das gesellschaftliche und damit auch wirtschaftliche Herunterfahren infolge der Infektionsschutzmaßnahmen.

Manifestationsindex

Der Manifestationsindex beschreibt den Anteil der mit SARS-CoV-2 Infizierten, die auch tatsächlich an Covid-19 erkrankt sind. Für das Coronavirus gibt es keine gesicherten Zahlen, da nicht alle SARS-CoV-2 Virusträger automatisch an Covid-19 erkranken.

Maskenpickel

Maskenpickel ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Hautreizungen und Hautunreinheiten, die durch das Tragen von Corona-Atemschutzmasken auftreten können. Wir haben 5 Tipps gegen Maskenpickel für dich zusammengestellt.

Meldepflicht

Stellt dein Arzt bei dir eine meldepflichtige Krankheit fest, muss er das zuständige Gesundheitsamt darüber informieren. Auch Apotheker und Testlabore unterliegen dieser Meldepflicht.

Neben Infektionen mit SARS-CoV-2 und der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19 zählen außerdem Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln zu den meldepflichtigen Erkrankungen. Lies mehr zum Masernvirus, zur Schutzimpfung gegen Mumps und zur Gefahr von Röteln in der Schwangerschaft.

Molekulare Surveillance

Surveillance bedeutet Überwachung. Eine Epidemiologische Surveillance bezeichnet die systematische und kontinuierliche Überwachung von Erkrankungen sowie Todesfällen in der Bevölkerung. Bei der Molekularen Surveillance handelt es sich um die genetische Überwachung von Krankheitserregern wie SARS-CoV-2. Das heißt durch die Analyse des molekularen Aufbaus des Erbguts des Coronavirus und seiner Mutationen möchten Wissenschaftler mehr über Eigenschaften des jeweiligen Erregers erfahren.

Mortalitätsrate

Die Mortalitätsrate ist die Anzahl der an Covid-19 Gestorbenen in Bezug auf die Anzahl einer speziellen Gruppe. Also beispielsweise 200 Verstorbene auf 1.000 oder 100.000 Einwohner ergibt eine Mortalitätsrate von 20% bzw. 0,2%.

mRNA-Impfstoff

mRNA ist die Abkürzung für messenger RNA, auch Boten-RNA genannt. Bei dem im Dezember 2020 durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ersten europaweit zugelassenen neuen Corona-Impfstoff handelt es sich um einen solchen genbasierten Impfstoff. Wie mRNA-Impfstoffe funktionieren, liest du in unserem Artikel zur Schutzimpfung gegen Covid-19.

Mutation

Mutationen sind spontane und dauerhaft verbleibende Veränderungen im Erbgut, die auch an nachfolgende Generationen weiter gegeben werden. Damit kann sich ein Erreger unter Umständen noch besser an seine Umwelt anpassen, sich leichter vermehren und leichter verbreiten. Beim Coronavirus SARS-CoV-2 sind die Omikron-Variante B.1.1.529 aus Südafrika, die Varianten B.1.1.7 aus England (Alpha Variante), B.1.351, auch 501Y.V2 oder Beta Variante genannt, aus Südafrika, P.1 (Gamma Variante) aus Brasilien und B.1.617 (Delta Variante) aus Indien vor allem wegen ihrer erhöhten Infektiosität und damit ihrer schnelleren Ausbreitungsgeschwindigkeit gefürchtet.

Die neue Omikron-Variante B.1.1.529 aus in Südafrika soll wegen vieler Mutationen (es sollen rund 80 sein, über 30 davon beim Spike-Protein) laut WHO besorgniserregend sein. Denn die vielen Mutationen machen das Coronavirus nicht nur ansteckender, sondern könnten auch die Wirkung der Impfstoffe einschränken.

Neuinfektionen

Die Anzahl der bestätigten Neuinfektionen pro Tag besagt, wie viele Menschen pro Tag sich aufgrund bestätigter Labortests neu mit dem Coronavirus infiziert haben.

Pandemie

Eine Pandemie ist eine örtlich unbegrenzte, sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Infektionskrankheit. Damit ist eine Pandemie wie die Covid-19-Pandemie eine weltweite Epidemie.

PCR-Test

PCR ist die Abkürzung für Polymerase Chain Reaction, auf deutsch bedeutet das Polymerase-Kettenreaktion. Polymerasen sind Enzyme, die Kopien der Erbsubstanz erstellen. Mit der PCR-Methode lässt sich im Labor also Genmaterial eines Virus vervielfältigen und damit sichtbar machen. Dieser genetische Fingerabdruck erlaubt eine genaue Identifizierung des Virus. Auch der Corona-Test nutzt die PCR-Methode um SARS-CoV-2 eindeutig nachzuweisen.

Der PCR-Test wird als medizinisches Untersuchungsverfahren aber nicht nur zur Abklärung von Infektionskrankheiten benutzt, sondern beispielsweise auch, um einen Vaterschaftsnachweis zu erstellen.

PoC-Test

PoC-Test ist die Abkürzung für Point of Care Testing (POCT). Das sind labordiagnostische Untersuchungen am Patienten, die nicht in einem Zentrallabor, sondern direkt am Krankenbett, in der Notfallambulanz, im Operationssaal, in der Praxis nieergelassener Ärzte, in Apotheken oder in Impfzentren durchgeführt werden. Im Fall des PoC-Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 wird durch geschultes Personal ein Nasen- oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt im Gegensatz zum PCR-Test dirket vor Ort und das Ergebnis liegt in etwa 30 Minuten vor. Seit 8. März 2021 hat jeder einen Anspruch auf mindestens einen PoC-Schnelltest pro Woche.

Post-Covid-Syndrom

Alle Symptome, die noch mindestens drei Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung auftreten können, werden unter den Begriffen Post-Covid, Post-Covid-Syndrom oder Long Covid zusammengefasst. Welche Symptome das sein können liest du in unserem Coronavirus-Check unter Was ist das Post-Covid-Syndrom?

Prädisposition

Anfälligkeit für eine Krankheit.

Reproduktionswert (R-Wert)

Der Reproduktionswert, kurz R-Wert, bezeichnet die Ansteckungs-Rate. Er gibt an, wie viele Menschen von einer einzelnen kranken Person angesteckt werden. Beträgt beispielsweise der R-Wert 4 steckt ein Infizierter im Mittel vier andere Menschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 an. Jeder von diesen infiziert dann ebenfalls vier weitere Menschen usw. Der R-Wert wird vom Robert Koch-Institut aufgrund der vorliegenden Daten statistisch geschätzt.

RNA-Virus

Bei den meisten Viren ist die Erbinformation auf der RNA (Ribonukleinsäure) gespeichert. Auch Coronaviren sind RNA-Viren.

Rolling-Review-Verfahren

Beschleunigtes Prüfverfahren bei der Zulassung von Impfstoffen bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). Dabei werden eingereichte Studiendaten fortlaufend überprüft, also einzelne Datenpakete bearbeitet noch bevor alle notwendigen Daten endgültig vorhanden sind.

SARS-CoV-2

SARS-CoV-2 ist die Abkürzung für Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus-2. Das bedeutet schweres akutes Atemwegssyndrom. Weitere Infos zum Coronavirus und der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19 erhältst du in unserem Coronavirus-Check.

Schnelltests und Selbsttest

Bei Antigen-Schnelltests und Selbsttests liegt das Ergebnis schnell, das heißt nach 15-20 Minuten vor. Antigen-Schnelltests werden nur durch speziell dafür geschultes Personal durchgeführt. Ähnlich wie beim PCR-Test erfolgt ein Nasen- oder ein Rachenabstrich. Die Auswertung erfolgt nicht im Labor, sondern direkt vor Ort. Seit 8. März 2021 hat jeder Anspruch auf mindestens einen PoC-Schnelltest pro Woche. Durchgeführt werden die Antigen-Schnelltests in den Testzentren der Gesundheitsämter vor Ort oder von Apotheken und Ärzten. Auch in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen und bei vielen Arbeitgebern kann der Antigen-Schnelltest zum Einsatz kommen.

Selbsttests kann hingegen jeder selber zuhause machen. Der Test kann mit einem Nasenabstrich oder mit Speichel erfolgen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfAM) hat zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Qualität und Aussagekraft der Schnelltests überprüft und veröffentlicht.

Nach einem positiven Schnell- und Selbsttest solltest du unbedingt einen PCR-Test zur Bestätigung machen. Erkundige  dich bei positivem Selbsttest bei deinem Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 über das weitere Vorgehen. Bis zum PCR-Bestätigungstest bleib bitte zuhause in Quarantäne.

Sequenzierung

Das Genom vom Coronavirus zu sequenzieren bedeutet, die gesamte Erbinformation, also das Erbgut von SARS-CoV-2, in seine Bestandteile zu zerlegen. Dazu wird im Labor die Reihenfolge bestimmter Bausteine (Sequenz) aufgeklärt. Da der Bauplan von SARS-CoV-2 bekannt ist, können mithilfe einer Sequenzierung Abweichungen, also Mutationen, in der Erbinformation des Coronavirus entdeckt werden.

Serokonversion

Die Serokonversion bezeichnet die Phase einer Infektion, in der spezifische Antikörper, hier die gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, erstmals durch Antikörper-Schnelltests nachweisbar sind. Die Serokonversion beschreibt ebenfalls den Antikörperklassenwechsel von frühen IgM-Antikörpern zu späten IgG-Antikörpern.

Sieben-Tage-Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz, auch 7-Tage-Inzidenz geschrieben, bezeichnet die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. In Deutschland gab es bundesweit eine Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner. Stieg die Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner an, sollten im Rahmen der Bundes-Notbremse härtere Lockdown-Maßnahmen in Kraft treten. Künftig sollen aber statt der Sieben-Tage-Inzidenz andere Entscheidungsgrundlagen eine größere Rolle zur Beurteilung der Corona-Lage und damit verbundener Lockdown-Maßnahmen spielen. Zur Einschätzung, welche Maßnahmen ergriffen oder gelockert werden können, werden die Hospitalisierungsrate und damit verbunden die Auslastung der Intensivkapazitäten in den Kliniken betrachtet. Außerdem haben Experten und Entscheidungsträger auch immer den Reproduktionswert und die Verdopplungsrate im Blick.

Sieben-Tage-R

Dieser Reproduktionswert bildet das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er beispielsweise bei 0,92 heißt das, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 92 weitere Menschen anstecken. Liegt der Sieben-Tage-R für längere Zeit unter eins, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Spike-Protein

SARS-CoV-2 nutzt das sogenannte Spike-Protein, um an seine Wirtszellen anzudocken. Das Protein bindet an den ACE2-Rezeptor auf der Oberfläche menschlicher Zellen. Das Coronavirus verschmilzt auf diese Weise mit der Zellmembran und kann sein Erbgut ins Zellinnere entlassen. Das Spike-Protein ist außerdem ein Erkennungsmerkmal für Antikörper. Sie können daran binden und das Coronavirus auf diese Weise als Ziel für Immunzellen markieren.

Social distancing

Die räumliche Distanzierung von deinen Mitmenschen durch Abstand halten (mindestens 1,5 Meter) kann dafür sorgen, dass ihr euch nicht mehr gegenseitig ansteckt. Das hilft die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Superspreader

Superspreader sind Menschen, die besonders viele Mitmenschen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Bei einem Superspreading-Event stecken sich besonders viele Menschen auf Veranstaltungen oder Familienfesten mit dem Coronavirus an.

Totimpfstoff

Lies mehr zur Wirkungsweise von Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Triage

Unter dem Begriff Triage wird die Priorisierung medizinischer Hilfeleistungen bei unzureichenden Ressourcen (zum Beispiel Intensivbetten, Beatmungsgeräte, Ärzte, Pflegepersonal) aufgrund einer unerwartet hohen Anzahl an Patienten zusammengefasst.

Tröpfcheninfektion

Bei der Tröpfcheninfektion erfolgt die Übertragung von Krankheitserregern wie dem Coronavirus SARS-CoV-2 über kleine Tröpfchen von Speichel oder Nasensekret, die beim Husten, Niesen, Sprechen oder auch Singen freigesetzt werden. Der Übertragungsweg erfolgt dabei direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute deiner Atemwege oder auch indirekt über deine Hände, mit denen du dir an Mund, Nase oder Augen fasst.

Vakzine

Medizinischer Fachbegriff für Impfstoffe. Lies mehr zu Corona-Impfstoffen.

Verdopplungsrate

Die Verdopplungsrate, Verdopplungszeit oder Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus SARS-CoV-2 gibt an, wie schnell sich die Anzahl der Neuinfektionen verdoppelt. Das wiederum erlaubt eine Aussage darüber, ob sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt oder beschleunigt.

Je höher die Verdopplungszeit, desto langsamer verbreitet sich das Coronavirus.

Virologe

Virologen sind Experten für Viren. Sie untersuchen Aussehen und Eigenschaften von Viren wie SARS-CoV-2 sowie die Bedingungen für eine  Virusinfektion. Also auf welche Weise sich Viren vermehren und wie Erkrankungen mit ihnen behandelt und vermieden werden können.

Virulenz

Die Virulenz eines Erregers beschreibt, wie aggressiv und krankmachend er ist. Wenn ein Erreger besonders leicht in Zellen eindringen kann, sich besonders schnell vermehrt und dabei das von der Infektion betroffene Gewebe für längere Zeit zerstört, ist er besonders virulent.

Viruslast

Die Viruslast gibt an, wie sich die Virusmenge in deinem Körper durch die Infektion verändert.

VITT

VITT ist die Abkürzung für Vaccine-induced Immune Thrombotic Thrombocytopenia., zu deutsch Impfstoff-indizierte Thrombozytopenie. Dieses neue Krankheitsbild trat in seltenen Fällen nach einer Impfung mit einem Vektor-Impfstoff auf. Hierbei kommt es zu Thrombosen in Gehirn, Bauchvenen oder Arterien in Verbindung mit einem Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie).

Zoonose

Eine Zoonose ist das Überspringen eines Krankheitserregers von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier.

Wissenschaftler vermuten, dass SARS-CoV-2 von einem Fledermausvirus abstammt und über einen Zwischenwirt, also ein weiteres damit infiziertes Lebewesen, auf den Menschen übergegangen ist. Lies mehr dazu unter Woher kommt das Coronavirus SARS-CoV-2?

Kategorien
Impfungen

Wichtige Infos zur Impfung

Ärztin impft kleines Mädchen, um dessen Abwehrkräfte anzuregen.
Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt eine Reihe von Schutzimpfungen insbesondere im Kindes- und Jugendalter.

Was bedeutet impfen?

Bei einer Impfung werden deinem Körper Stoffe verabreicht, die zur Ausbildung von Abwehrmechanismen des Immunsystems gegen bestimmte Krankheiten führen sollen.

Schutzimpfungen enthalten Bestandteile von Krankheitserregern oder abgeschwächte Krankheitserreger selbst. Dein Immunsystem lernt anhand des Impfstoffs die Krankheitserreger schnell zu erkennen und bereits erlernte Abwehrmechanismen sofort einzusetzen. Auf diese Weise kann dein Immunsystem im Falle eines erneuten Kontakts zum Krankheitserreger schnell und effektiv auf die Eindringlinge reagieren und einen Ausbruch der Erkrankung verhindern oder abschwächen. Dieser Zustand wird Immunität genannt.

Eine gesetzlich vorgeschriebene Impfpflicht für alle Menschen besteht in Deutschland derzeit nicht. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt jedoch eine Reihe von Schutzimpfungen insbesondere im Kindes- und Jugendalter sowie Auffrischungen des Impfschutzes im Erwachsenenalter. Wann sind Auffrischungsimpfungen nötig?

Warum impfen?

Impfungen können dem Organismus Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten bieten. Bei einer aktiven Schutzimpfung werden deinem Körper mit der Impflösung entweder Erreger oder Bestandteile von Krankheitserregern wie Eiweiße der Viren-Hülle oder Eiweiße der Bakterien-Gifte zugeführt. Dein Körper reagiert auf die Impferreger genauso, wie er auf „echte“ Erreger reagieren würde und setzt eine Reihe von komplexen Abwehrmechanismen in Gang. Im Anschluss an die Abwehrreaktion kann sich dein Immunsystem an die Krankheitserreger mithilfe sogenannter Gedächtniszellen erinnern. Es kann dank der Gedächtniszellen bei erneutem Kontakt zum Erreger sofort mit spezifischen Abwehrmechanismen, den Antikörpern, eingreifen und den Ausbruch der Erkrankung eindämmen oder gar verhindern.

Antikörper sind kleine, im Blutserum vorhandene Eiweiße, die jeweils einen speziellen Erreger genau erkennen. Sie machen den Erreger entweder auf direktem Wege unschädlich oder sorgen dafür, dass andere Abwehrzellen wie Fresszellen (Makrophagen) die Erreger abtöten.

Was passiert beim Impfen im Körper?

Durch die im Impfstoff  enthaltenen Erreger oder Erregerbestandteile werden Abwehrzellen angelockt und aktiviert. Zuerst eintreffende Fresszellen (Makrophagen) nehmen die Krankheitserreger in sich auf, töten die Erreger ab und zerlegen sie in kleinere Einzelteile. Diese Fragmente präsentieren die Fresszellen für andere Abwehrzellen nun auf ihrer Oberfläche, ganz nach dem Motto: „Schaut euch den Feind an!“. Gleichzeitig schütten die Fresszellen Botenstoffe aus und locken so andere Abwehrzellen, wie die T- Lymphozyten und B-Lymphozyten, an.

Die T-Zellen, wie die T-Lymphozyten auch genannt werden, patrouillieren ständig durch dein Blut und deine Lymphorgane. Sie tragen auf ihrer Oberfläche sogenannte Rezeptoren. Das sind Eiweiße, mit denen sie erkennen können, wenn eine Fresszelle einen Teil eines Krankheitserregers präsentiert. Das auf den Fresszellen präsentierte Eiweiß, welches die T-Lymphozyten erkennen und gegen welches sich deine Immunabwehr richtet, wird Antigen genannt.

Erkennt eine T-Zelle ein Antigen, wird sie dazu angeregt sich zu vermehren. Es entstehen viele T-Zellen, die alle denselben, gegen das spezifische Antigen gerichteten, Rezeptor tragen. Dabei entstehen verschiedene Unterformen der T-Zellen, die T-Helferzellen. T-Helferzellen können selbstständig Erreger abtöten und spielen eine wichtige Rolle in der weiteren Immunabwehr.

Die B-Lymphozyten oder B-Zellen tragen genau wie die T-Zellen einen Rezeptor auf ihrer Oberfläche, mit denen sie Krankheitserreger erkennen können. Sie können das Antigen allerdings nicht nur erkennen, sondern es ähnlich wie die Fresszellen auch in sich aufnehmen, zerkleinern und wiederum auf ihrer Oberfläche präsentieren. Trifft nun eine T-Helferzelle mit ihrem speziellen Rezeptor auf eine B-Zelle, die wiederum Teile des Krankheitserregers (Antigen) auf ihrer Oberfläche trägt, bilden die T-und B-Zelle eine Arbeitseinheit. Durch die Wechselwirkung zwischen den Zellen werden von den T-Zellen Botenstoffe ausgeschüttet, die die B-Zellen aktivieren und dazu anregen, sich in Plasmazellen umzuwandeln.

Plasmazellen produzieren effektive Abwehrmechanismen, die genau auf diesen einen speziellen Krankheitserreger abgestimmt sind: unsere Antikörper (Immunglobuline). Antikörper sind kleine, im Blut schwimmende Eiweiße, die Krankheitserreger erkennen und binden. Dadurch werden die Erreger für Fresszellen und Killerzellen erkenntlich gemacht. Außerdem können sie bereits durch die Bindung „harmlos“ gemacht werden (Neutralisierung).

Neben den Plasmazellen entstehen aus den B-Zellen auch die sogenannten Gedächtniszellen. Diese Zellen produzieren selbst zunächst keine Antikörper, bleiben dem Körper aber lange erhalten. Sie sind der Grund dafür, dass unsere Impfungen so gut funktionieren.

Kommt es nach der Impfung erneut zum Kontakt mit dem Krankheitserreger, erinnert sich das Immunsystem anhand der B-Gedächtniszellen. Die Gedächtniszellen werden aktiviert, wandeln sich zu Plasmazellen um und bilden augenblicklich effektive Antikörper, die den Krankheitserreger unschädlich machen.

Ab wann wirkt die Impfung?

Nach einer Schmutzimpfung beginnt der Abwehrmechanismus im Sinne der Antikörperbildung schon kurze Zeit nach der Impfung. Bereits nach ungefähr einer bis zwei Wochen sind in deinem Blut schon große Mengen Antikörper und Gedächtniszellen vorhanden. Wann genau du nach einer Impfung allerdings geschützt bist, hängt von der Impfung und deinem eigenen Körper ab.

Wird die Impfung zum Beispiel nach einem Monat wiederholt, wird die Antikörperbildung erneut und wesentlich stärker angeregt. Es dauert nun nur wenige Tage und die nun gebildeten Antikörper erkennen die Krankheitserreger noch besser und Gedächtniszellen verweilen umso länger im Körper. Daher kann es sinnvoll sein bestimmte Impfungen entsprechend der STIKO-Empfehlungen zu wiederholen und Impfungen auch im Erwachsenenalter auffrischen zu lassen.

Falls du noch am selben Tag der Impfung mit dem Krankheitserreger in Kontakt kommst, sollte dein Arzt entscheiden, wie ihr vorgeht. Je nach Impfung und Ansteckungsgefahr der Erkrankung wird das Vorgehen individuell entschieden. Manchmal kann eine passive Impfung vorgenommen werden, wenn von einem unzureichenden Impfschutz ausgegangen werden muss. Passive Impfungen enthalten Antikörper gegen die Erreger, die dein Immunsystem kurzzeitig zur akuten Abwehr der Erkrankung unterstützen können.

Solltest du dich bereits vor der Impfung mit einer Erkrankung angesteckt haben, kann eine Impfung dir möglicherweise helfen einen schweren Krankheitsverlauf oder Komplikationen abzuwenden. Bei manchen Infektionen kann eine Impfung den Krankheitsverlauf möglicherweise sogar aufhalten. Besprich dieses wichtige Thema am besten mit deinem Arzt.

Wie wird geimpft?

Impfstoffe können in Form von Spritzen, Schluckimpfungen oder nasalen Impfungen verabreicht werden.

Die meisten der verfügbaren Impfungen werden gespritzt also mittels Spritzen verabreicht. Gespritzt wird nach gründlicher Hautdesinfektion in der Regel intramuskulär, das bedeutet in einen Muskel. Bevorzugt wird dazu der Deltamuskel am Oberarm genutzt. Bei Säuglingen kann die Impfung auch in den vorderen, seitlichen Oberschenkel erfolgen.

Die Injektion der Impflösung kann auch subkutan erfolgen. Der Impfstoff wird hier unter die Haut in das Unterhautfettgewebe gespritzt.

Schluckimpfungen werden zum Beispiel gegen Rotaviren, Cholera oder Typhus verabreicht. Sie werden dir in den Mund (oral) verabreicht und müssen herunter geschluckt werden.

Die nasale Impfung stellt eine Ausnahme dar. Für Kinder zwischen dem 2.-7. Lebensjahr ist ein Impfstoff gegen Grippe (Influenza) zugelassen, der mittels eines Nasensprays verabreicht werden kann. Die nasale Impfung stellt eine alternative Verabreichungsform dar, auf die bei Gegenanzeigen gegen übliche Verabreichungsarten zurückgegriffen werden kann.