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Röteln-Impfung

Ärztin impft Mädchen gegen Röteln.
Röteln zählen zu den Kinderkrankheiten und werden durch das Rubella-Virus ausgelöst. Typisch für Röteln sind grippeähnliche Symptome sowie ein blass-roter Ausschlag, das Röteln-Exanthem.

Was sind Röteln?

Röteln zählen zu den Kinderkrankheiten, doch auch Erwachsene können sich anstecken. Röteln sind eine Infektionserkrankung, die durch das Röteln-Virus (Rubella-Virus) ausgelöst wird. Das Rubella-Virus kommt weltweit vor. Seit Einführung der Röteln-Schutzimpfung mit dem Ziel der Eliminierung der Röteln ist die Zahl der Erkrankungsfälle stark rückläufig. Die meisten Infektionen mit Röteln treten derzeit noch im Pazifik-Raum, Südostasien sowie in afrikanischen Ländern auf.  Die Röteln-Infektion zählt in Deutschland zu den meldepflichtigen Erkrankungen.

Anstecken kannst du dich über eine Tröpfcheninfektion. Beim Husten oder Niesen erkrankter Personen gelangen infektiöse Tröpfchen in die Luft. Mit deinem Atemstrom gelangen die Röteln-Viren dann in deinen Körper. Sie dringen in die Schleimhaut deiner Atemwege ein. Dort vermehren sich die Rubella-Viren, gelangen ins Blut (Virämie) und verteilen sich im Körper.

Röteln verursachen in der Regel nur leichte, grippale Symptome, die etwa 14 bis 21 Tage nach Ansteckung auftreten (Inkubationszeit). Etwa die Hälfte der Röteln-Infektionen verläuft ganz ohne Symptome. Das wird als Stille Feigung bezeichnet.

Den Beginn der Röteln-Erkrankung markieren Lymphknotenschwellungen und unspezifische Frühsymptome wie Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Schnupfen (Rhinitis) und ein oberer Luftwegsinfekt.

Darauf folgt das Auftreten des Röteln-typischen Ausschlags, des sogenannten Röteln-Exanthems. Der blass-rote, feinfleckige Ausschlag kann zuerst im Gesicht bemerkt werden, sich dann auf den Rumpf und den restlichen Körper ausbreiten. Das Röteln-Exanthem klingt nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Die meisten Röteln-Erkrankungen treten im Kindesalter auf, doch auch Erwachsene können sich mit Röteln anstecken. Bei Erwachsenen zeigt sich die Röteln-Infektion oft ohne Ausschlag. Stattdessen treten Gelenkschmerzen (Arthralgien) und Gelenkentzündungen (Arthritiden) auf.

Achtung: Bereits sieben Tage vor bis sieben Tage nach Auftreten des Ausschlags kannst du andere Menschen mit den Röteln anstecken.

Komplikationen nach Röteln-Infektionen treten in der Regel selten auf. Jedoch sind ältere Personen eher von folgenden Komplikationen betroffen:

  • Bronchitis. Infos zu Ursachen und Therapie von Bronchitis.
  • Mittelohrentzündung (Otitis media).
  • Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels (Myo- bzw. Perikarditis).
  • Blutungsneigung durch Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie).
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis).

Infiziert sich eine Schwangere mit dem Röteln-Virus, können die Rubella-Viren über den Mutterkuchen (Plazenta) zum ungeborenen Kind gelangen und schwere Schäden und Fehlbildungen hervorrufen. Das wird als konnatale Rötelnembryofetopathie bezeichnet

Röteln während der Schwangerschaft: Konnatale Rötelnembryofetopathie (CRS)

Zwar löst das Röteln-Virus bei Erwachsenen und Kindern eher harmlose Erkrankungen hervor, doch kann das Virus für Schwangere bzw. ihr ungeborenes Kind eine Gefahr darstellen.

Steckt sich eine Schwangere mit fehlendem Impfschutz mit den Röteln an, können die Rubella-Viren aus dem Blut der Schwangeren über die Plazenta zum Embryo gelangen. Je nach Alter des Ungeborenen und dessen Entwicklungsstand rufen die Viren gesundheitliche Schäden bis zu schweren Organfehlbildungen hervor (Konnatale Rötelnembryofetopathie). Die Wahrscheinlichkeit, dass die Röteln-Viren dem Embryo schaden, ist während der ersten zwölf Schwangerschaftswochen am größten und nimmt dann mit dem Alter der Embryos bzw. der Schwangerschaftswoche ab. Ab der 20. Schwangerschaftswoche besteht nur noch ein geringes Risiko zur Übertragung.

Erfolgt die Röteln-Infektion zum Zeitpunkt der Organentwicklung des ungeborenen Kindes, können Organfehlbildungen und Schäden im Sinne eines Gregg-Syndroms auftreten. Zum Gregg-Syndrom zählen:

  • Herzfehler.
  • Augenerkrankung: Grauer Star (Katarakt) mit Linsentrübung.
  • Ohrerkrankung: Innenohrtaubheit/Innenohrschwerhörigkeit.

Neben dem Gregg-Syndrom können Röteln der Grund für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt sein. Auch können die Rubella-Viren ein niedriges Geburtsgewicht, eine Entzündung der Leber (Hepatitis), des Gehirns (Enzephalitis) und des Herzmuskels (Myokarditis) sowie eine Fehlbildung des Kopfes im Sinne eines zu kleinen Kopfes (Mikrozephalie) bedingen.

Ein intakter Impfschutz der Schwangeren gegen Röteln kann eine Röteln-Infektion und eine Übertragung der Rubella-Viren auf das ungeborene Kind verhindern.

Röteln-Impfung: Welche Arten gibt es?

Unter der Röteln-Impfung wird eine aktive Schutzimpfung gegen die Röteln-Viren verstanden. Gegen die Rubella-Viren kann mittels eines Kombinations-Impfstoffes oder eines Einzelimpfstoffs (monovalent) geimpft werden.

Ein Passiv-Impfstoff steht zur Unterstützung des Immunsystems in besonderen Fällen zur Verfügung.

Mehr zur Wirkungsweise von aktiven und passiven Impfstoffen.

Aktive Röteln-Impfung

Die aktive Röteln-Impfung stellt die Schutz-Impfung gegen das Röteln-Virus dar. Der Röteln-Impfstoff enthält lebensfähige, abgeschwächte Viren und ist somit ein Lebendimpfstoff. Verabreicht wird der Impfstoff mittels einer Spritze in den Muskel.

Wie wirken Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe?

Die bei der Herstellung im Labor abgeschwächten (attenuierten) Röteln-Viren rufen eine ausgeprägte Immunantwort hervor. Dein Immunsystem lernt die Krankheitserreger durch die Impfung kennen. Es erlernt die Viren frühzeitig zu erkennen und sie bei erneutem Kontakt rasch und effektiv mithilfe von Antikörpern zu eliminieren.

Es stehen Einzel- oder Kombinationsimpfstoffe zur Röteln-Impfung zur Verfügung.

 Kombinations-Impfung

Im Kombinationsimpfstoff MMR bzw. MMR-V ist der Röteln-Impfstoff nebst Impfstoff gegen Masern und Mumps bzw. Masern, Mumps und Windpocken (Varizellen). Mit nur einem Pieks können so Impfungen gegen mehrere Krankheitserreger durchgeführt werden.

Infos zu Kombinationsimpfungen.

Passive Röteln-Impfung

Eine passive Röteln-Impfung, also die Verabreichung von Röteln-Antikörpern (Immunglobulinen) zur Unterstützung des Immunsystems kann in besonderen Fällen durchgeführt werden.

Gibt eine Schwangere ohne vollständigen Röteln-Impfschutz an, Kontakt zu Röteln-Erkrankten gehabt zu haben, können Immunglobuline innerhalb von fünf Tagen nach Kontakt verabreicht werden. Die Antikörper können einen Krankheitsverlauf mildern und die Anzahl der im Körper zirkulierenden Viren senken. Eine Übertragung der Viren auf das ungeborene Kind kann mithilfe der passiven Impfung allerdings nicht sicher verhindert werden.

Röteln- Impfung: Wann impfen?

Die Grundimmunisierung gegen das Röteln-Virus umfasst zwei Impfstoffdosen mit dem Lebendimpfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt eine Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter anhand des MMR-(V)-Kombinationsimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln bzw. Masern, Mumps, Röteln und Windpocken (Varizellen).

Die erste MMR-(V)-Impfung sollte im Alter von 11-14 Monaten, die zweite Impfung im Alter von 15-23 Monaten durchgeführt werden.

Die zweite Impfdosis erfüllt hier nicht den Zweck einer Auffrischungsimpfung, sondern dient der Vervollständigung des Impfschutzes.

Allgemeine Infos zur Grundimmunisierung und Auffrischungsimpfung.

Ein Mindestabstand von vier Wochen sollte zu anderen Lebendimpfungen eingehalten werden.

Im Rahmen der Röteln-Impfung kann es zu sogenannten Impfröteln kommen. Nach der Impfung treten dann milde Röteln-Symptome auf. Die Impfröteln zählen zu den typischen Impfreaktionen auf Lebendimpfstoffe. Von Impfröteln geht keine Ansteckungsgefahr aus.

Kinder, die bereits vor dem 12. Lebensmonat eine Gemeinschaftseinrichtung wie eine Kindertagesstätte besuchen, können bereits ab dem neunten Monat eine MMR-Impfung erhalten. Hierbei gilt es allerdings andere Impfschemata einzuhalten und Besonderheiten zu beachten. Diesbezüglich sprichst du am besten mit deinem Arzt oder Kinderarzt.

Neben der typischen Grundimmunisierung kann eine aktive Röteln-Impfung im Sinne einer Riegelungsimpfung bei Ausbrüchen durchgeführt werden. Immunisiert werden hierbei alle ungeimpften Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus, die Kontakt zu Röteln-Erkrankten angeben. Hierdurch können Ansteckungs- und Übertragungsketten unterbrochen werden und die Ausbreitung des Ausbruchs eingedämmt werden. Infos zur Riegelungsimpfung.

Röteln-Impfung: Wann nicht impfen?

Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie dem Röteln-Impfstoff sollten nicht in der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Auch sollte ein Mindestabstand von vier Wochen zu vorherigen Lebendimpfungen eingehalten werden.

Krankheiten können Gründe darstellen, um Impftermine zu verschieben. Bist du akut erkrankt und hast Fieber über 38,5°C, solltest du den Termin besser verschieben. Auch andere, akut behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Vorerkrankungen können einen Aufschub eines Impftermins notwendig machen. Bitte sprich im konkreten Einzelfall deinen Arzt bezüglich dieser Frage an.

Besondere Regelungen für Impfungen gelten auch für Personen mit einer Immunschwäche oder Allergien gegen Inhaltsstoffe der Impfstoffe. Auch hier gilt: Bitte bespreche diese Fragestellung mit deinem Arzt und entscheidet gemeinsam, ob und wann die Impfungen durchgeführt werden sollen.

Röteln-Impfung: Wann auffrischen?

Nach einer vollständigen Grundimmunisierung im Sinne zweier Impfstoffdosen im Kindesalter ist von einem lebenslangen Impfschutz gegen Röteln-Viren auszugehen. Eine Auffrischungsimpfung fällt daher nicht an.

Röteln-Impfung und Schwangerschaft

Zur Verhinderung einer möglichen Rötelnembryofetopathie (CRS) durch Übertragung der Röteln-Viren von einer infizierten Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind, sind in den Mutterschaftsrichtlinien bestimmte Untersuchungen und Impfungen vorgesehen.

Ungeimpfte oder unvollständig geimpfte Frauen im gebärfähigen Alter sowie Frauen im gebärfähigen Alter mit unklarem Impfstatus sollten vor einer geplanten Schwangerschaft nach STIKO-Empfehlung eine zweifache Röteln-Impfung erhalten. Nach der Impfung sollte für mindestens einen Monat eine Verhütung (Kontrazeption) durchgeführt werden.

Während der Schwangerschaft dürfen Impfungen mit Lebendimpfstoffen nicht durchgeführt werden. Daher sollte bereits vor der Schwangerschaft auf einen ausreichenden Impfschutz geachtet werden.

Sollte eine Impfung in der Frühschwangerschaft erfolgt sein, stellt das allerdings kein Risiko für das Ungeborene dar.

Am besten wendest du dich an deinen Frauenarzt (Gynäkologen) oder Hausarzt, wenn du dich mit dem Thema Schwangerschaft und Kinderwunsch auseinandersetzt. Gemeinsam könnt ihr deinen Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls Nachholimpfungen zu deinem Schutz und dem Schutz des ungeborenen Kindes durchführen.

Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Immunstatus gegen Röteln können bei Schwangeren ohne Röteln-Impfschutz oder mit unklarem Impfschutz oder geplanter Schwangerschaft durchgeführt werden. Das Blut wird auf das Vorhandensein bestimmter Antikörper, also den Abwehrmechanismen, die der Körper speziell gegen einen Krankheitserreger entwickelt, untersucht.  Diese Verfahren wird Titer-Bestimmung genannt.

Während einer Immunabwehr produziert unser Körper verschiedene Subtypen von Antikörpern. Die verschiedenen Subtypen werden zu unterschiedlichen Zeiten einer Immunantwort gebildet und lassen daher Rückschlüsse auf eine aktuelle Infektion, alte durchgemachte Infektionen oder erhaltene Impfungen zu.

Ist eine bestimmte Menge von sogenannten IgG-Antikörpern vorhanden, wird von einer Immunität gegenüber Röteln ausgegangen. Die Immunität kann einerseits durch eine erfolgreich durchgeführte Impfung und andererseits eine durchgemachte Röteln-Infektion bestehen.

Finden sich sogenannte IgM-Antikörper im Blut, kann das ein Hinweis auf eine aktuelle Röteln-Infektion sein. In diesem Falle können weitere Untersuchungen eingeleitet werden.

Frauen, die vor einer Schwangerschaft zwei Röteln-Impfungen erhalten haben, gelten als immun. Eine Blutuntersuchung also Titer-Bestimmung zur Überprüfung des Immunstatus ist nicht notwendig.

Kann die Grundimmunisierung gegen Röteln nachgeholt werden?

Die Grundimmunisierung gegen Röteln kann nachgeholt werden. Empfohlen wird die nachgeholte Grundimmunisierung für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, da die Erkrankung meist Kinder oder Jugendliche betrifft. Hierzu werden zwei Impfstoffdosen des MMR-Kombinationsimpfstoffs gegen Masern, Mumps und Röteln im Abstand von ein bis zwei Monaten verabreicht. Für Frauen im gebärfähigen Alter werden zwei Impfstoffdosen im Abstand von einem Monat bei unvollständigem oder unklarem Impfstatus empfohlen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Röteln-Impfung auftreten?

Im Rahmen von allen Impfungen kann es zu üblichen Impfreaktionen als Zeichen einer Auseinandersetzung deines Immunsystems mit dem Erreger kommen. Zu den üblichen Impfreaktionen zählen:

  • Schmerz, Schwellung und Rötung an der Einstichstelle.
  • Impfkrankheit (Impfröteln/Impfmasern): ein bis drei Wochen nach Lebendimpfungen können entsprechend der verabreichten Impfung leichte Erkrankungen auftreten, die als Ausdruck der Auseinandersetzung des Abwehrsystems mit der Impfung an den Erreger aus der Impfung erinnern.
  • Allgemeinsymptome wie Kopfschmerzen, Fieber bis 39,5°C, Unruhe, Übelkeit, Müdigkeit.

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Mumps-Impfung

Mumps-Viren rufen die Infektionserkrankung Ziegenpeter hervor.
Die Infektionserkrankung Mumps, auch Ziegenpeter genannt, gehört zu den klassischen Kinderkrankheiten. Doch auch Erwachsene können sich mit dem Mumps-Virus anstecken.

Was ist Mumps?

Mumps ist eine durch das Mumps-Virus hervorgerufene Infektionserkrankung und kommt auf der ganzen Welt vor. In der Fachsprache wird Mumps als Parotitis epidemica und umgangssprachlich als Ziegenpeter bezeichnet. Mumps zählt zu den klassischen Kinderkrankheiten, aber auch Erwachsene jeden Alters können an Ziegenpeter erkranken. Mumps-Erkrankungen müssen gemäß Infektionsschutzgesetz vom Arzt an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Mumps wird von Mensch zu Mensch übertragen. Beim Einatmen kleinster Flüssigkeitspartikel, die eine erkrankte Person durch Husten, Niesen oder beim Sprechen in die Luft abgibt, kannst du dich anstecken. Mediziner sprechen hier von Tröpfcheninfektion. Auch durch direkten Kontakt zu Speichel eines Erkrankten kann eine Ansteckung erfolgen, da Mumps besonders die Speicheldrüsen befällt.

Das Mumps-Virus gelangt über den Nasen-Rachenraum in deinen Körper. Die Mumps-Erreger verteilen sich mit dem Blut und gelangen schließlich in die Speicheldrüsen. Dort vermehren sich die Mumps-Viren und breiten sich weiter in deinem Körper aus. Eine durchgemachte Mumps-Infektion führt in der Regel zu lebenslangem Schutz gegen das Mumps-Virus.

Die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Mumps-Symptomen (Inkubationszeit) dauert in der Regel zwölf bis 25 Tage. Als erste Mumps-Symptome kannst du zum Beispiel Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskel- und Gliederschmerzen verspüren. Typisch für Mumps sind folgende Symptome:

  • Starke, schmerzhafte Entzündung und Schwellung der Speicheldrüsen, die zwischen drei und acht Tagen anhält. Besonders betroffen ist meist die Ohrspeicheldrüse (Parotis). Daher wird die Erkrankung auch Parotitis epidemica genannt. Die Schwellung der Ohrspeicheldrüse kann zuerst einseitig, aber auch sofort oder später beidseitig auftreten. Hinzukommen können eine Rötung der Haut und Schmerzen beim Kauen.
  • „Hamsterbacken“.
  • Geschwollenes Gesicht. Schwellen die Ohrspeicheldrüsen übermäßig stark an, zeigen die Erkrankten ein typisches „Mumps-Gesicht“.
  • Geschwollener Hals.

Ansteckend kannst du bereits vor Krankheitsbeginn sein. Bis zu sieben Tage vor und bis neun Tage nach Beginn der Speicheldrüsen-Schwellung kannst du die Mumps-Viren auf andere Menschen übertragen. Mumps-Infektionen können allerdings auch ganz ohne oder mit lediglich milden Symptomen verlaufen. Besonders im Kleinkindalter kann Mumps daher mit einem Luftwegsinfekt verwechselt werden.

Mumps: Komplikationen

Je älter die erkrankte Person ist, desto häufiger können Komplikationen durch die Mumps-Infektion auftreten. Da Mumps besonders die Drüsen deines Körpers befällt, können neben der Ohrspeicheldrüse (Parotis) auch andere Drüsen betroffen sein. Diese Komplikationen können sich beim Mann als Hodenentzündung (Mumps-Orchitis) oder bei der Frau als Entzündung des Eierstocks (Mumps-Oophoritis) äußern. Eine Sterilität durch Mumps-Komplikationen ist aber selten. Auch deine Bauchspeicheldrüse kann durch das Mumps-Virus entzündet werden (Mumps-Pankreatitis). Weitere Komplikationen können das zentrale Nervensystem betreffen, wie eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhäute und des Gehirns (Meningoezephalitis). Einhergehend damit kann auch eine vorrübergehende Taubheit auftreten.

Eine Mumps-Impfung kann nicht nur vor dem Mumps selbst, sondern auch vor dem Auftreten seltener Mumps-Komplikationen schützen.

Mumps-Impfung: Welche Arten gibt es?

Die Mumps-Impfung ist eine aktive Impfung. Die aktive Impfung kann als Schutzimpfung verabreicht oder als Riegelungsimpfung bei einem Mumps-Ausbruch eingesetzt werden. Die Schutzimpfung wird zusammen mit den Impfstoffen gegen Masern und Röteln (und Varizellen) als Kombinationsimpfung gegeben. Ein monovalenter, also Einzel-Impfstoff nur gegen Mumps, existiert in Deutschland nicht mehr.

Erfahre mehr zu aktiven Impfungen und Riegelungsimpfungen.

Aktive Mumps-Impfung

Die aktive Mumps-Impfung ist eine Lebendimpfung. Der Impfstoff enthält also lebens- und vermehrungsfähige Mumps-Viren, die allerdings bei der Herstellung abgeschwächt (attenuiert) wurden. Durch die in der Impfung enthaltenen, abgeschwächten Viren kannst du also nicht an Mumps erkranken. Dein Immunsystem kann sich durch die aktive Impfung mit den Viren auseinandersetzen. Es erlernt Abwehrstrategien, um bei einem erneuten Kontakt zum Mumps-Virus den Erreger rasch zu erkennen und zu eliminieren. Die Mumps-Impfung führt dazu, dass dein Körper zweierlei Abwehrstrategien gegen das Mumps-Virus ausbildet, nämlich Antikörper und Abwehrzellen.

Lies, was bei einer Impfung in deinem Körper passiert und erhalte wichtige Infos zur Impfung.

MMR-Kombinationsimpfung

Die Mumps-Impfung wird in Deutschland als Kombinationsimpfung angeboten. Mit nur einem Pieks werden in der Dreifach- bzw. Vierfach-Impfung Impfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln bzw. gegen Mumps, Masern, Röteln und Varizellen verabreicht. Die Kombinationsimpfung wird MMR(-V)-Impfung abgekürzt. Die eingesetzten Impfstoffe sind allesamt Lebendimpfstoffe.

Allgemeine Infos zur Kombinationsimpfung.

Wie wirken Lebend- und Totimpfstoffe?

Mumps-Impfung: Wann impfen?

Die Mumps-Impfung kann gemäß der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) als Kombinationsimpfung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter verabreicht werden. Die MMR-Impfung bzw. MMR-V-Impfung enthält Impfstoffe gegen die Infektionskrankheiten Mumps, Masern, Röteln bzw. Mumps, Masern, Röteln und Varizellen (Windpocken).

Damit du einen wirksamen Impfschutz durch die Impfung erhältst, sollte eine Grundimmunisierung durchgeführt werden. Die Grundimmunisierung umfasst zwei Impfungen. Die erste Impfung sollte im Alter von elf bis 14 Monaten und die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen.

Zwar erlangt dein Körper bereits zehn bis 14 Tage nach der ersten Impfung einen gewissen Schutz vor dem Virus, doch sollte auch die zweite Impfdosis unbedingt durchgeführt werden. Die zweite Impfung stellt keine Auffrischungsimpfung dar, sondern soll auch denjenigen einen Impfschutz verleihen, die aus unterschiedlichsten Gründen auf die erste Impfdosis nicht mit einer ausreichenden Immunantwort reagiert haben.

Wissenswertes zur Grundimmunisierung und Infos zur Auffrischungsimpfung.

Da die MMR(-V)-Impfung eine Lebendimpfung darstellt, gilt es Impfabstände zu anderen Impfungen einzuhalten. Lebendimpfungen können gleichzeitig mit anderen Lebendimpfstoffen verabreicht werden. Werden die verschiedenen Lebendimpfungen nicht gleichzeitig durchgeführt, müssen zwischen den einzelnen Lebendimpfungen mindestens vier Wochen liegen. Impfabstände zwischen Lebendimpfungen und Totimpfungen müssen nicht eingehalten werden.

In Ausnahmefällen kann die MMR-Impfung bereits vor dem 12. Lebensmonat, aber niemals vor dem 9. Lebensmonat begonnen werden. Besucht der Säugling bereits vor dem 12. Lebensmonat eine Gemeinschaftseinrichtung wie eine Kindertagesstätte, kann es sinnvoll sein die MMR-Impfung schon vor dem 12. Lebensmonat zu verabreichen. Zu beachten ist allerdings, dass der Säugling zu diesem Zeitpunkt noch Abwehrkräfte in seinem Körper trägt, die seine Mutter ihm über die Plazenta oder die Muttermilch mit auf den Weg gegeben hat. Der Säugling besitzt also selbst noch kein ausgereiftes Immunsystem. Die Wirksamkeit der Impfung kann daher unter diesem sogenannten Nestschutz und der Unreife des Abwehrsystems leiden. In diesem Fall kann ein anderes Impfschema durchgeführt werden. Bitte sprich mit deinem Kinderarzt.

Mumps-Impfung: Wann nicht impfen?

Da die Mumps-Impfung eine Lebendimpfung darstellt, sollte bzw. darf die Impfung nicht während einer Schwangerschaft durchgeführt werden. Auch sollte nach einer verabreichten Mumps-Impfung eine Schwangerschaftsverhütung für mindestens einen Monat durchgeführt werden. Sollte es versehentlich zu einer Impfung während einer noch nicht erkannten Schwangerschaft gekommen sein, stellt dies in der Regel kein erhöhtes Risiko für den Embryo dar.

Wirkungsweise von Lebendimpfstoffen und Totimpfstoffen.

Grundsätzlich sollte auf eine Impfung verzichtet werden, wenn du gerade an einer akuten Infektion mit Fieber über 38,5°C erkrankt bist oder an einer akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankung leidest. Erkältungen stellen hingegen keinen Grund dar, um den Impftermin zu verschieben. Auch stillende Mütter können problemlos geimpft werden.

Wenn du an einer Abwehrschwäche leidest oder Medikamente einnimmst, die eine Abwehrschwäche hervorrufen, sprich bitte mit deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr anhand der Schwere deiner Abwehrschwäche, deines Impfstatus und deiner gesundheitlichen Situation über mögliche Impfungen entscheiden.

Auch wenn du an einer Hühnereiweißallergie leidest, solltest du das Thema MMR(-V)-Impfung mit deinem Arzt besprechen. Denn der MMR(-V)-Impfstoff kann aufgrund seiner Herstellung allergieauslösende Stoffe enthalten.

Mumps-Impfung: Wann auffrischen?

Die Impfung gegen Masern, Röteln und Mumps (MMR-Impfung) bzw. Masern, Röteln, Mumps und Varizellen (MMR-V-Impfung) bedarf keiner Auffrischungsimpfung. Bereits durch zwei Impfdosen im Säuglings- bzw. Kleinkindalter entsprechend der Grundimmunisierung bildet sich ein lebenslanger Impfschutz aus.

Infos zur Auffrischungsimpfung und Wissenswertes zur Grundimmunisierung.

Mumps-Impfung: Kann die Grundimmunisierung jederzeit nachgeholt werden?

Bei im Säuglings- bzw. Kindesalter versäumter Grundimmunisierung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) bzw. Mumps, Masern, Röteln und Varizellen (MMRV) kannst du einen Impfschutz durch Nachholimpfungen erlangen.

  • Kinder ab dem Alter von einem Jahr sollten zwei Impfdosen der MMR-V-Impfung im Abstand von vier bis sechs Wochen erhalten.
  • Erwachsene ohne Impfschutz, die nach 1970 geboren wurden, sollten eine einmalige Impfung gegen Masern, Röteln, Mumps und Varizellen erhalten.
  • Frauen im gebärfähigen Alter sollten zwei Impfdosen des MMR-V-Impfstoffes im Abstand von vier bis sechs Wochen insbesondere zum Zwecke eines Impfschutzes gegen Röteln erhalten.

Fehlt die MMR-Impfung im Impfpass, ist nur eine Impfung in der Kindheit erfolgt oder ist der Impfstatus unklar, können sich Personen, die in Gesundheitsberufen, Gemeinschafts- oder Bildungseinrichtungen tätig sind, entsprechend einer beruflichen Indikationsimpfung gegen MMR impfen lassen.

Infos zur Indikationsimpfung.

Mumps durch Mumps-Impfung

An Mumps zu erkranken ist auch möglich, wenn eine zweifache Impfung gegen Mumps im Sinne einer Grundimmunisierung nach den STIKO-Empfehlungen erfolgt ist.

Ein Grund für den fehlenden Impfschutz kann zum Beispiel eine ausbleibende Schutzantwort deines Immunsystems auf die Impfung sein. Die Personen, die nicht mit einer Immunreaktion auf Impfungen ansprechen, werden Impfversager genannt. Impfversagen können trotz erhaltener Impfung an Mumps erkranken.

Auch wenn eine Impfung sehr lange zurückliegt, kann es sein, dass der Abwehrschutz mit der Zeit nachlässt. So können zum Beispiel ältere Personen an Mumps erkranken.

Hohe Impfquoten können dennoch ältere Menschen, Impfversager oder Personen, die sich aus anderen Gründen nicht impfen lassen können, vor Mumps schützen. Denn je mehr Menschen gegen Mumps geimpft sind, desto weniger werden sie zum Überträger von Ziegenpeter. Wenn sich ein Krankheitserreger innerhalb der Bevölkerung nicht weiter ausbreiten kann, weil viele Personen aufgrund einer Impfung immun sind, wird das als Herdenimmunität bezeichnet.

Mumps-Impfung: Nebenwirkungen

Nebenwirkungen einer Mumps-Impfung können zum Beispiel Lokalreaktionen an der Einstichstelle sein. Dazu gehören Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Es können auch Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Lymphknotenschwellungen oder Gliederschmerzen auftreten.

Bei Lebendimpfungen wie der MMR(-V)-Impfung können entsprechend der verabreichten Impfstoffe milde Formen der jeweiligen Krankheiten auftreten. Dazu zählen zum Beispiel eine leichte Schwellung der Ohrspeicheldrüse durch die Impfung gegen Mumps oder ein leichter Masern-, Varizellen- oder Röteln-ähnlicher Ausschlag.

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Grundimmunisierung

Arzt zieht Spritze mit Impfstoff zur Grundimmunisierung auf.
Das Ziel einer Grundimmunisierung ist, deinen Körper immun gegen einen oder mehrere Krankheitserreger zu machen. Dazu sind eine Impfung oder mehrere Teilimpfungen nötig.

Grundimmunisierung: Was ist das?

Bei einer Grundimmunisierung erhältst du eine Impfung oder mehrere Teilimpfungen mit dem gleichen Impfstoff in festgelegten Zeitabständen.

Ziel einer Grundimmunisierung ist es, deinen Körper gegen einen Krankheitserreger immun zu machen. Durch den Kontakt zu dem im Impfstoff enthaltenen Krankheitserreger wie beim Lebendimpfstoff oder die enthaltenen Erregerbestandteile wie beim Totimpfstoff, lernt dein Immunsystem den Krankheitserreger zu erkennen und effektiv zu bekämpfen. Der Organismus kann so bei erneutem Kontakt zum „echten“ Erreger rasch auf die durch die Impfung erlernten immunologischen Abwehrmechanismen zurückgreifen und den Erreger eliminieren. Auf diese Weise können uns Impfungen vor dem Ausbruch einer Erkrankung schützen oder Krankheitsverläufe mildern. Was genau in unserem Körper bei einer Impfung passiert, kannst du bei Infos zur Impfung nachlesen.

Der einmalige Kontakt zum Impfstoff trainiert zwar dein Immunsystem, oftmals sind jedoch mehrere Kontakte zum Krankheitserreger notwendig, um eine optimale Abwehr des Krankheitserregers zu gewährleisten.

Eine Grundimmunisierung kann daher – je nach Impfstoff – anhand einer oder mehrere Impfstoffdosen durchgeführt werden. Das wird als Teilimpfung/en bezeichnet. Für die Verabreichung der Teilimpfungen existieren festgelegte Zeit-Abstände nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Erst nach Vervollständigung einer Grundimmunisierung durch die Verabreichung aller erforderlichen Teilimpfungen kann von einem ausreichenden Impfschutz ausgegangen werden.

Grundimmunisierung mit Lebendimpfstoffen

Ein Beispiel für die Grundimmunisierung mit Lebensimpfstoffen ist die MMR-Impfung. MMR steht für Masern, Mumps und Röteln. Das RKI empfiehlt eine MMR-Grundimmunisierung aus zwei Teilimpfungen im Kindesalter. Die Impfstoffe gegen diese Erkrankungen enthalten lebensfähige aber abgeschwächte Viren. Sie sind also Lebendimpfstoffe.

Die erste Teilimpfung sollte im Alter von 11-14 Monaten durchgeführt werden. Die zweite Teilimpfung im Alter von 15-23 Monaten dient keineswegs der Auffrischung der Impfung, sondern der Vervollständigung des Impfschutzes gegen MMR. Die MMR-Impfung verleiht bei vollständiger Grundimmunisierung in der Regel einen lebenslangen Impfschutz.

Grundimmunisierung mit Totimpfstoffen

Ein Beispiel für eine Grundimmunisierung mit Totimpfstoffen ist die 6-fach Impfung. Das ist eine Kombinationsimpfung gegen sechs Erkrankungen bzw. Krankheitserreger: Keuchhusten (Pertussis), Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis B und Kinderlähmung (Poliomyelitis). Insgesamt empfiehlt das RKI eine Durchführung der Grundimmunisierung anhand vier Impfdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11-14 Monaten. Von Immunität gegenüber den Erkrankungen kann erst nach Durchführung aller Teilimpfungen ausgegangen werden. Totimpfstoffe verleihen im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen keinen lebenslangen Impfschutz und sollten in bestimmten Abständen aufgefrischt werden.

Was passiert, wenn die Grundimmunisierung unvollständig war?

Wenn eine Grundimmunisierung, die aus mehreren Teilimpfungen besteht, nicht vollständig durchgeführt wurde, also nicht alle Teilimpfungen verabreicht wurden, bist du nicht immun gegen die Krankheitserreger. Du bist lediglich teilimmunisiert. Die fehlende Impfdosis kann jedoch jederzeit nachgeholt werden. Die Grundimmunisierung muss dabei nicht vollkommen neu begonnen werden, sondern kann einfach um die fehlenden Impfdosen ergänzt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Mindestabstände zwischen den einzelnen Impfdosen eingehalten werden und nicht unterschritten worden sind. Dein Arzt steht dir bei allen Fragen rund um deinen Impfschutz gerne zur Verfügung.