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Coronavirus-Check

3-D-Illustration des Coronavirus SARS-CoV-2
Das weltweit verbreitete Coronavirus SARS-CoV-2 hat unser Leben verändert.

15 Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 und zu Covid-19

Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Covid-19-Pandemie (eine Pandemie ist eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Krankheit) hält die Welt in Atem. DocInsider hat das Coronavirus unter die Lupe genommen und häufige Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19 zusammengetragen (Stand 30.03.2021, Quellen: Weltgesundheitsorganisation WHO, Robert Koch-Institut RKI, Bundesministerium für Gesundheit, Auswärtiges Amt).

Erfahre außerdem Wissenswertes zu Corona-Impfstoffen.

Sicherheits-Informationen für Reisende

Bei Reisen innerhalb Deutschlands gelten die Regelungen der jeweiligen Bundesländer.

Eine Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen gilt für alle Länder, die vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Auswärtigen Amt sowie dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat als Risikogebiet eingestuft sind. Aktuelle Covid-19 Risikogebiete weltweit listet das Robert Koch-Institut auf.

Unter den Informationen der Bundesregierung für Reisende und Pendler findest du ebenfalls viele Hinweise.

Welche Reise- und Sicherheitshinweise für dein Reiseland gelten, findest du in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes.

Woher kommt das Coronavirus SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 ist die Abkürzung für Severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2. Das bedeutet Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Das neuartige Coronavirus wurde zunächst mit 2019-nCoV bezeichnet; es ist eng verwandt mit dem SARS-assoziierten Coronavirus (SARS-CoV-1), das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte. Coronaviren sind unter Säugetieren und Vögeln verbreitet. Beim Menschen verursachen sie vorwiegend milde Erkältungskrankheiten. Coronaviren können manchmal aber auch schwere Lungenentzündungen hervorrufen. Die Lungenkrankheit, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann, trägt die Abkürzung Covid-19. Das bedeutet Corona Virus Disease 2019.

Forscher gehen davon aus, dass SARS-CoV-2 auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan von einem infizierten Tier auf einen Menschen übergegangen ist. Das Erbgut des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist eng mit Coronaviren verwandt, die in Fledermäusen im Osten Chinas gefunden wurden. Ausgehend von mit Coronaviren infizierten Fledermäusen könnte der Erreger weitere Tiere, sogenannte Zwischenwirte, infiziert haben. Über einen solchen Zwischenwirt könnte das Coronavirus schließlich zum Menschen gelangt sein.

Wie gefährlich sind SARS-CoV-2-Mutationen?

Mutationen bei Viren finden ständig statt. Bei einer Mutation verändert sich das Erbgut eines Erregers wie SARS-CoV-2, um sich an seine Umwelt noch besser anpassen zu können. Gefährlich wird die Mutation dann, wenn sich die Struktur des Virus zu seinem Vorteil verändert. Zum Beispiel wenn sie den genetischen Bauplan des Spike-Proteins betreffen. Mithilfe des Spike-Proteins dockt das Coronavirus an die ACE2-Rezeptoren der Wirtszelle an und gelangt ins Zellinnere.

Verändert sich der genetische Bauplan des Spike-Proteins zum Vorteil des Coronavirus, kann es leichter in die menschlichen Zellen eindringen, sich dadurch leichter vermehren und sich somit schneller und weiter verbreiten.

Bei den bisher entdeckten Mutationen von SARS-CoV-2 ist die viel schnellere Ausbreitungsgeschwindigkeit der Mutationen ein Problem. Die Folge: mehr Menschen erkranken gleichzeitig, mehr durchleben schwere Verläufe und mehr können sterben.

Unter dem Namen B.1.1.7 (auch als VOC 2020/12/01 bezeichnet) werden einige neue Mutationen von SARS-CoV-2 aus Großbritannien zu einer Viruslinie zusammengefasst. Die britische Variante von SARS-CoV-2 soll laut ersten Studien ansteckender und auch tödlicher sein als das bisher bekannte Coronavirus. B.1.1.7 verbreitet sich schneller und ist mittlerweile für die meisten Corona-Neuinfektionen in Deutschland und in anderen Ländern verantwortlich.

Die südafrikanische Variante von SARS-CoV-2 nennt sich B.1.351, auch als 501.V2 bezeichnet. Sie ist noch weiter mutiert als die englische Variante, wahrscheinlich aber nicht tödlicher. Offensichtlich aber ähnlich ansteckend und infolge einer sogenannten Fluchtmutation namens E484K in der Lage, der Immunantwort zu entkommen. Eine Fluchtmutation, auch Escape-Mutation genannt, macht es vorhandenen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 schwer, sich an das Spike-Protein des Virus zu binden. Somit kann das Eindringen von Viruspartikeln in die Zellen nicht mehr verhindert werden. 

Die brasilianische Variante von SARS-CoV-2 wird als P.1 bezeichnet. Hierüber ist derzeit am wenigsten bekannt. Zu bedenken gibt aber, dass sich Covid-19-Genesene auch wieder mit P.1 anstecken können.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion. Mit dem Coronavirus versetzte Speicheltröpfchen werden beim Husten, Niesen und Sprechen frei und können somit in deinen Atemtrakt gelangen. Möglich sind auch Coronavirus-Übertragungen durch Schmierinfektion über Gegenstände wie Türgriffe. Coronaviren können deine Mundschleimhaut, deine Nasenschleimhäute und die Bindehaut deiner Augen als Eintrittspforte in deinen Körper benutzen, wenn du dein Gesicht mit ungewaschenen Händen berührst.

Inkubationszeit und Ansteckungsgefahr

Die durchschnittliche Inkubationszeit (Dauer von Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn) liegt beim Coronavirus nach derzeitigen Erkenntnissen zwischen 5 bis 6 Tagen. Bis erste Symptome auftreten vergehen in der Regel 1 bis 14 Tage. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen keine Symptome auftreten und die Betroffenen nichts von ihrer Covid-19-Erkrankung bemerken. Somit können sie, ohne es zu wissen, zu möglichen Überträgern des Coronavirus werden. SARS-CoV-2 kann vom Mundraum in den Verdauungstrakt wandern und von dort über Fäkalien oder als Schmierinfektion weitergegeben werden.

Um die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 zu verringern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind deshalb von jedem von uns umsichtiges und verantwortungsbewusstes Verhalten und – wie bei allen Infektionskrankheiten – sorgfältige Handhygienemaßnahmen gefragt. In unserem Artikel zur Handhygiene in Infektionszeiten liest du, warum die Corona-Pandemie Stress für deine Haut bedeutet und wie du deine Hände richtig wäschst und pflegst. Wie du mit FFP2-Masken und OP-Masken dazu beitragen kannst, dass sich SARS-CoV-2 nicht noch weiter ausbreitet und was du beim Tragen und beim Reinigen deiner Corona-Schutzmasken beachten solltest, erfährst du unter Pflegetipps für Corona-Schutzmasken.

Wer zählt zu den Corona-Risikogruppen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann bei älteren Menschen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Nach aktuellem Stand zählen laut WHO Schwangere nicht zu einer besonders gefährdeten Gruppe, sofern sie keine Grunderkrankungen haben. Auch Kinder scheinen bei Covid-19 nach derzeitigen Erkenntnissen nicht zu einem schweren Krankheitsverlauf zu neigen.

Zu den Corona-Risikogruppen zählen:

  • Menschen ab 50 Jahren und älter. Mit zunehmendem Alter und bei Vorerkrankungen steigt bei Covid-19 das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf
  • Menschen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Herzkreislauferkrankungen, Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Krebs und Erkrankungen der Lunge wie Asthma oder chronische Bronchitis
  • Menschen mit mehreren Grunderkrankungen
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem durch eine bestehende Erkrankung oder durch die Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen oder die die Immunabwehr unterdrücken (Immunsuppressiva).

Welche Symptome verursacht das neuartige Coronavirus?

Eine Infektion mit dem Coronavirus und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19 kann sich durch grippeähnliche Symptome äußern. Wie schützt du dich vor Grippe?

Folgende Symptome sind bei Covid-19 möglich:

  • Fieber (> 38,5 °C). Wie und wo Fieber messen?
  • Trockener Husten
  • Schnupfen
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Lymphknotenschwellung
  • Bindehautentzündung. Was tun bei Bindehautentzündung?
  • Kopfschmerzen. Hilfe bei Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn
  • Verfärbung an Fingern oder Zehen oder Hautausschlag
  • Atembeschwerden oder Kurzatmigkeit
  • Schmerzen oder Druckgefühl im Brustbereich
  • Verlust der Sprach- und Bewegungsfähigkeit

Krankheitsverlauf von Covid-19

Die Krankheitsverläufe von Covid-19 variieren stark. Es zeigen sich symptomlose oder milde Verläufe bis hin zu Atemproblemen und schweren Pneumonien (Lungenentzündungen) mit Lungenversagen und Tod. Lungenentzündungen werden von Symptomen wie hohem Fieber, Husten, Atembeschwerden (Dyspnoe), beschleunigter Atmung (Tachypnoe) und Schmerzen beim Atmen begleitet.

Bei Covid-19 sind bei schweren Verläufen fast immer beide Lungenflügel entzündet, bei einer klassischen Lungenentzündung dagegen meist nur einer.

Von Covid-19 können nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organsysteme betroffen sein. Wo sich SARS-CoV-2 ausbreiten kann, ist unter anderem abhängig von der Dichte der sogenannten ACE2-Rezeptoren in den Geweben. SARS-CoV-2 verwendet das Enzym ACE2 als Andockstelle (Rezeptor), um in die Wirtszellen zu gelangen. Eine hohe ACE2-Dichte befindet sich beispielsweise im Atemwegstrankt, im Darm, in Gefäßzellen, in der Niere und im Herzmuskel.

Covid-19 erhöht dadurch das Risiko für Thrombosen und durch die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems auch das Herzinfarkt-Risiko. In schweren Fällen können die Nieren versagen.

Die Corona-Pandemie und vor allem die Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie wirken sich auch auf unsere Psyche aus. So beobachteten Mediziner einen Anstieg an Depressionen, Angstzuständen, Substanzmissbrauch und häuslicher Gewalt.

Was ist das Post-Covid-Syndrom?

Unter dem Begriff Post-Covid-Syndrom, im englischen Sprachraum als Long Covid bezeichnet, werden alle Symptome zusammengefasst, die noch mindestens drei Monate nach einer übersatndenen Covid-19-Erkrankung auftreten können.

Symptome des Post-Covid-Syndroms sind:

  • chronische Müdigkeit (Fatigue)
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsprobleme
  • Gedächtnisverlust
  • Atemnot
  • Husten
  • Herzmuskelentzündung
  • Nierenprobleme
  • Gefäßbeeinträchtigungen

Die Stärke dieser Post-Covid-Symptome ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich. Bei manchen Patienten treten die Post-Covid-Beschwerden sogar erst sechs Monate nach der Akut-Erkrankung auf und erfordern eine stationäre Behandlung.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Langzeitfolgen von Covid-19 selbst bei leichten Verläufen derzeit noch nicht abschätzbar. Unklar ist auch, ab welchem Zeitpunkt die Folgen der Covid-19-Erkrankungen chronisch werden können und ob dauerhafte Schädigungen drohen.

Was tun bei Corona-Symptomen?

Wenn du keinen direkten Kontakt zu nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten oder zu möglicherweise infizierten Personen hattest, bewahre unbedingt Ruhe. Nimm telefonisch Kontakt zu deinem Hausarzt auf und lass dich über das weitere Vorgehen beraten. Achte auf die unter Coronavirus-Schutz beschriebenen Maßnahmen.

Bei leichten Erkältungssymptomen, leichten Erkrankungen der oberen Atemwege oder erhöhter Temperatur (>37,5 °C) kontaktiere bitte ebenfalls telefonisch deinen Arzt und lass dich über das  weitere Vorgehen beraten. Die Ausnahme-Regelung, dass Ärzte ihren Patienten telefonisch zweimal für 7 Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen können, ohne dass die Patienten in die Praxis kommen müssen, gilt seit 19. Oktober 2020 bis zum 30.6.2021.

Du hattest Kontakt mit einer Covid-19-infizierten Person?

Wenn du direkten Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hattest oder direkten Kontakt mit jemandem, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, dann solltest du umgehend folgende Schritte einleiten:

  • Kontaktiere telefonisch das für deinen Wohnort zuständige Gesundheitsamt, einen Arzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 und erkundige dich nach dem weiteren Vorgehen. Bleib zu Hause und vermeide möglichst den Kontakt zu anderen Menschen bis du von den genannten Ansprechpartnern weitere Informationen und Anweisungen erhältst.
  • Bist du hörgeschädigt oder gehörlos, helfen dir für weitere Infos die Beratungsstellen für Gehörlose und Hörgeschädigte per Fax oder Email weiter.
  • Bundesweite Corona-Hotlines informieren über SARS-CoV-2 und Covid-19.

Bist du immun gegen das Coronavirus, wenn du Covid-19 überstanden hast?

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 dockt über sogenannte Spike-Eiweiße an deine Körperzellen an und bringt sie dazu, das Erbgut des Coronavirus millionenfach zu kopieren. Die Zellen platzen auf und die freigewordenen Viren können weitere Körperzellen befallen. Dein Immunsystem bemerkt die Eindringlinge und bekämpft die Erreger mit Antikörpern, die die Andockstellen des Virus unschädlich machen. Ist deinem Immunsystem das neuartige Coronavirus schon bekannt, weil du schon einmal eine Corona-Infektion durchgemacht hast, kann es auf einen erneuten Virenangriff schneller reagieren und die Erreger unschädlich machen bevor sie Symptome auslösen können.

Die Studien, die es bisher zur Immunität von Menschen gibt, die Covid-19 überstanden haben, weisen darauf hin, dass nach einer Infektion Antikörper gebildet werden, die das Coronavirus neutralisieren können. Viele Experten gehen davon aus, dass die Immunität Monate anhält.

Was passiert, wenn du dich gleichzeitig mit Grippe und Corona infizierst?

Du kannst dich mit dem Influenza-Virus und dem Coronavirus parallel infizieren. In diesem Fall kannst du schwerer erkranken als bei einer Infektion mit nur einer Virusart. Denn dein Immunsystem muss sich gleichzeitig mit zwei Krankheitserregern auseinandersetzen. Eine große Herausforderung, da unser Immunsystem bei Erstinfektion noch keine Erfahrung mit dem neuartigen Coronavirus hat. Besteht ein Grippeschutz durch eine Grippe-Impfung, „weiß“ dein Immunsystem, was im Ernstfall zu tun ist. Es kenn den Influenza-Virus und kann die Abwehrmechanismen schneller in Gang setzen. Lies mehr zur Wirkung der Grippe-Impfung.

Kannst du dich durch importierte Lebensmittel mit SARS-CoV-2 anstecken?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines Covid-19-Erkrankten gehören, wie beispielsweise importierte Waren, Lebensmittel, Postsendungen oder Gepäck, erscheint laut Robert Koch-Institut unwahrscheinlich.

Überträgt sich das Coronavirus auf Fleisch?

Da sich einige Schlachthöfe infolge infizierter Mitarbeiter zu Corona-Hotspots entwickelt haben, stellt sich die Frage, ob beispielsweise dort produziertes Grillfleisch und Fleischprodukte gefährlich sein könnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu: „Coronaviren können sich in Lebensmitteln nicht vermehren; sie benötigen dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.“

Soll heißen: es wäre sehr unwahrscheinlich, dass die Coronaviren Grill- und Brattemperaturen überleben. Selbst dann, wenn vor dem Erhitzen ein infizierter Schlachthofmitarbeiter auf dein Fleischstück gehustet haben sollte.

Hätte hingegen ein infizierter Verkäufer deine Grillware oder die Verpackung angefasst und du würdest beides kurz danach auch anfassen und dir mit ungewaschenen Händen die Augen reiben oder deinen Mund oder deine Nase berühren, wäre eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch Schmierinfektion möglich.

Achte daher beim Umgang mit allen Lebensmitteln auf die allgemeinen Hygieneregeln. Lies mehr zu Corona-Schutzmaßnahmen.

Können Mücken Corona übertragen?

Nach aktuellem Forschungsstand können Mücken das Coronavirus nicht übertragen. Die WHO schreibt dazu: „Das neuartige Coronavirus kann nicht über Mückenstiche übertragen werden. Bisher gibt es weder Informationen noch Beweise dafür, die nahelegen würden, dass das neuartige Coronavirus über Mückenstiche übertragen werden kann. Das neuartige Virus ist ein Virus, das auf die Atemwege geht. Es verbreitet sich hauptsächlich durch Tröpfchen, wenn eine infizierte Person hustet oder niest, oder durch Speicheltröpchen oder Nasensekret.“

Damit eine Stechmücke SARS-CoV-2 oder generell ein Virus übertragen kann, müsste sie dieses in vermehrungsfähiger Form beim Blut saugen aus der Blutbahn eines infizierten Menschen aufnehmen. Das Coronavirus müsste sich dann in der Mücke vermehren, damit die Menge an Viren ausreicht, um beim nächsten Stich in den Gestochenen zu gelangen.

Wie kannst du dich vor dem Coronavirus schützen?

Es ist offen, wie viele Menschen sich im Laufe der Corona-Pandemie mit dem Coronavirus infizieren werden und über welchen Zeitraum dies geschehen wird.

In ganz Deutschland herrscht zum Schutz vor der weiteren Ausbreitung von Covid-19 eine Maskenpflicht. Was du beim Tragen von Corona-Schutzmasken beachten solltest und wie du sie richtig desinfizierst und reinigst, liest du unter Pflegetipps für Corona-Schutzmasken.

Das Bundesministerium für Gesundheit rät außerdem:

  • Bundesweite und landesweiten Regelungen unbedingt einzuhalten, um die weitere Ausbreitung der Infektion einzudämmen
  • Eineinhalb bis zwei Meter Abstand halten zu anderen Personen.
  • Berührungen wie Hände schütteln und Umarmungen zur Begrüßung vermeiden
  • Hände regelmäßig und gründlich mindestens 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen. Handhygiene und Handpflege in der Covid-19-Pandemie
  • Beim Husten oder Niesen wegdrehen, in die Armbeuge niesen und husten und dabei möglichst ein bis zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten. Alternativ in ein Einmaltaschentuch niesen und dies sicher in geschlossenen Abfallbehältern entsorgen.
  • Sich nicht ins Gesicht fassen, um mögliche Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen
  • Haushaltsgegenstände wie Geschirr, Besteck und Wäsche nicht ungewaschen mit anderen teilen. Auch Hygieneartikel sollten nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmäßig und gründlich gewaschen werden
  • In öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Abstandsregeln achten und einen Mund-Nasen-Schutz in Form von OP-Masken oder FFP2-Masken tragen. Wie sicher ist die Schutzwirkung von FFP2-Masken?
  • Die Bundesregierung hat Regeln aufgestellt für mehr Infektionsschutz am Arbeitsplatz: Das heißt, Arbeitgeber sollen die Arbeit im Home-Office ermöglichen. Dort, wo das nicht möglich ist, wurde grundsätzlich vorgegeben, dass ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen auch bei der Arbeit einzuhalten ist. Und dies gilt in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen. Wenn Absperrungen, Markierungen, Trennwände oder Zugangsregelungen nicht möglich sind, sollen die Arbeitgeber Nase-Mund-Bedeckungen für die Beschäftigten und auch für Kunden und Dienstleister zur Verfügung stellen. Außerdem sollen die Arbeitsabläufe in den Unternehmen so organisiert werden, dass Beschäftigte möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben. Dies soll für Pausen, Schichtwechsel oder Anwesenheit im Büro gelten. Und ganz wichtig für Arbeitnehmer: Niemals krank zur Arbeit gehen. Wer Symptome wie leichtes Fieber habe, solle den Arbeitsplatz verlassen oder zu Hause bleiben bis der Verdacht ärztlich aufgeklärt ist.

Wann auf SARS-CoV-2 testen?

Wer auf das Coronavirus getestet wird, entscheiden derzeit Kliniken und Hausärzte. Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Atembeschwerden allein reichen für einen SARS-CoV-2 Test nicht aus. Dafür musst du in den letzten 14 Tagen vor Ausbruch der möglichen Corona-Symptome Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person gehabt haben.

Aktuelle Covid-19- Fallzahlen weltweit findest du auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Über die Zahlen der Covid-19 Erkrankten in Deutschland stellt das Robert Koch-Institut täglich neue Informationen bereit.

Wie läuft der Coronavirus-Test ab?

Um das Coronavirus nachzuweisen, können laut Empfehlungen des Robert Koch-Instituts Abstriche aus Nase und Rachen genommen werden sowie aus dem Hustenauswurf. Die Probenentnahme kann nach telefonischer Absprache in einer Arztpraxis erfolgen, in Abstrichstellen oder auch in extra eingerichteten Corona-Zentren. Der Corona-Test selbst dauert nur wenige Minuten. Die Untersuchung der genommenen Proben im Labor dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Daher müssen sich alle auf Corona-Getesteten gedulden, bis die Ergebnisse vorliegen und sie informiert werden. Auch hier gilt: Ruhe bewahren.

Coronavirus-Test negativ – was heißt das?

Solltest du vom zuständigen Gesundheitsamt zum Coronavirus-Test geschickt werden und bis das Testergebnis vorliegt vorsorglich in häuslicher Quarantäne verbleiben, wird bei negativem Coronavirus-Test die häusliche Quarantäne in der Regel wieder aufgehoben. Doch auch wenn du negativ auf SARS-CoV-2 getestet wurdest, solltest du die derzeit geltenden Vorsichts- und Schutzmaßnahmen weiterhin strikt einhalten.

Coronavirus-Test positiv – was passiert jetzt?

Wird Covid-19 im Labor nachgewiesen, können derzeit nur die Symptome behandelt werden. Eine einheitliche und spezifische Behandlung ist derzeit nicht möglich, da noch keine speziellen Medikamente gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Je nach Gesundheitszustand werden Covid-19-Infizierte in häuslicher Quarantäne oder in stationärer Unterbringung behandelt.

Da SARS-CoV2 hauptsächlich über Husten und Niesen übertragen wird, ist es zum Bruch der Infektionskette besonders wichtig, Infizierte und Verdachtsfälle zu isolieren. Je nach Verlauf und Schwere der Covid-19-Erkrankung erfolgt zur Therapie von Corona:

  • Gabe von Flüssigkeit
  • Zuführung von Sauerstoff bei Atemproblemen
  • Verabreichung von fiebersenkenden Mitteln
  • Verabreichung von Antibiotika bei bakteriellen Sekundärerkrankungen.

Die Wirksamkeit von verschiedenen antiviralen Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus wird derzeit erprobt.

Was sind Corona-Antikörpertests?

SARS-CoV-2-Antikörper bilden sich etwa 14 Tage nach Krankheitsbeginn aus und lassen sich dann durch den Corona-Antikörpertest nachweisen. Der Corona-Antikörpertest zeigt, ob du eine Infektion durchgemacht hast und ob in deinem Blut nun Antikörper gegen das Coronavirus vorhanden sind. Für den Test wird dir Blut aus dem Ohrläppchen oder der Fingerkuppe entnommen.

Anders als die Abstriche während einer akuten Corona-Infektion sind die Antikörpertests laut Robert Koch-Institut nicht meldepflichtig.

Ein positiver Corona-Antikörpertest bedeutet, dass Antikörper in deinem Blut vorhanden sind, nicht aber wie lange du immun gegen eine erneute Covid-19-Infektion bist. Du solltest dich daher weiterhin an die bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln halten.

Schützt die Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Es gibt Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie den Pneumokokken-Impfstoff und den Haemophilus-Influenza-Typ-B-(Hib)-Impfstoff. Sie bieten laut WHO aber keinen Schutz vor dem neuen Coronavirus. Wann zur Hib-Impfung?

Denn SARS-CoV-2 ist ein Virus und Haemophilus influenzae Typ b sowie Pneumokokken sind Bakterien. All diese Erreger können zwar eine Lungenentzündung mit schwerem oder lebensgefährlichem Verlauf auslösen, doch die jeweiligen Impfungen können nur gegen die speziellen Erreger Schutz bieten.

Die Pneumokokken-Impfung kann ältere Menschen allerdings davor schützen, dass sie nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus auch noch mit dem bakteriellen Erreger einer Lungenentzündung infiziert werden. Ist das Lungengewebe durch eine Corona-Erkrankung geschädigt, besteht die Gefahr, dass es anfälliger für bakterielle Infektionen wird.

Wann und wann besser nicht zur Pneumokokken-Impfung?

Die beim Robert Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlung zur Pneumokokken-Impfung angepasst. Demnach sollten Erwachsene gegen Pneumokokken geimpft werden, die

  • eine Immundefizienz haben, bei denen also das Immunsystem geschwächt ist oder
  • die mindestens 70 Jahre alt sind oder
  • die unter einer chronischen Atemwegserkrankung leiden.

Was passiert, wenn du unter Coronavirus-Quarantäne gestellt bist?

Wenn du dich mit dem Coronavirus infiziert hast, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis du erste Krankheits-Symptome zeigst. Deshalb müssen nicht nur die Erkrankten und positiv auf Corona Getestete in Quarantäne, sondern auch ihre Kontaktpersonen und sämtliche Verdachtsfälle bis deren Testergebnis vorliegt.

Das jeweils zuständige Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an. Es beurteilt die Lage und entscheidet, wie weiter verfahren wird. Wenn du aufgrund des Verdachts, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, unter Quarantäne gestellt wirst, bedeutet dies nicht automatisch, dass du in ein Isolationszimmer einer Klinik musst. Gerade bei Verdachtsfällen entscheidet das Gesundheitsamt häufig, Betroffene unter häusliche Quarantäne zu stellen.

Personen unter häuslicher Quarantäne werden vom Gesundheitsamt betreut und unterstützt. Allerdings müssen unter Corona-Quarantäne stehende Menschen auch selbst ihren Gesundheitszustand kontrollieren. Zweimal täglich sollte Fieber gemessen werden. Fieber richtig messen. In einer Art Tagebuch wird der Zustand protokolliert. Symptome, die Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten und Kontakte zu anderen Personen sollen hier aufgeschrieben werden.

Wenn du unter Quarantäne gestellt worden bist, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Das Infektionsschutzgesetz sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Gehalt weitergezahlt wird. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

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Norovirus

Schwallartiges Erbrechen, Bauchkrämpfe und wässrige Durchfälle sind die Hauptsymptome des Norovirus.
Hygiene im Sanitärbereich ist bei einer Infektion mit dem Norovirus besonders wichtig. Denn das Virus wird noch 14 Tage nach überstandener Infektion mit dem Stuhl ausgeschieden und ist für andere Menschen ansteckend.

Norovirus: Was ist das?

Wenn in der kalten Jahreszeit unsere Abwehr geschwächt ist, hat das hoch ansteckende Norovirus leichtes Spiel. In den Monaten von Oktober bis März häufen sich die Norovirus-Infektionen immer dort, wo viele Menschen zusammen kommen. In der Regel beginnt schon wenige Stunden nach der Norovirus-Infektion der typische Brechdurchfall.

Hilfe bei Durchfallerkrankungen aus der Apotheke

Norovirus: Ursachen

Noroviren werden über Schmierinfektion übertragen. Wenn du also mit den Ausscheidungen, dem Speichel oder dem Erbrochenen von Erkrankten in Kontakt kommst, kannst du dich anstecken. Bis nach der Ansteckung die ersten Symptome auftreten, können  sechs bis 50 Stunden vergehen. Das bezeichnen Mediziner als Inkubationszeit.

Übertragen wird das Norovirus auch durch Berührung infizierter Flächen wie Türgriffe, Gegenstände wie Haushaltswaren, Speichel und Erbrochenem und anschließendem Kontakt mit Nase, Mund und Augen. Aber auch virushaltige Tröpfchen, die beim schwallartigen Erbrechen herumfliegen, stellen eine Infektionsquelle dar.

Ebenso kann das Norovirus mit verunreinigtem Wasser oder kontaminierten Speisen übertragen werden. Wenn Nahrungsmittel, die mit Noroviren verunreinigt wurden, nicht mehr erhitzt wurden, ist das Risiko einer Infektion besonders groß. Wo und wie auch immer du dich infiziert hast: Noroviren breiten sich sehr rasch von Mensch zu Mensch aus. Daher kommen Krankheitsausbrüche immer überall dort vor, wo sich viele Menschen gleichzeitig aufhalten oder zusammen essen und trinken.

Risikofaktoren bei der Norovirus-Infektion

Kinder unter 5 Jahren und Senioren ab 70 Jahren sind besonders anfällig für Infektionen mit dem Norovirus. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Brechdurchfall-Erreger sogar einer der häufigsten Ursache einer akuten Magen-Darm-Entzündung oder Gastroenteritis.

Das Norovirus wird noch bis zu 14 Tage nach überstandener Erkrankung mit dem Stuhl ausgeschieden und kann andere Menschen anstecken. Umso wichtiger ist daher eine sorgfältige Hand- und Sanitär-Hygiene.  Außerdem bist du nach überstandener Norovirus-Infektion nicht automatisch für immer immun gegen den Brechdurchfall-Erreger. Denn es gibt sehr viele Untergruppen, die sich regelmäßig verändern können und uns somit immer wieder neu infizieren können.

Norovirus: Symptome

Das Norovirus verursacht Brechdurchfall, der mehrere Stunden bis drei Tage nach der Infektion beginnt. Er hält in der Regel 48-72 Stunden an.

Zu den typischen Symptomen einer Norovirus-Infektion gehören:

  • Übelkeit und schwallartiges Erbrechen
  • Magenkrämpfe und Bauchkrämpfe
  • wässrige, nicht blutige Durchfälle
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen. Weitere Ursachen und Hilfe bei Kopfschmerzen.
  • Muskelschmerzen, genannt Myalgie
  • möglicherweise vorübergehend erhöhte Temperatur
  • extremer Flüssigkeitsverlust, hervorgerufen durch Erbrechen und Durchfall

Die Symptome sind beim Norovirus individuell sehr verschieden. Kinder haben meistens häufiger Erbrechen und seltener erhöhte Temperatur. Bei Erwachsenen ist in der Regel der Durchfall besonders stark ausgeprägt. Es gibt bei der Norovirus-Infektion allerdings auch mild verlaufende Formen. Außerdem infiziert sich nicht jeder, der mit einem Erkrankten in Kontakt kommt, automatisch mit dem Norovirus.

Da dein Körper durch den Brechdurchfall sehr viel Flüssigkeit verliert und damit auch Elektrolyte (Salze), können weitere Symptome wie Kreislaufprobleme, starke Müdigkeit und Herzrythmusstörungen zu dem Brechdurchfall hinzukommen.

Norovirus: Diagnose

Um nachzuweisen, ob du dich tatsächlich mit dem Norovirus angesteckt hast, wird dein Hausarzt dich um eine Stuhlprobe bitten. Im Labor können dann unterschiedliche Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen:

Tests zum Nachweis des Erregers

Bei der Polymerase Chain Reaction, auch Polymerase-Kettenreaktion oder PCR genannt, wird das Erbgut des Norovirus sichtbar gemacht. Diese Testmethode kann allerdings nur bestätigen, dass das Norovirus sich im Körper befindet. Nicht aber, in welchen Mengen und auch nicht, um welche Virus-Untergruppe es sich handelt. Um das herauszufinden sind weitere Tests notwendig.

EIA ist die Abkürzung für Enzymatische Immunadsorptionsverfahren. Bei diesen Testverfahren werden mit Hilfe einer enzymatischen Farbreaktion bestimmte, für das Norovirus charakteristische Proteine sichtbar gemacht.

Meldepflicht für die Norovirus-Infektion

Eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz besteht für euren Arzt unter anderem für eine akute Norovirus-Infektion. Besteht nur der Verdacht auf eine Norovirus-Infektion muss es gemeldet werden, wenn die betroffene Person in der Küche, im Imbiss, in der Gaststätte oder anderweitig in der Lebensmittelbranche und in der Lebensmittelherstellung arbeitet. Weiterhin besteht Meldepflicht, wenn mindestens zwei Erkrankungen oder gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemiologischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder zu vermuten ist.

Norovirus: Therapie

Eine Standardtherapie gibt es für das Norovirus nicht. Auch existiert kein Impfstoff.

Sofortmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen

Schnelles Handeln ist besonders dann gefragt, wenn sich das Norovirus in Krankenhäusern, Altenheimen und Gemeinschaftseinrichtungen ausbreitet. Schon beim ersten Verdacht können Sofortmaßnahmen eingeleitet werden noch bevor die Laboruntersuchungen ausgewertet sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Unterbringung der erkrankten Person in einem eigenen Zimmer mit separatem WC und Kontaktsperre zu anderen Patienten
  • Verstärkt auf die Handhygiene achten. Bei Pflege der erkrankten Person Einweghandschuhe tragen und nach Ablegen der Handschuhe die Hände mit einem virenabtötenden Handdesinfektionsmittel behandeln
  • Um der Übertragung durch Kontakt mit Stuhl, Erbrochenem oder durch virenhaltigen Partikel in der Luft vorzubeugen, Atemschutzmaske und Schutzkittel tragen
  • Alle Kontaktflächen (auch Türgriffe) mit einem Flächendesinfektionsmittel abreiben
  • Für den Erkrankten mit dem Norovirus eigene desinfizierte Pflegeutensilien verwenden
  • Bettwäsche und Kleidung der mit dem Norovirus infizierten Person in einem geschlossenen Wäschesack transportieren und mit über 60 °C waschen. Geschirr bitte abkochen

Selbsthilfe: Viel trinken

Wenn dich das Norovirus erwischt hat, dann kannst du auf Hausmittel gegen Übelkeit zurückgreifen: sehr wenig essen, maximal etwas Zwieback, viel Tee und Mineralwasser trinken. Durch den heftigen Brechdurchfall verliert dein Körper sehr viel Flüssigkeit und die darin enthaltenen Mineralsalze. Daher gilt: bis zu drei Liter täglich trinken, damit dein Körper nicht austrocknet. Besonders bei Kinder und Senioren muss der Flüssigkeitsverlust schnell ausgeglichen werden. Denn ihr Körper hat nicht so große Flüssigkeitsreserven.

Leicht gesüßte Tees und Säfte, die zur Hälfte mit abgekochtem Wasser verdünnt werden, leisten gute Dienste. Auch Brühe und stilles Mineralwasser mit einer Prise Zucker können helfen. Salz kann in Verbindung mit Zucker vom Darm besser aufgenommen werden. Doch Vorsicht: Salzstangen enthalten überwiegend Natrium. Dein Körper braucht bei Brechdurchfall aber vor allem Kalium. Und das ist vor allem in Bananen enthalten. Eine zerquetschte Banane ist neben einem Apfel mit abgewaschener Schale, einem geriebenen Apfel, Möhren oder Haferschleim mit Brühe eine leichte, gut verträgliche Kost.

Vorsicht ist bei Cola geboten. Da diese Getränke sehr viel Zucker enthalten, entziehen sie dem Körper noch zusätzlich dringend benötigtes Wasser. Und das in Cola und Co. enthaltene Koffein sorgt zusätzlich noch für den Verlust von Kalium.

Medikamente gegen die Symptome des Norovirus

Durch den starken Durchfall und das schwallartige Erbrechen im Rahmen der Norovirus-Infektion verliert dein Körper viel Flüssigkeit und damit auch die darin enthaltenen Mineralsalze. Um diese wieder aufzufüllen können Elektrolytpräparate hilfreich sein. Sie sind so zusammengesetzt, dass dein Darm die Stoffe leicht aufnehmen kann. Selbst dann, wenn der Durchfall noch anhält. Doch Vorsicht: Elektrolytmischungen enthalten den Zucker Glukose. Wenn du Diabetiker bist, dann halte wegen der Insulinanpassung oder Medikamentendosis unbedingt Rücksprache mit deinem Arzt oder Diabetologen. Wenn du unter Herzschwäche leidest und Medikamente mit Digitaliswirkstoffen einnehmen musst, dann frag ebenfalls deinen Arzt um Rat. Denn Elektrolytmischungen können die Wirkung von Digitaliswirkstoffen herabsetzen.

Wenn Übelkeit und Erbrechen die stärksten Beschwerden sind, dann können sogenannte Antiemetika Linderung verschaffen.

Generell gilt die Regel: Nicht auf eigene Faust versuchen, die durch die Norovirus-Infektion hervorgerufenen Beschwerden in den Griff zu bekommen. Frag immer deinen Arzt um Rat!

Klinikaufenthalt für Kleinkinder und Senioren

Infizieren sich Kleinkindern und Senioren mit dem Norovirus wird aufgrund geschwächter Abwehrkräfte häufig ein stationärer Aufenthalt notwendig. Auch in anderen schweren Fällen kann ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden. Hier wird dann versucht, den durch den Brechdurchfall verminderten Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Dazu können die mit dem Norovirus infizierten Menschen Nährstoffen und Elektrolyten über die Vene als Infusion erhalten oder über eine Nasensonde in den Magen.

Norovirus: Infektion vorbeugen

Gegen den Norovirus steht derzeit leider keine Impfung zur Verfügung. Daher gilt als sicherster Schutz vor einer Ansteckung die Faustregel: Meide möglichst den Kontakt mit infizierten Menschen. Innerhalb der Familie ist das natürlich schwer bis unmöglich. Daher: Trag bei der Pflege eines mit dem Norovirus infizierten Angehörigen und bei der Hygiene des Sanitärbereiches unbedingt Einweghandschuhe und Atemschutzmaske. Wenn möglich sollte ein eigenes Zimmer bekommen und eine separate Toilette benutzen.

Bettwäsche und Kleidung in einem geschlossenen Wäschesack transportieren und mit über 60 °C separat waschen. Benutztes Geschirr bitte abkochen.

Achte besonders sorgfältig auf deine Handhygiene, insbesondere nach dem Toilettengang.

Um eine Ansteckung durch infizierte Speisen zu vermeiden besonders Fisch und Meeresfrüchte immer gut durchgaren.

Norovirus-Infektion: Heilungschancen

Eine Infektion mit dem Norovirus ist zwar extrem unangenehm, aber in der Regel heilt die Erkrankung innerhalb von drei Tagen folgenlos aus. In extrem seltenen Fällen kann eine Norovirus-Infektion zum Tod führen.