Kategorien
Diagnosekürzel

B48

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht B48 für sonstige Mykosen, die anderenorts nicht klassifiziert sind
Unter B35-B49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Mykosen (durch Pilze verursachte Erkrankungen) zusammengefasst. B48 steht für Pilz-Erkrankungen, die anderenorts nicht klassifiziert sind.

B48: Sonstige Mykosen, anderenorts nicht klassifiziert

Der Begriff Mykose wird in der Medizin verwendet, um Erkrankungen zu beschreiben, die durch Pilz-Infektionen ausgelöst werden.

B48.0 Lobomykose

Was eine Mykose ist, kannst du unter B48 erfahren. Die Lobomykose wird auch Keloid-Blastomykose genannt. Diese Pilz-Infektion betrifft die Haut und das Unterhautgewebe. Bei der Lobomykose kommt es zur Bildung von Geschwüren und Knoten, die an Keloid erinnern. Keloid ist die Bezeichnung für überschüssiges Narbengewebe, auch Wulstnarbe genannt. Auslöser der Lobomykose ist der Pilz Loboa loboi oder Lacazia loboi. Die Erkrankung ist selten in Europa, kommt aber häufiger in den Tropen Südamerikas vor.

B48.1 Rhinosporidiose

Die Rhinosporidiose ist in Europa selten und kommt in tropischen und subtropischen Regionen vor. Rhinosporidiose wird durch eine Infektion mit dem Krankheitserreger Rhinosporidium seeberi ausgelöst. Es kommt zur Entzündung der Schleimhäute in Nase, Rachen, im Genital- und Analbereich sowie zur Entzündung der Bindehäute (Konjunktivitis). Erfahre mehr zu Ursachen und Therapie der Bindehautentzündung.

B48.2 Allescheriose

Inkl.: Infektion durch Pseudallescheria boydii
Infektion durch Scedosporium

Exkl.: Madurafuß B47.0

Eine Allescheriose ist eine Pilz-Infektion (Mykose) durch Pilze der Gattung Allescheria, auch Pseudallescheria genannt.

Pseudallescheria boydii und Scedosporium gehören zur Gruppe der Schimmelpilze. Zum Krankheitserreger können sie werden, wenn sie durch eine Verletzung in die Haut oder beim Einatmen in die Lunge gelangen. Gelangen sie in die Haut, können sie Auslöser eines Eumyzetoms, siehe B47.0 sein oder eines Pilztumors an der Eintrittsstelle. In der Lunge können sie eine Lungenentzündung hervorrufen. Die Erkrankung tritt in der Regel nur bei Personen mit geschwächter Abwehr auf.

B48.3 Geotrichose

Inkl.: Stomatitis durch Geotricha

Die Geotrichose wird durch den Schimmelpilz Geotrichum candidum ausgelöst. Geotrichum candidum wird auch als Milchschimmel bezeichnet, denn der Pilz kommt auf Milchprodukten vor. Doch auch in der sonstigen Umwelt ist der Pilz verbreitet. Infektionen betreffen in der Regel Personen mit geschwächter Abwehr. Eine Infektion kann sich zum Beispiel als Haut-Mykose, Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) oder Lungenentzündung äußern.

B48.4 Penizilliose

Penizilliosen sind durch Pilze der Gattung Penicillium hervorgerufene Erkrankungen. Penocillium-Pilze gehören zu den Schimmelpilzen und werden in der Industrie zur Käseherstellung verwendet. Sie können in bestimmten Fällen allergische Erkrankungen oder Organerkrankungen hervorrufen.

B48.5 Pneumozystose

Inkl.: Plasmazelluläre interstitielle Pneumonie
Pneumonie durch Pneumocystis carinii
Pneumonie durch Pneumocystis jirovecii

Unter einer Pneumozystose wird eine Erkrankung durch den Pilz Pneumocystis jirovecii (früher: Pneumocystis carinii) verstanden. Die Pneumozystose gehört zu den sogenannten opportunistischen Infektionen. Das bedeutet, diese Erkrankung tritt in der Regel nur bei einer schweren Grunderkrankung oder bei Immunschwäche auf. Oftmals zeigt sich die Infektion in Form einer Lungenentzündung (Pneumonie). Typisch ist die Pneumozystose als Hinweis auf eine bestehende Infektion mit dem HI-Virus (HIV, Humanes Immundefizienz-Virus).

Eine interstitielle Pneumonie ist eine Lungenentzündung, die vorwiegend das Lungengerüst befällt. Mögliche Krankheitszeichen sind Fieber, Atemnot (Dyspnoe), trockener Husten und ein geschwächtes Allgemeinbefinden.

B48.7 Mykosen durch opportunistisch-pathogene Pilze

Mykosen sind Erkrankungen, die durch Pilze ausgelöst werden. Opportunistisch-pathogene Pilze sind Pilze, die beim Gesunden in der Regel keine Erkrankungen auslösen. Sie können allerdings bei Personen mit schweren Grunderkrankungen oder einer Abwehrschwäche zu Krankheitserregern werden.

B48.8 Sonstige näher bezeichnete Mykosen

Inkl.: Adiaspiromykose

Was eine Mykose ist, findest du unter B48.

Die Adiaspiromykose wird durch die Pilze Emmonia crescens und Emmonia parva ausgelöst. Die  Pilzerkrankung äußert sich als Lungenentzündung, kann von Nagetieren auf den Menschen übertragen werden und betrifft in der Regel nur immungeschwächte Personen.

Kategorien
Diagnosekürzel

B47

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht B47 für Myzetom. Das ist eine chronische Infektion der Haut und des Unterhautgewebes durch Pilze und pilzartige Erreger
Unter B35-B49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Mykosen (durch Pilze verursachte Erkrankungen) zusammengefasst. B47 steht für Myzetom. Das ist eine chronische Infektion der Haut und des Unterhautgewebes.

B47: Myzetom

Als Myzetom wird eine chronische Infektion der Haut und des Unterhautgewebes verstanden, bei der es zur Bildung von zum Teil sehr großen Geschwülsten kommt. Als Auslöser kommen verschiedene Pilze oder pilzartige Bakterien in Betracht. Die Erkrankung kommt besonders in Indien und Südamerika vor.

Ist der Fuß von einem Myzetom betroffen, wird die Erkrankung auch als Madurafuß bezeichnet.

B47.0 Eumyzetom

Inkl.: Madurafuß, mykotisch
Maduramykose

Was ein Myzetom ist, kannst du unter B47 nachlesen.

Ein Eumyzetom ist eine Art des Myzetoms und wird häufig durch Schimmelpilze ausgelöst. Betriff die Erkrankung einen Fuß, wird die Bezeichnung Madurafuß verwendet. Mykotisch bedeutet durch Pilze hervorgerufen. Eine Mykose ist eine Pilz-Infektion.

B47.1 Aktinomyzetom

Unter B47 findest du eine Erklärung zum Myzetom.

Ein Aktinomyzetom wird durch pilzartige Bakterien, zum Beispiel durch Aktinomyceten, Nocardia-Arten oder Streptomyces ausgelöst.

B47.9 Myzetom, nicht näher bezeichnet

Inkl.: Madurafuß o. n. A.

Was ein Myzetom und ein Madurafuß sind, kannst du unter B47 nachlesen.

Kategorien
Diagnosekürzel

B44

Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht B44 für Aspergillose. Das sind durch Schimmelpilze verursachte Erkrankungen
Unter B35-B49 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Mykosen (durch Pilze verursachte Erkrankungen) zusammengefasst. B44 steht für Aspergillose. Das sind durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursachte Erkrankungen.

B44: Aspergillose

Inkl.: Aspergillom

Eine Aspergillose ist eine Erkrankung, die durch Pilze der Gattung Aspergillus ausgelöst wird. Aspergillus gehört zu den Schimmelpilzen. Die Pilz-Sporen (Vermehrungs- und Überdauerungsformen) der Aspergillus-Arten kommen überall in der Umwelt vor und sind häufig Teil der Umgebungsluft. Ansteckungen erfolgen über das Einatmen der Pilz-Sporen. Für Menschen mit intaktem Immunsystem stellen Aspergillus-Pilze in der Regel keine Gefahr dar. Leidest du allerdings unter einer Abwehrschwäche oder einer chronischen Lungenerkrankung, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Aspergillose.

Bei einem Aspergillom handelt es sich um einen „Pilzball“, der aus Pilz-Resten, Abwehrzellen und Sekreten besteht. Ein Aspergillom kann sich im Rahmen einer Entzündung ausbilden und sich zum Beispiel in der Lunge oder den Nasennebenhöhlen entwickeln.

B44.0 Invasive Aspergillose der Lunge

Was eine Aspergillose ist, kannst du unter B44 nachlesen.

Eine invasive Aspergillose der Lunge führt zur Lungenentzündung (Pneumonie), die mit Husten, Bluthusten (Hämoptysen), Brustschmerzen und Atemnot einhergehen kann. Invasive Aspergillosen betreffen in der Regel immungeschwächte Personen.

B44.1 Sonstige Aspergillose der Lunge

Informationen zur Erkrankung Aspergillose findest du unter B44.

B44.2 Aspergillose der Tonsillen

Erklärungen zur Aspergillose erhältst du unter B44.

Als Tonsillen werden in der Medizin die Rachen- und Gaumenmandeln bezeichnet. Der Pilz Aspergillus gelangt durch das Einatmen von Pilz-Sporen aus der Luft in die Atemwege und kann dort Entzündungen hervorrufen. Auch die Mandeln können betroffen sein.

B44.7 Disseminierte Aspergillose

Inkl.: Generalisierte Aspergillose

Eine disseminierte oder generalisierte Aspergillose betrifft mehrere Organsysteme oder den ganzen Körper. Dazu kann es kommen, wenn sich Erreger der Aspergillose vom ursprünglichen Ort der Entzündung entfernen und sich im Körper ausbreiten. Disseminiert bedeutet verstreut oder ausgesät. Über das Blut kann der Aspergillus-Pilz beispielsweise in das Gehirn, in die Leber, in die Nieren, in die Haut oder den Darm gelangen.

B44.8 Sonstige Formen der Aspergillose

Unter B44 kannst du nachlesen, worum es sich bei einer Aspergillose handelt.

B44.9 Aspergillose, nicht näher bezeichnet

Eine Erläuterung zur Erkrankung Aspergillose findest du unter B44.

Kategorien
Fachbezeichnungen

FA Hygiene und Umweltmedizin

Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin beurteilt eine Schimmelpilz-Probe auf einem Nährmedium in der Petrischale.
Der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit des menschlichen Körpers. Dabei untersucht er zum Beispiel die Belastung der Atemwege und Lunge durch Schimmelpilze im Wohnraum.

Was ist ein Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin?

Der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin wird auch als Hygieniker oder Umweltmediziner bezeichnet.

Im Arbeitsbereich der Umweltmedizin beschäftigt sich der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin mit den Auswirkungen der Umwelt auf die Gesundheit des menschlichen Körpers. Dabei hat der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin sowohl den einzelnen Menschen als auch die Gesundheit der Bevölkerung im Blick.

  • Der FA für Hygiene und Umweltmedizin ist in der Erkennung, Überprüfung und Bewertung von potentiell schädlichen Umwelt-Einwirkungen oder giftigen Stoffen auf den Einzelnen geübt. Substanzen oder Ereignisse, die dem Organismus Schaden zufügen, werden als Noxen bezeichnet. Beispiele für schädliche Umwelt-Einwirkungen sind bestimmte Baumaterialien oder auch Lärmbelästigungen.
  • Der Umweltmediziner führt komplizierte Messungen und Untersuchungen am Betroffenen durch. Eine davon ist das sogenannte Humane Biomonitoring, bei dem bestimmte Fremdstoffe zum Beispiel im Blut der betroffenen Person gemessen werden. So lässt sich zum Beispiel eine Aussage darüber treffen, wie sehr dein Körper durch einen bestimmten Schadstoff belastet ist. Auch Untersuchungen der Umwelt und Umgebung werden zum Beispiel in Form von Ortsbegehungen und bestimmten chemischen oder mikrobiologischen Untersuchungsmethoden vorgenommen.
  • Ebenso diagnostiziert und behandelt ein Umweltmediziner Umwelt-bedingte, also durch Umweltfaktoren verursachte oder Umwelt-bezogene, also durch die Umwelt mit beeinflusste Beschwerden und Erkrankungen.
  • Ein Schwerpunkt der Tätigkeit eines Umweltmediziners besteht in der Prävention, also Verhinderung von Gesundheitsschäden durch die Umwelt.
  • Auch mit den Themen Verbraucherschutz und der Gesundheit der Gesamtheit beschäftigt sich der Umweltmediziner. Prüfungen bestimmter Stoffe zum Beispiel in Hinblick auf ihre Unbedenklichkeit oder auf die Frage, ob der Stoff Krebs erregen kann, spielen zum Beispiel in der Debatte um den Unkraut-Vernichter Glyphosat eine Rolle.

Im Bereich der Hygiene befasst sich der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin beispielsweise mit der Sauberkeit unseres Wassers, der Bäder, des Bodens, der Abwässer oder unserer Lebensmittel. Aber auch die Krankenhaushygiene und die Erstellung und Auswertung zum Beispiel von krankenhaushygienischen Statistiken gehört zum Aufgabenbereich des Facharztes für Hygiene und Umweltmedizin. Er berät und unterstützt Krankenhäuser, Institutionen oder Ärzte in Themen der Hygiene, der Umweltmedizin oder des Gesundheitsschutzes.

Ausbildung zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin

Der Werdegang zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin beginnt mit einem abgeschlossenen Medizinstudium und der Erlaubnis zur Ausübung des Arztberufes (Approbation). Die Weiterbildung zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin dauert insgesamt 60 Monate.

Während der Weiterbildung kann der Assistenzarzt bis zu 12 Monte in einem anderen Fachgebiet der Patientenversorgung und bis zu 12 Monate in Fachbereichen wie beispielsweise der Arbeitsmedizin, Mikrobiologie oder Pharmakologie ableisten.

Wo arbeitet ein Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin?

Ein Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin kann stationär in Krankenhäusern oder Hochschulkliniken tätig sein. Auch Gesundheitsämter oder medizinische Labore bieten Beschäftigungsmöglichkeiten. Ebenso ist eine Niederlassung in einer Facharzt-Praxis, Ambulanz oder Beratungsstelle möglich. Ein FA Hygiene und Umweltmedizin findet auch Anstellungen in der medizinische Forschung und Lehre.

Wann gehst du zum FA Hygiene und Umweltmedizin?

Ist der Holzlack in deiner neuen Fachwerk-Wohnung Schuld an deinen Atemwegs-Problemen? Ist die Schimmelbelastung in deiner Wohnung schädlich für deine Gesundheit? Ist dein Ausschlag auf deine neuen Kosmetika zurückzuführen? Belasten die Abgase der Müllverwertungs-Anlage deine Raumluft im Wohnumfeld? Ist die Radon-Belastung deines Hauses zu hoch, sodass du gefährdet bist, an Lungenkrebs zu erkranken?  Woran liegt es, dass deine Schleimhäute immer gereizt sind, wenn du mehrere Stunden am Arbeitsplatz verbracht hast? Werden gewisse Grenzwerte von schädlichen Stoffen im Trinkwasser eingehalten? Bist du durch giftige Stoffe in deiner Umwelt gefährdet?

Wenn du dir eine dieser Fragen bereits einmal gestellt hast oder einen Zusammenhang zwischen deinen Beschwerden und deiner Umgebung siehst, kann dich dein Hausarzt zum Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin überweisen. Hier kann dir eine umweltmedizinische Beratung Aufschluss über deine Fragen geben.

In Fragen der Infektions-Vorbeugung (Prävention) und Hygiene, zum Beispiel in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern oder bei der Planung von Hygienekonzepten und dem Bau von Krankeneinrichtungen, kann der FA für Hygiene und Umweltmedizin ebenfalls der Ansprechpartner sein.

Untersuchungen beim Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin

Um herauszufinden, ob dein Körper durch einen Schadstoff belastet ist, kann der FA Hygiene und Umweltmedizin verschiedene Untersuchungen durchführen:

  • Ausführliche Anamnese: Der Umweltmediziner befragt dich ausgiebig zu deinen Beschwerden und deinen Vorstellungen und Befürchtungen, was Grund dieser Beschwerden sein kann. Dabei legt der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin Wert darauf, sich ein umfassendes Bild deiner Problematik zu machen und befragt dich möglicherweise auch zu deinen Ernährungsgewohnheiten, deinem Arbeitsplatz und weiteren lebensstilbezogenen Gesundheitsfaktoren.
  • Klinische Untersuchungsmethoden: Beim Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin kommen zum Teil die gleichen Untersuchungsverfahren zum Einsatz, wie in anderen Fachgebieten. Beziehen sich deine Beschwerden auf die Lunge oder geht es in der Abklärung um einen möglicherweise schädigenden Stoff für die Lunge, kann der Umweltmediziner einen Lungenfunktionstest durchführen. Dabei misst er verschiedene Funktionsparameter deiner Lunge oder beauftragt eine Röntgen-Aufnahme deiner Lunge. Möchte der Umweltmediziner sich zur Klärung deiner Symptome einen Überblick über deine Organe verschaffen, kann er einen Ultraschall (Sonographie) durchführen. Dadurch kann er die Struktur und das Aussehen deiner Organe beurteilen.
  • Allergologische Diagnostik: In der Abklärung einer Allergie, zum Beispiel einer durch Schimmelpilzbefall der Wohnung ausgelösten allergischen Lungenerkrankung, kann der FA Hygiene und Umweltmedizin allergologische Testungen durchführen. Dazu gehören bestimmte Blut-Untersuchungen und Haut-Tests. Einer dieser Haut-Tests ist der sogenannte Prick-Test. Dabei werden dir verschiedene Lösungen mit möglichen Allergenen (Allergie auslösenden Stoffen)  auf die Haut aufgetragen. Dann wird mit einem kleinen Pieks an der Teststelle eine minimale Verletzung der Haut hervorgerufen, damit das Allergen auch sicher mit deinem Immunsystem in Kontakt kommt. Bildet sich danach eine Rötung oder eine Quaddel ist der Test positiv. Ein weiterer Test ist der Epikutantest. Dabei werden verschiedene, mögliche Allergene mithilfe von Pflastern auf die Haut am Rücken geklebt. Die Pflaster bleiben bis zu 96 Stunden kleben. Danach werden die Pflaster gelöst und die Hautreaktionen beurteilt. Der Epikutantest dient dazu einen Allergie-Typen nachzuweisen, bei dem die allergische Reaktion der Haut erst verzögert beziehungsweise nicht sofort auftritt. Dieser Test wird zum Beispiel bei der Fragestellung nach einer Allergie gegen bestimmte Arbeitsstoffe oder Kosmetika durchgeführt.
  • Humanes Biomonitoring: Mithilfe des Humanen Biomonitorings kann der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin messen, wie sehr dein Körper durch einen bestimmten Schadstoff belastet ist. Dazu wird dir zum Beispiel Blut entnommen und auf die Menge des vorhandenen Schadstoffs untersucht. Für viele Schadstoffe existieren Grenzwerte, sogenannte HBM-Werte (Humanes Biomonitoring-Werte). Werden diese Werte überschritten, sind genaue Anweisungen hinterlegt, was in dem Fall zu tun ist. Diese Untersuchungen können je nach Schadstoff auch mit Gewebeproben, Urin, Stuhl, Speichel, Haaren oder anderen Teilen des Körpers durchgeführt werden.
  • Effektmonitoring: Ähnlich dem Humanen Biomonitoring untersucht der Umweltmediziner beim Effektmonitoring deinen Körper. Damit möchte er herausfinden, ob dein Körper gesundheitlich durch einen Schadstoff belastet ist. Der Umweltmediziner untersucht Veränderungen deines Körpers, die durch die Schadstoffeinwirkung hervorgerufen werden. Veränderungen können zum Beispiel an deiner Erbsubstanz (DNA, Desoxyribonukleinsäure) auftreten oder an Eiweißen, wie zum Beispiel dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin kann Zellen und Botenstoffe deines Immunsystems untersuchen und schauen, ob dein Immunsystem infolge der Umweltbelastung sehr aktiv ist und eine Entzündung vorliegt. Als Untersuchungsmaterial dient dem FA Hygiene und Umweltmedizin zum Beispiel eine Blutprobe.
  • Ortsbegehung, Umweltmonitoring: Bei einer Ortsbegehung und beim Umweltmonitoring untersucht der Umweltmediziner äußere, möglicherweise schädliche Belastungen in deinem häuslichen oder privaten Umfeld. Dabei achtet der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin darauf, ob beispielsweise bestimmte Holzschutzmittel, Stäube, ein besonderes Klima oder Schimmelpilze eine gesundheitliche Belastung für dich darstellen können.
  • Hygiene und Infektions-Vorbeugung: Im Bereich der Hygiene führt der Hygieniker unterschiedliche Messungen und Untersuchungen durch. Hier kommen beispielsweise mikrobiologische Verfahren zum Einsatz. Möchte der FA Hygiene und Umweltmedizin zum Beispiel die Keim-Belastung eines Bereiches im Krankenhaus überprüfen, kann er Abstriche oder ähnliche Untersuchungsmaterialien aus diesem Bereich gewinnen. Die Erreger-Kulturen werden anschließend im Labor auf Nährmedien angezüchtet und vermehrt. Danach kann der Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin das Ergebnis unter dem Mikroskop betrachten und bewerten. Ist der gefundene Keim gefährlich für das Krankenhaus? Sind zu viele Keime vorhanden? Aus seinen Untersuchungen kann der Hygieniker Rückschlüsse auf Hygienepläne ziehen und neue Strategien zur Infektionsverhütung und Bekämpfung von Infektionen entwickeln.