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Erkältung, Grippe oder Corona?

Frau unterm Regenschirm bei Schmuddelwetter ist erkältet und schnäuzt sich die Nase.
Nasskaltes Schmuddelwetter begünstigt die Verbreitung von Erkältungsviren. Eine Erkältung (grippaler Infekt) ist zwar lästig, aber meist harmlos. Bei Grippe und Covid-19 ist das nicht immer der Fall.

Drei ansteckende Atemwegsinfektionen mit ähnlichen Symptomen

Fieber, Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen – die Symptome sind bei einer Erkältung (grippaler Infekt), einer Grippe (Influenza) und milden Verläufen von Covid-19 in den ersten Tagen ähnlich. Auch die Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion ist bei allen drei Erkrankungen gleich. Die beim Niesen oder Husten in die Luft gelangten Erreger werden von dir eingeatmet. Außerdem können die Virentröpfchen von Türgriffen und ähnlichem auf deine Hände gelangen und von dort bei Berührung über die Schleimhäute von Mund, Augen und Nase in deinen Körper. Enger Kontakt erleichtert die Übertragung der Viren. Bei großen Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen und ohne geeignete Schutzmaßnahmen haben die Erreger ein leichtes Spiel.

Was also tun, wenn du Erkältungssymptome wie Fieber, Husten und Schnupfen hast und nicht weißt, welcher Erreger dich erwischt hat? Auf keinen Fall einfach direkt zum Arzt gehen, sondern bitte unbedingt vorher in der Praxis anrufen und dich über das weitere Vorgehen informieren. Das ist wichtig, damit du andere nicht ansteckst.

Wann mit grippalen Symptomen zum Arzt?

Bei einer Erkältung solltest du dir ärztliche Hilfe holen, wenn du eine offizielle Krankmeldung für deinen Arbeitgeber benötigst. Ebenso bei Atemnot, starken Hals- und Ohrenschmerzen und generell starken Schmerzen. Wenn Husten und Heiserkeit seit über zwei Wochen bestehen und wenn sich deine Beschwerden nach sieben Tagen noch nicht gebessert haben, solltest du ebenfalls deinen Arzt kontaktieren. Mit erkälteten Säuglingen und kleinen Kindern, die sehr schlapp und teilnahmslos sind, solltest du dich als Elternteil lieber früher als später an einen Kinderarzt wenden.

Besteht der Verdacht auf eine Grippe (Influenza), solltest du deinen Hausarzt unbedingt kontaktieren. Vor allem dann, wenn die Erkältungsbeschwerden länger als drei Tage andauern und immer stärker werden, schnell hohes Fieber (über 39 Grad) auftritt, dir das Atmen schwer fällt und wenn du an Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Asthma leidest.

Hast du Corona-typische Symptome wie Fieber, Halsschmerzen, Husten und Atembeschwerden oder hattest du in den letzten 14 Tagen vor Ausbruch der möglichen Corona-Symptome Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person, solltest du deinen Hausarzt anrufen. Dieser kann den PCR-Test durchführen um abzuklären, ob tatsächlich eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt oder auch um einen positiven Schnell- oder Selbsttest zu bestätigen. Wie du dich beim Verdacht auf Covid-19 verhalten solltest, liest du in unserem Artikel zum Coronavirus-Check.

Tests und Untersuchungen zum Viren-Nachweis

Durch die Symptome allein lassen sich die drei ansteckenden Atemwegsinfektionen Covid-19, Grippe und Erkältung nicht unterscheiden. Gewissheit, ob du dich mit dem Coronavirus infiziert hast, kann nur ein PCR-Test bringen, der das Erbgut des Virus identifiziert. Ein PCR-Test kann auch zum Nachweis von Influenza-Viren zum Einsatz kommen. Die Grippe-Erreger können außerdem in einem Nasen- oder Rachenabstrich nachgewiesen werden. Ein Test auf Antikörper gegen das Influenza-Virus ist im Rahmen einer Blutuntersuchung möglich. Corona-Antikörpertests gibt es ebenfalls. Antikörpertests weisen allerdings nicht das Virus selbst oder eine Infektion nach. Sie zeigen nur an, ob dein Körper schon einmal in Kontakt mit dem Virus war und Antikörper dagegen gebildet hat.

Um eine Erkältung zu diagnostizieren sind keine speziellen Tests oder spezielle Untersuchungen notwendig. Dein Arzt erkennt nach einer eingehenden Befragung und einer allgemeinen Untersuchung meist schon auf den ersten Blick, was mit dir los ist. Je nach deinen Beschwerden schaut dir dein Arzt in Mund und Ohren und hört deine Lunge ab. In der Regel tastet dein Arzt auch deinen Hals auf Lymphknotenschwellungen ab oder klopft auf bestimmte Stellen in deinem Gesicht oder auf der Stirn. Hast du dort Schmerzen, kann das auf eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) hindeuten. Neben der Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist in der Regel auch deine Nasenschleimhaut entzündet (Rhinitis), denn die Schleimhaut deiner Nasennebenhöhlen und deiner Nasenhaupthöhle bilden eine Arbeitseinheit. Mediziner sprechen daher von einer Rhinosinusitis. Falls du stechend-drückende und/oder pulsierende Kopfschmerzen hast, die zunehmen, wenn du den Kopf nach vorne beugst, kann das ebenfalls ein Hinweis auf eine Rhinosinusitis sein.

Zum Schutz vor Grippe genauso wie zum Schutz vor Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten gilt: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen halten, in die Armbeuge niesen und husten, in geschlossenen Räumen ausreichend lüften (stoßlüften) und gründlich die Hände waschen. Wie das geht, liest du in unserem Artikel Handhygiene in Infektionszeiten.

Symptome von Covid-19

Eine Coronavirus-Infektion verschlimmert sich eher langsam über Tage. Die durchschnittliche Inkubationszeit (Dauer von der Ansteckung mit SARS-CoV-2 bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome) beträgt für Covid-19 fünf bis sechs Tage, kann aber bis zu 14 Tage andauern. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen keine Symptome auftreten, die Betroffenen nichts von ihrer Covid-19-Erkrankung bemerken und zu möglichen Überträgern des Coronavirus werden. Wie lange eine Erkrankung mit Covid-19 dauert hängt vor allem davon ab, wie schwer der Krankheitsverlauf ist, wie alt die Patienten sind und welche Vorerkrankungen bestehen. Bei einem milden Verlauf von Covid-19 vergehen in der Regel 14 Tage. Bei schweren Verläufen drei bis sechs Wochen. Einige Betroffene leiden auch noch mindestens drei Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankungen an einem sogenannten Post-Covid-Syndrom.

Die häufigsten Symptome von Covid-19 sind:

  • trockener Husten ohne Schleimbildung, der wie eine Art Reizhusten auftritt
  • Fieber > 38,5°C. Wie und wo Fieber messen?
  • Atembeschwerden/Kurzatmigkeit
  • Störung oder Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns

Weitere mögliche Symptome: Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, starke Schläfrigkeit.

Bei der Delta-Variante von Covid-19 ist die Störung von Geruchs- und/oder Geschmackssinn in der Regel nicht ausgeprägt. Bei dieser Coronavirus-Variante sind die Symptome ähnlich einer Erkältung.

Symptome einer Erkältung

Eine Erkältung (grippaler Infekt) beginnt im Gegensatz zur Grippe schleichend und über mehrere Tage hinweg. Meistens fröstelt es dich, dein Hals kratzt und tut weh, deine Nase läuft und du fühlst dich schlapp. Die ersten Symptome einer Erkältung treten etwa 1-3 Tage nach der Ansteckung auf (Inkubationszeit). Im weiteren Verlauf der Erkältung kannst du Beschwerden haben wie:

  • gerötete Augen (bei einer Infektion mit Adenoviren)
  • Halsschmerzen
  • Husten (mit und ohne Schleim)
  • Schnupfen
  • verstopfte Nase
  • erhöhte Temperatur oder leichtes Fieber. Wann beginnt Fieber?
  • Kopf- und Gliederschmerzen

Der Verlauf und der Schweregrad einer Erkältung sind bei jedem Menschen anders. Treten keine Komplikationen wie Bronchitis oder Kehlkopfentzündung auf, bessern sich die Beschwerden in den meisten Fällen nach drei bis sieben Tagen. Nach 9-14 Tagen sollte die Erkältung dann endgültig verschwunden sein.

Symptome einer Grippe

Die Symptome einer Grippe treten ohne Vorwarnung urplötzlich etwa ein bis zwei Tage nach der Ansteckung (Inkubationszeit) auf. Von einer Minute auf die andere geht es dir dann schlecht. Eine Grippe (Influenza) dauert in der Regel eine Woche bis 14 Tage. Davon bist du ungefähr vier oder fünf Tage lang ansteckend. Bis zur vollständigen Erholung können 14 Tage bis zu mehreren Wochen vergehen. Zur Grippe gehören Symptome wie:

Nicht jeder, der sich mit einem Influenza-Virus ansteckt, erkrankt allerdings daran. Viele Ansteckungen führen zu einem asymptomatischen Verlauf, das heißt zu einer Grippe-Erkrankung ohne Krankheitszeichen.  Wie stark sich die Grippe-Symptome ausprägen und wie lange die Grippe bei dir dauert, hängt von deiner körperlichen Verfassung, deinen Vorerkrankungen und dem Zustand deines Immunsystems ab.

Generell gilt: Alles, was dein Immunsystem schwächt, macht anfälliger für Grippe, Covid-19 und Erkältungen.

Corona, Grippe und Erkältung auf einen Blick

In der nachfolgenden Tabelle siehst du die nach Infos des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammengetragenen Symptome von Covid-19, Grippe und Erkältung und die Häufigkeit ihres Auftretens. Weiterhin haben wir ergänzt, welche Viren für die drei ansteckenden Atemwegserkrankungen verantwortlich sind, welche Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome vergeht (Inkubationszeit) und welche Komplikationen im Verlauf der jeweiligen Erkrankung entstehen können. Bitte beachte: Diese Zusammenstellung kann eine Diagnose durch deinen Arzt nicht ersetzen.

Symptome Corona (Covid-19) Grippe (Influenza) Erkältung (grippaler Infekt)
Fieber häufig (hoch) häufig (hoch) selten (häufig aber erhöhte Temperatur)
Husten häufig (trocken) häufig (trocken) selten
Schnupfen gelegentlich gelegentlich häufig
Niesen selten selten häufig
Atembeschwerden/Kurzatmigkeit häufig häufig selten
Halsschmerzen gelegentlich gelegentlich häufig
Gliederschmerzen gelegentlich häufig selten
Kopfschmerzen gelegentlich häufig selten
Durchfall gelegentlich selten, bei Kindern manchmal selten
Müdigkeit häufig häufig gelegentlich
Inkubationszeit 5-14 Tage 1-2 Tage 1-3 Tage
Virus SARS-CoV-2 Influenzaviren der Gruppe A und B Über 200 Erreger aus sieben Virusfamilien, u.a. Rhinoviren, Adenoviren, Coronaviren, Respiratory-Syncytial-Viren (RSV)
Mögliche Komplikationen Lungenentzündung (Pneumonie), Lungenversagen, Thrombosen, Herzinfarkt, Post-Covid-Syndrom Bronchitis, Herzmuskelentzündung (Myokarditis) Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis), Mittelohrentzündung (Otitis media) besonders bei Kindern, Bronchitis, Lungenentzündung (Pneumonie)

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Gesundheitstipps

Handhygiene in Infektionszeiten

Zum Schutz vor dem Coronavirus ist eine gründliche Handhygiene wichtig
Nicht nur in Zeiten der Covid-19-Pandemie ist eine gründliche Handhygiene wichtig. Dabei gilt: Hände gut und flächendeckend, auch zwischen den Fingern, einseifen und 20 bis 30 Sekunden gründliches waschen. Sorgfältig abspülen, gut abtrocknen und zum Schutz vor Austrocknung eine reichhaltige Handcreme auftragen.

Handhygiene in Corona-Zeiten

Häufiges Händewaschen bietet neben zwei Metern Abstand zu anderen Personen den besten Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 und der dadurch ausgelösten Erkrankung Covid-19. In unserem Corona-Check erfährst du mehr über die Corona-Epidemie, empfohlene Schutzmaßnahmen und was positive und negative Corona-Test-Ergebnisse bedeuten.

Eine konsequente Handhygiene kann jedoch nicht nur vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 schützen, sondern auch vor anderen Krankheitserregern, die von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion oder Schmierinfektion übertragen werden können. Übertragungswege von krank machenden Keimen und wie eine effektive Handdesinfektion gegen Corona- und Influenza-Viren schützen kann, erfährst du im E-Learning Kurs Basishygiene in Zeiten von Corona.

Hände nur waschen oder auch desinfizieren?

Für den privaten Gebrauch reicht in den meisten Fällen ein gründliches Händewaschen aus. Eine Händedesinfektion kann bei erhöhtem Infektionsrisiko durchaus sinnvoll sein. Und auch wenn unterwegs kein fließendes Wasser zum Händewaschen zur Verfügung steht, ist die Händedesinfektion eine gute Alternative.

Wenn du eine Händedesinfektion als zusätzliche Maßnahme zur Vorbeugung der Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchführen möchtest, solltest du darauf achten, dass die Desinfektionsmittel auch ausreichend wirksam sind. Steht auf der Verpackung, dass das Mittel 99% aller Bakterien tötet, reicht das nicht. Soll das Desinfektionsmittel gegen Viren wirken, muss es einer der folgenden drei Kategorien angehören. Bei diesen Wirksamkeits-Kategorien geht es immer darum, wie viruzid die Desinfektionsmittel sind, also wie tödlich gegen Viren mit (behüllt) oder ohne Hülle (unbehüllt):

  • Viruzid sind Desinfektionswirkstoffe, die wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren sind.
  • Begrenzt viruzid PLUS Desinfektionsmittel inaktivieren (= machen unwirksam) behüllte Viren sowie die unbehüllten Magen-Darm-Erreger Adeno-, Rota- und Noroviren. Wann zur Rotaviren-Impfung? Lies mehr zu Symptomen und Therapie des Norovirus.
  • Begrenzt viruzid bedeutet, dass das Desinfektionsmittel wirksam gegen das Coronavirus und andere behüllte Viren ist. Zu den behüllten Viren gehören zum Beispiel das Influenzavirus, das Ebola-Virus, das Mumps-Virus und das Masern-Virus. Sie alle sind durch Desinfektionsmittel einfacher zu inaktivieren als unbehüllte Viren, da die Hülle die Erreger empfindlicher und angreifbarer macht. Daher sind zur Händedesinfektion Ethanol-basierte Mittel mit einem Gehalt ab 62 Prozent Ethanol wirksam. Auch Alkohol-basierte Händedesinfektionsmittel auf Propanol-Basis mit der Bezeichnung „begrenzt viruzid“ sollen gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 wirksam sein.

Um sicher zu wirken muss bei allen Handdesinfektionsmitteln die gesamte Oberfläche der Hand ausreichend benetzt werden. Hierfür werden mindestens 3 ml Desinfektionsmittel benötigt. Danach solltest du die Hände an der Luft trocknen lassen.

Bitte beachte: Gegen Viren wirksame Desinfektionsmittel sind in Apotheken erhältlich und NICHT in Drogerien und Supermärkten. Und du solltest auf keinen Fall versuchen, Desinfektionsmittel selbst herzustellen!

Richtig Hände waschen in 5 Schritten

Bei der Handhygiene in Infektionszeiten wie der Corona-Epidemie ist nicht nur Gründlichkeit gefragt:

  1. Hände nass machen: Halte deine Hände komplett unter fließendes Wasser. Die Temperatur wählst du so wie es angenehm für dich ist. Die Wassertemperatur beeinflusst die Keimzahl auf deinen Händen nicht.
  2. Vollständig einseifen und Zeit lassen: Benutze ausreichend Seife und verteile sie gründlich auf den gesamten Händen. Zunächst die Handinnenflächen und den Handrücken mir kreisenden Bewegungen bearbeiten. Zur Reinigung der Fingerzwischenräume die Finger dabei ineinanderflechten und mit leichtem Druck aneinander reiben und  von unten nach oben ziehen. Fingerspitzen, Fingernägel und Daumen nicht vergessen. Lass dir bei der Reinigung deiner Hände Zeit: 20 bis 30 Sekunden gründliches Händewaschen werden in Corona- und anderen Infektionszeiten empfohlen. In öffentlichen Toiletten solltest du, wenn möglich, Flüssigseife statt Seifenstücke benutzen – das ist hygienischer.
  3. Gründlich abspülen: Spüle die Hände unter klarem, fließendem Wasser gründlich ab und achte darauf, dass keine Seifenreste auf der Haut verbleiben.
  4. Sorgfältig abtrocknen: Trockne dir die Hände mit einem sauberen Tuch gründlich ab. Es sollte kein Bereich mehr feucht sein. Wichtig für zu Hause ist es auch, Handtücher regelmäßig zu wechseln und bei 60 Grad zu waschen.
  5. Wenn du dir in öffentlichen Waschräumen die Hände wäschst, schließe den Wasserhahn am besten mit dem Ellbogen und benutze Einmalhandtücher statt Lufttrockner.

Handpflege nach ständigem Waschen

Häufiges Hände waschen in Zeiten der Corona-Pandemie (eine Pandemie ist eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Krankheit) bedeutet Schutz vor Viren, aber Stress für deine Haut. Denn der natürliche Fettfilm auf deinen Händen trägt sich durch die verstärkten Corona-Handhygienemaßnahmen langsam aber sicher ab. Die Kälte draußen, die trockene Heizungsluft drinnen, Seifenzusätze wie Sulfate und der in Desinfektionsmitteln enthaltene Alkohol entziehen deiner Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Die Folge: trockene, schuppige und faltige Haut, eventuell auch mit Rötung, Juckreiz und Brennen.

Was also tun gegen die gestörte Fett- und Feuchtigkeitsregulation in Zeiten von Corona und anderen Infektionskrankheiten? Noch mehr eincremen allein recht deiner Haut nicht aus, weil nach dem nächsten Händewaschen der pflegende Effekt gleich wieder verschwunden ist. Reine Feuchtigkeitscremes, also Handpflegeprodukte mit hohem Wasseranteil, können trockene Haut sogar noch verstärken. Denn durch die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen kann deine Haut das zugeführte Wasser in der Regel nicht speichern. Da ihre Barrierefunktion zusätzlich durch das ständige Waschen geschwächt ist, verliert die trockene Haut noch mehr Feuchtigkeit. Bei Minusgraden draußen kann das in der Handcreme enthaltene Wasser sogar gefrieren und zu Frostschäden auf deiner Haut führen.

Warum haben Männer oft weniger Probleme mit trockenen Händen?

Männerhaut ist dicker und damit in der Regel robuster. Außerdem sind die Talgdrüsen der Männerhaut durch den höheren Testosteronspiegel aktiver. Jede Talgdrüse in der Haut produziert Talg. Das ist ein dünner, schützender Fettfilm, der Haut und Haare überzieht. Talg verhindert das Austrocknen und bietet Schutz vor Krankheitserregern und Chemikalien. Die Talgproduktion unserer Haut wird hormonell gesteuert. Dabei kurbelt Testosteron, das männliche Geschlechtshormon, die Talgproduktion an. Aber auch Progesteron, das bei der Bildung von weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen eine Rolle spielt, kann die Talgproduktion steigern.

Pflegtipps bei Hautstress durch Corona

  • Achte auf die Wassertemperatur: Heißes Wasser und Seife weichen die äußere Schutzhülle deiner Haut auf und schaden dem Säureschutzmantel deiner Haut. Wasche deine Hände nur mit lauwarmem Wasser und milden, pH-neutralen Seifen.
  • Hautfreundliche Seifen sind mit „pH-hautneutral“ oder „pH 5,5“ gekennzeichnet.
  • Hände immer gut abtrocknen und Fingerzwischenräume nicht vergessen. Denn Handcreme lässt sich nur auf trockener Haut lückenlos verteilen.
  • Wer zu trockenen Händen neigt, sollte nach jedem Händewaschen unbedingt Handcreme verwenden. Dabei gilt: nicht sparen, sondern ruhig mal etwas dicker auftragen und länger einziehen lassen.
  • Eine reichhaltige Handcreme mit Wirkstoffen wie Urea (ein Harnstoff, der die Feuchtigkeit in der Haut speichert) und rückfettenden Wirkstoffen wie Jojobaöl, Arganöl oder Sheabutter oder beruhigenden Wirkstoffen wie Panthenol und Kamille schützt nach dem Waschen vor dem Austrocknen.
  • Mineralöle als Cremezusätze (verstecken sich hinter Bezeichnungen wie Paraffinum liquidum, Paraffin, Microcristallina Wax Ceresin, Cera Microcristallina, Mineral Oil, Ozokerite oder Petrolatum) sorgen zwar dafür, dass deine Haut versiegelt wird und Feuchtigkeit speichert. Doch diese Feuchtigkeit kann unter der angegriffenen Haut häufig nicht zirkulieren. Die Folge: Wäscht du die Cremeschicht wieder ab, fühlen sich deine Hände noch trockener an als zuvor.
  • Beim Cremen kommt es auf die Technik an: Handcreme sollte immer gut einmassiert werden. Und das geht so: Creme in kreisenden Bewegungen Handrücken gegen Handrücken (Außenflächen der Hand) verteilen. Danach die Finger einzeln und von oben nach unten bearbeiten, etwa so, als wolltest du einen Fingerhandschuh überstreifen. Fingerzwischenräume, Fingernägel und Nagelhaut nicht vergessen und abschließend Handteller (Innenfläche der Hand) versorgen.

Handpflege selber herstellen

Erste Hilfe bei trockenen Händen kann ein selbstgemachtes Ölbad bieten.  Dazu mischst du einen Teil warmes Wasser mit dem gleichen Anteil Oliven-, Mandel- oder Jojobaöl. Weiche deine Hände für etwa zehn bis 20 Minuten darin ein, trockne sie sanft ab und reibe sie danach mit einer reichhaltigen Creme ein. Wenn du über Nacht Baumwollhandschuhe (gibt es in der Apotheke) anziehst, wirkt die Handpflege besonders gut.

Damit abgestorbene Hautschuppen entfernt werden, freuen sich deine Hände auch über ein sanftes Peeling. Fertige Produkte gibt es in Apotheken und Drogerien. Du kannst dein Handpeeling aber auch ganz einfach selbst machen. Für die süße Variante 4 EL Zucker und 2 EL Honig mischen, für die salzige Variante 5 EL Meersalz mit 4 EL Olivenöl. Peeling eine Minute sanft einreiben und etwa zehn Minuten einwirken lassen. Danach mit lauwarmen Wasser abwaschen und Hände mit Pflegecreme eincremen.

Um den gewonnenen Pflegeeffekt bei der Hausarbeit nicht sofort wieder zu verlieren, solltest du beim Abwaschen, Boden wischen und Fenster putzen immer Gummihandschuhe tragen. So vermeidest du, dass deine Nägel und die oberste Hautschicht aufquellen und der Säureschutzmantel deiner Haut durch die in Putzmitteln enthaltenen Chemikalien verloren geht.

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Diagnosekürzel

J09

J09 bedeutet im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe durch zoonotische oder pandemische nachgewiesene Influenzaviren.
Unter J09 bis J18 werden im Diagnoseschlüssel ICD-10 Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J09 steht für Grippe, deren Erreger vom Tier auf den Menschen übertragen wurden.

J09: Grippe durch zoonotische oder pandemische nachgewiesene Influenzaviren

Exkl.: Grippe durch saisonale nachgewiesene Influenzaviren J10
Infektion o. n. A. durch Haemophilus influenzae (H. influenzae) A49.2
Meningitis durch Haemophilus influenzae (H. influenza) G00.0
Pneumonie durch Haemophilus influenzae (H. influenzae) J14

Die Grippe, auch Influenza genannt, ist eine Infektionserkrankung, die durch Influenzaviren hervorgerufen wird. Die Gruppe der Influenzaviren lässt sich in drei Subtypen unterteilen: Influenza A-Viren, Influenza B-Viren und Influenza C-Viren. Infos zur Grippe-Impfung.

Als zoonotische Grippe-Erkrankungen werden Influenza-Erkrankungen bezeichnet, die durch die Übertragung der Viren zwischen Tier und Mensch ausgelöst werden. Zoonotische Influenza-Fälle werden in der Regel durch Influenzaviren des Subtyps A hervorgerufen. Beispiele der zoonotischen Influenza sind die Vogelgrippe bzw. Geflügelpest (aviäre Influenza-Infektion) und die Schweinegrippe (porcine Influenza-Infektion).

Die eigentliche Gefahr durch zoonotische Infektionen tritt auf, wenn sich die Viren an ihren neuen Wirt, den Menschen, anpassen und plötzlich nicht mehr bloß zwischen Tieren sowie Mensch und Tier zirkulieren, sondern von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Dann können sich zoonotische Infektionen zu Pandemien entwickeln. Es kann zur raschen Ausbreitung der Erkrankung über ganze Länder, Kontinente oder gar weltweit kommen.

Eine Meldepflicht bei Verdacht auf eine aviäre und porcine Influenza-Infektion beim Menschen besteht.

 

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Impfungen

Grippe-Impfung

Influenza-Viren sind die Erreger der Grippe.
Bei der Grippe handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die weltweit vorkommt. Ausgelöst wird die Grippe durch Influenza-Viren. Grippe-Viren werden von Mensch zu Mensch übertragen.

Wie entsteht eine Grippe (Influenza)?

Die Grippe, auch Influenza genannt, ist eine Infektionserkrankung. Verursacher sind Influenza-Viren, die gehäuft im Winterhalbjahr auftreten.

Die saisonale Grippe (Influenza) wird von Mensch zu Mensch übertragen. Anstecken kannst du dich zum Beispiel durch das Einatmen kleinster Tröpfchen, die erkrankte Mitmenschen beim Husten oder Niesen freigesetzen. Auch Schmierinfektionen sind bei Grippe möglich. Bei Schmierinfektionen erfolgt die Ansteckungen mit dem Grippe-Virus über Händeschütteln oder durch das Berühren infizierter Oberflächen. Fasst du dir anschließend ins Gesicht, an Mund, Nase oder Augen, gelangt das Grippe-Virus in deinen Körper. Der Übertragungsweg von Mensch zu Mensch hilft dem Grippe-Virus sich zu verbreiten und sogenannte Grippewellen auszulösen.

Daher gilt zum Schutz vor Grippe genauso wie zum Schutz vor Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten: Abstand halten und gründliches Hände waschen. Wie das geht, liest du in unserem Artikel Handhygiene in Infektionszeiten.

Grippe-Erreger

Influenza-Viren lassen sich in unterschiedliche Gruppen unterteilen. Die saisonale Grippe beim Menschen wird durch Influenza-Viren der Gruppe A oder B ausgelöst. Influenza A-Viren lassen sich entsprechend ihres Aufbaus und ihrer Oberflächenstrukturen für die Herstellung der Grippe-Impfstoffe nochmals genauer einteilen. Auf ihrer Oberfläche tragen die Influenza A-Viren bestimmte Eiweiße, wie Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N). Diese wiederum gibt es in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen. Gemäß dieser Oberflächen-Eiweiße werden die einzelnen Subtypen des Influenza A-Virus benannt, zum Beispiel Subtyp H1N1 oder Subtyp H3N2.

Grippe-Impfstoffe in Zeiten der Corona-Pandemie

Jede Saison wird der Grippe-Impfstoff genau auf die erwarteten und voraussichtlich zirkulierenden Virus-Subtypen abgestimmt. Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe für die Saison 2021/2022 enthalten Antigene (Immunreaktion auslösende Stoffe) gegen vier Influenza-Typen. Es handelt sich um einen tetravalenten Impfstoff, der aus zwei A-Subtypen (H1N1 und H3N2) und zwei B-Typen besteht. In den Jahren vor Corona enthielten Grippe-Impfungen überwiegend Antigene gegen drei Influenza-Typen (trivalente Impfstoffe). Von der zusätzlichen B-Komponente für die Saison 2021/2022 erhoffen sich die Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) wie auch schon 2020/2021 eine erhöhte Grippe-Schutzwirkung in Zeiten der Corona-Pandemie.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt für Menschen über 60 Jahre für die Grippesaison 2021/2022 einen Hochdosis-Impfstoff. Das RKI sagt dazu: „Es zeigte sich, dass der Hochdosis-Impfstoff eine leicht, aber signifikant erhöhte Wirksamkeit im Vergleich zu den Nicht-Hochdosis-Impfstoffen bei älteren Personen hat. Da Influenza eine häufige und potenziell schwer verlaufende Erkrankung ist, kann man selbst mit einer leicht besseren Wirksamkeit eine relevante Anzahl an Influenza-Fällen und schweren Verläufen zusätzlich verhindern.“

Lies in unseren 15 Fragen zu Covid-19 mehr zum Coronavirus SARS-CoV-2 und erfahre, was passieren kann, wenn du dich gleichzeitig mit SARS-CoV-2 und dem Grippe-Virus ansteckst.

Grippe-Symptome

Zur typischen Grippe-Erkrankung gehören Symptome wie:

Oftmals treten die Symptome relativ plötzlich ein bis zwei Tage nach Ansteckung auf (Inkubationszeit). Die Grippe (Influenza) dauert in der Regel zwischen fünf und sieben Tagen. Davon bist du ungefähr vier oder fünf Tage ansteckend.

Komplikationen bei Grippe

Wie lange die Grippe (Influenza) dauert und wie stark sich die Grippe-Symptome ausprägen, hängt von deiner körperlichen Verfassung ab. Besonders schwere Verläufe mit Komplikationen wie einer Herzmuskelentzündung oder einer Lungenentzündung betreffen oft ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel chronische Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Schwangere sind besonders durch die Influenza gefährdet. Doch nicht jeder, der sich mit einem Influenza-Virus ansteckt, erkrankt auch daran. Ungefähr ein Drittel der Ansteckungen führt zu einem asymptomatischen Verlauf, das heißt zu einer Grippe-Erkrankung ohne Krankheitszeichen

Ebenso können auch viele andere Viren Grippe-Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen hervorrufen. Oftmals ist dann nicht ein Influenza-Virus, sondern ein anderes Virus für den grippalen Infekt verantwortlich.

Hilfe bei Erkältung und Grippe aus der Apotheke

Welche Grippe-Impfungen gibt es?

Die Grippe-Impfung ist eine aktive Impfung. Diese Art der Impfung regt dein Immunsystem dazu an, körpereigene Abwehrkräfte und Antikörper gegen das Influenza-Virus zu bilden. Lies weitere Infos zu aktiven und passiven Impfungen.

Es existiert derzeit ein Totimpfstoff, der zur regulären Grippe-Impfung eingesetzt wird. Außerdem ein Lebendimpfstoff, der zur Impfung von Kindern mit besonderen Vorerkrankungen verwendet wird.

Totimpfstoff gegen Influenza

Der Influenza-Impfstoff, den dein Arzt in der Regel für die Grippe-Impfung verwendet, ist ein Totimpfstoff. Das bedeutet, er enthält keine lebensfähigen Influenza-Viren. Stattdessen enthält er Oberflächen-Eiweiße der Grippe-Viren, die dafür sorgen, dass dein Körper eine wirkungsvolle Immunabwehr dagegen bilden kann. Bei der Influenza-Impfung dienen die Oberflächen-Eiweiße Hämagglutinin und Neuraminidase, an Trägerstoffe gebunden, als sogenannte immunogene Bestandteile. Das heißt, dein Immunsystem erkennt nach der Impfung die Eiweiße Hämagglutinin und Neuraminidase als fremde Bestandteile der Grippe-Viren und kann so im Falle eines Kontakts zu Influenza-Viren sofort auf die erlernten Abwehrmechanismen zurückgreifen und das Virus eliminieren.

Vor jeder Grippe-Saison erforschen Wissenschaftler, welche Influenza-Viren in der kommenden Saison besonders relevant sein werden. Entsprechend der Subtypen der Viren werden dann Impfstoffe hergestellt, die gegen diese Virus-Subtypen gerichtet sind. So enthält ein Grippe-Impfstoff jede Saison unterschiedliche Bestandteile und kann dich auf diese Weise gegen unterschiedliche Typen der Influenza-Viren schützen.

Lebendimpfstoff gegen Grippe

Für Kinder und Jugendliche zwischen dem 2.-17. Lebensjahr mit besonderen Vorerkrankungen kann statt des Totimpfstoffs auch ein Lebendimpfstoff verwendet werden. Lebendimpfstoffe enthalten lebens- und vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Viren. In der Regel rufen Lebendimpfstoffe stärkere und effektivere Abwehrreaktionen des Immunsystems hervor. Der Grippe-Lebendimpfstoff wird in Form eines Nasensprays (nasal) verabreicht. Allerdings nur, wenn Gründe gegen eine Spritze in den Muskel wie zum Beispiel Blutungsneigungen bestehen. Ansonsten wird zum Grippe-Schutz bevorzugt der Totimpfstoff verabreicht.

Wann zur Grippe-Impfung?

Du bekommst die Grippe-Impfung intramuskulär verabreicht, also in den Muskel gespritzt. Der richtige Zeitpunkt zur Grippe-Impfung ist jährlich vor Beginn der Grippe-Saison. Die Influenza breitet sich besonders in den Wintermonaten aus. Um bereits vor der Ausbreitung der Grippe einen Impfschutz zu haben, ist im Oktober bis November der richtige Zeitpunkt, dich gegen Influenza impfen zu lassen. Die Grippe-Impfung besteht lediglich aus einer einzelnen Gabe des Impfstoffs. Nach der Grippe-Impfung dauert es circa zwei Wochen bis dein Impfschutz vollständig ausgebildet ist. Manchmal kann auch eine Impfung während der Grippe-Welle noch sinnvoll sein. Sprich am besten deinen Arzt frühzeitig im Spätsommer oder Herbst auf die Impfung an. Dann bleibt euch genug Zeit deinen Impftermin zu planen.

Da der Influenza-Impfstoff von Jahr zu Jahr unterschiedlich zusammengesetzt wird, weil er je nach Auftreten der unterschiedlichen Virus-Subtypen genau auf die aktuelle Grippeverbreitung angepasst ist, schützt die Grippe-Impfung nur für die entsprechende Grippe-Saison. Im darauffolgenden Jahr ist daher eine erneute Grippe-Impfung mit dem aktualisierten Influenza-Impfstoff nötig.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Grippe-Impfung gegen die saisonale Influenza wird für bestimmte Personengruppen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfohlen. Dazu gehören Personen, die entweder durch ihren Beruf oder den Kontakt zu vielen Menschen besonders gefährdet sind, an Grippe zu erkranken. Außerdem solche, die aufgrund ihres Alters oder ihrer gesundheitlichen Situation ein besonderes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Empfohlen wird die Grippe-Schutzimpfung für:

  • Menschen ab dem 60. Lebensjahr
  • Menschen, die in Alters- oder Pflegeheimen leben
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Personen mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise chronischen Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Abwehrschwäche
  • Kinder und Jugendliche mit besonderen Vorerkrankungen wie chronische Erkrankungen
  • Menschen, die aufgrund ihres Berufs ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit dem Grippe-Virus haben. Dazu gehören Personen, an deren Arbeitsstelle viel Publikumsverkehr herrscht oder Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Diese stellen eine potentielle Ansteckungsquelle für die von ihnen betreuten Patienten dar und sollten sich daher zum Schutz der Patienten gegen Grippe (Influenza) impfen lassen.

Grippe-Impfung auch für Nicht-Risikogruppen?

Vielleicht fragst du dich, warum die Grippe-Impfung nicht auch für gesunde Jugendliche oder Erwachsene empfohlen wird. Die Begründung der STIKO bezieht sich hier auf den in der Regel leichten und komplikationslosen Verlauf der Grippe bei Nicht-Risikogruppen. Gesunde Personen ohne Vorerkrankungen erkranken in der Regel nicht schwer an einer Grippe. Ihr Immunsystem ist in der Lage, den Influenza-Erreger effektiv zu bekämpfen. Daher stellt die Influenza für gesunde Personen im Gegensatz zu älteren Personen oder Personen mit Vorerkrankungen in der Regel kein besonderes Risiko dar.

Das heißt aber nicht, dass du dich nicht gegen Influenza impfen lassen kannst, wenn du das möchtest. Sprich am besten mit deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr entscheiden, ob eine Grippeschutz-Impfung für dich sinnvoll ist. Am besten erkundigst du dich auch bei deiner Krankenkasse. Denn nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Grippe-Impfung für Nicht-Risikogruppen.

Wenn du im nächsten Jahr eine Fernreise planst, mit dem Kreuzfahrtschiff, Bus, Bahn oder Flugzeug unterwegs bist, in organisierten Touristengruppen oder als Pilger reist, dann ist aus Reisemedizinischer Sicht eine Influenza-Impfung sinnvoll. Stattfinden sollte die Impfung möglichst vor Beginn der Grippesaison auf den jeweiligen Erdhalbkugeln. Das heißt auf der Nordhalbkugel von November bis April, auf der Südhalbkugel von Mai bis Oktober.

Grippe durch Grippe-Impfung

Du hast die Influenza-Impfung erhalten und hast trotzdem Grippe-Symptome wie Husten, Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen und Gliederschmerzen? Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich mit einer Grippe (Influenza) nach einer erfolgreichen Grippe-Schutzimpfung angesteckt hast, ist gering. Dennoch kann die Influenza-Impfung im Vergleich zu anderen Schutzimpfungen weniger wirksam sein. Das liegt unter anderem daran, dass die Impfstoffe vor der Grippe-Saison entwickelt werden müssen. Wissenschaftler erforschen, welche Virus-Stämme in der kommenden Saison vermutlich die wichtigsten Grippe-Erreger sein werden. Diese Prognosen können, wenn sich Virus-Subtypen während der Grippe-Saison ändern bzw. noch andere Virus-Subtypen zu den häufigen Grippe-Erregern dazukommen, unsicher sein. Stimmen allerdings die Prognosen zu den zirkulierenden Virus-Typen und damit die Zusammensetzung der Impfstoffe gut mit den vorherrschenden Virus-Typen überein, bietet die Impfung in der Regel einen hohen Schutz.

Grippe-Symptome nach der Influenza-Impfung

Hast du dich zum Beispiel kurz vor oder kurz nach der Influenza-Impfung mit dem Grippe-Virus angesteckt, ist dein Impfschutz noch nicht ausgeprägt. Daher kann es sein, dass du an einer Grippe erkrankst, obwohl du geimpft bist. Außerdem gibt es Menschen, deren Immunsystem nicht auf die Impfung reagiert. Diese Personen werden Impfversager genannt. Bei Impfversagern bieten Impfungen leider keinen Schutz vor der Erkrankung.

Oftmals werden Grippe-Symptome auch fälschlicherweise auf das Influenza-Virus zurückgeführt. Hast du Fieber, Husten oder andere Grippe-typische Symptome, kann auch ein grippaler Infekt durch andere Viren der Grund dafür sein. Was passiert, wenn du dich gleichzeitig mit Influenza-Virus und SARS-CoV-2 infiziert hast?

Wann nicht gegen Grippe impfen?

Du solltest dich nicht gegen Grippe (Influenza) impfen lassen, wenn du an einer Erkrankung leidest, die mit Fieber über 38,5°C einhergeht. Auch eine schwere akute Infektion stellt einen Grund dar, die Impfung nicht durchzuführen. Hast du Allergien gegen die Bestandteile des Grippe-Impfstoffs, zum Beispiel eine Hühnereiweiß-Allergie, sprich deinen Arzt an, ob eine Influenza-Impfung dennoch möglich ist. Für die Saison 2020/2021 gibt es einen speziellen Impfstoff für Menschen mit schwerer Hühnereiweiß-Allergie. Die Virenstämme dafür wurden in Zellkulturen angezüchtet und nicht in Hühnereiern wie bei anderen Grippe-Impfstoffen.

Erkältungen, Schnupfen oder ähnliche leichte Symptome stellen keinen Hinderungsgrund für eine Grippe-Impfung dar. Auch stillende Mütter können sich impfen lassen.

Grippe-Impfung auffrischen

Die Grippe-Impfung kann jährlich in den Monaten September bis November durchgeführt werden. Eine Auffrischungsimpfung ist nicht notwendig. Denn die jährliche Grippe-Impfung stellt keine Auffrischung dar, sondern eine neue Impfung. Die Bestandteile des Grippe-Impfstoffs werden jährlich saisonal an die aktuelle Virus-Lage angepasst und enthalten daher von Jahr zu Jahr unterschiedliche Virus-Subtypen. Einmal gepiekst, schützt dich die Grippe-Impfung für die kommenden 6-12 Monate, also nur für eine Grippe-Saison und nicht für die kommenden Jahre. Wann zu Auffrischungsimpfung?

Kann die Influenza-Impfung jederzeit nachgeholt werden?

Die Grippe-Impfung sollte idealerweise in den Monaten Oktober bis November durchgeführt werden, damit bereits vor Beginn der Grippe-Saison ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist. Hast du den Zeitpunkt verpasst, kann es manchmal dennoch sinnvoll sein, sich auch in den Wintermonaten noch gegen die Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Am besten fragst du deinen Arzt, ob eine Grippe-Impfung zu diesem Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll ist. Auch eine spät erfolgte Impfung kann dich eventuell vor einer Influenza schützen. Die Impfung kann außerdem den Krankheitsverlauf mildern und dich davor schützen, als Überträger des Virus zu fungieren und andere Menschen anzustecken.

Nebenwirkungen der Grippe-Impfung

Nebenwirkungen der Grippe-Impfung, die bei allen Impfungen ebenfalls auftreten können, sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung und Schmerz. Auch leichte Erkältungssymptome wie Schnupfen, Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit können bei der Grippe-Impfung auftreten. Diese Symptome halten in der Regel jedoch nicht lange an.