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Laborwerte

AMY: Alpha-Amylase

AMY ist die Abkürzung für das Enzym Alpha-Amylase.
Die Alpha-Amylase oder AMY ist ein Enzym, das lange Kohlenhydratketten in ihre Bestandteile spaltet. AMY lässt sich in Blut oder Urin nachweisen.

Was bedeutet AMY?

Die Alpha-Amylase (AMY) ist ein Enzym, das für die Verdauung von Kohlenhydraten zuständig ist. Es gibt die Speichel- und die Pankreas-Amylase. Die Speichel-Amylase wird in deinen Ohrenspeicheldrüsen gebildet. Von hier aus wird sie in deinen Mundraum abgegeben, wo sie für die Aufspaltung von Kohlenhydraten sorgt und diese somit besser verwertbar macht. Deine Bauchspeicheldrüse produziert die Pankreas-Amylase. Sie wird von hier in deinen Zwölffingerdarm abgegeben. Dort spaltet die Amylase lange Kohlenhydratketten in ihre Bestandsteile und macht sie somit besser verwertbar. Ein kleiner Anteil der Amylasen aus dem Verdauungssaft gelangt in dein Blut. Von dort werden sie über die Nieren ausgeschieden. Die Amylase lässt sich in deinem Blut und im Urin nachweisen. Sind deine Nieren geschwächt, steigt die Konzentration der Pankreas-Amylase im Blut.

Wann wird der AMY-Wert bestimmt?

Die Amylase-Konzentration im Blut wird in der Regel erst dann bestimmt, wenn ein Verdacht auf eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder der Ohrenspeicheldrüse (Parotitis) besteht. Bei Alkoholkrankheit, Pankreaskarzinom oder Gallenstau kann der AMY-Wert ebenfalls gemessen werden.

Normalwerte für AMY

Die Normalwerte von AMY sind für Männer und Frauen einheitlich. Die Amylase-Konzentration wird in Enzymaktivitäts-Einheiten (Units) pro Liter Substrat gemessen.

Normalwerte bei Erwachsenen:

Pankreas-Amylase:  28 U/l – 100 U/I

Speichel-Amylase:    13 U/l – 53 U/I

Normalwerte sind stark abhängig von den verwendeten Analysegeräten, für die jeweils eigene Normalwerte zugrunde liegen.  Lass dir deine Laborbefunde daher immer von deinem Arzt erklären.

Was bedeutet es, wenn dein AMY-Wert zu hoch ist?

Erhöhte Amylase-Werte deuten nicht automatisch auf spezielle, behandlungsbedürftige Erkrankungen hin. Es gibt auch familiär bedingte Amylase-Erhöhungen. Auch übergewichtige und ansonsten gesunde Menschen können erhöhte AMY-Werte haben.

Ansonsten kann für die Werteerhöhung der Amylase eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse, ein Gallenstau oder eine Niereninsuffizienz verantwortlich sein. Häufig steckt auch ein zu hoher Alkoholkonsum hinter dem Anstieg der Alpha-Amylase im Blut.

Um den Verdacht auf Krankheiten zu bestätigen, wird dein Arzt weitere Blutwerte bestimmen und weitere Untersuchungen vornehmen.

Was bedeutet es, wenn dein AMY-Wert zu niedrig ist?

Werte unterhalb der Normalwerte stellen in der Regel keine Gefahr dar.

Was kannst du bei abweichenden Werten selbst tun?

Bei abweichenden AMY-Werten ist es von Vorteil, wenn du auf den Genuss von Alkohol oder Nikotin verzichtest. Das solltest du bei akuter oder chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung in jedem Fall tun. Fettige und zuckerhaltige Speisen wie Chips oder Schokolade solltest du ebenfalls reduzieren.

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FERR: Ferritin

FERR ist die Abkürzung für Ferritin oder Speichereisen.
Der Blutwert von Ferritin, Speichereisen oder FERR kann bei Verdacht auf Blutarmut, Eisenmangel oder Eisenüberladung bestimmt werden.

Was bedeutet FERR?

FERR ist die Abkürzung für Ferritin, auch Speichereisen oder Depot-Eisen genannt. Ferritin ist ein Eiweißkomplex, der dreiwertiges Eisen umhüllt und in Zellen deiner Leber, der Milz, der Darmschleimhaut und im Knochenmark so lange einlagert, bis es wieder benötigt wird. Der Anteil von FERR, der sich in deiner Blutflüssigkeit befindet, spiegelt den Eisenhaushalt deines Körpers wider. Da der Körper ständig Eisen benötigt, ein Erwachsener aber nur bis zu fünf Gramm speichern kann, muss Eisen regelmäßig über die Nahrung zugeführt werden.

Wann wird der FERR-Wert bestimmt?

Der Ferritin-Wert wird bei Verdacht auf Blutarmut (Anämie), Eisenmangel oder Eisenüberschuss zusammen mit dem Eisenwert (Fe) und dem Wert für das Eisen-Transporteiweiß Transferritin (Tf) bestimmt. Normalwerte für Eisen und Normalwerte für Transferrin.

Auch bei chronischen Entzündungen, Krebserkrankungen, Leberschaden, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder beim Restless-Legs-Syndrom kann der FERR-Wert gemessen werden.

Normalwerte für FERR

Die Normalwerte für FERR sind vom Alter und Geschlecht abhängig. Im Alter können die Werte steigen. Im Laborbericht sind die Werte in µg/l angegeben. 1000 µg/Liter entsprechen 1 Milligramm/Liter.

Männer: 20-250 µg/l

Frauen: 10-130 µg/l

Kinder bis 13 Jahre: 24-130 µg/l

Die Höhe der gemessenen Werte kann von Labor zu Labor abhängig von der verwendeten Messmethode unterschiedlich ausfallen.

Was bedeutet es, wenn dein FERR-Wert zu hoch ist?

Ist der FERR-Wert dauerhaft erhöht können chronische Entzündungen, Lebererkrankungen oder Krebserkrankungen die Ursache sein. Eine Eisenüberladung, auch Eisenspeicherkrankheit oder Hämochromatose genannt, führt ebenfalls zu erhöhten Werten.

Was bedeutet es, wenn dein FERR-Wert zu niedrig ist?

Liegen die Werte unterhalb des Normalbereichs kann ein Eisenmangel die Ursache sein. Auslöser hierfür kann eine eisenarme Ernährung sein oder eine Störung der Eisenaufnahme etwa durch chronische entzündliche Darmerkrankungen. Blutverlust, starke Menstruationsblutungen, ein Magengeschwür oder verborgene Blutungen durch Darmkrebs können ebenfalls die FERR-Werte absinken lassen.

Was kannst du bei abweichenden Werten selbst tun?

Für eine optimale Eisenversorgung ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Eisenreiche Lebensmittel sind beispielsweise Leinsamen, Quinoa, Hülsenfrüchte, Fisch und Fleisch, Haferflocken, Bohnen, Linsen oder Kürbiskerne, Mandeln und Sonnenblumenkerne.

Tee und Kaffee hemmen die Aufnahme von Eisen. Gefördert wird sie durch gleichzeitige Vitamin C-Zufuhr.

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Ca: Kalzium

Ca ist die Abkürzung für Kalzium.
Im Laborbericht steht die Abkürzung Ca für den Kalzium-Gehalt im Blut. Kalzium ist unter anderem wichtig für den Knochenstoffwechsel.

Was bedeutet Ca?

Ca ist die Abkürzung für Kalzium, manchmal auch als Calcium bezeichnet. Kalzium ist ein Mineralstoff, der an einer Vielzahl der Vorgänge im Körper beteiligt ist. Fast die gesamte Menge des im menschlichen Körper enthaltenen Kalziums ist in den Knochen und Zähnen gespeichert.

Ca ist für den Knochenstoffwechsel, die Reizweiterleitung in den Nervenzellen und die Blutgerinnung im Körper nötig.

Wann wird der Ca-Wert bestimmt?

Der Gehalt an Kalzium im Blut kann bei einem Verdacht auf Kalziummangel oder einer zu hohen Konzentration von Kalzium im Blut bestimmt werden. Der Ca-Wert wird ebenfalls gemessen, wenn Erkrankungen vorhanden sind, die sich auf den Kalziumstoffwechsel auswirken können. Dazu gehören Knochenerkrankungen oder Nierenerkrankungen. Auch bei Magen-Darm-Erkrankungen, Krampfneigung, Nierensteinen, Osteoporose, Rückenschmerzen und Lebererkrankungen kann eine regelmäßige Kontrolle des Ca-Wertes erfolgen.

Normalwerte für Ca

Die Normalwerte für Ca im Körper sind für Männer und Frauen einheitlich. Bestimmt werden kann im Blut der Gesamtkalziumspiegel (Gesamtkalzium) oder die Kalziumionen. Das sind nicht an Proteine gebundene, frei im Blut vorkommende positiv geladene Teilchen. Kalziumionen sind für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen, für die Muskelkontraktion, für die Blutgerinnung und für den Bau und Umbau von Knochen notwendig.

Die Normalwerte für Ca liegen bei:

Gesamtkalzium: 8,4-10,5 mg/dl (Milligramm pro 100 ml) bzw.
2,2-2,6 mmol/l (Millimol pro 1000 ml)

Kalziumionen: 4,6-5,4 mg/dl (Milligramm pro 100ml) bzw.
1,15-1,35 mmol/l (Millimol pro 1000 ml)

Kleine Abweichungen von den genannten Werten können durch die von Labor zu Labor unterschiedlichen Messgeräte entstehen.

Was bedeutet es, wenn dein Ca-Gehalt zu hoch ist?

Sind die Kalziumwerte zu hoch, sprechen Mediziner von Hyperkalzämie. Bei zu hohen Kalziumwerten kann eine Überfunktion der Nebenschilddrüse vorliegen. Eine anhaltende Überfunktion kann sich durch Knochenschmerzen, Nierensteine oder Muskelschwäche bemerkbar machen. Nierensteine entfernen.

Was bedeutet es, wenn dein Ca-Gehalt zu niedrig ist?

Wenn der Bedarf an Kalzium höher ist als die Zufuhr, kann eine Unterversorgung entstehen. Ein zu niedriger Kalziumspiegel wird als Hypokalzämie bezeichnet. Dies kann langfristig zu Verdauungsstörungen oder Nierenerkrankungen führen. Ursachen für zu niedrige Kalzium-Werte können neben einer kalziumarmen Ernährung auch Darmerkrankungen und Vitamin D-Mangel sein, die die Kalziumaufnahme reduzieren.

Was kannst du bei abweichenden Werten selbst tun?

Für einen ausgeglichenen Kalziumhaushalt ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Kalziumlieferanten können Lebensmittel wie Blattspinat, Grünkohl oder Brokkoli sein. Zusätzlich kannst du neben Milch, Sojamilch und Milchprodukten auch Nüsse, Sesam oder Mohn in deine Ernährung einbauen. Vorausgesetzt natürlich, es bestehen keine Unverträglichkeiten und Allergien. Ein weiterer positiver Faktor sind Mineralwässer mit hohem Kalzium-Gehalt.

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HDL: High Density Lipoprotein

HDL ist die Abkürzung für High Density Lipoprotein.
HDL befördert das Cholesterin, welches von den Zellen nicht mehr benötigt wird, zur Leber. Dort wird es dann abgebaut. HDL wird umgangssprachlich als das „gute Cholesterin“ bezeichnet.

Was bedeutet HDL?

In unserem Blut ist Cholesterin an sogenannte Trägereiweiße (Lipoproteine) gebunden. Sie sorgen für den Transport. HDL ist die Abkürzung für High Density Lipoprotein. Das sind Lipoproteine mit hoher Dichte. HDL befördert Cholesterin, das von unseren Körperzellen und Organen nicht mehr benötigt wird, zur Leber. Dort wird es abgebaut. Aufgrund dieser Abtransport-Eigenschaften wird HDL umgangssprachlich als das „gute Cholesterin“ bezeichnet. Wissenswertes zum Fettstoffwechsel

Wann wird der HDL-Wert bestimmt?

Der Gehalt an HDL im Blut wird zusammen mit LDL, Gesamtcholesterin und Triglyzeriden bestimmt. Das passiert im Rahmen von Routineuntersuchungen, aber auch bei Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Koronarer Herzkrankheit, Lebererkrankungen, Arteriosklerose, Arterieller Verschlusskrankheit, Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Normalwerte für HDL

Die Normalwerte von HDL im Blut sind für Männer und Frauen unterschiedlich. Sie werden angegeben in Milligramm pro Deziliter (mg/dl). 1 mg/dl entspricht einem tausendstel Gramm pro 100 Milliliter. Die international gebräuchliche Einheit ist Millimol pro Liter (mmol/l).

Männer: ab 35 mg/dl (0,91 mmol/l)

Frauen: ab 45 mg/dl (1,17 mmol/l)

Wundere dich nicht, wenn deine Werte von den hier angegebenen abweichen. In Laboren werden unterschiedliche Analysegeräte verwendet, für die jeweils andere Normalwerte zugrunde liegen. Lass dir deine Laborbefunde bitte immer von deinem Arzt erklären.

Was bedeutet es, wenn dein HDL-Wert zu hoch ist?

Erhöhte HDL- Werte sind durchaus wünschenswert. Denn HDL ist umgangssprachlich das „gute Cholesterin“.

Was bedeutet es, wenn dein HDL-Wert zu niedrig ist?

Ist der HDL-Wert dauerhaft zu niedrig, steigt das Risiko für Erkrankungen wie Angina pectoris oder Herzinfarkt. Gründe für dauerhaft niedrige HDL-Werte können eine beginnende Leberzirrhose oder eine Schilddrüsenfunktionsstörung sein. Sind die HDL-Werte sehr niedrig kann auch die sogenannte Tangier-Krankheit dahinter stecken. Hier kann Cholesterin nicht mehr aus den Zellen freigesetzt werden.

Was kannst du bei abweichenden HDL-Werten selbst tun?

Den HDL-Wert selbst kannst du nicht direkt beeinflussen. Du kannst aber dein Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung senken, indem du dich ausgewogen ernährst, dich viel bewegst und bei Alkohol und Zigaretten, Zigarren, Zigarillos Maß hälst oder besser noch darauf verzichtest. Außerdem gilt es, Übergewicht zu reduzieren, den Blutdruck auf ein gesundes Maß zu senken, die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu halten. Dein Arzt hilft dir gerne dabei!

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GGT: Gamma-Glutamyl-Transferase

Gamma-GT und andere Leberwerte lassen sich im Labor aus dem Blut bestimmen
Mittels einer Blutuntersuchung lassen sich Leberwerte wie der Gamma-GT-Wert bestimmen. Er wird auch GGT genannt.

Was bedeutet GGT?

GGT ist die Abkürzung für Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT). Dieses Enzym wird für den Abbau von Alkohol und schädlichen Stoffen in der Leber benötigt. Auch beim Eiweißstoffwechsel spielt Gamma-GT eine wichtige Rolle.

Wann wird der GGT-Wert bestimmt?

Der Gehalt an Gamma-GT im Blut kann beim Verdacht auf Alkoholmissbrauch bestimmt werden. Ebenso falls eine Leberentzündung, eine Fettleber oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung vorliegen.

Normalwerte für GGT

Die Normalwerte von GGT im Blut sind für Männer und Frauen unterschiedlich. Sie werden angegeben in U/l oder µkat/l. U steht für Unit (Einheit). /l steht für pro Liter. µ (sprich: Mü) steht für Mikro und steht für ein Millionstel der international gebräuchlichen Einheit kat (Katal).

Männer: bis 55 U/l bzw. bis 0,92 µkat/l

Frauen: bis 38 U/l bzw. bis 0,63 µkat/l

Wundere dich nicht, wenn deine Werte von diesen abweichen. In verschiedenen Laboren werden unterschiedliche Analysegeräte verwendet, für die eigene Normalwerte zugrunde liegen. Lass dir deine Laborbefunde daher immer von deinem Arzt erklären.

Was bedeutet es, wenn dein GGT-Wert zu hoch ist?

Erhöhte Gamma-GT Werte deuten auf Probleme mit der Leber und Galle hin. Oft ist der Gamma-GT Spiegel im Blut schon erhöht, bevor sich die Beschwerden bemerkbar machen.

Was bedeutet es, wenn dein GGT-Wert zu niedrig ist?

Das hat keine klinische Bedeutung.

Was kannst du bei abweichenden Werten selbst tun?

Die Leber kann durch langfristige falsche Ernährung mit viel Fett und zuckerhaltigen Getränken sowie übermäßigen Alkohol- und Zigarettengenuss über einen längeren Zeitraum geschädigt werden. Wenn du dich um eine ausgewogene Ernährung bemühst und Alkohol und Zigaretten in Maßen genießt, dann schonst du deine Leber. Lies weitere Tipps für eine gesunde Leber.