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Laborwerte

TRIG: Triglyzeride

Der Laborwert TRIG ist die Abkürzung für Triglyzeride. Das sind sogenannte Neutralfette und Hauptbestandteil der Fette, die du mit deiner Nahrung aufnimmst. Der TRIG-Wert in deinem Blutserum kann zur Abklärung einer Fettstoffwechselstörung oder zur Vorsorge und Risikoabschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestimmt werden.

TRIG ist bei Laborwerten die Abkürzung für Triglyzeride, auch Neutralfette genannt.
Der Laborwert TRIG steht für Triglyzeride. Sie machen den Hauptbestandteil aller Nahrungsfette aus, können aber auch in der Leber selbst gebildet werden.

Was bedeutet TRIG?

TRIG, manchmal auch als TG oder TAG bezeichnet, ist die Abkürzung für Triglyzeride. Triglyzeride werden auch als Neutralfette bezeichnet. Das sind Fette, die du mit deiner Nahrung aufnimmst. Triglyzeride dienen deinem Körper als wichtiger Energieträger und Energiespeicher. Sie spielen eine Rolle in der Aufnahme und Verwertung der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Außerdem sind Triglyzeride wichtig für die Versorgung deines Körpers mit sogenannten essentiellen Fettsäuren. Das sind Fettsäuren, die dein Körper nicht selbst herstellen kann, aber benötigt. Diese essentiellen Fettsäuren (auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren genannt) kommen besonders in pflanzlichen Fetten vor. Lies mehr zu Fetten, Fettsäuren, Blutfettwerten und Fettstoffwechsel in unserem Beitrag Gute Fette, böse Fette.

Bestimmt wird der TRIG-Wert in deinem Blutserum. Eine Bestimmung der Blutfett-Werte und des TRIG-Werts kann zur Abklärung einer Fettstoffwechselstörung oder zur Vorsorge und Risikoabschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durchgeführt werden.

Wann wird TRIG bestimmt?

TRIG wird bestimmt, um Informationen über deinen Fettstoffwechsel und deinen Blutfett-Gehalt zu erhalten. Meist werden zur vollständigen Blutfett-Diagnostik (Lipid-Diagnostik) neben dem TRIG-Wert auch Cholesterin-Werte bestimmt. Dazu zählen:

Deine Blutfett-Werte können zum Beispiel als Vorsorge-Untersuchung, Verlaufsbeobachtung oder Risikoabschätzung bestimmt werden bei:

  • Bestimmung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge
  • Abschätzung des Risikos für Blutgefäßveränderungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen)
  • Verlaufsbeobachtung der Blutfett-Werte zum Beispiel nach Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten und Medikamenten-Einnahme
  • Abklärung möglicher Fettstoffwechselstörungen.

Normalwerte für TRIG

Deine Nahrungsaufnahme hat einen starken Einfluss auf den Triglyzerid-Wert. Zur TRIG-Bestimmung wird daher eine morgendliche Nüchtern-Blutentnahme durchgeführt. Dafür musst du, je nach Labor, in der Regel zwischen 12 und 16 Stunden auf Nahrung und Alkohol verzichten. Bist du zur Blutentnahme nicht nüchtern, kann dein TRIG-Wert verfälscht sein.

Gemessen wird TRIG in Milligramm pro Deziliter (mg/dl), das sind tausendstel Gramm pro zehntel Liter Blut-Serum.

Die Normalwerte für TRIG hängen vom Alter ab.

  • Erwachsene: <200mg /dl
  • Kinder: 30 – 160 mg/dl
  • Säuglinge: 44 – 205 mg/dl
  • Neugeborene: 11 – 230 mg/dl.

Je nach Labor und Bestimmungsmethode werden unterschiedliche Normalwerte angegeben. Daher können deine Werte je nach Labormethode von den hier genannten Normalwerten abweichen. Lass dir deine Laborwerte daher immer von deinem Arzt erklären.

Was bedeutet es, wenn dein TRIG-Wert zu hoch ist?

Hohe TRIG-Werte zeigen, dass in deinem Blut große Mengen an Triglyzeriden vorhanden sind. Dies wird als Hypertriglyzeridämie bezeichnet. Eine Hypertriglyzeridämie kann erblich bedingt sein, die Folge einer anderen Erkrankung oder der Einnahme bestimmter Medikamente. Oft liegen die Ursachen von einem zu hohen TRIG-Wert jedoch in Ernährung und Lebensstil.

Primäre Hypertriglyzeridämien bezeichnen angeborene, erbliche TRIG-Erhöhungen. Ursache hierfür kann eine Störung im komplexen Fettstoffwechsel sein,  zum Beispiel ein Mangel bestimmter Transporteiweiße oder Enzyme. Auch bei der familiären Hypertriglyzeridämie oder Hyperlipidämie kommt es zur TRIG-Erhöhung. Verschiedene Varianten von erhöhten Blutfett-Werten wie TRIG-Erhöhungen und Cholesterin-Erhöhungen kommen familiär gehäuft vor und können zu frühen Erkrankungen wie zum Beispiel einer Koronaren Herzerkrankung (Verkalkung der Herzkranzgefäße) ab dem 55. Lebensjahr führen.

Bei der sekundären Hypertriglyzeridämie liegen der TRIG-Erhöhung keine erblichen Fettstoffwechselstörungen zugrunde. Dein TRIG-Wert ist aufgrund einer anderen Erkrankung oder deines Lebensstils erhöht. Ernährungsgewohnheiten haben eine große Auswirkung auf den TRIG-Wert. Mögliche Ursachen einer TRIG-Erhöhung bei einer sekundären Hypertriglyzeridämie sind:

  • Ungesunde, fett- und zuckerreiche Ernährungsweise
  • Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Hoher Alkoholkonsum
  • Stoffwechselerkrankungen wie die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose)
  • Andere Organerkrankungen wie Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen. Beispielsweise eine Funktionsstörung der Leber, bei der deine Leber zu viel Triglyzeride produziert.

Auch zum Ende einer Schwangerschaft können die TRIG-Werte erhöht sein.

Hohe TRIG-Werte können außerdem durch einen „Bestimmungs-Fehler“ zustande kommen. Bist du nicht nüchtern zur Blutentnahme erschienen und hast vorher reichhaltig gegessen, sind deine TRIG-Werte im Blut erhöht. Ebenso können Alkohol am Vorabend, die Einnahme bestimmter Medikamente wie Beta-Blocker, Cortison oder der Antibabypille sowie ein frischer Knochenbruch hohe TRIG-Werte begünstigen. Bezüglich dieser möglicher „Fehlerquellen“ frage bitte bei deinem Arzt nach.

Durch dauerhaft zu hohe TRIG-Werte im Blut insbesondere in Kombination mit hohen Cholesterin-Werten wie dem LDL-Cholesterin und Gesamt-Cholesterin kann dein Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall steigen. Extrem hohe TRIG-Werte können außerdem dein Blut dickflüssiger machen und somit die Sauerstoff-Versorgung deiner Organe behindern. Bei extrem hohen TRIG-Werten über 1000 mg/dl können schwere Folgeerkrankungen wie eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), eine Durchblutungsstörung des Gehirns oder Durchblutungsstörung des Herzmuskels auftreten.

Was bedeutet es, wenn dein TRIG-Wert zu niedrig ist?

Niedrige TRIG-Werte haben in der Regel keinen Krankheitswert. Blutfett-Wert-senkende Medikamente (Lipidsenker) können beispielsweise einen niedrigen TRIG-Wert bedingen.

Bei extremst erniedrigten TRIG-Werten kann dein Arzt weitere Untersuchungen durchführen, um Stoffwechseldefekte oder seltene Grunderkrankungen auszuschließen. Deine Fragen diesbezüglich richte bitte an deinen Arzt. 

Was kannst du bei abweichenden TRIG-Werten selbst tun?

Deine Blutfett-Werte und insbesondere der TRIG-Wert werden durch deine Ernährungs- und Lebensgewohnheiten beeinflusst. Sind deine erhöhten TRIG-Werte auf deine Lebensweise zurückzuführen, kannst du selbst eine Menge dagegen tun:

  • Regelmäßige körperliche Bewegung: Fünf Mal pro Woche 30 Minuten körperliche Aktivität kann sich positiv auf deine Blutfett-Werte auswirken.
  • Umstellung der Ernährung: Um erhöhte TRIG-Werte zu senken, kannst du auf eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten (Vollkornbrot oder Vollkornnudeln) achten. Und beachte: Fett ist nicht gleich Fett! Statt Lebensmitteln, die viel gesättigte Fettsäuren enthalten (Fleisch, Wurst und Käse), sollten häufiger pflanzliche Fette auf deinem Speiseplan stehen. Pflanzliche Öle wie Oliven-, Raps-, Erdnuss-, Walnuss- oder Leinöl sowie Avocados oder Nüsse (Walnüsse, Erdnüsse, Cashewkerne) sind gute Lieferanten „gesunder“ Fette. Statt Fleisch solltest du lieber ein- bis zweimal pro Woche fettreichen Fisch wie Makrele, Lachs, Hering oder Thunfisch verzehren. Der Fisch enthält viele ungesättigte Fettsäuren wie die Omega-3-Fettsäuren, die dein Körper benötigt. Auch zuckerhaltige Lebensmittel wie Limonaden, Süßigkeiten, Fruchtsäfte und Kuchen solltest du nur in geringen Maßen zu dir nehmen.
  • Abnehmen: Wenn du dein Übergewicht abbaust, pendeln sich in der Regel auch deine Blutfett-Werte auf ein gutes Maß ein.
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotingenuss: Beides kann sich positiv auf deine Blutfett-Werte auswirken und zur Senkung des TRIG-Wertes beitragen.

Eine Änderung deines Lebensstils gilt als die Basistherapie zur Senkung deiner Blutfett-Werte. Unterstützend dazu kann dein Arzt dir bestimmte Medikamente (Lipidsenker) verschreiben.

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