Author: guckenbiehl

  • B37

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht B37 für Kandidosen, Infektionserkrankungen durch Pilze der Gattung Candida.
    Unter B35-B49 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Mykosen zusammengefasst. Mykosen sind Pilz-Infektionen. B37 steht für Kandidose. Das sind Infektionserkrankungen durch Pilze der Gattung Candida.

    B37: Kandidose

    Inkl.: Kandidamykose
    Moniliasis

    Exkl.: Kandidose beim Neugeborenen (P37.5)

    Unter einer Kandidose wird in der Medizin eine Infektionserkrankung durch Pilze der Gattung Candida verstanden. Candida-Pilze werden zu den Hefepilzen oder Sprosspilzen gezählt, leben als Besiedler unter anderem auf deiner Haut und deinen Schleimhäuten und können zum Beispiel im Falle einer Abwehrschwäche oder Antibiotika-Therapie eine Erkrankung auslösen. Moniliasis ist ein historischer Ausdruck für die Kandidose.

    Synonym zum Begriff Kandidose kann auch der Begriff Kandidamykose verwendet werden. Eine Mykose ist allgemein eine Infektionserkrankung, die durch Pilze hervorgerufen wird.

    B37.0 Candida-Stomatitis

    Inkl.: Mundsoor

    Candida ist eine Pilz-Gattung, die zur Gruppe der Hefepilze gehört. Mehr zu Kandida oder einer Kandidose findest du unter B37.

    Eine Stomatitis ist eine Entzündung der Mundschleimhaut. Ist ein Pilz der Gattung Candida Auslöser der Entzündung, wird sie auch Candida-Stomatitis genannt.

    Mundsoor ist ein anderer Ausdruck für eine Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis) durch Candida-Pilze. Häufig sind Zunge, Wangenschleimhaut und der Gaumen befallen.

    B37.1 Kandidose der Lunge

    Was eine Kandidose ist, findest du unter B37.

    B37.2 Kandidose der Haut und der Nägel

    Inkl.: Onychomykose durch Candida
    Paronychie durch Candida

    Exkl.: Windeldermatitis (L22)

    Informationen zu den Begriffen Kandidose und Candida erhältst du unter B37.

    Der (Finger-/Fuß-)Nagel heißt in der Medizin auch Onyx. Eine Pilz-Infektion heißt Mykose. Eine Onychomykose ist also eine Pilz-Infektion (Mykose) der Nägel.

    Eine Paronychie ist eine Entzündung des Nagelbetts.

    B37.3 Kandidose der Vulva und der Vagina

    Inkl.: Vaginalsoor
    Vulvovaginitis candidomycetica
    Vulvovaginitis durch Candida

    Was eine Kandidose ist, kannst du unter B37 nachlesen.

    Als Vulva werden die weiblichen Schamlippen, als Vagina die Scheide bezeichnet. Eine Vulvovaginitis ist eine Entzündung der Schamlippen und der Scheide.

    Vaginalsoor, auch Vulvovaginitis candidomycetica genannt, beschreibt eine Entzündung der Scheide durch Hefepilze. Umgangssprachlich wird die Erkrankung auch als Scheidenpilz bezeichnet.

    B37.4 Kandidose an sonstigen Lokalisationen des Urogenitalsystems

    Inkl.: Balanitis  (N51.2 ) durch Candida
    Urethritis  (N37.0 ) durch Candida

    Erklärungen zur Kandidose erhältst du unter B37.

    Zum Urogenitaltrakt zählen die Geschlechts- und Harnorgane.

    Eine Balanitis ist eine Entzündung der Eichel des Penis (Glans penis).

    Eine Urethritis ist einer Entzündung der Harnröhre, die in der Medizin Urethra heißt.

    B37.5  Candida-Meningitis

    Candida ist eine Pilz-Gattung und gehört zu den Hefepilzen. Candida-Pilze, zum Beispiel Candida albicans, können Krankheiten hervorrufen. Erkrankungen durch Pilze werden Mykosen, Erkrankungen durch Pilze der Gattung Candida als Kandidosen bezeichnet.

    Eine Meningitis ist eine Hirnhautentzündung. Lies mehr zu Ursachen und Therapie der Meningitis.

    B37.6  Candida-Endokarditis

    Was Candida ist, erfährst du unter B37.

    Eine Endokarditis ist eine Entzündung der Herzinnenhaut, des Endokards. Das Endokard bedeckt den Herzmuskel von innen, kleidet die Herzhöhlen aus und bildet auch die Oberfläche der Herzklappen.

    B37.7 Candida-Sepsis

    Sepsis ist der medizinische Fachausdruck für Blutvergiftung. Dabei dringen Krankheitserreger in deine Blutbahn ein und lösen eine Entzündungsreaktion des Körpers aus, die zu Organversagen führen kann. Erklärungen zu „Candida“ erhältst du unter B37.

    B37.8 Kandidose an sonstigen Lokalisationen

    Was eine Kandidose ist, wird unter B37 erklärt.

    B37.81 Candida-Ösophagitis

    Erläuterungen zum Krankheitserreger „Candida“ kannst du unter B37 nachlesen.

    Eine Ösophagitis ist eine Entzündung des Ösophagus, der Speiseröhre.

    B37.88 Kandidose an sonstigen Lokalisationen

    Inkl.: Cheilitis durch Candida
    Enteritis durch Candida

    Was eine Kandidose ist, erfährst du unter B37.

    Eine Cheilitis ist eine Entzündung der Lippen. Eine Enteritis bezeichnet eine Entzündung des Darms, genauer des Dünndarms.

    B37.9 Kandidose, nicht näher bezeichnet

    Inkl.: Soor o. n. A.

    Was eine Kandidose ist, kannst du unter B37 nachlesen.

    Soor ist ein Überbegriff für Entzündungen an verschiedenen Stellen des Körpers, die durch einen Erreger der Pilz-Gattung Candida ausgelöst wird. Soor ist also ein anderer Begriff für eine Kandidose.

  • B35

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht B35 für Dermatophytose, also Hautinfektionen, die durch Fadenpilze ausgelöst werden.
    Unter B35-B49 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Mykosen zusammengefasst. Mykosen sind Pilz-Infektionen. B35 steht für Dermatophytose, also durch Fadenpilze (Dermatophyten) ausgelöste Hautinfektionen.

    B35: Dermatophytose

    Inkl.: Favus
    Infektionen durch Arten von Epidermophyton, Microsporum und Trichophyton
    Tinea jeden Typs, mit Ausnahme der unter B36 aufgeführten Typen

    Dermatophytose ist der Sammelbegriff für Hautinfektionen, die durch Fadenpilze (Dermatophyten) ausgelöst werden. Dermatophyten-Infektionen werden auch Tinea genannt. Zur Gruppe der Fadenpilze zählen zum Beispiel die Pilz-Gattungen Microsporum, Trichophyton und Epidermophyton.

    Favus ist eine spezielle Form der Dermatophyten-Infektion am Kopf und wird auch Tinea capitis favosa genannt. Die Tinea capitis favosa wird durch den Pilze Trichophyton schönleinii ausgelöst und ruft eine Erkrankung der Kopfhaut hervor, die chronisch werden und zu Haarausfall führen kann. Für diese Erkrankung besteht eine Meldepflicht.

    B35.0 Tinea barbae und Tinea capitis

    Inkl.: Bartmykose
    Kerion
    Kopfmykose
    Mykotische Sykose

    Was eine Tinea oder Dermatophytose ist, liest du unter B35.

    Die Tinea barbae ist eine Dermatophyten-Infektion im Bereich des Bartes. Daher wird sie auch Bartmykose genannt. Eine Mykose beschreibt in der Medizin eine Infektion mit Pilzen.

    Die Tinea capitis wird auch Kopfmykose genannt. Dabei handelt es sich um eine Dermatophyten-Infektion des behaarten Kopfes, der Augenbrauen oder der Wimpern.

    Eine tiefe Infektion der behaarten Kopfhaut durch Pilze der Gattung Trichophyton wird auch Kerion oder Kerion Celsi genannt. Sie führt zur Bildung eitriger Knoten.

    Als Sykose wird eine Entzündung der Haar-Follikel (Follikulitis) bezeichnet. Eine Follikulitis durch Pilze wird daher Mykotische Sykose genannt.

    B35.1 Tinea unguium

    Inkl.: Dermatophytose der Nägel
    Mykose der Nägel
    Onychia durch Dermatophyten
    Onychomykose

    Erläuterungen zu Tinea und Dermatophytose findest du unter B35.

    Tinea unguium ist eine Pilz-Infektion (Mykose) der Nägel durch Fadenpilze (Dermatophyten). Umgangssprachlich ist die Erkrankung auch als Nagelpilz bekannt. Was tun bei Nagelpilz?

    Der Ausdruck „unguium“ kommt vom medizinischen Ausdruck „Unguis“, der (Finger-, Fuß-)Nagel bedeutet. Neben dem Ausdruck „Unguis“ wird der Nagel auch als „Onyx“ bezeichnet. Daher kann die Nagel-Infektion mit Dermatophyten auch als Onychia oder Onychomykose bezeichnet werden.

    B35.2 Tinea manuum

    Inkl.: Dermatophytose der Hände
    Mykose der Hände

    Eine Tinea manuum ist eine Dermatophytose, eine Pilz-Infektion mit Pilzen der Gruppe der Dermatophyten, an den Händen. Näheres zu Dermatophyten und Tinea findest du unter B35. „Manuum“ kommt vom lateinischen Wort „manus“, was Hand bedeutet.

    Eine Pilz-Infektion wird in der Medizin allgemein auch Mykose genannt. Daher ist die Erkrankung Tinea manuum gleichzeitig auch eine Mykose der Hände.

    B35.3 Tinea pedis

    Inkl.: Dermatophytose der Füße
    Fußpilz
    Mykose der Füße

    Tinea pedis ist der medizinische Fachausdruck für Fußpilz. Pilz-Infektionen allgemein werden auch Mykosen genannt.

    Was Tinea und Dermatophytose bedeutet, liest du unter B35.

    B35.4 Tinea corporis

    Inkl.: Dermatomykose des Körpers

    Eine Tinea corporis ist eine Pilz-Infektion mit Dermatophyten, die überall am Körper auf der unbehaarten Haut auftreten kann. Was Dermatophyten sind, liest du unter B35.

    Als Mykose wird eine Infektion mit Pilzen bezeichnet. „Derma-“ kommt von „Dermis“, was Haut bedeutet. Eine Dermatomykose ist daher eine Pilz-Infektion der Haut.

    B35.5 Tinea imbricata

    Inkl.: Tokelau

    Eine Tinea ist eine Pilz-Infektion der Haut mit Dermatophyten. Näheres zu Dermatophyten und Tinea findest du unter B35.

    Die Tinea imbricata wird auch Tokelau genannt. Sie ist eine Sonderform der Tinea corporis (B35.4), der Pilz-Infektion der unbehaarten Haut. „Imbricata“ kommt aus dem Lateinischen von „imbrex“, das heißt Dachziegel, und ist ein beschreibender Begriff für den typischen Haut-Ausschlag der Erkrankung. Auslöser der Haut-Infektion ist der Pilz Trichophyton concentricum.

    B35.6 Tinea inguinalis (Tinea cruris)

    Inkl.: Dhobie itch
    Indische Wäscherflechte
    Jock itch
    Mykose der Leistenbeuge

    Unter Tinea wird eine bestimmte Art der Pilz-Infektion (Mykose) der Haut verstanden. Auslöser einer Tinea sind Pilze der Gruppe der Dermatophyten. Unter B35 liest du mehr dazu.

    Die Tinea inguinalis ist ein durch Pilze der Gruppe der Dermatophyten ausgelöster Haut-Ausschlag in der Leiste (inguinal). Als Tinea cruris wird ein Dermatophyten-bedingter Haut-Ausschlag an den Unterschenkeln(Crus) bezeichnet.

    Historisch bedingt werden vereinzelt die synonymen Ausdrücke Jock itch, Indische Wäscherflechte und Dhobie itch verwendet.

    B35.8 Sonstige Dermatophytosen

    Inkl.: Disseminierte Dermatophytose
    Granulomatöse Dermatophytose

    Eine Dermatophytose ist eine Pilz-Infektion der Haut mit Pilzen der Gruppe der Dermatophyten. Näheres zur Dermatophytose und den Erregern findest du unter B35.

    „Disseminiert“ bedeutet in der Medizin so viel wie verstreut oder ausgesät. Eine disseminierte Dermatophytose beschränkt sich nicht auf ein Hautareal, sondern ist über den Körper verbreitet.

    „Granulomatös“ ist eine Beschreibung für eine bestimmte Art einer Entzündung. Granulomatöse Entzündungen führen zur Ausbildungen von Granulomen, also entzündlichen Knötchen mit einem bestimmten Aufbau und einer bestimmte Zell-Zusammensetzung.

    B35.9 Dermatophytose, nicht näher bezeichnet

    Inkl.: Tinea o. n. A.

    Was eine Dermatophytose oder eine Tinea ist, liest du unter B35.

  • H04

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht H04 für Affektionen (Erkrankungen) des Tränenapparates.
    Unter H00-H06 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Affektionen (Erkrankungen) des Augenlides, des Tränenapparates und der Orbita (Augenhöhle) zusammengefasst. H04 bedeutet Affektionen des Tränenapparates.

    H04: Affektionen des Tränenapparates

    Exkl.: Angeborene Fehlbildungen des Tränenapparates Q10.4-Q10.6

    Unter einer Affektion verstehen Mediziner den Befall eines Körperteils oder des gesamten Organismus durch eine Erkrankung.

    Dein Tränenapparat besteht aus den Tränendrüsen, die Tränenflüssigkeit produzieren sowie deren Ausführungsgängen, die die Tränenflüssigkeit zu deiner Augenoberfläche leiten. Zum Tränenapparat gehören weiterhin die Tränenpünktchen. Tränenpünktchen sind am inneren Augenwinkel gelegene, als kleine dunkle Einziehungen erkennbare Einmündungsstellen des oberen und unteren Tränenkanälchens. Die Tränenkanälchen wiederum stellen den Beginn der ableitenden Tränenwege dar. Der Tränensack ist das „Tränenreservoir“, in dem deine Tränen gespeichert werden. Zum Tränenapparat gehört auch der Tränen-Nasen-Gang, durch den die Tränenflüssigkeit zur Nasenhöhle weitergeleitet wird.

    H04.0 Dakryoadenitis

    Inkl.: Chronische Vergrößerung der Tränendrüse

    Als Dakryoadenitis bezeichnen Mediziner eine Entzündung der Tränendrüse, die mit einer schmerzhaften Schwellung deines Oberlids einhergeht. Die Tränendrüsenentzündung tritt meistens einseitig auf, manchmal bildet sich eine Tränenfistel (Abszess). Eine Dakryoadenitis (Tränendrüsenentzündung) tritt oft im Zusammenhang mit einem Gerstenkorn (schmerzhafte Schwellung und „Eiter“pickel am Lid oder am Lidrand) auf. Die Tränendrüsenentzündung kann aber auch im Rahmen von Mumps vorkommen. Lies Wissenswertes zu Mumps und zur Mumps-Impfung.

    H04.1 Sonstige Affektionen der Tränendrüse

    Inkl.: Dakryops
    Tränendrüsenatrophie
    Trockenes Auge: Ursachen und Hilfe bei trockenen Augen.
    Zyste

    Als Dakryops wird eine Zyste (flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Gewebe) der Tränendrüse bezeichnet. Durch die Geschwulst unter deiner Bindehaut des oberen Augenlids kommt es zu einer schmerz­lo­sen Schwellung deines äuße­ren Ober­lides. Ein Da­kry­ops wird durch ei­ne Ver­wach­sung oder Ver­le­gung des Aus­führungs­gangs deiner Tränendrüsen ver­ur­sacht. Die Folge ist in der Regel eine Zurückhaltung der Tränenflüssigkeit.

    Arthrophie ist der medizinische Fachausdruck für Gewebeschund. Eine Tränendrüsenatrophie macht sich durch eine trockene Bindehaut bemerkbar.

    Eine Zyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Gewebe, der durch eine Kapsel abgeschlossen ist. Echte Zysten sind mit einer Schicht von Zellen ausgekleidet, Pseudozysten dagegen nur von Bindegewebe umgeben.

    H04.2 Epiphora

    Als Epiphora wird ein tränendes Auge, umgangssprachlich Triefauge, bezeichnet. Hierbei liegt in der Regel eine Störung in der Ableitung der Tränenflüssigkeit vor. Das Tränenträufeln ist ein Symptom zahlreicher Augenerkrankungen.

    H04.3 Akute und nicht näher bezeichnete Entzündung der Tränenwege

    Inkl.: Dakryozystitis akut, subakut oder nicht näher bezeichnet
    Kanalikulitis akut, subakut oder nicht näher bezeichnet
    Peridakryozystitis akut, subakut oder nicht näher bezeichnet

    Exkl.: Dakryozystitis beim Neugeborenen P39.1

    Als Dakryozystitis wird eine akute oder subakute (weniger heftig verlaufende) Entzündung des Tränensacks und des umgebenden Gewebes (Peridakryozystitis) bezeichnet. Die Tränensackentzündung wird häufig durch eine Abflussstörung deiner ableitenden Tränenwege verursacht, die nachfolgend zu einer Besiedlung mit Bakterien wie Staphylococcus aureus und Haemophilus influenzae führen kann.

    Eine Kanalikulitis, auch Canaliculitis geschrieben, ist eine Entzündung des Tränenkanälchens. Das Tränenkanälchen ist wiederum ein kurzer Kanal in der Nähe des inneren Rands deines Augenlids. Durch das Tränenkanälchen fließen die Tränen in den Tränensack. Bei einer Kanalikulitis kommt es in der Regel zu tränenden und geröteten Augen, Ausfluss und einer leichten Empfindlichkeit an der Seite deines Augenlids nahe der Nase.

    H04.4 Chronische Entzündung der Tränenwege

    Inkl.: Dakryozystitis chronisch
    Kanalikulitis chronisch
    Mukozele des Tränenapparates chronisch

    Was eine Dakryozystitis und eine Kanalikulitis sind, kannst du unter H04.3 nachlesen.

    Eine Mukozele ist eine Ansammlung von Schleim, die durch eine Abflussbehinderung von Sekreten (Absonderungen) zustande kommt.

    H04.5 Stenose und Insuffizienz der Tränenwege

    Inkl.: Dakryolith
    Eversio puncti lacrimalis
    Stenose: Canaliculus lacrimalis
    Stenose: Ductus nasolacrimalis
    Stenose: Tränensack

    Eine Stenose der Tränenwege bedeutet eine Verengung der Tränenwege.

    Canaliculus lacrimalis ist die lateinische Bezeichnung für Tränenkanälchen. Liegt hier eine Stenose vor, sind die Tränenkanälchen verengt.

    Ductus nasolacrimalis ist die lateinische Bezeichnung für den Tränennasengang. Er verbindet den Tränensack mit dem unteren Nasengang. Der Ductus nasolacrimalis leitet die Tränenflüssigkeit in die Nase. Ist er verstopft oder verengt (Stenose) kann eine Dakryozystitis entstehen. Was das ist, liest du unter H04.3.

    Insuffizienz ist der medizinische Ausdruck für eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit, hier der Tränenwege.

    Ein Dakryolith ist eine steinharte Ablagerung in den Tränenkanälen. Dadurch kann die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig abfließen.

    Ein Eversio puncti lacrimalis ist ein nach außen gewendetes Tränenpünktchen. Dadurch kann die Tränenflüssigkeit nicht mehr in die Nase abfließen, das Auge tränt. Durch das ständige Abtupfen und Abwischen der Tränen kann es zu Hautreizungen mit Juckreiz kommen, im fortgeschrittenen Stadium zu Lidschwellungen.

    H04.6 Sonstige Veränderungen an den Tränenwegen

    Inkl.: Fistel

    Eine Fistel ist der medizinische Ausdruck für eine auf natürlichem Wege nicht vorkommende Verbindung zwischen einem Hohlorgan und einem anderen Organ deines Körpers oder der Körperoberfläche. Die gesamten Tränenwege sind eine Art Hohlorgan und auch hier können sich Fisteln bilden. Fisteln an den Tränenwegen können angeboren sein oder sich durch Einschmelzungen und Umbauten von Gewebe neu bilden, beispielsweise im Rahmen einer Entzündung.

    H04.8 Sonstige Affektionen des Tränenapparates

    Unter H04.8 kann dein Arzt Erkrankungen des Tränenapparates verschlüsseln, die er unter H04.0 bis H04.6 nicht einordnen konnte.

    H04.9 Affektion des Tränenapparates, nicht näher bezeichnet

  • K59

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht K59 für sonstige funktionelle Darmstörungen. Das sind Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Darmentleerungsstörungen ohne organische Ursachen.
    Unter K55-K64 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel sonstige Krankheiten des Darmes zusammengefasst. K59 steht für sonstige funktionelle Darmstörungen, die sich durch Verstopfung (Obstipation), Durchfall (Diarrhoe) oder Darmentleerungsstörungen bemerkbar machen können.

    K59: Sonstige funktionelle Darmstörungen

    Exkl.: Funktionsstörungen des Magens K31
    Intestinale Malabsorption K90
    Psychogene Darmstörungen F45.32
    Veränderungen der Stuhlgewohnheiten o. n. A. R19.4

    Von funktionellen Darmstörungen sprechen Mediziner, wenn Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Darmentleerungsstörungen, Blähungen und/oder Bauchschmerzen auftreten, aber keine organischen Ursachen dafür verantwortlich sind.

    K59.0 Obstipation

    Obstipation ist der medizinische Ausdruck für Verstopfung. Was tun bei Verstopfung?

    K59.00 Obstipation bei Kolontransitstörung

    Inkl.: Slow-Transit-Obstipation

    Exkl.: Medikamentös induzierte Obstipation K59.02

    Als Kolontransitstörung wird eine verlängerte Verweildauer des Stuhls in deinem Dickdarm bezeichnet.

    Die Slow-Transit-Obstipation ist eine Transportstörung deines Darmes. Bei langjähriger Verstopfung kann diese Transportstörung im Dickdarm und manchmal auch im Dünndarm vorliegen.

    K59.01 Obstipation bei Stuhlentleerungsstörung

    Inkl.: Obstipation bei anorektaler Funktionsstörung
    Obstruktions-Defäkations-Syndrom
    Outlet-Obstipation

    Bei einer Stuhlentleerungsstörung, auch Outlet-Obstruction, Outlet-Obstipationoder Obstruktives Defäkationssyndrom genannt, kannst du den Stuhl nur unvollständig und portionsweise entleeren. Manchmal kannst du sogar eine Art Sperregefühl beim Entleerungsversuch haben. Ein Brennen und stechende Schmerzen im Enddarm sind häufige Begleiter der Stuhlentleerungsstörung. Manche Betroffene müssen die Stuhlentleerung mit ihrer Hand unterstützen und Druck auf Damm oder Scheide ausüben und eine direkte Ausräumung des Enddarmes vornehmen.

    Von einer Obstipation bei anorektaler Funktionsstörung oder einer anorektale Obstipation sprechen Mediziner, wenn die Verstopfung von Veränderungen oder Störungen im Bereich des Enddarms (Rektum) und des Afters verursacht wird. Zu einer anorektale Verstopfung kann es durch Analstenosen (Verengungen) kommen. Durch starkes Pressen beim Stuhlgang kann ein Teil des Mastdarmgewebes durch den After nach außen rutschen (Rektumprolaps). Kann es nicht mehr von allein zurückgleiten oder mit dem Finger „zurückgestopft“ werden, kann es zu Problemen kommen. Auch eine Fehlfunktion oder eine gestörte Koordination der inneren und äußeren Schließmuskeln am After kann ein Grund der anorektale Obstipation sein.

    K59.02 Medikamentös induzierte Obstipation

    Die Ursache der Verstopfung (Obstipation) kann auch in Medikamentennebenwirkungen begründet sein. Verstopfung als Nebenwirkung kann beispielsweise vorkommen bei: Opiaten, Antidepressiva, Parkinsonmitteln, Psychopharmaka, Diuretika (harntreibende Mittel, Medikamente zur Entwässerung), dem Schmerzmittelwirkstoff Ibuprofen sowie Eisenpräparaten.

    K59.09 Sonstige und nicht näher bezeichnete Obstipation

    Hierbei ist die Art der Verstopfung als vorherrschende Symptomatik der funktionellen Darmstörung nicht weiter definiert.

    K59.1 Funktionelle Diarrhoe

    Bei der funktionellen Diarrhoe ist Durchfall (Diarrhoe) das vorherrschende Problem, ohne dass organische Ursachen dafür verantwortlich sind.

    K59.2 Neurogene Darmstörung, anderenorts nicht klassifiziert

    Eine neurogene Darmstörung tritt auf, wenn die Funktion deines Verdauungstrakts aufgrund unzureichender nervlicher Steuerung beeinträchtigt ist. Das wiederum kann zu einer verlangsamten Verdauung, Obstipation (Verstopfung), Schwierigkeiten bei der Darmentleerung sowie ungewollte Darmentleerung führen.

    K59.3 Megakolon, anderenorts nicht klassifiziert

    Inkl.: Dilatation des Kolons
    Idiopathisches Megakolon
    Toxisches Megakolon

    Exkl.: Megakolon, angeboren (aganglionär) Q43.1
    Megakolon bei Chagas-Krankheit B57.3
    Megakolon bei Clostridium difficile A04.7
    Megakolon bei Hirschsprung-Krankheit Q43.1

    Ein Megakolon ist eine massive Erweiterung des Dickdarms (Kolon). Dilatation bedeutet „Erweiterung“ oder „Aufweitung“.

    Idiopathisch heißt „ohne erkennbare Ursache“ und unabhängig von anderen Krankheiten entstanden.

    Das Toxische Megakolon ist eine akute Erweiterung des Dickdarms, begleitet von einer schweren Dickdarmentzündung. Das toxische Megakolon ist selten, aber lebensbedrohlich und kann als Komplikation bei chronischen entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa vorkommen. Symptome des toxischen Megakolons sind akute, schwere Bauchschmerzen und Fieber. Fieber richtig messen – wie und wo?

    K59.4 Analspasmus

    Inkl.: Proctalgia fugax

    Als Analspasmus, Afterkrampf, Perinealneuralgie, Perinealkrampf, Afterschließmuskelkrampf, Rektalgie, Neuralgia pudendo-analis, paroxysmale Proktalgie, Levator-Syndrom oder Proctalgia fugax („flüchtige Afterschmerzen“) wird eine schmerzhafte Zusammenziehung deines Afterschließmuskels (mit oder ohne Stuhldrang) bezeichnet. Die Verkrampfungen von Schließ- und Beckenbodenmuskeln sind sehr schmerzhaft, treten ohne Vorwarnung häufig auch in der Nacht auf und halten in der Regel bis zu einer halben Stunde an.

    K59.8 Sonstige näher bezeichnete funktionelle Darmstörungen

    Inkl.: Chronische intestinale Pseudoobstruktion (CIPO)
    Kolonatonie

    Als Pseudoobstruktion des Darmes, auch Intestinale Pseudoobstruktion oder Ogilvie-Syndrom genannt, wird ein ohne mechanische Ursache massiv geblähter und regungsloser Darm bezeichnet. Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, wird das Chronische intestinale Pseudoobstruktion (CIPO) genannt.

    Als Kolonatonie wird ein Verlust der Muskelspannung (Atonie) oder die Erschlaffung der Dickdarmmuskulatur bezeichnet.

    K59.9 Funktionelle Darmstörung, nicht näher bezeichnet

  • M20

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht M20 für erworbene Deformitäten der Finger und Zehen.
    Unter M20-M25 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel sonstige Gelenkkrankheiten (außer Gelenke der Wirbelsäule) zusammengefasst. M20 steht für erworbene, also nicht angeborene und durch Unfall verursachte Fehlbildungen der Finger und Zehen.

    M20: Erworbene Deformitäten der Finger und Zehen

    Exkl.: Angeborene Deformitäten und Fehlbildungen der Finger und Zehen Q66, Q68-70, Q74
    Angeborenes Fehlen von Fingern und Zehen Q71.3, Q72.3
    Verlust von Fingern und Zehen Z89

    M20.0 Deformität eines oder mehrerer Finger

    Inkl.: Knopfloch- und Schwanenhalsdeformität

    Exkl.: Fibromatose der Palmarfaszie M72.0
    Schnellender Finger M65.3
    Trommelschlegelfinger R68.3

    Von einer Knopflochdeformität sprechen Handchirurgen, wenn die Strecksehne deines Fingermittelgelenkes aufgrund einer Entzündung der Gelenkkapsel auseinander gedrängt wird und zur Beugeseite wandert. Dabei tritt das Fingermittelgelenk durch den Sehnenspalt hindurch wie ein Knopf durch ein Knopfloch. Dadurch wird das Mittelgelenk deines Fingers extrem gebeugt, während das Endgelenk überstreckt wird.

    Die sogenannte Schwanenhalsdeformität kommt nach unbehandelten Strecksehnenverletzungen und im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen vor. Bei der Schwanenhalsdeformität liegt eine Überstreckung deines Fingers im Mittelgelenk, bei gleichzeitiger Beugung im Endgelenk vor. Durch die rheumatische Entzündung der darunterliegenden Gelenke teilt sich hierbei die Sehne des Fingerendgliedes auf und rutscht auf die Beugeseite, wo sie das Fingerendglied nach unten in Beugehaltung fixiert. Das Ganze sieht aus wie ein Schwanenhals, daher der Name.

    M20.1 Erworbener Hallux valgus

    Inkl.: Fußballenentzündung

    Beim Hallux valgus, auch Ballenzehe oder Hallux genannt, schiebt sich dein großer Zeh zunehmend nach außen, in Richtung der anderen Zehen. Es kommt zu einer Vorwölbung des Großzehengrundgelenks, was seitlich an deinem Fuß als mehr oder weniger schmerzhafter Ballen sichtbar wird. Lies mehr über OP-Methoden und Therapiemöglichkeiten beim Hallux valgus.

    Eine Fußballenentzündung ist eine Entzündung an der Unterseite deines Fußes. Der Fußballen steht beim Gehen in ständigem Kontakt mit den Schuhsohlen und dem Boden. Fußgelenke und Fettpolster bilden die mechanische Stütze deines Fußes. Dein Fußballen steht also unter einer andauernden Druck- und Zugeinwirkung. Aus Fehl- oder Überbelastungen können Verletzungen, Entzündungen und Fußschmerzen entstehen.

    M20.2 Hallux rigidus

    Bei einem Hallux rigidus, auch steife Großzehe genannt, ist dein Großzehengrundgelenk von Arthrose (Gelenkverschleiß) befallen. Das Gelenk entzündet sich und der Gelenkspalt verengt sich. Es kommt zu Schmerzen und zu Bewegungseinschränkungen deiner Großzehe.

    M20.3 Sonstige erworbene Deformität der Großzehe

    Inkl.: Hallux varus

    Beim Hallux varus weicht deine Großzehe nach innen ab, also von den anderen Zehen weg. Selten ist der Hallux varus angeboren oder die Folge eines Unfalls. In den meisten Fällen ist beim Hallux varus eine Operation des Hallux valgus vorausgegangen.

    Ursachen und Therapien beim Hallux valgus.

    Der Hallux varus kann dann direkt nach der Ballenzehe-Operation vorkommen oder sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Wenn du beim Gehen den Fußaußenrand belastest, kann das den Hallux varus begünstigen. Durch einen unbehandelten Hallux varus kann sich ein Gelenkverschleiß entwickeln.

    M20.4 Sonstige erworbene Hammerzehen

    Bei Hammerzehen, auch Hallux malleus und Digitus malleus genannt, sind deine Zehen im Mittelgelenk oder im Endgelenk dauerhaft gebeugt. Hauptverursacher der Hammerzehen sind das ständige Tragen von engen, spitz, zulaufenden Schuhen.

    M20.5 Sonstige erworbene Deformitäten der Zehen

    Hier kann dein Orthopäde all die nicht angeborenen oder nicht unfallbedingten Fehlbildungen deiner Zehen einordnen, die nicht unter M20.1-M20.4 verschlüsselt werden konnten.

    M20.6 Erworbene Deformitäten der Zehen, nicht näher bezeichnet

  • I10

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht I10 für Essentielle, primäre Hypertonie. Das ist ein Bluthochdruck, der nicht die Folge einer Erkrankung ist.
    Unter I10-I15 wird im ICD-10 Diagnoseschlüssel Hypertonie (Bluthochdruck) klassifiziert. I10 bedeutet Bluthochdruck, dem keine Erkrankung zugrunde liegt.

    I10: Essentielle (primäre) Hypertonie

    Inkl.: Bluthochdruck
    Hypertonie arteriell, essentiell, primär, systemisch

    Exkl.: Mit Beteiligung von Gefäßen des Auges H35.0
    Mit Beteiligung von Gefäßen des Gehirns I60-I69

    Primärer Bluthochdruck, auch als essentielle Hypertonie bezeichnet, hat keine eindeutige Ursache und ist im Gegensatz zu sekundärem Bluthochdruck (sekundäre Hypertonie) keine Folge einer Erkrankung.

    Von krankhaftem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) sprechen Mediziner, wenn dein Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems über mehrere Wochen über 140/90 mmHg liegt.

    Lies mehr zu Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Bluthochdruck.

    I10.0 Benigne essentielle Hypertonie

    Benigne Hypertonie bedeutet gutartiger Bluthochdruck. Das Gegenteil davon ist der maligne, bösartige, das heißt sehr hohe Bluthochdruck (siehe I10.1). Gutartig bedeutet jedoch nicht, dass dieser Grad des Bluthochdrucks über längere Zeit nicht auch krank machen kann. Vereinfacht gesagt, ist benigne Hypertonie eine leichte Form des Bluthochdrucks mit Werten von 130/85 – 139/89 mmHg.

    I10.00 Benigne essentielle Hypertonie, ohne Angabe einer hypertensiven Krise

    Was eine benigne Hypertonie ist, kannst du unter I10.0 nachlesen.

    Was ist eine hypertensive Krise?

    I10.01 Benigne essentielle Hypertonie, mit Angabe einer hypertensiven Krise

    Erfahre Wissenswertes über eine hypertensive Krise bei Bluthochdruck.

    Eine Erklärung zur benignen Hypertonie findest du unter I10.0.

    I10.1 Maligne essentielle Hypertonie

    Die maligne („bösartige“) oder akzelerierte Hypertonie ist eine besonders schwere Verlaufsform des Bluthochdrucks, verbunden mit Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Seh- und Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Schäden am Augenhintergrund und an den Nieren. Bei einer malignen Hypertonie liegt der systolische Blutdruck, also bei der Messung der obere Blutdruckwert, über 180 mmHg und/oder der diastolische Blutdruck, der untere Blutdruckwert, bei über 110 mmHg.

    Eine Erklärung zur essentiellen oder primären Hypertonie findest du unter I10.

    I10.10 Maligne essentielle Hypertonie, ohne Angabe einer hypertensiven Krise

    Extrem erhöhte Blutdruckwerte mit über 180/110 mmHg und ohne zugrundeliegende Erkrankungen werden als maligne essentielle Hypertonie bezeichnet.

    Von einer hypertensiven Krise sprechen Mediziner, wenn dein Blutdruck plötzlich und sehr rasch auf sehr hohe Werte über 200/115 mmHg ansteigt.

    I10.11 Maligne essentielle Hypertonie, mit Angabe einer hypertensiven Krise

    Was eine hypertensive Krise ist, liest du unter I10.10. Hier findest du ebenfalls eine Erklärung zur malignen essentiellen Hypertonie.

    I10.9 Essentielle Hypertonie, nicht näher bezeichnet

    Eine essentielle Hypertonie, auch primärer Bluthochdruck genannt, deren Schweregrad nicht genauer spezifiziert wurde, kann hier unter I10.9 eingeordnet werden. Eine Erklärung zur essentiellen oder primären Hypertonie findest du unter I10.

    I10.90 Essentielle Hypertonie, nicht näher bezeichnet, ohne Angabe einer hypertensiven Krise

    Erhöhte Blutdruckwerte ohne zugrunde liegende Erkrankungen, deren Schweregrad nicht genauer spezifiziert wurde und bei denen der Blutdruck nicht rasch und urplötzlich auf Werte von über 200/115 mmHg ansteigt (hypertensive Krise), kann dein Arzt unter diesem Kürzel verschlüsseln.

    I10.91 Essentielle Hypertonie, nicht näher bezeichnet, mit Angabe einer hypertensiven Krise

    Was eine hypertensive Krise ist, liest du unter I10.90. Hier findest du ebenfalls eine Erklärung zur essentiellen Hypertonie.

  • R42

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht R42 für Schwindel und Taumel.
    Unter R40-R46 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Symptome zusammengefasst, die das Erkennungs- und Wahrnehmungsvermögen, die Stimmung und das Verhalten betreffen. R42 steht für Schwindel und Taumel.

    R42: Schwindel und Taumel

    Inkl.: Vertigo (Schwindel) o. n. A.

    Exkl.: Schwindelsyndrome H81

    Erfahre welche Arten von Schwindel es gibt, welche Erkrankungen hinter Schwindel stecken können sowie mehr über mögliche Hilfe bei Schwindel.

  • J20

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht J20 für eine akute Bronchitis.
    Unter J20-J22 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel sonstige akute Infektionen der unteren Atemwege zusammengefasst. J20 steht für eine akute Bronchitis.

    J20: Akute Bronchitis

    Inkl.: Bronchitis akut oder subakut mit Bronchospasmus
    Bronchitis akut oder subakut, eitrig
    Bronchitis akut oder subakut, fibrinös
    Bronchitis akut oder subakut, membranös
    Bronchitis akut oder subakut, obstruktiv
    Bronchitis akut oder subakut, septisch
    Bronchitis akut oder subakut mit Tracheitis
    Bronchitis o. n. A. bei Patienten unter 15 Jahren
    Tracheobronchitis, akut

    Exkl.: Bronchitis allergisch o. n. A. J45.0
    Bronchitis chronisch, einfach J41.0
    Bronchitis chronisch, obstruktiv J44.
    Bronchitis chronisch, schleimig-eitrig J41.1
    Bronchitis chronisch o. n. A. J42
    Bronchitis o. n. A. bei Patienten von 15 Jahren und älter J40
    Tracheobronchitis chronisch J42
    Tracheobronchitis chronisch-obstruktiv J44.
    Tracheobronchitis o. n. A. J40

    Eine Bronchitis wird als akut bezeichnet, wenn sie schnell zum Ausbruch kommt.

    Subakut bedeutet eine weniger heftige Symptomatik als akut und eine zeitlich zwischen akut (schnell zum Ausbruch kommend) und chronisch (sich langsam entwickelnd und lang andauernd) verlaufende Erkrankung.

    Ein Bronchospasmus bezeichnet eine Verkrampfung deiner Bronchialmuskulatur.

    Eine fibrinöse Bronchitis ist eine Entzündung deiner Bronchialschleimhaut, bei der es zu einem massiven Austritt von Blutplasma kommt.

    Membranös heißt mit Membranbildung einhergehend. Eine Membran ist eine dünne Gewebeschicht, die zwei Räume voneinander abtrennt und damit den Stofftransport durch diese Schicht beeinflusst.

    Obstruktiv bedeutet Gefäß verstopfend.

    Eine Tracheitis ist eine Luftröhrenentzündung. Die Tracheitis ist eine häufige Folge von Virusinfektionen der Atemwege. Symptome sind Heiserkeit, Husten, brennendes Gefühl unter dem Brustbein.

    Von einer Tracheobronchitis sprechen Mediziner, wenn deine Schleimhäute in den Bronchien und in der Luftröhre gleichzeitig entzündet sind. Eine Tracheobronchitis entwickelt sich meistens aus einem absteigenden Virusinfekt, der im Nasenrachenraum beginnt. Symptome sind Reizhusten mit Auswurf und Fieber. Ab welcher Temperatur beginnt Fieber?

    Lies mehr zu Ursache, Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Bronchitis.

    J20.0 Akute Bronchitis durch Mycoplasma pneumoniae

    Mycoplasma pneumoniae ist ein Bakterium, das beispielsweise eine atypische Pneumonie (Lungenentzündung), ein Tracheobronchitis (gleichzeitige Entzündung der Luftröhren- und Bronchialschleimhaut), eine Kehlkopfentzündung, eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder eine Mittelohrentzündung verursachen kann.

    J20.1 Akute Bronchitis durch Haemophilus influenzae

    Die Bakterienart Haemophilus influenzae unterteilt sich in Stämme, die von einer Kapsel umgeben sind (bekapselt) und Stämme ohne Kapsel. Die bekapselten Haemophilus influenzae-Bakterien lassen sich entsprechend ihres Kapsel-Aufbaus in sechs Typen (a-f) unterteilen.

    Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kann beispielsweise Verursacher einer Entzündung der Nasen-Nebenhöhlen (Sinusitis), einer Bronchitis, einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder einer Mittelohrentzündung (Otitis media) sein.

    J20.2 Akute Bronchitis durch Streptokokken

    Bei Menschen ohne Vorerkrankung wie eine chronische Atemwegserkrankung ist die bakterielle Infektion mit Streptokokken meistens eine Sekundärinfektion (bakterielle Superinfektion). Die durch den Virenbefall entzündeten Bronchien bilden hierbei einen idealen Nährboden für die Bakterien.

    J20.3 Akute Bronchitis durch Coxsackieviren

    Coxsackieviren sind vor allem bei Kindern häufige Auslöser einer akuten Bronchitis. Coxsackieviren sind aber auch Erreger der sogenannten Herpangina mit Symptomen wie hohes Fieber, gerötetem Rachen mit hellen Bläschen, die platzen und gelbliche kreisrunde „Geschwüre“ mit rotem Hof bilden. Coxackieviren können außerdem Erreger der „Sommergrippe” sein und eine fieberhafte Rachenentzündung, Halsschmerzen und Hustenreiz hervorrufen. Coxackieviren sind ebenfalls Erreger der Hand-, Fuß- und Mundkrankheit. Hierbei treten gleichzeitig eine schmerzhafte Mundschleimhautentzündung im Bereich von Zunge, Zahnfleisch und weichem Gaumen auf sowie Bläschen an Händen und Füßen, die von einem roten Saum umgeben sind.

    J20.4 Akute Bronchitis durch Parainfluenzaviren

    Parainfluenzaviren sind eine Gruppe von Viren, die Grippe-ähnliche Erkrankungen bzw. Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis hervorrufen können. Parainfluenzaviren werden über Tröpfcheninfektionen übertragen. Ein Erstkontakt mit den Viren erfolgt meist bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter und ruft hohes Fieber hervor. Fieber richtig messen. Außerdem eine Infektion der Atemwege, zum Beispiel eine Entzündung der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), des Kehlkopfs und der Luftröhre (Laryngotracheitis) oder der Lunge (Pneumonie).

    J20.5 Akute Bronchitis durch Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren)

    RS-Viren oder auch Respiratory-Syncytial-Viren sind weltweit vorkommende Erreger, die bevorzugt die Schleimhäute der Atemwege befallen und Infektionen der oberen und unteren Atemwege hervorrufen. Eine Ansteckung mit RS-Viren erfolgt über Tröpfcheninfektion durch Einatmen kleinster, infektiöser Tröpfchen, die von einer erkrankten Person zum Beispiel beim Husten oder Niesen in die Luft freisetzt werden.

    Eine Erstinfektion mit RS-Viren zeigt sich häufig durch leichte, obere Atemwegsinfekte bis hin zur Ausbreitung auf die unteren Atemwege. Es kann zu einer Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien kommen (Bronchitis), zu einer Entzündungen der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) und zur Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis).

    J20.6 Akute Bronchitis durch Rhinoviren

    Rhinoviren sind Schnupfen- und Erkältungsviren.  Sie infizieren über Tröpfcheninfektion die Schleimhäute deines Nasen- und Rachenraumes. Durch die entstehende Entzündung werden die Gefäße der Schleimhaut durchlässiger, Flüssigkeit tritt aus, deine Nase läuft, die Nasenschleimhaut schwillt an, wodurch das Atmen durch die Nase so gut wie unmöglich wird. Bei Kindern können Rhinoviren auch eine Bronchitis auslösen.

    J20.7 Akute Bronchitis durch ECHO-Viren

    ECHO-Viren (enteric cytopathogenic humanorphan viruses) sind eine Gruppe von Viren, die zu den Enteroviren gehören. Virusträger oder erkrankte Personen scheiden die ECHO-Viren mit ihrem Stuhl aus. Echoviren werden vorwiegend fäkal-oral übertragen, also direkt von Mensch zu Mensch über verunreinigte Hände oder indirekt über Gegenstände, Nahrungsmittel, Badewasser. Da sich die ECHO-Viren anfangs auch im Nasenrachenraum (Nasopharynx) vermehren, ist in den ersten Tagen der Infektion auch eine Übertragung des Erregers über die Luft möglich.

    J20.8 Akute Bronchitis durch sonstige näher bezeichnete Erreger

    Eine Vielzahl von Erregern kann eine akute Bronchitis auslösen. Hier können akute Bronchitis-Formen klassifiziert werden, die durch andere Erreger ausgelöst werden als diejenigen, die unter J20.0 bis J20.7 aufgeführt sind.

    J20.9 Akute Bronchitis, nicht näher bezeichnet

    Eine akute Bronchitis, deren Erreger nicht genauer spezifiziert wurden, können ohne Angabe des genauen Erregers unter J20.9 eingeordnet werden.

  • J40

    Im ICD-10 Diagnoseschlüssel steht J40 für eine Bronchitis, die nicht als akut oder chronisch bezeichnet werden kann.
    Unter den ICD-10 Diagnosekürzeln J40-J47 werden chronische Krankheiten der unteren Atemwege zusammengefasst. J40 steht für eine Bronchitis, die nicht unter akut oder chronisch eingeordnet werden kann.

    J40: Bronchitis, nicht als akut oder chronisch bezeichnet

    Ist eine Bronchitis bei Patienten unter 15 Jahren nicht als akut oder chronisch klassifiziert, sollte sie als akut gelten und unter J20 verschlüsselt werden. Bei allen anderen Altersgruppen kann dein Arzt die nicht als akut oder chronisch bezeichnete Bronchitis hier unter J40 einordnen.

    Inkl.: Bronchitis katarrhalisch
    Bronchitis mit Tracheitis o. n. A.
    Bronchitis o. n. A.
    Tracheobronchitis o. n. A.

    Exkl.: Bronchitis allergisch o. n. A. J45.0
    Bronchitis asthmatisch o. n. A. J45.9
    Bronchitis durch chemische Substanzen, akut) J68.0

    Bei einer katarrhalischen Bronchitis ist die Entzündung deiner Bronchialschleimhaut mit einer vermehrten Absonderung von wässrigem oder schleimigen Sekrets verbunden.

    Eine Tracheobronchitis ist, auch Bronchitis mit Tracheitis (Luftröhrenentzündung) genannt, eine gleichzeitige Entzündung deiner Luftröhren- und Bronchialschleimhaut.

    Lies Wissenswertes zu Ursachen und Therapie der Bronchitis.

  • F20

    F20 bedeutet im ICD-10 Diagnoseschlüssel Schizophrenie.
    Unter F20-F29 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Schizophrenie sowie schizotype und wahnhafte Störungen zusammengefasst. F20 steht für Schizophrenie.

    F20: Schizophrenie

    Die Schizophrenie beschreibt eine Bewusstseinsspaltung ohne organische Ursachen, bei der Veränderungen deines Verhaltens und Symptome über mindestens sechs Monate kontinuierlich bestehen. Die Symptome der Schizophrenie sind individuell sehr unterschiedlich. Charakteristisch sind jedoch Störungen deines Denkens und deiner Wahrnehmung sowie unpassende oder verflachte Gefühlsregungen. Das kann sich im Gedankenlautwerden äußern, aber auch in Gedankeneingebungen, Wahnvorstellungen, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn sowie dem Gefühl, von außen gelenkt zu werden und Stimmen zu hören, die über die eigene Person sprechen.

    Schizophrenie verläuft meistens in Schüben, unterbrochen von Phasen mit völlig normalem Verhalten. Bist du an Schizophrenie erkrankt, siehst du dich aufgrund der von dir wahrgenommenen, vermeintlichen Realität zu deinen Verhaltensweisen gezwungen. Dein Verstand arbeitet jedoch ganz normal. Er konzentriert sich allerdings auf die von anderen Menschen nicht wahrgenommenen Gegebenheiten.

    F20.0 Paranoide Schizophrenie

    Inkl.: Paraphrene Schizophrenie

    Exkl.: Paranoia F22.0

    Bei der paranoiden Schizophrenie hörst du Stimmen, hast Wahnideen, Verfolgungswahn und akustische Halluzinationen. Außerdem können Störungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache vorkommen. Dafür hast du in der Regel keine oder weniger starke Störungen deines Denkens und deiner Gefühlsäußerungen.

    Bei der Paraphrenie wird vorwiegend deine Denkleistung beeinflusst.

    F20.1 Hebephrene Schizophrenie

    Inkl.: Desintegrative Schizophrenie
    Hebephrenie

    Bei einer Hebephrenen Schizophrenie, auch Desorganisierte Schizophrenie, Disorganisations-Syndrom, Desintegrative Schizophrenie oder Hebephrenie genannt, treten Wahnvorstellungen und Halluzinationen nur flüchtig und bruchstückhaft auf. Im Vordergrund der Hebephrenen Schizophrenie stehen Stimmungsveränderungen, sogenannte affektive Veränderungen. Leidest du an Hebephrener Schizophrenie ist dein Verhalten in der Regel verantwortungslos, bizarr, der Situation unangemessen und unvorhersehbar. Du neigst dann dazu, dich sozial zu isolieren, dein Denken und deine Sprache sind zerfahren, möglicherweise kicherst du selbstverliebt vor dich hin oder zeigst ein selbstversunkenes Lächeln. Nach Phasen der Antriebssteigerung kann sich später eine völlige Erstarrung entwickeln. Vorübergehend können auch Wahnsymptome wie Stimmenhören auftreten. Die Hebephrene Schizophrenie ist besonders häufig bei jungen Leuten im Alter von 15 bis 25 Jahren. Daher wurde die Erkrankung nach Hebe, der Göttin der Jugend im antiken Griechenland benannt.

    F20.2 Katatone Schizophrenie

    Inkl.: Katatoner Stupor
    Schizophrene Flexibilitas cerea (wachsartige, passive Biegsamkeit der Muskeln)
    Schizophrene Katalepsie (Muskeln lassen eine passive Biegung zu und verharren über einen längeren Zeitraum darin)
    Schizophrene Katatonie

    Die Katatone Schizophrenie oder schizophrene Katatonie macht sich durch psychomotorische Störungen bemerkbar. Phasen der körperlichen und geistigen Erregung und Erstarrung (Stupor) wechseln sich ab. Katatone Symptome sind beispielsweise ein Verharren über Stunden in völliger Bewegungslosigkeit mit verdrehten Gliedmaßen, Sprachlosigkeit, mechanisches Ausführen von Anweisungen oder das völlige Gegenteil von dem tun, was verlangt wurde sowie ein immer wieder in der gleichen Form geartetes Nachsprechen und Nachstellen von Gehörtem oder Gesehenem. Bei der katatonen Erregung kommt es in der Regel zu unkontrollierten Bewegungen, wildem Gestikulieren, Schreien, Grimassenschneiden, Wälzen auf dem Boden und Aggressivität. Zwangshandlungen können begleitend auftreten und können lange Zeit erhalten bleiben.

    Beim katatonen Stupor bist du völlig bewegungslos, aber dein Bewusstsein bleibt erhalten. Menschen mit katatonem Stupor liegen oder sitzen wie erstarrt da (oftmals mit verbogenen Armen und Beinen), sprechen nicht, erscheinen aber sehr aufgeregt oder ängstlich.

    F20.3 Undifferenzierte Schizophrenie

    Inkl.: Atypische Schizophrenie

    Exkl.: Akute schizophreniforme psychotische Störung F23.2
    Chronische undifferenzierte Schizophrenie F20.5
    Postschizophrene Depression F20.4

    Eine Undifferenzierte Schizophrenie liegt vor, wenn keine charakteristischen Merkmale einer der Unterformen der Schizophrenie überwiegt, aber trotzdem allgemeine diganostische Kriterien der Schizophrenie vorliegen.

    F20.4 Postschizophrene Depression

    Unter einer Postschizophrenen Depression verstehen Mediziner eine länger andauernde depressive Episode, die im Anschluss an ein schizophrenes Krankheitsbild auftritt. Bei der Postschizophrenen Depression besteht in der Regel ein erhöhtes Suizidrisiko.

    F20.5 Schizophrenes Residuum

    Inkl.: Chronische undifferenzierte Schizophrenie
    Restzustand
    Schizophrener Residualzustand

    Als Schizophrenes Residuum, Chronische undifferenzierte Schizophrenie, Restzustand oder Schizophrener Residualzustand wird ein chronisches Stadium einer schizophrenen Erkrankung bezeichnet. Beim Schizophrenen Residualzustand verschlechtern sich die Beschwerden fortlaufend. Es treten Symptome wie Passivität, Vernachlässigung der Körperpflege, vermindertes Sozialleben, Antriebsminderung, Sprachverarmung, Vermeidung von Blickkontakt auf. Beim Schizophrenen Residuum werden nach mehrjähriger Schizophrenie-Erkrankung die schizophrenen Schübe seltener und die Antriebslosigkeit, Apathie und Gefühlsarmut überwiegen. Gefühle und Gefühlsäußerungen werden immer geringer, während Konzentrationsstörungen und depressive Verstimmungen zunehmen. Menschen im Schizophrenen Residualzustand brechen den Kontakt zur Außenwelt ab, geben ihre Hobbys auf und verfallen in soziale Isolation.

    F20.6 Schizophrenia simplex

    Bei einer Schizophrenia simplex entwickelt sich die Antriebsminderung und Abflachung der Gefühle schleichend. Bei Schizophrenia simplex überwiegen zunächst nur die negativen Symptome wie Apathie, Sprachverarmung, Sprachverflachung.

    F20.8 Sonstige Schizophrenie

    Inkl.: Schizophreniforme Psychose o. n. A.
    Schizophreniforme Störung o. n. A.
    Zönästhetische (zönästhopathische) Schizophrenie

    Exkl.: Kurze schizophreniforme Störungen F23.2

    Unter andere Schizophrenie-Formen fallen sonstige, ganz spezielle und individuell verschiedene Formen der Schizophrenie:

    Eine Schizophreniforme Psychose hat ähnliche Symptome wie die Schizophrenie (siehe F20). Die Symptome entwickeln sich jedoch akut, meist aufgrund belastender Lebenssituationen, und klingen in der Regel spätestens innerhalb von vier Wochen wieder ab.

    Eine Schizophreniforme Störung hat Symptome, die denen der Schizophrenie entsprechen (siehe F20). Sie dauern länger als einen Monat und im Gegensatz zur Schizophrenie weniger als sechs Monate an. 

    Bei der Zönästhetischen (zönästhopathischen) Schizophrenie stehen Zönästhesien im Vordergrund der Symptomatik. Zönästhesien sind abnorme Körperempfindungen ohne äußerlichen Einfluss, zum Beispiel unerträgliche Schmerzen, Hitze oder Kälte, inneres Verfaulen.

    F20.9 Schizophrenie, nicht näher bezeichnet